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Montag, 25. September 2017 21:02

Andreas Eschbach in Wolfenbüttel

Samstag, 23. September 2017, 22:06 Uhr:

Am Samstag sind wir nach Wolfenbüttel gefahren. Gegen 17.45 Uhr waren wir dann im Gästehaus der Bundesakademie in Wolfenbüttel angekommen. Ich habe gehört, dass dieses Städtchen von manchen Zeitgenossen auch "Dreckskaff" genannt wird.

Jetzt bin ich in dem Zimmerchen im Gästehaus. Morgen um 15.00 Uhr geht es erst los, aber wir werden zum Café am Stadtmarkt zum frühstücken gehen und dann noch das beschauliche Städtchen anschauen. Ich liebe Fachwerkhäuser, deshalb werde ich hier noch auf meine Kosten kommen.


Sonntag, 24. September 2017, 23:56 Uhr:

Heute Sonntag war ein toller Tag. Gestartet haben wir mit einem leckeren Frühstück im Café am Stadtmarkt. Draußen steppte der Bär, denn es war Halbmarathon. Als wir das Café verließen, haben wir Andreas Eschbach gesehen, wir er auch dort frühstückte.

Anschließend haben wir die Gelegenheit genutzt und uns die Bibliothek angeschaut. Da hat Herzog August wirklich einen riesigen Schatz angehäuft. Ich glaube ich habe noch nie eine so große Sammlung wunderschöner alter Bücher gesehen wie hier.

Um 15.00 Uhr ging es dann los. Nach einer kurzen Begrüßung durch Olaf Kutzmutz, dem Programmleiter Literatur brachte Burkhard Spinnen eine Selbstreflexion, weshalb er wohl nie einen Zeitreiseroman schreiben können wird. Da er seinen Vortrag ablas, empfand ich ihn als sehr monoton und ermüdend, auch wenn er sehr viele Beispiele nannte wie Die Zeitmaschine von H.G. Wells, Zurück in die Zukunft, Edge of Tomorrow (und wieso sich der Tag nach der Zerstörung der Außerirdischen noch einmal wiederholte) und Täglich grüßt das Murmeltier. Die zweite Frage aus dem Publikum lautete, ob er schon einmal eine Geschichte gelesen oder gesehen hätte, in der der zeitreisende Protagonist, egal was er auch anstellt, die Zeitlinie eben nicht ändern kann, weil dies eben physikalisch nicht möglich ist. Es folgte ein merkwürdiger Monolog, bei dem ich mir ziemlich sicher war, dass die Frage nicht beantwortet wurde. Erst einer der nächsten Fragesteller nannte zwei Beispiele und in der kurzen Pause wurde zu dem Thema auch noch einmal diskutiert.

Die nächste Vorlesung von Leonhard Koppelmann war schon interessanter. Er berichtete darüber, wie aus dem Roman "Eine Billion Dollar" ein vierstündiges Hörspiel wurde. Hier wurde der Tod von John an den Beginn der Geschichte gestellt und es werden nur etwa 20 % des Romans verwendet. Die Synchronsprecherin von Jodie Foster sprach hier eine Journalistin, die - soweit ich das verstanden hatte -, als Erzähler fungierte.

Nach einer längeren Kaffeepause kam Kathrin Lange dran, die zu den Romanen "Das Jesus-Video", "Eine Billion Dollar" und "Herr aller Dinge" Überlegungen zu den Romanenden anstellte. Das fand ich auch interessant, da ich schon öfter beschrieben hatte, dass ich die Enden häufig als abrupt und unbefriedigend empfinde. Aber es wurde von einer Art Vertrag zwischen Author und Leser gesprochen, den Andreas Eschbach hier eben brechen würde. Und ich dachte mir dann, dass es eben seine spezielle Art ist, eine Geschichte zu Ende zu bringen, und dass es eben nicht seine Absicht ist, die Erwartungen der Leser zu erfüllen. Wäre ja auch langweilig.

Nach dem Abendessen (Lasagne mit Salat) kam dann der Höhepunkt des Tages. Andreas Eschbach las aus seinem Roman "Todesengel" einen Ausschnitt und wurde anschließend von Olaf interviewt. Eschbach ist ein sehr ruhiger, intelligenter Mensch, der mit seinen Antworten immer wieder überrascht. Anschließend bildete sich sofort eine Schlange zum Signieren und Fotografieren. Ich habe meine drei Lieblingsromane mitgebracht "Das Jesus-Video", "Eine Billion Dollar" und "Ausgebrannt", die nun mit Widmung signiert sind :) Und ein gemeinsames Foto haben wir auch gemacht.

Anschließend gab es noch eine Menge Diskussionen, regen Austausch und Fachsimpeln. Da ich kein Author (mehr) bin und "nur" noch ein wenig blogge, habe ich mich aber nicht all zu lange am Networken beteiligt. Ich muss morgen schließlich fit sein für die lange Autofahrt.


Montag, 25. September 2017, 21:02 Uhr:

Der letzte Tag begann schon relativ früh mit dem ersten Vortrag von Wulf Dorn, der darüber referierte, wie das Buch "Ausgebrannt" sein Leben verändert hat. Mir brannte die Frage auf der Zunge, ob das Buch vielleicht auch andere Leute geprägt hat, aber die Zeit war zu knapp. Denn bei der Kaufentscheidung für unser kleines Reihenhäuschen hat durchaus auch eine Rolle gespielt, dass es mit Geothermie beheizt wird, und es ist ein Toyota Auris Hybrid geworden, weil ich mich auch aufgrund dieses Buches mit sparsameren Autos beschäftigt habe und mich die Hybridtechnologie daher sehr faszinierte. Insofern kann man sagen, dass dieses Buch auch unser Leben verändert hat oder zumindest den Prozess beschleunigt. Andreas Eschbach wurde als visionär bezeichnet, doch bescheiden, wie er ist, hat er gleich seiner Heiligsprechung zu Lebzeiten entgegengewirkt.

Bei dem nächsten Vortrag von Klaus N. Frick über Andreas Eschbach und Perry Rhodan hatte ich schon befürchtet, dass ich als totaler Perry-Rhodan-Nichtwisser kein Wort verstehen würde. Aber Klaus erzählte so erfrischend über seine Begegnung mit Andreas Eschbach - damals hatte er noch grüne Haare - und umriss den Inhalt einiger Highlights, dass es mir ein wenig die Angst nahm, vielleicht doch einmal etwas aus diesem Universum zu lesen. Denn bisher haben mich die kilometerlangen Regale mit Silberbänden davon abgehalten, da ich genau wusste, dass ich das niemals werde in meinem Leben alles lesen können.

Den letzten Vortrag hielt Regula Venske zum Thema Wahlen. Brandaktuell also nach der gestrigen Bundestagswahl. In dem Buch "Ein König für Deutschland" ging es um Wahlfälschung durch manipulierte Wahlcomputer. Doch nach der Buchbesprechung erzählte Regula noch von ihrer Reise in die Ukraine, wo sie gerade her kam und von den Schriftstellervereinigungen PEN.

Nach dem Mittagessen mit Fingerfood starteten wir auch gleich los zurück nach München. Es waren wundervolle Tage und ich bin Christina sehr dankbar dafür, dass sie mich auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht und begleitet hat. Sie bezeichnete mich auch als "größten Andreas-Eschbach-Fan", den sie kennt. Nun, es scheint noch einige mehr zu geben ;-) Nach dieser Tagung habe ich mich auch mit seinen unerwarteten Romanenden angefreundet. Und nun freue ich mich schon auf meine nächste Lektüre von ihm.

Hier kann man noch die Gedanken von Christina zu dieser Tagung nachlesen: Ein König für Deutschland, Literatur in multiplen Sinneseindrücken und In hoffnungsvoller Erwartung, und noch eine Ergänzung: Per Auto durch die Republik

Und hier auf Twitter unter dem Hashtag #jesuseschbach (soviel zum Thema Heilgsprechung).

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Themen: Freunde | unterwegs | Bücher | Auto | Traumhaus [ Senf dazugeben ]

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Last Update: 09.01.2012 13:04
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