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Donnerstag, 25. Oktober 2007 11:06

Buch: Verschlusssache Jesus - Michael Baigent und Richard Leigh

Wahrlich ein Titel, der neugierig macht. Der Untertitel von Verschlusssache Jesus lautet "Die Wahrheit über das frühe Christentum". Erwartet habe ich neue Erkenntnisse über den Menschen Jesus. Auf dem Covertext wurde sogar angekündigt, dass die Entdeckungen "die römische Kirche erschüttern werden". Das klang doch gut.

In dem Buch geht es in erster Linie um die Schriftrollen vom Toten Meer. Es wird beschrieben, wie diese gefunden wurden und über verschiedene Kanäle wieder zusammengeführt und archiviert wurden. Wie sich die "internationale Gruppe" unter Aufsicht der Ecole Biblique, die wiederum unter der Aufsicht der katholischen Kirche steht, daran machte, die Texte zu übersetzen und zu veröffentlichen... Oder auch nicht... Die Autoren werfen der internationalen Gruppe angeführt von Pater de Vaux vor, die Veröffentlichung zu verzögern und anderen namhaften Wissenschaftlern den Zugang zu verweigern. Als Begründung sehen sie nur eine Möglichkeit, nämlich dass es sich um "äußerst brisantes Material" handeln würde, dass "die Kirche erschüttern" würde.

Gut, Allegros Ansichten, dass die Kirche auf der imaginären Figur Jesus aufbaut, die von einer Gruppe halluzinierender Pilzgiftjunkies ersonnen wurde, ist schon sehr gewagt. *g* Ich persönlich zweifel nicht an der historischen Person Jesus. Aber dennoch denke ich, dass es sich hier weder um brisantes Material handelt, noch dass es die Kirche mehr erschüttert, als es der gesunde Menschenverstand eh schon tut, langsam aber stetig.

Wenn man sich durch die erste Hälfte des Buches durchgekämpft hat und der monotonen Wiederholungen der Namen und der Anschuldigungen nicht überdrüssig geworden ist... selbst mir Siebhirn war das dann doch zu viel... dann gelangt man zu dem Teil, in dem Professor Eisenman recht eindrucksvoll die Parallelen zur Bibel darstellt - was mich nicht weiter wundert - und seine interessanten Rückschlüsse daraus zieht.

Es ist die ganz normale Entstehungsgeschichte der Bibel: Die ersten Texte wurden Ewigkeiten mündlich überliefert, bis sie mal einer aufgeschrieben hat. Sie wurden abgeschrieben und dann wurde mal was weggelassen und hinzugedichtet... So ist das nun mal. Das alte Testament, also die alten Glaubensbekenntnisse und Anleitungen etc. finden sich auch in der jüdischen Tora. Es wurde in Aramäisch und Hebräisch verfasst. Das neue Testament wurde lange nach Jesus' Tod niedergeschrieben, also auch nur mündlich überliefert, deshalb gibt es in den Geschichten auch große Unterschiede, wie das Leben Jesus beschrieben wird (hinzudichten und weglassen). Nicht zu vergessen die unzähligen Übersetzungen und die Übersetzungsfehler, die mittlerweile bekannt geworden sind. Zum Beispiel sprechen wir von dem Kamel, das nicht durch das Nadelöhr passen würde... Dabei war im Original nicht von einem Kamel, sondern von einem Tau die Rede, was auch viel mehr Sinn ergibt... Solche Sachen hätte ich in diesem Buch erwartet.

Es handelt sich eben um Schriftrollen, die erst in unserer Modernen Zeit gefunden wurden und daher bei der Entstehung der Bibel, wie sie uns heute vorliegt, keinen Einfluss finden konnten. Auch ist es kein Geheimnis, dass das Christentum sich vom Judentum abgespalten hat. Dann hat sich die orthodoxe Kirche zur römisch-katholischen aufgespalten, dann kam die evangelisch-lutherische Abspaltung. Und genaugenommen ist der Islam, in deren Koran sich auch viele Textstellen der Bibel wiederfinden, auch nur eine Abspaltung des Juden-/Christentums, der sich widerum in die Sunniten und Shiiten aufspaltete etc. Selbst die Mormonen und Zeugen Jehovas gehören da dazu. Marginale Unterschiede, der Grundgedanke ist der Monotheismus, der wiederum auf Echnaton zurückzuführen ist, nichts weiter. Alles in allem also Institutionen, die - und das ist das wesentliche Merkmal dieser Religionen/Kirchen - von Menschen geschaffen wurden und nun alles tun, um ihre Macht zu erhalten bzw. auszubauen.

Da wird nix erschüttert, schon gar nicht die Kirche. Dazu bedarf es schon ein wenig mehr als die Erkenntnis, dass Saulus/Paulus (ein Spitzel der Römer?) Jesus gottesähnliche Eigenschaften angedichtet hat und der die Gesetze der Urkirche aufzuweichen versuchte, um mehr Menschen missionieren zu können. Und es erschüttert die Kirche auch in keinster Weise, wenn Jesus hier als militanter Zelot statt als friedlicher Essener geoutet wird, was ich doch bezweifel, denn in den Schriftrollen wird Jesus nicht namentlich erwähnt, sondern nur ein "Lehrer der Gerechtigkeit", auch wenn die Rollen eventuell erst nach seinem Tod in den Höhlen von Qumran deponiert worden sind. Klar war Jesus unglaublich charismatisch, politisch engagiert und äußerst unbequem, vielleicht sogar militant. Hätte ihn Pontius Pilatus sonst zum Tode verurteilt?

Nene, wer glauben will, der glaubt. Der glaubt auch, dass Maria Jungfrau war und Jesus göttlich. Da wird nix erschüttert, schon gar nicht die Kirche. Da gibt es viel größere Feinde. Der menschliche Verstand zum Beispiel. Oder die pure Wissenschaft, die niemandem etwas Böses will. Die Tatsache, dass altertümliche Schriften von unschätzbarem Wert von geldgierigen Amateuren ausgebuddelt und in Privatsammlungen verschwinden, bevor sie irgendwelche Wissenschaftler geschweige denn die Öffentlichkeit zu Gesicht bekommen haben, ist in meinen Augen der eigentliche Skandal, den ich in diesem Buch herausgelesen habe.

Thema: Bücher
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Donnerstag, 18. Oktober 2007 15:47

Buch: Jenseits der Quanten - Michael Talbot

Jenseits der Quanten von Michael Talbot war ein ausrangiertes Buch unserer Stadtbücherei, daher auch schon etwas älter, das ich vom Wühltisch mitgenommen habe. Die Quantentheorie - kein Bestandteil des Physik-Leistungskurses - hat mich schon lange fasziniert. Davor haben mich paranormale Phänomene fasziniert und ich habe Sendereihen wie "Zwischen Himmel und Erde" oder "Der X-Faktor" verfolgt. Aber mein analytisches Denken und der Mangel an praktischer Erfahrung hinderte mich schließlich irgendwann daran, an paranormale Phänomene zu glauben.

Bis ich die Bücher "Auf der Suche nach Schrödingers Katze" und "Schrödingers Kätzchen und die Suche nach der Wirklichkeit" von John Gribbin las, zwei wunderbare Werke über die Quantentheorie, in denen nur eine einzige mathematische Formel vorkommt (ich muss zugeben, dass ich die höhere Mathematik nach Abbruch meines Informatik-Studiums nicht weiter verfolgt habe). Bei der Lektüre dieser beiden Bücher kam mir plötzlich in den Sinn, dass durch die Quantentheorie paranormale Phänomene wie Hellsehen/Präkognition, außerkörperliche Erlebnisse, Telekinese und Telepathie eines Tages erklärbar sein müssten. Ich tat diese Dinge also, trotz aller Scharlatanerie, nicht mehr per se als Unsinn ab. Auch aus meiner eigenen Erfahrung und aus Erzählungen mir vertrauter Personen habe ich schon dezente Hinweise erhalten, dass es diese Dinge tatsächlich gibt, wenn auch sehr selten.

Trotzdem machte Gribbin nicht den nächsten Schritt, nämlich diese Gedanken, die mir durch den Kopf gingen, auszusprechen. Ich denke, dass dieses Thema bei einer Mehrzahl der Wissenschaftler verpönt ist, und jeder, der nicht aus diesem elitären Kreis ausgeschlossen werden möchte, sollte das Thema Paranormalität tunlichst meiden.

Den Zusammenhang fand ich erst in diesem Buch von Michael Talbot. Es fängt gleich mit einem Donnerschlag an, denn der Autor hatte selbst in seiner Jugend einen "Poltergeist". In seinem Buch beschreibt er Ansichten über das Bewußtsein, über kollektives Bewußtsein (morphogenetische Felder), über die Unwahrscheinlichkeit, dass das Leben allein aufgrund eines Zufalls entstanden sein soll. Nicht alle phantastischen Erklärungen kann ich so akzeptieren, z.B. dass die Realität erst durch Beobachtung entsteht, aber das liegt in der Natur der Quantentheorie, dass sie auf verschiedene Weise interpretiert werden kann und wir wissen einfach noch nicht, welche Deutung der Wirklichkeit am nächsten kommt. Letzendlich bleibt es eine Glaubensfrage und letztendlich spielt die Quantentheorie in unserem alltäglichen Leben eher eine untergeordnete Rolle. Wer denkt schon über die Funktionsweise eines Transistors nach, wenn er das Radio einschaltet und Musik hört?

Was ich Talbot aber hoch anrechne ist, dass er Kritik an den phantastischen Theorien der zu Wort kommenden Wissenschaftler zulässt, wenn sie über "Das ist doch Unsinn" hinausgeht. So hat man als Leser nicht das Gefühl, diese Theorien annehmen zu müssen, wie das beim Lesen von Charles Berlitz oder - noch schlimmer - Erich von Däniken der Fall ist. Das macht das Buch trotz seiner ungeheuren Ideen glaubwürdig.

Leider nimmt es nur am Rande das Thema Quantentheorie auf. Wer hier kein Vorwissen hat, wird sich mit den angedeuteten Zusammenhängen etwas schwertun. Genausowenig versucht Talbot die paranormalen Phänomene mit der Quantentheorie zu erklären. Konsens bleibt, dass paranormale Phänomene aufgrund der Natur der Quanten möglich sind, und dass sich die moderne Wissenschaft dieser Möglichkeit nicht verschließen sollte.

Sehr bedauert habe ich auch, dass einer der Personen, die sich das Buch aus der Bücherei entliehen hatten, so brav war, seine handschriftlichen Notizen wieder herauszuradieren. Gerade sie, die auf der Seite 162 angebracht waren, als Talbot den wagen Versuch unternahm, die Quantentheorie als Erklärung heranzuziehen, hätte ich interessant gefunden.

Themen: Bücher | Quantentheorie
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Samstag, 13. Oktober 2007 21:28

Ratatouille

Um drei waren wir im Kino zu Ratatouille verabredet. Wir sind aufgrund meines Handicaps wirklich auf den letzen Drücker gekommen. Aber es hat sich trotz starker Schmerzen gelohnt.

Man erlebt es nur selten, dass nach einem Film im Kinosaal geklatscht wird, aber heute war es der Fall. Zu Recht! Ratatouille ist einfach ein Must-See!

Achtung, Spoiler

Remy, eine Feinschmecker-Ratte gerät in die Küche des Pariser Nobelrestaurants Gusteau's, das vor dem Tod des Chefs auch schon bessere Zeiten erlebt hat. Als er entdeckt wird, soll der Küchenjunge Linguini ihn in der Seine ertränken, doch es kommt anders. Die beiden bilden ein Team, das die Gaumen ihrer Gäste zu verwöhnen weiß. Ohne es zu wissen, ist Linguini erbberechtigt, doch der Küchenchef Skinner versucht, die Unterlagen zurückzuhalten, damit er eines Tages das Nobelrestaurant erben kann. Die pfiffige Ratte Remy entdeckt jedoch sein hinterhältiges Spiel und setzt nun alles daran, Linguini zu seinem Erbe und dem Restaurant zu neuem Ruhm zu verhelfen.

Unglaublich herzzerreißende und bewegende Mimik, eine niedliche Story und an den richtigen Stellen garniert mit Humor, das zeichnet diesen wunderbaren Film aus. Fazit: Ein Must-See- und ein Must-Buy-Film :-)

Anschließend waren wir noch im Pizzahut. Leider haben wir auf Anhieb keinen Platz für sechs Personen gefunden. Diesmal hatten wir eine wirklich flotte Bedienung. Und die Cheesy Crust Fun schmeckt auch sehr lecker (98) :-)

Nun liege ich hier auf der Couch, den rechten Fuß in Eispacks gewickelt und mit Voltaren eingeschmiert und Drogen habe ich auch intus... Keine schöne Sache das. Aber mit Bildern von der Schwellung verschone ich euch. Fehlt nur noch, dass alles grün und blau ist. Wahrscheinlich werde ich am Montag erst mal zum Arzt marschieren. Das sieht echt böse aus...

Themen: Patchwork-Familie | Freunde | Kino
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09.01.2012 13:02 Clicks: 233460

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