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Freitag, 31. Juli 2020 12:45

Fotos aus dem Garten

In der Mittagspause / Homeoffice im Garten fotografiert :)

Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)

Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)

Biene

Biene auf unserem Oregano

Asiatischer Marienkäfer

Asiatischer Marienkäfer

Hummel

Hummelauf unserem Oregano

Biene

Biene im Anflug auf unseren Oregano

Japanische Weinbeere / Rotborstige Himbeere

Japanische Weinbeere / Rotborstige Himbeere

Themen: Traumhaus | Fotografie
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Mittwoch, 29. Juli 2020 17:12

Geschichten aus dem Garten und dem Stall

Wegen der Coronapanik habe ich im Garten im Hochbeet mal allerlei Gemüse angepflanzt, mit ungewissem Ausgang. Eher so als Experiment. Jetzt konnte ich nach drei Monaten die ersten Kartoffeln ernten. Waren lecker, aber die Apokalypse hätten wir damit nicht überlebt :D

Kartoffeln aus dem Hochbeet

Kartoffeln aus dem Hochbeet

Whiti trinkt aus dem Vogelbad.

Whiti trinkt aus dem Vogelbad

Und heute war der Notfallschmied da, weil Felix beinahe ein Eisen verloren hätte. Zwei Nägel waren schon weg und zwei völlig verbogen. Im Sommer ist das Horn der Hufe trockener und deshalb entstehen eher mal Risse und die Nägel zieht's dann schnell raus, besonders wenn sich das Pferd von hinten in die Eisen tritt.

fast verlorenes Hufeisen

Themen: Karnickel | Traumhaus | Eigenes Pferd Felix
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Sonntag, 26. Juli 2020 17:01

Proteste

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, dass die Demokratie von unseren Politikern oft und gerne ausgehebelt wird. Falls klar ist, dass das Volk etwas anderes will als unsere Politkaste, dann wird es vorsichtshalber nicht gefragt, wie beispielsweise damals bei der Euroeinführung. Am Ende hätten wir noch dagegen gestimmt. Wo kämen wir denn da hin? Auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass das Brexit-Referendum in Groß Britannien jetzt nicht wirklich Gutes für das Volk der Briten gebracht hat, da die Abstimmung emotional verlief und durch Populisten angeheizt war, und angeblich erst hinterher danach gegugelt wurde, was das eigentlich bedeutet... Volksabstimmungen und direkte Demokratie sind ein zweischneidiges Schwert. Trotzdem bin ich dafür, die direkte Demokratie weiter auzubauen.

Aus russischer Sicht könnte die Eingemeindung der DDR in die BRD auch als Annexion gewertet werden, da es hier zwar die Montagsdemonstrationen gab, aber nie einen Volksentscheid, im Gegensatz zur Einverleibung der Krim, mit ganz konkreten, wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Palästinenser werden auch nicht gefragt... Ich habe keine Ahnung, was ich davon persönlich halten soll.

Was ich aber sagen möchte: Auch wenn wir nicht gefragt werden, können wir unsere Meinung kundtun. Ganz simpel geht das durch Online-Peditionen wie bei Campact, Avaaz, Change.org oder OpenPetition.

Manche schaffen es tatsächlich auch in den Bundestag, auch wenn sich unsere Minister hin und wieder ihre Rosinen herauspicken, wie Scheuer bewies. Aber das liegt an der Möglichkeit der Willkür, da auch bei Erreichen des Quorums (50.000 Unterstützer innerhalb von vier Wochen) eine Beratung im Peditionsausschuss, hm, ja, vielleicht, stattfindet.

Bitte nicht entmutigen lassen ;-)

Aber noch beeindruckender sind Demonstrationen, wenn wirklich die Massen auf die Straße gehen. Überall wird protestiert: In Hongkong, im Irak, in Frankreich, in Brasilien, im Iran... um nur einige Beispiele zu nennen. Natürlich mit ungewissem Ausgang und in vielen Ländern sind Proteste viel gefährlicher, als bei uns, auch wenn es zu Coronazeiten deutlich schwieriger geworden ist. Auch dagegen kann protestiert werden.

Abwrackprämie

Als Beispiel möchte ich gerne die Abwrackprämie anführen. Die war auch schon 2009 eine saublöde Idee und ökonomischer und ökologischer Unsinn. Im Zuge der Corona-Katastrophe kam tatsächlich nochmal das Gespräch auf eine Abwrackprämie, um die Wirtschaft zu stützen, doch sofort wurden Stimmen laut, dass eine Abwrackprämie mit Umweltschutz nichts zu tun hat, ein Aspekt, an den viele die staatlichen Wirtschaftshilfen gerne gekoppelt sehen wollten.

Doch glücklicherweise erinnterte man sich daran, dass das 2009 auch schon eine blöde Idee gewesen war. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen, aber selbst Wirtschaftsweise (auch hier) waren gegen die Forderungen der Automobilindustrie. Da wurden manche schon zynisch ;-)

Dann wurden die Träume der Umweltschützer wahr und Macron versprach 7.000 Euro Prämie für E-Autos. Und schwups möchte nun VW die E-Offensive vorantreiben, vielleicht auch weil Deutschland die Umweltprämie von 3.000 auf 6.000 Euro erhöht. Ob es was bringt in der CO2-Bilanz wird sich zeigen... Schließlich retten E-Autos die Umwelt auch nicht, zumal das Recycling der Akkus eine Herausforderung ist. Aber auch hier gibt es Fortschritte, wie z.B. die Natrium-Ionen-Akkus.

Deutschland ist da erwartungsgemäß ganz oben mit dabei, wenn es um CO2-Ausstoß geht. Aber so lange es hipp ist, zusätzlich zur eigenen Person noch einen 2,5 Tonnen Stahl-Koloss durch die Gegend zu bewegen, sehe ich da schwarz...

Letztendlich hat die Autolobby den Kampf um die Abwrackprämie verloren. Und das liegt unter anderem auch an den Protesten!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Süddeutsche (01.08.2020): Warum Gerichte Corona-Auflagen kassieren - Klagen sind auch eine Form des Protestes

Tagesspiegel (01.08.2020): 20.000 Menschen demonstrieren in Berlin-Mitte gegen die Corona-Regeln - 500.000 waren angekündigt, 15.00 Uhr aufgelöst, Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen den Infektionsschutz läuft

Berlin gegen Nazis (02.08.2020): 8 Gegenprotestanmeldungen - Wieviele Teilnehmer gab es da? Vielleicht waren die klüger und sind zu Hause geblieben und lassen sich jetzt online in sozialen Medien aus?

Tagesschau (02.08.2020): Kritik an Corona-Demo (mit Video)

Volksverpetzer (02.08.2020): Über Lügen und Teilnehmerzahlen

Telepolis (05.08.2020): Wie autoritär sind die Coronamaßnahmebefürworter?

BR24 (06.08.2020): Lassen Demos die Corona-Infektionszahlen steigen?

Süddeutsche (04.09.2020): Das Schweigen in Deutschland

Zeit (01.10.2020): Anti-Corona-Proteste: Konstanz verbietet Reichs- und Nazisymbole

Zeit (10.10.2020): Querdenken: Kinder sind keine Schutzschilde

Zeit (21.10.2020): Nehmt die Gefahr ernst! - Die Saat der Aufwiegler und Demokratiefeinde geht auch in Deutschland auf und untergräbt unsere Demokratie.

Youtube Rezo ja lol ey (22.11.2020): Wenn Idioten deine Freiheit und Gesundheit gefährden...

Tagesschau (22.11.2020): Grünen-Parteitag: Bürgerräte statt Volksentscheide

Themen: Corona | Auto
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Samstag, 25. Juli 2020 21:16

Legoland in Coronazeiten

Wir hatten für dieses Jahr wie jedes Jahr auch wieder Saisonkarten für das Legoland, die eigentlich nicht datumsgebunden sind. Meistens waren wir zu den Star Wars Tagen, aber weil Disney das SW-Universum gekapert hat, gibt es die nicht mehr im Legoland, auch nicht im Technikmuseum. Überhaupt ist das irgendwie traurig. Wir vermuten, dass solche Veranstaltungen in Zukunft exklusiv in den Disneyländern stattfinden sollen.

Das Wetter war schön, Sonne-Wolken-Mix, teilweise aber doch ziemlich warm. Überall wurde man darauf hingewiesen, dass in den Wartebereichen Maskenpflicht herrscht und man den Abstand einhalten soll. Aber trotzdem waren fast alle Attraktionen geöffnet. Statt im Affentheater fand in der Arena eine Show statt, wo die Zuschauer einen größeren Abstand einhalten konnten. Außerdem fand die Show fünf Mal am Tag statt, so dass sich auch auf diese Weise die Anzahl der Zuschauer reduzierte. Wir haben nur zwei Attraktionen geschlossen vorgefunden, den Bauspaß und die Akademie. In der Factory musste man den Film nicht anschauen (wir kennen ihn schon in- und auswendig) und in die Shops wurde immer nur eine bestimmte Anzahl an Leuten reingelassen, weshalb sich draußen einige Schlangen bildeten.

Insgesamt fand ich, war es aber ein schönes und entspanntes Erlebnis. Corona ist kein Grund, nicht hinzufahren. Es gab auch zwei neue Attraktionen: Die Feuerwehr und die Ballonfahrt.

Im Miniland waren wir dann enttäuscht, dass die Star Wars-Ecke komplett verschwunden war. Ein Grund mehr, Disney+ nicht zu abonnieren. Auch wenn "Der Mandalorianer" ganz gut sein soll.

Trotzdem war es schön. Zum Abschluss haben wir noch bei Burger King gegessen und waren gegen acht Uhr wieder zu Hause. Mir tut alles weh. Ich werde langsam alt :D

102 Fotos

Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | 1001 Steine | Freizeitpark | Fotografie | Star Wars | Disney
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Montag, 20. Juli 2020 20:28

Freakonomics - Steven D. Levitt und Stephen J. Dubner

Am besten ist noch der Klappentext. Teilweise musste ich Seiten überspringen, da der öde Text, der irgendwelche Statistiken und deren Auswertungen durchkauten, zu sehr ins Detail gingen. Trotzdem ist es interessant, dass "konventionelles Wissen" häufig nicht viel mit der Realität gemein hat. Und dass riesige Datenmengen (Big Data) ein wahrer Schatz sind, wenn es darum geht, Korrelationen herauszufiltern. Dazu machen sich die Autoren dann so ihre Gedanken. Wieso es beispielsweise zu einer sinkenden Kriminalitätsrate kommt, wenn Abtreibungen erlaubt sind. Interessant.

Doch im letzten Kapitel legen sie dar, wie beliebte Vornamen aus den oberen Gesellschaftsschichten allmählich in die unteren wandern, da die Eltern sich erfolgreichere Kinder wünschen und glauben, dass der Name ihnen dabei hilft. Und wie dann andere Namen in Mode kommen, zuerst in den oberen Schichten. Allerdings frage ich mich, wieso dann bestimmte Namen eher "schwarz" oder eher "weiß" sind. Aber vielleicht haben sie auch noch nicht eine Generation durchwandert.

Fazit: Nicht ganz so witzig und mit a-ha-Erlebnissen gespickt wie erhofft.

Thema: Bücher
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Sonntag, 19. Juli 2020 17:01

Kollateralschäden

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es war eigentlich klar, dass auch in Deutschland in irgendeiner Form eine Ausgangssperre kommen würde. Zwar hatten schon viele Menschen ihren Bewegungsradius eingegrenzt, wie die Handydaten damals zeigten, und auch beim Einkaufen hat man immer mehr Leute mit Maske und teils Gummihandschuhen gesehen, aber die Fallzahlen stiegen zu dem Zeitpunkt trotzdem noch und daher sah man sich gezwungen zu handeln, auch wenn das Datenmaterial ungenügend war. Meiner Meinung nach war das prinzipiell nach wie vor richtig. Hätte man noch weiter gezögert und auf evidenzbasierte Studien gewartet, hätte es uns wahrscheinlich stärker getroffen als Schweden, schon allein weil die Bevölkerungsdichte in Deutschland höher ist.

Dass es zu Kollateralschäden kommen werde, hatte man von Anfang an im Blick. Dazu habe ich mir nochmals die Pressekonferenz vom 20. März 2020 mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml "Vorläufige Ausgangsbeschränkung in Bayern" angeschaut, die ich seinerzeit live gesehen hatte. Söder legt dar, dass es nicht länger zu verantworten gewesen wäre, noch länger zu warten (Minute 4). Aus der Bevölkerung, aber auch aus Wirtschaft und Kliniken kam die Aufforderung, entschlossener zu handeln (Minute 5). Söder betonte, dass es sich um eine "Ausgangsbeschränkung" und keine "Ausgangssperre" handelt (Minute 8 und 38). Verglichen mit Frankreich, wo jeder, der das Haus verließ, eine schriftliche Erklärung bei sich führen musste, war das durchaus ein Unterschied. Sport, Bewegung an der frischen Luft, den Hund Gassi führen war weiterhin erlaubt, allerdings nur allein oder mit Familie (Minute 12). Auch an die Auswirkungen auf die Wirtschaft wurde gedacht und die Corona-Hilfen noch einmal vorgestellt (Minute 15 und 33), auch wenn die Folgen für die Wirtschaft massiv unterschätzt wurden. Es wurde davon berichtet, dass die kritische Infrastruktur, z.B. Stromversorgung, sichergestellt ist (Minute 20), um den Leuten die Angst zu nehmen.

Es wurde von Anfang an gesagt, dass es nur vorübergehend sein würde, dass es sich um einige Wochen, nicht Monate handeln wird (Minute 24). Und es wurde auch erklärt, wieso Bayern hier vorprescht, nämlich weil es stärker betroffen war als die anderen Bundesländer (Minute 39).

Dieter Reiter sagte am selben Tag im Grunde dasselbe. Und da ich in erster Linie nicht wollte, dass unser Gesundheitssystem überlastet würde, aber natürlich auch die Gesundheit der Menschen im Auge hatte, befürwortete ich die Maßnahmen im Großen und Ganzen. Auch Diskussionen mit Ferdinand hatten mir gezeigt, dass es ohne Verbote nicht gehen würde, dass sich immer noch zu viele Menschen nicht an die Empfehlungen hielten und so sich und andere in Gefahr brachten. Covid-19 ist keine leichte Erkrankung und auch bei mildem Verlauf können die Spätfolgen damatisch sein. Damals war das genaue Ausmaß der Gefahr natürlich noch nicht bekannt und wir lernen auch heute noch täglich dazu. Aber angesichts der vielen Tote insbesondere in Bergamo/Italien musste gehandelt werden.

Wir haben glücklicherweise keine Leichenberge in Deutschland. Die einen sagen, dass es daran liegt, dass die Maßnahmen gewirkt haben. Die anderen sagen, dass es übertrieben war und der "Lockdown" viel mehr Tote hervorgebracht hat, als gerettet wurden.

Für Singles, Eltern von kleineren Kindern und vor allem Alleinerziehende war es besonders hart. Und es kam zu mehr häuslicher Gewalt, auch gegen Kinder. Für depressive Menschen war das ebenfalls eine sehr schwierige Zeit, doch der befürchtete Anstieg von Suiziden blieb glücklicherweise aus.

Dass die Krankenhäuser nun aber mehr Kapazitäten für Covid-19-Patienten bereithalten sollten, führte dazu, dass Operationen verschoben wurden, was für Krebspatienten teils falate Folgen hat. Und obwohl die Coronapatienten und die restlichen Patienten weitestgehend voneinander getrennt wurden, hatten viele Menschen Angst, sich in die Notaufnahmen zu begeben und dort einer Ansteckungsgefahr auszusetzen, was insbesondere bei Herzinfarkten und Schlaganfällen ein fataler Fehler ist. Da ist die Gewichtszunahme, von der viele berichten, noch vergleichweise eine harmlose Folge.

Andererseits sind aber weniger Menschen an Grippe gestorben, da die Hygiene- und Abstandsregeln natürlich auch andere Infektionen vermindert haben. Und durch den Rückgang des Verkehrs gab es auch weniger Verkehrstote.

Da man nur schätzen kann, wieviele Menschen durch die Maßnahmen gerettet wurden, wird es sehr schwierig werden, hier tatsächlich die Waagschalen korrekt zu füllen. Und inwiefern die Wirtschaft allein durch die weltweit eingebrochenen Lieferketten und die Zurückhaltung der Menschen aus Angst vor Ansteckung oder aber erst durch die Maßnahmen geschädigt wurde, wird man wohl auch nie wirklich berechnen können. Den größten Schaden dürften wohl die internationale Tourismusbranche und Veranstalter von Großevents haben.

Insofern bleibt es wohl am Ende doch eine Glaubensfrage, ob man die Kollateralschäden für schlimmer hält, als die Schäden, die durch ein freilaufendes Coronavirus entstanden wären.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Deutsche Welle (Mai 2020): Weniger Selbstmorde in Corona-Zeiten

Stern (24.05.2020): USA: In vier Wochen Suizide wie in einem ganzen Jahr

BR24 (19.07.2020): Finanznot wegen Corona: Das langsame Sterben der Clubs

Heise (22.07.2020): Bundesagentur: Corona-Krise wirkt sich bis zu drei Jahre auf Arbeitsmarkt aus

Zeit (03.08.2020): 80 Prozent mehr psychische Erkrankungen in Corona-Krise

Spektrum der Wissenschaft (11.08.2020): Viele Todesfälle durch Gerüchte und Fehlinformationen, z.B. über Kamelurin, Bleichmittel und Methanol

Spiegel (13.08.2020): Konzertveranstalter: "Wer Freiheiten und Grundrechte derart einschränkt, muss auch einen Plan liefern, wie er sie wieder reaktiviert."

Spektrum der Wissenschaft - Podcast (04.09.2020): Wie funktioniert die Corona-Psycho-Therapie to go?

Spektrum der Wissenschaft (10.09.2020): Angst vor einem Virus, kaum Kontakte und Bewegung: Für Übergewichtige haben die Stressoren der Corona-Pandemie besonders ungünstige Folgen.

Spektrum der Wissenschaft (02.10.2020): Mehr Totgeburten während der Pandemie

Tagesschau (04.10.2020): Corona führt zu weniger Krankmeldungen

ntv (01.11.2020): DIW macht Verlustrechnung: Teil-Lockdown kostet 19 Milliarden Euro

Thema: Corona
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Montag, 13. Juli 2020 21:17

Berufswahl

Bestimmte Berufsgruppen ziehen immer auch bestimmte Menschentypen an. IT-, Mathematik- und Physik-Berufe werden wohl eher von nerdigen Menschen ausgeübt. Altruisten gehen in Pflegeberufe oder zur Feuerwehr und nehmen sogar eine unangemessene Bezahlung in Kauf. In die Politik gehen Menschen, die nach Macht streben. In die Führungsetagen der Wirtschaft kommt noch das Streben nach Geld und Statussymbolen hinzu. Und wer gar keine Ahnung hat, was er machen soll, studiert BWL oder wird Einzelhandelskaufmann.

Die Kirche schien sehr attraktiv für Menschen zu sein, die von der "Was nicht sein darf, das nicht sein kann"-unter-den-Teppich-kehr-Mentalität profitierten. Das wirft ein schlechtes Licht auf diejenigen, die mit ihrer kirchlichen Arbeit wirklich Gutes bewirken woll(t)en.

So ist es für mich kein Wunder, dass Berufe, in denen Gewalt gegen Menschen ausgeübt werden darf oder gar das Tragen von Schusswaffen inklusive ist, auch attraktiv für Rechtsextreme und Hooligans ist. In letzter Zeit ist hier die Polizei und die Bundeswehr in die Presse geraten, doch dies gilt ebenso für Sicherheitsfirmen. Und auch beim Verfassungsschutz kommt das vor.

Wundern tut mich das nicht. Ich habe aber auch keine Idee, wie man dem begegnen könnte, wie man hier aufräumen und diese Berufe attraktiver für gemäßigtere Menschen machen könnte.

Aber wenn ich mir den Fall Amri, NSU und dergleichen anschaue, beschleicht mich das Gefühl, dass es hier einen ziemlichen Sumpf gibt, der noch viel weitreichender ist, als es auf den ersten Blick scheint. Dass rechtes Gedankengut sehr verbreitet und geradezu "salonfähig" ist, während linke als Gutmenschen verhöhnt werden. Dass die Justiz auf dem rechten Auge blind ist. Darin sehe ich eine große Gefahr für unsere Demokratie.


Linkliste und Updates

ZDF (Video 11 Minuten) Frontal21 (12.05.2020): Munition für rechts außen - Tag X

Statista: Anzahl der politisch motivierten Straftaten mit rechts- und linksextremistischem Hintergrund in Deutschland nach Art des Delikts im Jahr 2019



Updates Polizei

Deutschlandfunk (20.12.2019): Rechtsextremismus bei der Polizei - Zu viele Einzelfälle

Süddeutsche (27.04.2020): 67 Polizisten in Bayern vom Dienst suspendiert

Heise (22.05.2020): Uniter-Netzwerk: Missbrauch von Polizei-Datenbanken befürchtet

WDR (25.05.2020): Polizei entdeckt deutlich mehr Rechtsextreme in eigenen Reihen

RBB24 (05.06.2020): Berliner Polizist soll AfD-Chatgruppe mit Dienstgeheimnissen versorgt haben

Süddeutsche (10.06.2020): Hessens Polizei kommt nicht zur Ruhe

Tagesschau (11.06.2020): Regierung untersucht Rassismus bei Polizei

ntv (08.07.2020): Nächster Dämpfer für Seehofer: Merkel will über Rassismus-Studie beraten - strukturelles Rassismus-Problem?

Zeit (10.07.2020): Sonderermittler soll rechtsextreme Strukturen in der hessischen Polizei aufdecken

Frankfurter Rundschau (11.07.2020): Rechtsextremismus bei der Polizei: Im Schutz des Schweigekartells

SWR (13.07.2020): Stuttgarter Krawall-Nacht: Angebliche "Stammbaumforschung" löst Debatte aus

Zeit (07.08.2020): Hunderte Rechtsextremismus-Verdachtsfälle unter Polizisten

Tagesspiegel (14.08.2020): LKA-Staatsschützer riefen Daten späterer Opfer rechter Morddrohung ab

Frankfurter Rundschau (18.08.2020): Tritte in Sachsenhausen: "Die benehmen sich nicht wie Staatsdiener, sondern wie Hooligans" - Ein Kommentar zur Polizeigewalt in Frankfurt

Redaktionsnetzwerk Deutschland (14.09.2020): Kündigung nach Nazi-Sprüchen: Polizeianwärter siegt vor Gericht und wird weiter ausgebildet

Heise (16.09.2020): Rechtsextreme Chatgruppen: 29 Polizisten unter Verdacht (NRW)

Süddeutsche (04.10.2020): Dutzende Verdachtsfälle bei der Bundespolizei

Tagesspiegel (19.10.2020): Trotz Seehofers Widerstand - Scholz kündigt Studie des Bundes zu Rassismus bei der Polizei an

Heise (22.10.2020): Gericht: Angeblich rechtsextremer Polizei-Chat war Hitler-Parodie


Updates Bundeswehr

NDR Panorama (05.03.2020): Bundeswehr: Rechtsextreme bleiben, Whistleblower muss gehen - 15-20% rechtsextreme Soldaten?

Neue Zürcher Zeitung (14.06.2020): Rechtsradikale Soldaten bei der Bundeswehr: das KSK im Kampf mit sich selbst

Zeit (15.06.2020): Rechtsextremismus im KSK: Ein Haltungsproblem

ntv (10.07.2020): Daten von Politikern gefunden: Rechtsextremer Reservist hortet Waffen

Tagesspiegel (17.07.2020): Truppentherapie bei der Bundeswehr: Wie das KSK mit der Demokratie versöhnt werden soll

NachDenkSeiten (20.07.2020): KSK: interne Ermittlungen, d.h. Soldaten ermitteln gegen Soldaten, keine Staatswanwaltschaft ermittelt, 58 Kilogramm Sprengstoff immer noch verschwunden

netzpolitik.org (23.07.2020): Instagram: Social-Media-Leiter der Bundeswehr gefallen rechtsradikale Postings

Tagesspiegel (07.08.2020): Erstmals seit 13 Jahren: Studie zu Gesinnung von Bundeswehrsoldaten

Süddeutsche (14.08.2020): Das schwarze Jahr des KSK

Bundeswehr: Wo sind unsere Waffen? - Bei Rückgabe bis 31.10.2020 Straffreiheit zugesichert...


Updates Verfassungsschutz

Tagesschau (07.11.2019): Verfassungsschutz suspendiert Mitarbeiter

Telepolis (08.05.2020): Im schriftlichen Urteil zum NSU-Prozess kommt das Wort "Verfassungsschutz" nicht vor

Telepolis (23.05.2020): Aber bitte nicht wieder jubeln, wenn der Verfassungsschutz gegen Rechte vorgeht

Süddeutsche (11.06.2020): Verfassungsschutz hat Probleme bei Extremismus-Check im öffentlichen Dienst


Updates Sicherheitsfirmen

Telepolis (19.02.2013): Rechter Traumjob: Wachschutz


Updates Justiz und Staatsanwaltschaft

Spiegel (01.05.2020): Der Rechtsstaat hat die Opfer des NSU-Terrors im Stich gelassen

Telepolis (14.06.2020): Der Lübcke-Prozess in Frankfurt

Tagesspiegel (07.07.2020): Justizministerium verweigert Sonderermittlern Gespräche mit Staatsanwaltschaft - Fall Oury Jalloh, der 2005 bei einem Brand in einer Polizeizelle ums Leben gekommen ist

Tagesspiegel (07.07.2020): Staatsanwaltschaft sieht keine Handhabe gegen rechten Hetzer Attila Hildmann

FAZ (06.08.2020): Oberstaatsanwalt im Verdacht: War der Korruptionsjäger selbst korrupt?

ntv (06.08.2020): Skandal um Berliner Staatsanwalt: "Keine Sorge, ich bin selbst AfD-Wähler"


Updates Sonstige staatliche Stellen

Tagesspiegel (12.09.2020): Eine Rechtsextremistin wird in Brandenburg als Stadtplanerin angestellt

Spiegel (19.10.2020): Staatsschützer wegen Strafvereitelung und Verwendung von Nazisymbolen verurteilt

Thema: News
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Sonntag, 5. Juli 2020 21:33

Plastikmüll

Bei uns im Müllhäuschen gibt es nur Bio-, Papier- und Restmüll. Den Plastikmüll sollen wir gesondert sammeln und zu den Wertstoffinseln bringen. Den gelben Sack gibt es in München nicht, da dort anscheinend zu viel Restmüll drin landet. Wir haben in der Woche etwa einen großen Sack voll Plastikmüll. Ich muss zugeben, dass ich auch nicht sonderlich darauf achte, ob es nicht andere Alternativen für die Verpackung gibt. In letzter Zeit habe ich gekochte und gefärbte Eier im Pappkarton gefunden. Und es gibt Bio-Sahne und Weihenstephaner Joghurt, die in einem dünnwandigigen Plastikbecher mit Pappummantelung verkauft werden. Für loses Obst habe ich die mehrfach verwendbaren Beutelchen gekauft, aber da ich die Tüten früher immer für die Kosmetikeimer verwendet habe, ist das ein Nullsummenspiel, da ich hierfür nun extra Kosmetikeimertüten kaufe.

Recycling lohnt sich finanziell nicht, da Erdöl immer noch zu billig ist. Ich müsste also gezielt Lebensmittel kaufen, die in recyceltem Kunststoff verpackt sind, wobei hier aber nur etwa 30% sinnvoll sind wegen der Verfärbung, laut (umstrittener) deutscher Umwelthilfe. Bei Basic hatte ich Verpackungen für Käse mit 57% Recyclat gesehen. Und das Mischkonzept von Adelholzener, die im Nahbereich ihr Wasser in Mehrwegfalschen vertreibt und je weiter weg die Einzelhändler vom Abfüllort sind, in Einwegflaschen, da sich da der Rücktransport umwelttechnisch nicht mehr lohnt, finde ich auch gut. Obwohl Mehrweg grundsätzlich besser wäre als Einweg. Ich und ein Sohn trinken mittlerweile aber vorwiegend Leitungswasser.

Plastik ist mittlerweile überall, natürlich im Meer, aber auch im Regen und in der Luft. Microplastik in Kosmetik-Produkten sollte grundsätzlich verboten werden, weil das vollkommen überflüssig ist, aber man sollte auch daran denken, dass Mikroplastik entsteht, wenn man Kunstfasertextilien wäscht.

Deutsche wurde von meinem Englisch-Dozent als "The big rubbish collectors" bezeichnet. Die Mülltrennung scheint aber nur für das gute Gewissen zu sorgen, man hätte etwas getan. Offizielle Recycling-Quoten dürfen auch gerne angezweifelt werden, da der exportierte Plastikmüll als recycelt gilt, selbst wenn er in den Zielländern dann auch nur verbrannt oder ins Meer gekippt wird, weil es dort kaum Nachweise oder Kontrollen gibt. China, Malaysia und Indonesien schicken den Müll mittlerweile postwendend zurück nach Deutschland, auch wenn dort traurigerweise viele Menschen durch die Müllberge ihren Lebensunterhalt verdienen. Mal sehen, wann Afrika uns den Müll wieder zurückschicken wird.

Man könnte natürlich Produkte aus recyceltem Material kaufen. Ich habe zum Beispiel zwei Klappboxen für Wäsche, die schön stabil sind und sich nur durch ihr langweiliges Grau von den anderen Klappboxen unterscheiden. Ich habe auch mal gelesen, dass man aus TetraPaks Möbel herstellen kann, dass man aus ihnen so eine Art Pressspanplatte machen kann, finde dazu aber nichts, außer dass TetraPak schwer recycelbar ist. Es gibt auch Projekte, wo man aus Plastik, das aus dem Meer gefischt wurde, Produkte erwerben kann, z.B. The Honu Movement, Biofabrik WASTX Plastic und viele andere. Denn nur wenn die Menschen recycelte Produkte kaufen und bereit sind, hierfür etwas mehr Geld auszugeben, lohnt sich das auch.

Ich weiß nicht, ob Recyclingpapier umwelttechnisch sinnvoller ist. Aber zumindest kaufe ich seit Jahrzehnten nur noch recyceltes Toilettenpapier. Ich würde nie auf die Idee kommen, dafür normales Toilettenpapier zu benutzen, das zum Teil auch für die Abholzung in Südamerika verantwortlich ist. Weich und weiß muss es sein? Mein dreilagiges Toilettenpapier vom Aldi ist weich, und ob das jetzt weiß ist oder nur dunkelweißlich, das ist mir doch sowas von egal. Von mir aus könnte es auch noch chlorfrei gebleicht werden. Mittlerweile gibt es auch Küchenrollen und Kosmetiktücher aus Recyclingmaterial. In der Coronakrise, als anfangs das Toilettenpapier gehortet wurde, ist mir aufgefallen, dass das Recyclingpapier immer als letztes genommen wurde, also noch am ehesten verfügbar war. Ich begreife das nicht.

Aber zurück zum Plastikmüll. Es muss etwas passieren, damit die Müllberge verschwinden. Ich weiß nicht, ob es möglich ist, diese tatsächlich mit Bakterien, die entsprechende Enzyme bilden, Pilzen oder Raupen/Motten in den Griff zu bekommen. Vielleicht wäre auch schon viel geholfen, wenn es nicht so viele unterschiedliche Sorten gäbe, damit sie leichter recycelt werden könnten.

Wahrscheinlich funktioniert das aber nur über ein entsprechendes Verbot. Eine Lösung wäre wünschenswert, bevor wir am Plastikmüll ersticken.


Updates

Spiegel (15.07.2020): Abrieb von Autoreifen: Mikroplastik weht um die Welt

Süddeutsche (31.07.2020): Mülltrennung: In Deutschland herrscht Chaos in Tonnen

Telepolis (18.08.2020): Eintritt in die Verschmelzung von Plastik und Körper? - Plastikkontamination von Meeresfrüchten

Spektrum (19.08.2020): Mikroplastik: Rätsel um fehlenden Müll wohl gelöst

Heise (24.08.2020): Schwimmende Müllschlucker führen laut Studie nicht zu sauberen Meeren

Spektrum (24.08.2020): Unendlich wiederverwendbares Plastik

Sumikai (07.09.2020): Japan plant Karte über Plastikmüll im Meer zu erstellen

National Public Radio, Washington, D.C., USA (11.09.2020): How Big Oil Misled The Public Into Believing Plastic Would Be Recycled

Zeit (17.09.2020): Bundestag beschließt Verbot von Wegwerfartikeln aus Plastik

Tagesschau (19.09.2020): Nord- und Ostsee: Plastik wohin man schaut

CNN (08.10.2020): Canada will ban single-use plastic items by the end of next year

Spektrum (25.10.2020): Was passiert mit einer Plastikflasche?

Spiegel (27.10.2020): Rekordhoch: 227,5 Kilogramm Verpackungsmüll - pro Kopf in einem Jahr

Heise (27.10.2020): Studie zu Plastikmüll im Mittelmeer: 500 Frachtcontainer pro Tag

New York Times (27.10.2020): These Items in Your Home Are Harming America’s Sea Animals

Notpla: Essbarer Kunststoff aus Braunalgen

Thema: News
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