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Mai 2020


April 2020

Juni 2020

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Sonntag, 31. Mai 2020 16:08

Hubert Zitt auf der SOFACon vs. Start Space X Falcon 9 Dragon zur ISS

Dieses Wochenende wäre eigentlich die FedCon gewesen, die nun in den Herbst verschoben werden musste. Statt dessen hat Nessi in ihrem Programm Last Geek Tonight auf Twitch.tv die SOFACon 2020 auf die Beine gestellt. Gestern haben wir schon 15.00 Uhr tolle Bilder aus von der Fed Con 1 + 2 gesehen. Damals war ich leider noch nicht dabei gewesen, weil ich davon gar nichts gewusst hatte. Da wurde lang und breit über Thomas gelästert, der als Vulkanier Fleisch aß. Darüber haben wir uns dann über Facebook schon köstlich amüsiert.

Thomas isst Fleisch

Abends um 19.00 Uhr war für uns Pflichtprogramm, da kam nämlich Hubert Zitt. Er hat wieder wunderschöne Geschichten erzählt, z.B. über die Volkssternwarte Zweibrücken als R2D2 und was passierte, nachdem Mark Hamill darüber twitterte... Es war ein wunderschöner Abend, bis zeitgleich die Liveübertragung des Starts der Space X Falcon 9 Crew Dragon zur ISS los ging. Das war natürlich eine harte Konkurrenz für Hubert Zitt. Auch hier hatte ich fast das Gefühl, gemeinsam mit ein paar Trekdinner-Freunden zu schauen, da wir nebenbei über Facebook hierzu unsere Kommentare abgegeben haben. Wir haben auch Befürchtungen geäußert, weil erst gestern die Nachrichten über die Explosion von des Prototyps SN4 berichtet hatten.

Ach ja: Hubert Zitt hat deshalb so viel Zeit zum Nachdenken, weil er nicht in Facebook ist :)

Hubert Zitt auf der SOFACon 2020

SpaceX Falcon 9 auf dem Weg zur ISS

Ein bisschen genervt hat mich bei der Moderation vom Falcon 9-Start die "Oh, America the great"-Selbstlobhudelei. Ich frage mich, was das für Folgen für die Zusammenarbeit mit Russland haben wird bei der Unterhaltung der ISS und ob der Gedanke "For All Mankind" der NASA dadurch nun etwas durch den Nationalstolz torpediert wird. Im Moment verfolge ich live, wie sich die Kapsel Dragon 2 der ISS nähert. Und in den Kommentaren schreiben die über 100.000 Zuschauer, woher sie gerade zusehen... Indien, Costa Rica, Nepal, Mongolei, Ägypten, Schottland, Kanada, Schweden, Kolumbien, Honduras, Äthiopien, Thailand, Frankreich, und natürlich aus den USA...

Wenn man die Live-Streams bei Facebook guckt (auch Bundestagsdebatten oder Pressekonferenzen), dann hat man natürlich nie Zeit :D

Heute geht es weiter mit der SOFACon. Besonders interessiert mich um 16.30 Uhr die Ausschnitte mit Leonard Nimoy und um 19.00 Uhr die Zeitreise zur FedCon 3, 4 und 5, denn ab FedCon 3 war ich lange zeit regelmäßig dabei.

Programm SOFACon Sonntag


Updates

Programm SOFACon Montag

Zeit (31.05.2020): Privatflug ins All – wer braucht so was eigentlich?

Themen: Hubert Zitt | Astronomie | Blick in die Vergangenheit | Conventions | Computer und Internet
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Freitag, 29. Mai 2020 21:35

Halbe Bücher

Wenn man sich meine Bücher-Liste so ansieht, fällt sofort auf, dass ich immer weniger Bücher lese. Das liegt aber nicht daran, dass ich weniger lese. Ich lese sehr viel, meinen fast täglichen Streifzug durch den Blätterwald und auch dienstlich sehr viel, in erster Linie über IT-Themen und Firmenrichtlinien. Die Zeiten, dass ich nachts drei Stunden unter der Bettdecke mit dem Smartphone Nachrichten aufgesaugt habe, wie zu Beginn der Pandemie, sind glücklicherweise vorbei. Das hätte ich körperlich nicht viel länger durchgehalten. Bloggen hat mir geholfen, meine Gedanken zu diesem Thema zu ordnen und auch endlich wieder runterzukommen.

Aber Bücher... Irgendwie schaffe ich das kaum noch. Einerseits, weil ich meistens nur in der Badewanne oder mal im Garten lese, mir also viel zu selten wirklich dafür die Zeit nehme. Andererseits aber auch, weil es immer häufiger vorkommt, dass mich Bücher während des Lesens plötzlich nicht mehr interessieren.

Zum Beispiel Nerd-o-pedia von Thorsten Walch. Auch wenn ich den Autor, den viele als Klingolaus kennen, persönlich sehr schätze, ermüdete mich sein Schreibstil. Er verwies immer wieder auf folgende Kapitel und verwendete häufig ähnliche Sätze, so dass mir die Wiederholungen irgendwann tatsächlich auf den Senkel gingen. Außerdem erinnerte es mich inhaltlich immer mehr an A Girl's Guide to Dating a Geek von Omi Inouye, was sicherlich keine Absicht war. Und als Thorsten dann noch meinte, Willie Wiegand, den ich persönlich ebenfalls sehr schätze, wäre der deutsche Spock, ohne Jens Dombek zu würdigen, der diese Rolle mittlerweile übernommen zu haben scheint, legte ich das Buch endgültig weg.

Gleiches Schicksal wird wohl Freakonomics ereilen. Die Autoren reiten auf irgendwelchen Statistiken rum und ich frage mich nach jeder Seite, wann sie denn endlich zum Punkt kommen. Meine Lust weiterzulesen: Null.

Und ich frage mich, ob meine Aufmerksamkeitsspanne wirklich so geschrumpft ist, dass ich nur noch für Elevator Pitches begeistert werden kann. Und schnell von Artikeln genervt bin, die sich über mehr als ein oder zwei Bildschirmseiten hinziehen.

Die letzten beiden Bücher, die ich gekauft habe, waren Kranke Pflege von Alexander Jorde, das ich zur Zeit ungelesen ausgeliehen habe, und Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen von Jens Berger. Beides hochinteressante Themen, und ich hoffe, dass ich dazu komme, diese Bücher auch wirklich zu lesen.

Und dann gibt es Bücher, die jahrelang auf meiner Wunschliste standen, und die ich dann irgendwann wieder lösche. Da hatte ich irgendwo Rezensionen gelesen und fand die interessant, doch irgendwann verlor sich das Interesse oder schlimmer, ich habe vergessen, wieso die Bücher auf meiner Wunschliste gelandet sind.

Und dann gibt es Bücher wie The Circle von Dave Eggers, das mir dann auch jemand von der Wunschliste geschenkt hatte, das dann aber verfilmt wurde und ich den Film so unterirdisch fand, dass mir die Lust auf das Buch komplett vergangen ist. Das werde ich also definitiv niemals lesen.

Es ist schade. Ich hoffe, dass ich mal wieder ein Buch in die Finger bekomme, das mich von der ersten Seite an verschlingt und erst auf der letzten Seite wieder ausspuckt. Und vielleicht ist das ausnahmsweise mal kein Roman von meinem Lieblingsautor Andreas Eschbach.

Themen: Bücher | Corona | mein Job
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Donnerstag, 28. Mai 2020 17:01

America First

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Youtube: David Bowie - This Is Not America

Heise (27.05.2020): Hunger in Amerika

Zeit (11.06.2020): Mehr als zwei Millionen Infektionsfälle in den USA

ntv (14.06.2020): Seattle: Covid-Patient bekommt Rechnung über eine Million Dollar, muss sie aber wahrscheinlich nicht bezahlen

Tagesspiegel (23.06.2020): Rapide steigende Corona-Zahlen nach Lockerungen - besonders in konservativen Staaten, keine Maskenpflicht in Texas, dafür kein Anstieg aufgrund von Protesten/Demonstrationen

Spiegel (26.06.2020): Trump-Regierung will Obamacare mithilfe des Supreme Courts abschaffen - grausam und herzlos

Süddeutsche (04.07.2020): Unabhängigkeitstag in den USA: Weltmacht in Trümmern

ntv (05.07.2020): Unabhängigkeitstag ohne Corona - Trump ist jenseits aller Selbstzweifel

ntv (09.07.2020): Corona-Zahlen nach Trump-Auftritt in Tulsa gestiegen

Tagesschau (09.07.2020): Zahlen der Corona-Infektionen in den USA steigen dramatisch

Heise (16.07.2020): Kommentar: Amerika hat sich disruptiert

CNN (10.08.2020): US tops 5 million Covid-19 cases, with five states making up more than 40% of tally

New York Times (10.08.2020): Trump Called the Coronavirus ‘Deadly’ in Private While Minimizing Its Risks in Public, Book Reveals

The Intercept (23.09.2020): Hunger in America, Especially for Children, Has "Skyrocketed" During Covid-19, Data Shows

Heise (29.10.2020): COVID-Tests: Google-Schwester Verily ignoriert Lebensrealität Armer - Termin nur mit Smartphone, 23,1% Analphabeten in Kalifornien

Stern (18.11.2020): Dramatische Lage in den USA: "Tragt Masken!" – Krankenpflegerin spricht über ihren harten Kampf gegen Corona

BBC (19.11.2020): Covid: US records quarter of a million deaths from coronavirus

Thema: Corona
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Mittwoch, 27. Mai 2020 17:01

Covid-19: Symptome, Übertragung, Verlauf, Folgen

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt immer noch viele Leute, die glauben, dass es sich bei Covid-19 um eine ähnliche Krankheit wie die Influenza, also der echten Grippe handelt. Und auch die wird gerne unterschätzt, weil viele gar nicht wissen, dass eine Grippe eine viel ernstere Erkrankung ist als ein grippaler Infekt, der auch Erkältung genannt wird. Mir sträuben sich die Haare. Ich stelle mal ein paar Fakten gegenüber (vor allem laut Wikipedia, Stand 26.05.2020, 20:30 Uhr):

  Covid-19
Abkürzung von "Coronavirus Disease 2019"
im Volksmund "Corona" genannt
Influenza
"Grippe" genannt
Erreger anfangs 2019-nCoV, jetzt hat sich die Bezeichnung SARS-CoV-2 durchgesetzt,

im Volksmund "Coronavirus" genannt

gehört zur Familie der Coronaviren, von denen bisher vier Arten bekannt waren (NL63, OC43, 229E und HKU1), die aber nur harmlose Atemwegsinfekte auslösen
Influenzaviren
Inkubationszeit 5-7 Tage, eventuell sogar bis zu 14 Tage 1,2 - 4 Tage
Übertragung durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen, Singen, heftiges Atmen beim Sport) und Aerosole (feine Tröpfchen, die bis zu 3 Stunden in der Luft schweben, normales Ausatmen) - hohes Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen, ungefilterte Klimaanlagen können die infektiösen Tröpfchen auch in andere Räume übertragen, Lüften ist wichtig

Kontaktinfektion (bis zu drei Tage infektiös)

Kot - wahrscheinlich infektiös
Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen, Singen, heftiges Atmen beim Sport) und Aerosole (feine Tröpfchen, die bis zu 3 Stunden in der Luft schweben, normales Ausatmen) - hohes Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen, ungefilterte Klimaanlagen können die infektiösen Tröpfchen auch in andere Räume übertragen, Lüften ist wichtig

Kontaktinfektion (bis zu zwei Tage infektiös)

Kot - infektiös
Symptome langsamer Krankheitsbeginn
Fieber
Trockener Husten
Unwohlsein und Ermüdung
Erhöhte Speichelproduktion
Riech- und Geschmacksverlust

seltener:
Kurzatmigkeit
Muskel- oder Gelenkschmerz
Halsschmerzen
Kopfschmerz
Schüttelfrost
Übelkeit/Erbrechen
Schnupfen
Durchfall
Hautausschläge, schmerzhafte rote Läsionen ("COVID-Zeh")
plötzlicher Krankheitsbeginn
ausgeprägtes Krankheitsgefühl im ganzen Körper
Fieber von über 40 °C
Schüttelfrost
Kopfschmerzen
Gliederschmerzen
trockener Husten

seltener:
Augentränen
trockene Kehle
angeschwollene Nasenschleimhaut
Tracheobronchitis
Appetitlosigkeit
Müdigkeit
Übelkeit/Erbrechen
Durchfall
Komplikationen greift Endothelzellen an, gelangt über die Blutbahn in alle Organe, beschädigt und/oder zerstört Blut- und Lymphgefäße, Entzündungen im Herz-Kreislauf-System, Nieren, Gehirn bis zum multiplen Organversagen, Blutgerinnsel, die zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen können, auch ohne Vorerkrankung, auch bei jungen Menschen bakterielle Sekundärinfektion, virusbedingte Lungenentzündungen, Gehirnentzündungen, Entzündungen der Skelettmuskulatur sowie Herzmuskelentzündungen und Herzinfarkte
Dauer 2-6 Wochen bis zu 2 Wochen
Impfung gibt es noch keine jährliche Grippeimpfung gegen bis zu vier Stämmen
Sterblichkeit 4,6 - 16,25 % (Statista Stand 26.05.2020, 21.00 Uhr)

Update (08.07.2020):
3,4 % (so far), 1,0 (estitmate) Quelle: WHO/Bloomberg
Sterberate auch abhängig vom Gesundheitssystem des jeweiligen Landes

Update (21.07.2020):
0,6 % IFR Quelle: Telepolis/New York Times

0,1-0,2 %

Update (08.07.2020):
0,1% (Seasonal Flu) Quelle: WHO/Bloomberg

Update (21.07.2020):
0,04-0,2 % IFR Quelle: Telepolis/New York Times

Man sieht also, dass die Leute länger herumspazieren und das Virus verbreiten können, als bei Influenza. Dass der neue Coronavirus die Organe direkt schädigt, während es bei einer Influenza zu Sekundärinfektionen kommen kann, die dann den Organismus überlasten, die aber oft mit Antibiotika behandelbar sind. Dass die Krankheit Covid-19 deutlich länger braucht, bis man sie überstanden hat. Dass wesentlich mehr Menschen daran sterben.

Das Einzige, was die beiden Krankheiten gemeinsam haben, ist der Übertragungsweg! Der neue Coronavirus ist ein Arschloch!

Ganz ehrlich, ich möchte nicht an Covid-19 erkranken. Und ich denke, ich werde mich in Zukunft auch gegen Influenza und Pneumokokken impfen lassen.

Wie kann man jetzt nur noch daran festhalten, dass das nur ein Hirngespinst der Pharmaindustrie ist, die damit einen Reibach machen will? Jetzt, wo der neue Coronavirus SARS-CoV-2 in Brasilien wütet, wo die Menschen aus lauter Verzweiflung die Toten einfach vor die Tür legen, weil die Bestattungsunternehmen überlastet sind.

Dr. Wodings verbreitet weiter diesen hanebüchenen Unsinn und dreht sich die Zahlen, wie er sie mag. Ich habe keine Aussage von ihm gefunden, die die massive Übersterblichkeit (z.B. die vielen Toten in New York) aus seiner Sicht erklären würde. Statt dessen rät er dazu, nicht mehr zu testen.

Einfach nur krank!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Übertragung (ca. 10% Schmierinfektion -> Hände waschen, ca. 40% Tröpfcheninfektion -> Masken, Plexiglas, Abstand, ca. 50% Aerosole -> Lüften, Lüften, Lüften!!!)

Standard.at (19.03.2020): Nein, Luftreiniger schützen nicht vor dem Coronavirus

Zeit (06.04.2020): Hendrik Streeck: "Einzelne Übertragungen im Supermarkt sind nicht das Problem"

Süddeutsche (22.05.2020): Re-Infektionen mit dem Coronavirus nicht sehr wahrscheinlich

Cleankids (26.05.2020): Erstmals neues Coronavirus in Muttermilch nachgewiesen

Süddeutsche (29.05.2020): Superspreading-Events

ntv (30.05.2020): Diagnose - Coronavirus erweist sich wohl als OP-Risiko?

Tagesspiegel (02.06.2020): So lässt sich die Gefahr durch Aerosole minimieren

Spektrum der Wissenschaft (09.06.2020): Wie Sars-CoV-2 in Deutschland aussterben kann dank der Asymmetrie zwischen Superspreadern und Menschen, die fast niemanden anstecken

Tagesspiegel (16.06.2020): Masken, Visiere, Kunststoffscheiben: Wie Materialien vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen

RND (11.06.2020): Laborversuchezeigen: Hohe und niedrige Temperaturen schaden Coronavirus auf Oberflächen kaum - wie lange sich das neue Coronavirus auf Oberflächen hält

RND (05.07.2020): Die wichtigsten Antikörperstudien in Deutschland, z.B. vom Helmholtz-Zentrum, um über die Verbreitung des Coronavirus mehr zu lernen

New York Times (07.07.2020): 239 Experts With One Big Claim: The Coronavirus Is Airborne, W.H.O. has resisted mounting evidence that viral particles floating indoors are infectious

South China Morning Post (07.07.2020): Scientists warn coronavirus can travel through the air for ‘tens of metres’ indoors

ntv (08.07.2020): Studie zu Langzeitfolgen - Hirnschäden trotz milden Covid-19-Verlaufs

Zeit (08.07.2020): Aerosole: Lüften, filtern und warm anziehen!

Zeit (10.07.2020): WHO hält Ausrottung des neuen Coronavirus für unwahrscheinlich

Apotheke adhoc (16.07.2020): Fachjournal JAMA: Übertragung über Luft untersucht

ntv (27.07.2020): Analyse: Aerosole Hauptübertragungsweg

Mimikama (03.08.2020): Coronavirus: Antikörper in Hunden und Katzen nachgewiesen

medRxiv (04.08.2020): Preprint: Viable SARS-CoV-2 in the air of a hospital room with COVID-19 patients

ntv (12.08.2020): Infektiöse Coronaviren in Aerosolen entdeckt - Abstandsregel in Innenräumen unsinnig? Masken und gutes Lüften dafür in Innenräumen sinnvoll?

Spiegel (19.08.2020): Wie Luftfeuchtigkeit Aerosole beeinflusst - Mindestabständen, Hygieneregeln und Mund-Nase-Masken - dazu Lüften! - Studie: von 318 Ausbrüchen mit mehr als 3 Infektionen nur einer an frischer Luft

Spiegel (27.08.2020): Superspreading-Event in Boston Eine Konferenz, Zehntausende Corona-Infektionen weltweit - Nachverfolgung von Infektionsketten mit Hilfe der Mutationen

Süddeutsche (06.09.2020): Quarantäne und Isolierung sind nicht das Gleiche - Wie mit gezielten Maßnahmen die Ausbreitung von SARS-CoV-2 gebremst werden kann.

Washington Post (10.09.2020): Cooling off without air-conditioning - über die Rolle von Klimaanlagen bei der Verbreitung des Coronavirus

Spiegel (16.09.2020): Brillen könnten das Corona-Infektionsrisiko senken

Spektrum (17.09.2020): Kultur und Infektionsrate hängen zusammen

Süddeutsche (20.09.2020): Superspreader - Verbreitung folgt sehr inhomogenen Muster

SWR (02.10.2020): Was taugen mobile Luftfilter wirklich?

ntv (11.10.2020): Augenschutz trotzdem empfohlen - Corona dringt wohl nicht über Augen ein

Heise (15.10.2020): US-Behörde CDC bestätigt endlich: Aerosole sind Übertragungsweg für Coronavirus - Lüften ist effektivste Maßnahme

Spiegel (15.10.2020): Lüften - aber richtig

ntv (18.10.2020): Coronavirus bleibt stundenlang auf Haut aktiv - Händewaschen und/oder Ethanol hilft

Wissenschaft (21.10.2020): Weiterer Türöffner in die Zelle entdeckt: Neuropilin-1 (Rezeptor)

ntv (23.10.2020): Hier kommt es zu den meisten Ansteckungen: Private Umgebung, Arbeitsplatz, Freizeit

Frankfurter Rundschau (24.10.2020): Die Blutgruppe wirkt sich auf das Ansteckungsrisiko aus: Blutgruppe 0 seltener betroffen

Spektrum (26.10.2020): Neun wichtige Lehren über die Corona-Pandemie - was wir heute wissen

Scinexx (11.11.2020): Online-Kalkulator: Ansteckungsrisiko selbst berechnen

New York Times (18.11.2020): The Coronavirus Is Airborne Indoors. Why Are We Still Scrubbing Surfaces?

Ärzteblatt (22.11.2020): Virusausscheidung in den ersten Tagen der Infektion am höchsten - Studienübersicht in Lancet Microbe - Wieso sich SARS-CoV-2 im Gegensatz zu SARS-Cov-1 und MERS-CoV innerhalb weniger Monate weltweit ausbreiten konnte


Updates Diagnose

ntv (27.05.2020): Können Hunde Corona-Infizierte erschnüffeln?

Pharmazeutische Zeitung (27.05.2020): IL-6 als Biomarker sagt Lungenversagen voraus, erhöhter Zytokinspiegel

Pressetext (03.08.2020): Transferrin (Glykoprotein) sagt schweren Corona-Verlauf vorher

Spiegel (14.11.2020): Covid-19 an der Stimme erkennen: Auf den Spuren des Corona-Sounds


Updates asymptomatische und milde Verläufe

HeilpraxisNet (13.06.2020): 45 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen asymptomatisch

Berliner Zeitung (18.06.2020): 81 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen mild

Pharmazeutische Zeitung (22.06.2020): Erst IgM-Antikörper, danach folgen IgA- und IgG-Antikörper - Erklärung für milde Verläufe

inFranken (14.07.2020): Coronavirus greift Gehirn an: Schwere Hirnschäden schon bei leichten Covid-19-Symptomen

ntv (03.09.2020): "Rund 80 Prozent der positiv Getesteten haben den Gesundheitsbehörden zufolge keine Symptome."


Updates Symptome und Verlauf

Telepolis (07.05.2020): Fast alle Organe im Körper sind betroffen

ntv (08.05.2020): Wir lernen gerade, wie Covid-19 verläuft

Pharmazeutische Zeitung (10.05.2020): Der ganze Körper ist betroffen

NDR (12.05.2020): Schädigt das Coronavirus die Blutgefäße? (Endothel), das tut Influenza auch (Pharmazeutische Zeitung, 26.10.2010)

ntv (12.05.2020): Forscher finden Coronavirus-RNA in Sperma

Spiegel (13.05.2020): Die vielen Symptome von Covid-19

Zeit (14.05.2020): Der Weg des Virus durch den Körper

NDR (14.05.2020): Hamburger Studie: Corona befällt mehrere Organe

Süddeutsche (15.05.2020): Behandlung von Covid-19-Patienten langwierig, aber erfolgreich

National Geographic (26.05.2020): Ausschlag, Hirnentzündung, Infarkte: Rätselhafte Corona-Symptome

Stern (28.05.2020): Ebola-Entdecker Peter Piot über seine Covid-19-Erkrankung: "Ich habe dieses Virus unterschätzt"

Süddeutsche (07.07.2020): Wenn der Geruchssinn versagt

Spektrum der Wissenschaft (08.07.2020): Was wir auch nach sechs Monaten noch nicht wissen - SARS-CoV-2 ähnelt zu 96% dem Coronavirus RATG13, das 2013 bei Java-Hufeisennasen-Fledermäusen in Yunnan (China) entdeckt wurde, und zu 93% dem Coronavirus RmYN02, das 2020 bei Malaiischen Hufeisennasen-Fledermäusen entdeckt wurde.

The Lancet (09.07.2020): Intensive care admissions of children with paediatric inflammatory multisystem syndrome temporally associated with SARS-CoV-2: Covid-19 auch für Kinder nicht ungefährlich

Spiegel (10.07.2020): Covid-19 befällt auch das Herz

Spektrum der Wissenschaft (17.08.2020): Wie Sars-CoV-2 Zellen am Suizid hindert

Süddeutsche (01.09.2020): Wie sich der Pandemie-Verlauf verändert - Risikogruppen besser geschützt, AHA-Regel greift, Spätfolgen müssen beachtet werden

Spiegel (13.09.2020): Neue Untersuchungen belegen das Risiko schwerer Corona-Krankheitsverläufe bei jungen Menschen

New York Times (25.09.2020): Losing Your Hair Can Be Another Consequence of the Pandemic

Spiegel (08.10.2020): Was Covid-19 und die Grippe verbindet - und was sie unterscheidet

T-Online (08.10.2020): Weiteres Symptom weist auf Corona-Erkrankung hin: Delir/Verwirrtheit

Wissenschaft (03.11.2020): Sieben Formen von Covid-19 identifiziert

Spektrum (06.11.2020): Wie Sars-CoV-2 das Nervensystem beeinträchtigt


Updates besonders schwere Verläufe

Anteil schwerer Verläufe: 14 Prozent laut Deutsche Familienversicherung (28.07.2020), 8 Prozent laut ÄrzteZeitung (12.05.2020)

Berliner Zeitung (18.06.2020): 14 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen schwer und 5 Prozent kritisch

Scinexx (16.09.2011): Zytokinsturm bei Grippe (Influenza)

New York Times (08.05.2020): In the Fight to Treat Coronavirus, Your Lungs Are a Battlefield

ntv (11.05.2020): Seltsames Syndrom bei Kindern macht Sorge - Syndrom weist Ähnlichkeiten mit dem Kawasaki-Syndrom auf

FAZ (17.05.2020): Verlauf von Covid-19 auf der Isolierstation

Nature Medicine (15.07.2020): Extrapulmonary manifestations of COVID-19 - Manifestation von Covid-19 außerhalb der Lungen

Spektrum der Wissenschaft (17.07.2020): Zellalterung könnte Covid-19 verschlimmern - chronische Entzündung führt zu erhöhten Zytokin-Werten im Blut

Stern (08.08.2020): 28-Jährige erhält doppelte Lungentransplantation - seltener schwerer Verlauf, vermutlich aufgrund Autoimmunkrankheit

Frankfurter Rundschau (18.08.2020): Schwerer Verlauf sorgt für Immunthrombose - Heparin und Dexamethason hilft dagegen

Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung (01.09.2020): Lungenversagen durch Überreaktion des Immunsystems (Zytokinsturm)

Telepolis (08.09.2020): Covid-19: Viel gefährlicher als die saisonale Grippe und am tödlichsten für ältere Männer - von Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kolenda

Redaktionsnetzwerk Deutschland (12.09.2020): Vitamin-D-Mangel könnte Verlauf von Covid-19 beeinflussen


Updates Spätfolgen

SWP (23.03.2018): Langzeitfolgen Grippe (Influenza): Herzmuskelerkrankung, Atemnot

Tagesspiegel (15.05.2020): Wie es ist, einen schweren Verlauf von Covid-19 überlebt zu haben

Spiegel (13.06.2020): Covid-19-Folgeschäden

Fefes Blog (17.06.2020): Bericht eines Covid-19-Patienten: 4 Wochen Koma, 6 Wochen Reha

NDR (29.06.2020): Corona-Patienten in Sorge wegen Langzeitfolgen

ntv (08.07.2020): Studie zu Langzeitfolgen - Hirnschäden trotz milden Covid-19-Verlaufs

Süddeutsche (11.07.2020): Covid-19-Patienten genesen nach zwei Wochen wieder, klagen aber noch nach Monaten über Symptome

Tagesspiegel (14.07.2020): Erschöpfung und Atemnot: Covid-19-Patienten leiden oft noch über Wochen und Monate

Stern (27.07.2020): Milchglasmuster: Diese Corona-Spätfolgen alarmieren Ärzte - Verharmlosung der Corona-Pandemie macht Lungenärzte wütend

Tagesspiegel (06.08.2020): Gravierende Spätfolgen von Covid-19: Die Krankheiten nach der Krankheit

CNN (07.08.2020): Chronic fatigue syndrome a possible long-term effect of Covid-19

NDR (31.08.2020): Reha nach Corona: Der lange Weg zurück

Neue Südtiroler Tageszeitung (07.09.2020): Langanhaltende Symptome

Spektrum (07.09.2020): Langzeitschäden offenbar reversibel

Heute.at (09.09.2020): Macht Covid-19 unfruchtbar?

ntv (10.09.2020): Lunge und Herz können sich regenerieren (nach zwölf Wochen bei der Hälfte der Patienten gebessert)

ntv (17.09.2020): Genesene oft chronisch erschöpft: Wie lange bleiben Covid-19-Schäden?

The Lancet Psychiatry (09.11.2020): Bidirectional associations between COVID-19 and psychiatric disorder: retrospective cohort studies of 62?354 COVID-19 cases in the USA

Heise (13.11.2020): US-Studie: Fast jeder fünfte Covid-Patient hat anschließend psychische Probleme


Updates Reinfektionen

Spektrum der Wissenschaft (24.08.2020): Offenbar erste bestätigte Reinfektion mit Coronavirus (Hongkong)

Welt (25.08.2020): Zwei Genesene infizieren sich erneut mit Corona (Belgien und Niederlanden)

ntv (29.08.2020): Covid-19 zweites Mal schlimmer: Reinfektion nun auch in USA nachgewiesen (USA)

Tagesschau (29.08.2020): Zweitinfektion nicht überraschend - Erneute Infektion ist bei saisonalen Coronaviren (den vier bekannten Stämmen) üblich

Pharmazeutische Zeitung (31.08.2020): Corona-Reinfektionen mit schwererem Verlauf (Ecuador)

ntv (02.09.2020): Covid-Kranke doch immun - Drosten: Fünf Tage Quarantäne sind genug

Spektrum (20.09.2020): Was lässt sich von den Coronavirus-Reinfektionen lernen?

BBC (13.10.2020): Covid reinfection: Man gets Covid twice and second hit 'more severe'

Deutschlandfunk (05.11.2020): Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß


Updates Sterblichkeit, Obduktionen, Tod etc.

New York Times (ständig aktualisiert): Übersterblichkeiten weltweit

New York Times (ständig aktualisiert): Übersterblichkeiten USA

Euromomo (ständig aktualisiert): Übersterblichkeiten Europa - Pooled number of deaths by age group

Esanum (25.05.2020): COVID-19-Obduktionen: Schwere Lungenschäden

Heise (15.06.2020): Organoiden (Mini-Lungen) könnten zeigen, warum Covid-19 tötet

National Geographic (02.07.2020): How scientists know COVID-19 is way deadlier than the flu

Telepolis (07.07.2020): Covid-19: Was bedeutet Übersterblichkeit?

Telepolis (08.07.2020): Wahrscheinlichkeit, nach einer Coronavirus-Infektion zu sterben, ist für Senioren hoch

CNN Health (10.07.2020): Pathologist found blood clots in 'almost every organ' during autopsies on Covid-19 patients - bei Autopsien werden Blutgerinsel in fast jedem Organ von Covid-19-Patienten gefunden

Zeit (29.07.2020): Corona-Studie: Mehr als die Hälfte der beatmeten Covid-19-Patienten verstorben

Mimikama (04.08.2020): Behauptung: "Niemand ist am Coronavirus gestorben" (Faktencheck)

NachDenkSeiten (05.08.2020): Wie tödlich ist Corona? - Wie kommen die Zahlen in den Ländern zustande? Und ein Plädoyer für ein dem Gemeinwohl verpflichtetes, qualitativ hochwertiges öffentliches Gesundheitssystem

Telepolis (17.08.2020): Übersterblichkeit verglichen mit Spanischer Grippe 1918

mdr Wissen (20.08.2020): Ein Drittel der Toten trägt Corona im Gehirn

Heise (21.09.2020): Die Sterberate sinkt

Süddeutsche (29.09.2020): Mehr als eine Million Menschen an Covid-19 gestorben

Spiegel (10.10.2020): Warum jetzt weniger Menschen an Covid-19 sterben

CNN (13.10.2020): US sees 20% more deaths than expected this year, most due to Covid-19, research finds

Telepolis (23.10.2020): CDC geht in den USA von einer Übersterblichkeit von 300.000 Toten bis Anfang Oktober aus

Mimikama (29.10.2020): Werden die Zahlen der Corona-Toten auf EU-Anweisung gefälscht? Nein!

Spiegel (30.10.2020): Sinkende Corona-Todeszahlen: Warum mehr Schwerkranke überleben

bz – Zeitung für die Region Basel (18.11.2020): Studie zeigt: Vergleich zwischen Corona und spanischer Grippe hinkt - Autopsieberichte



Covid-19 Survival Calculator

Thema: Corona
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Montag, 25. Mai 2020 17:01

Zur Öffnung der Restaurants

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

In Bayern dürfen seit heute die Restaurants wieder unter strengen Auflagen öffnen. Die Öffnung von Biergärten halte ich für weniger problematisch, auch weil die Kaltspülung nicht mehr erlaubt ist, aber die Öffnung von Restaurants könnte für vermehrte Infektionen sorgen. Mich überrascht es auch nicht, dass es in Niedersachsen in einem Restaurant zu einem Ausbruch mit derzeit zehn Infizierten kam, allerdings wurde hier wohl eine private Party gefeiert - blöde Idee... Die Hygiene- und Abstandskonzepte, die beispielsweise schichtweise Essen vorsehen und nach jedem Gastwechsel eine Desinfektion der Tische, ist wegen der Schmierinfektion und der Übertragung durch größere Tröpfen, die zu Boden sinken, sinnvoll.

Weit wichtiger ist meines Erachtens, dass gut gelüftet wird, denn das scheint nach meiner Einschätzung der Hauptübertragungsweg zu sein, also Aerosole, die sich lange in der Luft halten und in geschlossenen Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten (egal ob mit oder ohne Abstand) und sprechen, singen und/oder gröhlen. Unter Punkt II.5 des Rahmenkonzepts der Bayerischen Staatsregierung wird ein Lüftungskonzept verlangt. Sollte dies ordentlich umgesetzt werden, könnte es vielleicht sogar klappen.

All diese Maßnahmen führen aber natürlich zu einem deutlich geringeren Umsatz. Wahrscheinlich werden die Preise steigen müssen, damit sich das finanziert. Das ist die Rezession.

Stammtische wie unser Trekdinner werden jedenfalls für die nächsten Monate sicher nicht erlaubt sein.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

ntv (25.05.2020): Ermittlungen gegen Wirt in Leer - Restaurantbesucher berichtet von Corona-Verstoß

Spiegel (15.05.2020): Studie zu Aerosol-Viruswolken: Dicke Luft im Restaurant

Süddeutsche (29.05.2020): Park Café nach 10 Tagen wieder geschlossen - die Lage ist existenzgefährdend

Süddeutsche (07.09.2020): Bars und Kneipen dürfen öffnen, Testzentren an Bahnhöfen und Autobahnen schließen

Ärzteblatt (16.09.2020): Restaurantbesuch als Infektionsrisiko

Süddeutsche (19.09.2020): Donisl-Wirt gibt wegen Corona auf - war eher von Touristen abhängig

BR24 (01.10.2020): Lockdown: Versicherung soll Gastwirt eine Million Euro zahlen

ntv (18.10.2020): Für Gastronomie in Corona-Zeiten: Heizpilz-Verbot aussetzen

ntv (24.10.2020): Bars und Kneipen in Corona-Krise: Zur Existenzangst gesellt sich die Wut - laut RKI Gaststätten kein nennenswerter Infektionsherd - Protestaktion "Alarmstufe Rot"

Handelsblatt (29.10.2020): „Hotellerie und Gastronomie schwankt zwischen Wut und Verzweiflung“ – Dehoga prüft Klage

Zeit (29.10.2020): Corona-Lockdown: In Restaurants steckt sich niemand an? Das ist das falsche Argument

Volksverpetzer (02.11.2020): Restaurants keine Treiber der Pandemie? RKI-Zahlen zeigen was anderes

SWR (05.11.2020): Dehoga rät nun doch von Klagen gegen die corona-bedingte Schließung ab

Themen: Corona | Trekdinner
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Sonntag, 24. Mai 2020 17:01

Das regelt der Markt

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Der neoliberale Glaube, dass alles vom freien Markt geregelt wird, als wäre das ein Naturgesetz, ist meines Erachtens menschenverachtend.

Die Naturgesetze können von Menschen nicht verändert werden, sie gelten einfach unabdingbar. Was passiert, wenn es zu einer Katastrophe in der Natur kommt? Nehmen wir doch mal den Meteoriteneinschlag vor ca. 65 Millionen Jahren. Er war ein Globaler Killer, der die Dinosaurier ausrottete, die Erde wurde dunkel und kalt. Das Klima änderte sich. Es steht außer Frage, dass dies eine Katastrophe war, die für ca. 75% der Tierarten auf unserem Planeten das Ende bedeutete.

Doch die Kräfte der Natur sind bewundernswert. Insekten konnten sich von den toten Pflanzen ernähren, die widerum kleine Säuger ernährten, so dass sich in den nächsten Jahrmillionen die Natur wieder erholte. Sie erneuerte sich. Aber der Preis war hoch.

In der neoliberalen Gedankenwelt wird der freie Markt gehuldigt, der sich ebenso verhält, wie die Natur. Aber was bedeutet das?

Es ist also für Anhänger des Neoliberalismus naturgegeben, dass sich frei nach Darwin der Stärkere durchsetzt, das Bessere die Oberhand gewinnt, dass sich am Ende des Tages alles durch das Gesetz des Angebots und der Nachfrage einpendelt. Doch zu welchem Preis?

Den daraus folgenden Sozialdarwinismus kann man relativ gut in den USA beobachten, wo der reine Kapitalismus mehr oder weniger real gelebt wird, wo die Menschen glauben, dass es ihre eigene Schuld ist, wenn sie arbeits- und obdachlos werden, wo Egoismus eine Tugend ist, wo die Menschen an den Amerikanischen Traum glauben, dass es jeder bis ganz nach oben schaffen kann, wenn er nur will. In der Corona-Katastrophe schossen die Arbeitslosenzahlen in die Höhe und die Superreichen profitierten. Millionen US-Amerikaner hungern. Von dem System profitieren in erster Linie Soziopathen.

Wenn der freie Markt wüten könnte, wie er wöllte, dann würde unser Planet genau wie vor dem weltweiten Quasistillstand immer heißer laufen, die Ressourcen immer schneller verbraucht werden, die Umwelt vollends zerstört werden, bis der Planet durch die Überbevölkerung, den Klimawandel, der totalen Ausbeutung unbewohnbar würde. Die Menschen würden milliardenfach verhungern oder sich im Krieg um die allerletzten Rohstoffe gegenseitig auslöschen. Und dann könnten die Ratten, Tauben, Kakerlaken und Karpfen langsam wieder zu einer Biodiversität finden, mit einer stark dezimierten Menschheit, die in Trümmern haust und von vorn beginnt. So regelt das der Markt.

Ich glaube aber, dass der Mensch zu mehr fähig ist. Eine sehr starke Kraft der Natur ist der Altruismus. Kooperation, Solidarität, Empathie bringt die Menschheit weiter voran, als des der zerstörerische Egoismus des kapitalistischen Systems könnte, denn diese Kräfte zerstören nicht, sie bauen auf, schützen, streben nach etwas Größerem, Besseren.

Die Corona-Katastrophe hat das Potential, dass die Menschheit angesichts der globalen Bedrohung, die uns alle betrifft, wieder mehr zusammenrückt, dass wir einsehen, dass wir nur einen Planeten haben und dass wir füreinander da sein müssen.

Die Marktregeln sind nicht naturgegeben. Sie wurden vom Menschen erfunden. In Gesetzen und mit Hilfe von Steuern wird der Markt geregelt, gesteuert. Und wie diese Regeln gestaltet werden, liegt allein in der Hand des Menschen. Es ist durchaus möglich, diese Regeln so zu gestalten, dass die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft geschützt werden, dass niemand Hunger leiden muss, dass jedem ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wird. Jetzt müssen wir nur noch die Neuordnung unserer Welt nach der disruptiven Corona-Katastrophe in die richtige Bahn lenken, die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz gerichtet ist. In der die Marktkräfte Neues erschaffen, ohne auszubeuten oder zu zerstören.

Ganz wichtig hierbei ist die Regulierung des sogenannten Finanzsektors, der die Realwirtschaft wie eine Zecke aussaugt und destabilisiert.

Ich bin gespannt, ob die Menschheit diese Bewährungsprobe einigermaßen besteht.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Zeit (07.04.2020): Ein freier Markt garantiert keine Gesundheitsversorgung - Deaths of Despair

Heise (25.05.2020): Warum die Kopplung von Geben und Nehmen aufhören muss

NachDenkSeiten (26.05.2020): Extrem wachsende Ungleichheit zerstört die Demokratie

NachDenkSeiten (08.06.2020): Was hat Steuergerechtigkeit mit Demokratie zu tun?

Spiegel (12.09.2020): Ausbeutung und Ungerechtigkeit

Thema: Corona
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Donnerstag, 21. Mai 2020 17:01

Mediale Aufmerksamkeit

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Im Moment finde ich, dass die eigenartigen Hygienedemos viel zu viel mediale Aufmerksamkeit bekommen. Genau wie insgesamt die A-Ef-De, die bei Gugl 53,4 Mio. Treffer bekommt. Das ist mir irgendwie auch zu viel Aufmerksamkeit. Wenn man nach Piratenpartei sucht, kommen nur 1 Mio. Ergebnisse.

Man gewinnt den Eindruck, als gäbe es hier eine riesige Menge an Leuten, die irgendwelchen sektenhaften Strömungen aufsitzen und glauben, selbst zu denken, aber in Wirklichkeit vollkommen in die Irre geführt werden - jedenfalls aus meiner Sicht. Dabei sieht es für mich eher so aus, als wären die meisten Menschen recht vernünftig, wenn man dieser Umfrage vom ZDF (z.B. Seite 5 von "Aktuelles zur Coronakrise") Glauben schenken mag. Und auch in meiner Filterblase an Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen sind die Irrgläubigen deutlich in der Minderheit.

In den USA sieht es ähnlich aus. New York Times und CNN sind voll von Berichten der Protester, die sich mit ihren Demonstrationen auch ziemlichen Gesundheitsrisiken aussetzen - nebenbei bemerkt. Auch in den USA zeigen Umfragen, dass die Menschen den neuen Coronavirus durchaus ernst nehmen und ihre Aktivitäten einschränken - egal ob mit oder ohne Verboten. Wobei es natürlich deutliche Unterschiede zwischen Republicans-Anhänger und Democrats-Anhängern gibt.

Dabei gibt es durchaus Menschen, die besonders unter den Maßnahmen leiden. Wie dieser ältere Herr, der unendlich traurig ist, weil er seine Frau im Pflegeheim seit acht Wochen nicht mehr sehen durfte. Er nennt das "seelische Folter", und ich kann dem nur zustimmen. Glücklicherweise scheint hier endlich eine Lösung gefunden worden zu sein, wie Besuche in Pflegeeinrichtungen wieder möglich sind. Denn was ist das schon für ein Leben, wenn man einsam ist?

Und dass der ältere Herr trotz seiner Traurigkeit und Verzweiflung sich nicht aus der Fassung bringen lässt, wenn er von einem anderen Demonstranten angepöbelt wird, und sagt, man müsse vernünftig bleiben... Das macht ihn für mich zu einem wahren Helden!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Süddeutsche (21.05.2020): Corona-Proteste: vom Zuhören und Dagegen-sein

Zeit (21.05.2020): Die leise Stimme von Rentner Alfons Blum (84), mein Held

Tagesspiegel (27.05.2020): Stimmung der Deutschen in der Coronakrise

Volksverpetzer (19.06.2020): Wie du Aluhüten nicht hilfst

NachDenkSeiten (13.10.2020): Wendler, Hildmann, Naidoo und Co. – Nebelkerzen zur Einengung des Debattenraums

T-Online (18.10.2020): Interview mit Harald Lesch - über Wissenschaft, Bildung, Profiteuren von Verschwörungstheorien und Homöopathie

Volksverpetzer (28.10.2020): Deplatforming

NDR (14.11.2020): Verfassungsschutz warnt vor Anschlägen durch Corona-Gegner

Thema: Corona
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Montag, 18. Mai 2020 17:01

Homeoffice

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Homeoffice ist schon eine praktische Sache. Früher musste ich immer Urlaub oder Gleittage oder zumindest Überstunden nehmen, wenn ich irgendwelche Termine mitten am Tag hatte. Mit Homeoffice konnte ich dann vorher und/oder nachher einfach von zu Hause aus arbeiten und habe weder Urlaubstage noch Stunden verloren. Trotzdem war ich grundsätzlich lieber im Büro. Dort hatte ich einen ordentlichen Bürostuhl, einen großen Bildschirm, kostenfreien Kaffee und eine richtig gute Kantine.

Nachdem wir mehr oder weniger plötzlich ins Homeoffice geschickt wurden, hatte ich zuerst die Vorteile im Blick. Ich kann jetzt länger schlafen, was mir sehr gut tut. Und es ist auch besser, als in Kurzarbeit geschickt zu werden, auch wenn da finanziell ganz schön was aufgefangen wird. Da habe ich wohl mal wieder Glück gehabt.

Normalerweise dürfen wir ungefähr 20% unserer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen, nach Absprache mit der Führungskraft und es darf nicht immer derselbe Wochentag sein. Theoretisch müsste ich also ab nächster oder übernächster Woche wieder ins Büro, denn dann sind die 20% aufgebraucht. Aber die Ansage ist, dass wir auch voraussichtlich bis mindestens Herbst, vielleicht sogar bis Ende des Jahres erst einmal im Homeoffice bleiben sollen, wer kann. Ich sehe schon unsere Pflanzen alle vertrocknen...

Unsere Kantine hat dichtgemacht. Deshalb koche ich jetzt wieder fast jeden Tag, außer wenn ich etwas von der Landlust hole. Weil ich in Kochstreik getreten war und wir einen Saugroboter angeschafft haben, konnte ich meine durchschnittliche Hausarbeitszeit von 10:28 Stunden pro Woche in 2016 auf 8:42 Stunden pro Woche in 2019 senken. Jetzt bin ich aber schon wieder bei 10:41 Stunden pro Woche angelangt. Das liegt aber auch daran, dass ich die Handtücher öfter wasche, insgesamt mehr putze und viel mehr Zeit zum Einkaufen benötige. Ich brauche die Hausarbeit auch, um zwischendurch immer mal wieder aufzustehen und mich zu bewegen, damit ich keine Rückenschmerzen bekomme. Das liegt aber nicht nur am fehlenden Bürostuhl, sondern auch daran, dass ich jetzt viel weniger reite, seit Felix krank ist, und wieder die Bauchtasche nehme, damit ich unterwegs meine Hände frei habe.

Den großen Bildschirm vermisse ich schon manchmal, aber es geht auch ganz gut ohne. Zu Hause hätte ich sowieso keinen Platz, den ordentlich hinzustellen. Falls es wäre, dürfte ich ihn mir aus dem Büro holen.

Was natürlich auch ein großer Vorteil ist: Ich spare Benzin. Wenn alle, die irgendwie im Homeoffice arbeiten können, in Zukunft nicht nur 20% dürften, sondern deutlich mehr, dann wäre das auch gut für die CO2-Bilanz. Und es gäbe weniger Stau.

Außerdem scheint es sich herauszukristallisieren, dass Großraumbüros (eventuell sogar mit Klimaanlage) keine so gute Idee sind. Ob sich da etwas tut? Bisher hatte ich Glück und musste mein Büro höchstens mit zwei Kolleginnen teilen, was ganz gut funktioniert hat. In letzter Zeit war ich sogar meistens alleine gewesen. Aber das ist natürlich Luxus. Ich bin echt gespannt, wie sich die Situation auf die künftige Bürogestaltung auswirken wird.

Mit meinen Mittagsdates habe ich mich jetzt über MS Teams verabredet, damit man sich nicht ganz fremd wird. Den persönlichen Kontakt vermisse ich am meisten. Es gibt auch Kollegen, die ich schon über zwanzig Jahre kenne. Da mein Mann auch Homeoffice macht, gehe ich immer ins Wohnzimmer, wenn ich mal ein Online-Meeting habe. Sonst stören wir uns zu sehr. Und ich kann wieder aufstehen und mich bewegen, während Florian einen höhenverstellbaren Monitorhalter hat.

Ich verstehe auch nicht, wie Leute im Homeoffice vor Netflix und Co. versumpfen. Da bekommt man doch seine Arbeit nicht erledigt. Das hat sich bei mir nicht geändert. Ich beginne morgens ca. 8.00 Uhr und klappe zwischen 16.00 und 17.00 Uhr mein Notebook zu, schalte das Handy auf stumm. Nur die Mittagspause ist etwas länger, weil ich eventuell in den Stall fahre oder einkaufen gehe. Und manchmal frage ich mich, welcher Wochentag gerade ist :D

Im Moment halte ich es also ganz gut aus im Homeoffice. Mal sehen, wie das in ein paar Monaten aussieht.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Washington Post: Das weiße Haus erlaubt Homeoffice zum ersten Mal in seiner 231-jährigen Geschichte

Heise (13.05.2020): Twitter erlaubt seinen Mitarbeitern Homeoffice für immer

Heise (13.05.2020): Homeoffice mit (kleinen) Kindern ist die Hölle

Tagessspiegel (17.05.2020): Büroetage infizierte sich beinahe komplett

Heise (20.05.2020): Auf Wiedersehen, Homeoffice? Die Tücken der Bürorückkehr

Heise (21.05.2020): Diskussion um Recht auf Homeoffice

Stern (27.05.2020): Berufspendler spielten große Rolle bei Ausbreitung des Coronavirus

Heise (29.06.2020): Corona krempelt die Arbeitswelt um – Sieger ist das Homeoffice

Süddeutsche (16.07.2020): Siemens macht Homeoffice für 140.000 Mitarbeiter möglich

Heise (20.08.2020): Greenpeace-Studie: Homeoffice verringert CO2-Ausstoß um Millionen Tonnen

Heise (12.09.2020): Geplantes Homeoffice-Gesetz soll vor Entgrenzung der Arbeit schützen

Heise+ (15.09.2020): Recht: Wenn der Arbeitgeber Mitarbeiter ins Homeoffice schickt

Heise (16.09.2020): Zoom-Fatigue: Virtuelle Meetings machen müde

Heise (26.09.2020): SAP: Homeoffice bis Mitte 2021

ntv (04.10.2020): Recht auf Homeoffice könnte Jobkiller werden

Heise (13.10.2020): Die Zukunft des Büros ist ungewiss

Heise (13.10.2020): Home Office: Woher kommt die Ablehnung?

Neue Zürcher Zeitung (22.10.2020): Viele Unternehmen wälzen Kosten für Home-Office auf Mitarbeitende ab

Heise (24.10.2020): Überwachung im Homeoffice – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Spiegel (14.11.2020): Chronobiologie: Warum es sich lohnt, die Arbeitszeit an den eigenen Biorhythmus anzupassen

Heise (14.11.2020): Zankapfel Homeoffice: Arbeitgeber befürchten Produktivitätsverlust

Themen: Corona | mein Job | Auto | Meine Sonderanfertigung Florian | Eigenes Pferd Felix | Sonnenstrahl
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Sonntag, 17. Mai 2020 17:01

Die Ärmsten trifft es am Härtesten

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ein Lockdown mag aus virologischer Sicht das Mittel der Wahl sein, eine Pandemie einzudämmen, doch in Ländern wie Indien funktioniert das nicht. Was nutzt es denn, wenn zwar das neue Coronavirus eingedämmt wird, aber die Menschen verhungern, weil sie nicht nach Hause können und die Straßenküchen geschlossen haben? Das hat sicher auch sehr viel mit der Bevölkerungsdichte zu tun.

Ich habe in den letzten Wochen einiges gespendet, in erster Linie für Pferdehöfe, die mir am Herzen liegen, aber auch für unabhängigen Journalismus. Doch immer, wenn mir Werbung für Aktion Deutschland hilft, Welthungerhilfe, Aktion gegen den Hunger, UNICEF, UNO-Flüchtlingshilfe, Worldvision, action medeor, und wie sie alle heißen, mit den Bildern von mageren Kindern mit großen Kulleraugen oder zur Zeit auch einfach nur Hände waschend im Internet anspringen, habe ich das Gefühl, dass ich vielleicht auch hier wenigstens finanziell etwas tun müsste. Doch ich frage mich immer, wieviel von den Spenden dann tatsächlich bei den Menschen ankommt und wieviel im Korruptionssumpf versickert oder gar Gewalt und Krieg gefördert wird. Oder ob damit nur Symptome statt Ursachen bekämpft werden und die Bevölkerungsexplosion befeuert wird. Ähnlich denke ich, wenn ich auf der Straße in der Münchner Innenstadt Bettler sehe und mich frage, ob sie nicht von einer "Bettlermaffia" ausgebeutet werden.

Zumindest die BISS kaufe ich häufig und lese gerne die Schreibwerkstatt-Berichte, die die Verkäufer selbst verfassen. Und Mercy Ships und (I)NTACT unterstütze ich auch sehr gerne. Bei diesen beiden Organisationen werde ich über Facebook regelmäßig über ihre Arbeit informiert und freue mich über jeden kleinen Erfolg. Manchmal träume ich davon, wenn ich irgendwann mal in Altersteilzeit bin, auch für eine solche Organisation zu arbeiten. Das wäre sicher erfüllender als Verträge zu formatieren und Powerpointfolien aufzuhübschen.

Ich bin einfach nur dankbar, in Deutschland zu leben, hier aufgewachsen zu sein und niemals Hunger oder Krieg erlitten haben zu müssen. Wenn man die Maßnahmen zur Eindämmung mit anderen Ländern vergleicht, dann waren auch die härtesten Maßnahmen der vergangenen Wochen pillepalle. An die Psyche der Menschen wurde gedacht, denn wir durften raus gehen und Sport treiben. An die Tiere wurde auch gedacht, so durfte man seinen Hund gassi führen oder sein Pferd bewegen. Um den wirtschaftlichen Schaden möglichst gering zu halten, wurden viele Soforthilfen aus dem Boden gestampft. Natürlich konnte das nicht alle Härten auffangen, es herrschte Chaos und Server waren überlastet und Betrüger griffen sensible Daten ab. Aber einen Lockdown, den hatten wir wahrlich nicht. Im übrigen schaden auch mildere Maßnahmen der Wirschaft, da die Menschen dann aus Angst vor Ansteckung weniger in Restaurants gehen oder herumfahren und selbstverständlich größere Anschaffungen erst einmal nicht tätigen wegen der ungewissen Zukunft.

Ich habe da noch Bilder aus Wuhan im Kopf, wo bewaffnete Regierungsvertreter die Straßen patroullierten, um die Ausgangssperre durchzusetzen, Gruppen von Menschen in Schutzkleidung die Straßen desinfizierten oder die Wohnungstür einer Familie, die die Quarantäne nicht einhalten wollte, verbarrikadiert wurde. DAS war ein Lockdown! In einem trotz vieler Missstände relativ gut funktionierendem Rechtsstaat wie Deutschland ist so etwas undenkbar.

Aber Deutschland hat es geschafft, das sicherste Land in Europa in der Krise zu werden. Wegen dem Präventionsparadox halten unzählige Menschen die getroffenen Maßnahmen für übertrieben, weil wir keine "Leichenberge" sehen. Vielleicht waren sie das auch in mancher Hinsicht. Immerhin haben sich schon vor den Beschränkungen Menschen an diverse Empfehlungen gehalten wie Abstand zu halten und in öffentlichen Innenräumen Maske zu tragen und ganz besonders, ihren Aktionsradius deutlich einzuschränken. Letzteres zeigte auch eine Analyse von Handy-Bewegungsdaten. Letztendlich ist es auch nicht notwendig, dass sich alle an die Regeln halten, sondern es reicht aus, wenn es ein genügend großer Prozentsatz tut, um das Ziel zu erreichen, die Kurve abzuflachen. Deshalb sage ich auch nichts, wenn ich immer wieder Leute im Supermarkt sehe, die ihre Maske unter der Nase tragen. Ich persönlich mag meine frisch gewaschenen Baumwoll-Masken, die nach Lenor duften. Allerdings sind die ein-lagigen angenehmer als die zwei-lagigen, unter denen ich dann leicht schwitze. Mein Sohn hat auch Probleme, weil seine Brille ständig beschlägt. Aber mit Drahtbügel geht es irgendwie.

Jedenfalls ist es meines Erachtens richtig, dass jetzt die Maßnahmen so gut wie möglich gelockert werden, damit unsere Krankenhäuser wieder besser ausgelastet werden können mit dem Normalbetrieb, die Wirtschaft wieder anlaufen kann (bis auf Großveranstaltungen und Urlaub erst einmal) und wir nur noch wo nötig ist gezielte Maßnahmen ergreifen. Damit sind wir wohl auf einem sehr guten Weg.

Und tröste ich mich immer mit dem Gedanken, dass das alles nur vorübergehend ist. Und ich bin äußerst dankbar dafür und glücklich darüber, dass wir Strom, Wasser, ein Dach über dem Kopf und jeden Tag unser Essen auf dem Tisch haben.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Tagesspiegel (19.06.2020): Warum Covid-19 die Ärmsten besonders hart trifft

Kontext (12.08.2020): Keiner schaut nach Afrika

New York Times (22.08.2020): Kenya’s Health Workers, Unprotected and Falling Ill, Walk Off Job

Tagesschau (12.10.2020): Kampf gegen Hunger: Indiens Fortschritte in Gefahr

Spiegel (19.11.2020): Die Pandemie verschärft die Ungleichheit in Deutschland

Thema: Corona
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Freitag, 15. Mai 2020 17:01

Adieu Urlaub

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eine der am stärksten betroffenen Branche ist die Tourismusbranche. Insbesondere Hotels, Großveranstaltungen und die Flugbranche stehen hier im Zentrum der Aufmerksamkeit. Restaurants konnten wenigstens auf To-Go umstellen und sich gerade eher schlecht als recht über Wasser halten. Da auch die Dienstreisen bis auf ein absolutes Minimum reduziert wurden, ist nicht mehr viel los am Himmel (außer in den USA). Auch der Messe-Kalender ist gespenstisch leer.

Wir hatten echt Glück. Letztes Jahr waren wir im April in Neuseeland, also am anderen Ende der Welt. Wenn da schon die Corona-Katastrophe passiert wäre, hätten wir entweder richtig Geld in den Sand gesetzt, weil die Reiserücktrittsversicherung sicher nur gezahlt hätte, wenn wir selbst krank geworden wären, oder noch schlimmer, wir wären dort auf Wochen oder Monate gestrandet. Verwandte waren in der Zeit gerade in Thailand und ich habe mir große Sorgen gemacht, dass sie nicht wieder zurückkommen können. Glücklicherweise sind sie einige Tage vor geplanter Heimreise irgendwie doch zurück gekommen. Es gab eine gigantische Rückholaktion der Bundesrepublik. Trotzdem dürften einige irgendwo gestrandet sein.

Dieses Jahr hatten wir auch Glück. Bis auf ein Paar Wochenenden hatten wir noch nichts Konkretes geplant. Wir hatten an eine Deutschlandrundreise im August/September bis Dänemark und Holland gedacht, die ich dann zu Ostern konkret planen wollte. Inzwischen haben wir unsere Pläne aber ad acta gelegt. Es ist aber auch nicht schlimm. Wir verbringen oft und gerne Urlaub zu Hause. Wenn wir am Wochenende weg waren und Sonntagabend irgendwann heimkommen, habe ich meistens am Montag Urlaub genommen. Ich pack das gar nicht mehr, dann am nächsten Tag sofort wieder früh aufzustehen und ins Büro zu marschieren. Urlaub ist für mich nicht gleichbedeutend mit Wegfahren/-fliegen. Ich schaue gerade, wie viele große Urlaube ich so gemacht habe, seit ich sie selbst bezahlen muss. In den letzten 25 Jahren waren das vier große Flugreisen. Uns fällt es also nicht schwer, im Moment darauf zu verzichten.

  • 1991: Deutschland und Österreich (Auto, Zelt) - da habe ich beschlossen, nur noch wegzufahren, wenn ich mir auch Hotel mit eigenem Bad leisten kann :D
  • 1993: Österreich (Auto)
  • 1995: Italien bis Neapel (Auto)
  • 1995: USA Chicago, Wisconsin (Flug, größtenteils Privatunterkunft)
  • 2003 - 2007: Bayerischer Wald (Auto)
  • 2006: Bochum (Flug)
  • 2008: Paris (Flug)
  • 2008: USA Kalifornien, Nevada (Flug) - ohne Kinder
  • 2009: Hochzeitsreise Deutschland, Dänemark (Auto)
  • 2012: London (Flug)
  • 2013: USA Florida, Atlanta in Georgia (Flug)
  • 2014: Deutschland Düsseldorf, Rügen, Berlin (Flug, Mietwagen), Amsterdam (Flug)
  • 2015: Hamburg (Auto)
  • 2016: Deutschland Berlin, Ostdeutschland bis Mecklenburg-Vorpommern (Auto)
  • 2017 Ostdeutschland bis Stralsund (Auto)
  • 2017 ein Tag Berlin, sehr dekandent (Flug)
  • 2018 Schweiz bis Genf (Auto)
  • 2019 Singapur und Neuseeland Südinsel (Flug, ohne Kinder)

Wann das Auswärtige Amt die weltweite Reisewarnung wieder lockert oder aufhebt, steht in den Sternen. Dennoch hoffen viele nicht nur in der Reisebranche, dass Reisen bald wieder möglich sein werden. Zumindest innerhalb Europas scheint es tatsächlich wieder möglich zu werden, zumindest mit Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen. In manchen Ländern könnte es an der Einreisequarantäne scheitern.

Ein Flugmediziner hat im Auftrag der International Air Transport Association (IATA) das Risiko untersucht, wie hoch an Bord das Ansteckungsrisiko sei, mit wenig überraschendem Ergebnis. Doch ich frage mich, wie viele Menschen trotz dieser Beteuerungen im Moment und in den nächsten Monaten irgendwohin fliegen wollen. Einerseits aus Angst vor Ansteckung und andererseits natürlich auch wegen der ungewissen Zukunft, da hält man sein Geld doch lieber zusammen.

Nachdem Dänemark (und Polen) Unternehmen mit Sitz in Steueroasen keine Corona-Hilfen auszahlen wollen, scheint sich nun auch der Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, dies nicht zu tun. In der Finanzkrise 2008 haben viele Staatshilfen dazu geführt, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert wurden. Ich sehe einen schmalen Lichtstreifen am Horizont, dass die Regierung diesen Fehler diesmal nicht wiederholen möchte. Da sieht es dann für die Lufthansa düster aus, denn dort scheint eine Menge Kohle am Fiskus vorbeigeschleust worden zu sein. Die Billigairline Germanwings haben sie ja schon dichtgemacht.

Persönlich habe ich Billigairlines immer gemieden. Ich habe mir einfach nicht vorstellen können, dass unter dem Kostendruck nicht vielleicht doch die Sicherheit leidet. Letztendlich kann Sparen am falschen Ende sich als Riesenfehler entpuppen.

Vermutlich wird hier ein Prozess stattfinden, der Fliegen in Zukunft deutlich teurer machen wird. Aber ganz ehrlich: Ich fände das sehr gut. Kein Mensch muss drei Mal im Jahr irgendwo hin fliegen, bloß weil da das Wetter besser ist. Kein Mensch muss zum Shoppen nach New York oder zum Party feiern nach Ibiza fliegen. Die Natur wird sich freuen.

Aber vielleicht gibt es Innovationen, die zumindest Fliegen etwas umweltfreundlicher machen könnte. Bisher konnte man sein Gewissen bei atmosfair erleichtern, aber es gibt durchaus erfreuliche Entwicklungen, die vielleicht nun etwas vorangetrieben werden. Ich bin mir nicht so sicher, ob elektrisches Fliegen sinnvoll ist, aber vielleicht kann man mit Hilfe von Algen CO2-neutrales Kerosin herstellen? Vielleicht wäre auch eine Kerosinsteuer nicht verkehrt, aber ich denke, dass sich da die Regierung(en) eher zurückhalten werden, da das die Preise noch stärker in die Höhe treiben würde.

Wie werden wir also in ein paar Jahren reisen? Werden meine Jungs jemals nach Neuseeland fliegen können? Es bleibt spannend.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste

Spiegel (16.05.2020): Oder vielleicht wäre es doch nicht so schlecht, in Neuseeland gestrandet zu sein...


Updates Flugbranche

Tagesspiegel (13.05.2020): Steueroasen und Staatshilfen – passt das zusammen? - Lufthansa

Zeit (20.05.2020): Bundesregierung einig über Lufthansa-Rettung

ntv (20.05.2020): Flughafen Tegel schließt am 15. Juni

ntv (24.05.2020): Lufthansa fährt im Juni Angebot wieder hoch

Neue Zürcher Zeitung (24.05.2020): Lufthansa-Rettung gerät zur politischen Farce - vor 23 Jahren privatisiert, bestellte Airbus-Flugzeuge sollen trotz voraussichtlich sinkenden Luftverkehr abgenommen werden

Süddeutsche (25.05.2020): Bundesregierung und Lufthansa einigen sich auf Staatshilfe-Paket

Süddeutsche (26.05.2020): Ryanair will Lufthansa-Rettungspaket anfechten, da es den Wettbewerb verzerrt

Neue Zürcher Zeitung (27.05.2020): EU-Kommission will Massnahmen nur mit harten Auflagen billigen, keine Boni für die höheren Kader, keine Dividenden, keine Aktienrückkäufe, solange der Staat Mitaktionär ist

Süddeutsche (27.05.2020): Versteckte Geldflüsse bei der Lufthansa, Verbindungen in Steueroasen

Tagesschau (30.05.2020): Lufthansa akzeptiert EU-Auflagen - Start- und Landerechte in Frankfurt und München müssen abgegeben werden - Aufsichtsrat und Aktionäre müssen noch zustimmen

ntv (31.05.2020): Lufthansa-Deal stößt auf geteiltes Echo - Dumping am Himmel gefördert - verbindliche Klimaauflagen bleibt Wunsch

Neue Zürcher Zeitung (03.06.2020): Trotz Milliarden-Hilfen: Der Lufthansa-Konzern bereitet die Mitarbeiter und die Tochterfirmen auf harte Einschnitte vor, Konzern will Kredit innerhalb von drei Jahren zurückzahlen

Süddeutsche (11.06.2020): Lufthansa - Ein Mythos am Boden

Spiegel (22.06.2020): Ryanair-Chef kündigt Billigtickets für den Sommer an - Klimawandel egal?

Tagesspiegel (25.06.2020): Lufthansa-Aktionäre stimmen Staatseinstieg zu

ntv (26.06.2020): Die Lufthansa zahlt Steuern lieber auf Malta

Süddeutsche (28.06.2020): Der Preis der Lufthansa-Rettung

ntv (21.07.2020): Bundesweite Stellenstreichung - Ryanair macht Standort Hahn dicht

Heise (30.07.2020): Airbus fliegt mit Milliarden in die Miesen

Heise (30.07.2020): Boeing verliert viel Geld, verkündet das nahende Ende des Jumbojets 747

Spiegel (10.08.2020): Rückzahlung von Tickets: Verbraucherschützer fordern mehr Druck der Regierung auf Lufthansa

ntv (19.08.2020): Bis zu zwölf Regionalflughäfen droht das Aus

Süddeutsche (16.09.2020): Pläne für dritte Startbahn in München gestoppt

Süddeutsche (16.09.2020): Lufthansa-Mitarbeiter schockiert - Umsätze vor Corona kommen vielleicht nie wieder

Spiegel (24.09.2020): Lufthansa führt Corona-Schnelltests für Fluggäste ein

Heise (28.09.2020): Corona-Krise treibt Flugzeugriesen schneller auf den Schrottplatz

Handelsblatt (02.10.2020): Lufthansa: Boni sind keine willkürlichen Zusatzeinnahmen von Managern, die sich nur bereichern wollen

Golem (31.10.2020): BER: Neuer Flughafen in Berlin ist eröffnet - Irgendwie passend, ein Zombie-Flughafen zu Halloween

Heise (05.11.2020): Luftverkehrsbranche will weitere Milliarden vom Bund

Heise (24.11.2020): Die Zukunft der Luftfahrtindustrie


Updates Hotelbranche

BR (19.05.2020): Regeln für Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen

Süddeutsche (12.05.2020): Kritik an Beherbergungsverbot wird immer massiver

ntv (15.05.2020): Beherbergungsverbote bleiben - ein großer Fehler?

T-Online (15.05.2020): Beherbergungsverbot kippt in Baden-Württemberg und Sachsen

BR24 (08.11.2020): Corona überstehen: Das lassen sich Hotels in München einfallen


Updates Bahnreisen

NDR (28.05.2020): DLR erforscht Ausbreitung von Viren in Zügen

Tagesspiegel (16.06.2020): Untersuchung zur Verbreitung von Aerosolen in Bussen, Bahn (und Flugzeug)

Telepolis (05.07.2020): Corona macht die Bahn pünktlicher

Tagesspiegel (05.07.2020): Volle Abteile, keine Maske

Volksverpetzer (20.07.2020): Deutsche Bahn setzt Maskenpflicht nicht durch

Zeit (03.08.2020): Zugverweis und Bußgelder: So soll Maskenpflicht besser durchgesetzt werden

Tagesschau (11.08.2020): Bahn will keine Reservierungspflicht

Süddeutsche (17.11.2020): Corona-Gefahr in Zügen: Abstandsregeln? Nur für Mitarbeiter des Bundes


Updates Kreuzfahrtschiffe

Stern (05.07.2020): Milliarden-Verluste: Der Kreuzfahrtbranche steht das Wasser bis zum Hals

Ich persönlich wäre auch vor Corona nicht auf die Idee gekommen, meinen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff zu verbringen. Da hätte ich mich gefangen auf einem schwimmenden Hotel gefühlt. Auch solche Hotels an Land, die die "Freizeitaktivitäten" wie grenzenlose Buffets, Kino/Theater/Show anbieten und Wellness oder Swimmingpools sind mir ein Graus. Das ist nicht die Art Urlaub, die mir gefällt. Dazu kommt, dass ich Angst auf dem Meer habe. Wahrscheinlich habe ich als Kind zu viele Titanic-Filme gesehen. Aber zwei Stunden auf einer Fähre ist glaube ich das längste, was ich psychisch durchstehen würde. Und am wohlsten würde ich mich fühlen, wenn man die Küste sehen kann. Wenn die außer Sichtweite ist, dann könnte ich mir vorstellen, dass ich in Panik gerate.

Und auch die Umwelt hat unter den Kreuzfahrtschiffen gelitten, da diese größtenteils mit umweltschädlichem Schweröl fahren. Ein weiterer Grund für mich, diese Urlaubsart zu meiden.

Mir ist es daher unbegreiflich, wie das Kreuzfahren so boomen konnte. Aber Menschen sind halt verschieden ;-)

New York Times (30.10.2020): Where Cruise Ships Are Sent to Die

NDR (04.11.2020): Schleswig-Holstein verbietet Kreuzfahrten ab Kiel


Updates Tourismusbranche Ausland

FAZ (26.05.2020): Reisewarnung soll für 31 Länder aufgehoben werden

Heise (26.05.2020): Reisewarnung für Türkei bleibt bestehen, die Türkei ist kein Rechtsstaat, Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung, Haft droht schon bei Likes in Facebook, trotzdem werden von Deutschland weiter Waffen geliefert und Finanzspritzen gewährt

Spiegel (03.06.2020): Reisewarnung für 31 europäische Staaten aufgehoben

Telepolis (10.06.2020): Griechenland: Skepsis gegenüber Tourismus-Experiment

Zeit (10.06.2020): Weltweite Reisewarnung für 160 Länder verlängert

ntv (13.06.2020): Corona-Rückholaktion per Flieger - Auswärtiges Amt verschickt bald Rechnungen

FAZ (14.06.2020): Was beim Reisen ins Ausland nun zu beachten ist

Tagesschau (15.06.2020): Ende der Corona-Grenzkontrollen

NachDenkSeiten (09.07.2020): Deutschland first – Urlaubs-Nationalismus in Corona-Zeiten

In diesem Artikel prangert Jens Berger an, dass ganze Länder, die abhängig sind vom Tourismus, durch die Reisewarnungen schwer geschädigt werden, auch dann, wenn die Fallzahlen die Reisewarnung eigentlich nicht rechtferigen. Als Beispiel nennt er Türkei und Thailand.

Die Türkei ist auf Rang 154 und Thailand auf Rang 140 in Sachen Pressefreiheit laut Reporter ohne Grenzen. Aufgrund der Intransparenz in diesen beiden Ländern bezweifel ich, dass sich die offiziellen Fallzahlen mit denen von Mitgliedern der EU vergleichen lassen und die Dunkelziffer entsprechend höher ist oder kritische Stimmen unterbunden werden. Thailand hat (Stand 10.07.2020, 11:28 Uhr) laut John Hopkins University bisher 58 (bei knapp 70 Mio. Einwohnern) Covid-19-Tote zu verzeichnen, die Türkei 5.300 (bei 83 Mio. Einwohnern). Zum Vergleich: Italien 34.926 Tote/60 Mio., Frankreich 29.982 Tote/67 Mio., Spanien 28.401 Tote/47 Mio., Deutschland 9.061 Tote/83 Mio., United Kingdom 44.687 Tote/66 Mio.). Es wird aber auch weniger getestet. Thailand 4,54 Tests pro 1.000 Einwohner, Türkei 44,26, Italien 96,03, Frankreich 12,73 (das ist wenig), Spanien 77,38, Deutschland 76,10, United Kingdom 166,26. Wer weniger testet, findet natürlich auch weniger Fälle. Länder, die hochgradig vom Tourismus abhängig sind, haben ein großes Interesse an harmloseren, offiziellen Zahlen. Link added (23.11.2020): Gerade der Türkei kann ich persönlich hier leider nur wenig Vertrauen entgegenbringen.

Natürlich treffen Sanktionen gleich welcher Art die Bevölkerung immer zuerst. Trotzdem bin ich nicht bereit, mein Geld in Länder zu tragen, die von größenwahnsinnigen Menschenrechtsverletzern regiert werden, wie die Türkei. Und das war auch schon vor Corona so.

Zeit (13.07.2020): Weltärztebund-Chef fordert Quarantäne für Mallorca-Rückkehrer

NachDenkSeiten (17.07.2020): Ballermann-Hysterie – Medien und Politik drehen wild - verwendetes Bild vom Strand stammt aus 2018

Telepolis (27.07.2020): Verpflichtende Tests für Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten

Tagesschau (27.07.2020): Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer: eine rechtliche Beleuchtung

Ärzteblatt (03.08.2020): Hohe Trefferquote von 2,5% bei Rückkehrertests an NRW-Flughäfen

Tagesschau (07.08.2020): Wie funktioniert die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten?

Süddeutsche (15.08.2020): So ist die Lage in europäischen Urlaubsländern

ntv (17.08.2020): Mallorca bangt um Urlaubssaison: Tui stellt Reisewarnung als übertrieben dar

Zeit (19.08.2020): Urlaubsrückkehrer treiben Corona-Infektionszahl in die Höhe

South China Morning Post (12.09.2020): How coronavirus has made travel in China a whole lot harder for foreigners

South China Morning Post (18.10.2020): Stories of the Phuket tourism workers hit hard by plunge in travel to Thailand amid the Covid-19 crisis

New York Times (06.11.2020): Hawaii’s Reopening May Be Good for Tourism. Is it Good for Locals?

Telepolis (23.11.2020): Türkei: Nach falschen Corona-Fallzahlen nun der Lockdown und die Mitschuld des Auswärtigen Amtes


Updates Tourismusbranche Deutschland

Spiegel (19.05.2020): Dilemma auf deutschen Inseln - Touristen - gebraucht und gefürchtet

Tagesspiegel (03.06.2020): Zwischen Not und Hoffnung - Deutschlands Reisebranche denkt um

ntv (29.06.2020): Helgoland leidet einsam und coronafrei

Tagesspiegel (29.06.2020): An der Ostsee wird es eng

Tagesspiegel (16.08.2020): Streit um Zuständigkeit: Wer testet künftig die Urlaubsrückkehrer an Berlins Flughäfen auf Corona?

Tagesschau (31.10.2020): Bundesländer setzen Touristen Abreisefristen

Spiegel (22.11.2020): Corona-Meldepflicht: Jeder fünfte Risiko-Rückkehrer gibt falsche Daten an



Robert Koch Institut: Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI

Themen: Corona | Urlaub
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Dienstag, 12. Mai 2020 20:09

Twitch.tv und Youtube

Wir schauen eigentlich so gut wie nie fern. Bevor ich mit Florian zusammengekommen bin, hatte ich schon zwei fernsehfreie Abende, weil mir das Programm zu blöd geworden war. Und dann hatte ich es mir fast ganz abgewöhnt. Als der Fernseher dann kaputt ging, haben wir lange GEZ gespart, bis die Rundfunkgebühr als Haushaltsabgabe eingeführt wurde. Dann haben wir uns zwar wieder einen Fernseher gekauft, aber die Gewohnheit blieb, nicht zu gucken.

Abgesehen davon, dass fast nur Mist kommt (bis auf wenige Ausnahmen) und mir dafür meine Zeit zu schade ist, wollte ich mich auch nicht dem 20:15-Uhr-Diktat unterwerfen. Ich empfand es als Stress, dann schon mit allem fertig sein zu müssen, was man so am Tag vor hatte. Oder wenn man Nachrichten schauen wollte, noch früher. Deshalb sind wir bei Prime und Netflix, um zeitlich unabhängig zu schauen und auch zu bingewatchen. Und jetzt schaue ich auch ab und zu Sendungen auf Twitch.tv. Meine erste Begegnung war mit Tommy Krappweis, von dem ich schon seit der Schulzeit Fan bin. Die erste Begegnung mit seiner Sendung WildMics war die Folge "Pen and Paper Remote? .,. und was noch alles geht, wenn es gehen muss" mit Mháire Stritter. In der Sendung ging es ziemlich schnell auch um das Thema Depression und die Offenheit, mit der darüber gesprochen wurde, berührte mich sehr.

Wenn man die Sendung live verfolgt, kann man per Chat sogar interagieren. Allerdings geht der Chat meist so schnell, dass die Gesprächspartner kaum auf alle Fragen eingehen können. Und ich bin sowieso nicht multitaskingfähig, also kann ich entweder gucken und zuhören oder lesen.

Die zweite Sendung, die ich angeschaut habe, war "Hilfe, mein Onkel schwurbelt" mit Hoaxilla, Lydia Benecke und Bernd Harder. Das war auch sehr schön und da ich gerade so einen Fall selbst erleben musste, fühlte ich mich auch persönlich angesprochen. Hoaxilla verwendet die Mitschnitte dann auch in ihrem Podcast.

Die Sendung "Blogs, Pages & Profile - Was macht man warum im Netz?" von gestern habe ich leider verpasst, aber ich freue mich, dass man sie auf Twitch.tv noch nachträglich anschauen kann. Und das Thema "Bullshit erkennen - in der Corona Krise und danach" klingt auch interessant, da muss ich auch noch reinschauen.

Gestern kam auf Youtube die Sendung "Last Geek Tonight" mit Nessi und Tommy Krappweis Folge 2 "Wurstwasser-Schock". Ich habe in den Alexa-Stick drei Mal den Titel der Sendung reingesprochen, zuletzt in Zoomania-Faultier-Geschwindigkeit. Aber Youtube zeigte mir immer "Last Week Tonight" an. Also musste ich doch umständlich eintippen. Die Sendung war auch sehr lustig und Tommy erzählte viele Geschichten aus der Vergangenheit. Das war auch sehr berührend.

Aber das sind nicht die einzigen, die sich in Live-Streams austoben. Am Wochenende habe ich The Wil Wheaton Twitch Experience angeschaut, ein Panel von zu Hause aus, ein Geschenk an seine Fans, da die SuperCon in Florida ausgefallen war. Ich mag Wil Wheaton seit dem Buch "Just a Geek" und meiner Begegnung mit ihm auf der FedCon XXI 2011 persönlich sehr gerne und bin mit ihm auch auf Facebook "befreundet". Dort verfolge ich ein wenig sein Leben mit Anne und den Hunden Seamus und Marlowe und dem Kater Watson. Er und Anne sind wunderbare Menschen.

WildMics

Nessi in Last Geek Tonight

Tommy in Last Geek Tonight

Wil Wheaton

Themen: Star Trek | Corona | Computer und Internet | Blick in die Vergangenheit | Conventions | Tommy Krappweis | Mháire Stritter
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Dienstag, 12. Mai 2020 17:01

Die USA und ihre Waffen

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ich mache mir etwas Sorgen um die USA. Damit meine ich nicht, dass Donald Dump Trump einfach ungeeignet ist, der Corona-Katastrophe zu begegnen. Die Leute haben ihn ja gewählt, irgendwie... Das Wahlsystem in den USA finde ich sowieso vollkommen absurd. Nicht dass ich Killary besser gefunden hätte. Aber die US-Amerikaner scheinen oft nur die Wahl zwischen Pest und Cholera zu haben. Kandidaten wie Bernie Sanders, der seit Jahrzehnten u.a. für ein sozialeres Gesundheitssystem kämpft, werden als Kommunisten verunglimpft und bei den Vorwahlen der Demokraten aussortiert und irgendwelche "gemäßigten" Kandidaten treten dann tatsächlich bei den Präsidentschaftswahlen an.

Als die Corona-Katastrophe hereinbrach, kauften die US-Amerikaner nicht etwa Klopapier (naja, schon auch), nein, sie deckten sich mit Schusswaffen ein. Mein erster Gedanke war: "Oh, oh!" Zugegeben, ich habe zu viel Walking Dead geschaut. Aber ich hatte eigentlich auch immer Angst, in eine Schießerei zu geraten, wenn wir in den USA im Urlaub waren. Es ist für mich vollkommen unbegreiflich, dass trotz Sandy Hook und Never Again in den USA immer nur Thoughts and Prayers* kommen, wenn es mal wieder zu einer Massenschießerei kam. Neuseeland hat die Waffengesetze nach Christchurch verschärft. Kanada hat nach Nova Scotia Sturmgewehre verboten.

In Deutschland sind die Hürden im internationalen Vergleich für einen Waffenkauf schon sehr hoch. Das gibt ein sichereres Gefühl, allerdings sind auch hierzulande viele Waffen in den falschen Händen.

Dafür gab es im März 2020 das erste Mal seit 2002 keine Schießerei mehr an US-Schulen... weil keine Kinder/Jugendlichen in den Schulen waren, sondern wegen der Corona-Maßnahmen Homeschooling betrieben.

Angesichts der präkaren Lage vieler US-Amerikaner, dem eine ungeheure Vernichtung von Lebensmitteln aufgrund von Marktregeln gegenübersteht, könnte sich hier etwas Gewaltiges zusammenbrauen.

Wo soll das nur hinführen?

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


* So wie bei uns das Pflegepersonal nur Applaus und Schokolade bekommt, vielleicht einen Bonus, aber wahrscheinlich keine angemessene Bezahlung...


Updates

New York Times (14.05.2020): Meat Plant Closures Mean Pigs Are Gassed or Shot Instead - Schließungen von Fleischfarmen bedeutet, dass die Schweine entweder vergast oder erschossen werden

Süddeutsche (02.06.2020): Dreiklang aus tödlichem Virus, Arbeitslosigkeit und Polizeibrutalität - Bürgerkrieg nach dem Tod von George Floyd? - Zweite Welle nach Protesten? - Black Lives Matter

Bored Panda (01.06.2020): There is hope - It's Everyone vs. Racists

New York Times (01.06.2020): Lawmakers Begin Bipartisan Push to Cut Off Police Access to Military-Style Gear - Gesetzgebung gegen Ausstattung der Polizei mit militärischer Ausrüstung - Obama hatte dies eingedämmt - 2017 wurden 126 bewaffnete Fahrzeuge, 138 Granatenwerfer und 1.623 Bajonette an das Pentagon zurückgegeben - Trump anullierte Obamas Gesetzgebung

derStandard.at (03.06.2020): US-Armee arbeitet an tödlichen Drohnenschwärmen

Spiegel (21.07.2020): Vorfall in St. Louis - Waffen auf Demonstranten gerichtet - Paar angeklagt

Um ganz ehrlich zu sein bin ich wirklich froh, dass im Zusammenhang mit Corona nicht mehr passiert ist. Auch wenn es immer noch unheimlich viele Waffengewalt in den USA gibt und die Zahlen immer weiter steigen...

Telepolis (15.08.2020): Guns 'n Protests

Telepolis (21.10.2020): USA: Run auf Waffen und Munition

Telepolis (28.10.2020): USA vor der Wahl: "Be ready for anything"

Thema: Corona
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Montag, 11. Mai 2020 17:01

Corona-Apps

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Südkorea hat Tracking Apps eingesetzt, die mit Hilfe des GPS auf den Mobiltelefonen gemeinsam mit Überwachungsbildern (CCTV footage) Personen mit Covid-19 zu identifizieren und Menschen in Kenntnis zu setzen, die mit ihnen in Kontakt waren und dem Risiko einer Infektion ausgesetzt waren. In China erhalten Menschen einen grünen, gelben oder roten Farbcode auf ihr Smartphone, der darüber bestimmt, ob sie sich im öffentlichen Raum bewegen können. Etwas Ähnliches, nämlich ein Immunitätsausweis, war auch bei uns kurzzeitig im Gespräch. Er barg aber die konkrete Gefahr, dass sich Leute absichtlich anstecken, um die Freiheiten, die ein solcher Ausweis mit sich bringen würde, zu erlangen. Mittlerweile ist er aber wieder vom Tisch. Oder heißt der jetzt Seuchenpass?

Die Begehrlichkeit, Bürger oder auch Arbeitnehmer nicht nur in Deutschland zu überwachen, sind groß. Das kann man auch gut in den Geschichten der Vorratsdatenspeicherung und der Maut nachvollziehen. Wir haben aber seit dem 25. Mai 2018 in der EU einen sehr starken Datenschutz, der zwar auch zu Absurditäten führt, aber im Grunde eine sehr gute Sache ist.

Trotzdem sprießen Tracing-Apps seit der Corona-Katastrophe wie Pilze aus dem Boden. Deutschland ganz vorn mit dabei, doch eine Pflicht ist hierzulande undenkbar. Opposition und Bürgerrechtler laufen Sturm. Die Digitale Gesellschaft hat hierzu einen offenen Brief verfasst.

Aber es gibt auch Befürworter, wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Und EU-Rechtspolitiker Axel Voss fordert freiwillige Nutzung von Corona-Apps.

Und aller Bedenken zum Trotz machen irgendwie alle mit: Frankreich, Österreich, Großbritannien, sogar die Schweiz, Australien... Irgendwie die ganze Welt...

Als meine Firma die Datenspende-App vom Robert Koch-Institut auf dem Firmenhandy zuließ, habe ich sie mir mal aus Neugierde installiert. Allerdings funktioniert sie nur mit den teureren Fitness-Trackern. Der günstigste, den ich gefunden habe, war von Fitbit und hat etwas mehr als 50 Euro gekostet. Ich wollte schon eine ganze Weile so ein Ding haben, aber eigentlich hätte ich nicht mehr als 25 Euro dafür ausgeben wollen. Aber gut. Jetzt werden meine Schritte gezählt, mein Schlaf wird überwacht und die Daten landen irgendwie beim RKI, wie auch immer diese helfen sollen.

Wir dürfen es auf jeden Fall nicht zulassen, dass hier der Datenschutz ausgehöhlt wird. Es gibt auch andere Methoden, zum Beispiel einfach nur ein Alarmgeber, mit dem Pushnachrichten auf die Smartphones geschickt werden, die über das lokale Risiko informieren. So können Pandemie-Maßnahmen punktuell ergriffen werden.

Orwell's 1984 war als Warnung gedacht, nicht als Gebrauchsanleitung.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Deutsche Corona-App

Netzpolitik.org (27.04.2020 mit Updates 16.06.2020): FAQ zu Corona-Apps

Heise (29.05.2020): Tracing-App: Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit für ein Gesetz

Tagesschau (08.06.2020): Corona-App soll nächste Woche kommen

Süddeutsche (14.06.2020): Corona-Warn-App startet am Dienstag

Süddeutsche (16.06.2020): Oxford-Simulation: Die Corona-App fängt an zu wirken, sobald 15 Prozent mitmachen

ntv (20.06.2020): Corona-Warn-App kurz vor Meilenstein - 15% (ca. 12 Millionen Nutzer) reichen aus, 60%-Angabe veraltet

Golem (06.07.2020): Bislang 300 Infektionsmeldungen über Corona-Warn-App

Heise (16.07.2020): Corona-Warn-App knapp 16 Millionen Mal heruntergeladen – RKI ist zufrieden

Heise (21.07.2020): Corona-Warn-App jetzt auch auf Türkisch

Netzpolitik (20.08.2020): So funktionieren die Hotlines zur Corona-Warn-App

Heise (23.09.2020): 100 Tage Corona-Warn-App: SAP und Telekom ziehen positive Bilanz - 18,2 Mio. Downloads

Heise (24.09.2020): Ärztevertreter: Corona-Warn-App für Gesundheitsämter wenig hilfreich

Zeit (08.10.2020): Moment, wie viele Infizierte soll ich getroffen haben?

Heise (17.10.2020): Corona-Warn-App wird um Symptome-Tagebuch erweitert

Heise (19.10.2020): Corona-Warn-App 1.5.0 bietet länderübergreifende Risiko-Ermittlung

t3n digital pioneers (28.10.2020): Lockdown Light: Ladet euch endlich die verdammte Corona-App herunter!

Heise (18.11.2020): Erst "entschlacken", dann erweitern


Updates Technik und Datenschutz

Heise (14.05.2020): SAP und Deutsche Telekom veröffentlichen Details zur Tracing- und Warn-App

Heise (16.05.2020): Corona-Tracing per App: SAP legt erste Version des Corona-Warn-Servers vor

DerStandard.at (20.05.2020): Coronavirus: Apple und Google stellen Schnittstelle für Contact-Tracing vor

Heise (30.05.2020): Look & Feel der Corona-Warn-App steht

Heise (04.06.2020): Quellcode-Analyse eines beispiellosen Open-Source-Projektes

Heise (08.06.2020): Wirkungsweise der Tracing-Apps und das Krypto-Protokolls erklärt - Wie kann man Kontakte verfolgen, ohne Menschen zu verfolgen?

c't (11.06.2020): Wie die Corona-Warn-App von SAP und Telekom funktioniert

Süddeutsche (13.06.2020): Was Sie über die Corona-App wissen müssen

ZDF (16.06.2020): Chaos Computer Club lobt deutsche Corona-App

Correctiv.org (17.06.2020): Der lange Weg zur Corona-App - der Artikel erklärt, wieso Google und Apple hier datenschutzrechtlich vorbildlich gehandelt haben

Heise (24.07.2020): So berechnet die Corona-Warn-App Ihr Ansteckungsrisiko

Heise (24.07.2020): SAP erläutert Problem mit der Hintergrundaktualisierung (zu Bild: "Bundesregierung blamiert sich")

Heise (02.09.2020): iOS 13.7 verfügbar: Corona-Tracing direkt im Betriebssystem

Heise (04.09.2020): Fehler an Hintergrund-Aktualisierung behoben

Netzpolitik (02.11.2020): Der Datenschutz der Corona-Warn-App ist nicht das Problem


Updates Andere Corona-Apps

Heise (13.05.2020): EU-Kommission: Corona-Apps müssen grenzüberschreitend funktionieren

Telepolis (14.05.2020): CuidAR: Argentinien überwacht mit einer App

Heise (16.05.2020): Slowakei ersetzt Staatsquarantäne durch Handy-App

Heise (26.05.2020): Schweizer Tracing-App geht in den Feldversuch

Heise (26.05.2020): Französische Datenschutzbehörde gibt App "StopCovid" mit Bauchschmerzen frei

DerStandard.at (06.06.2020): Frankreichs Corona-App "StopCovid" bricht die Millionen-Marke

Heise (09.06.2020): Schweizer Parlament billigt gesetzliche Grundlagen für Corona-Tracing-App

Heise (10.06.2020): USA: Apple schickt Corona-App-Ergebnisse an Behörden - freiwillig, aktiv und anonym

Heise (16.06.2020): Europäische Corona-Apps sollen Daten untereinander austauschen können

Netzpolitik.org (16.06.2020): Kontaktverfolgung - Wie die Corona-App Frankreich in Europa isoliert

Golem (23.06.2020): 341 Warnungen an Corona-App-Nutzer - Frankreichs App erst 14 Warnungen, von Datenschützern kritisiert

Heise (25.06.2020): Corona-Warn-App: Nun auch in ersten europäischen App-Stores verfügbar

Golem (09.07.2020): Die peinliche "Späher-App" der AfD

Heise (24.07.2020): Warum Warn-Apps schweigen - "StopCovid", "Covidsafe" oder "Corona-Warn"

Heise (21.08.2020): Auch Estland führt Corona-Warn-App ein - in drei Sprachen: Estnisch, Russisch und Englisch

Netzpolitik (24.08.2020): Europaweite Lösung lässt auf sich warten

Standard.at (07.09.2020): "Stopp Corona": Stillstand bei österreichischer Contact-Tracing-App?

Standard.at (21.10.2020): Österreich: Die Regierung hat die Corona-App "kaputtgemacht"

Telepolis (24.10.2020): Portugal: Tracing-App "StayAway Covid": Sieg der Datenschützer

Standard.at (16.11.2020): Gesundheitsminister fordert zu Installation der "Stopp Corona"-App auf

Guardians (18.11.2020): Union says teachers in England being told to pause Covid app in school - too many alarms


Updates Missbrauch und Kritik

DerStandard.at (13.05.2020): Wenn Contact-Tracing schiefgeht: Restaurantmitarbeiter soll Kundin nachgestellt haben

Heise (04.06.2020): Mehrheit gegen die Corona-App

Telepolis (06.06.2020): Mit der Corona-App gegen US-Demonstranten?

Heise (06.06.2020): Bedrohte Pseudonymität: Hotline soll bei Corona-App Trolle stoppen

Telepolis (09.06.2020): Covid-19 und die neuen Überwachungstechniken - Zusammenarbeit der britischen Gesundheitsbehörde mit Firmen wie Palantir und Faculty

Technische Universität Darmstadt (12.06.2020): Corona-Warn-Apps: Defizite bei Sicherheit

Mimikama.at (16.06.2020): Corona-Warn-App: Ja oder Nein?!

NachDenkSeiten (17.06.2020): Corona-App – ein soziales Experiment mit Risiken und Nebenwirkungen

Meine Kritik an dem Artikel: Apple und Google werden unter Generalverdacht gestellt und User, die die App installieren, würden dies tun, weil "medialer Schützenhilfe" geleistet wurde und sie wegen "einem Angstszenario dazu getrieben" wurden, und nicht, weil sie es vielleicht für sinnvoll halten und ausnahmsweise Mal eine staatliche Software vorbildlich entwickelt wurde.

Heise (17.06.2020): Corona-App muss auch auf alten Smartphones laufen

Golem (03.07.2020): Verwirrende Tagesanzeige / 14,4 Millionen Downloads (17,3%)

Heise (17.07.2020): Ein Monat Corona-Warn-App: Bisher bleibt der Effekt aus, u.a. auch weil die Labore und Gesundheitsämter nicht digital in den Melde-Prozess eingebunden sind, Postweg dauert ein oder zwei Tage

Standard (26.07.2020): Deutsche Corona-App funktioniert auf iPhones nicht richtig (zu Bild: "Bundesregierung blamiert sich")

Heise (05.08.2020): Wegen Medienbruch Datenschutzverstöße in der Meldekette von Infizierten - nicht genug QR-Code-Dokumente vorhanden, Vertrauensverlust

ntv (18.08.2020): Corona-Leugner nicht erwünscht: Campingplatz macht Warn-App zur Pflicht - Arbeitgeber, Restaurants oder Behörden dürfen App nicht als Zutrittsvoraussetzung definieren


Updates Kosten

Heise (11.06.2020): Corona-Warn-App kostet den Bund rund 20 Millionen Euro

Heise (16.06.2020): Zero Rating: Mobilfunk-Provider berechnen keinen Traffic für Corona-Warn-App

Heise (21.07.2020): Werbung für Corona-Warn-App kostete bisher 7,5 Millionen Euro

FragDenStaat (22.08.2020): Zusammensetzung der Kosten für die Entwicklung der Corona Warn App


Updates Sonstiges

Heise (21.05.2020): Großveranstaltungen mit Kontakt-Tracing-App?

Heise (14.09.2020): Corona-Warn-Apps: Lebensretter oder nicht?

Heise (22.09.2020): Google Maps zeigt aktuelle Daten zur Corona-Pandemie



GitHub: Corona-Warn-App/CWA-Documentation - official COVID-19 exposure notification app for Germany of SAP and Deutsche Telekom - open source / offizielle COVID-19-App zur Kontaktfallbenachrichtigung für Deutschland von SAP und Deutsche Telekom als Open-Source-Software

FragDenStaat: SAP und T-Systems und BRD: Projekt Corona Warn App - Abstimmungsvereinbarung

FragDenStaat: Vertrag mit SAP - teilweise geschwärzt

FragDenStaat: Vertrag mit T-Systems - teilweise geschwärzt

Thema: Corona
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Sonntag, 10. Mai 2020 17:01

Wunschzettel

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Als die Corona-Katastrophe begann, wurden so viele eklatante Schwächen des Turbokapitalismus, der Globalisierung und der auf Gewinnmaximierung getrimmten Gesundheitssysteme schlagartig aufgedeckt, dass manche linksgrün-verklärte Gutmenschen und Träumer schon zwangsläufig eine neue Weltordnung kommen sahen. Mittlerweile muss man das jedoch relativieren, da die Kräfte, die durch den Wunsch der Menschen nach einer vermeindlichen Normalität enorm sind. Das mag einerseits bedauerlich sein, andererseits führt das aber auch dazu, dass wir voran gehen und uns durch die Angst, die die neue Situation zunächst in vielen von uns ausgelöst hat, einem Tatendrang weicht, der die wirtschaft wieder aufleben lässt und die psychischen Folgen abmildert. Wir lernen nun, mit dem neuen Coronavirus zu leben.

Auf mich hört ja keiner, aber ich habe so ein paar Dinge auf meinem Wunschzettel stehen, die ich hier mal aufzählen möchte:

  • Der Turbokapitalismus, dieses unmenschliche System muss endlich aufhören, denn unser Planet ist endlich und ständiger Wirtschaftswachstum ist vollkommen unmöglich, ohne den Planeten zu zerstören. Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit muss auf die Agenden der Firmen. Das geht nur mit Hilfe einschlägiger Politik.
  • Damit muss sich auch die Schere zwischen arm und reich wieder mehr schließen. Statt ein hohes Bruttoinlandsprodukt muss die Lebenszufriedenheit das Ziel sein. Dazu gehört auch, Steueroasen auszutrocknen, Steuerschlupflöcher zu schließen und den Finanzmarkt zu regulieren, und zwar weltweit.
  • Die Globalisierung sollte ein neues Mittelmaß finden. Eine wirtschaftliche Verflechtung aller Länder ist einerseits gut, denn dann gibt es weniger Anlass für Kriege. Aber muss es im Winter wirklich Erdbeeren im Supermarkt geben? Muss man wirklich nach New York über ein langes Wochenende zum shoppen fliegen? Muss wirklich die gesamte Produktion von Gütern in einem einzigen Land konzentriert sein?
  • Man darf das Gesundheitssystem nicht dem Markt überlassen, sonst haben wir irgendwann keine Geburtskliniken mehr, sondern nur noch Kliniken für Gelenkprothesen. Die Fallpauschalen müssen abgeschafft werden. Die Gesundheit der Menschen muss an erster Stelle kommen. Pflegekräfte müssen angemessen bezahlt werden. Und auch in Putzkräfte muss angesichts der multiresistenten Krankenhauskeime mehr investiert werden. Das US-amerikansiche und britische Gesundheitssystem sind KEINE Vorbilder!!!
  • Infrastruktur gehört in staatliche Hand. Die macht das in Deutschland sehr gut, wie wir bei der Wasserversorgung (noch) sehen können. Die Privatisierung muss endlich aufhören, denn hier wird das Vermögen des Volkes verhökert, das dann entweder teuer zurückgekauft werden muss oder dazu führt, dass die Infrastruktur verkommt und eine Grundversorgung abartig teuer wird. Das darf ebenfalls nicht vom Markt geregelt werden, denn bei der Grundversorgung darf es nicht um Gewinnmaximierung gehen. Zur Infrastruktur gehört: Wasserversorgung, Stromversorgung, Versorgung mit Mobilfunk und Internet, das Straßen- und Schienennetz, alles auch im ländlichen Raum. Außerdem muss eine Grundversorgung mit Wohnraum und Lebensmitteln durch die heimische Landwirtschaft gewährleistet werden. Und natürlich das Gesundheitssystem (siehe oben).
  • Die Digitalisierung muss weiter vorangetrieben werden, insbesonderer in staatlichen Stellen. Es kann nicht sein, dass ich auf dem Postweg einen Antrag stelle und nach sechs Wochen (!) dann erst die Bescheinigung erhalte, auch weil die Registrierung der Bezahlung bis zu vier Wochen (!) dauert. Was gerade in den Schulen abgeht, ist ein Trauerspiel und verschlimmert noch den Unterschied zwischen Kindern aus bildungsfernen Familien und Haushalten, in denen mehr als nur ein Notebook vorhanden sind. Der E-Perso und die E-Government-Wüste...
  • Der Klimawandel gehört mit oberster Priorität auf die politische Agenda. Sonst gibt es bald nichts mehr zu regieren.
  • Und das seit Jahrzehnten bekannte Problem der Überbevölkerung muss auch endlich weltweit angegangen werden. Die steht in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel und dem Turbokapitalismus, der unendliches Wachstum auch in der Bevölkerung braucht. Bildung, insbesondere von Mädchen, gute, medizinischer Versorgung und Zugang zu Verhütungsmitteln weltweit!
  • Weltfrieden! Den wünsche ich mir so sehr, doch wir exportieren den Tod in alle Welt und der sogenannte "Wertewesten" mit Frankreich und USA machen dabei kräftig mit. Dabei ist Krieg eine der häufigsten Fluchtursachen. Wer Krieg sät, wird also Flüchtlinge ernten. Und wenn immer mehr Menschen in Zukunft auch noch wegen dem Klimawandel und den Dürre- und Hungerskatastrophen fliehen müssen, dann wird es ungemütlich. Und wir müssen aufpassen, dass die Rivalität zwischen USA und China nicht eskaliert.

Diese Wünsche habe ich nicht erst seit der Corona-Katastrophe. Aber ich hoffe, dass durch diese Katastrophe mehr Menschen dazu veranlasst werden, sich diese Dinge ebenfalls zu wünschen und darauf hinzuarbeiten, dass sie wahr werden. Ich behalte das im Auge.

[Satire an] Und wenn wir doch eines Tages in einer neuen Weltordnung aufwachen, in der die Menschheit wieder in eine Zukunft auf einem lebenswerten Planeten blicken kann, explodiert vielleicht Beteigeuze zu einer Supernova, die man mit bloßem Auge sehen kann. Dann hat das Ende der Corona-Katastrophe auch noch einen religiösen Touch. [Satire aus]

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Absatzwirtschaft (20.03.2020): Die Welt nach Corona: Wie wir uns nach der Krise wundern werden - Zukunftsforschung: Wann kehrt alles zur Normalität zurück? Niemals!

DerStandard (04.04.2020): Nach der Corona-Krise: Was noch alles gehen könnte - von der Forderung, Ungleichheit, Rassismus oder Klimawandel mit der gleichen Vehemenz zu bekämpfen

Nachdenkseiten (13.05.2020): Werkverträge müssen endlich für illegal erklärt werden - Beispiel Schlachthöfe

ntv (18.05.2020): Schlachthöfe: Werkverträge, Subunternehmer, schlechte Arbeitsbedingungen, Niedriglöhner, Sammelunterkünfte - wird hier bald aufgeräumt?

ntv (19.05.2020): Corona-Krise lässt CO2-Ausstoß zwar absacken, aber die Wirtschaft hat sich strukturell (noch) nicht geändert

Heise (20.05.2020): Weniger Konsum für mehr Umweltschutz

Spiegel (23.05.2020): EU Green Deal-Entwurf, kaum zu glauben, wie in klimafreundliche Infrastruktur investiert werden soll, ohne Luftfahrtbranche strukturell (noch) nicht geändert

Tagesspiegel (22.05.2020): Europa muss jetzt die Wirtschaft der Zukunft aufbauen

Süddeutsche (25.05.2020): Einen Impfstoff gegen Coronaviren wie SARS-CoV zu entwickeln, war für die Pharmaindustrie finanziell nicht interessant - Finanzielle Interessen haben die Agenda der Wissenschaft zu stark geprägt

Zeit (25.05.2020): DLR forscht für traubhausgasneutralen Flugverkehr

Spiegel (27.05.2020): Leopoldina-Forscher fordern Umbau des Gesundheitssystems, weniger wirtschaftliche Maßstäbe, bedarfsgerechte Versorgung, Reserve von Schutzausrüstung, Medikamente und Medizinprodukte, Kritik an Fallpauschalen

Frankfurter Rundschau (31.05.2020): Vier Ideen für ein besseres Gesundheitssystem

Zeit (04.07.2020): Die Unfähigkeit der autoritären Männer - Rechtspopulismus an den Rand gedrängt?

Telepolis (06.07.2020): Die Energiewende nimmt Form an

Spiegel (07.07.2020): Widerstand gegen Bolsonaro - Brasilianische Firmen machen Druck gegen Regenwaldzerstörung

Zeit Campus (08.07.2020): Unser Wirtschaftssystem ist überhitzt und ausbeuterisch. Wir müssen den Neustart nach Corona nutzen, um das zu ändern.

ntv (11.07.2020): Wie viele Menschen können auf Erde leben?

Spiegel (13.07.2020): Millionäre fordern höhere Steuern - für sich selbst

Neue Zürcher Zeitung (14.07.2020): Deutschland auf Schweizer Spuren: Das geplante Lieferketten-Gesetz erhitzt die Gemüter - Einhaltung von Menschenrechtsstandards entlang internationaler Lieferketten einfordern

NachDenkSeiten (15.07.2020): Nicht der Verbraucher trägt die Schuld zu den katastrophalen Zuständen in der Fleischindustrie, Politik ist gefragt.

Allerdings werden die Schweine bei Tönnies nicht per Bolzenschuss getötet, sondern soviel ich weiß mit CO2-Gas.

NachDenkSeiten (04.08.2020): Werkverträge sollten für ALLE Branchen verboten werden, nicht nur für die Fleischindustrie

ntv (08.08.2020): Neue Wirtschaft nach Corona? "Müssen ungesunde Globalisierung zurückbauen"

Telepolis (20.08.2020): Die elende Sehnsucht nach "Normalität"

Zeit (28.08.2020): Für die Umwelt und künftige Generationen

Spiegel Paywall (09.09.2020): Das Ende des Neoliberalismus, wie wir ihn kannten

Telepolis (13.09.2020): Wirtschaften mit Plan - aber richtig

Telepolis (20.09.2020): Großzügige Umverteilung erhöht Lebenserwartung - von der Mär des Trickle-Down-Effektes

Zeit (21.09.2020): "Der Neoliberalismus hat ausgedient" (Davos - The Great Reset)

Tagesspiegel (10.10.2020): Herzchirurg kritisiert Gesundheitssystem: "Junge Ärzte werden zu Managern geformt"



Wikipedia: European Green Deal - Keine EU-Billionen für überholte Geschäftsmodelle

Themen: Corona | Schöne neue Welt
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Samstag, 9. Mai 2020 17:01

Gebundenes Kapital

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Als ich beim Steuerberater für das Büromaterial zuständig war, wurde ich ermahnt, nicht zu große Vorräte anzulegen, da man damit Kapital binden würde. Also man kann dann das Geld eben nicht mehr für andere Dinge ausgeben. Dieser Denkansatz hat bei mir dann dazu geführt, dass ich später als Alleinerziehende Haushaltsbuch geführt habe. Meine Excel-Tabelle hat mir dann immer schon alle vorhersehbaren Ausgaben des Monats abgezogen und mir angezeigt, wieviel ich noch übrig habe. In der Praxis war es dann eher so, dass am Ende des Geldes noch ganz schön viel Monat übrig war.

Dieser Logik folgend und auch dem Umstand geschuldet, dass Dinge, die man als Vorrat anlegt, Lager- und Personalkosten verursachen und unter Umständen als Ladenhüter entsorgt werden müssen, hat dazu geführt, dass in der Wirtschaft Dinge erst dann produziert und geliefert werden, wenn sie auch benötigt werden. Das nennt man Just-in-time-Produktion. Man sagt auch, dass "das Lager auf die Straße verlegt" wurde. Das ist insofern auch für die Umwelt von Vorteil, da dadurch verhindert wird, dass Produkte produziert werden und damit Rohstoffe und Energie verbrauchen, die gar nicht benötigt werden. Ob das am Ende umweltfreundlicher ist, sei dahingestellt.

Das hat aber in Deutschland auch zur Folge, dass auf den Strassen sehr viele LKWs unterwegs sind und wir ständig im Stau stehen. Das hat auch damit zu tun, dass unsere halb-privatisierte Bahn es nicht schafft, den Güterverkehr attraktiv zu gestalten. In der Schweiz funktioniert das und ich empfand es als durchaus angenehm, dort Auto zu fahren. Da gab es andere Probleme. Außerdem verursachen LKWs auf den Straßen und Autobahnen deutlich mehr Schäden als PKWs. Das bemerkt man insbesondere, wenn man auf dem rechten Streifen auf den Autobahnen fährt, die häufig Spurrillen oder Flickwerk einen traurigen Anblick bieten.

Diese Infrastruktur, die meiner Meinung nach eigentlich in staatliche Hand gehört, wird nur zum Teil durch die Einnahmen durch die LKW-Maut gedeckt. Zunächst werden die "Systemkosten" abgezogen, also auch der Gewinn von Toll Collect, der Puplic Private Partnership (bei der Worthülse bekomme ich immer Schnappatmung), die intransparent und damit demokratisch nicht legitimiert ist, datenschutz- und kartellrechtlich problematisch, für die Steuerzahler eine Katastrophe (CTS Eventim und Kapsch dürften Schadensersatz in einer Höhe von mindestens 500 Mio. Euro geltend machen), trotzdem ist Andreas Scheuer immer noch Verkehrsminister, obwohl er Beweismittel vernichtet hat. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Puh!

Bleiben wir beim gebundenen Kapital und dem Umstand, dass Menschen mit wenig Geld auch nicht in der Lage sind, Vorräte anzulegen oder gar etwas für die private Altersvorsorge beiseite zu legen. Da bekomme ich auch Schnappatmung. Die Altersvorsorge ist nämlich in der Zusammensetzung des Hartz-IV-Regelbedarfs, das eigentlich soetwas wie das Existenzminimum darstellen soll, gar nicht enthalten. Wie zynisch müssen unsere Politiker (Gesetzgeber) sein, wenn sie allen Ernstes verlangen, dass von dem Geld, dass kaum bis zum Ende des Monats reicht, auch noch Rücklagen für das Alter gebildet werden sollen. Dabei dient die von der Brechtelsmann-Stiftung und der "Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten"-SPD unter Gerhard Schröder dem Abbau des Sozialstaats. Der damalige VW-Vorstand und später wegen Veruntreuung von Firmengeldern verurteilte Lohndrücker Peter Hartz wurde von der Bundesregierung beauftragt (!), das Konzept für die Hartz-Reform zu entwickeln. Die darauf folgende Aushöhlung der Arbeitnehmerrechte wird als Retter der deutschen Wirtschaft dargestellt, auf die Gerhard Schröder noch immer stolz ist (siehe Absatz mit "Bazooka-Politik").

Dabei wäre bei einer vernünftigen Rentenpolitik eine private Altersvorsorge gar nicht notwendig. Meiner Meinung nach diente die Rentenreform in erster Linie der Versicherungswirtschaft getrieben durch perfiden Lobbyismus. In der Monitor-Sendung aus dem Jahr 2008 Arm trotz Riester: Sparen fürs Sozialamt und der ARD-Sendung "Die Riester-Lüge" von 2012 werden die Zusammenhänge erklärt, auch wieso es sich für Geringverdiener sowieso nicht lohnt zu sparen. Und jetzt, wo die Auswirkungen sichtbar werden, und immer mehr Menschen in die Altersarmut rutschen, wird mit der Grundrente geflickschustert, statt das Rentensystem solidarisch zu reformieren. Warum auch, dann müssten die Politiker da ja einzahlen. Mit einem ordentlichen Mindestlohn bliebe vielleicht etwas übrig, um für das Alter zu sparen, würde aber den Versicherungsgesellschaften weiter nutzen, statt das Grundproblem zu lösen.

Was hat das Ganze mit der Coronakrise zu tun? Seit über dreißig Jahren werden auf verschiedene Weise die Löhne gedrückt und die Einkommens- und Vermögensschere weiter geöffnet. Das kann man auch als "gebundenes Kapital" bezeichnen, denn wenn der breiten Masse immer weniger Geld zur Verfügung steht, um ihr Leben zu bestreiten, mehrt sich in der sogenannten Elite der Reichtum immer schneller. Das Geld ist sozusagen nicht weg, es hat jetzt nur ein anderer. Es ist also kein Wunder, dass die wenigsten irgendwelche Rücklagen haben bilden können, um für eine Krise gewappnet zu sein und vielleicht ein paar Wochen oder Monate ohne Einnahmen zu überstehen. Und solange die selbsternannte Elite einen Furz auf die normalen Menschen geben, wird sich das auch nicht ändern.

Aus dem Grund braucht auch niemand ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er jetzt Coronahilfen beantragt. So können sich die Menschen wenigstens einen Teil des gebundenen Kapitals zurückholen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Corona-Hilfen und Konjunkturpakete Deutschland

Telepolis (12.04.2020): Das dünne Eis - in einer kapitalistischen Gesellschaft leben die meisten Menschen von der Hand in den Mund

Süddeutsche (30.04.2020): Debatte über Corona-Hilfen: Erst im Steuerparadies, dann vom Staat gerettet?

Süddeutsche (17.05.2020): Coronahilfen werden mit 1.200 Milliarden Euro veranschlagt - Sechs Ideen, wo Geld zu holen ist

Süddeutsche (25.05.2020): Mittelstand gut gerüstet, Verbraucher halten sich zurück

LobbyControl (26.05.2020): Belastungsmoratorium, Wirtschaftsföderung zu Lasten der Solidarität, der Bildung, der Umwelt

Telepolis (27.05.2020): Hände weg vom Mindestlohn!

Tagesschau (28.05.2020): Bundesagentur für Arbeit: Das Geld wird knapp

Spiegel (02.06.2020): Darum geht es beim geplanten Konjunkturpaket - Infrastruktur, Klimaschutz, Hilfe für Veranstaltungs- und Kulturbranche

Tagesschau (04.06.2020): Konjunkturpaket: Mehrwertsteuersenkung, Kinderbonus, Prämie für E-Autos, Strompreis, Bahnhilfe, Überbrückungshilfen für Hotels, Restaurants, Bars, Reisebüros, Schausteller, Kultur, Forschung in KI und Wasserstofftechnik

Spiegel (04.06.2020): Keine Geschenke für Spitzenverdiener oder Angriffe auf den Arbeitsschutz

Süddeutsche (04.06.2020): Das Konjunkturpaket ist eine historische Wende, Abwrackprämie hatte keine Chance

Tagesspiegel (04.06.2020): Das Konjunkturpaket überrascht - und es wirkt durchdacht

Tagesschau (04.06.2020): Die GroKo hat der Versuchung widerstanden, Klientelpolitik zu machen - Entlastungen mit kurzer Frist sind Unsinn - Ein solches Paket war schon vor Corona nötig

ntv (04.06.2020): 130 Milliarden fürs Land - Was dieses Paket historisch macht - keine Vermögensabgabe für Reiche - Paradigmenwechsel

T-Online (12.06.2020): Staatsverschuldung aus volkswirtschaftlicher Sicht kein Problem

Tagesschau (14.06.2020): 500-Millionen-Schutzschirm für Lehrstellen

Zeit (19.07.2020): Wir müssen unsere Ziele neu denken - Innovation, Fortschritt, Klimaschutz

Süddeutsche (10.08.2020): Staatshilfe rettet in der Krise viele Betriebe


Updates Corona-Hilfen und Konjunkturpakete EU

Wikipedia: Marshallplan, offiziell European Recovery Program von 1948–1952

Süddeutsche (11.06.2020): Spanien bekommt eine Grundsicherung - 462 Euro

Tagesspiegel (12.06.2020): Streit um das Rettungspaket in der EU - 1,8 Billionen Euro - wer zahlt? Wer bekommt was?

Süddeutsche (19.06.2020): EU-Hilfspaket: Worum es bei der Verteilung der 1,8 Milliarden Euro geht

Süddeutsche (21.07.2020): EU-Sondergipfel:So werden die 1800 Milliarden verteilt - EU-Haushalt bis 2027 und das Corona-Hilfspaket - Schwacher Schutz der Rechtsstaatlichkeit (Ungarn, Polen)

Neue Zürcher Zeitung (21.07.2020): Die Einigung der EU zeigt: Der Abgesang war verfrüht

NachDenkSeiten (22.07.2020): EU-Gipfel: Die politischen Kollateralschäden - Erpresster Kompromiss


Updates Corona-Hilfen und Konjunkturpakete Ausland

Telepolis (11.04.2020): USA: Jeder Zehnte arbeitslos

New York Times (21.04.2020): F.A.Q. on Stimulus Checks, Unemployment and the Coronavirus Plan

Neue Zürcher Zeitung (22.05.2020): China: Keine Selbstkritik, dafür ein Konjunkturprogramm und neun Millionen neue Stellen

Telepolis (14.07.2020): USA: Große Corona-Hilfen für "kleine" Unternehmen - Paycheck Protection Program

Tagesschau (28.07.2020): Plan der US-Republikaner: Eine Billion Dollar gegen die Krise


Updates Kritik, Missbrauch und Rückforderungen

Heise (21.05.2020): Corona-Soforthilfen in der Kritik

Tagesspiegel (10.06.2020): Massiver Betrug bei Coronahilfen in Berlin

Heise (12.06.2020): Vorübergehende Mehrwertsteuersenkung: Zweifel an Zeitplan zur Umsetzung - war wohl doch nicht so durchdacht

Zeit (14.06.2020): Das Dilemma von Künstlern - Coronahilfe nicht durchdacht

ntv (14.07.2020): Nur 13,5 von 50 Milliarden Euro: Corona-Geld für Selbständige kaum abgerufen - weil sie nicht das Überleben sichern, sondern nur für Betriebsausgaben benutzt werden dürfen - gut gemeint, schlecht gemacht

Heise (17.07.2020): Corona-Soforthilfen - Baden-Württemberg startet zweite Soforthilferunde. Diesmal dürfen nur Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer die Anträge stellen. Das soll Betrug verhindern.

NachDenkSeiten (20.07.2020): Corona-Soforthilfe-Empfänger werden überprüft und müssen ggfs. ganz oder teilweise zurückzahlen

Mimikama (04.08.2020): Corona-Soforthilfe Mann zockt 7,4 Millionen Euro ab

Zeit (19.11.2020): Autoindustrie in der Corona-Krise: Hast mal 'ne Milliarde?


Updates Superreich, superreicher trotz Corona-Krise

NachDenkSeiten (26.05.2020): Extrem wachsende Ungleichheit zerstört die Demokratie

CNN (05.06.2020): US billionaires have regained $565 billion in wealth since the pit of the crisis

Tagesspiegel (09.06.2020): Niemand kontrolliert, ob trotz Staatshilfe Boni gezahlt werden

Handelszeitung.ch (13.07.2020): Superreiche: «Besteuert uns. Besteuert uns. Besteuert uns.»

ntv (08.08.2020): 146 Milliarden für miese Zeiten: Buffetts Geldberg wächst auch in der Krise

ntv (19.09.2020): Superreiche scheffeln trotz Krise Milliarden

ntv (07.10.2020): Krise macht Superreiche noch reicher

Spiegel (07.10.2020): Superreiche werden in Coronakrise noch reicher

Telepolis (16.10.2020): Corona-Krise: Bereicherung der Reichsten - Wachsende Ungleichheit poltisch und sozial nicht mehr erträglich.



Updates Off Topic: Pkw-Maut-Desaster und Verkehrsminister Andreas Scheuer

Zeit (01.11.2018): Privatisierung von Autobahnen: Ausverkauf auf Kosten des Autofahrers

Spiegel (09.05.2020): Scheuer und sein Berater Dieter Neumann

Heise (14.05.2020): Ungereimtheiten bei Vergabe und auffälliges Verhalten von Zeugen aus Verkehrsministerium

ntv (28.05.2020): Hat Scheuer den Rechnungshof angelogen?

Abgeordnetenwatch (04.06.2020): Andreas Scheuer und Pkw-Maut

Süddeutsche (03.07.2020): Andreas Scheuer: Schiedsverfahren um geplatzte Pkw-Maut soll Millionen kosten

Süddeutsche (04.07.2020): Wie Scheuer versuchte, kritische Medien zu torpedieren

K21 (04.07.2020): Andreas Scheuer hat auch bei Stuttgart 21 Mist gebaut

Deutschlandfunk (10.07.2020): Scheuer und die StVO-Novelle: Er wars nicht – wie immer

Tagesspiegel (20.07.2020): Nun auch noch eine Mail-Affäre - Scheuer wird zum immer größeren Problem für den CSU-Chef

Spiegel (22.07.2020): Scheuer will europäische Pkw-Maut durchsetzen

Spiegel / Sascha Lobo (30.07.2020): Warum ist Andreas Scheuer noch Bundesverkehrsminister?

Süddeutsche (09.09.2020): Kaufprämien für Verbrenner: Scheuers Forderung ist abenteuerlich

Spiegel (25.09.2020): Was Scheuer sich geleistet hat, genügt in anderen Parteien für drei Rücktritte

Süddeutsche (01.10.2020): Maut-Affäre: Showdown für Scheuer

Spiegel (02.10.2020): Scheuer vor Maut-Untersuchungsausschuss: Minister mit Gedächtnislücken

Süddeutsche (02.10.2020): Maut-Affäre: Showdown für Scheuer

Heise (02.10.2020): Scheuers folgenlose Pkw-Maut-Katastrophe - Oder wie man das Vertrauen in die Politik noch weiter zerstört!

Süddeutsche (05.10.2020): Maut-Untersuchungsausschuss: Mindestens einer lügt

Süddeutsche (06.10.2020): Die vor zwei Jahren gegründete Autobahn GmbH wird von einer Gehälter-Affäre erschüttert

Handelsblatt (03.11.2020): Autobahn GmbH schlägt Alarm: 85 Projekte gefährdet

Thema: Corona
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Donnerstag, 7. Mai 2020 17:01

Föderalismus

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Während der Pandemie habe ich ein paar Wörter gelernt. Manche hätte ich gerne nie gelernt, wie Triage. Bei anderen freue ich mich, dass ich endlich kapiert habe, was sie bedeuten. Zum Beispiel Föderalismus.

Vom Bildungsföderalismus halte ich nicht besonders viel, da das bayerische Abitur als viel schwieriger gilt als die anderen deutschen Abiture. Dadurch mag die Qualität zwar höher sein, aber die Latte hängt eben auch höher und dadurch sind Kinder bevorteilt, die in anderen Bundesländern leben.

Während der Corona-Pandemie halte ich den Föderalismus allerdings für eine gute Sache. Einerseits konnte dadurch Bayern die Ausgangsbeschränkung schon ein paar Tage früher verfügen, als es der Bundesregierung lieb war. Das fand ich insofern gut, weil Bayern auch am schwersten betroffen war und auch, weil es bei der Eindämmung der Ausbreitung des Virus auf Schnelligkeit ankam. Hätte Bayern noch zwei, drei Tage gewartet, sähen die Zahlen wahrscheinlich eher nicht so gut aus.

Die Karte vom Robert-Koch-Institut zeigt aber auch, dass die neuen Bundesländer nach wie vor deutlich weniger betroffen sind. Das wirft für mich die Frage auf, ob es hier überhaupt notwendig war, ebenso strenge Regelungen zu treffen, wie in den anderen Bundesländern. Meiner Meinung nach nein.

Ich hatte ja schon die Vermutung, dass eine höhere Bevölkerungsdichte eher dazu führt, dass sich der neue Coronavirus schneller ausbreiten kann. Wenn man sich die Bevölkerungsdichte der Bundesländer ansieht und mit der Karte vom RKI vergleicht, fällt auf, dass Großstädte stärker betroffen sind als dünn besiedelte Bundesländer. Das gleiche Bild zeigt sich auch in den USA, wo sich in New York gerade ein unsägliches Drama abspielt, während sich in ländlichen Gebieten Covid-19 eher weniger ausbreitet. Zwar erklärt diese Grafik vom Katapult-Magazin recht anschaulich, wie sich der Coronavirus ohne bzw. mit Social Distancing ausbreitet, dabei ist aber nicht berücksichtigt, dass sich die Menschen nicht wirklich zufällig begegnen. In großen Städten kommt es zu viel mehr Kontakten als auf dem Land. Und deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, hier auch zu unterscheiden bei den Maßnahmen.

Wir werden sehen, was die einzelnen Lockerungen für Folgen haben werden. Auf jeden Fall haben wir wertvolle Zeit gewonnen. Die meisten Menschen haben die Hygieneregeln verinnerlicht und sich an das Tragen einer Maske in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen gewöhnt und akzeptieren dies auch als notwendige Maßnahmen. Dadurch sind Lockerungen möglich, die es der Wirtschaft gestatten, sich wieder langsam zu erholen.

Der Hammer hat also gewirkt, Deutschland ist von einer Katastrophe bisher verschont geblieben. Daher glauben auch viele, dass überreagiert wurde.

Ich denke, dass zumindest jetzt klar sein dürfte, wo sich der Virus am meisten ausgebreitet hat und dass jetzt lokale Maßnahmen, vielleicht auch mal etwas drastischer, ausreichen sollten, um die Pandemie im Großen und Ganzen im Griff zu behalten, bis es Medikamente und Impfungen gibt und ein weitgehend normales Leben wieder möglich sein sollte. Auch bisher war es so, dass es immer wieder nur zeitversetzt zu Hotspots kam und nicht von jetzt auf gleich der gesamte Planet erkrankt ist.

So könnte sich der Föderalismus als eine stabile und anpassungsfähige Staatsform erweisen: Maßnahmen wo nötig, so wenig wie möglich, um den Kollateralschaden an Psyche und Wirtschaft auf ein Minimun zu reduzieren.

Außer vielleicht in den USA. Dort dient er Donald Dump Trump dazu, die Schuld auf die Gouverneure abzuwälzen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Süddeutsche (08.05.2020): Aufteilung in rote und grüne Zonen, hier die Modell-Karten von Frankreich

Tagesspiegel (08.05.2020): Zwei Hotspots: Coesfeld in NRW (Schlachtbetrieb) und Greiz in Thüringen, bei 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen sollen lokale Maßnahmen getroffen werden, aber Ärzte kritisieren diese Grenze

Telepolis (09.05.2020): Ansteckungsdaten anschaulich und tagesaktuell für Landkreise und Bundesländer mit Inzidenz, Prävalenz, Erwartungstag und Reproduktionsfaktor aufbereitet

Spiegel (14.05.2020): Thüringer Landesregierung greift in Greiz und Sonneberg durch

Süddeutsche (15.05.2020): Die neuen Corona-Regeln in den Bundesländern

BR (19.05.2020): Kitas, Hotels, Schlösser: Bayerns neue Corona-Beschlüsse

ntv (23.05.2020): Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden und durch lokale Maßnahmen ersetzen

Neue Zürcher Zeitung (27.05.2020): Flickenteppich an Regulierungen, Ramelow rudert zurück, Verbote oder bloss Gebote?

Spiegel (01.06.2020): Corona-Regeln nach Pfingsten - Das ist in Ihrem Bundesland erlaubt

Tagesschau (09.06.2020): Thüringen kippt Kontaktbeschränkungen

NDR (09.06.2020): Niedersachsen: Kitas öffnen für alle Kinder ab 22. Juni

Süddeutsche (23.06.2020): NRW zieht die Notbremse kurz vor Ferienbeginn - Gütersloh und Warendorf nach Ausbruch bei Tönnies

ntv (28.06.2020): Bayern kündigt kostenlose Tests für jedermann an

Tagesschau (05.07.2020): Endet Maskenpflicht in Mecklenburg-Vorpommern?

NDR (14.07.2020): Kein neuer Corona-Fall in Hamburg

Zeit (31.07.2020): So fangen zweite Wellen an - Corona-Fallzahlen steigen wieder, besonders in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern

Heise (19.08.2020): "Corona regional": Das Virus auf der Deutschlandkarte

Telepolis (20.08.2020): Frankreich: Es wird keinen zweiten großen Lockdown geben - Macron warnt vor beträchtlichen Kollateralschäden und spricht sich für lokale Lösungen aus

Tagesschau (20.08.2020): Neuinfektionen - Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Zeit (02.09.2020): Bundesgesundheitsminister schließt zweiten Lockdown aus

Neue Zürcher Zeitung (04.09.2020): Kaum Patienten und Tausende freie Krankenhausbetten: Warum Armin Laschet recht behalten hat und Markus Söder irrt

Ich denke jedoch, dass es noch zu früh ist, um abschließend sagen zu können, wer recht hatte. Vielleicht wäre es in Deutschland ähnlich gekommen wie in den USA und wir hätten viele Tote in der einen oder anderen Großstadt gehabt? Wer kann das mit Sicherheit sagen?

Tagesschau (29.10.2020): Bundesweite Corona-Maßnahmen Eine Reifeprüfung für den Föderalismus

Süddeutsche (17.11.2020): Anti-Corona-Politik von Bund und Ländern: Vielfalt schafft Chaos



Wikipedia (Stand 12.10.2020): Liste der deutschen Bundesländer nach Bevölkerungsdichte

Thema: Corona
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Mittwoch, 6. Mai 2020 17:01

Corona-Tests

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt verschiedene Testverfahren, die hier bei BR24 recht übersichtlich dargestellt sind.

  • Polymerase-Kettenreaktion (PCR), Dauer 5 Stunden im Labor, Transport zum Labor und zurück kann ein paar Tage dauern
  • Antikörper-Tests zeigen eine überstandene Infektion 2-3 Wochen danach an, schlägt aber nach einer herkömmlichen Coronainfektion falsch positiv an
  • Massentests mit Poolverfahren mit RT-PCR-Methode, mit dem 30 Proben gleichzeitig schon in Krankenhäusern und Pflegeheimen getestet werden können, bei positivem Ergebnis können die Proben ins Labor zum PCR-Test eingeschickt werden
  • Kartuschentests, Dauer eine Stunde, aber sehr teuer
  • Antikörper-Bluttests, noch unausgereift
  • Antigen-Tests, noch in Entwicklung, kann aber auch falsch positiv bei herkömmlichen Coronaviren anschlagen

Auf bayern.de gibt es eine Übersicht über die Laboruntersuchungen in Bayern. Die Positivrate schwankt derzeit zwischen 4 und 10%. In München gibt es eine Drive-In-Teststation auf der Theresienwiese. Dort darf man hin, wenn man vom Gesundheitsamt kontaktiert wurde sowie KRITIS-Personal, also Personal von kritischer Infrastruktur und medizinisches Personal. [Ironie an] Und natürlich Fussballer, die gehören wohl wegen "Brot und Spiele" auch zum KRITIS-Personal... [Ironie aus]

Wenn der Verdacht auf Corona, also Covid-19 besteht, kann man dort einen Termin für einen Test bekommen, wenn der Verdacht sich als begründet erweist. Es ist verständlich, dass eigentlich jeder, der in den letzten Wochen irgendwelche Erkältungssymptome hatte, gerne wüsste, ob er vielleicht Covid-19 schon durchgestanden hat, damit immun ist und keine Angst mehr haben braucht. Doch die Testkapazitäten in Deutschland reichen noch bei Weitem nicht aus, um flächendeckend zu testen, obwohl immer mehr Labore diese anbieten. Dabei werden die Kapazitäten gar nicht vollkommen ausgeschöpft. Außerdem können Tests auch fehlerhaft sein.

Je mehr Tests durchgeführt werden können, desto eher gibt es belastbare Zahlen zur Letalität. Außerdem kann man so etwas über die Dunkelziffer herausfinden. Allerdings ist die Studie des LMU-Klinikum in München noch nicht abgeschlossen. Das dauert wohl noch ca. ein Jahr. Hätte man hier verlässliche Daten, dann könnte man die tatsächliche Gefährlichkeit von Covid-19 besser einschätzen und auch, wie weit die Herdenimmunität schon fortgeschritten ist. Allerdings sind hier auch noch viele Fragen offen, zum Beispiel ob die Immunität nur Monate oder vielleicht sogar zwei bis drei Jahre anhält. Dass man nach überstandener Infektion überhaupt keine Immunität hat, würde mich eher wundern. Dann wäre der neue Coronavirus doch sehr ungewöhnlich. Allerdings bin ich auch kein Experte.

So lange man aber den Aspekt der Immunität noch nicht genau erforscht hat, macht auch ein Immunitätsausweis keinen Sinn. Von den verfassungs- und datenschutzrechtlichen Bedenken einmal abgesehen, würden viele Leute wohl Coronapartys feiern, um an einen solchen Ausweis zu gelangen. Aber der ist zum Glück sowieso erst einmal vom Tisch.

Es bleibt also, wie es ist. Unzureichende Daten und unzureichendes Wissen über den neuen Coronavirus lässt uns alle im Dunkeln tappen in diesem gigantischen, gesellschaftlichem Experiment mit ungewissem Ausgang.

Wir leben in spannenden Zeiten.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Allgemeines

Spektrum (01.04.2020): Wie funktionieren die neuen Corona-Tests?

Tagesschau (07.04.2020): Der Wettlauf der Corona-Tester - Berliner Start-Up PharmACT mit dabei

Capital (16.04.2020): Diese Firmen produzieren Corona-Tests: Bosch Healthcare Solutions (Deutschland), Roche (Schweiz) mit Cobas 6800 und 8800, Abbott (USA) mit Diagnostikgeräten ID Now, TIB Molbiol (Deutschland), Qiagen (Deutschland)

Heise (07.05.2020): Apple investiert Millionen in Corona-Testkits

Neue Zürcher Zeitung (18.05.2020): USA: Testgerät von Abbott Laboratories fehleranfällig

Spektrum der Wissenschaft (06.06.2020): Streit um die Kosten - Test-Pooling die Lösung?

Spektrum der Wissenschaft (30.07.2020): Wie die neuesten Testverfahren funktionieren

Süddeutsche (31.07.2020): Wer sich kostenlos auf Corona testen lassen kann und wer zahlen muss

Ärzteblatt (03.08.2020): Hohe Trefferquote von 2,5% bei Rückkehrertests an NRW-Flughäfen


Updates PCR-Tests, der Goldstandard zum Nachweis einer Infektion

Correctiv (07.04.2020): Falsch positive und falsch negative Testergebnisse - Man kann die Fehlerquoten nicht genau benennen. 30-50% sind es aber nicht. Es kommt auch auf den Zeitpunkt des Rachenabstrichs an, weil die Viruslast ab der zweiten Woche abnimmt und der Test dann falsch negativ anzeigt, obwohl der Patient tatsächlich infiziert war. Die aktuell gebräuchlichen PCR Tests reagieren nicht auf die vier vorher bekannten Coronaviren . Falsch positive Ergebnisse nahezu ausgeschlossen. Es ist außerdem wichtig, den Rachenabstrich korrekt vorzunehmen, hier liegt eher der Fehlerteufel, als bei dem Test selbst.

Correctiv (09.09.2020): PCR-Test auf SARS-CoV-2: Warum in der Praxis falsch-positive Ergebnisse selten sind

T-Online (26.09.2020): Drosten reagiert auf Kritik an seinen PCR-Tests
auf Twitter: SARS-CoV-2 PCR ist validiert
Eurosurveillance: Detection of 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR

Youtube (8 Minuten) Martin Moder bei MEGA - Make Europa Gscheit Again (18.10.2020): Der 2% Falsch Positiv Mythos


Updates Antikörpertests zum Nachweis einer Immunantwort

Apotheke Adhoc (06.04.2020): Antikörper-Schnelltest-Hersteller zertifizieren sich selbst

New York Times (01.05.2020): Liquid Gold, Wild West of antibody sales

BBC (14.05.2020): Covid antibody test a positive development - difference between Swab test/Blood test

Telepolis (06.11.2020): Münchner Corona-Antikörper-Studie der LMU: Infektionssterblichkeitsrate ein "Vielfaches über der für saisonale Grippeinfektionen"


Updates T-Zellen-Test zum Nachweis einer Immunantwort

Mein Bezirk AT (08.09.2020): Neuer Test auf Corona-spezifische T-Zellen bestimmt Immunität binnen 24 Stunden


Updates Infektiösität nachweisen / Viruslast / Ct-Wert

Spektrum (06.11.2020): Was der Ct-Wert über die Ansteckungskraft verrät - nur bedingt geeignet


Updates Schnelltests

Heilpraxisnet (19.08.2020): Superschneller Diagnosetest entwickelt - N1-STOP-LAMP - Ergebnis in 20 Minuten

Neue Zürcher Zeitung (28.08.2020): Mit einer mathematischen Methode lassen sich Hunderte von Corona-Tests gleichzeitig analysieren

ntv (02.09.2020): Ergebnis in 15 Minuten: Corona-Schnelltest kommt im September

CNN (03.10.2020): Nigerian scientists develop cheaper and faster Covid-19 test kits

Neue Zürcher Zeitung (28.10.2020): Schnelltests auf Sars-CoV-2-Antikörper sind noch nicht zuverlässig genug, um mit einem negativen Resultat sicher seinen Freizeitaktivitäten nachgehen zu können

South China Morning Post (29.10.2020): Covid breath? Singapore firm invents coronavirus breathalyser test that gives results in 60 seconds - Breathonix

Heise (02.11.2020): KI soll Covid-19-Infizierte am Husten erkennen


Updates Labore

ntv (15.05.2020): Viele Labor-Kapazitäten bleiben ungenutzt

ntv (09.06.2020): Massentests kommen - auf Kassenkosten - auch ohne Symptome Testkapazitäten in Deutschland werden bislang nicht ausgeschöpft - bis zu 888.000 könnte es pro Woche geben.

Spiegel (02.07.2020): Gemeinde Vò in Italien: Ein Dorf wird zum Freilichtlabor

Zeit (23.08.2020): Christian Drosten empfiehlt Ende der kostenlosen Corona-Tests wegen knapper werdenden Kapazitäten

Mimikama (11.11.2020): Irreführende Behauptung zu Priorisierungen in Laboren - hier werden keine Infektionszahlen manipuliert, die Labore sind schlichtweg überlastet und müssen aus Effizienzgründen priorisieren (Ich habe eine Freundin, die in so einem Labor arbeitet. Sie sagt, es ist der Wahnsinn zur Zeit...)


Updates Bayern

ntv (30.07.2020): Bayern startet Corona-Teststationen

BR24 (07.08.2020): Corona-Teststationen in Bayern: Freiwillige Helfer am Limit - bereits 40.000 Tests durchgeführt

ntv (12.08.2020): Schwere Panne in Bayern: Hastig eingeführte Testzentren an Autobahnraststätten und Bahnhöfen mit manueller Erfassung führten dazu, dass 44.000 Reiserückkehrer noch keine Testergebnisse erhalten haben, darunter 900 positiv Getestete (Ankündigung der Tests erfolgte am 27.07.2020, Start 30.07.2020)

ntv (17.08.2020): Corona-Debakel in Bayern: 46 positiv Getestete noch nicht gefunden

BR24 (29.10.2020): Corona-Testpanne: Kaum Auswirkungen auf Inzidenzwert in Augsburg

Dieser Bericht wird gerne herangezogen in Sharepics, in denen von 96,6% falschen Test-Ergebnissen fabuliert wird. Das ist eine Panne im Labor gewesen, weil Reagenzien nicht kompatibel waren. Eine Freundin (Molekularbiologin), die im Labor arbeitet, meinte auch, dass der Druck, der hier auf die Labore ausgeübt wird, enorm ist. Kein Wunder also, dass auch mal Fehler passieren. Wenn man davon ausgeht, dass in dem Zeitraum in Bayern ca. 45.000 Tests pro Tag durchgeführt wurden, ergibt sich eine Falsch-Positiv-Rate von ca. 0,0013% und ist damit statistisch nicht relevant. Lasst euch nicht verarschen!


Updates Off Topic: Fußball

Tagesspiegel (08.08.2020): Zwei positive Corona-Tests beim 1. FC Köln

Thema: Corona
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Dienstag, 5. Mai 2020 17:01

Manipulation

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt viele Möglichkeiten, jemanden zu manipulieren. Die Rhetorik ("Redekunst") ist schon eine sehr alte Methode, Zuhörer zu überzeugen oder zu einer Handlung zu bewegen. Aber es gibt noch sehr viele andere Methoden, die Menschen durch Sprache zu manipulieren. Es ist lohnenswert, sich mit den verschiedenen Methoden vertraut zu machen.

Framing und Priming haben mit der Kognition zu tun. Beim Framing wird durch die Formulierung das Verhalten des Empfängers beeinflusst. Zum Beispiel ist es ein Unterschied, ob man sagt "Du riechst aber wieder ganz schön nach Pferd. Möchtest du nicht duschen?" oder "Boah, du stinkst nach Pferd. Geh duschen!". Beim Priming wird auf eine spätere Aussage vorbereitet, indem die Stimmung des Zuhörers durch bestimmte Aussagen in die eine oder andere Richtung gelenkt werden, um darauf die gewünschte positive oder negative Reaktion hervorzurufen.

Oder die Neuro-Linguistische Programmierung, die aber auch als Pseudowissenschaft bezeichnet wird. Aber es funktioniert erstaunlich oft. Zum Beispiel das Pacing (Spiegeln). Damit kann man den Eindruck erwecken, mit seinem Gegenüber auf der gleichen Wellenlänge zu sein und ihn dazu verleiten, mehr preiszugeben, als er eigentlich möchte. Oder beim Leading (Führen) wird das Gegenüber in eine bestimmte Richtung getrieben. Das habe ich selbst schon erlebt:

  • Es klingelt. Ich öffne die Tür (hab ich früher gemacht). Jemand steht davor und fragt: "Hätten Sie drei Minuten Zeit für eine Umfrage?"
  • Man will nicht unhöflich sein und was sind schon drei Minuten. Also kommt die nächste Frage, als Umfrage getarnt (eventuell auch zwischen ein oder zwei weiteren Fragen versteckt): "Finden Sie es richtig, dass ehemalige Gefängnisinsassen/Drogensüchtige/[beliebige andere Person am Rand der Gesellschaft] eine Chance bekommen sollte, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern und einen Job zu bekommen?"
  • Man will nicht als assozial dastehen, zumal man die vorherige Frage ja schon mit "ja" beantwortet hat. Und schon holt der Klinkenputzer zum finalen Schlag aus: "Ich bin ein ehemaliger Gefängnisinsasse/Drogensüchtiger/[beliebige andere Person am Rand der Gesellschaft] und habe jetzt die Chance bekommen, durch den Verkauf von Abonnements wieder in das gesellschaftliche Leben zurückzukehren."
  • Schwupp ist man in die Falle getappt. Da gehört eine gehörige Portion Selbstbewusstsein dazu, um hier doch noch zurückzurudern und "nein" zu sagen, weil man doch eigentlich nicht wirklich schon wieder ein Abo braucht.
  • Beim nächsten Versuch war meine Antwort auf die Frage, ob ich an einer Umfrage teilnehmen würde: "Danke, nein, ich brauche kein Abo." Man ist ja lernfähig.

Und dann gibt es noch die Suggestion, bei der man das Gegenüber manipuliert, ohne dass die Manipulation erkannt wird. Ich habe das auch schon angewandt, als ich zu meinem kranken Sohn sagte, dass Salbeibonbons so ähnlich schmecken wie Cola-Bonbons. Seitdem lutscht er die auch, wenn er gesund ist und sie schmecken ihm sogar. All diese Verfahren sind einander ähnlich oder überschneiden sich, und es gibt sicher noch viele andere Methoden der Manipulation.

Eine Methode wende ich auch sehr gerne an. Die meisten Menschen haben nämlich eine Abneigung dagegen, eine Frage mit "nein" zu beantworten, weil dies vielleicht als unhöflich gilt. Deshalb kann man eine Frage immer so formulieren, dass "ja" die gewünschte Antwort ist und Oder-Fragen vermeiden, um dem Gegenüber keine Auswahl anzubieten. Das funktioniert erschreckend oft.

Die aggressivste Form der Manipulation ist Angstmacherei. Dieses Mittel wird gerne von Verschwörungstheoretikern angewandt. Zwar soll man keine Angst vor dem Virus haben, aber doch bitte schön vom Deep State und der weltweiten Verschwörung zur totalen Kontrolle mit Hilfe von Microchips und der Einführung einer Weltregierung. Dagegen spricht die Chaostheorie. Ich bin fest davon überzeugt, dass man niemals die gesamte Menschheit zentral steuern können wird, dazu gibt es viel zu viele gegenläufige Interessen. Das sind Allmachtsphantasien. So etwas kann einfach nicht funktionieren. Nur in der reinen Schönheit der Mathematik gibt es 0% oder 100%. Das wahre Leben ist nicht schwarz-weiß, es hat viele verschiedene Grautöne und auch die wechseln ständig. Damit können einfach gestrickte Geister nur leider nicht umgehen.

Vor ein paar Tagen haben wir ein anonymes (!) Pamphlet im Briefkasten gefunden, das mich in Erstaunen versetzt hat. Fakenews werden anscheinend nicht nur über das Internet verbreitet, sondern auch offline. In dem auf Hochglanzpapier gedruckten Wisch, das man leider nicht als Klopapier verwenden kann, wurde das übliche Geschwurbel verbreitet. Dass man vor dem neuen Coronavirus keine Angst zu haben braucht, weil der doch nur sowas wie die Grippe ist und nur älteren Menschen und Leuten mit Vorerkrankung gefährlich werden kann (was für eine menschenverachtende Aussage), dass die Pandemie schon mehrfach vorhergesagt wurde und daher geplant war von der Rockefeller Foundation (2010) und der Johns Hopkins Center for Health Security, dem World Economic Forum und der Bill & Melinda Gates Foundation im Event 201 (2019) und sogar im Bundestag (2013) angekündigt wurde. Ganz ehrlich, wenn ich so eine Verschwörung planen würde, dann hätte ich das niemals angekündigt oder in irgendeiner Form publik gemacht!

Außerdem werden Parallelen gezogen zur Schweinegruppe (2009), die glücklicherweise glimpflich verlief und die Empörung (auch von Dr. Wodings) damals groß war, dass nur die Pharmaindustrie als Profiteure der Angst daran verdienen wollte. Dr. Wodings ist davon überzeugt, dass dies auch auf die aktuelle Pandemie zutrifft. Ich angesichts der Situation in Italien und New York nicht. Und dann wird natürlich wie immer nachgetreten mit dem Aufruf, der als Trigger dient, man solle "selbst denken". Darauf antworte ich gerne, dass ich das tue, dabei nur eben zu einem anderen Ergebnis komme...

Ich habe das Titelblatt in der Messestadt-Gruppe in Facebook gepostet. Einige Leute hatten das Ding auch bekommen und weggeworfen, einer zur Polizei geschickt, dann wurde darüber diskutiert, ob an den Theorien vielleicht was dran sein könnte, weil wir doch keine "Leichenberge" sehen, dann berichteten ein paar Leute von Covid-19-Fällen in ihrem Familienkreis, dann war Ruhe.

Ich weiß gar nicht mehr, wer mich "Lemming" genannt hat, weil ich schon vor der Ausgangsbeschränkung und der Schließung von Restaurants das Trekdinner im März abgesagt hatte und ich schon vor der Einführung der Maskenpflicht mit Maske in den Supermarkt gegangen bin. Ist auch egal. Ich bin nicht Marty McFly, der sich triggern lässt, wenn man ihn "feige Sau" nennt.

Denn ich habe keine Angst!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Herbert Renz-Polster - Facharzt für Kinder und Jugendmedizin (27.03.2020): Corona – so funktioniert der Schwindel!

Volksverpetzer (01.05.2020): Das "Aha-High": Wie Verschwörungstheorien die Gehirne unserer Freunde hacken

Golem (12.05.2020): Verschwörungstheorien im Mainstream

Telepolis (14.05.2020): Covidioten: Die Pandemie der Infantilität

T-Online(14.05.2020): Sekte Organische Christus-Generation (OCG) mit Sitz in der Schweiz nutzt das Coronavirus für ihre Propaganda

BR24 (16.05.2020): Was ist QAnon? - kommt mir vor, wie eine hirnwaschende Sekte...

NDR Podcast Coronavirus-Update mit Christian Drosten (19.05.2020): (42) Bei der Schweinegrippe kam alles anders, hier wird u.a. erklärt, warum die Schweinegrippe durchaus gefährlicher war als die Saisonale Grippe, wie es zu dem Vorwurf kam, dass die Regierungsbeamten den "besseren" Impfstoff bekam und das Fußvolk den Rest, und auch an der Dokumentation "Profiteure der Angst" Kritik geübt.

National Geographic (05.06.2020): Dunning-Kruger-Effekt: Warum sich Halbwissende für besonders klug halten

Süddeutsche (14.06.2020): Soziale Medien: Doom Scrolling - wenn das Elend kein Ende nimmt - Wie man sich selbst manipuliert bzw. sabotiert

Correctiv (09.07.2020): Warum Demokratie Faktenchecks braucht

Volksverpetzer (09.07.2020): QAnon liegt immer falsch

Volksverpetzer (30.10.2020): Irreführendes Framing: Warum der Lauterbach-Fake so extrem erfolgreich ist (angebliche Kontrolle von Privatwohnungen)

Spektrum (26.10.2020): Phänomen namens "Verankerung von Vorurteilen"

Frankfurter Rundschau (11.11.2020): Nach Trump-Niederlage bricht QAnon auseinander ? Sind die Tage der Gruppe gezählt?

Tagesspiegel (17.11.2020): Wohnung von Attila Hildmann durchsucht - "Wir sind fündig geworden."

Hamburger Morgenpost (20.11.2020): Gegenwind für Corona-Schwurbler: YouTube sperrt KenFM – Ermittlungen gegen Hildmann



Statista: Anzahl der Todesfälle durch Influenza H1N1 ("Schweinegrippe") in Deutschland nach Alter von April 2009 bis März 2010: überwiegend Menschen zwischen 35 und 39 Jahren gestorben, anders als bei "normalen" Grippewellen

Wikipedia: Influenza Case Mortality - bei der Influenza (Grippe) sterben normalerweise eher die über 65-Jährigen

Themen: Corona | Trekdinner
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Sonntag, 3. Mai 2020 17:01

Es soll wieder alles so werden wie vorher - Die Zukunft mit Corona

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Am 16. März wurden die Kitas und Schulen geschlossen. Seit dem 21.03.2020 gelten in Bayern und im Saarland und seit dem 23.03.2020 in ganz Deutschland im Vergleich zu Italien und Frankreich relativ moderate Ausgangsbeschränkungen. Für Eltern und Kinder ist das eine unbeschreibliche Belastung und für viele Menschen, deren Arbeit nicht zu den systemrelevanten Berufen zählen, eine existenielle Bedrohung. Die Hilfsangebote von Bund und Ländern sind teils ungerecht, teils ein Tropfen auf den heißen Stein und teils auch schlicht nicht abrufbar, weil die Leute mit überforderten Jobcentermitarbeitern oder ausgefallenen Servern kämpfen. Es ist eine Katastrophe, für die Psyche und für die Existenz vieler Menschen.

Es ist also nur nachvollziehbar, wenn sich bei vielen Menschen der Wunsch äußert, dass bitte wieder alles so sein soll wie zuvor. Aber es gibt auch Leute, die vor zu schneller Lockerung warnen, denn es ist nicht vorhersehbar, wo der nächste Hotspot vom neuen Coronavirus auftauchen wird. Ranga Yogeshwar sagt, dass man die Feuerwehr auch nicht abschaffen würde, wenn es nicht gebrannt hat. Und in Facebook kursiert der Satz, dass man auch nicht aufhört zu verhüten, nur weil man drei Monate nicht schwanger geworden ist. Dennoch werden wir so nicht weitermachen können.

Die meisten Menschen und auch Firmen werden nicht monatelang ohne Einnahmen durchhalten. Daher muss es hier eine Lösung geben, damit die Wirtschaft nicht vollständig zerstört wird. Die Maskenpflicht ist hier ein guter Schritt, denn mit ihr können Lockerungen schneller erfolgen, da unentdeckte Infektionsketten seltener werden. Nur hat unsere Bundesregierung hier einen folgenschweren Fehler im Februar begangen, indem sie mehrere Tonnen Schutzkleidung und Desinfektionsmittel nach China (Außenminister Maas, nicht Gesundheitsminister Spahn!) geliefert hat, statt sie für etwaige Pandemien im Land zu halten. Hätte man es da schon wissen können? Die Risikoanalyse lag dem Bundestag bereits am 03.01.2013 nach der bzw. zur MERS-Pandemie 2012/2013 vor. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wurde mit statistisch in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren angegeben. Da konnte man sich schon irgendwie in Sicherheit wiegen... Ich hätte persönlich wohl auch geholfen.

Die Pandemie wurde von der WHO erst am 11.03.2020 ausgerufen. Aber nachdem die Schweinegrippe-Pandemie irgendwie ein Rohrkrepierer (Übersterblichkeit Null) war und man damals über die Impfstoffhersteller schimpfte, die sich eine goldene Nase verdienen wollten, war man wohl auch zu diesem Zeitpunkt noch am Abwiegeln. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich mich damals auch über die Pharmaindustrie aufgeregt habe und auf eine Impfung verzichtet habe. Ich kannte auch jemanden persönlich, der die Schweinegrippe durchgemacht hatte. Sie war in etwa genauso heftig, wie jede andere Grippe auch (nicht zu verwechseln mit grippalen Infekten). Insofern hatte ich keine Angst davor.

Es gibt auch jetzt noch Schwurbler, die immer noch glauben, dass es sich mit der SARS-CoV-2 Coronavirus-Pandemie ebenso verhält. Dies ist aber nicht der Fall, zumindest nicht in den stark betroffenen Gebieten Lombardei, Madrid und New York, wo eine deutliche Übersterblichkeitsrate verzeichnet wurde. Oder in Belgien, Frankreich und England ebenso. In Deutschland steigt die Übersterblichkeit langsam an und sieht derzeit noch nicht dramatisch aus. Meines Erachtens liegt es aber daran, dass die Landesregierung im stärker betroffenen Bayern und dann zwei Tage später auch die Bundesregierung den Hammer herausgeholt haben angesichts der dramatischen Bilder, die uns aus Italien erreicht haben. Aber ich glaube auch, dass der wirtschaftliche Schaden hätte viel geringer sein können, wenn einige Maßnahmen früher ergriffen worden wären. Paradoxer Weise wurde hier jedoch lange gezögert, eben um der Wirtschaft nicht zu schaden.

Die Maskenpflicht ist ein erster Schritt in den Tanz, in Richtung Normalität. Kontaktverfolgungsapps wie in Hongkong, Taiwan und Südkorea sind bei uns eher nicht denkbar, doch sie waren ein wichtiger Faktor, weshalb Taiwan ohne drastischen Lockdown klarkam. Außerdem wären flächendeckende Testkapazitäten wichtig, damit man überhaupt weiß, wo sich der neue Coronavirus unentdeckt ausbreitet - oder im Umkehrschluss wo eben gerade nicht. Da wir hier aber erst bei 141.815 Tests pro Tag sind bei einer Bevölkerung von 83 Millionen, ist das noch nicht hilfreich. Würde die Testkapazität so bleiben, wäre Deutschland in 585 Tagen, also über anderthalb Jahren einmal durchgetestet. Nun müssen wir wohl langsam lernen, irgendwie mit dem neuen Coronavirus zu leben.

Nur eines will ich ganz sicher nicht: Dass alles genauso wird wie vorher.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update Diensttag, 5. Mai 2020:

BABS, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz der Schweiz kam in seiner Risikobericht von 2015 zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie etwa bei alle 30 bis 100 Jahre läge.

Updates

ntv (14.05.2020): Die WHO ist sehr skeptisch: Corona verschwindet vielleicht nie wieder

Spiegel (13.05.2020): Forscher entwickeln Szenarien So könnte die Corona-Pandemie weitergehen

Stern (27.05.2020): Warum die Corona-Neuinfektionen trotz Lockerungen nicht steigen - Kontaktbeschränkungen reichen aus

Süddeutsche (05.06.2020): Corona-Simulationen: Der Weg aus der Krise

Tagesspiegel (22.06.2020): Veranstaltungsbranche protestiert mit Lichtaktion "Night of Light"

Geld und mehr - Ein Blog von Norbert Häring (08.07.2020): Great Reset: Das Weltwirtschaftsforum plant den Großen Neustart, um ihn zu verhindern (Davos)



Medium Tomas Pueyo (19.03.2020): Coronavirus: The Hammer and the Dance

Thema: Corona
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Samstag, 2. Mai 2020 17:01

Das Problem mit den Preprints

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Was sind Preprints? Das sind ungeprüfte, wissenschaftliche Publikationen, die zwar auf Preprintservern veröffentlicht werden, aber keine abschließenden Studien darstellen. Sie dienen vielmehr dem Austausch von Wissenschaftlern weltweit, die diese Arbeiten nachvollziehen und gegebenenfalls korrigieren, BEVOR sie in Fachjournalen veröffentlicht werden. Durch diese weltweite Zusasmmenarbeit können Forschungen beschleunigt werden. Preprintserver erkennt man an ihrer Endung "(R)Xiv".

Aber selbst wenn Professoren etwas veröffentlichen, dann bedeutet es noch nicht, dass ihre Rechenbeispiele fundiert sind, wie dieser Beitrag im Spektrum der Wissenschaft deutlich vor Augen führt. Psychologieprofessoren haben wohl eher weniger Ahnung von Mathematik. So wenig, dass ein Bauingenieur dies leicht und nachvollziehbar widerlegt.

Es kommt jedoch vor, dass Preprints hin und wieder zurückgezogen werden. In diesem gruseligen, nicht empfehlenswerten Beitrag in Telepolis, in dem gemutmaßt wird, dass der neue Coronavirus wegen seinen HIV-ähnlichen Komponenten eventuell doch in einem Labor gezüchtet worden sein könnte, wird ganz unten auf einen Preprint verlinkt, der zurückgezogen wurde. Dies bedeutet, dass die Forschung, die hier von einem indischen Team betrieben wurde, einer genaueren wissenschaftlichen Nachprüfung nicht standgehalten hat. Dies bedeutet aber nicht (!), dass er zensiert wurde. Auch in dem Telepolisartikel steht, dass der französische Virologe Luc Montagnier eine saubere wissenschaftliche Arbeit noch schuldig ist. Daher empfehle ich nicht, diesen Artikel wirklich komplett zu lesen. Man sieht also, dass hier wild veröffentlicht wird, ohne dass dem fundierte, wissenschaftliche Arbeiten zugrunde liegen.

Und genau hier liegt das Problem. Wenn Journalisten ohne wissenschaftlichen Hintergrund diese öffentlichen Preprints in die Finger bekommen, dann können sie auf unterschiedliche Weise interpretiert werden. Aluhut-Träger sehen in zurückgezogenen Preprints Zensur oder in noch nicht überprüften Preprints wissenschaftliche Errungenschaften, die vor der Menschheit zurückgehalten werden sollen.

Aber sie können auch politisch missbraucht werden. Forscher sind leider auf Fördergelder angewiesen, ob aus privater oder öffentlicher Hand. Sie sind auch immer seltener an Universitäten fest angestellt und können seltener frei von Existenzängsten forschen. Eine Freundin kann davon ein Lied singen. Deshalb kommt es auch immer mal wieder vor, dass die Forschung in eine bestimmte Richtung geht, die der Geldgeber wünscht. Das hat dann mit wissenschaftlicher Arbeit nur noch bedingt zu tun.

Deshalb ist meine erste Frage bei Studien immer: Wer hat das finanziert? Wenn zum Beispiel die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in einer Studie bestätigt, dass Küchenutensilien aus Holz hygienischer sind als welche aus Kunststoff, dann bin ich natürlich skeptisch, denn die Forstwirtschaft verdient natürlich ihr Geld mit Holz.

Ich habe einmal in einer Pflanzenschutzmittelfirma gearbeitet, wo es auch um viele Studien ging. In einer Studie, die von zwei voneinander unabhängigen Forschungseinrichtungen gemacht wurde, war die Mortalität der Bienen extrem unterschiedlich. Natürlich habe ich damals auch um die vielen toten Bienen getrauert, aber als mir gesagt wurde, wie diese unterschiedlichen Ergebnisse zustande kamen, war ich verblüfft: In der einen Studie mit weniger toten Bienen wurden das Pflanzenschutzmittel mit Zuckerwasser verabreicht, in der anderen mit mehr toten Bienen mit Honig. Da die Bienen lieber Honig als Zuckerwasser konsumieren, starben hier natürlich auch mehr an dem Pflanzenschutzmittel. Wer solche Mechanismen kennt, kann natürlich auch Studien auf diese Weise manipulieren.

Deshalb ist es wichtiger denn je: Glaube nichts, hinterfrage alles!

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Carl Grimes

Thema: Corona
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Freitag, 1. Mai 2020 17:01

Entwicklung eines Impfstoffes

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eines der Ziele, das bei dem Tanz zwischen Maßnahmen und Lockerungen erreicht werden muss, ist die Entwicklung eines Impfstoffes. Einen Überblick kann man sich bei Wikipedia (Stand 30.04.2020) oder beim Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. Berlin verschaffen.

In den letzten Tagen sind drei Impfstoffe als heiße Kandidaten in die Presse geraten, die Hoffnung darauf machen, dass es eventuell schon dieses Jahr einen Impfstoff geben könnte. Soweit ich das verstanden habe, können manche Testreihen auch parallel laufen statt hintereinander, so dass man die Zeit bis zur Zulassung verkürzen kann.

Totimpfstoff bezeichne ich als "klassisch", da diese Art des Impfstoffs im Jahr 1796 gegen Pocken entdeckt und entwickelt wurde. Es gibt aber mittlerweile eine Reihe neuer Methoden, Impfstoffe zu entwickeln: genbasierte Impfstoffe, Vektorvirus-Impfstoff, antigenpräsentierende Zellen... Sehr spannendes Thema!

Selbstverständlich werden die ersten Firmen, die einen wirksamen Impfstoff auf den Markt bringen, richtig viel Geld verdienen können. Sieben der Produktionsanlagen werden durch die Bill & Melinda Gates Foundation mitfinanziert. Aber nicht nur, die Forschung wird auch mit öffentlichen Geldern gefördert, während die Gewinne bei den Unternehmen verbleiben. Das ärgert mich. Ich hoffe, dass die Gewinne wenigstens ordentlich versteuert werden. Hier ist Dänemark mein Held, denn dort werden Firmen mit Sitz in Steueroasen von Corona-Staatshilfen ausgeschlossen.

Noch ein Wort vielleicht zu Impfgegnern. Ich kann das nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich wissen die Leute einfach nicht mehr, wie es ist, wenn ein Kind an Keuchhusten erstickt. Oder dass man durch eine Mumps-Erkrankung unfruchtbar werden kann. Wenn man die Risiken gegen die Vorteile abwägt, würde es mir nie in den Sinn kommen, meine Kinder nicht impfen zu wollen oder sie gar auf Masernpartys anstecken zu lassen.

Aber auch um mögliche Corona-Impfstoffe ranken einige Verschwörungstheorien. Bei dem angeblichen Microchip, der durch Impfungen implantiert werden soll, wird gerade ID2020 ins Visier genommen. (Ich habe gesehen, wie Pferden Microchips implantiert wurden. Die passen nicht in eine Impfspritze und das ist eine recht blutige Angelegenheit und erfolgt unter örtlicher Betäubung.) Einschlägige Seiten sind gruselig und spielen mit der Angst der Leute, um ihr ozonisiertes Olivenöl, kolloidales Silber und ihre Aluhüte zu verkaufen (sowas verlinke ich natürlich nicht). Bei ID2020 handelt es sich jedoch nicht um einen implantierbaren Microchip, sondern um ein Identifikationsverfahren, das mit Hilfe von biometrischen Daten in Blockchains gespeichert einen eindeutigen QR-Code auf dem Smartphone erzeugt. Das mag aus anderen Gründen gruselig sein, aber die Weltherrschaft erlangt dadurch niemand, auch kein Bill Gates.

Jedenfalls geben die Forschungseinrichtungen gerade so richtig Gas bei der Entwicklung eines Impfstoffes und auch bürokratische Hürden werden mit Augenmaß aus dem Weg geräumt, damit die entwickelten Impfstoffe dennoch möglichst sicher sind. Allerdings wird das eine gewaltige, logistische Herausforderung, den Impfstoff dann auch zu produzieren und zu verteilen, wobei trotzdem alle anderen Impfstoffe weiterhin produziert werden sollen. Wenn man sich mit Astronomie beschäftigt, ist man es gewohnt, in gigantischen Dimensionen zu denken. 5 bis 10 Millionen Impfdosen, die wie oben erwähnt bei dem vom Oxford entwickelten Präparat in Indien für möglich erachtet werden, klingen erst einmal nach viel, aber angesichts einer Weltbevölkerung von 7,75 Milliarden, davon 1,37 Milliarden allein in Indien, ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Es würde noch nicht einmal für die 83 Millionen Menschen in Deutschland für die Erstimmunisierung reichen. Außerdem man muss leider auch damit rechnen, dass die produzierten Impfstoffe zunächst im jeweils eigenen Land verteilt werden, bevor sie an andere Länder verkauft werden.

Wir werden also noch sehr lange mit dem neuen Coronavirus leben müssen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates einzelner Impfstoffe


Updates Sonstiges


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Allgemein

New York Times (regelmäßig aktualisiert): Coronavirus Vaccine Tracker

StadtRadio Göttingen (04.05.2020): Forscher des Göttinger Primatenzentrums finden Ansatzpunkte für Coronavirus-Impfstoffentwicklung um das zelluläre Enzym Furin

Spiegel (06.05.2020): Rettet ein Zigarettenkonzern die Welt? Antigen wird in Tabakpflanzen zur Reproduktion eingeschleust, damit dienen diese Pflanzen als Biofabriken

ntv (02.06.2020): Dilemma der Impfstoff-Entwickler: Für den Wirksamkeitsnachweis zu den neuen Hotspots der Pandemie, Afrika und Lateinamerika / Moderna und AstraZeneca

New York Times (07.06.2020): U.K. Lab to Sidestep Drug Industry to Sell Potential Virus Vaccine - Imperial College entickelt zusammen mit Morningside Ventures (Hong Kong) (gemeinsam VacEquity Global Health) einen günstigen Impfstoff auf self-amplifying RNA-Basis, der 50 bis 100 Mal geringer dosiert werden muss als der messenger RNA-Impfstoff von Moderna, und deshalb so günstig ist

NZZ am Sonntag (20.06.2020): So steht das Rennen um den Corona-Impfstoff

New York Times (06.08.2020): Researchers Debate Infecting People on Purpose to Test Coronavirus Vaccines - Forscher diskutieren darüber, Menschen absichtlich zu infizieren, um Corona-Impfstoffe zu testen

Zeit (12.07.2020): Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

South China Morning Post (16.07.2020): No easy way out of pandemic, even with a vaccine

Süddeutsche (03.08.2020): Lateinamerika wird zum Testfeld bei Impfstudien für die Pharmaindustrie

Neue Zürcher Zeitung (06.08.2020): Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus – die wichtigsten Fragen und Antworten - 166 Impfstoffkandidaten - was ist Phase I, II und III?

Pharmazeutische Zeitung (20.08.2020): Gute Neuigkeiten für die Impfstoffforschung: Spike-Protein des Coronavirus ist sehr beweglich - Größeres Verständnis der immunologischen Eigenschaften des Spike-Proteins

RND (25.09.2020): Hochwirksame Antikörper: Charité-Forscher entwickeln passive Impfung gegen das Coronavirus

Süddeutsche (11.11.2020): Corona-Impfstoff: Das Rennen geht weiter


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Biontech / Pfizer

FAZ (10.05.2020): Impfstoff der Uni Marburg kann in die klinische Phase gehen

ntv (16.05.2020): CureVac, Biontech und Moderna (USA) haben bei der Entwicklung eines mRNA-Impfstoffes die Nase vorn

heise (02.07.2020): Pfizer und Biontech: Ergebnisse zu Corona-Impfstoff ermutigend - BNT 162b1 ist ein RNA-Impfstoff

ntv (11.07.2020): Biontech-Chef macht Hoffnung: Corona-Impfstoff bis Dezember möglich

ntv (11.08.2020): Biontech will im Herbst Impfstoff-Zulassung

ntv (17.09.2020): Biontech übernimmt Produktionsanlage von Novartis

Tagesschau (09.11.2020): Impfstoff-Studie von Biontech - Großartige und vielversprechende Daten - mehr als 90-prozentiger Schutz - keine schwerwiegenden Nebenwirkungen

Fefes Blog (09.11.2020): Firmensitz von Biontech - mal was zum Lachen ;-)

ntv (09.11.2020): Forscher haben viele Fragen zu BNT162b2

Heise (10.11.2020): BioNTech: Wie der mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 funktionieren soll

National Geographic (12.11.2020): Biontech-Impfstoff: Vielversprechende Ergebnisse, besorgniserregender Datenmangel

ntv (20.11.2020): Mittel ab Ende 2020 verfügbar: Biontech beantragt Notfallzulassung für Impfstoff bei der FDA in den USA


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Moderna

Tagesspiegel (18.05.2020): Covid-19-Impfstoff auf RNA-Basis von US-Firma Moderna offenbar verträglich

ntv (15.07.2020): Erste Impfstoff-Tests in den USA von Moderna (mRNA-1273) und Biontech (BNT-162b1)

New York Times (17.09.2020): Moderna Shares the Blueprint for Its Coronavirus Vaccine Trial

Spektrum (16.11.2020): Ein weiterer Impfstoffkandidat zeigt überraschend hohe Wirksamkeit von knapp 95 Prozent

Telepolis (17.11.2020): Moderna präsentiert haltbareren Corona-Impfstoff - 30 Tage im Kühlschrank


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - AstraZeneca

STAT (08.09.2020): AstraZeneca Covid-19 vaccine study put on hold due to suspected adverse reaction in participant in the U.K.

Spektrum (15.09.2020): Vertrauen in einen Covid-19-Impfstoff braucht Transparenz - AstraZeneca

Spektrum (21.10.2020): Großbritannien: Coronavirus-Ansteckungstest soll im Januar beginnen - mit absichtlichen Ansteckungen

ZDF (22.10.2020): Nach Placebo-Gabe - Proband von Corona-Impfstoffstudie stirbt in Brasilien (AstraZeneca)

Heise (26.10.2020): Freiwillige in Großbritannien lassen sich mit Sars-CoV-2 infizieren, um die Entwicklung zu beschleunigen

BBC (16.11.2020): Covid vaccine: Major new trial starts in UK

CNN (23.11.2020): AstraZeneca says its coronavirus vaccine candidate is 70% effective on average

Guardian (23.11.2020): Oxford AstraZeneca Covid vaccine has up to 90% efficacy, data reveals


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Sanofi

Spiegel (14.05.2020): Sanofi zu potenziellem Impfstoff gegen das Coronavirus: USA bevorzugt?

ntv (15.05.2020): Sanofi will USA jetzt doch nicht bevorzugen


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Johnson & Johnson

Ärzteblatt (12.06.2020): Johnson & Johnson beschleunigt Impfstoffentwicklung - Impfstoffkandidat Ad26.COV2-S Phase 3 früher starten


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - CureVac und IDT Biologika

ntv (19.06.2020): Erste Freiwillige erhält CureVac-Impfstoff

Zeit (11.08.2020): CureVac plant Tests von Corona-Impfstoff in Brasilien

Spiegel (04.09.2020): Curevac plant Massenproduktion bis Jahresende

Ärzteblatt (02.10.2020): Deutscher Coronaimpfstoff geht in die klinische Prüfung - von der LMU/IDT Biologika, ein Vektorimpfstoff


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Sputnik V

Zeit (19.06.2020): Russlands Impfstoffentwicklung - der neue "Space Race"

ntv (01.08.2020): Russland will ab Oktober impfen

Tagesspiegel (03.08.2020): Hat Russland den Corona-Impfstoff schon? - Gam-COVID-Vac vom Gamaleya-Institut mit Hilfe des Gens für das S-Protein und Adenoviren Typ 26 und 5, Phase III soll zeitleich mit Impfung von Klinikpersonal und Lehrern starten, riskant?

CNN (11.08.2020): Putin says Russia has registered world first coronavirus vaccine - registriert, nicht zugelassen

CNN (13.08.2020): Russia offers to help US with Covid-19 vaccine; US says no

NachDenkSeiten (17.08.2020): Russischer Impfstoff – gerechtfertigte Zweifel und zweierlei Maß (Sputnik V - Gam-COVID-Vac Lyo)

Allerdings muss ich dazu anmerken, dass man die Impfstoffentwicklung gegen HIV und gegen Coronaviren nicht wirklich vergleichen kann, da es HI-Viren aufgrund ihrer Oberfläche für Antikörper schwierig macht, sich an das Virus zu binden. Außerdem mutiert HIV sehr viel schneller. Siehe Spektrum 24.07.2020: Der lange Weg zu einer HIV-Impfung.

CNN (04.09.2020): Russia's Covid-19 vaccine generated an immune response, study says

Guardian (04.09.2020): Nigeria receives samples of COVID-19 vaccine from Russia

Spektrum (18.09.2020): Fragwürdige Daten in russischer Corona-Impfstoff-Studie

Zeit (16.11.2020): Russlands Impfstoff gerät ins Hintertreffen - zu wenige Dosen, kaum jemand möchte sich damit impfen lassen


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - SinoVac und CanSino Biologics

Tagesspiegel (21.06.2020): Kritik an chinesischem Corona-Impfstoff von CanSino Biologics

South China Morning Post (13.09.2020): Not everyone in China will need vaccine, CDC chief says

FAZ (14.09.2020): Emirate geben Corona-Impfstoff von Sinopharm zum Notfallgebrauch frei

BBC (09.11.2020): China's Sinovac vaccine trial halted in Brazil


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Covaxin

FAZ (06.07.2020): Indien will im August mit Corona-Impfung beginnen - der Indische Rat für medizinische Forschung (ICMR) und Bharat Biotech entwickeln Impfstoff "Covaxin"


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Codagenix

Heise (03.11.2020): Das synthetische Coronavirus - Lebendimpfstoff von Codagenix



Updates Grippe-Impfung (Influenza)

ntv (16.10.2020): Fakten zum Social-Media-Mythos: Eher Covid-19 nach einer Grippeimpfung?

Business Insider (29.10.2020): Eine vorläufige Studie zeigt, dass eine Grippeimpfung womöglich auch das Risiko einer Corona-Infektion senkt - und zwar zu 39% weniger


Updates Tuberkulose-Impfstoff

Spiegel (02.05.2020): Der Trick mit einem Tuberkulose-Impfstoff (Niederlande)

Ärzteblatt (04.05.2020): Südafrika startet klinische Studie gegen COVID-19 mit Tuberkuloseimpfstoff BCG

CNN Health (10.07.2020): More evidence emerges that a TB vaccine might help fight coronavirus - Oxford und AstraZeneca (ChAdOx1), Sinovac, Sinopharm, Moderna und NIAID (mRNA-1273), BioNTech, Fosun Pharma und Pfizer (BNT162b1), Janssen (Belgien, Ad26.COV2.S), Gamaleya-Institut (Gam-COVID-Vac), CanSino Biologics (Ad5-nCoV)


Updates Schweinegrippe-Impfung

Wikipedia: Schweinegrippe-Impfung

Ärzteblatt (02.07.2015): Grippeimpfung: Wie Pandemrix eine Narkolepsie auslöst

Spiegel (13.05.2016): Schweden entschädigt Narkolepsie-Patienten

Apotheke Adhoc (24.09.2018): Pandemrix: Höheres Impfrisiko schon vorher bekannt?


Updates Finanzierung der Forschung / Marktpotential

Telepolis (13.05.2020): 7,4 Milliarden Euro für Impfstoff: Kooperation mit offenen Fragen G-20 sammelt u.a. 1,4 Mrd. von der Europäischen Kommission, 500 Mio. von G-20-Staaten, 115 Mio. von Bill & Melinda Gates Foundation für WHO, CEPI, Gavi, Global Fund, UNITAID und Wellcome Trust.

Spektrum der Wissenschaft (08.06.2020): Operation Warp Speed - derzeit 133 Impfstoffprojekte und welche Probleme es bei SARS-CoV-1 gab

ntv (13.06.2020): Impf-Allianz (Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande) sichern sich 300 Millionen Impfdosen von AstraZeneca - Russland: angeblich hat das staatliche Gamalaja-Institut einen Impfstoff entwickelt, der im August zugelassen werden soll

Tagesschau (15.06.2020): Bund steigt bei Impfstoffentwickler CureVac ein

Sumikai (18.07.2020): Japan und Deutschland vereinbaren Zusammenarbeit zur Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs

Handelsblatt (Paywall) (19.08.2020): Enorme Nachfrage: Allein die erste Impfwelle verspricht 20 Milliarden Dollar Umsatz

ntv (20.08.2020): EU sichert sich Hunderte Millionen Dosen möglichen Curevac-Impfstoff

Spektrum (02.09.2020): Reiche Staaten hamstern Coronavirus-Impfstoffe

FAZ (09.09.2020): EU bestellt Millionen Impfstoffdosen bei Biontech

Süddeutsche (24.09.2020): Wie der Corona-Impfstoff weltweit verteilt werden könnte

Tagesschau (24.09.2020): Das Geschäft mit dem Impfstoff - auch über die Initiative Covax

Spiegel (04.10.2020): Suche nach dem Corona-Impfstoff Mexiko hofft auf das Geld von "Super-Slim"

Sumikai (28.10.2020): Japan beschließt Gesetz für kostenlose Corona-Impfungen

Telepolis (12.11.2020): Pfizer-Chef verkaufte 62 Prozent seiner Aktien und machte Reibach

Und genau darum bin ich für eine saftige Finanztransaktionssteuer und gegen Aktien im allgemeinen, wie es derzeit gehandhabt wird, das hat nichts mehr mit Realwirtschaft zu tun, sondern ist reines Casino. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich k***en möchte!


Updates Verteilung

ntv (10.11.2020): Impfstoff-Verteilung ist nächste Mammut-Aufgabe

Süddeutsche (12.11.2020): Im Westen entwickelter Impfstoff für Industriestaaten, Chinas Impfstoff für Afrika, dem Nahen Osten, Südamerika und Asien

ntv (16.11.2020): Impfzentren in Deutschland sollen ab 15. Dezember 2020 vorgehalten werden

Heise (18.11.2020): Covid-19-Impfstoff-Verteilung stellt Logistiker vor große Herausforderungen, z.B. wegen Kühlung

Telepolis (20.11.2020): Italien will ab Januar massenimpfen


Updates Politik

South China Morning Post (16.06.2020): White House pressure for coronavirus vaccine raises risk US will approve one that doesn’t work

CNN (01.09.2020): Past vaccine disasters show why rushing a coronavirus vaccine now would be 'colossally stupid'

New York Times (08.09.2020): 9 Drug Companies Pledge to ‘Stand With Science’ on Coronavirus Vaccines - kein Impfstoff vor der US-Präsidentschaftswahl, da die Studien sonst nicht eingehalten werden können

ntv (10.11.2020): Bisher noch kein Deal mit EU: Spahn dringt auf raschen Impfstoff-Vertrag

Spiegel (10.11.2020): Attacke gegen Pharmakonzerne: Trump beklagt Zeitpunkt von guten Impfstoff-News

Süddeutsche (12.11.2020): China: Impfe und herrsche

Telepolis (12.11.2020): Bolsonaro sieht Teststopp für chinesisches Corona-Vakzin als "politischen Sieg"

Golem (15.11.2020): APT-Angriffe auf Entwickler von COVID19-Impfstoffen/a> durch staatliche Hackergruppen


Updates von Impfgegnern

Augsb.Allg. (29.04.2020): Interview mit Bernd Harder: Wie Impfgegner ticken

Mimikama (02.07.2020): mRNA-Impfung verändert die Erbsubstanz nicht

Süddeutsche (12.07.2020): Die Impfbereitschaft gegen das Coronavirus sinkt

Zeit (07.09.2020): "Wenn du die Impfung nicht magst, probier doch mal die Krankheit"

Zeit (11.09.2020): Studie: Vertrauen der Deutschen in Impfstoffe ist gewachsen

Nature (20.10.2020): A global survey of potential acceptance of a COVID-19 vaccine / Grafik: Zwischen 54,85% (Russland) und 88,62% (China) würden sich impfen lassen. Deutschland: 68,42%

Wikipedia (Stand 03.11.2020): Polio in Nigeria - Impfung aus religiösen Gründen abgelehnt, Polio kehrte zurück

Spektrum (03.11.2020): Will uns die Pharmaindustrie vergiften?

Zeit (13.11.2020): Höchste Zahl an Toten durch Masern seit mehr als 20 Jahren wegen mangelndem Impfschutz


Updates Impfpflicht

ntv (16.05.2020): Es soll keine Impfpflicht geben in Deutschland

Spektrum - Podcast 13 Minuten (06.09.2020): Ist eine Corona-Impfpflicht rechtlich möglich?


Updates Impfung allgemein

Spektrum der Wissenschaft (24.04.2019): Wie rottet man eine Krankheit aus?

Spiegel (02.06.2020): Impfgeschichte: Die Kaiserin und die Pocken

Spektrum der Wissenschaft (08.06.2020): Acht Möglichkeiten der Impfstoffentwicklung:

  • virusbasierte Vazkzine mit abgeschwächtem Virus
  • virusbasierte Vazkzine mit inaktivem Virus
  • Impfstoffe aus viralen Vektoren, die sich in den Zellen vermehren
  • Impfstoffe aus nicht-vermehrungsfähigen viralen Vektoren
  • Impfstoffe auf der Basis von Nukleinsäuren (DNA)
  • Impfstoffe auf der Basis von Nukleinsäuren (RNA)
  • Proteinbasierte Impfstoffe mit Protein-Untereinheiten
  • Proteinbasierte Impfstoffe mit virusähnlichen Partikeln

Tagesspiegel (18.05.2020): Vom Zufallsfund zum Impfstoff-Kandidaten, wie der mögliche RNA-Impfstoff entdeckt wurde, und welche Vorteile er hätte

Quarks (19.06.2020): Darum sollten wir nicht auf einen Impfstoff warten

mdr Wissen (19.06.2020): Mumps-Masern-Rötel-Impfung trainiert das Immunystem

ntv (17.09.2020): Impfung macht immuner als Krankheit

Unicef (06.11.2020): Sofortige Massnahmen gegen bevorstehende Masern- und Polio-Epidemien erforderlich, da wegen Corona weltweit Impfprogramme unterbrochen sind

Wikipedia (Stand 23.11.2020): Infektionsverstärkende Antikörper und Immunpathogenese bilden eine mögliche Gefahr bei der Entwicklung von Impfstoffen.

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