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Montag, 30. November 2020 17:01

Verlierer der Coronakrise

Wegen der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht während der Coronakrise - nennen wir es für die betroffenen Branchen lieber Coronakatastrophe - werden viele wirtschaftlichen Kollateralschäden erst verzögert zum Vorschein kommen. Manche Geschäfte mögen sich aus eigener Kraft wieder derappeln, andere werden Insolvenz anmelden müssen. Allerdings ist eine Insolvenz nicht gleichbedeutend mit Abwicklung der Firma. Es besteht dann immer noch die Hoffnung, dass im Zuge des Insolvenzverfahrens eine Sanierung gelingt.

Hier möchte ich einfach nur Links aufführen von betroffenen Branchen und glaube, dass sich alle prinzipiell gesunden Unternehmen auch wieder erholen werden.


Updates

Süddeutsche (07.12.2020): Die Messe München baut massiv Stellen ab

Zeit (29.12.2020): Urlaub machen im Warenhaus: Überall im Land veröden die Innenstädte, Corona beschleunigt ihren Niedergang

ntv (02.01.2021): Tausenden Läden droht das Aus: Handel stellt sich auf lange Schließung ein

Süddeutsche (02.01.2021): Wirtschaftsminister Altmaier will Hilfsprogramm für die Innenstädte

FAZ (09.01.2021): Friseuren geht die Puste aus - Wo bleibt die "Sofort"-Hilfe? - zu bürokratisch und kompliziert

BR24 (11.01.2021): Click & Collect startet in Bayern: Das sind die Bedingungen - online bestellte Waren im Laden abholen

muenchen.de (11.01.2021): Bestellen und abholen: Click and Collect für Einzelhandel seit 11.1. in Bayern erlaubt

Utopia (19.01.2021): Wegen Corona: In Deutschland drohen 500 Millionen neue Kleidungsstücke vernichtet zu werden

Tagesspiegel (27.01.2021): Lockdown wirft Galeria Karstadt Kaufhof zurück in die Krise - Onlinehandel vernachlässigt

ntv (30.01.2021): "Licht an!" am Sonntag Aktion deutet auf Lage der Friseure hin

Tagesschau (31.01.2021): Unverkaufte Textilien: Spenden teurer als entsorgen - deutsches Steuerrecht

Spiegel (05.02.2021): Deutsche Industrie verzeichnet starken Auftragsrückgang

Süddeutsche (09.02.2021): Messe München streicht jede vierte Stelle

ntv (10.02.2021): Brauer schütten Bier für Millionen Euro weg

Heise (12.02.2021): Riesenleinwand für Gaming: Spieler mieten leere Kinos

Heise (24.02.2021): Geduld des Handels ist am Ende: Klagewelle gegen Lockdown rollt

Telepolis (08.06.2021): Frühling für Kinofans - falls getestet, geimpft oder genesen

Heise (30.06.2021): Zum ersten Juli – bundesweit öffnen die Kinos


Capitol Programmkino in Unterschleißheim: Virtueller Capitol Kino-Shop, um das Kino zu unterstützen

Thema: Corona
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Montag, 23. November 2020 19:43

Race to the Bottom

So nannte es ein Heise-Forist, wenn BWLer bei der Produktion von Waren immer mehr den Rotstift ansetzen, um die Produkte billiger und billiger und billiger zu machen. Und es ist doch tatsächlich so, dass man das Gefühl nicht los wird, dass es nur noch Schrott zu kaufen gibt. Die Waschmaschine meiner Eltern hat bestimmt 20 Jahre, wenn nicht noch länger gehalten. Ich kann mich mit 48 Jahren gar nicht mehr erinnern, wieviele Waschmaschinen ich überhaupt bisher besessen habe. Angeblich gibt es keine geplante Obsoleszenz, aber die Qualität wird so weit herabgesenkt, dass es vom Verbraucher gerade so noch akzeptiert wird.

Und wenn die Reparatur teurer ist, als sich ein neues Gerät anzuschaffen, dann landen die Dinger halt auf dem Sperrmüll. Dabei müsste hier doch ein Umdenken stattfinden. Reparaturen sollten sich lohnen, nicht nur für die Umwelt, sondern überhaupt. Wenn man die Geräte so baut, dass sie nach zwei Jahren zwar prinzipiell noch funktionieren, sich der Akku aber nicht tauschen lässt oder es keine Updates mehr gibt, der gehört so massiv besteuert, dass sich dieser Trend wieder umkehrt.

Ich sehe es auch als großes Problem, wenn die Produktion immer mehr ins Ausland verlagert wird. Billige Arbeitskräfte dort, die ohne soziale Absicherung schuften... Damit können wir eben nicht wirklich konkurrieren, auch wenn Hartz IV sein Bestes getan hat die letzen Jahrzehnte. Aber es wandert auch das Know-How aus. Die brauchen doch gar keine Industriespionage mehr zu betreiben, wenn ihnen alles frei Haus geliefert wird. Und was passiert im Westen? Wir verlernen die Innovation. Aber vielleicht ändert sich das langsam. Ich würde es begrüßen, wenn die Produktion wieder mehr ins Inland verlegt würde. Die kann man auch durch Automation und Innovation billiger machen.

Aber es sind auch die Verbraucher schuld. Ich meine jetzt nicht diejenigen, bei denen am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist, die haben keine Wahl. Aber es gibt auch Leute, die eigentlich ganz gut Geld haben, und trotzdem in Kaufrausch verfallen, wenn es irgendwo Angebote gibt. Ich sage nur "Black Friday". Ich meine, ich bin schon sehr lange Konsumverweigerer. Ich hasse es zu shoppen und für mich ist es kein Vergnügen, durch irgendwelche Malls zu schlendern und Sachen zu kaufen, die ich gar nicht brauche. Wenn etwas im Angebot ist, und ich es nicht brauche, werde ich es also trotzdem nicht kaufen. Und ich kaufe auch nichts mehr auf Vorrat, denn wer braucht schon zig Glühbirnen im Keller, die in die neuen Lampen dann gar nicht mehr reinpassen, weil jedes Modell ein anderes Leuchtmittel braucht. Oder Knopfzellsortimente. Ich brauche fu***ing zwei verschiedene Sorten, maximal, der Rest kann mir gestohlen bleiben. Doch dafür muss ich regelmäßig mehr Geld ausgeben, als für diese Riesenblister mit zig Batterien.

Und dann noch Leute, die das Wort "preiswert" inflationär benutzen. Eine Sache ist ihren Preis wert, auch wenn sie eventuell teuer war. Wenn etwas aber billig war und nach einmaligem Gebrauch schon zerbröselt, dann war das zum Kuckuck nicht "preiswert", sondern "billig"!!!

Und jedes Mal, wenn ich jemanden mit einer Primark-Tasche rumlaufen sehe, in der sich vermutlich Wegwerfklamotten befinden, dann denke ich nur seufzend: "Da geht er dahin, unser Planet..."

Also lasst mich mit dem Black Friday in Frieden!


Updates

Standard.at (24.11.2020): Greenpeace: Amazon zerstört weiterhin zurückgegebene und neuwertige Artikel

Heise (28.11.2020): Gegen die Wegwerfgesellschaft: Einfach mal nichts kaufen

Standard.at (28.11.2020): "99-Prozent-Rabatt": Mode-Onlineshop erntet massiven Shitstorm

Heise (02.12.2020): "Geplante Obsoleszenz": Europäische Verbraucherschützer verklagen Apple

Thema: Schöne neue Welt
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Donnerstag, 12. November 2020 20:30

Viren und UV-Licht

UV-Licht im Kapf gegen Corona wurde häufig diskutiert. Letztendlich hatte ich von Anfang an die Rolle von natürlichem UV-Licht eher als gering eingeschätzt, schon allein deshalb, weil sich SARS-CoV-2 in warmen Ländern wie Italien und im Iran mit mehr Sonneneinstrahlung auch super ausbreiten konnte. Das allein konnte also nicht die Lösung sein.

Gleichwohl kann man mit UV-Licht aber Viren gezielt abtöten, sozusagen Desinfektion ohne Chemie.


Updates

Spektrum (16.04.2020): Was das Wetter für die Epidemie bedeutet

ntv (30.04.2020): Wärme und viel UV-Licht: Besiegt der Sommer das Coronavirus?

ntv (29.05.2020): Mehr Hygiene im Reiseverkehr: UV-Licht soll Viren an Bahnhöfen töten

Galileo.tv (11.08.2020): Mit Licht gegen Corona: Wo UV-Strahlung schon Keime und Viren vernichtet - inkl. Video (47 Minuten)

ÄrzteZeitung (09.11.2020): Mit UV-C-Licht und Ozon gegen Corona – bringt das etwas? - Podcast (15 Minuten)

Heise (18.11.2020): Signify und Edeka desinfizieren Supermarkt mit UV-Lampen

Heilpraxisnet (17.12.2020): COVID-19-Ausbreitung nimmt mit sinkenden UV-Werten zu

Heise (22.03.2021): Der Frühling und Corona: Wie saisonale Effekte auf das Virus wirken

Deutschlandfunk (10.04.2021): Weniger Corona-Tote in sonnigen Gebieten

Süddeutsche SZ+ (16.06.2021): Den Sommer mag das Virus nicht

Spektrum (17.06.2021): Der Sommer bremst die Pandemie stärker als gedacht



Universität Duisburg-Essen (01.09.2020): Mit UV-Licht gegen Corona - Link zur Studie: Susceptibility of SARS-CoV-2 to UV irradiation

Thema: Corona
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Sonntag, 8. November 2020 22:49

Erleichterung

Ich muss es doch tun. Ich muss darüber schreiben, wie erleichtert ich bin, dass Dump Trump nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten ist.

In den letzten Tagen konnte man eigentlich keine News mehr lesen. Zuerst wurde nur über die neuen Rekorde der Corona-Neuinfizierten geschrieben und sich dazu irgendetwas aus den Fingern gesaugt. Es gibt nur noch eine Nachricht, die mich zu diesem Thema interessiert: Der erste Impfstoff hat die Phase III bestanden und kann endlich verteilt werden. Vielleicht würde mich noch interessieren, dass es ein wirksames Medikament gibt, das ist aber bei Viren generell schwierig, weshalb ich hier mehr Hoffnung auf die Impfstoffe setze, und da wird es mehrere von vielen Firmen geben.

Und dann überschlugen sich die Nachrichten natürlich zu den US-Präsidentschaftswahlen. Vermutlich, weil sie diesmal eine der wichtigsten US-Präsidentschaftswahlen der Geschichte der USA waren. Oder zumindest seit ich mich dafür interessiere. Deshalb war mein täglicher Streifzug durch den Blätterwald immer recht kurz, denn das ganze Glaskugel- und Schlammschlacht-Geschreibe interessierte mich null. Und Radio hören oder Fernsehen, das tun wir eh so gut wie nie.

Ich hatte die ganze Zeit nur noch einen Tab zu diesem Thema offen, und zwar auf New York Times Presidential Election. Den habe ich alle paar Stunden aktualisiert, weil die Verdammte Drecks-US-Wahl bzw. die Auszählung sich über Tage hinzog. Spannend wurde es erst am Freitag, als weiter unten unter der Überschrift "Tracking the vote count" Biden in Georgia und kurz darauf in Pennsylvania das Trumpeltier überholte. Von da an wagte ich zu hoffen, dass wir den Typen endlich loswerden könnten. Es dauerte dann aber immer noch bis Samstag, bis CNN verkündete, dass Biden so viele Electoral votes für sich gewinnen konnte, dass Trump ihn rechnerisch nicht mehr einholen kann. Die Auszählung dauert nach wie vor an.

Trump ist auf Twitter unangenehm aufgefallen und es wurde vielfach darüber spekuliert, wie er mit einer Niederlage umgehen würde. Ob man ihn mit Gewalt aus dem weißen Haus entfernen müsste? Es dürfte ein Problem werden, wenn mit der Präsidentschaft auch seine Immunität endet... Aber er könnte noch zurücktreten und Mike Pence könnte ihn begnadigen. Oder schlimmer, Joe Biden könnte ihn begnadigen.

Trump fabuliert ja ständig über Wahlbetrug. Doch weder die CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) fand Wahlbeeinflussung durch Russland noch die OSZE-Beobachter fanden Ungereimtheiten, wobei ich mich frage, ob 30 statt 500 OSZE-Beobachter ausreichend sind. Und auch die Behauptung, dass es in manchen Wahlkreisen mehr Stimmen als Eingetragene Wähler gegeben haben soll, ist Unfug. Dort hatte man nur versehentlich veraltete Wählerlisten herangezogen, der Fehler wurde korrigiert. Und es stimmt auch nicht, dass man bei der Briefwahl den Wahlzettel unterschreiben muss, man unterschreibt den Umschlag.

Das Wahlsystem in den USA ist eh so eine merkwürdige Sache (z.B. das Gerrymandering). Es fängt schonmal damit an, dass das Wahlrecht nicht in der Verfassung garantiert ist. Deshalb können mit diversen Tricks ganze Bevölkerungsteile von der Wahl ausgeschlossen werden. Und so etwas nennt sich Demokratie. Sowas würde man woanders erwarten, aber doch nicht bei der ältesten Demokratie der Welt. Bevorzugt trifft dies auch Wähler, die voraussichtlich die Democrates wählen würden, weshalb es mich überhaupt wundert, dass es ihnen regelmäßig trotzdem gelingt, den Präsidenten zu stellen. Und hin und wieder ist es passiert, dass die Democrates mehr Einzelstimmen erhielten als die Republicans, und trotzdem haben die Republicans wegen "The Winner Takes it all" und den Swing States am Ende die Wahl gewonnen...

Wer sich näher über das US-Wahlsystem informieren möchte, der kann dies in dem Artikel der Süddeutschen nachlesen. Wer lieber Videos guckt, kann Die Anstalt vom 3. November 2020 anschauen (Minute 5-12 und 23-40, das Gender-Sprache-Zeug dazwischen kann man vorspulen).

Und bei dem ganzen Spektakel ist eine gute Nachricht völlig untergegangen, nämlich dass die EU einen Rechtsstaatsmechanismus schafft, mit dem Staaten mit undemokratischen Tendenzen wie Orbanistan und Polen die Gelder gekürzt werden können. Die Mühlen der Demokratie mahlen langsam, aber sie tun es.

Wie geht es weiter?

Ich habe von Joe Biden bisher nur ein Interview und das erste TV-Duell gesehen. Da machte er auf mich aber immer einen guten Eindruck, sehr eloquent, auf jeden Fall um Welten besser als Trump. Aber es wird nicht ausreichen, nicht Trump zu sein. Trump wird ja nachgesagt, kein Kriegstreiber zu gewesen zu sein. Das mag stimmen, dennoch ist das Whataboutism und auf der Negativseite stehen so massig Argumente, die gegen Trump sprechen, dass ich heilfroh bin, dass er nun endlich weg ist. Natürlich hätte ich mir einen Bernie Sanders gewünscht, oder zeitweise fand ich Elizabeth Warren ganz gut. Aber die Angst vor Socialism ist in den USA zu weit verbreitet, die Kandidaten hätten vermutlich (also die Democrates vermuten das) kaum Chancen gehabt.

Dennoch bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ob Joe Biden die Liste der Militärinterventionen der USA weiter fortführen wird, bleibt abzuwarten. Das ist zwar US-Tradition, sich überall auf der Welt einzumischen (nennt sich "Sicherheitspolitik"), und der US-Präsident hat hier als Oberbefehlshaber der Streitkräfte eine enorme Einflussmöglichkeit. Aber es ist auch hier ein demokratischer Prozess, der abläuft, d.h. der Präsident wird beraten (oder belogen) und trifft dann eben seine Entscheidungen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hinter jeder Militärintervention der USA auch ein Machtspiel des Pentagons steckt, nur dass nicht jeder US-Präsident eine so offensichtliche Marionette ist/war, wie George W. Bush. Wollen wir mal die Hoffnung nicht aufgeben.

Am Ende möchte ich doch noch auf eine Nachricht hinweisen, die mich emotional sehr berührt hat. CNN-Kommentator Van Jones war zu Tränen gerührt, als Joe Biden als Sieger feststand. Seine Worte drücken auch meine Gefühle aus, mehr noch, sie sprechen die Erleichterung all der US-Amerikaner aus, die von der zerstörrerischen Politik von Trump direkt betroffen gewesen waren und nun auf eine bessere Zukunft hoffen können.

Vielen Dank!


Updates

New York Times (27.11.2020): Why Did So Many Americans Vote for Trump?

New York Times (03.03.2021): Targeting State Restrictions, House Passes Landmark Voting Rights Expansion - For the People

Tagesschau (28.04.2021): Bidens Zwischenbilanz: 100 Tage Unaufgeregtheit

ntv (28.04.2021): 100 Tage US-Präsident: Biden überrascht sie alle

Themen: Schöne neue Welt | News
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Mittwoch, 4. November 2020 20:21

Chippen

So sieht das übrigens nach fünf Tagen aus, wenn die Wunde vom Chippen beim Pferd verheilt. Die Kanüle, mit der der Chip in den Muskel gebracht wird, hat einen Durchmesser von ca. 3 Millimeter. Eine Impfspritze hingegen hat einen Durchmesser von weniger als 1 Millimeter. Da passt so ein Chip (2x12 mm) gar nicht durch! Vielleicht würde ein µ-chip (0,05x0,05mm) durchpassen. Aber solche RFID-Chips haben keine eigene Stromquelle und können nur in 30 cm Entfernung ausgelesen werden. Mehr nicht.

Aber das überschreitet wohl den Horizont mancher Mitmenschen. Gibt es ein besseres Argument, in Zukunft wieder mehr in Bildung zu investieren, liebe Regierung?


Updates

Standard.at (23.11.2020): Vergleich mit Sophie Scholl: Massive Empörung über Rednerin auf Corona-Demo

Ach ja, und Geschichtsunterricht... Der ist auch wichtig!

Telepolis (08.12.2020): Grundschüler: Nachholbedarf in Mathematik und den Naturwissenschaften

Thema: News
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Dienstag, 3. November 2020 20:25

Lockdown nutzt doch nichts

Das wird gerne mal behauptet. Aber wenn man nach China schaut, da gab es in Wuhan den härtesten Lockdown der Welt und die haben das Virus jetzt im Griff und auch die Todeszahlen gehen kaum noch nach oben. Aber aufgrund unseres Grundgesetzes und unserer Verständnis für Menschenrechte ist das so ohne weiteres nicht durchführbar. Wir leben eben nicht in einer Diktatur.

Oft wird von Lockdown-Gegnern das Argument gebracht, dass der R-Wert bereits vor den Maßnahmen im Frühjahr bereits zurückgegangen wäre, sich das Virus also ganz von allein getrollt hat. Eine Erklärung hierfür war, dass bereits vor den Maßnahmen die Leute ihre Mobilität eingeschränkt hätten, was auch anhand von Gugl-Bewegungsdaten nachgewiesen wurde.

Ich mag die Art, wie Christian Drosten im NDR-Podcast die komplizierten, wissenschaftlichen Zusammenhänge versucht, einfach verständlich zu erklären. Aber weil er von den Medien zu oft aus dem Zusammenhang zitiert und ihm das Wort im Mund herumgedreht wurde, meidet er diese inzwischen - zu Recht. Um so erfreuter war ich, dass er einen tollen Vortrag beim Windthorst-Abend in Meppen gehalten hat. Dort greift er genau dieses falsche Argument der Lockdown-Gegner auf und erklärt es anhand der Positiv-Testrate (ca. Minute 24 bis 28), die sehr wohl erst nach den getroffenen Maßnahmen nach unten ging.

Lockdown bringt sehr wohl etwas! Also durchhalten!


Updates

Youtube Ranga Yogeshwar (22.04.2020): War der Lockdown umsonst?

Süddeutsche (17.01.2021): Zero Covid: Die Null als Ziel

Volksverpetzer (03.02.2021): Faktencheck: Wo Marlene Lufen Recht hat & wieso ihr Querdenker applaudieren

Spiegel (13.02.2021): Britische Corona-Variante: Melbourne will dritte Welle mit neuem Lockdown verhindern

Tagesspiegel (12.05.2021): Experten sind überzeugt – Corona-Pandemie hätte verhindert werden können

Heidelberg24 (02.06.2021): Corona-Lockdowns: Wie sinnvoll waren sie? Brisante Studie überrascht

Thema: Corona
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Sonntag, 1. November 2020 17:01

Vorbilder für das nächste Mal

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt Länder, die kommen wesentlich besser durch die Pandemie, als andere. Dafür gibt es Gründe. Taiwan beispielsweise hat sehr früh keine Einreisen mehr aus Wuhan bzw. dem chinesischen Festland mehr zugelassen und früh konsequent getestet und in Quarantäne geschickt, während in Deutschland noch munter durch die Welt gereist und aus aller Welt eingereist wurde. Neuseeland macht das auch ganz gut. Aber die beiden Länder haben natürlich den Vorteil, dass es sich hierbei um Inseln handelt und Einreisekontrollen viel einfacher durchführbar sind.

Wenn man sich die roten Punkte bei Johns Hopkins University ansieht, fällt es krass auf, dass das Virus sich in den USA viel schneller ausbreitet als in Canada. Dort wurde nicht so früh wieder geöffnet wie in den USA. Und sie haben natürlich den Vorteil der geringeren Bevölkerungsdichte.

Die meisten Länder hatten keinen Plan in der Schublade und wurden kalt erwischt. So hat Deutschland seine Masken- und andere Medizinproduktvorräte im Februar noch großzügig an China gespendet. Man hilft ja. Auch anschließend agierte Deutschland wie die meisten Länder teilweise chaotisch und planlos, was auch am Föderalismus liegt und ironischer Weise auch an unserem viel-kritisierten Rechtssystem. Ordnung gibt es eben nur in einer Diktatur.

Gemessen an den Toten pro Bevölkerung (laut JHU) kommen wir bisher aber noch relativ gut weg, ähnlich wie Dänemark. Die Länder, die nun die Situation am besten unter Kontrolle haben, sind die asiatischen, die bereits Erfahrung mit SARS1 gemacht hatten und das Virus von Anfang an wesentlich ernster genommen haben.

Vielleicht haben wir bei der nächsten Pandemie dann auch einen Plan. Dann müssen wir nicht nochmal die Chaostheorie in der Praxis testen...

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Zeit (09.11.2020): Corona-Maßnahmen in Asien: Von Asien lernen

South China Morning Post (21.11.2020): Coronavirus: why are Western countries like the US and Britain still not learning from Asia’s success? - is it just plain arrogance?

Futurezone (21.11.2020): Wir haben es versemmelt

FAZ (22.11.2020): Was die Asiaten besser machen - Keine allgemeine Zauberformel, Insellage nicht per se von Vorteil, siehe UK

Tagesschau (23.11.2020): Asien und seine Corona-Strategien - Testen, Tracking, Cluster

Nature (25.11.2020): How Iceland hammered COVID with science

Spektrum (26.11.2020): Rückwärts Kontakte verfolgen, um vorwärts zu kommen

Cell (04.12.2020): Pandemic Vaccines: How Are We Going to Be Better Prepared Next Time?

Telepolis (11.12.2020): No Border - More Corona

ntv (11.12.2020): Desaströser Covid-Bericht: Haben WHO und Italien etwas verschwiegen? - Pandemieplan von 2006

Guardian (12.12.2020): 'The virus is moving in': why California is losing the fight against Covid - Despite aggressive early lockdown measures, cases and deaths are now surging. How did things get so bad?

Tagesspiegel (16.12.2020): Jetzt droht das Corona-Fiasko: Was Deutschland im Corona-Sommer verschlafen hat

FAZ (19.12.2020): Manifest europäischer Forscher: "Wir könnten in vier Wochen am Ziel sein"

Spiegel - Video 3 Minuten (19.12.2020): In Wuhan blüht das Nachtleben wieder auf

Süddeutsche (20.12.2020): Deutschland hat das Virus unterschätzt

ntv (23.12.2020): Nicht korrigierbar, irreparabel: Armin Laschet bittet um Verzeihung

Tagesspiegel (24.12.2020): Lockdowns funktionieren – wenn man sie nur rechtzeitig beschließt

New York Times (29.12.2020): The coronavirus pandemic is "not necessarily the big one," senior W.H.O. official says.

Zeit (30.12.2020): Die kleine Antwort führt oft ins große Unglück

Spiegel (04.01.2021): Lockdown in der Coronakrise: Alles schließen - in der Praxis wohl nicht umsetzbar

New York Times (12.01.2021): Imposing strict measures faster could have saved tens of thousands of lives in Europe, a C.D.C. report says.

New York Times (18.01.2021): Covid Response Was a Global Series of Failures, W.H.O.-Established Panel Says

Heise (26.01.2021): Plan der EU: Impfstoffe für die aktuelle und die nächste Pandemie

New York Times (15.02.2021): Scientists Are Trying to Spot New Viruses Before They Cause Pandemics

MDR (22.02.2021): "ZeroCovid" und "NoCovid": Zwei sehr verschiedene Konzepte

Tagesschau (23.02.2021): "ControlCOVID"-Strategie: Wie das RKI lockern will

Thema: Corona
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