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Donnerstag, 8. Dezember 2005 23:49

Die Chroniken von Narnia

Auf diesen Kinobesuch freute ich mich aus vielerlei Gründen. Erstens wollte mein Schatz niemanden mit seinem Virus anstecken, also hatte er für mich den Auftrag, ihn zu vertreten. Das lasse ich mir doch nicht zwei Mal sagen, wo ich doch so selten ins Kino komme. Zweitens hatte ich schon über die Trickaufnahmen gehört: Die Entwicklungszeit für den Löwen Aslan hatten zwei Jahre gedauert. Und drittens soll das Kino im Forum am deutschen Museum neueste digitale Technik anwenden. Das muss man doch mal erlebt haben.

Also stiefelte ich trotz hartnäckigem Husten ins Forum der Technik, um mir mit ein paar Leuten vom Trekdinner den Film "Die Chroniken von Narnia" anzusehen. Am Anfang hatte ich schon schlimmstes befürchtet, denn das Forum der Technik roch muffig, auf den Seitenwänden lag zentimeter-dicker Staub und die Vorfilme wurden durch nicht behobenen Leinwandfehler (die mir damals schon aufgefallen waren, als es das IMAX noch gab, und inzwischen sind es ein paar mehr geworden) sowie einem weißen Lichtstreifen senkrecht in der Bildmitte verdorben. Ich dachte, wenn das die neue digitale Technik sein soll, dann gute Nacht.

Allerdings wurde ich dann doch äußerst positiv überrascht, zumindest von der technischen Seite: Die Bildqualität war BRILLIANT, ohne die lästigen Staubfetzen und Kratzer, die auf Zelluloid-Filmstreifen nach einigen Wochen des Vorführens durchaus normal sind, konnte man die exquisiten Trickaufnahmen genießen. Achtung, SPOILER! Die 2-jährige Entwicklungszeit des Löwen Aslan hat sich gelohnt, er war großartig, wenn man auch den Eindruck hatte, dass bei den anderen Tieren nicht die gleiche Sorgfalt betrieben wurde. Die Hybriden aus Schauspielern und computeranimierten Tierkörpern (z. B. Faune und Zentauren) waren meisterhaft und eine echte Augenweide.

Nun besteht ein Film jedoch nicht nur aus Special Effects, sondern hat - normalerweise jedenfalls - auch noch eine Story. Diese war doch eher dürftig und bediente jedes Klischee, das man von einer Fabelwelt mal aufgeschnappt hat. Auch wenn die Romanvorlage bereits 1950 geschrieben wurde, denke ich nicht, dass sie damals bereits nicht mehr so ganz neu waren. Das Bieberpaar scheint das einzige zu sein, das nicht aus ferner Vergangenheit stammt, denn die Unterhaltung erschien mir typisch-modern-stereotyp für ein altes Ehepaar. Der Beginn des Films war eher schleppend, bis die vier Kinder ENDLICH in Narnia waren. Aber dann nahm der Film doch an Fahrt auf und war recht kurzweilig. Allerdings konnte ich mir ein entsetztes "Nein!" nicht verkneifen, als plötzlich der Weihnachtsmann auftauchte und meiner Meinung nach den Film vollends ins Lächerliche zog. Außerdem fand ich den Weihnachtsmann NULL sympathisch. Zwei Mal habe ich mich tierisch erschrocken, was einem meiner Begleiter ein breites Grinsen entlockte.

Was die finale Schlacht anbelangt... Ich bin Pazifist und kann deshalb mit solchen Bildern absolut gar nix anfangen. Ich sehe dann nur noch gequält auf die Leinwand und hoffe, dass das alles schnell vorbei ist. Bei den schnellen Bewegungen leiden dann auch die Effekte, denn man kann die Details vor lauter bewegten Verwischungen nicht mehr erkennen, was sehr schade ist bei der Vielzahl der Kreaturen, die hier aufeinanderprallten. Und dann die weiße Hexe... Ihr Oberkörper wirkte in den Kleidern einbetoniert, nachdem das dritte Kleid ebenfalls so aussah, dachte ich mir, dass das wohl Absicht war. Aber bei ihr passte wenigstens das immens hohe Maß an Unsympathie.

Bleibt noch die schauspielerische Leistung. Die kleine Lucie (Georgie Henley) war wirklich herzallerliebst mit ihren riesigen Kulleraugen und auch Edmund (Skandar Keynes) überzeugte als Unruhestifter. Aber bei Peter (William Moseley) hatte ich zuweilen den Eindruck, er müsse sich das Grinsen verkneifen, wenn er doch tiefbewegt dreinblicken hätte müssen. Die weiße Hexe wurde von Tilda Swinton hingegen grandios verkörpert.

Fazit: Ein Film mit vielen Schwächen, aber auch mit vielen Stärken. Durchaus sehenswert, aber ich bezweifle dennoch, dass er an den Erfolg von Harry Potter anknüpfen können wird. Es bleibt abzuwarten, ob die nächsten sechs Romane ebenfalls noch verfilmt werden.

Themen: Kino | Freunde
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