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Thema: Interessen/Bücher

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Montag, 25. September 2017 21:02

Andreas Eschbach in Wolfenbüttel

Samstag, 23. September 2017, 22:06 Uhr:

Am Samstag sind wir nach Wolfenbüttel gefahren. Gegen 17.45 Uhr waren wir dann im Gästehaus der Bundesakademie in Wolfenbüttel angekommen. Ich habe gehört, dass dieses Städtchen von manchen Zeitgenossen auch "Dreckskaff" genannt wird.

Jetzt bin ich in dem Zimmerchen im Gästehaus. Morgen um 15.00 Uhr geht es erst los, aber wir werden zum Café am Stadtmarkt zum frühstücken gehen und dann noch das beschauliche Städtchen anschauen. Ich liebe Fachwerkhäuser, deshalb werde ich hier noch auf meine Kosten kommen.


Sonntag, 24. September 2017, 23:56 Uhr:

Heute Sonntag war ein toller Tag. Gestartet haben wir mit einem leckeren Frühstück im Café am Stadtmarkt. Draußen steppte der Bär, denn es war Halbmarathon. Als wir das Café verließen, haben wir Andreas Eschbach gesehen, wir er auch dort frühstückte.

Anschließend haben wir die Gelegenheit genutzt und uns die Bibliothek angeschaut. Da hat Herzog August wirklich einen riesigen Schatz angehäuft. Ich glaube ich habe noch nie eine so große Sammlung wunderschöner alter Bücher gesehen wie hier.

Um 15.00 Uhr ging es dann los. Nach einer kurzen Begrüßung durch Olaf Kutzmutz, dem Programmleiter Literatur brachte Burkhard Spinnen eine Selbstreflexion, weshalb er wohl nie einen Zeitreiseroman schreiben können wird. Da er seinen Vortrag ablas, empfand ich ihn als sehr monoton und ermüdend, auch wenn er sehr viele Beispiele nannte wie Die Zeitmaschine von H.G. Wells, Zurück in die Zukunft, Edge of Tomorrow (und wieso sich der Tag nach der Zerstörung der Außerirdischen noch einmal wiederholte) und Täglich grüßt das Murmeltier. Die zweite Frage aus dem Publikum lautete, ob er schon einmal eine Geschichte gelesen oder gesehen hätte, in der der zeitreisende Protagonist, egal was er auch anstellt, die Zeitlinie eben nicht ändern kann, weil dies eben physikalisch nicht möglich ist. Es folgte ein merkwürdiger Monolog, bei dem ich mir ziemlich sicher war, dass die Frage nicht beantwortet wurde. Erst einer der nächsten Fragesteller nannte zwei Beispiele und in der kurzen Pause wurde zu dem Thema auch noch einmal diskutiert.

Die nächste Vorlesung von Leonhard Koppelmann war schon interessanter. Er berichtete darüber, wie aus dem Roman "Eine Billion Dollar" ein vierstündiges Hörspiel wurde. Hier wurde der Tod von John an den Beginn der Geschichte gestellt und es werden nur etwa 20 % des Romans verwendet. Die Synchronsprecherin von Jodie Foster sprach hier eine Journalistin, die - soweit ich das verstanden hatte -, als Erzähler fungierte.

Nach einer längeren Kaffeepause kam Kathrin Lange dran, die zu den Romanen "Das Jesus-Video", "Eine Billion Dollar" und "Herr aller Dinge" Überlegungen zu den Romanenden anstellte. Das fand ich auch interessant, da ich schon öfter beschrieben hatte, dass ich die Enden häufig als abrupt und unbefriedigend empfinde. Aber es wurde von einer Art Vertrag zwischen Author und Leser gesprochen, den Andreas Eschbach hier eben brechen würde. Und ich dachte mir dann, dass es eben seine spezielle Art ist, eine Geschichte zu Ende zu bringen, und dass es eben nicht seine Absicht ist, die Erwartungen der Leser zu erfüllen. Wäre ja auch langweilig.

Nach dem Abendessen (Lasagne mit Salat) kam dann der Höhepunkt des Tages. Andreas Eschbach las aus seinem Roman "Todesengel" einen Ausschnitt und wurde anschließend von Olaf interviewt. Eschbach ist ein sehr ruhiger, intelligenter Mensch, der mit seinen Antworten immer wieder überrascht. Anschließend bildete sich sofort eine Schlange zum Signieren und Fotografieren. Ich habe meine drei Lieblingsromane mitgebracht "Das Jesus-Video", "Eine Billion Dollar" und "Ausgebrannt", die nun mit Widmung signiert sind :) Und ein gemeinsames Foto haben wir auch gemacht.

Anschließend gab es noch eine Menge Diskussionen, regen Austausch und Fachsimpeln. Da ich kein Author (mehr) bin und "nur" noch ein wenig blogge, habe ich mich aber nicht all zu lange am Networken beteiligt. Ich muss morgen schließlich fit sein für die lange Autofahrt.


Montag, 25. September 2017, 21:02 Uhr:

Der letzte Tag begann schon relativ früh mit dem ersten Vortrag von Wulf Dorn, der darüber referierte, wie das Buch "Ausgebrannt" sein Leben verändert hat. Mir brannte die Frage auf der Zunge, ob das Buch vielleicht auch andere Leute geprägt hat, aber die Zeit war zu knapp. Denn bei der Kaufentscheidung für unser kleines Reihenhäuschen hat durchaus auch eine Rolle gespielt, dass es mit Geothermie beheizt wird, und es ist ein Toyota Auris Hybrid geworden, weil ich mich auch aufgrund dieses Buches mit sparsameren Autos beschäftigt habe und mich die Hybridtechnologie daher sehr faszinierte. Insofern kann man sagen, dass dieses Buch auch unser Leben verändert hat oder zumindest den Prozess beschleunigt. Andreas Eschbach wurde als visionär bezeichnet, doch bescheiden, wie er ist, hat er gleich seiner Heiligsprechung zu Lebzeiten entgegengewirkt.

Bei dem nächsten Vortrag von Klaus N. Frick über Andreas Eschbach und Perry Rhodan hatte ich schon befürchtet, dass ich als totaler Perry-Rhodan-Nichtwisser kein Wort verstehen würde. Aber Klaus erzählte so erfrischend über seine Begegnung mit Andreas Eschbach - damals hatte er noch grüne Haare - und umriss den Inhalt einiger Highlights, dass es mir ein wenig die Angst nahm, vielleicht doch einmal etwas aus diesem Universum zu lesen. Denn bisher haben mich die kilometerlangen Regale mit Silberbänden davon abgehalten, da ich genau wusste, dass ich das niemals werde in meinem Leben alles lesen können.

Den letzten Vortrag hielt Regula Venske zum Thema Wahlen. Brandaktuell also nach der gestrigen Bundestagswahl. In dem Buch "Ein König für Deutschland" ging es um Wahlfälschung durch manipulierte Wahlcomputer. Doch nach der Buchbesprechung erzählte Regula noch von ihrer Reise in die Ukraine, wo sie gerade her kam und von den Schriftstellervereinigungen PEN.

Nach dem Mittagessen mit Fingerfood starteten wir auch gleich los zurück nach München. Es waren wundervolle Tage und ich bin Christina sehr dankbar dafür, dass sie mich auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht und begleitet hat. Sie bezeichnete mich auch als "größten Andreas-Eschbach-Fan", den sie kennt. Nun, es scheint noch einige mehr zu geben ;-) Nach dieser Tagung habe ich mich auch mit seinen unerwarteten Romanenden angefreundet. Und nun freue ich mich schon auf meine nächste Lektüre von ihm.

Hier kann man noch die Gedanken von Christina zu dieser Tagung nachlesen: Ein König für Deutschland, Literatur in multiplen Sinneseindrücken und In hoffnungsvoller Erwartung, und noch eine Ergänzung: Per Auto durch die Republik

Und hier auf Twitter unter dem Hashtag #jesuseschbach (soviel zum Thema Heilgsprechung).

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Themen: Freunde | unterwegs | Bücher | Auto | Traumhaus [ Senf dazugeben ]

Dienstag, 17. Januar 2017 18:56

Inside IS - 10 Tage im Islamischen Staat - Jürgen Todenhöfer

Jürgen Todenhöfer ist nicht unumstritten. Ihm wird gerne vorgeworfen, dass er sich auch mit dem "Feind" unterhält. Ihm ist das durchaus bewusst und in diesem Buch gibt er hierfür auch eine - wie ich finde - hervorragende und vorbildliche Antwort auf die Frage, warum er dies tut: Er war früher Richter und ist es gewohnt, beide Seiten anzuhören, bevor er ein Urteil fällt. Ich muss an den Song von Phil Collins "Both Sides Of The Story" denken. Das ist doch irgendwie wahr, oder?

Eigentlich finde ich es ja Wahnsinn, wenn sich Journalisten in Lebensgefahr begeben. Aber wenn man den Berichten von Reporter ohne Grenzen folgt, dann ist das wohl weltweit ihr täglich Brot und für die Menschheit sind sie außerordentlich wichtig, denn die Wahrheit muss immer ans Licht! Deshalb ist auch ein freies Internet so wichtig, denn wenn sich eine Nachricht erst einmal durch Twitter und Facebook gefressen hat, dann lässt sie sich hinterher kaum noch zensieren. Davor haben die da oben Angst ;-)

Das Buch ist zweigeteilt. Die erste Hälfte beschäftigt sich mit der Vorbereitung der Reise und die Beschaffung der Sicherheitsgarantie des Kalifen. Jürgen Todenhöfer hat hier sehr viel Erfahrung und ist daher prädestiniert für eine Reise in den IS. Es ist auch unglaublich, dass er sogar seinen (erwachsenen) Sohn mitgenommen hat. Zu dritt reisen die Journalisten schließlich in den IS, dem sich die zweite Hälfte des Buches widmet.

Todenhöfer beschreibt die Widersprüchlichkeit des Landes und deren Menschen. Und die teils erschreckende Normalität, in der das Leben dort abläuft. Was widerum Hoffnung gibt, dass sich das Kapitel irgendwann dem Ende nähert. Die christlichen Kreuzzüge haben schließlich auch nicht ewig angedauert.

Am Ende des Buches schreibt Todenhöfer noch einen Offenen Brief an den Kalifen, in dem er durch etliche Zitate aus dem Koran den IS als unislamisch entlarvt. Vielleicht sollte ich als nächstes den Koran lesen.

Fazit: Ein sehr lesenswertes Buch! Und es gäbe Stoff für einen Film ;-)

Thema: Bücher [ 1 Mal Senf dazugegeben ]

Mittwoch, 13. Juli 2016 18:13

Sportlerkind - Tommy & Werner Krappweis

Glücklicherweise hatte ich nicht ganz so ehrgeizige Eltern. Papa Werner wollte aus Tommy einen Spitzenrennradler machen, das hat aber nicht so ganz geklappt, weil der Bua lieber Lustige Taschenbücher las und Lego baute. In kleinerem Maßstab kann ich das auch gut nachvollziehen. Meine Eltern gingen immer wandern. Ich fand das sowas von öde. Meistens stellte ich mir vor, ich wäre ein Pferd oder ritte ein solches. Dann war das erträglicher. Aber ein Wanderer ist aus mir nicht geworden. (Aber ein Wanderreiter.)

Die meist abwechselnd geschriebenen Kapitel von Vater und Sohn sind sehr vergnüglich zu lesen. Jeder hat seinen Standpunkt und vertritt ihn hier. Trotzdem lieben sie sich. Schöner kann es eigentlich nicht sein.

Für mich persönlich war dieses Buch auch eine kleine Reise in die Vergangenheit. Denn ich bin auch in Neuperlach aufgewachsen. Daher kenne ich viele Orte: Die Kafkaschule, die Ori, das Schulzentrum Nord, wo ich das Gymnasium besuchte, Tommy aber mit der Schulband und seinen lustigen Flausen im Kopf bekannt war wie ein bunter Hund. Mir wurde nie die Fresse poliert, weshalb ich eigentlich überwiegend gute Erinnerungen an diesen Stadtteil habe. Das mag aber daran gelegen haben, dass ich ein Mädchen war. Ich wurde eher plump angebaggert. Und mir wurde auch nur einmal ein Fahrrad gestohlen. Und ich finde es auch heute noch bemerkenswert, dass wir die einzigen damals in dem Hochhaus waren, deren Keller nicht mit ein paar Holzlatten eingefasst und mit einem schnöden Vorhängeschloss gesichert war, sondern eine Ziegelmauer mit Stahltür besaß. Aber mein altes DDR-Rad hätte da auch niemand rausholen wollen.

Fazit: Ein vergnüglicher Lesespaß für Jung und Alt. Und vielleicht auch ein wenig sowas wie ein Erziehungsratgeber ;-)

Themen: Blick in die Vergangenheit | Bücher [ 0 Mal Senf noch freizugegeben ]

Sonntag, 6. September 2015 20:16

Mr Monk und die Wurzel allen Übels - Lee Goldberg

Wieder ein Monk-Roman, der wie eine Folge der Serie im Kopf abspielt. Die Figuren sind sehr gut getroffen. Diesmal geht die Ermittlung sogar über zehn Jahre in die Vergangenheit. Mr Monk muss das Morddezernat aus Budgetgründen verlassen, aber er und Natalie bekommen sofort einen neuen Job in einem Detektivbüro, mit üppiger Bezahlung, in den USA leider nicht selbstverständlicher Krankenversicherung und Dienstwagen.

Die spanendste Sache war aber, als Stottlemeyer plötzlich selbst verhaftet wird. Das hat mir schon sehr gut gefallen. Aber es ist klar, dass Monk ihn wieder aus dem Gefängnis bekommt ;-)

Fazit: Für Monk-Fans eine spannende Geschichte.

Thema: Bücher

Freitag, 26. Juni 2015 17:25

Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey - Sophie Seeberg

Das Buch [Unser Amazonstore: ] Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey [/Amazonstore Ende] von Sophie Seeberg ist ein typisches Beispiel dafür, dass man ein Buch nicht nach dem Cover beurteilen sollte. In diesem Fall wurde ich jedoch positiv überrascht.

Sehr einfühlsam berichtet Sophie Seeberg aus ihrem Arbeitsalltag als Familienpsychologin. Die Geschichten gehen sehr nahe, besonders weil sie auf Tatsachen beruhen. Vor langer Zeit habe ich beschlossen, Zeitungsberichte nicht mehr zu lesen, in denen von Kindern berichtet wird, die misshandelt wurden oder durch ihre Erziehungsberechtigten zu Tode gekommen sind, weil mir das immer viel zu nahe ging. Doch dieses Buch macht Hoffnung, dass es da draußen jede Menge kompetente Familienpsychologen, Mitarbeiter in Jugendämtern und Familienrichter gibt, die sich mit all ihrer Kraft um das Kindeswohl kümmern. So gehen die Geschichten zwar nahe, doch sie haben alle ein Happy End. Sowas mag ich :)

Das Cover hatte in mir die Erwartung geweckt, ein urkomisches Buch in der Hand zu halten, das über die Erziehungsinkompetenz so mancher Unterschichtenmutter berichtet. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es darin so zur Sache geht. Doch Sophie Seeberg trifft hier wohl keine Schuld, denn sie hat im Vorwort einmal den Leser gewarnt, dass das Buch zu einer Achterbahnfahrt der Gefühle führen könnte. Und dies tat es dann auch.

Das Cover diente wohl in erster Linie dem Zweck, Leute zum spontanen Kauf des Buches zu verführen. Und diesen Zweck erfüllt es voll und ganz. Ist halt eine Marketing-Masche, auf die ich zwar reingefallen, aber nicht enttäuscht wurde.

Natürlich werde ich mir auch noch das Buch [Unser Amazonstore: ] Die Schanin hat nur schwere Knochen! [/Amazonstore Ende] zulegen. Nur diesmal weiß ich, dass mich sicher nicht nur leichte Kost erwarten wird.

Thema: Bücher

Mittwoch, 10. Juni 2015 19:53

Essen kann jeder! - Philipp Weber

Das Buch [Unser Amazonstore: ] Essen kann jeder!: Streng verdaulich. Fakten für alle, die es täglich tun. – von Philipp Weber [/Amazonstore Ende] hat mich natürlich interessiert, nachdem wir sein Programm Futter live gesehen hatten. Nachdem ich mir schon Udo Pollmer und Nicolai Worm reingezogen habe, enthielt das Buch zwar nicht so wahnsinnig viele Fakten über den Ernährungswahn- und -unsinn, aber es war auf jeden Fall unterhaltsamer und witziger.

Am besten hat mir der Besuch in einer Nespresso-Boutique am Schluss gefallen. Ich gebe es zu, im Büro trinke ich den Aluminium-verseuchten, überteuerten Kaffee auch, allerdings habe ich dort nur die Wahl zwischen kostenfreiem Nespresso und zu bezahlendem Kaffee aus Pappbechern... Wenn ich dafür bezahlen müsste (60 Euro pro Kilo Kaffee!!!), würde ich das Zeug nicht trinken.

Fazit: Empfehlenswertes Buch für jeden, der Kabarett mag und der sich vielleicht manchmal zu viele Gedanken über seine Ernährung macht ;-)

Themen: Kampf den Pfunden | Bücher

Dienstag, 28. April 2015 18:24

Mara und der Feuerbringer (3): Götterdämmerung

Im dritten Band ging es dann nochmal richtig zur Sache. Allerdings hatte ich den Eindruck dass es anfangs etwas träge anfing, bis endlich ein Hotelzimmer verwüstet wurde. Diesmal gab es sogar Tote! Ein bisserl komme ich aber langsam durcheinander mit den Büchern und dem Film und so.

[Unser Amazonstore: ] Mara und der Feuerbringer (3): Götterdämmerung [/Amazonstore Ende] war wieder sehr lustig und ich fand es echt schade, dass der Film nur im Kinderprogramm lief und viele gar nicht wussten, dass es ihn gab :(

Themen: Bücher | Mittelalter

Montag, 3. März 2014 19:42

Nichtlustig Zeitmaschinen Bedienungsanleitung - Joscha Sauer

Kurzweilig zu lesen ist das Büchlein [Unser Amazonstore: ] Zeitmaschinen Bedienungsanleitung [/Amazonstore Ende]. Und entgegen dem Titel finde ich es total komisch.

Thema: Bücher

Sonntag, 2. März 2014 18:36

Eine unberührte Welt - Andreas Eschbach

Ich habe mal wieder einen Eschbach gelesen, diesmal [Unser Amazonstore: ] Eine unberührte Welt [/Amazonstore Ende]. Das ist eine Kurzgeschichtensammlung von Schreibtischschubladenhütern, die zum Teil auch in diversen Magazinen veröffentlicht wurden.

In einigen Geschichten widmet sich Andreas Eschbach auch mit dem Urheberrecht aus Sicht eines erfolgreichen Autors, aber erfreulicherweise nicht allzu pro Verwertungsgesellschaften. Mit dem Internet ist dieser Zwischenhändler-Schmarotzer meiner Meinung sowieso im Aussterben begriffen. Hoffentlich.

Ansonsten ist so ein Buch wie Pralinen essen, man weiß nie, was man bekommt ;-) Aber ich habe es genossen, auf viele fantastische Reisen zu gehen und für jede Geschichte ein kurzes Vorwort zu lesen. Sogar eine Halloween-Geschichte war dabei, und natürlich auch Geschichten von fremden Welten. Das hat richtig Spaß gemacht.

Thema: Bücher

Mittwoch, 18. Dezember 2013 17:14

Mr. Monk und Mr. Monk

[Unser Amazonstore: ] Mr. Monk und Mr. Monk [/Amazonstore Ende] ist wirklich gut gelungen. Mr. Monk und Nathalie finden sich in einem Örtchen namens Trouble wieder, um einen Mord (bzw. drei Morde im Verlaufe des Buches) aufzuklären. Und ganz nebenbei noch einen Zugüberfall aus grauer Vorzeit.

Besonders gut hat mir gefallen, wie immer wieder Geschichten aus grauer Vorzeit erzählt wurden, als Artemis Monk und seine Assistentin nicht nur Claims und Goldfunde beurteilten, sondern auch Morde aufklärten. Das Ganze erinnerte mich ein wenig an meinen Lieblings-Star-Trek-Roman Ishmael, in dem der Frauenmangel an der Westküste in der Goldrauschzeit thematisiert wird.

Fazit: Wer also Mr. Monk mag und den wilden Westen, der wird hier eine wahre Lesefreude haben.

Themen: Bücher | Der Wilde Westen

Freitag, 25. Oktober 2013 17:05

Tommy Krappweis - Das Vorzelt zur Hölle

Und wieder habe ich ein Buch gelesen. Von dem Mann, der schneller Bücher schreibt und diese verfilmt, als ich sie lesen kann: Tommy Krappweis.

[Unser Amazonstore: ] Das Vorzelt zur Hölle [/Amazonstore Ende] war für mich nicht nur ein lustiges Buch, sondern auch ein kleiner Blick in die Vergangenheit. Von der Schulband vom Schulzentrum Neuperlach-Nord, wo ich das Gymnasium besuchen durfte, habe ich nämlich auch so meine Erinnerungen. Und es ist schon komisch, wie die Wahrnehmungen auseinander gehen, denn ich hatte damals den Eindruck, dass die meisten Mädchen total auf Tommy standen ;-)

Und viele Geschichten erinnerten mich auch selbst an meine Urlaube, auch wenn meine Eltern keine Camping-Freaks waren. Meine Abneigung gegen Campen begann eigentlich erst nach dem Abi, als ich mit Freundinnen wegen Geldmangel im Zelt urlaubte und seither nicht die geringste Lust mehr verspüre, dies zu wiederholen. Hotel mit Bett und Bad muss schon sein. Und jetzt weiß ich auch wieder, warum.

Fazit: Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die in den 70ern und 80ern groß geworden sind, die Probleme mit ihren Eltern haben, oder auch Eltern, die Probleme mit ihren pubertierenden Jungs haben. Und auch allen anderen.

Themen: Bücher | Blick in die Vergangenheit

Dienstag, 10. September 2013 20:29

Mr Monk und die Außerirdischen - Lee Goldberg

Ich habe noch einen ganzen Stapel Monk-Bücher, die ich in meiner üblichen Lesegeschwindigkeit* verschlinge. Diesmal war [Unser Amazonstore: ] Mr Monk und die Außerirdischen [/Amazonstore Ende] dran.

Der Fall nimmt Trekkies und andere SciFi-Fans ziemlich auf die Schippe, aber würden wir für unsere Serie morden? Ich glaube nicht. Nein, davon bin ich überzeugt.

Obwohl ich keine hohe Erwartung an den Roman hatte, weil der Besitzer meinte, es wäre einer der schwächsten in der Monk-Reihe, fand ich ihn doch sehr interessant, weil er die Beziehung zwischen Ambrose und Adrian näher beleuchtet und auch einen Schritt weiter bringt. Ambrose entpuppt sich nämlich als eingefleischter Trekkie Earther, der perfekt klingonisch Dratch spricht, und so hilft, die Morde zu entwirren.

Fazit: Unter dem Gesichtspunkt der Ambrose-Adrian-Beziehung wirklich lesenwert. Ansonsten tatsächlich nicht so prickelnd, da die Geschichte zwar tatsächlich mal im Showdown Action bietet, die man als Monk-Fan aber weder erwartet noch braucht, dafür aber ansonsten die Charaktere eher lieblos zeichnet. Vor allen Dingen Stottlemeyer, der sein Vertrauen in Monk zu verlieren scheint und ziemlich stur wirkt.

* langsam

Thema: Bücher

Sonntag, 11. August 2013 20:41

Er ist wieder da - Timur Vermes (Hörbuch)

Zum Geburtstag habe ich von Marmot das [Unser Amazonstore: ] Hörbuch Audiobook "Er ist wieder da" von Timur Vermes [/Amazonstore Ende] geschenkt bekommen. Das habe ich dann immer im Auto auf dem Heimweg gehört. Das sind immerhin 6 CDs, das war schon eine Aufgabe.

Marketing at its best, würde ich sagen. Das Cover, schlicht, aber sofort zu erkennen. Der Hammer! Und dann der Preis. Der lag bei 19,33 Euro, als ich das Buch zum ersten Mal bei Weltbild gesehen hatte. Na, in Geschichte aufgepasst?

Und dann hätte niemand besseres als Christoph Maria Herbst dieses Buch sprechen können. Wer [Unser Amazonstore: ] Der Wixxer [/Amazonstore Ende] gesehen hat, der weiß, wovon ich spreche. Und das über 6 CDs hinweg, Hammer!

Story: Nur mal kurz angerissen, Hitler erwacht mitten in Berlin, 2011. Und dann kämpft er sich durch die moderne Welt und lässt über alles und jeden seine Meinung los. Das ist nicht nur saukomisch, sondern erschreckender Weise gewinnt er dadurch tatsächlich an Sympathie. Er gerät in die Mühlen unserer Unterhaltungsindustrie, die ihn als Comedian voranbringt, obwohl er eigentlich nichts anderes im Sinn hat, als das vierte Reich aufzubauen und... naja, sollte aus dem Geschichtsunterricht bekannt sein. Absolut saukomisch.

Gegen Ende allerdings geht dem Autor leider etwas die Luft aus, wie das häufig der Fall ist. Da wurde dann mal eben eine größere Zeitspanne übersprungen und dann war auch schon plötzlich das Ende da, das offene. Wie das alles passieren kann, wird nicht zu erklären versucht, ist vielleicht auch besser so.

Fazit: Sehr hörenswert, wirklich. Saukomisch, besonders am Anfang. Und gesellschaftskritisch, daher nicht nur als leichte Unterhaltung zu verstehen.

Thema: Bücher

Montag, 5. August 2013 20:17

Nerd do Well - Simon Pegg

Im Forbidden Planet in London hatten wir letztes Jahr einiges gekauft, unter anderem das Buch [Unser Amazonstore: ] Nerd do Well von Simon Pegg [/Amazonstore Ende]. Jetzt hab ich es endlich fertig gelesen.

Er schöpft aus einem riesigen Wortschatz, so dass ich das Wörterbuch des öfteren benutzen musste. Mal sehen, ob davon auch etwas hängen geblieben ist. Das Buch ist eine Autobiographie, die jedoch nicht allzu tief geht. Allerdings erklärt es, wie er zu dem wurde, was er heute ist, und wieso er ausgerechnet solche Filme macht wie [Unser Amazonstore: ] Paul [/Amazonstore Ende].

Simon Pegg ist mir total sympathisch. Er liebt Star Trek, Star Wars und hatte eine Gothic-Phase. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass er Zombies mag :)

Zwischendrin gibt es immer mal wieder Kapitel, die von einem imaginären Simon Pegg handeln, der einen Roboter namens Canterbury hat. Sowas wie ein Superheld, mit Superkörper und einer französischen Schönheit an seiner Seite, der ein kleines Weltraumabenteuer erlebt. Man könnte auch erst die Geschichte lesen und dann die Biographie oder umgekehrt, dann wird man zwischendurch nicht dauernd rausgerissen. Grad bei mir, der so lange braucht für ein Buch, für den ist das dann schlecht.

Ich hätte mir etwas mehr über die Dreharbeiten von Paul oder Star Trek gewünscht, aber vielleicht ging das auch aus rechtlichen Gründen nicht, zumindest bei Star Trek. Außerdem würde ich mir wünschen, dass es Spaced in Deutschland gäbe, aber man kann es leider nicht bei Lovefilm ausleihen. Naja, vielleicht hole ich mir irgendwann mal den [Unser Amazonstore: ] UK-Import von Spaced [/Amazonstore Ende]. Da weiß man dann auch, wozu die EU gut ist ;-)

Fazit: Für Nerds und Geeks absolut lesenswert. Aber nur für welche mit wirklich guten Englischkenntnissen ;-)

Themen: Bücher | Star Trek | Star Wars | Halloween/Gothic

Freitag, 19. Oktober 2012 17:42

Agent der Sterne - John Scalzi

Ist schon ein paar Tage her, aber ich bin nicht früher dazu gekommen zu bloggen. Mein Schatz Florian ist seit unserer Begegnung mit John Scalzi beim US-Generalkonsul eine richtige Leseratte und verschlingt ein Buch nach dem anderen von ihm.

Bisher hat mich nur dieses Buch [Unser Amazonstore: ] Agent der Sterne [/Amazonstore Ende] gereizt. Es nimmt Hollywood ziemlich auf die Schippe, denn die übelriechenden, häßlichen, aber freundlichen Außerirdischen brauchen einen Agenten, um sie der Menschheit schmackhaft zu machen. Witzig und spritzig lernen wir die Außerirdischen kennen und folgen ihnen auf dem Weg, wie sie sich der Menschheit offenbaren.

Fazit: Ein erfrischend anderer Science Fiction.

Thema: Bücher

Sonntag, 19. August 2012 14:49

Ein König für Deutschland - Andreas Eschbach

Das Buch [Unser Amazonstore: ] Ein König für Deutschland von Andreas Eschbach [/Amazonstore Ende] habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen. Irgendwie kamen darin viele Elemente vor, die in meinem (unserem) Leben eine Rolle spielen. Zum Beispiel geekige Sprüche auf T-Shirts, allen voran mein Lieblingsspruch, allerdings eingedeutscht, auf Seite 195: "Es gibt nur 10 Arten von Menschen - die einen verstehen das binäre System und die anderen nicht". Einer der Protagonisten hieß König mit Nachnamen. Es ging auch um Mittelalterspiele auf Burgen und Alternate Reality Games, um den Chaos Computer Club und andere computertechnische Dinge, um ein Manga-Mädchen. Zeitweise hatte ich tatsächlich das Gefühl, dass dieses Buch für mich geschrieben wurde. Das ist natürlich Blödsinn.

Es geht darum, ob es möglich ist, mit Hilfe von Wahlcomputern Wahlen zu fälschen, wie das aussehen könnte und was dann tatsächlich passiert, wenn die Dinge ins Rollen geraten. Die Ideen von Simon König über Bildung und seine Theorie, dass Werbung Unzufriedenheit verursacht, fand ich granios und ich hätte die Partei vielleicht sogar gewählt, für die er unfreiwillig kandidierte. Zwischendrin befürchtete ich, dass sich alles nur als Alternate Reality Game entpuppen würde, doch das wäre dann doch zu flach gewesen für einen echten Eschbach.

Im Nachwort verriet Eschbach, was ich schon immer vermutet habe, nämlich dass er mit seinen Romanen auch etwas bewirken möchte. In diesem Fall wollte er eindringlich vor der Verwendung von Wahlcomputern warnen, wie es viele IT-Spezialisten tun. Nachdem Eschbach Luft- und Raumfahrttechnik studiert hat und mal als Softwareentwickler gearbeitet hat, zähle ich ihn mal auch zu diesen Spezialisten. Und mir hat auch gefallen, wie er mit normalen und fortgeschrittenen Computeranwendern im Nachwort ins Gericht ging ;-)

Fazit: Ein lesenswerter Roman, wenn auch nicht ganz mit der Tragweite wie Ausgebrannt oder Eine Billion Dollar, die ich immer noch als Pflichtlektüre für jeden einstufe.

Themen: Bücher | Mittelalter

Montag, 18. Juni 2012 20:13

Bonjour, Mr Monk - Lee Goldberg

Normalerweise sind Bücher zu Filmen oder Serien eher Auftragsarbeiten, die mehr oder weniger schlecht hingerotzt werden. Aber dieses Buch der Serie Monk sticht hervor, denn man merkt dem Autor an, dass er die Figuren wirklich kennt. Hinterher habe ich dann gelesen, dass Lee Goldberg bereits einige Drehbücher zu Monk verfasst hatte. Das erklärte natürlich, wieso er die Charaktere in [Unser Amazonstore: ] Bonjour, Mr Monk [/Amazonstore Ende] so brilliant darstellen konnte.

Nachdem wir 2008 in Paris gewesen waren, kannten wir einige der Schauplätze natürlich, u.a. auch die Katakomben, in denen Monk Knochen neueren Datums entdeckte und damit natürlich einem Mord auf die Spur kam. Das ganze Buch wurde aus der Sicht von Natalie Teeger geschrieben. In letzter Zeit lese ich dauernd Bücher, in denen der Protagonist ein anderes Geschlecht hat, als der Autor ;-)

Mir gefiel das Buch, vor allen Dingen wie Monk von einem Mitarbeiter der Pariser Straßenreinigung dazu gebracht wurde, die Straßen zu reinigen und er sich aber nicht ausgenutzt fühlte, sondern vollkommen glücklich mit dieser Situation war. Vielleicht lese ich noch ein weiteres Buch aus der Serie. Vielleicht [Unser Amazonstore: ] Mr Monk und die Außerirdischen [/Amazonstore Ende]?

Themen: Bücher | Serien

Dienstag, 5. Juni 2012 22:05

Plötzlich Shakespeare - David Safier

Nachdem ich von Mieses Karma eigentlich gar nicht so angetan war, hatte ich mir von David Safier keine weiteren Bücher mehr gekauft, obwohl mir die Plakate mit den orangenen Covern und den lustigen Figuren doch ins Auge gesprungen waren. Aber was soll ich sagen, jemand hat mir das Buch [Unser Amazonstore: ] Plötzlich Shakespeare [/Amazonstore Ende] zum Geburtstag geschenkt. Da musste ich es auch lesen (auch wenn ich noch nicht alle Bücher gelesen habe, die mir jemals zum Geburtstag geschenkt wurden).

Rosa ist unglücklich, weil der Mann, den sie zu lieben glaubt, bald eine andere heiraten wird. Auf ihrem Selbstfindungstrip lässt sie eine Rückführung machen und findet sich plötzlich im Körper von William Shakespeare wieder. In ferner Vergangenheit erlebt sie einige Abenteuer, aber hauptsächlich soll sie eigentlich herausfinden, was die wahre Liebe ist.

Auch wenn David Safier zu Beginn schon schrieb, dass das Buch sicher schlecht recherchiert sei, musste ich doch bei Wikipedia nachlesen, was der Gute Shakespeare so getrieben hat. Offensichtlich war Anne jedoch nicht seine geliebte und leider viel zu früh verstorbene Ehefrau. Das fällt dann wohl unter dichterische Freiheit ;-) Aber den Ort mit dem komischen Namen Stratford-upon-Avon gibt es tatsächlich.

Wie dem auch sei, das Buch ist wirklich total albern und ich lag manchmal auf dem Klappstuhl im Garten und habe laut vor mich hingelacht. Aber wieso um alles in der Welt wollte Rosa nicht ausprobieren, wie es sich anfühlt, als Mann mit einer Frau... naja, ihr wisst schon... Also, wenn ich mal für ein paar Stunden oder Tage im Körper eines Mannes... und dann eine junge Frau auf ihre Defloration besteht... also, ich weiß nicht... ähm... Reden wir über etwas anderes.

Wieder kam es mir gegen Ende des Buches vor, als hätte David Safier die Lust verlassen. Natürlich hat man so seine eigenen Ideen, wie das Buch hätte enden können. Zum Beispiel hätte Rosa, als William in ihrem Körper in der heutigen Zeit steckte, einen Mann kennenlernen können, der das Lächeln von Anne aus Stratford-upon-Avon (ich liebe diesen Ortsnamen) hat und schwupp hat sie die wahre Liebe gefunden. Aber wahrscheinlich war das zu naheliegend und David musste sich einen neuen Schluss ausdenken. Auf jeden Fall ging es dann ziemlich schnell und alles war gut.

Und überhaupt, liebt eure Seelen, also euch selbst und... kann ein Buch nicht einfach nur albern sein? Muss es dann am Schluss doch noch so etwas wie eine Aussage haben? Das hinterlässt irgendwie so einen komischen Nachgeschmack.

Und mittlerweile denke ich nicht mehr, dass David Safier eigentlich eine Frau ist. Ich denke einfach nur, dass er schwul ist. Mal sehen, wer mir das nächste Buch von ihm empfiehlt oder schenkt ;-)

Fazit: Kurzweilig, sehr witzig, schwaches Ende. Also genau wie Mieses Karma. Ob David noch etwas anderes kann?

Thema: Bücher

Samstag, 29. Oktober 2011 20:50

Anleitung zum Unglücklichsein - Paul Watzlawick

Aus aktuellem Anlass habe ich mal versucht, herauszufinden, wieso sich Menschen selbst unglücklich machen. Ich hatte anno dazumal den Tip für das Buch [Unser Amazonstore: ] Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick [/Amazonstore Ende] bekommen, von meinem Englisch-Dozenten in der Berufsabendschule, Ian hieß her. Er hatte damals erzählt, wie ein Typ auf dem Weg zu seinem Nachbarn, bei dem er sich einen Hammer ausleihen wollte, sich selbst in wirre Vermutungen verstrickte, weshalb der Nachbar ihm eventuell den Hammer verweigern könnte, dass er schließlich, als der Nachbar ihm die Tür öffnete, ihn sauer anschrie, dass er seinen Scheiß-Hammer doch behalten kann, Arschloch!

Ja, so eine Passage kam dann auch in diesem Buch vor. Und noch einige andere Fallen, die satirisch als Ratschläge formuliert waren, die einen unglücklich machen. Ich erkannte mich zum Glück in diesem Buch nicht wieder, denn ich glaube, ich bin ein glücklicher Mensch und ich treffe meine Entscheidung meistens auch so, dass sie mich auf einen guten Weg bringen, und was wohl noch viel wichtiger ist, ich bin sehr geradlinig und daher verlässlich. Also, ich kann mich selbst auf mich verlassen.

Die oben zitierte Passage, die mir aus meiner Berufsschulzeit noch in Erinnerung war, blieb jedoch auch der beste Teil dieses dünnen Büchleins für zwischendurch. Ob Menschen, die sich notorisch unglücklich machen, da sie nicht fähig sind, Entscheidungen zu treffen und auf ein Ziel zuzugehen, sondern einen unberechenbaren Zickzackkurs fahren, oder die es nicht schaffen, ein gesundes Maß an Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein aufzubauen, das bezweifel ich jetzt mal. Manchen Menschen ist einfach nicht zu helfen.

Thema: Bücher

Donnerstag, 29. September 2011 20:30

Eine kurze Geschichte des Universums - K. C. Cole

Eigentlich hätte dieses Buch [Unser Amazonstore: ] Eine kurze Geschichte des Nichts [/Amazonstore Ende] heißen müssen. Denn um nichts weiter geht es in diesem Buch. Es wurde mir angepriesen als ein populärwissenschaftliches Buch, das die Stringtheorie verständlich erklären würde.

Tatsächlich war es jedoch so, dass ich ohne das Buch Das elegante Universum - Brian Greene wahrscheinlich noch weniger verstanden hätte. Die Stringtheorie wird auch kurz erwähnt, aber schlauer bin ich dadurch nicht geworden.

Dennoch ist dieses Buch sehr interessant. Es ist halt das alte Problem, wenn die Erwartungshaltung eine andere ist und dann nicht erfüllt wird. Das Buch ist ein Streifzug durch die Geschichte der Null, durch die Mathematik, durch die Entstehung des Universums. Angefüllt von einer Menge Zitate und interessanter Ideen berühmter Physiker, Philosophen und Mathematiker liest es sich recht flockig bis zum Ende.

Ich habe mich während des ganzen Buches gefragt, ob K.C. Cole eine Frau ist. Oder ob ich die Vermutung nur habe, da die Übersetzerin eben weiblich war. Doch jetzt weiß ich, dass K.C. Cole eine Frau ist. Nicht, dass das relevant wäre, aber irgendwie wollte ich eben wissen, was sich hinter der Abkürzung verbirgt.

Themen: Bücher | Astronomie

Montag, 13. Juni 2011 15:30

Zurück aus Afrika - Corinne Hofmann

Nachdem ich "Die weiße Massai" mehr oder weniger verschlungen habe, wollte ich natürlich wissen, wie es Corinne Hofmann nach ihrer Rückkehr in die Schweiz erging. Wer auch neugierig ist, dem sei das Buch [Unser Amazonstore: ] Zurück aus Afrika [/Amazonstore Ende] empfohlen.

Story: Wie immer möchte ich nicht zu viel verraten. Aber Corinne baut sich ein neues Leben in der Schweiz auf. Sie erzählt, wie sie sich durchboxt, wie sie mit ihrer Tochter Napirai als Alleinerziehende zurecht kommt und wie das erste Buch "Die weiße Massai" entstanden ist. Obwohl auch dieses Buch erzählerische Schwächen hat, kann man es kaum weglegen. Durchweg schreibt Corinne Hofmann in der Gegenwartsform, was teilweise befremdlich ist. Aber man hat das Gefühl, diese Frau sitzt einem gegenüber und erzählt.

Am Schluss beschreibt sie noch ihren Trip auf das Dach Afrikas, auf den Kilimandscharo, den ich sehr lesenswert fand. Im Mittelteil gibt es einige Fotos aus dem Privatarchiv sowie von ihrem Verleger, der sich nach der Herausgabe des Buches "Die weiße Massai" nach Kenia aufgemacht hatte, um dort Corinnes Familie zu besuchen.

Fazit: Eigentlich ein Muss für alle, die "Die weiße Massai" gelesen haben. Für alle anderen wohl eher nichts.

Thema: Bücher

Freitag, 18. März 2011 20:35

Perfect Copy - Andreas Eschbach

Das Buch [Unser Amazonstore: ] Perfect Copy von Andreas Eschbach [/Amazonstore Ende] ist für das Alter 12-13 Jahre empfohlen worden. Vielleicht hätte ich beim Kauf auch darauf achten sollen ;-)

Es geht um Wolfgang, der herausfindet, dass er geklont wurde. Aber letztendlich muss sein Schöpfer doch einsehen, dass auch eineiige Zwillinge zwei Individuen sind und man keine Kopie von einem Menschen anfertigen kann.

Fazit: Für erwachsene Leser wohl eher langweilig und durchschaubar, aber für die junge Generation sicherlich ein guter Einstieg in die Bücher- und Gedankenwelt von Andreas Eschbach.

Thema: Bücher

Montag, 28. Februar 2011 21:24

Sezierte Wahrheit: Professor Kockels authentische Fälle - Friedrich Herber

Auf das Buch [Unser Amazonstore: ] Sezierte Wahrheit: Professor Kockels authentische Fälle von Friedrich Herber [/Amazonstore Ende] bin ich eher durch Zufall gestoßen. Es ist jedenfalls nichts für schwache Nerven.

Professor Kockel war wohl einer der führenden Pathologen der ersten zehn Jahrzehnte des vergangenen Jahrtausends. In chronologischer Reihenfolge werden seine spektakulärsten Fälle hintereinander runtergespult, zum Teil mit kurzen Andeutungen, wie heute in ähnlich gelagerten Fällen verfahren wird oder wie die heutige Rechtslage aussieht. Hin und wieder wird das Ganze noch mit alten Fotos garniert.

Teilweise liest es sich so langweilig, wie ein Gerichtsprotokoll. Wären nicht zwischendrin sehr traurige Schicksale beschrieben, die auf fehlende Verhütungsmittel, aus heutiger Sicht merkwürdig anmutenden Moralvorstellungen und natürlich den Greueltaten des ersten Weltkrieges zurückzuführen sind, so hätte ich das Buch wahrscheinlich gar nicht zu Ende gelesen. Es ist eben doch eine Sammlung von Zeitzeugen, die irgendwie doch auch interessant waren. Oder wer duelliert sich heute noch?

Ganz schwer im Magen lag mir die Definition von Engelmacherin, also Frauen, die uneheliche Kinder in Pflege nahmen und dann verhungern ließen. Oder das Schicksal des Mannes, der zu Kriegszeiten erschossen wurde, weil er ein paar Kartoffeln stehlen wollte.

Fazit: Wäre das überaus interessante Material anders aufbereitet worden, hätte ich das Buch wahrscheinlich weiterempfohlen. So denke ich, gibt es sicherlich interessanter geschriebene Werke, die Fotos nicht nur erwähnen, sondern diese dann auch dem neugierigen Leser zeigen!

Thema: Bücher

Montag, 14. Februar 2011 19:27

Mara und der Feuerbringer - Das Todesmal - Tommy Krappweis

Und wieder habe ich mit [Unser Amazonstore: ] Mara und der Feuerbringer - Das Todesmal von Tommy Krappweis [/Amazonstore Ende] eine lustige Reise durch die Mythologie unternommen. Das Buch ist wieder ähnlich aufgebaut, wie der erste Teil. Zunächst wird im realen Leben der Handlungsbogen gespannt, um sich danach in der Mythologie auszutoben. Diesmal wird es auch so richtig gruselig, wie im ersten Teil von Fluch der Karibik.

Und wieder kann man eine Menge lernen, nicht nur über mythologische Gestalten, sondern auch, wie man einen Maulsperrenburger isst, ohne die Hälfte zu verkleckern. Und dann kam wieder so eine Stelle vor, die mich etwas nachdenklich gemacht hat, dabei ist sie so wahr! Nämlich dass wir alle in der Pubertät versuchen, uns von unseren Eltern zu unterscheiden, aber uns letztendlich doch irgendwann eingestehen müssen, dass wir ihnen ähnlich sind und nicht aus unserer Haut können.

Vielen Dank, Tommy, für das große Lesevergnügen! Und ich freue mich auch schon auf den grünen Teil, den ich natürlich auch einmal wieder nach Erfurt schicken werden ;-)

Thema: Bücher [ 1 Mal Senf dazugegeben ]

Samstag, 29. Januar 2011 20:18

Der Nobelpreis - Andreas Eschbach

Nein, ich lese nicht so schnell... Aber ich lese immer mehrere Bücher parallel ;-)

[Unser Amazonstore: ] Der Nobelpreis von Andreas Eschbach [/Amazonstore Ende] ist ein Roman, der eigentlich keine phantastischen oder Science-Fiction-Elemente enthält. Und er ist ein eher untypischer Eschbach, zum einen wegen dem Vorgenannten, zum anderen weil es einen richtig schönen Schluss hat :-)

Das Buch beginnt als Erzählung gewisser Hintergründe von der Nobelpreisverleihung und was so schiefgeht. Wir befinden uns in einem Komplott aus Entführung, Erpressung und Korruption - mitten drin Hans-Olof, Mitglied im Kommitee, dessen Tochter entführt wurde. Plötzlich mitten im Buch wechselt Eschbach zur Ich-Form und wir erleben den Rest der Geschichte aus der Sicht von Gunnar, dem Schwager von Hans-Olof, der aus dem Gefängnis entlassen wird und nun versucht, das Komplott aufzudecken. Ein paar Mal entkommt er knapp seiner erneuten Verhaftung, was bei seinen Bewährungsauflagen nicht gut für ihn gewesen wäre.

Sofia Hernandez Cruz bekommt den Nobelpreis, da ihr Arbeitgeber Rütlipharm ihn sich erkauft hat. Ihre Forschung betraf das Zusammenspiel von Gehirn und Hormonen.

Gegen Ende des Romans wird der Leser direkt angesprochen und gefragt, ob er jetzt sauer wäre und vor Wut gerne das Buch in die Ecke pfeffern würde. An dieser Stelle war ich mir erst nicht sicher, ob Andreas Eschbach zu mir sprach, oder Gunnar, der Industriespion. Doch es war Gunnar und ich musste herzlich lachen. Warum, das kann ich hier nicht verraten ;-)

Aber der Schluss ist wirklich gelungen. Nicht plötzlich und er hinterlässt auch nicht den typischen, schalen Nachgeschmack, wie viele andere seiner Bücher. Es wird komplett alles aufgeklärt und, was ich persönlich besonders genossen habe, es wird wie in manchen Filmen jeder Charakter noch einmal erwähnt und erzählt, was aus ihm denn geworden ist. Ein happy end? In gewisser Weise. Zumindest ein Ende, wie man es sich gewünscht hat, nachdem alles aufgeklärt war.

Geht es in diesem Buch um den Nobelpreis? Hm, in gewisser Weise ja. Aber eigentlich ist es ein Buch über Hirnforschung. Und der Leser, der ist das Versuchskaninchen ;-)

Update 30.01.2011 13:30 Uhr

Außerdem ist dieses Buch ein Lehrstück. Es zeigt uns, welche zerstörerischen Kräfte durch Misstrauen und Lügen entfaltet werden können. Und dass es nicht zu spät ist, die Chemie unseres Gehirns zu durchschauen und uns selbst zu versuchen zu ändern.

Themen: Bücher | Hirnforschung

Samstag, 29. Januar 2011 15:02

Hungry - Crystal Renn

Über das Buch [Unser Amazonstore: ] Hungry - Crystal Renn [/Amazonstore Ende] bin ich eher zufällig beim Herumklicken gestoßen, und da die englische Ausgabe deutlich günstiger war, als die [Unser Amazonstore: ] deutsche Ausgabe [/Amazonstore Ende], habe ich natürlich die gekauft.

Und es nicht bereut... Crystal Renn beschreibt ihre Kindheit, ihre Familie, ihren beruflichen Werdegang in solch einer lebendigen Sprache, dass man das Gefühl hat, sie sitzt einem gegenüber und plappert munter drauf los. Sie benutzt eine wunderschön ausschmückende Sprache, was für einen deutschen Leser wie mich oft nicht ganz leicht ist, da sie viele Vergleiche mit Persönlichkeiten zieht, die in den USA wohl recht bekannt sind. Ich könnte mir vorstellen, dass es in der deutschen Übersetzung deshalb nur so von Fußnoten und Anmerkungen des Übersetzers wimmelt.

Crystal Renn wächst bei ihrer Großmutter auf, die sie aber Mom nennt, da sie zu ihrer leiblichen Mutter nie den richtigen Draht finden konnte. Aber sie musste nichts missen. Eines Tages begegnete sie einem Agenten einer Modelagentur, der ihr aber unmissverständlich klar machte, dass sie extrem abnehmen müsse, um in diesem Beruf erfolgreich sein zu können.

Also begann Crystal Renn zu hungern. Aus einem normalgewichtigen, hübschen Teenager wurde ein Skelett, das an die magersten Zeiten von Audrey Hepburn erinnerte, zumindest mit ihrer überdimensionierten Sonnenbrille. Nur Mädchen bzw. Frauen mit einer extremen Willenskraft, die über die natürlichen Instinkte hinausreicht, sind zu so etwas fähig. Und Crystal Renn bekommt ihren Modelvertrag.

Sie ist aber nicht glücklich und es wird für sie auch zunehmend schwieriger, das extreme Untergewicht zu halten. Und schließlich entschließt sie sich dazu, sich gesund zu ernähren und ihrem Körpergewicht keine Bedeutung mehr beizumessen.

Sie nimmt zu, sie wird glücklich, und sie wird das erfolgreichste Plus-Model Amerikas. Crystal Renn findet ihre große Liebe. Und sie gibt jedem Teenager den Rat, das eigene Selbstwertgefühl nicht durch den BMI zu messen.

In gewisser Weise habe ich einen ähnlichen Werdegang hinter mir wie Crystal Renn. Im Teenageralter wollte ich schlank sein und hing einem extremen Ideal hinterher, dem ich vermutlich niemals hätte gerecht werden können. Ich traktierte meinen armen Körper mit Diäten und nahm jojomäßig immer weiter zu. Bis ich mit 17 Jahren und [zensiert] kg endlich begriff, dass das nichts bringt. Ich habe nie wieder eine Diät gemacht. Und ich habe zwischenzeitlich sogar einmal ca. 20 kg weniger gewogen als jetzt, allerdings auch wieder zugenommen. Aber ich werde trotzdem nie wieder eine Diät machen.

Crystal Renn beschreibt den Glauben vieler Mädchen und Frauen, dass sie nur schlank sein müssen, und dann werden sie endlich glücklich. Dass ihr gesamtes Glück mit dem Körpergewicht zusammenhängt, mehr noch, dass sie - solange sie übergewichtig sind - überhaupt nicht das Recht haben, glücklich zu sein, und durch Selbsthass zerfressen sich in ihren Zimmern und Wohnungen verschanzen. So ging es mir auch einmal. Aber es stimmt nicht. Das Glück liegt nicht in der Figur. Das Glück findet man auf andere Weise.

Am Rande möchte ich noch erwähnen, dass mir Crystal Renn wegen ihrer Liebe zur Astronomie und zu Star Trek, die immer wieder durchschimmern, sehr sympathisch war.

Themen: Bücher | Kampf den Pfunden

Donnerstag, 23. Dezember 2010 19:16

Exponentialdrift - Andreas Eschbach

Und wieder hat mich ein Roman von Andreas Eschbach verschluckt, durchgekaut und nach relativ kurzer Zeit wieder in die Realität ausgespuckt. Diesmal war es [Unser Amazonstore: ] Exponentialdrift [/Amazonstore Ende]. Als ich das Vorwort von FAZ-Redakteur Frank Schirrmacher las, fand ich die Idee, einen Fortsetzungsroman für eine Sonntagszeitung zu schreiben, ... nun ja ... interessant. Aber schon im ersten Kapitel spürte ich, wie Andreas Eschbach mich in den Bann zog und nicht mehr loslies. Nach vier Jahren wacht Bernhard Abel aus einem Koma auf - vor laufenden Kameras...

Es war um mich geschehen. Zwischen den dreiseitigen Kapiteln waren die Hauptschlagzeilen der entsprechenden Woche zu lesen, so dass man ein Gefühl dafür bekam, in Welcher Zeit der Roman handelte. Es war kurz nach 9/11, während der Euroeinführung und der PISA-Studie. Und ich war verdammt froh, dass ich nicht Woche um Woche auf die nächste Ausgabe der Sonntagszeitung warten musste, sondern einfach weiterlesen konnte.

Zwei Handlungsstränge wurden miteinander verwoben. Zum einen die der Außerirdischen, die sich der Körper von Apallikern bemächtigten, um sich unter die Menschen zu mischen, und die vier Verschwörer, die mit einem genialen Coup versuchen, die Menschheit zu retten. Doch dann kam das Ende mit einer interessanten Wendung und einem Paukenschlag, der einen fahlen Geschmack hinterließ. Wie, war das etwa schon alles?

Darüber war ich auch insofern überrascht, da das Buch eigentlich noch viele Seiten hatte. Und auf diesen Seiten befand sich ein unglaublicher Schatz, nämlich das Nachwort von Andreas Eschbach höchstpersönlich im wahrsten Sinne des Wortes, denn auf diesen Seiten gibt er nicht nur tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte eben dieses Romans, sondern man lernt den Menschen Andreas Eschbach ebenfalls etwas kennen.

Viele Gedanken, die mir bereits beim Lesen des Buches kamen, las ich nun hier als die Gedanken von Andreas Eschbach, was mich in hohem Maße erstaunte. Ich kann mir dies nur damit erklären, dass wir wohl soetwas wie Seelenverwandte sein müssen - bis zu einem gewissen Grad, versteht sich, denn wir kennen uns schließlich nicht persönlich.

So erklärte er zum Beispiel, weshalb der Fortsetzungsroman mit Kapitel 42 endete, wie schwierig es war, sich in 3-seitigen Portionen auszudrücken und weshalb der Roman auch zu so einem plötzlichen Ende gekommen war. Er hätte gerne weitergeschrieben, genauso wie ich gerne weitergelesen hätte. Aber andererseits lässt so ein Roman, der wie ein Spotlight hin und wieder ein Licht auf die Protagonisten wirft, sehr viel Platz für Phantasie und eigene Überlegungen zum Handlungsstrang. Ich muss mich einfach daran gewöhnen, dass mir in einem Roman nicht unbedingt jedes Detail vorgekaut wird.

Außerdem lernt man Andreas Eschbach auf diesen köstlichen Seiten als Fußball-Banause kennen. Besonders amüsiert habe ich mich über seine Beschreibung, wie er sich durch das Fernsehprogramm gezappt hat, was mich wieder in meiner Meinung bestärkt hat, auch dann keinen Fernseher mehr anschaffen zu wollen, wenn die haushaltsabhängige Medienabgabe eingeführt worden ist. Er bedankt sich in gewisser Maßen für die "Geschenke des Zufalls", wie er es nennt. Das ist mein Konzept der "Bestellungen beim Universum", nur dass meine Wortwahl etwas esoterisch-durchgeknallt klingt.

Und in einer Sache möchte ich Andreas Eschbach tausendfach unterstreichen und beipflichten. Nämlich dass sein Roman [Unser Amazonstore: ] Eine Billion Dollar [/Amazonstore Ende] "jeden einzelnen Menschen auf diesem Planeten" etwas angeht, insbesondere Banker, Börsenmakler und Aktionäre.

Fazit: Auch wenn der Roman unglaublich plötzlich aufhört und die Handlung durchaus das Potential zu einem 700-Seiter gehabt hätte, ich mich immer noch frage, wieso der Außerirdische im Körper des Menschen es für so überaus wichtig gehalten hatte, "das Gleichgewicht zu halten", ist er mal wieder absolut lesenswert, ganz besonders natürlich auch wegen dem umfassenden und persönlichen Nachwort von Andreas Eschbach.

Thema: Bücher [ 0 Mal Senf noch freizugegeben ]

Donnerstag, 16. Dezember 2010 20:19

Girl in the Cellar - Allan Hall und Michael Leidig

Dieses Buch ist nicht bei Amasonne erhältlich. Man bekommt es vielleicht über britische Händler bei ibäj. Warum? Es wurde in Deutschland und Österreich verboten. Ich hatte es kurz vor dem Verbot bestellt, daher wurde ich noch beliefert. Aber irgendwie lag das Buch dann ungelesen im Schrank - jahrelang.

Natascha Kampusch wollte nicht, dass dieses Buch veröffentlicht wird. Und irgendwie dachte ich mir, sie wird dafür einen guten Grund haben. Daher hatte ich ein schlechtes Gewissen, dass ich dieses Buch überhaupt besaß.

Nachdem ich aber die Geschichte mit Natascha Kampuschs eigenen Worten gelesen hatte, kramte ich dieses Buch doch wieder hervor und las es.

Im Grunde genommen gibt es darin nicht viel Neues zu lesen. Es ist ein Sammelsurium an Erkenntnissen, die bereits in diversen Zeitungen zu lesen gewesen waren. Immer wieder unterbrochen durch Interviews von Leuten, die Natascha Kampusch kannten, ihren Eltern, ihr selbst und Leuten, die behaupteten, sie zu kennen. Und immer wieder wird spekuliert oder der Leser aufgefordert zu spekulieren.

Wenn ich Natascha Kampusch gewesen wäre, hätte ich dieses Machwerk wohl auch verboten. Allerdings hat wohl der berühmte Reiz des Verbotenen dazu geführt, dass es wohl mehr Leute gelesen haben, als es gelesen hätten, wenn es nicht verboten worden wäre. Das nennt man dann wohl den Streisand-Effekt ;-)

Jedenfalls finde ich es unmöglich, dass man der Mutter unterschwellig unterstellt, dass sie etwas mit dem Täter Priklopil zu tun gehabt hätte. Oder dass Natascha Kampusch mit ihm eine Liebesbeziehung gehabt hätte, ihn deshalb nicht verlassen wollte und viele Gelegenheiten zu fliehen ungenutzt verstreichen hat lassen. Über die erwähnten Hasstiraden im Internet bin ich auch nie gestolpert, und wenn, dann hätte ich wohl nur den Kopf geschüttelt über diese Trolle.

Es wurden auch die wildesten Vermutungen angestellt, was für ein Monster Priklopil wohl gewesen war und dass er zu einem Kinderpornoring gehört hätte. Warum sonst sollte Natascha Kampusch sich nicht über ihre sexuelle Beziehung mit ihm äußern wollen? Wenigstens kommt sie in dem Buch diesbezüglich selbst zu Wort und sagt es mit unglaublicher Klarheit und Deutlichkeit:

"Ich frage andere Leute auch nicht, was zwischen ihnen in den letzten acht Jahren passiert ist. Diese Leute können nichts daran ändern und sie können mir auch nicht helfen - also fragen sie nur aus reiner Neugierde."

Das ist es wohl... Die Menschen sind sensationslüstern und indiskret. Sie glauben, alles über Menschen erfahren zu dürfen, die im Rampenlicht stehen, ohne Rücksicht auf ihre Privatsphäre. Natascha Kampusch hat aber ein Recht darauf, dass ihre Privatsphäre geschützt bleibt. Und wir sollten ihr dankbar sein, dass sie uns an so viel ihrer Gefangenschaft teilhaben hat lassen, an ihrer enormen Stärke und Willenskraft.

Fazit: Wer die Geschichte in der Presse verfolgt hat, wird in diesem Buch keine neuen Informationen finden, sondern nur wage Vermutungen. Wer wissen will, was wirklich geschah, sollte das Buch [Unser Amazonstore: ] 3096 Tage von Natascha Kampusch [/Amazonstore Ende] lesen.

Thema: Bücher

Montag, 29. November 2010 19:36

Der Gotteswahn - Richard Dawkins

Über das Buch [Unser Amazonstore: ] Der Gotteswahn von Richard Dawkins [/Amazonstore Ende] (aber auch bei bol.de oder buecher.de, wo wir nix verdienen) bin ich eher zufällig gestolpert. Wahrscheinlich hat es mir Amassonne mit Hilfe seiner Datensammelwut mal als Vorschlag angezeigt, weil ich Bücher wie Das Jesus Video von Andreas Eschbach, Verschlusssache Jesus von Michael Baigent und Richard Leigh oder Gottes geheime Gedanken von V.J. Becker dort bestellt hatte. Die Methode der Werbung scheint also zu funktionieren. Aber ob ich mir Der Atheismus-Wahn: Eine Antwort auf Richard Dawkins und den atheistischen Fundamentalismus von Alister McGrath auch noch kaufen werde, weiß ich nicht so recht. Hm, eher nicht. Das wurde von einem Dekan geschrieben.

Okay, also der Gotteswahn... ist zumindest eine persönliche Abrechnung von Herrn Dawkins mit allen religiösen Vertretern, die ihm wohl bisher in seinem Leben begegnet sind. Hier schreibt er alle Argumente rein, die ihm gegen die Aussagen der Theologen, religiösen Menschen etc. einfallen, und das sind naturgemäßnicht wenige. Schon mal mit Zeugen Jehovas an der Haustür diskutiert? Ich sehe, du verstehst, was ich meine. Das Buch ist auch gut strukturiert und befasst sich in ziemlich wissenschaftlicher Form mit diesem Thema.

Dass es in der Bibel nur so von Übersetzungsfehlern wimmelt, hatte ich schon lange gehört. So beruht der gesamte Mythos, dass Maria als Jungfrau schwanger wurde, einem solchen Fehler, denn es hieß im Original "junge Frau". Lustige Fehler haben sich sogar als Redensarten in unseren alltäglichen Sprachgebrauch eingebürgert, z.B. "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass...", denn hier wurde das Wort Tau mit Kamel übersetzt. Diese beiden Wörter sind im Original sehr ähnlich, aber der Satz ergibt so übersetzt eigentlich gar keinen Sinn.

Allerdings sitzen nicht nur Christen solchen irrsinnigen Übersetzungsfehlern auf, sondern auch Moslems, denn die 72 Jungfrauen, die die Märtyrer im Jenseits erwarten, sind eigentlich nur "27 weiße Tauben von kristallener Schönheit". Dawkins fragt zu Recht, ob durch eine korrekte Übersetzung nicht der eine oder andere Terroranschlag hätte verhindert werden können.

Auch sonst ist die Bibel nicht unbedingt ein Quell von erfreulichen Lebensweisheiten und tugendhaften Empfehlungen für das menschliche Miteinander. Eher kann man behaupten, dass Shakespears Dramen Kindergutenachtgeschichten sind im Vergleich zu dem, was so in der Bibel steht. Oder wo glaubt ihr, kommt das Wort Sodomie her? Richtig, von Sodom und Gomorrha. Vielleicht sollte ich die Bibel doch einmal lesen.

Manche Dinge sind auch wirklich irrwitzig. Zum Beispiel die These, dass - wäre Jesus vor 20 Jahren getötet worden - die katholischen Schulkinder heute einen elektrischen Stuhl um den Hals tragen würden. Nur mal so am Rande. Oder wusstet ihr, dass Luther ein Antisemit war?

In einem Kapitel befasst er sich damit, warum es mit ziemlicher Sicherheit keinen Gott gibt. Das lassen wir mal so dahingestellt. Nicht alles, was wissenschaftlich klingt, muss am Ende auch von mir geschluckt werden. So finde ich seine Ausführungen über Meme etwas seltsam und las auch kurz darauf darüber etwas in Telepolis: Religion ist doch kein Virus.

Das Kapitel über die Moral fand ich widerum sehr gut, denn ich finde es nicht Richtig, wenn man Atheisten vorwirft, sie hätten keine Moral. Eigentlich finde ich, dass die atheistische Nichteinmischung in private Angelegenheiten viel moralischer ist, als das, was religiöse Gemeinschaften anstellen, wenn sie sich schwulenfeindlich oder gegen Abtreibung äußern. Und genau deshalb entlarft das Buch hier Religionen als ein Übel unserer Welt, das viel mehr Leid bringt, als wenn wir alle Atheisten wären und unser Handeln einzig unserem gesunden Menschenverstand unterstellen würden. Leider ist genau dieses Kapitel etwas kurz geraten.

Aber gut, auch die Kirchen unterliegen einem gewissen Zwang, das Angebot nach der Nachfrage zu richten, aus reinem Selbsterhaltungstrieb versteht sich. So wurden die christlichen Feste den heidnischen angepasst, um eine höhere Akzeptanz zu finden, so fällt Weihnachten in etwa mit dem Julfest, der Wintersonnenwende zusammen, sowie Ostern mit Ostara, dem Fest der Fruchtbarkeit. Wie praktisch... Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis Halloween auch noch christlich wird, denn das Fest ist einfach spaßig.

Ganz richtig finde ich Dawkins Aufruf, doch bitte seine Kinder nicht zu indoktrinieren, sondern ihnen die Freiheit zu lassen, selbst zu entscheiden, ob und wenn ja, was sie glauben möchten. Und was teilweise Kindern im Namen der Religion angetan wird, fand ich erschreckend zu lesen. Es muss ja nicht gleich das geopferte Inka-Mädchen sein.

Im letzten Kapitel befasst sich Dawkins mit Religion und Naturwissenschaft. Er nennt es nicht so, vielleicht um potentielle Leser nicht abzuschrecken, doch es ist tatsächlich eine Liebeserklärung an die Naturwissenschaften, die den Geist weitaus mehr bereichern und erfrischen können, als dies irgendeine Religion vermag. Das setzt jedoch ein gewisses naturwissenschaftliches Verständnis voraus, und damit Intelligenz und Bildung, beides Dinge, die nicht jedem gegeben sind. Womit wir eigentlich beim Kernpunkt seiner Aussage im Buch angelangt sind, nämlich dass Religion uns lehrt, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen.

Ganz persönlich hat es mich gefreut, dass er Schrödingers Gedankenexperiment mit seiner berühmten Katze, die angeblich gleichzeitig tot und lebendig ist, bis jemand in die Kiste schaut, genauso versteht wie ich: Nämlich dass Schrödinger dies als Satire gedachte hatte, um die Kopenhagener Deutung der Quantenphysik ad absurdum zu führen. Die Viele-Welten-Interpretation ist doch viel interessanter ;-)

Fazit: Durchaus lesenswert. Aber dennoch glaube ich nicht, dass man mit logischen Argumenten den Leuten religiösen Irrglauben ausreden kann. Ich denke, dass dies nur durch weltweiten Zugang zu Bildung für alle Menschen, auch und vor allem für Mädchen und Frauen, und die durch ein höheres Bildungsniveau verursachte höhere Lebensqualität für alle Menschen erreicht werden kann. Doch so lange Religion dem Machterhalt einiger weniger dient, wird sie auch genährt und in bestimmten Bevölkerungsschichten auf fruchtbaren Boden stoßen. Vielleicht erleben wir irgendwann eine Revolution, in der sich der Mensch auch von dieser Geißel befreit.

Themen: Bücher | Quantentheorie

Donnerstag, 21. Oktober 2010 19:28

3096 Tage - Natascha Kampusch

Der Fall Natascha Kampusch hat mich von Anfang an fasziniert. Damals hatte ich auch das erste Interview irgendwo im Internet gesehen. Ich bewunderte die Stärke dieser jungen Frau, die diese vielen Jahre in Gefangenschaft überlebt hat. Also war es klar, dass ich ihr Buch [Unser Amazonstore: ] 3096 Tage [/Amazonstore Ende] sofort kaufen und lesen würde.

Es gibt schon gewisse Ähnlichkeiten zwischen uns. Wir sind beide Wassermann und mögen Science Fiction, vor allem Star Trek und Stargate. Wir mögen Beatles und ABBA. Nur habe ich das Glück, dass ich lediglich im Alltagstrott gefangen bin. Selbst mit dem Täter habe ich etwas gemeinsam, nämlich den (in seinem Fall ehemaligen) Arbeitgeber.

Beim Lesen des Buches, das strikt chronologisch die ganze Geschichte von Natascha Kampusch erzählt, ist mir aufgefallen, dass sie in ihrer Gefangenschaft Lösungsstrategien anwendet, die ich ebenso anwende. Ich analysiere die Situation, überlege mir eine Lösungsmöglichkeit, verpasse eventuell eine gute Gelegenheit, bereite mich mental auf die nächste Gelegenheit vor und, wenn diese eintritt, ergreife ich sie. Nur mit dem Unterschied, dass ich in den normalen Grenzen des Alltags gefangen bin, denn auch wir "Freien" sind nie wirklich frei in all unseren Entscheidungen. Es gibt immer Parameter zu berücksichtigen, die unsere Entscheidung beeinflussen. Und es gibt immer Dinge, die wir glauben tun zu müssen, und die uns daran hindern, nur Dinge zu tun, die wir auch wirklich tun wollen.

Natascha Kampusch war schon als kleines Mädchen ihren Altersgenossen voraus, da sie viel Kontakt zu Erwachsenen hatte. Ihre Mutter war eine starke, berufstätige Frau, die schon früh von ihr eine gewisse Selbständigkeit verlangen musste. Insofern hatte sich der Täter wohl das falsche Opfer ausgesucht, denn er konnte Natascha Kampusch niemals ganz brechen. Sie blieb stets sie selbst.

Allerdings darf man die Gefangenschaft nicht verharmlosen. Der Täter war brutal. Es ist wirklich ein Wunder, dass Natascha Kampusch die Gewalt und den Nahrungsentzug über so viele Jahre hinweg überlebt hat. Wahrscheinlich hatte sie auch unglaubliches Glück.

In ihrem Buch geht Natascha Kampusch auch gnadenlos mit unserer Gesellschaft ins Gericht, die wollte, dass sie nach ihrer Flucht ein Opfer bleibt. Auch wehrt sie sich dagegen, dass man bei ihr das Stockholm-Syndrom diagnostizierte, denn eigentlich ist der Aufbau einer persönlichen Beziehung mit dem Entführer eine Schutzreaktion und eine natürliche Reaktion darauf, dass er die einzige Bezugsperson im Leben des Entführungsopfers ist. Insofern ist dies eine absolut gesunde Reaktion und keine Geisteskrankheit, wie sie gerne von den verständnislosen Mitmenschen dargestellt wird.

Während ich das Buch gelesen habe, hörte ich quasi die Stimme von Natascha Kampusch in meinem inneren Ohr - den österreichischen Dialekt, die gewählte Ausdrucksweise. Hin und wieder hat die Redaktion österreichische Begriffe übersetzt. Es ist unglaublich authentisch und Natascha Kampusch streift ein Thema, auf das wohl alle neugierig sind, nur am Rande mit der Begründung, dass sie sich ein wenig Privatsphäre beibehalten möchte. Das ist schließlich ihr gutes Recht.

Obwohl ich die meisten Dinge, die in diesem Buch beschrieben werden, bereits aus der Presse kannte, verschlang ich es innerhalb weniger Tage. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Für mich ist Natascha Kampusch eine Heldin. Sie hat immer versucht, den Dingen auch ihre positiven Seiten anzusehen, und hat es so geschafft, dieses Martyrium zu überleben. Sie ist immer sie selbst geblieben. In diesem Punkt können wir sie alle als Vorbild nehmen.

Thema: Bücher

Donnerstag, 7. Oktober 2010 20:26

A Girls Guide to Dating a Geek - Omi M. Inouye

Florian hat mir zum Geburtstag 2009 (!) das Buch [Unser Amazonstore: ] A Girls Guide to Dating a Geek - Omi M. Inouye [/Amazonstore Ende] geschenkt. Endlich habe ich es gelesen. Aber ich glaube, wenn er über den Inhalt Bescheid gewusst hätte, dann hätte er mir dieses Buch nicht geschenkt.

Geeks dieser Welt, schenkt euren Freundinnen/Frauen/Weibchen auf keinen Fall dieses Buch!!! In Kapitel "Upgrading" gibt Omi M. Inouye nämlich Tips, wie frau einen neuen Geek finden kann, wenn sie mit ihrem alten nicht mehr zufrieden ist. Sie erklärt, dass es für frau als weibliches Wesen eine sehr hohe Erfolgsrate gibt, wenn sie einen Geek anspricht. Leichtes Spiel also. Aber sie warnt auch davor, dass frau besser aufpasst, auch wirklich an einen Geek zu geraten und nicht etwa an einen Nerd. Denn Nerds are not okay to date!

Aber es kommt noch schlimmer: Im Kapitel Revenge beschreibt sie sehr genau, wie man an seinem Geek Rache nehmen kann. Es ist sehr genau beschrieben, wie frau das LAN-Kabel manipulieren kann, so dass ihr Geek OFFLINE ist!!! Wenn man den letzten Rachetip befolgt, indem man seinen Geek dazu bringt, seinen eigenen Rechner mit einer elektrischen Ladung zu grillen, besteht auch die Gefahr, dass er zum Mörder wird. Omi weist auch ausdrücklich darauf hin, dass diese Art der Rache nur durchgeführt werden sollte, wenn der Geek sich eines wirklich schweren Vergehens in der Beziehung schuldig gemacht hat, z.B. die Katze überfahren oder Nacktfotos seines Weibchens in einem Forum posten. "Betrügen" zählt zwar auch zu diesen schweren Vergehen, dass dies passiert, ist aber in einer Beziehung zu einem Geek statistisch gesehen eher unwahrscheinlich.

Konsequenter Weise müsste jetzt noch jemand das Buch "A Geeks Guide to Dating a Girl" schreiben, denn ich glaube, dass es da noch viel mehr Abnehmer geben würde ;-)

Letztendlich ist es aber trotzdem nicht schlimm, dass Florian mir dieses Buch geschenkt hat. Erstens kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, einen besseren Geek als Florian zu finden. Und zweitens bin ich selbst zu sehr Geek, als dass ich es über's Herz bringen würde, seinem LAN-Kabel oder Rechner irgendetwas anzutun. Die gehören schließlich zur Familie ;-)

I love my Geek

Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | Bücher

Montag, 27. September 2010 20:13

Das elegante Universum - Brian Greene

Damals in der Bild der Wissenschaft empfohlen, stand das Buch [Unser Amazonstore: ] Das elegante Universum - Brian Greene [/Amazonstore Ende] auf meiner Wunschliste bzw. ungelesen im Regal. Jetzt habe ich das Buch endlich durchgelesen.

Ich hätte es schon cool gefunden, wenn ich hätte abwinken können: Was, Quantenphysik? Ich bin schon bei der Stringtheorie... Doch so einfach ist es nicht. Ich denke, dass ich mit meinen Physikabiturwissen nun an meine Grenzen stoße.

Brian Greene versucht, die Stringtheorie ohne mathematische Formeln zu beschreiben. Ich denke, das ist schon fast ein Ding der Unmöglichkeit. Im Anhang finden dann mathematisch gebildete Leser (zu denen ich definitiv nicht gehöre) auch noch Erläuterungen. Trotzdem benutzt Brian Greene immer wieder mathematische Fachausdrücke, mit denen ich nichts anfangen konnte. Daher blieb mir die Stringtheorie zum großen Teil noch immer verschlossen.

Einige Dinge konnte ich dennoch aus dem Buch mitnehmen, die mich faszinierten. Zum Beispiel, dass Einstein postulierte, dass sich alle Objekte in Lichtgeschwindigkeit durch die Raumzeit bewegen. Damit meinte er die Geschwindigkeit in allen vier Dimensionen (drei des Raumes und eine der Zeit). Wenn sich ein Objekt also durch den Raum bewegt, muss ein Teil seiner Geschwindigkeit durch die Zeit abgezweigt werden. Das ist auch der Grund, weshalb sich kein Objekt schneller als das Licht durch den Raum bewegen kann. Denn wenn es in den drei Raumdimensionen Lichtgeschwindigkeit erreicht hat, bleibt keine Geschwindigkeit mehr für die vierte Dimension, die Zeit übrig. Das deckt sich auch mit der Aussage, dass für Objekte, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, die Zeit stehenbleibt. Ein interessanter Gedanke.

Auch fand ich die Aussage interessant, dass nicht nur die Gravitation, sondern auch der Elektromagnetismus mit Krümmungen der Raumstruktur verknüpft ist.

In der Stringtheorie gibt es neben den bekannten drei Raum- und einer Zeitdimension noch sechs weitere Dimensionen, die zum sogenannten Calabi-Yau-Raum aufgewickelt sind. Dieser hat wie ein Donut Löcher, und zwar drei Stück, weshalb den Schwingungsmustern der Strings auch gewisse Grenzen gesetzt sind, was widerum dazu führt, dass es genau drei Familien von Elementarteilchen gibt. In einem Universum mit vier Löchern in den aufgewickelten Dimensionen, würden völlig andere Elementarteilchen zu finden sein.

Außerdem beschreibt Greene schwarze Löcher als eine Art Riesenelementarteilchen, die mit den gleichen Eigenschaften wie Masse, Kraftladung und Spin beschrieben werden können wie Elementarteilchen. Das ist schon ein faszinierender Gedanke und lies mich kurz an das Ende von Man in Black denken, als unser Universum in einer Billardkugel erschien, mit der unglaublich große Wesen spielten. Mit anderen Worten, schwarze Löcher und Elementarteilchen könnten zwei Erscheingungsformen ein- und derselben Sache sein wie Eis und Wasser zwei Aggregatzustände von H2O sind.

Dass wir den Urknall sehen könnten, wenn unsere Augen Lichtwellen im Mikrowellenbereich wahrnehmen könnten, wusste ich schon länger. Dann wäre der nächtliche Himmel nicht schwarz, sondern von einem diffusen Glimmen erfüllt.

Der Untertitel dieses Buches lautet auch "die Suche nach der Weltformel". Im Anhang wird auch beschrieben, wie eine solche Weltformel aussehen müsste. Sie dürfte niemals zu einem unendlichen Ergebnis kommen, denn sollte dies der Fall sein, dann weiß man, dass die Formel nicht allgemeingültig ist. Diese Weltformel ist aber noch nicht gefunden.

Ein interessantes Buch, das mich an meine ganz persönliche Grenze des Verständnisses für das Universum geführt hat. Hier ist vermutlich Schluss mit meinem Erkenntnisweg. Aber wer weiß, vielleicht kann mir Stephen Hawking die Sache mit der Weltformel in seinem neuen Buch "Der große Wurf" doch noch erklären ;-)

Themen: Bücher | Astronomie | Quantentheorie

Montag, 17. Mai 2010 20:32

Lexikon des Jenseits - Arne Hoffmann

Ich weiß gar nicht mehr, wie das Buch [Unser Amazonstore: ] Lexikon des Jenseits von Arne Hoffmann [/Amazonstore Ende] auf meine Bestellliste gekommen ist. Aber jetzt habe ich es tatsächlich durchgelesen.

Das Buch fühlt sich so an, als hätte der arme Arne den Auftrag von seinem Verlag bekommen, dieses Lexikon zu schreiben. So musste er sich durch Tonnen an Literatur - wie die Quellenangaben verraten - kämpfen, um dieses Lexikon zu erstellen. Es ist auch sehr interessant geworden und man merkt Arne durchaus an, dass er die Sache möglichst wertfrei zu Papier bringen wollte.

In manchen Erklärungen hat man jedoch den Eindruck, dass er wie ein Schüler eine Themaverfehlung vermeiden wollte, wenn er darüber schrieb, dass es auch mit parapsychologischen Vorkommnissen erklärbar wäre. Weil Parapsychologie und das Leben nach dem Tod so zwei völlig verschiedene Gebiete sind? Nun, für mich nicht, sie gehören beide zur Quantenphysik ;-)

Aber Spaß beiseite. Was mich wirklich geärgert hatte, war die Tatsache, dass oft davon die Rede war, dass es hierzu oder dazu Bilder gäbe. Aber diese sucht man in diesem Buch vergeblich. Und als ich dann einen Artikel fand, in dem das berühmte Medium Mirabelli von der BBC als Betrüger entlarft wurde oder ich das Beweisvideo des Rosenheimspuks nicht wirklich spektakulär finden konnte (ca. bei 2:00 min), in diesem Buch jedoch nichts davon erwähnt wurde, begann ich auch an der Subjektivität des Autors zu zweifeln. Auch andere "spektakuläre Fotos" wirkten auf mich auf den ersten Blick wie Doppelbelichtungen, auch wenn ich hier kein Experte bin.

Fazit: Da lese ich doch lieber wieder Bücher über die Quantenphysik und begnüge mich mit der Vorstellung, dass es schon faszinierend genug ist, dass das Bewusstsein Realität "schaffen" kann und dass das Gehirn vielleicht nur so eine Art Resonanzkörper ist, das eine Verbindung zwischen der Quantenwelt mit der uns vertrauten Realität schafft. Denn das reicht schon, um paranormale Phänomene nicht in die Schublade "Blödsinn" zu stecken oder daran zu glauben, dass unser Bewusstsein vielleicht sogar unseren körperlichen Tod überdauern kann.

Thema: Bücher

Samstag, 13. März 2010 15:34

Bestellungen beim Universum - Bärbel Mohr

Eigentlich könnte man dieses Buch als esoterischen Quatsch abtun. Wahrscheinlich tun das auch die meisten rational denkenden Menschen. Aber dennoch war ich neugierig, was diese Frau denn so schreibt.

Wenn sie über "Atomphysik und so" schreibt, dann denke ich, dass sie sich wahrscheinlich noch nie mit der Quanten- oder Stringtheorie auseinandergesetzt hat. Dennoch sehe ich Parallelen, wenn beim esoterischen Quatsch von Schwingungen (Strings!) und von einer Verbundenheit mit dem gesamten Universum (Quanten!) die Rede ist. Vielleicht ist der Unterschied zwischen Esoterik und Physik gar nicht so groß. Nein, bitte nicht hauen!

Letztendlich muss ich jedoch berichten, dass ich auch glaube, dass diese Bestellungen beim Universum funktionieren. Ich hatte durchaus schon Wünsche, die mir dann durch "Zufälle" erfüllt wurden, doch eigentlich [Unser Amazonstore: ] gibt es keine Zufälle [/Amazonstore Ende] ;-)

Das für mich beeindruckendste Beispiel ist meine Sonderanfertigung Florian. Eine Bekannte erzählte mir, dass sie sich einfach bewusst gemacht hatte, wie der richtige Mann für sie sein müsste. Und dann trat genau dieser Mann in ihr Leben. Ich dachte mir, dass das zwar Quatsch ist, aber schaden würde es auch nicht. Also schrieb ich auf ein Blatt, wie ich mir meinen Traummann vorstellen würde. Kurz zusammengefasst sollte er vom Aussehen zu mir passen (also kein Schönling, aber auch nicht häßlich), einen ruhigen, freundlichen Charakter haben und gemeinsame Hobbys wären auch nicht schlecht. Die Liste war natürlich noch viel länger und detaillierter.

Als ich dann Florian näher kennenlernte, musste ich zu meiner eigenen Überraschung (es war nur zwei-drei Monate nachdem ich diese Liste erstellt hatte) feststellen, dass er genau dieser Mann war. Es gab sogar noch zwei Zugaben, die gar nicht auf dieser Liste standen, mir aber durchaus gefielen, nämlich dass er das R rollt und Grübchen hat.

Mit anderen Worten, ich hatte mir meinen Traummann beim Universum bestellt und er wurde prompt geliefert ;-)

Es hat auch schon bei anderen Dingen funktioniert, darauf möchte ich hier aber nicht im Einzelnen eingehen. Was aber dieses Buch auch den größten Skeptikern mitgeben könnte, wäre die Idee, dass man durch positives Denken, eine positive Ausstrahlung und weniger Verkrampfung viel glücklicher sein kann. Und dass in dem uralten Spruch "Wie man in den Wald hineinruft, schallt es heraus" doch ein Quäntchen Wahrheit liegt. Und dass es durchaus Sinn macht, auf sein Bauchgefühl zu hören. Hätte ich das getan, als ein Impuls mir sagte, das Auto lieber woanders zu parken, wäre unser Seitenspiegel damals nicht kaputt gegangen.

Fazit: Auch wenn man an das ganze esoterische Zeugs nicht glaubt, schadet es zumindest nicht, es einmal zu versuchen.

[Unser Amazonstore: ] Bestellungen beim Universum - Bärbel Mohr [/Amazonstore Ende]

Themen: Bücher | Quantentheorie

Dienstag, 9. März 2010 20:44

Mara und der Feuerbringer - Tommy Krappweis

Eigentlich gehöre ich nicht zur Zielgruppe. Schneiderbücher sind etwas für Kinder und Jugendliche. Und ein großer Mythologie- oder Fantasy-Fan bin ich nun auch nicht. Aber als ich erfahren habe, dass Tommy Krappweis ein Buch geschrieben hat, musste ich mir das natürlich holen.

Wenn man so von Maras Kinderzimmer liest, in dem lauter Beatles-Poster hängen, könnte man fast meinen, Tommy spricht von seinem eigenen Kinderzimmer. Nicht, dass ich es je gesehen hätte. Aber ich weiß, was für ein Wahnsinnsmusiker er ist und dass er Joe Cocker und Elvis Presley imitieren kann, das ist der Hammer!

Und Bücher schreiben kann er auch :-) Ich hätte ihm gar nicht zugetraut, dass er mehrere Regale voll Mythologie-Literatur besitzt. Sein Buchdebüt ist jedenfalls sehr witzig geschrieben und hat mir vom leisen Schmunzeln bis zum lauten Auflachen jede Form von Heiterkeitsausbrüchen entlockt.

Er schickt seine Hauptdarstellerin Mara durch alle möglichen germanischen Mythologien. Dabei trifft die moderne Welt mit Handy, Notebook und Bernd das Brot (Seite 98) auf die Sagen um Loki, Loge, die Midgardschlange, Siegfried und Fafnir, was zum Teil sehr komisch wirkte.

Überraschend war auch das Gespräch zwischen Mara und Loki in der Höhle, in der der Halbgott damit konfrontiert wird, dass Männer wohl nicht mehr das "starke Geschlecht" sind. Fast hatte ich den Eindruck, Tommy erzählt hier eine kleine Werdegeschichte über sich selbst.

Der schönste Satz stand allerdings am Anfang des Buches "Für meine Frau Katrin und meine Tochter Finja Maria". Kinder sind das Größte! Und ich gratuliere Tommy ganz herzlich zum Nachwuchs :-)

[Unser Amazonstore: ] Mara und der Feuerbringer - Tommy Krappweis [/Amazonstore Ende]

Und wie bekomme ich jetzt ein Autogramm ins Buch?

Thema: Bücher [ 4 Mal Senf dazugegeben ]

Sonntag, 27. Dezember 2009 13:15

Unberührt - Arne Hoffmann

Die Website ohne-erfahrung.de wurde wegen zu großem Erfolg geschlossen und anscheinend hat sich noch kein neuer Forenbetreiber gefunden. Die Zahlen schwanken zwischen 3-10% der erwachsenen Bevölkerung, die noch keinerlei Beziehungserfahrung haben, zum Teil sogar noch nicht einmal einen Kuss oder eine Umarmung erlebt haben.

Das ist wohl noch ein größeres Tabuthema, als wenn Leute SM-Spiele lieben oder Schuhfetischisten sind. Jedenfalls wird es kaum in den Medien thematisiert und anscheinend sind auch die meisten Therapeuten damit überfordert, da es hierfür keine wissenschaftlichen Untersuchungen gibt.

In diesem Buch [Unser Amazonstore: ] "Unberührt" trägt Arne Hoffmann [/Amazonstore Ende] einige Interviews von Menschen ohne Beziehungserfahrung zusammen, lässt Fachleute zu diesem Thema zu Wort kommen und gibt am Schluss einige Denkanstöße, die eventuell Lösungsmöglichkeiten anbieten könnten.

Ich sehe das so, dass es eben Menschen gibt, die schüchtern sind. Vielleicht sind sie auch körperfeindlich erzogen worden, weil ihre Eltern sich nie vor den Augen der Kinder berührt oder geküsst haben, vielleicht weil sie streng katholisch sind. Vielleicht spielt auch eine Rolle, dass sie nicht aussehen wie die Models und Schauspieler, die uns von Plakaten und Zeitschriften ständig anlächeln mit ihren perfekt weißen Zähnen und der makellosen Haut (Fotoshop sei dank). Vielleicht sind sie einfach introvertiert und zu selbstreflektiert. Solche Menschen haben es eben nunmal etwas schwerer, einen Partner zu finden.

Manchen gelingt es dennoch. Manche fallen durch das Raster und bleiben allein. Jahrzehntelang. Den Teufelskreis kann man wohl nur durchbrechen, indem man an sich arbeitet. Vielleicht sein Äußeres versucht zu verbessern durch gepflegtere Kleidung, vielleicht Sport, vielleicht Zahnpasta extraweiß, vielleicht Selbstbräuner, vielleicht einem Gang zum Friseur. Aber auch die Schüchternheit kann man überspielen, indem man bewusst versucht, auf andere Menschen zuzugehen. Und glaubt mir, ich weiß, dass das verdammt schwer sein kann.

Einen absoluten, ultimativen Tip für alle kann Arne Hoffmann auch nicht geben. Dazu sind wohl die individuellen Probleme zu unterschiedlich, die zu der langanhaltenden Beziehungslosigkeit geführt haben. Aber ich denke, dass dieses Buch vielleicht dazu beitragen könnte, dass ABs und ABinen die Dinge an sich selbst entdecken, die ihnen im Weg stehen, und damit anfangen könnten, diese aus dem Weg zu räumen, damit sie doch noch den Deckel finden, der auf ihren Topf passt. Und glaubt mir, es sind nicht alle Woks ;-)

Zwei Dinge fand ich besonders interessant:

  1. Die äußere Attraktivität von möglichen, zukünftigen Partnern wird als viel zu hoch bewertet. D.h. dass ABs sich nur verlieben, wenn der Gegenpart äußerst attraktiv ist. Dies spiegelt sich auch in der verbitterten Erkenntnis wieder, dass der politisch korrekte aber völlig blödsinnige Satz "es kommt auf den Charakter und nicht auf das Aussehen an" sich immer wieder eben NICHT bewahrheitet und die guten Charaktere auf der Kumpelschiene und nicht im Bett landen.

    Dieses Überschätzen der äußeren Attraktivität jedoch ist ein Überbleibsel aus der Pubertät, denn eigentlich sollte nur in dieser Phase des Austestens und Ausprobierens die körperliche Attraktivität im Vordergrund stehen. Im fortgeschrittenen Alter und mit größerer Lebenserfahrung spielt das eine untergeordnetere Rolle. Natürlich ist auch später das äußere Erscheinungsbild nicht vollkommen unwichtig, aber es ist eben das Gesamtbild, das sich aus Äußerlichkeiten und Charakter und anderen Merkmalen zusammensetzt, entscheidend, ob man einen Menschen anziehend findet oder nicht.

    ABs jedoch bleiben in dem Stadium der Pubertät stecken und legen viel zu viel Wert auf Äußerlichkeiten. Wenn dann gleichzeitig noch hinzukommt, dass man sich selbst in puncto körperlicher Attraktivität eher als Omega einstuft, dann ist ein Scheitern von Annäherungsversuchen von vornherein absehbar.

  2. Die zweite Erkenntnis betraf die Homosexualität. Die Betroffene erzählte, dass hier vor den ersten Annäherungsversuchen erst einmal eine Phase kommt, in der sich die Betroffenen selbst eingestehen müssen, dass sie anders ticken. Und wenn dann noch Schüchternheit und eine Abneigung zu Discos hinzukommt, ist es um so schwerer, einen Partner zu finden, da die Auswahl an potentiellen Partnern in der Gesamtbevölkerung nur etwa 5% ausmacht. Daran hatte ich vorher noch nie gedacht.

Ich selbst sehe mich zumindest als einen Menschen, der nicht leicht eine Partnerschaft eingeht. Viele Aspekte, die auf viele ABs zutrifft, treffen auch auf mich zu. So bin ich doch recht introvertiert, schüchtern, finde mich selbst oft unattraktiv, vor allen Dingen zu dick, habe hohe Ansprüche an potentielle Partner (gehabt, bevor ich Florian kennengelernt habe, der meinen Ansprüchen wundersamer Weise vollkommen entsprach), war zwischen den Partnerschaften immer sehr lange allein und konnte auch dann lange Zeit verliebt bleiben, wenn eigentlich nicht die geringste Chance auf eine gemeinsame Zukunft bestand. Trotzdem habe ich an manchen Dingen an mir selbst arbeiten können, mich nicht mit weniger zufrieden gegeben, als ich haben wollte, nur um nicht mehr allein zu sein, und im entscheidenden Moment habe ich all meinen Mut zusammen gekratzt und bin ins kalte Wasser gesprungen, um meinem Glück gemeinsam mit Florian nicht im Wege zu stehen. Und es hat sich gelohnt :-)

Leider sind die Internet-Foren, die am Ende des Buches für Betroffene als erste Anlaufstelle aufgelistet sind, alle nicht mehr da. Aber ich habe zwei gefunden, die ich hier nun verlinken möchte:

Vielleicht können Menschen ohne Beziehungserfahrung mit Hilfe dieses Buches und dieser Foren zum ersten Schritt in ein neues Leben finden, indem sie erkennen, was sie selbst daran hindert, Beziehungen einzugehen, und diese Steine nach und nach aus dem Weg zu räumen. Ich wünsche es allen.

Thema: Bücher

Mittwoch, 23. Dezember 2009 20:52

Der letzte seiner Art - Andreas Eschbach

Ein völlig ungewohntes Lesegefühl bot [Unser Amazonstore: ] Der letzte seiner Art von Andreas Eschbach [/Amazonstore Ende]. Normalerweise scheucht er seine Protagonisten einmal um den Globus und erklärt Zusammenhänge von globalem Ausmaß, die man dann auch in den Nachrichten nicht ohne beängstigendem Aha-Effekt nachlesen kann.

Doch in diesem Roman lässt es Eschbach etwas ruhiger angehen. Er handelt vollständig in einer irischen Kleinstadt namens Dingle, in dem sich die ganze Geschichte - mit Ausnahme einiger Flashbacks - abspielt.

Duane Fitzgerald ist ein Cyborg, eine Killermaschine hergestellt vom amerikanischen Militär, aber nie in den Kampfeinsatz geschickt. Da das Experiment sich letztendlich als Fehlschlag erwiesen hatte, wurden die Viele-Milliarden-Dollar-Männer in den Ruhestand versetzt. Doch das friedliche Leben in dem beschaulichen Fischerort nimmt ein jähes Ende, als innerhalb weniger Tage drei Morde geschehen und Duane feststellen muss, dass er ein Gejagter ist.

Der römische Philosoph Seneca leuchtet ihm auf seiner letzten Reise den Weg, doch erleuchtet wird er von der unerfüllten Liebe zu Bridget Keane, der Rezeptionistin des Hotel, in dem der erste Mord geschieht. Auch hier endet die Geschichte ohne Happy End. Allmählich finde ich das ein wenig unbefriedigend, wenngleich es in Büchern wie "Ausgebrannt" absolut passend erscheint.

Fazit: Sicherlich nicht der spannendste Eschbach.

Thema: Bücher

Montag, 30. November 2009 20:13

... doch helfen muste ich mir selbst - Silvia K.

Also, wenn man dem Buch [Unser Amazonstore: ] ... doch helfen muste ich mir selbst - Silvia K. [/Amazonstore Ende] glauben darf, dann steht K. für Korf. Okay, die Geschichte ist wirklich schrecklich. Wie sie im Keller eingesperrt wird und von einem sadistischen Ehepaar gequält. Die Krefelder Natascha Kampusch sozusagen. Was diese Frau durchgemacht hat, wünscht man seinem ärgsten Feind nicht.

Aber sie betont immer wieder, dass sie ein Mensch mit schwachem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein ist. Wahrscheinlich ist das auch der Schlüssel: Am besten, man versucht seinen Kindern ein starkes Selbstbewusstsein mitzugeben und sie schon möglichst früh vor gewissen Leuten fernzuhalten oder auf gewisse Gefahren hinzuweisen.

Ich wünsche ihr auf jeden Fall, dass sie mittlerweile ihr Leben in den Griff bekommen hat.

Thema: Bücher

Mittwoch, 25. November 2009 21:33

Gottes geheime Gedanken - V.J. Becker

Ich habe mal wieder bewusstseinserweiternde Drogen genommen. Äh... ich meine, ich habe mal wieder ein Buch gelesen. Und zwar [Unser Amazonstore:] Gottes geheime Gedanken - V.J. Becker [/Amazonstore Ende].

Mein letztes Buch zu dem Thema Quantenphysik war Jenseits der Quanten von Michael Talbot. Damals hatte ich moniert, dass er zwar behauptet, dass es jede Menge sogenannter paranormalen Phänomene gibt, er aber keinen Erklärungsversuch unternimmt, wie das denn mit Hilfe der Quantentheorie eventuell irgendwie irgendwann erklärbar wäre.

Letztendlich tut dies V.J. Becker ebenfalls nicht, zumindest nicht im Detail, aber er moniert, dass die Geschichten über paranormale Phänomene letztendlich nicht verifizierbar sind. In seinem Buch machte er keinen Hehl daraus, dass er offensichtlich ein Anhänger des Buddhismus ist, denn er betont immer wieder die Ähnlichkeit zwischen der Quantentheorie und dem Glauben an einen alles durchdringenden Geist.

Ich habe mit dem Buch wirklich gearbeitet, das heißt ich habe mir wichtig erscheinende Stellen neongrün markiert und immer wieder Randnotizen meiner eigenen Gedanken gemacht. Nun werde ich das Buch wohl nicht mehr verkaufen können ;-)

Markiert und gekritzelt

Ich habe einige neue Erkenntnisse gewonnen. Zum Beispiel dass man einen Teil meines Glaubens, dass Gott gleichzusetzen ist mit der Natur, als Pantheismus bezeichnet. Der Haken an der Sache ist nur, dass die Natur weder gut noch allmächtig ist. Sie ist nur wunderbar (man betrachte den Kosmos in seiner Schönheit und das Wunder des Lebens). Aber die Natur (und damit Gott) interessiert sich nicht für das Individuum. Noch greift sie bewusst in unser Leben ein. Daher kann ich auch mit der Institution Kirche nichts anfangen. (Der zweite Teil meines Glaubens ist, dass Gott ein anderes Wort für "Das Gute im Menschen" ist. Und ob wir "Gutes" tun, entscheiden wir selbst, ja sogar was wir genau als "Gutes" beurteilen. Der eine ist ehrenamtlich im DRK tätig, der andere spendet Geld an Amnesty International, der nächste arbeitet in einem sozialen Beruf und wieder ein anderer lädt den Freund seines Kindes ein, um am Wochenende für die bevorstehende Schulaufgabe zu pauken.)

Aber ich schweife vom Thema ab. Interessant fand ich auch die Idee, dass es vielleicht nur ein einziges Photon gibt, dass raum- und zeitlos sämtliche Photonenbahnen unseres Universums zieht/gezogen hat/ziehen wird. Dann wurde unser Universum in vier Paare geteilt: Elektromagnetismus, starke und schwache Kernkraft, Raumzeit und Materieenergie, wobei die Gravitation eine Sonderform darstellt. Allerdings warf sich mir hier ein ganz anderer Gedanke auf: Ist Gravitation nun eine Kraft, die durch Gravitonen übertragen wird, oder gekrümmter Raum und somit eigentlich dem zweiten Ast Raumzeit/Materieenergie zuzuordnen?

Interessant fand ich auch die vom Physiker Frank Tipler "erfundene" Zeitmaschine mit rotierenden Zylindern, die die Raumzeit so verzerren, dass man um sie herumfliegen und damit in die Vergangenheit reisen kann - theoretisch. Da fragte ich mich, ob dies auch mit einer Kugel möglich wäre, und ob die Version aus Star Trek IV, als Kirk & Co. um die Sonne flogen, um in der Zeit zurückzureisen, vielleicht doch ein klein wenig auf physikalischen Theorien beruhte.

Zum Teil ist das Buch sehr philosophisch. V.J. Becker hat meist versucht, die beschriebenen Gedanken aus der Sicht der Kopenhagener Deutung (d.h. es MUSS einen Beobachter geben, also gibt es "Gott") und aus Sicht der Viele-Welten-Theorie (Paralleluniversen) zu sehen. Allerdings verstrickt man sich mit der Kopenhagener Deutung in meinen Augen ständig in Widersprüche, weshalb ich persönlich doch eher die Viele-Welten-Theorie favorisiere. (Zum Beispiel wenn ich mit dem Auto rückwärts setze und ein Hindernis im Rückspiegel nicht beobachte, macht es trotzdem Bumm. Das Hindernis hat sich nicht in Quantenfluktuation aufgelöst, bloß weil ich es nicht beobachtet habe. Zumindest nicht schnell genug.)

Ganz spannend fand ich auch die Theorie des "denkenden Elektrons", was besagt, dass unsere Raumzeit natürlicherweise die maximale Form an Organisation und Komplexität ansteuert. Oder noch besser die Theorie von Ilya Prigogine, die besagt, dass aus eigentlich chaotischen Systemen (z.B. die Ursuppe) ohne äußere Einwirkung eine Ordnung (Dissipative Struktur, z.B. die DNA, also Leben) entsteht. Mit anderen Worten: Auf jedem Planet, auf dem diesselben Bedingungen wie auf unserer Erde herrschen, wird sich auch zwangsläufig Leben entwickelt haben/entwickeln/entwickeln werden. Leben ist also kein erstaunlicher Zufall, sondern durch die dissipative Struktur determiniert. Schade nur, dass die Wahrscheinlichkeit, mit anderen Zivilisationen in Kontakt treten zu können, derart gering ist.

Interessant fand ich auch das Literaturverzeichnis. Auch V.J. Becker hat meine Lieblingsquantentheoriebücher [Unser Amazonstore:] Auf der Suche nach Schrödingers Katze [/Amazonstore Ende] und [Unser Amazonstore:] Schrödingers Kätzchen und die Suche nach der Wirklichkeit [/Amazonstore Ende] von John Gribbin gelesen. Das Buch [Unser Amazonstore:] Das elegante Universum von Brian Greene [/Amazonstore Ende] steht ebenfalls im Literaturverzeichnis, das ich besitze, aber leider noch nicht gelesen habe. Grins, und "Jenseits der Quanten" von Michael Talbot ebenfalls.

Das Buch "Gottes geheime Gedanken" hat mir sehr gut gefallen, auch hinsichtlich der schlichten, bildhaften Erklärungen, die V.J. Becker liefert, um die komplexen Zusammenhänge der Quantenphysik zu erklären. Auch wagt er es konkret auf Phänomene wie Telepathie, Präkognition und Telekinese einzugehen. Sogar Ufologie und Astrologie finden ihren Platz :-) Viele dieser Gedankengänge sind mir bereits vertraut gewesen, doch habe ich sie noch nie in so geballter Form in einem einzigen Buch lesen dürfen.


Noch ein paar eigene Gedanken: Manchmal denke ich mir, dass die große Masse der Menschen arm dran ist, weil sie von all diesen wundersamen Vorgängen nichts weiß. Aber andererseits ist es für uns auch völlig irrelevant, da quantenmechanische Effekte nur bis zu einem Grenzwert großer Quantenzahlen (also im sehr, sehr, sehr Kleinen) überhaupt in Erscheinung treten, ebenso wie gewisse Effekte der Relativitätstheorie erst relevant werden, wenn man sich entweder der Lichtgeschwindigkeit oder einem enormen Gravitationsfeld (schwarzes Loch) nähert. Dies kommt im Alltag irgendwie nie vor, so dass die klassische Physik ihre Gültigkeit deshalb nicht verliert, weil sie eben behauptet, dass die Dinge so sind, wie sie sind, obwohl sie eigentlich meint, dass die Dinge "mit äußerster Wahrscheinlichkeit" so sind, wie sie sind. Und selbst wenn wir nur Produkte unseres Geistes sind, so müssen wir doch essen und schlafen, um leben zu können, und uns um ganz weltliche Dinge wie unseren Kontostand kümmern.

Themen: Bücher | Quantentheorie | Star Trek

Donnerstag, 12. November 2009 20:31

Mieses Karma - David Safier

Sowas, schon wieder ein Buch gelesen. Nun, ich stricke keine Schals mehr. Bücher lesen ist für das Gehirn viel interessanter als "links, rechts, links, rechts" ;-) Und dann habe ich etwas getan, was ich normalerweise nicht tue: Ich habe drei Bücher parallel gelesen. Um Zeit zu sparen. Wie soll das gehen? Ganz einfach, wenn ein Buch im Kabuff mit der Biss und der Spaceview und dem Star Trek Forum liegt, kann man es im Kabuff lesen. Wenn ein Buch zwischen den Handtüchern liegt, kann man es in der Badewanne lesen. Und wenn ein Buch neben dem Bett auf dem Boden liegt neben dem Candybra, kann man es im Bett vor dem Einschlafen oder zwischen dem Einschlafen oder nach dem Einschlafen lesen. Dann spart man sich die Zeit, das Buch immer dahin mitzunehmen, wo man sich gerade aufhält.

Aber ich schweife vom Thema ab. Ich wollte ja über das Buch [Unser Amazonstore: ] Mieses Karma von David Safier [/Amazonstore Ende] lästern. Man muss das ganze Buch vor dem Hintergrund lesen, dass er Drehbücher für TV-Hits wie "Berlin, Berlin" (sagt mir nichts), "Nikola" (sagt mir auch nichts) und "Mein Leben & ich" (ach ja, wir haben ja gar keinen Fernseher) schreibt und selbst schon mal den Deutschen Fernsehpreis gewonnen hat. Dabei muss ihm wohl die Idee gekommen sein, dass die Leute um ihn herum verdammt mieses Karma haben und er es wohl total toll finden würde, wenn sie vom Waschbecken einer halb verglühten Raumstation erschlagen werden würden. Oder so ähnlich.

Denn genau das passiert mit Kim Lange, der Protagonistin des Romans, die danach als Ameise wiedergeboren wird, die fortan gutes Karma sammeln möchte. Soweit, so wenig Identifizierungspotential für eine vollzeit-berufstätige Mutter-Wollmilchsau-Hausfrau wie mich. Doch der Wortwitz hat es mir angetan, denn ab und zu lache ich auch mal gerne. Man darf nur nicht darüber nachdenken, ob Ameisen Schweiß- und Tränendrüsen haben, ob das Buch nicht wirklich aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt wurde (nein, eigentlich nicht) und warum Giacomo Girolamo Casanova nicht italienisch spricht.

Gegen Mitte des Buches ist David Safier anscheinend etwas langweilig geworden und er hat ein paar Reinkarnationen in einem einzigen Kapitel abgehakt. Danach nahm das Buch eine interessante Wende, denn Kim wurde als Mensch wiedergeboren. Um genau zu sein als die fette Maria. Plötzlich wird man mit Gefühlsduseleien konfrontiert ("Ich bin eine schlechte Mutter gewesen, und ich liebe meinen Mann noch immer, und ich bin einfersüchtig auf die neue Frau an seiner Seite"). Dabei wollte ich doch was Lustiges Lesen. Andererseits bot dieser Teil dann doch ein wenig Identifizierungspotential - bis auf den Teil, in dem Kim Lange ein schlechtes Gewissen bekommen hat, weil sie mit einem Arbeitskollegen ihren Mann betrogen hatte.

Ja, und dann wurde das Buch nur noch unglaubwürdig (wenn das bei einem Buch über Reinkarnationen überhaupt noch geht). Hatte ich doch das merkwürdige Gefühl, man wolle mir weismachen, dass die Seele das einzig Wichtige ist und der Körper nur eine Hülle. Und wenn man liebt, dann ist das Äußere völlig egal. Und dass es deshalb auch Männer geben soll, die auf Michelinmännchenfrauen stehen sollen, die aber selber aussehen wie Brad Pitt. Bullshit!

Und ganz manchmal habe ich mich auch gefragt, ob das Buch nicht doch von einer Frau geschrieben wurde.

Fazit: Ich finde Mieses Karma kurzweilig und witzig. Aber es ist ein Erstlingswerk in der Romanliga, und das merkt man ihm eben auch an. Deshalb glaube ich nicht, dass - nachdem ich nun alles über den Buddhismus weiß - ich mir auch noch seine [Unser Amazonstore: ] Ansichten über das Christentum [/Amazonstore Ende] antun soll...

Thema: Bücher

Mittwoch, 11. November 2009 20:42

Kinderjahre - Remo H. Largo

Oder um genau zu sein: [Unser Amazonstore: ] Kinderjahre: Die Individualität des Kindes als erzieherische Herausforderung - Remo H. Largo [/Amazonstore Ende] habe ich in erster Linie gelesen, weil so viel über seine Bücher geredet wurde. Wenn man kurzen, knappen Inhalt ("Alle Kinder sind verschieden, müssen also auch verschieden behandelt werden, wie? Das müsst ihr selbst herausfinden...") auf über 370 Seiten breittreten kann, dann ist das schon eine beachtliche Leistung. Bedauerlicherweise aber total langatmig und sowas von trocken zu lesen, dass ich das andere ultimative Werk "Babyjahre" gleich mal von meiner Amazon-Wunschliste gestrichen habe, zumal ich die Tips und Tricks für diese Kategorie Kind wohl nicht mehr brauche.

Nun, die Philosophie, die hinter den Gedanken von Largo stecken, kann man auch kürzer und poetischer ausdrücken. Mit "man" und "poetischer" meine ich Khalil Gibran, von den Kindern.

Themen: (B)engel | Bücher

Montag, 9. November 2009 19:43

Ausgebrannt - Andreas Eschbach

Und wieder ein Buch von Andreas Eschbach gelesen, diesmal [Unser Amazonstore: ] Ausgebrannt [/Amazonstore Ende]. Es ist mal wieder ein typischer Roman von meinem Lieblingsautor. Er nimmt einen Aspekt aus der Weltwirtschaft, geht ein paar Kilometer ins All und betrachtet sich alles aus der Ferne, reist fern in die Vergangenheit und etwas in die Zukunft und mixt daraus einen Thriller, der eigentümlicherweise so passieren könnte wie beschrieben. Sogar ein Jugend-Forscht-Projekt kam darin vor, nämlich die Gewinnung von Alkohol durch Ostraktion :-)

Thema: Bücher

Montag, 2. November 2009 21:38

Gerichtsmedizin und Kriminaltechnik - Brian Innes

Ja, ich weiß. Ist schon ein bisschen eklig, Leichen aufzuschneiden, um ihre Todesursache herauszufinden. Aber es ist auch faszinierend. In dem Buch [Unser Amazonstore: ] Gerichtsmedizin und Kriminaltechnik - Brian Innes [/Amazonstore Ende] wird das auch detailliert beschrieben. Ungefähr so detailliert, wie in einem Obduktionsbericht. Nicht, dass ich schonmal einen gelesen hätte. Oder doch? Naja, den von Bruno, dem Bären, aber das zählt nicht.

Aber das Buch ist dennoch lesenswert. Denn man bekommt nicht nur einen detaillierten Bericht über die Entstehungsgeschichte der Gerichtsmedizin und Kriminaltechnik, sondern die Kapitel werden immer wieder durch Fallstudien, Tatsachenberichten und massenhaft Fotos aufgelockert.

Allerdings waren die Fotos von der Body Farm, von Obduktionen und zerstümmelten oder verkohlten Leichen nicht das wirklich Erschreckende an diesem Buch. Sondern vielmehr die Frage, was Serienmörder dazu bewegt, das zu tun, was sie tun. Oder die Vorstellung, dass ein Zweijähriger mitansehen muss, wie seine Mutter erstochen wird, und er bis zum Eintreffen der Polizei verzweifelt versucht, diese wieder aufzuwecken.

Erschreckend und faszinierend zugleich...

Thema: Bücher

Dienstag, 15. September 2009 18:17

Anleitung zum Dickwerden - Bernhard Ludwig

Mann, das ist eine Satire! Aber es hat doch wirklich viel Wahrheit in sich. Besonders auf Seite 113.

Es deckt sich mit meinem Grundsatz, den ich seit 1989 habe: Nie wieder Diät!

Meinen Blutzuckerspiegel halte ich konstant, denn ich esse, wenn ich Hunger habe, oder mein Blutzuckerspiegel in den Keller rutscht und meine Hände anfangen zu zittern.

Aber auf das Wiegen (österreichisch: Abwiegen) verzichten? Hm, ich gebe zu, ich messe dem aktuellen Tagesgewicht nur eine geringe Bedeutung bei. Und ich wiege mich ganz bestimmt nicht vor und nach jeder Mahlzeit und vor und nach jedem Saunagang (da gehe ich eh nicht hin). Das ist was für Leute, die zum Friseur gehen, um abzunehmen. Oder sich ein Bein amputieren lassen *g* Ja, das Buch ist eine Satire...

Aber ich brauche meine Zahlen für meine schöne Statistik. Ich liebe doch diese Spielerei mit Excel. Und die Rückschlüsse, die ich daraus ziehen kann. Zum Beispiel, dass mein Essverhalten in den letzten 20 Jahren gar nichts mit meiner Gewichtsentwicklung zu tun hat. Sondern einzig mein Hormonstatus (z.B. schwanger oder nicht schwanger, Stillzeit, übermäßiger Stress, Verliebtheit, Gelbkörperhormonmangel). Ist ein nützliches Wissen. Oder auch nicht ;-)

Aber immerhin ist das komische Idealgewicht (Körpergröße minus 100, bei Frauen nochmal 10% weniger) endlich dem BMI gewichen. Früher hätte ich mich auf ein Idealgewicht von 51,3 kg runterhungern müssen. Ist das krank! Mit dem BMI habe ich zumindest ein Normalgewicht zwischen 50 und 60 kg. Und mit zunehmendem Alter darf es auch etwas mehr sein. Nicht berücksichtigt sind natürlich Menschen mit schweren Knochen oder mit einer ausgeprägten Muskulatur. Aber dafür gibt es dann ja noch den Spiegel und den gesunden Menschenverstand.

Bleibt noch der Muskelaufbau. Ist auch nicht wirklich neu, aber seit 1990, als das Buch aufgelegt wurde, immer noch nicht bis zu den Frauenzeitschriften vorgedrungen. Und ich weiß, ich verbringe viel Zeit vorm Rechner... Die Zeit könnte ich genauso gut in ein Fitnessstudio gehen und ein paar Gewichte stämmen. Aber die Sache hat einen Haken: Der Rechner steht zu Hause, wo ich zwischendurch immer wieder aufspringen und den Haushalt machen oder mich um meine Kinder kümmern kann. Aber im Schrank liegen ja noch ein paar Hanteln. Bleibt die Frage, nutzen die was? Da bin ich mir nicht so sicher.

Aber Florian kann bestätigen, dass ich nicht unter kalten Füßen und Händen leide. Woran mag das wohl liegen?

Themen: Bücher | Kampf den Pfunden

Freitag, 3. Juli 2009 15:44

Wenn Ally Frauen küsst - Jutta Swietlinski

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Endlich, endlich, endlich bin ich auch dazu gekommen, dieses Buch zu lesen. Es gibt einen teils erstaunlichen Eindruck über die Darstellung von Lesben in amerikanischen Fernsehserien. Allerdings wird auch oft vom Subtext gesprochen, und da wage ich als olle Hete dann doch mal zu bezweifeln, ob das von den Machern der Serie tatsächlich so gewollt war oder ob da nicht der Wunsch der Vater die Mutter der Gedanken war.

Vorbildlich jedenfalls sind die Serien Roseanne (die sich mit einer absurden 9. Staffel ins Jenseits beförderte) und Ellen, die es aber leider nicht geschafft haben, aus USA die Homophobie zu verbannen.

Thema: Bücher

Montag, 22. Juni 2009 20:45

Star Trek in Deutschland - Mike Hillenbrand und Thomas Höhl

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Und wieder habe ich ein Buch zu Ende gelesen. Kurz zum Inhalt: Das Buch befasst sich mit drei Hauptthemen, nämlich Star Trek in Film & Fernsehen und deren Synchronisation, den Fans in Deutschland und Star Trek in gedruckter Form.

Mir persönlich haben die beiden ersten Abschnitte besser gefallen, auch wenn sich ein Kapitel ein wenig so las, als hätte der Autor spät nachts noch am Rechner gesessen und sich mit Energy Drinks wachgehalten, um eine Liste mit Stichpunkten abzuarbeiten. Da uns verschwiegen wird, welcher der beiden Autoren für welche Kapitel verantwortlich war, kann ich das jetzt natürlich keinem der beiden in die Schuhe schieben. Geschickt eingefädelt ;-)

Aber ich möchte darüber gar nicht meckern, denn so ein Buch zu schreiben ist nicht einfach, und was zählt ist doch, was am Ende dabei herauskommt. Und das ist wunderbar, eine Liebeserklärung an Star Trek und das deutsche Fandom.

Im ersten Teil wird auch ausführlich darüber berichtet, dass wir Trekkies von den Medien nur zu gerne ins Rampenlicht gezerrt wurden, um uns für blöd zu verkaufen. Aber das sind wir ganz und gar nicht. So werden Formate wie Schreinemakers entlarvt, sich keine Mühe gemacht zu haben, sich mit dem Thema ernsthaft auseinanderzusetzen, denn "ernsthaft" und "Star Trek" passt für den Durchschnittsfernsehkonsumenten offensichtlich nicht zusammen. Schnell, guckt euch das Interview mit James Doohan an, so lange es noch online ist. Danke an Daniel *knuddel*

Der zweite Teil über das Fandom ist auch sehr interessant, vor allen Dingen, weil Dirk Bartholomae ein wunderbares, weil ehrliches Interview gegeben hat und wirklich eine Bereicherung war. Auch die Aktion von Stand By, die ein Auge auf die deutsche Synchronisation ab Star Trek IV warf, ist schön beschrieben. Leider wird Stand By bereits im ersten Teil über die Filme im Zusammenhang mit der Synchronisation immer wieder erwähnt, und wer nicht weiß, was es damit auf sich hat, wird an dieser Stelle vielleicht etwas verdutzt fragen, was das eigentlich ist. Mein Lieblingskapitel ist allerdings das über die USS Thor, einem Auto, das zu einem Shuttle umfunktioniert wurde ;-)

Der dritte Teil über die Druckwelt von Star Trek liest sich leider ebenfalls wie eine Abhandlung von Stichpunkten. Allerdings lohnt es sich wirklich, am Ball zu bleiben, denn es werden so manche Romane vorgestellt, die sich zu kaufen lohnen. Und mir wurde bescheinigt, dass ich wohl einsam wäre, da mein unangefochtener Lieblingsroman [Unser Amazonstore: ] Ishmael [/Amazonstore Ende] ist, der trotz fünf Sterne bei Amazon offensichtlich das Fandom polarisiert. Oder doch nur die Autoren? Nein, darüber möchte ich nicht spekulieren ;-)

So, und nun muss ich mir noch eine Amazon-Rezension ausdenken, die dasselbe aussagt, aber anders formuliert ist...

Themen: Bücher | Star Trek

Donnerstag, 12. Februar 2009 21:29

Ayla und das Tal der Pferde - Jean M. Auel

[Unser Amazonstore: ] Ayla und das Tal der Pferde - Jean M. Auel [/Amazonstore Ende] hatte ich einerseits gekauft, weil ich musste (Buchclub...), andererseits weil mich das Leben der Urmenschen faszinierte. Kennt jemand den Film Am Anfang war das Feuer? Die Franzonsen scheinen auch von den Urmenschen fasziniert zu sein, klar, sie haben doch das Pferd von Lascaux. Jedenfalls mag ich den Film sehr gerne, denn er ist für jeden Menschen verständlich, muss nicht synchronisiert werden, da die Schauspieler sich ausschließlich in Gebährdensprache verständigen.

Von der Urzeit fasziniert hatte ich mir also quartals-zwangsmäßig die Ayla-Reihe zugelegt und kam nun Jahre nach Beendigung der Buchclubmitgliedschaft endlich dazu, eines der Bücher zu lesen. Ich entschied mich für den zweiten Band "Ayla und das Tal der Pferde", einerseits, weil ich den ersten Teil bereits als [Unser Amazonstore: ] DVD mit Daryl Hannah [/Amazonstore Ende] besaß und auch schon gesehen hatte, andererseits weil ich ein Pferdenarr bin. Das machte aber überhaupt nichts, denn die Autorin wiederholt ständig die Geschehnisse aus dem ersten Band, so dass man eigentlich nichts verpasst.

Leider wiederholt sie auch ständig Dinge, die in diesem Band passiert sind, oder sie verliert sich in genauen Beschreibungen der Boot- und Werkzeugherstellung. Ganz ehrlich: Wenn mich das so genau interessieren würde, dann hätte ich ein Sachbuch gekauft. Es gibt also Passagen, die man recht flott überlesen kann. Genau aus diesem Grund habe ich auch nie geschafft, ein Buch von Karl May zu lesen. Wenn ein Bandit die Saloontür aufstößt, dann braucht man keine Beschreibung der Landschaft hinter seinem Rücken über fünf Seiten. Ein Augenblick muss kurz beschrieben werden, und manchmal reicht es aus, wenn der Autor mit einem Nebensatz einen bestimmten Eindruck im Gehirn des Lesers erweckt, denn den Nebensatz zu lesen dauert etwa so lange, wie der beschriebene Vorgang.

Aber ich schweife vom Thema ab. Ayla, die alles könnende Titelheldin, die als kleines Kind von Neanderthalern (dem Clan der Bären) aufgenommen und großgezogen wurde, muss den Clan im zarten Erwachsenenalter verlassen und sich allein in der Wildnis herumschlagen. In einer Höhle findet sie ihr neues Zuhause, wo sie zuerst das Fohlen einer erlegten Stute, später ein verletztes Höhlenlöwenjunges bei sich aufnimmt. Sie erfindet das Feuermachen mit Feuerstein und Eisenpyrit, die Reiterei und die Jagd mit einem Löwen. Später erfindet sie gemeinsam mit Jondalar noch eine Speerschleuder. Die komplette menschliche Evolution in nur einem Frauenleben...

Irgendwo anders machen sich Thonolan und Jondalar, zwei Cro-Magnon-Menschen, auf eine Reise. Sie finden Familienanschluss bei den Mammutjägern, den Mamutoi, doch als Thonolans Frau bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt, ziehen sie weiter. Thonolan wird von Aylas Höhlenlöwen getötet, Jondalar schwer verletzt. Ayla versorgt Jondalar und die beiden verlieben sich ineinander. Es dauert aber immer noch das halbe Buch, bis sie endlich...

Das Buch ist zum Teil auch sehr erotisch. Schließlich hatten die Urmenschen auch keinen Fernseher ;-) Jondalar ist nämlich auch ein "Frauen-Macher", der gerne die "Riten der ersten Wonnen" bestreitet. Mal sehen, ob ich eines der anderen Bände noch lesen werde. Irgendwie hat es mir dann doch gefallen, sonst hätte ich es nicht bis zum Ende geschafft. Aber es ist kein Buch, das ich unbedingt aufheben muss.

Themen: Bücher | Pferde/Reiten

Dienstag, 4. Dezember 2007 20:05

Waris Dirie: Wüstenblume

Nachdem "Die weiße Massai" ziemlich unkritisch mit Afrika und dem fremden Leben dort umging und ich den Mut der Dummheit der Autorin ziemlich befremdlich fand, nun ein Buch aus der Sicht einer Afrikanerin, einer Somali: Wüstenblume von Waris Dirie.

Waris wuchs Ziegen und Kamele hütend in der somalischen Wüste auf. Ihre Eltern haben aus Liebe geheiratet, was dort wohl eher selten vorkommt. Ihre Mutter hatte den Botschafter Somalias in London in der Verwandtschaft, so dass Waris auf der Flucht vor einer Zwangshochzeit mit einem wesentlich älteren Mann in diese Familie als Haushälterin kam und nach London reiste. Durch Zufall wurde diese bildschöne Frau dort von einem Fotografen entdeckt und ein bekanntes Model und Bondgirl.

Ein Leben wie im Traum? Mitnichten, denn Waris wurde in ihrer Kindheit ihrer Weiblichkeit beraubt. Man hat sie beschnitten. Dieses grausame Ritual müssen täglich 6000, jährlich zwei Millionen Mädchen weltweit über sich ergehen lassen. Aufgrund der unhygienischen Verhältnisse müssen viele Mädchen qualvoll sterben, diejenigen, die es überleben, leiden ihr Leben lang unter Schmerzen, müssen in der Hochzeitsnacht wieder aufgeschnitten werden, haben ein erheblich größeres Sterberisiko bei den Geburten ihrer Kinder... und alles nur, um eine patriarchische Gesellschaft am Leben zu erhalten.

Als Waris Dirie ihre eigenen Empfindungen bei all dem schilderte, kamen mir die Tränen. Absolut treffend beschreibt sie die Hintergründe und weshalb sie sich als UNO-Sonderbotschafterin in der Welt für Aufklärung und Bekämpfung dieses Rituals einsetzt. Eine wahrhaft mutige Frau.

Am Ende des Buches sind auch einige Adressen von Organisationen veröffentlicht, die gegen die rituelle Genitalverstümmelung der Mädchen kämpfen. Eine von ihnen ist (I)NTACT e.V., die ich seit Jahren unterstütze. Und ich wünsche mir genau wie Waris Dirie, dass es eines Tages eine Welt ohne Genitalverstümmelung geben wird.

Themen: Bücher | Sonstiges

Donnerstag, 25. Oktober 2007 11:06

Buch: Verschlusssache Jesus - Michael Baigent und Richard Leigh

Wahrlich ein Titel, der neugierig macht. Der Untertitel von Verschlusssache Jesus lautet "Die Wahrheit über das frühe Christentum". Erwartet habe ich neue Erkenntnisse über den Menschen Jesus. Auf dem Covertext wurde sogar angekündigt, dass die Entdeckungen "die römische Kirche erschüttern werden". Das klang doch gut.

In dem Buch geht es in erster Linie um die Schriftrollen vom Toten Meer. Es wird beschrieben, wie diese gefunden wurden und über verschiedene Kanäle wieder zusammengeführt und archiviert wurden. Wie sich die "internationale Gruppe" unter Aufsicht der Ecole Biblique, die wiederum unter der Aufsicht der katholischen Kirche steht, daran machte, die Texte zu übersetzen und zu veröffentlichen... Oder auch nicht... Die Autoren werfen der internationalen Gruppe angeführt von Pater de Vaux vor, die Veröffentlichung zu verzögern und anderen namhaften Wissenschaftlern den Zugang zu verweigern. Als Begründung sehen sie nur eine Möglichkeit, nämlich dass es sich um "äußerst brisantes Material" handeln würde, dass "die Kirche erschüttern" würde.

Gut, Allegros Ansichten, dass die Kirche auf der imaginären Figur Jesus aufbaut, die von einer Gruppe halluzinierender Pilzgiftjunkies ersonnen wurde, ist schon sehr gewagt. *g* Ich persönlich zweifel nicht an der historischen Person Jesus. Aber dennoch denke ich, dass es sich hier weder um brisantes Material handelt, noch dass es die Kirche mehr erschüttert, als es der gesunde Menschenverstand eh schon tut, langsam aber stetig.

Wenn man sich durch die erste Hälfte des Buches durchgekämpft hat und der monotonen Wiederholungen der Namen und der Anschuldigungen nicht überdrüssig geworden ist... selbst mir Siebhirn war das dann doch zu viel... dann gelangt man zu dem Teil, in dem Professor Eisenman recht eindrucksvoll die Parallelen zur Bibel darstellt - was mich nicht weiter wundert - und seine interessanten Rückschlüsse daraus zieht.

Es ist die ganz normale Entstehungsgeschichte der Bibel: Die ersten Texte wurden Ewigkeiten mündlich überliefert, bis sie mal einer aufgeschrieben hat. Sie wurden abgeschrieben und dann wurde mal was weggelassen und hinzugedichtet... So ist das nun mal. Das alte Testament, also die alten Glaubensbekenntnisse und Anleitungen etc. finden sich auch in der jüdischen Tora. Es wurde in Aramäisch und Hebräisch verfasst. Das neue Testament wurde lange nach Jesus' Tod niedergeschrieben, also auch nur mündlich überliefert, deshalb gibt es in den Geschichten auch große Unterschiede, wie das Leben Jesus beschrieben wird (hinzudichten und weglassen). Nicht zu vergessen die unzähligen Übersetzungen und die Übersetzungsfehler, die mittlerweile bekannt geworden sind. Zum Beispiel sprechen wir von dem Kamel, das nicht durch das Nadelöhr passen würde... Dabei war im Original nicht von einem Kamel, sondern von einem Tau die Rede, was auch viel mehr Sinn ergibt... Solche Sachen hätte ich in diesem Buch erwartet.

Es handelt sich eben um Schriftrollen, die erst in unserer Modernen Zeit gefunden wurden und daher bei der Entstehung der Bibel, wie sie uns heute vorliegt, keinen Einfluss finden konnten. Auch ist es kein Geheimnis, dass das Christentum sich vom Judentum abgespalten hat. Dann hat sich die orthodoxe Kirche zur römisch-katholischen aufgespalten, dann kam die evangelisch-lutherische Abspaltung. Und genaugenommen ist der Islam, in deren Koran sich auch viele Textstellen der Bibel wiederfinden, auch nur eine Abspaltung des Juden-/Christentums, der sich widerum in die Sunniten und Shiiten aufspaltete etc. Selbst die Mormonen und Zeugen Jehovas gehören da dazu. Marginale Unterschiede, der Grundgedanke ist der Monotheismus, der wiederum auf Echnaton zurückzuführen ist, nichts weiter. Alles in allem also Institutionen, die - und das ist das wesentliche Merkmal dieser Religionen/Kirchen - von Menschen geschaffen wurden und nun alles tun, um ihre Macht zu erhalten bzw. auszubauen.

Da wird nix erschüttert, schon gar nicht die Kirche. Dazu bedarf es schon ein wenig mehr als die Erkenntnis, dass Saulus/Paulus (ein Spitzel der Römer?) Jesus gottesähnliche Eigenschaften angedichtet hat und der die Gesetze der Urkirche aufzuweichen versuchte, um mehr Menschen missionieren zu können. Und es erschüttert die Kirche auch in keinster Weise, wenn Jesus hier als militanter Zelot statt als friedlicher Essener geoutet wird, was ich doch bezweifel, denn in den Schriftrollen wird Jesus nicht namentlich erwähnt, sondern nur ein "Lehrer der Gerechtigkeit", auch wenn die Rollen eventuell erst nach seinem Tod in den Höhlen von Qumran deponiert worden sind. Klar war Jesus unglaublich charismatisch, politisch engagiert und äußerst unbequem, vielleicht sogar militant. Hätte ihn Pontius Pilatus sonst zum Tode verurteilt?

Nene, wer glauben will, der glaubt. Der glaubt auch, dass Maria Jungfrau war und Jesus göttlich. Da wird nix erschüttert, schon gar nicht die Kirche. Da gibt es viel größere Feinde. Der menschliche Verstand zum Beispiel. Oder die pure Wissenschaft, die niemandem etwas Böses will. Die Tatsache, dass altertümliche Schriften von unschätzbarem Wert von geldgierigen Amateuren ausgebuddelt und in Privatsammlungen verschwinden, bevor sie irgendwelche Wissenschaftler geschweige denn die Öffentlichkeit zu Gesicht bekommen haben, ist in meinen Augen der eigentliche Skandal, den ich in diesem Buch herausgelesen habe.

Thema: Bücher

Donnerstag, 18. Oktober 2007 15:47

Buch: Jenseits der Quanten - Michael Talbot

Jenseits der Quanten von Michael Talbot war ein ausrangiertes Buch unserer Stadtbücherei, daher auch schon etwas älter, das ich vom Wühltisch mitgenommen habe. Die Quantentheorie - kein Bestandteil des Physik-Leistungskurses - hat mich schon lange fasziniert. Davor haben mich paranormale Phänomene fasziniert und ich habe Sendereihen wie "Zwischen Himmel und Erde" oder "Der X-Faktor" verfolgt. Aber mein analytisches Denken und der Mangel an praktischer Erfahrung hinderte mich schließlich irgendwann daran, an paranormale Phänomene zu glauben.

Bis ich die Bücher "Auf der Suche nach Schrödingers Katze" und "Schrödingers Kätzchen und die Suche nach der Wirklichkeit" von John Gribbin las, zwei wunderbare Werke über die Quantentheorie, in denen nur eine einzige mathematische Formel vorkommt (ich muss zugeben, dass ich die höhere Mathematik nach Abbruch meines Informatik-Studiums nicht weiter verfolgt habe). Bei der Lektüre dieser beiden Bücher kam mir plötzlich in den Sinn, dass durch die Quantentheorie paranormale Phänomene wie Hellsehen/Präkognition, außerkörperliche Erlebnisse, Telekinese und Telepathie eines Tages erklärbar sein müssten. Ich tat diese Dinge also, trotz aller Scharlatanerie, nicht mehr per se als Unsinn ab. Auch aus meiner eigenen Erfahrung und aus Erzählungen mir vertrauter Personen habe ich schon dezente Hinweise erhalten, dass es diese Dinge tatsächlich gibt, wenn auch sehr selten.

Trotzdem machte Gribbin nicht den nächsten Schritt, nämlich diese Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, auszusprechen. Ich denke, dass dieses Thema bei einer Mehrzahl der Wissenschaftler verpönt ist, und jeder, der nicht aus diesem elitären Kreis ausgeschlossen werden möchte, sollte das Thema Paranormalität tunlichst meiden.

Den Zusammenhang fand ich erst in diesem Buch von Michael Talbot. Es fängt gleich mit einem Donnerschlag an, denn der Autor hatte selbst in seiner Jugend einen "Poltergeist". In seinem Buch beschreibt er Ansichten über das Bewußtsein, über kollektives Bewußtsein (morphogenetische Felder), über die Unwahrscheinlichkeit, dass das Leben allein aufgrund eines Zufalls entstanden sein soll. Nicht alle phantastischen Erklärungen kann ich so akzeptieren, z.B. dass die Realität erst durch Beobachtung entsteht, aber das liegt in der Natur der Quantentheorie, dass sie auf verschiedene Weise interpretiert werden kann und wir wissen einfach noch nicht, welche Deutung der Wirklichkeit am nächsten kommt. Letzendlich bleibt es eine Glaubensfrage und letztendlich spielt die Quantentheorie in unserem alltäglichen Leben eher eine untergeordnete Rolle. Wer denkt schon über die Funktionsweise eines Transistors nach, wenn er das Radio einschaltet und Musik hört?

Was ich Talbot aber hoch anrechne ist, dass er Kritik an den phantastischen Theorien der zu Wort kommenden Wissenschaftler zulässt, wenn sie über "Das ist doch Unsinn" hinausgeht. So hat man als Leser nicht das Gefühl, diese Theorien annehmen zu müssen, wie das beim Lesen von Charles Berlitz oder - noch schlimmer - Erich von Däniken der Fall ist. Das macht das Buch trotz seiner ungeheuren Ideen glaubwürdig.

Leider nimmt es nur am Rande das Thema Quantentheorie auf. Wer hier kein Vorwissen hat, wird sich mit den angedeuteten Zusammenhängen etwas schwertun. Genausowenig versucht Talbot die paranormalen Phänomene mit der Quantentheorie zu erklären. Konsens bleibt, dass paranormale Phänomene aufgrund der Natur der Quanten möglich sind, und dass sich die moderne Wissenschaft dieser Möglichkeit nicht verschließen sollte.

Sehr bedauert habe ich auch, dass einer der Personen, die sich das Buch aus der Bücherei entliehen hatten, so brav war, seine handschriftlichen Notizen wieder herauszuradieren. Gerade sie, die auf der Seite 162 angebracht waren, als Talbot den wagen Versuch unternahm, die Quantentheorie als Erklärung heranzuziehen, hätte ich interessant gefunden.

Themen: Bücher | Quantentheorie [ 1 Mal Senf dazugegeben ]

Donnerstag, 2. August 2007 23:03

Elementarteilchen - Michel Houellebecq

"Elementarteilchen" von Michel Houellebecq

Dieses Buch ist mir empfohlen worden mit den Worten, dass es beschreibt, dass Sex in unserer Gesellschaft überbewertet werden würde. So habe ich mir das Buch nun wirklich nicht vorgestellt. Es beschreibt die Leben zweier ungleicher Halbbrüder Bruno und Michel (französisch ausgesprochen Brünoh und Mischell), grob gesagt. Es beginnt alles sehr verwirrend in der Mitte, geht weit in die Vergangenheit, dann wieder in die Zukunft und es braucht ein Weilchen, bis man sich eingelesen hat. Es kam mir vor, als würde ich die Leben der beiden Männer aus der Perspektive eines Quants, also eines Elementarteilchens aus betrachten, für den die vierte Dimension Zeit kein mehr oder weniger gleichmäßig dahinfließender Strom ist, wie für uns Menschen, sondern es gleichsam eine Verbindung zwischen Anbeginn der Zeit (Urknall) und dem Ende der Zeit (Ende des Universums) hält. Für ein Quant liegt die zeitliche Ausdehnung vor ihm, wie für uns beispielsweise die Kante eines Würfels.

Wenn der Autor mehrfach die Quantenmechanik (z.B. Kopenhagener Deutung) zitiert und ihren Einfluss auf die Biochemie, unser Genom, zitiert, habe ich mich mehrfach gefragt, inwiefern er von diesen Dingen wirklich eine Ahnung hat. Wenn man vorher die Bücher "Schrödingers Katze" und "Auf der Suche nach Schrödingers Kätzchen" von John Gribbin gelesen hat, verwirrt einen dies hier eher, als dass das Wissen nutzt. Warum zum Geier zitiert er diese hochwissenschaftlichen Dinge? Weil Michel ein großartiger Kopf ist, der Filme wie "Quiet Earth" (Seite 14) mag und niemanden hat, der sich mit ihm ernsthaft darüber unterhalten könnte, dass die Moleküle des Lebens statt Kohlenstoff, Sauerstoff und Stickstoff auch Silizium, Schwefel und Phosphor; oder Germanium, Selen und Arsen; oder Zinn, Tellur und Antimon hätten sein können (Seite 41). In einem lustlosen Leben mit verpassten Chancen gleitet er durch den Alltag, analysiert den Alltag und seine Forschungsarbeiten und schafft die Grundlage für das perfekte Genom einer neuen Menschheit. Manchmal erinnerte er mich an Mister Spock.

Unterbrochen wird diese eher triste Erzählung dieses Lebens eines fast schon autistischen Genies von den Erzählungen aus dem Leben seines Halbbruders Bruno, ein klassisches, männliches Opfer seiner Gene. Vom Phänotyp her eher etwas benachteiligt ausgestattet (klein, hellhäutig, glatzköpfig, dickbäuchig und zu allem Überfluss auch noch nur mit einem kleinen Geschlechtsteil ausgestattet) versprüht er nahezu planlos seinen Samen in die Welt. Die einzelnen Ausführungen sind fast schon pornografisch, auf jeden Fall primitiv und bezeichnend für diesen Typ Mann. Ein Typ Mann, vor dem die meisten Frauen flüchten. Man mag ihm zu Gute halten, dass er eine beschissene Kindheit gehabt hatte und seine 68er Mutter und sein abwesender Vater Mitschuld an der Misere tragen. Doch er hat nie begriffen, dass er seine körperlichen Unzulänglichkeiten hätte mit etwas mehr Persönlichkeit ausgleichen können, das war ihm auch vom Intellekt her nicht gegeben. Erstaunlicherweise fand er eine Frau, die zu ihm passte, doch das Glück war nur von kurzer Dauer.

Erwähnenswert ist vielleicht noch Annabelle, die vollkommene Schönheit. Michel hätte sie in jungen Jahren haben können, aber sein absoluter Mangel an Begierde und ihre damals wohl noch verbreitete Ansicht, der Mann müsse den ersten Schritt machen, stürzten sie ins Unglück. Viele Männer hatten sie als Trophäe, zwei Abtreibungen hatte sie hinter sich gebracht, bevor Michel es wagte, mit ihr ein kleines Glück aufzubauen. Doch es war zu spät! Er hätte sie retten können, aber er dachte bedauerlicherweise mit dem Gehirn und stürzte so beide ins Unglück. Letztendlich ist für die Misere aber natürlich der Autor verantwortlich, denn ein Romanautor spielt Gott für seine Figuren und kann ihnen unerträgliches Leid zufügen. Sonst wäre es auch langweilig zu lesen...

Auch der Bodensatz der Gesellschaft in Form eines gewissens- und gefühlslosen Mörders, der in satanischen Kreisen Zugang zu seinem schwärzesten Ich gefunden hat, wird beschrieben. Dieser Exkurs beschrieb jedoch eine winzige Minderheit einer Daseinsform, die von der Gesellschaft zutiefst mit Recht verachtet wird.

Gesellschaftskritisch, ja, das war der Roman ebenfalls. Die Zukunft sei weiblich hieß es da, denn Frauen sind die gütigen Menschen, die Wärme und Liebe auf die Welt bringen. Die Männer sind es, die Gewalt und Krieg und Mord in die Welt bringen. In diesem Zusammenhang empfehle ich dringend das Buch "Mutation" von Michael Cordy, das genau dieses Thema behandelt. Außerdem wird Religionen, allen voran dem Islam (der als falsch, dumm und obskur bezeichnet wird), keine große Zukunft eingeräumt wird, dafür aber der reinen Wissenschaft, der Mathematik, der Physik und natürlich auch der Biochemie und Genetik. Ich würde es mir wünschen. Es wäre eine so viel friedlichere und berechenbarere Welt.

Gegen Ende wurde das Buch schon fast zu einem Science Fiction, als die Theorien, die Michel entwickelt hat, langsam in die Tat umgesetzt wurden. Es endete im Schnelldurchlauf etwa im Jahre 2080. Es war nur ein kurzer Exkurs in die Zukunft, aber die Aussichten waren ähnlich wie Aldous Huxley in seinem Buch "Brave New World" beschrieben hatte, eine Welt ohne Individuen, eine Welt, in der Sex und Fortpflanzung nichts mehr miteinander zu tun haben, eine Welt, in der es keine Gewalt mehr gibt.

Dieses Buch soll eine Gesellschaft beschreiben, die Sex überbewertet? Hm, die Stelle muss man mir noch mal zeigen...

Thema: Bücher

Freitag, 1. Juni 2007 19:54

Dave Pelzer - Der verlorene Sohn & Ein Mann namens Dave

Nach dem erschütternden Buch ""Sie nannten mich Es", in dem Dave Pelzer bereits seine furchtbare Kindheit beschrieben hat, in der er grausamst misshandelt wurde, konnte ich natürlich nicht anders, als mir auch seine anderen beiden autobiografischen Bücher "Der verlorene Sohn" und "Ein Mann namens Dave" zu kaufen und natürlich auch zu lesen.

Dave Pelzer ist ein außergewöhnlicher Mensch, denn er hat niemals aufgegeben. Sein Weg war unglaublich steinig, aber er hat es geschafft, sich nicht seinem Schicksal zu ergeben und einzuknicken, sondern er hat sich immer wieder auf seine Füße gestellt. In "Der verlorene Sohn" wird seine Jugend nach seiner Rettung aus dem zerrütteten Elternhaus beschrieben und seine Odyssee durch verschiedene Pflegefamilien, in "Ein Mann namens Dave" sein Werdegang, wie er lernt, sich nicht ausnutzen zu lassen, auch mal "Nein" zu sagen und wieder Vertrauen in Menschen zu fassen. Nicht nur einmal rannen mir Tränen über das Gesicht. Ich denke, dass er wirklich Hoffnung gibt, dass man auch unter widrigsten Umständen das Beste daraus machen kann.

Ich denke auch, dass es Dave geholfen hat, all seine Erlebnisse niederzuschreiben, denn Schreiben hilft, seine Gedanken zu sortieren und einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Begreifen kann man diese Geschichte aber wohl nicht. Die Macht, die Eltern über ihre Kinder besitzen, ist riesig und kann leicht missbraucht werden. Ich bin froh, dass in unserer Gesellschaft nicht mehr die Augen davor verschlossen werden, wenn etwas hinter verschlossenen Türen geschieht, das nicht geschehen sollte.

Thema: Bücher

Freitag, 25. November 2005 20:44

Sie nannten mich Es - Dave Pelzer

Ich liebe Kinder und daher machen mich Nachrichten wie diese immer fix und fertig. Ich begreife nicht, wie man einem Kind soetwas antun kann. Außerdem lese ich gerade [Unser Amazonstore: ] Sie nannten mich Es - Dave Pelzer [/Amazonstore Ende], in dem ein betroffener Junge, der die jahrelange Mißhandlung überlebt hat. Mir wird einfach nur schlecht, wenn ich das alles lese. Ich habe mir schon den zweiten Band "Der verlorene Sohn" zugelegt. Das Thema beschäftigt mich sehr.

Ich fühle mich schon schlecht, wenn ich meine Kinder mal etwas zu laut angebrüllt habe. Aber einem Kind nichts zu essen zu geben oder in einem dunklen Raum einzusperren... Das begreife ich nicht. Und weshalb soetwas möglich ist und nicht das Umfeld irgendwie reagiert und alle Mittel und Hebel in Bewegung setzt, damit das Kind aus so einer Umgebung befreit wird, das begreife ich auch nicht. Jeder, der davon Kenntnis hatte und nicht gehandelt hat, ist selbst mitschuldig.

Themen: News | Bücher

Mittwoch, 16. November 2005 21:16

Die weiße Massai / Corinne Hofmann

Und wieder habe ich es geschafft, ein Buch zu lesen, das mehr als eine Seite hat. "Die weiße Massai" von Corinne Hofmann. Tja, die Frau ist schon strohdoof. Das spiegelt sich auch sehr schön in ihrer simplen Ausdrucksweise wieder, die zuweilen an Schulaufsätze erinnert, besonders gegen Ende des Buches, als ihr allmählich die Luft ausging. NIEMALS wäre ich wegen eines Massais in Afrika geblieben. Es ist für eine westliche Frau auch nur sehr schwer nachvollziehbar, warum Corinne dies getan hat, denn dieses Buch ist wohl ein echter Tatsachenbericht.

Und genau darum denke ich, dass dieses Buch trotz seiner eklatanten Schwächen dennoch lesenswert ist. Es zeigt eindrucksvoll das Leben und Denken in Afrika, wie es Touristen wohl verschlossen bleibt. Wir lernen sogar einige Worte in der Samburu-Sprache, z. B. "Mzungu" heißt "Weiße(r)" oder Kanga ist die traditionelle Kleidung der Massai-Krieger.

Irgendwie bewundernswert, wie stark diese Frau war, dass sie es insgesamt 3½ Jahre in Kenia ausgehalten hat. Mutig! Allerdings drängt sich mir der Eindruck auf, dass es der Mut der Dummheit war.

Mir ist aufgefallen, dass Corinne am Anfang immer wieder darüber schrieb, wie erotisch sie den Duft dieses Massai-Kriegers fand. Es ist längst erwiesen, dass Pheromone bei der Partnerwahl eine sehr große Rolle spielen, denn sie sagen uns - unterbewusst - etwas über das Immunsystem und die genetische Ausstattung unseres Gegenübers. Je größer der Unterschied zu unseren eigenen Genen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Nachkommen den optimalen Genmix erhalten und somit die größten Überlebenschancen. Wahrscheinlich kommt daher auch der Ausdruck "Ich kann dich nicht riechen!".

Auch ich finde den Geruch von meinem Schatz erotisch. Ob ich allerdings wegen ihm solche Strapazen auf mich nehmen würde, sei mal dahingestellt. Schließlich unterscheidet der Mensch sich vom Tier durch seinen Verstand.

Themen: Bücher | Meine Sonderanfertigung Florian

Samstag, 15. Oktober 2005 21:27

Der neue Asterix-Band 33 ist da

Ich konnte natürlich nicht widerstehen und habe heute Morgen beim Semmeln holen auch gleich den neuesten Band von Asterix - Gallien in Gefahr - geholt. Ich habe natürlich nichts Großartiges erwartet, seit Goscinny gestorben ist, dennoch entlockte mir der Band hin und wieder ein Lachen.

Er ist eine Hommage an Walt Disney, denn wenn man die Buchstaben vertauscht, kommt der Name der Achtung, Spoiler außerirdischen Rasse, die ein wenig an Micky Maus erinnert, heraus: Tadsylwine. Auch Arnold Schwarzenegger als Superman-Clon kommt vor. Die Geschichte ist nur sehr dünn und zuweilen sogar langweilig. Uderzo ist zwar ein großartiger Comiczeichner, aber kein guter Geschichtenerzähler, so streckt er die Geschichte schon mal mit überdimensionalen Bildern und endet auch schon auf Seite 47 statt auf Seite 50 mit dem berühmten Festmahl. An die alten Goscinny-Geschichten kommt das natürlich nicht ran. Schade, aber war zu erwarten. Manchmal hatte ich das Gefühl, eine Fan-Geschichte zu lesen, die krampfhaft versucht, Science Fiction und Asterix zu einem Hybriden zu verquirlen. Aber das passt ähnlich wie Wasser und Öl einfach nicht zusammen.

Ich werde mir die alten Bände mal wieder reinziehen müssen. Aber als Sammlerin musste ich diesen Band natürlich auch besitzen. Dabei ist mir aufgefallen, dass mir Band Nr. 32 "Asterix plaudert aus der Schule" noch fehlt. Denn muss ich wohl auch noch besorgen.

Thema: Bücher
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Last Update: 09.01.2012 13:04
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