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Sonntag, 29. März 2020 17:01

Wirtschaft vs. Menschenleben

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Der Shutdown ist für unsere Wirtschaft eine absolute Katastrophe, obwohl er in Deutschland noch relativ milde praktiziert wird, nicht so wie in einem totalitären Staat wie China. Die Arbeitslosenzahl geht sprunghaft in die Höhe. Dafür haben sich die Arbeitsämter gewappnet, indem die Bedarfsprüfung vorläufig nach hinten verschoben wurde, um der Flut der Anträge erst einmal Herr zu werden und schnell Gelder fließen lassen zu können. Und es wird auch viele Insolvenzen geben, insbesondere bei den kleinen Betrieben und Selbständigen, die es jetzt als erstes trifft. Es ist eine Katastrophe!

Aber der Preis dafür, den Virus nicht durch diese harten Maßnahmen eindämmen zu wollen, damit die Wirtschaft keinen so großen Schaden nimmt, wäre in meinen Augen zu hoch. Denn dem Virus einfach seiner Natur gemäß freien Lauf zu lassen, würde 100.000den, wenn nicht sogar Millionen Menschenleben fordern. Mein moralischer Kompass sagt mir, dass das falsch wäre. Und wenn sogar Leute wie Boris Mr. Brexit Johnson oder Donald Dump Trump sowas einsehen und nicht mehr von Herdenimmunität faseln, die zu einer humanitären Katastrophe undenkbaren Ausmaßes führen würde, und sogar 1000-Dollar-Checks regnen lassen wollen... Würde sich das neue Coronavirus ungebremst ausbreiten, würde auch das einen immensen wirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen. Um den kommen wir also gar nicht herum.

Der Turbokapitalismus und seine Globalisierung gepeitscht durch das Kredo des Neoliberalismus hat zu einem weltweiten Wirtschaftssystem geführt, das im Diktat der Gewinnmaximierung und Kostenoptimierung nichts anderes wurde als ein weltumspannendes, auf Kante genähtes Luftschloss. Dieses Kartenhaus wurde jetzt zum Einsturz gebracht. Und ich bin überzeugt, dass dies in absehbarer Zeit auch so passiert wäre. Der neue Coronavirus war hier nur ein Brandbeschleuniger.

Wir haben also die Wahl zwischen einer schlimmen wirtschaftlichen Katastrophe mit einer abgemilderten humanitären Katastrophe oder zwischen einer abgemilderten wirschaftlichen Katastrophe mit einer schlimmen humanitären Katastrophe. Aber die Katastrophe wird so oder so kommen.

Menschenleben retten hat für mich oberste Priorität!

Weil unser Staat seit Jahrzehnten auch diesem neoliberalem Kredo folgt, gleich welcher Parteifarbe, wurde unser Gesundheitssystem kaputtgespart. Das fliegt und jetzt sowas von um die Ohren. Trotz aller Anstrengungen, sich jetzt noch auf die zu erwartende Flut von COVID-19-Patienten zu wappnen, fehlt es an Material, an Beatmungsgeräten, an Pflegepersonal. Es ist zum Kotzen! Das bedeutet, dass wir sehr, sehr, sehr viele Tote zu beklagen haben werden, egal, was wir jetzt noch unternehmen. Aber jedes Leben, das wir durch geeignete Maßnahmen retten können, ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft, für unsere Herzen, für unsere Zukunft!

Die Wirtschaft wird das überleben. Sie wird sich erholen. Es wird ähnlich sein, wie nach einem Krieg. Die Leute streben nach Normalität, mutige Menschen werden wieder Geschäfte eröffnen, es wird wieder aufwärts gehen. Vielleicht spricht man eines Tags vom zweiten Wirtschaftswunder.

Das beginnt ja schon jetzt, bevor uns der Tsunami in Zeitlupe trifft. Menschen nähen Atemmasken und verkaufen sie über etsy. Brauereien stellen plötzlich Desinfektionsmittel her. Firmen, die vorher etwas anderes hergestellt haben, produzieren plötzlich medizinische Atemschutzmasken oder (Teile von) Beatmungsgeräten. So flexibel und leistungsfähig ist unsere Realwirtschaft. Ich bin nur noch am Staunen, was alles möglich ist!

Um was es nicht schade wäre: Das unsägliche Finanzsystem, bei dem sich einige wenige Egomanen die Taschen voll stopfen. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!

Für mich ist das Finanz- und Bankensystem eine riesige, zum Platzen vollgesaugte Zecke, die sich an der Realwirtschaft festgebissen hat. Und vielleicht ist jetzt der Augenblick gekommen, an dem diese Zecke endlich platzt. Ich würde ihr keine Träne hinterherweinen.

Also durchhalten! Nach Regen folgt immer Sonnenschein. Und hey, wir haben Strom, Wasser, Internet! Immer das Positive sehen!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Tagesspiegel (01.05.2020): Schwedens Wirtschaft leidet auch ohne Lockdown, vermutlich weil Menschen wegen der ungewissen Zukunft sich beim Konsum stark zurückhalten

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (13.05.2020): Studie mit dem ifo Institut "Gemeinsame Studie berechnet gesundheitliche und wirtschaftliche Szenarien zur Lockerung der pandemiebedingten Beschränkungen"

Telepolis (27.05.2020): Zwischen Pest und Cholera

Süddeutsche (20.06.2020): Corona-Schäden: Wo es der Wirtschaft besonders wehtut

Telepolis (13.07.2020): Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Lockdowns (Meiner Meinung nach wird die Krankheit hier aber verharmlost.)

Spiegel (23.07.2020): GfK-Konsumbarometer steigt deutlich - Verbraucher lassen Corona-Schock hinter sich - die Wirtschaft wird sich wieder erholen

Zeit (30.07.2020): Deutsche Konjunktur bricht um 10,1 Prozent ein

Zeit (30.07.2020): US-Wirtschaft schrumpft um 32,9 Prozent

Heise (31.07.2020): Corona-Krise: Drastischer Konjunktureinbruch in der Eurozone

Süddeutsche (31.07.2020): Wirtschaftszahlen für Deutschland sind katastrophal, dennoch besteht Hoffnung

Telepolis - Kommentar von Sikkimoto (01.08.2020): Dolchstoßlegende: Die Wirtschaft hing auch vor Corona schon an seidenem Faden. Dass der Corona-Shutdown die Wirtschaft abwürgt, lenkt von dem tatsächlichen Versagen des neoliberalen Wirtschaftssystems / des Turbokapitalismus ab.

Telepolis - Kommentar von Artur_B (01.08.2020): Keynesianismus gefragt: In Infrastruktur, erneuerbare Energie und sozialen Wohnungsbau investieren!

Telepolis (08.08.2020): Covid-19 und Lockdown: Was war Regierungen die Rettung von Menschenleben wert? Studie von Britischen Ökonomen von der University of Exeter Business School: theoretisch wurden in Deutschland bis zu 540.000 Menschenleben gerettet, Hinauszögern des Lockdowns in Großbritannien hat viele Menschenleben gekostet

Süddeutsche (12.08.2020): Britische Wirtschaft bricht um mehr als 20 Prozent ein

Süddeutsche (01.09.2020): Trendwende bei der Arbeitslosigkeit naht - Wirtschaftsforscher rechnen mit Wachstum

Heise (26.09.2020): Volkswirte: Wirtschaft erholt sich von Corona-Schock – Risiko bleibt

Tagesschau (30.10.2020): Nach Corona-Einbruch: Deutsche Wirtschaft wächst um 8,2 Prozent - Altmaier rechnet für 2020 allerdings mit einem Rückgang von 5,5 Prozent

Solche Zahlen sind jedoch nicht aussagekräftig, denn es gibt viele Gewinner und auch viele Verlierer.

Telepolis (05.11.2020): Ostasien: Vor allem die Wirtschaft leidet

Süddeutsche (10.11.2020): Wirtschaftsweise erwarten bessere Konjunktur

Neue Zürcher Zeitung (22.11.2020): Kann ein Lockdown der Wirtschaft auch nützen? - Lieber ein Lockdown mit Schrecken als ein Corona-Schrecken ohne Ende

Thema: Corona
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Sonntag, 29. März 2020 10:25

Die Wahrheit

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Mit der Wahrheit ist das so eine Sache. Was ist die Wahrheit eigentlich? Ein Abbild von der Realität? Können wir die Realität überhaupt erfassen? Die Wahrheit ist, wir können es nicht. Das wussten schon die alten Philosophen.

Heute verbreiten sich Nachrichten, Wissen, Halbwissen und Falschinformationen in Echtzeit über den Globus. Es gibt eine Informationsflut, die kein Mensch in seiner Fülle erfassen kann. Auch kein superintelligenter Wissenschaftler. Selbst wenn man 24 Stunden am Tag Nachrichten schauen oder lesen würde, wüsste man die Wahrheit trotzdem nicht.

Das liegt zum einen auch daran, dass wir nur Zugang zu Informationen haben, die wir verstehen. Bei mir ist das Deutsch und Englisch, notfalls auch etwas Französisch und Holländisch. Die am meisten auf diesem Planeten gesprochenen Sprachen Chinesisch (Mandarin), Spanisch, Hindi und Arabisch verstehe ich nicht. Englisch steht auf Platz drei, soviel ich weiß.

Und dann ist es leider so, dass wir dazu neigen, Informationen eher zu glauben, die eher in unser bereits vorhandenes Weltbild passen. Dass dieses grundeigene Weltbild aber kein Abbild der Realität ist, müsste eigentlich jedem vernünfitgen Menschen klar sein. Nur leider ist diese Vernunft nicht so weit verbreitet, wie es wünschenswert wäre.

Dann kommt hinzu: Woher haben Journalisten ihre Informationen? Aber darüber möchte ich gar nicht spekulieren. Nur weiß ich, dass die Pressefreiheit und der Schutz von Whistleblowern ein unendlich kostbares Gut ist, um das die Menschheit auch nach der Coronakrise weiter kämpfen muss.

Und was passiert, wenn sich die Realität sekündlich ändert? Welchen Wert hat dann ein Zeitungsartikel, selbst wenn er online ist und nicht gedruckt am nächsten Tag erscheint? Wenn da steht "In Hintertupfing gibt es 53 Infizierte." Dann ist der Satz schon in dem Moment falsch, in dem er geschrieben wurde. Denn die Wahrscheinlichkeit ist doch, dass es noch mehr Infizierte gibt, die sogenannte Dunkelziffer. Und da nicht alle Personenn in Hintertupfing getestet wurden (gleichzeitig getestet werden können) und die Tests auch einen gewissen Grad der Ungenauigkeit haben, müsste der Satz eigentlich lauten "In Hintertupfing sind derzeit (Datum, Uhrzeit) 53 Personen positiv auf Corona getestet worden, die wahrscheinliche Zahl der Infizierten liegt jedoch darüber, aber niemand weiß, wieviele das tatsächlich sind." Solche Spaghetti-Sätze will man nicht lesen. Das würde alles nur noch mehr verkomplizieren.

Die Wahrheit ist: Da rollte gerade ein Tsunami über uns hinweg in Form eines sich rasant schnell ausbreitenden Virus, von dem wir fast noch nichts wissen, dem wir bloß noch hinterherhinken und zu spät reagieren können und was da genau passiert ist, werden wir erst in Zukunft rückblickend wissen.

Und damit müssen wir im Augenblick leben.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Telepolis (28.05.2020): Wer die Bekämpfung von "Fake-News" finanziert

Telepolis (06.06.2020): Wissen, glauben, zweifeln, hoffen - Wissenschaftler können irren, aber sie können auch Recht haben - Abschied von der Illusion einer begreiflichen Welt

Thema: Corona
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Freitag, 27. März 2020 17:52

Pandemie - Andreas Eschbach

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Nein, keine Buchrezession. Denn diesen Roman gibt es gar nicht. Aber ich fühle mich gerade so, als würde ich inmitten dieses Romans leben. Andreas Eschbach hat schonmal eine disruptive Situation beschrieben, die die Weltordnung geändert hat. Zum Beispiel in "Ausgebrannt" (Link geht zum Drachenwinkel, meine Lieblingsbuchhandlung, weil Amazing ja gerade keine Bücher liefert). Da spielt er durch, was passieren könnte, wenn das Erdöl ausgeht. Und man mal nicht eben nach USA fliegen kann. Und das Plastikgeschirr plötzlich das gute Geschirr ist.

Oder "Eine Billion Dollar", wo er erklärt, dass Geld nicht arbeitet. Meiner Meinung nach sollte das Pflichtlektüre für jeden BWL-Studenten sein. Vielleicht wechseln sie dann und studieren doch was sinnvolles.

Jetzt erleben wir jedenfalls gerade so eine disruptive Zeit. Die wenigstens von uns hätten sich das wohl vorstellen können, dass soetwas jemals passieren könnte. Ich hatte vor wenigen Tagen auch noch gehofft, dass sich die Pandemie aufhalten lassen könnte, schließlich hat man das bei SARS und MERS auch geschafft. Oder dass es vielleicht gar nicht so schlimm ist wie befürchtet, wie die Schweinegrippe.

Aber das ist jetzt unsere neue Realität. Eine unsichtbare Gefahr, die uns eine Heidenangst macht. Aber statistisch betrachtet, ist unser individuelles Risiko sehr gering. Die spanische Grippe hat die Menschheit auch nicht ausgerottet (zwischen 0,015 und 0,03% der Weltbevölkerung sind schätzungsweise daran gestorben). Genausowenig wird es der neue Coronavirus tun. Wir werden uns daran gewöhnen (müssen), genau wie an die Radioaktivität von Tschernobyl und Fukushima, den Krebs und die Autounfälle. Das hat uns auch nicht daran gehindert weiterzuleben.

Ich war in den letzten Tagen etwas in Panik. Vielleicht habe ich zu viel Walking Dead geschaut. Aber ich habe mich irgendwie gefühlt, wie Prinzessin Lea in dem Augenblick, als der Todesstern Alderaan zerstört hat. Aber jetzt geht es mir wieder besser. Auch, weil ich meine Gedanken einfach in meinen Blog klopfen kann. Ich hoffe, euch geht es auch wieder besser! Dann brechen wir mal auf in eine neue Welt nach Corona :)

Everything's going to be okay!
Carl Grimes

Themen: Corona | Bücher | Star Wars | Zombies | Andreas Eschbach
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Donnerstag, 26. März 2020 19:43

Warum der Abstand so wichtig ist

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Wo man hinschaut herrscht Verunsicherung. Man weiß ja auch gar nicht mehr, was wahr ist und was nicht. Es fängt ja schon damit an, dass die offiziellen Zahlen eine hohe Fehlerquote aufweisen, einerseits, weil die Meldungen der Fälle sich eben verzögern (z.B. weil Wochenende ist und die Gesundheitsämter nix melden, andererseits weil Fälle auch noch per Fax gemeldet werden *kopfklatsch*), andererseits weil es auch so eine Dunkelziffer in unbekannter Höhe gibt, weil nicht alle Menschen gleichzeitig getestet werden (können) und die Ergebnisse der Tests ebenfalls Tage brauchen. Da haben wir wohl in Sachen Digitalisierung geschlafen. In Wirklichkeit sind die Zahlen also sehr viel höher. Das kann ganz schön Angst machen.

Was mich gerade sehr traurig macht: Es trifft die Ärmsten und Schwächsten zuerst und am schlimmsten. Menschen in Kriegsgebieten, Flüchtlinge, Obdachlose, Menschen in Ländern mit viel schlechterem Gesundheitswesen als bei uns. Und das weltweit! Es ist so furchtbar!

Wenn mich die Coronakrise erwischt hätte, als ich damals alleinerziehend war, als am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig war, hätte ich dann auch heulend vor dem leergekauften Windelregal gestanden? Wie lange hätte ich das durchgehalten?

Und Freunde, die schon vorher depressiv waren, haben es auch sehr viel schwerer als Menschen wie ich, die chronisch optimistisch sind und in allem immer die positiven Seiten suchen (und auch finden).

Wie geht es mit meiner Reitschule weiter? Mit meinen Lieblingslokalen? Mit meinen Freunden, die selbständig sind? Kann ihnen das massive Geldverteilungssystem, das da gerade aus dem Boden gestampft wurde, irgendwie über die Krise helfen? Wir wissen es nicht.

Aber in der Krise offenbart sich der Charakter. Es gibt Menschen, die sich als Egoisten entlarven. Aber es gibt auch Empathen, die für andere Menschen da sind. Es gründen sich Nachbarschaftshilfen oder auch in der Reitschule gibt es viele Reitschüler, die zwar gerade nicht zu den Pferden dürfen, die aber versuchen, so gut es geht finanziell zu helfen.

Und jeder sucht wohl ein Stück der Normalität, die plötzlich irgendwie verschwunden ist. Nichts ist mehr so, wie es war. Kein Stein mehr auf dem anderen. Alles wird in den nächsten Wochen und Monaten neu geordnet werden. Die Einschränkungen, die wir gerade erfahren, sind notwendig, um tausende Menschenleben zu retten. Um Zeit zu gewinnen, damit

  • viel mehr Menschen getestet werden können.
  • bereits vorhandene Medikamente, die aber gegen diesen neuen Coronavirus helfen, gefunden und sofort angewendet werden können.
  • die Krankenhäuser ihre Kapazität erhöhen können und mehr Menschen das Leben retten können.
  • mehr Beatmungsgeräte, medizinische Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Gummihandschuhe (besteht da auch schon ein Mangel?) hergestellt und verteilt werden können.
  • damit neue Medikamente gefunden werden können, die gegen diesen neuen Coronavirus helfen.
  • zu guter Letzt damit ein Impfstoff gegen diesen neuen Coronavirus gefunden, produziert und verteilt werden kann.

Diese Themen werden uns noch lange beschäftigen und uns auch vorübergehend einen Teil unserer Freiheitsrechte rauben. Aber die bekommen wir wieder zurück. Und wenn nicht, werden wir sie uns zurückholen!

Wie immer gibt es aber nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner. Eine Freundin kann sich gerade kaum vor Online-Aufträgen retten, da viele Lokale auf Liefer- und Abholbetrieb umstellen und auch Kleinbetriebe nun vermehrt Werbung schalten. Die Laufkundschaft ist weg, jetzt muss beworben werden. Das war mir schon in meiner Facebook-Filterblase aufgefallen. Ich glaube, dass alle, die in der IT- und Internet-Branche arbeiten, in Zukunft bessere Karten haben. Weil die Coronakrise uns auch eins deutlich vor Augen führt: Die Digitalisierung darf man nicht verschlafen!

Das alles ist natürlich nur meine persönliche Wahrnehmung ;-) Darf alles nachgegugelt werden.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update Sonntag, 3. Mai 2020:

Ein weiteres Ziel möcht ich hinzufügen: Die Durchseuchung der Bevölkerung bis zu 60-70%, damit eine natürliche Herdenimmunität erreicht wird, sollte dies schneller erfolgen als die Verfügbarkeit eines Impfstoffes.

Themen: Corona | Pferde/Reiten
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Sonntag, 22. März 2020 14:56

Corona-Soforthilfen vom Staat

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Wie ich die letzten beiden Wochen erlebt habe. Es war beängstigend, als in der Firma plötzlich alle ins Homeoffice geschickt wurden. Und die Salz- und Pfefferstreuer in der Kantine weggeräumt wurden, die hälfte der Stühle weggestellt und man sein Tablett mit Besteck und Serviette ausgehändigt bekam, weil wir nicht mehr selbst in die Besteckkästen greifen durften. Seit ein paar Tagen ist die Kantine komplett geschlossen, es gibt nicht mal mehr To-Go-Speisen. Was passiert da gerade?

Homeoffice war irgendwie komisch. Jetzt komme ich an kein Fax mehr. Und die Post? Ich brauche dringend Unterlagen von Behörden für meine Firma. Was mache ich denn jetzt? Vorsichtig frage ich nach und erhalte die Antwort, das die Beantragung nun auch per Mail geht. Ich muss nicht mehr persönlich im Amt antanzen. Wurde die Bürokratie abgeschafft?

Am Donnerstag hatte ich schon Probleme zu wissen, welcher Wochentag ist. Unsere IT hat Höchstleistung vollbracht. Ohne Pilotphase wurde ein zweites Einwahlsystem ausgerollt, damit unser Netzwerk der Belastung standhält, wenn plötzlich alle vom Homeoffice aus arbeiten. Der Wahnsinn!

Ich musste mich auch zu Hause umstellen. Nachdem meine Familie plötzlich nicht mehr unterwegs ist, brauche ich deutlich mehr Nahrungsmittel. Früher habe ich einen großen Wochenendeinkauf am Freitag nachmittag gemacht und bin noch einmal zu einem anderen Supermarkt gefahren, um noch ein paar Kleinigkeiten zu holen. Jetzt gehe ich alle zwei Tage mit dem Bollerwagen zu Fuß und hoffe, dass ich die wenigen Sachen bekomme, die auf dem Einkaufszettel stehen. Die Regale mit Klopapier sind seit Tagen komplett leer, aber darüber und über Panikmacher macht sich kaum noch jemand lustig. Es ist auch nicht lustig.

Ich stehe eine halbe Stunde später auf, weil ich nicht mehr ins Büro fahren muss. Das tut irgendwie gut. Mittags kümmere ich mich dann um den Einkauf oder andere Dinge, die schon ewig liegengeblieben sind. Und abends koche ich. Die Familie sitzt gemeinsam am Tisch und wir beschließen, ein paar Hygieneregeln aufzustellen. Wer das Haus verlässt, soll seine Temperatur messen und in eine Liste eintragen. Wer Fieber hätte, soll das Haus nicht mehr verlassen. Hände waschen ist Pflicht, wer heim kommt, muss ebenso sofort Hände waschen. Alle Türklinken und Lichtschalter habe ich mal geputzt, macht man sonst ja nie. Und unsere Tastaturen, Mäuse und Handys haben wir sogar desinfiziert.

Am Freitag kam dann die Ausgangsbeschränkung, die Ministerpräsident Markus Söder 12.30 Uhr im Radio verkündet hat. Er hat großen Gegenwind von anderen Politikern, aber in meiner Facebook-Filterblase liest es sich, als hätte die vorgezogene Ausgangsbeschränkung Rückendeckung vom Großteil der Bevölkerung. Auch ich denke, dass diese schwere Entscheidung das einzig richtige ist, denn um das Virus aufzuhalten, das man ebenso wie Radioaktivität weder riechen, sehen, noch schmecken kann, müssen die größtmöglichen Vorkehrungen getroffen werden. Und zwar jetzt, weil jeder Tag zählt.

Ich habe Angst. Wir haben alle Angst. Aber ich glaube, dass die Regierung (und ich war bestimmt immer ein Kritiker, insbesondere der CSU) alles nur Mögliche tun wird, um die harten Auswirkungen auf die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Es gibt schon konkrete Hilfsangebote, die aus dem Boden gestampft wurden:

Ich bin beeindruckt. Holen Sie sich die Hilfe, die Ihnen zusteht. Und immer daran denken: Das ist alles nur vorübergehend. Gemeinsam schaffen wir das!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Spiegel (19.04.2020): Warum der Staat plötzlich so viel Geld ausgibt

Heise (07.05.2020): Corona-Konjunkturpakete müssen grün und digital sein

Tagesspiegel (07.06.2020): Bund fürchtet großen Corona-Betrug in Berlin - für Kulturschaffende und andere Selbstständige sind keine effektiven Hilfen im Paket enthalten

Heise (08.10.2020): Corona-Hilfe: Hessen verteilte fast 10.000 Tablets an Pflegeheime

Tagesschau (30.10.2020): Berechnungen von Ökonomen: November-Nothilfen von 10 Mrd. Euro könnten nicht reichen

Bundesministerium der Finanzen (29.10.2020): Neue Co­ro­na-Hil­fe: Stark durch die Kri­se

Thema: Corona
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Montag, 16. März 2020 21:40

Coronavirus - Den Schuss nicht gehört

Ich bin irgendwie entsetzt. Klopapier und Nudeln kaufen sie alle, aber trotz Schulschließung treffen sich die Leute mit ihren Kindern am Spielplatz und feiern Coronapartys. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Leute, wenn ihr auf das "Bitte, meidet Kontakte und wascht eure Hände" nicht hört, dann werden wir in ein paar Tagen den nächsten Schritt des Katastrophenplans zu spüren bekommen, nämlich die totale Ausgangssperre. Aber euch ist der Ernst der Lage wohl noch nicht bewusst. Wenn ihr so weiter macht, dann wird unser kaputtgespartes Gesundheitssystem völlig zusammenbrechen! Es gibt nicht genug Beatmungsgeräte für alle!

Mit den Viren ist es wie mit Radioaktivität. Hört, riecht, schmeckt man nicht, die Gefahr…

Themen: News | Corona
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Donnerstag, 5. März 2020 23:27

Rückkehr nach Terra: Vier Perry Rhodan-Hörbücher

Ich komme immer weniger zum Lesen. Meist nur in der Badewanne. Deshalb habe ich jetzt Hörbücher für mich entdeckt. Die kann ich im Auto hören. Das ändert auch meinen Fahrstil, denn dann fahre ich viel gelassener, als bei flotter Musik.

Zuletzt habe ich [Unser Amazonstore: ] Rückkehr nach Terra: Vier Perry Rhodan-Hörbücher [/Amazonstore Ende] gehört.

1. Geschichte "Der Gesang der Stille"

Der unsterbliche Renigald Bull und ein kranker Kybernetiker entdecken eine Raumschiffwerft, in der Roboterwesen seit über 500 Jahren Raumschiffe bauen und bei jedem Fehlversuch verbessern, um eine geheimnisvolle Galaxie zu erforschen. Sie werden entdeckt und entkommen nur knapp. Ich habe anfangs etwas gebraucht, um mich einzuhören, dann hat mir die Geschichte aber gefallen. Ich hätte gerne mehr erfahren, wie es mit dem Kybernetiker weitergeht oder was es mit der geheimnisvollen Galaxie auf sich hat. Und wie es sich anfühlt, unsterblich zu sein.

2. Geschichte "Die Rückkehr"

Irgendwas mit Raumschlacht und Kriegsstrategie und Perry Rhodan spielt Fernschach. Dann der Desserteur, der den Krieg für aussichtslos hält und glaubt, dass die Sonne frühzeitig zur Supernova gemacht wird. Und wie es sich anfühlt, wenn man 10.000e Soldaten in den Tod schicken muss.

3. Geschichte "Die Falle von Dhogar"

Auch irgendwas mit Raumschlacht und Kriegsstrategie und Renigald Bull und dem Mausbiber Gucky, einer Figur, die man auch kennt, wenn man kein Perry Rhodan-Fan ist. Es ging um den Kampf gegen die Frequenzmonarchie, erzählt ein wenig aus der Sicht der Lower Decks, denn immer wieder bekommen wir Briefe von Lech zu hören, die er an seine Verlobte schrieb. Und wie es sich anfühlt, als Unsterblicher mit einer normalen Frau verheiratet zu sein und man die Sterblichen für ihre Liebe beneidet.

4. Geschichte "Der Techno-Mond"

Lauter Streiflichter, jedes Kapitel scheint eine eigene Geschichte zu sein. Die Zusammenhänge werden erst nach und nach klar, wenn Perry Rhodan erneut von einem privaten Termin spricht. Der Mausbiber Gucky kommt auch wieder vor. Trotzdem blieben viele Fragen offen. Wer hat den Mond entführt und zum Techno-Mond umgebaut? Was ist mit Gucky passiert? Wird Rhodan den Mond wieder verlassen können?

Generell spielen Frauen kaum eine Roll in den Geschichten. Ob das ein Relikt aus den 60iger Jahren ist? Das stört mich zwar nicht weiter, aber was mich stört ist das offene Ende der Geschichten. Ich weiß nicht, ob das so eine Eschbach-Sache ist. Seine Bücher enden auch gerne mal abrupt und eher offen. Oder ob das eine Perry Rhodan-Sache ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass es einen riesigen Handlungsfaden gibt, der die Silberbände alle durchzieht. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass die einzelnen Geschichten abgeschlossen sind und nicht so viele Fragen offen lassen. Jedenfalls glaube ich nicht, dass ich wirklich ein Perry Rhodan-Fan werde. Sonst dürfte ich in meinem Leben nie wieder etwas anderes lesen... Aus dem gleichen Grund habe ich auch aufgehört, die ganzen Star Trek-Romane zu lesen, weil das einfach illusorisch war, dass ich die jemals in meinem Leben alle schaffe. Vielleicht lese ich mal eine Zusammenfassung. Schlau ist es jedenfalls, Perry Rhodan, der 1936 geboren wurde, unsterblich zu machen. So kann man die Geschichte bis ins Unendliche fortführen. Ich frage mich gerade, ob Donald Duck und Co. auch einen Zellaktivator haben :D

Themen: Bücher | Auto | Star Trek | Disney
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09.01.2012 13:02 Clicks: 232383

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