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Sonntag, 29. Oktober 2023 20:52

TimeLash VII

An diesem Wochenende bin ich zumindest am Samstag wieder in meine Rolle als Petronella Osgood geschlüpft und habe die Time Lash VII in Kassel besucht. Dort haben wir einige Freunde aus der LGT- und Zeugen Kühlwaldis-Bubble getroffen. Wir haben erfahren, dass es Doctor Who bald auf Disney+ geben wird.

Die Gäste haben mich nie so sehr interessiert, weil es meist Synchronsprecher oder Nebendarsteller auch aus den älteren Serien vor dem neuten Doctor sind. Das ist aber nichts Schlechtes, denn man kann mit ihnen wunderbar am Autogrammtisch plaudern und auch sonst ist das eine eher kleine, gemütliche Con. Der Vorteil ist, dass es nicht so überlaufen ist, der Nachteil natürlich, dass nicht die ganz großen Stars kommen. Trotzdem haben sie auf ihren Panels tolle Geschichten zu erzählen.

Ich fand es großartig, wie Schauspieler und Synchronsprecher Michael Schwarzmaier die Deutsche Synchro gelobt hat. Mich macht es auch immer traurig, wenn die Leute die deutsche Synchronisation so beschimpfen und sich damit brüsten, immer nur im Original zu schauen. Dabei muss man sich nur mal einen amerikanischen Spielfilm im polnischen Fernsehen anschauen, dann weiß man, wie großartig die deutsche Synchro ist mit der Lippensynchronität und den gut ausgesuchten Stimmen etc.. Was eigentlich wirklich immer aufstößt, so ist das das unrealistische Gesieze bis zum ersten Kuss. Und meist wird noch nicht einmal dann geduzt. Außerdem sprach Michael Schwarzmaier von der Konkurrenz KI. Er meinte, für 500.000 Euro würde er einer KI vielleicht eine Stimmprobe geben. Aber wenn der komplette Schauspieler gescannt wird und dann seine Dienste nicht mehr gebraucht werden, dann ist das wie das eigene Grab schaufeln. Warum sollte man sowas tun? Und wenn dann nur für drölfzig Fantastilliarden.

Ich habe auch etwas Neues gelernt. Bei dem Vortrag über Bezüge von Doctor Who auf reale Ereignisse der Geschichte erzählte Dr. Rebecca Haar davon, dass Agatha Christie einmal für 11 Tage auf mysteriöse Art und Weise verschwunden war. So etwas finde ich einfach genial und das ist auch einer der Gründe, weshalb ich ein kleiner Whovian bin.

Yasmin Bannerman erzählte, dass die härteste Zeit für einen Schauspieler die ruhigen Zeiten zwischen Engagements sind. Sie hat dafür einen guten Rat an ihre Kolleginnen: Don't destroy yourself, stay creative. Und Sophie Aldred hat mehr Geld mit ihren Bloopers als mit ihrer Schauspielerei verdient.

Der Kostümwettbewerb war auch ein Coswalk, um den Konkurrenzgedanken rauszunehmen und den Spaß in den Vordergrund zu stellen. Es war wundervoll und so viele tolle Menschen waren auf der Bühne und haben ihre Kunstwerke präsentiert. Und es war auch sehr inklusiv. Und zur Closing wurde mal eben das Publikum mit einbezogen, denn ein spontan seit Samstag trainierter Chor hat die Titelmelodie gesungen. Es war so großartig, der absolute Wahnsinn! Kurz bevor wir rausgekehrt wurden, habe ich noch jemanden gefragt, welche Haarfarbe sie benutzt hat und wie lange sie diese hat einwirken lassen, weil ihre Haare wirklich so wunderschön blau geworden waren, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es stellte sich heraus, dass sie beim Friseur gewesen war. Naja, inzwischen habe ich in Foren gelesen, dass manche directions sogar zwei bis drei Stunden einwirken lassen. Beim nächsten Mal dann...

Am Samstag waren wir in der großen Gruppe zu acht mit den LGTlern und Flauschhäuflern im MONOS. Ich hatte nur für sieben reserviert, weil sich jemand spontan angeschlossen hat, aber die Dame, die uns die Plätze zugewiesen hat, konnte ein wenig zaubern, denn der Laden scheint echt sehr beliebt zu sein und war proppevoll. Aber es war auch superlecker und es gab sogar Süßkartoffelpommes.

Am Sonntag waren wir lecker zu Kaffee und Kuchen im Café Himbeerblau mit unseren Flauschis, auch einfach weil uns der Name so gut gefallen hatte. Und Abendessen gab es dann nur noch für Florian und mich im Restaurant Regenbogen, ebenfalls weil uns der Name gefallen hatte. Alle anderen waren bereits auf der Heimreise, aber sie hatten es auch nicht so weit wie wir. Zum krönenden Abschluss haben wir dann noch eine letzte Runde Billard im Bibliothekszimmer des Hotels TRYP by Wyndham gespielt. Das hatte mir beim letzten Mal so gefallen, und da wir erstens eher nicht so schnell wieder auf eine Time Lash gehen und zweitens diese in Zukunft aus Kostengründen in Groß-Umstadt stattfinden wird, werden wir wohl nicht wieder in diesem Hotel übernachten.

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Sonntag, 8. Oktober 2023 22:37

Podiumsdiskussion im Drachenwinkel

Nachdem wir ausgecheckt haben, sind wir mit Freunden im Fredrik sehr lecker Frühstücken gewesen.

Danach sind wir zum Drachenwinkel in Dillingen gefahren und gut einen Parkplatz gefunden. Nachdem einige Leute, die gestern schon beim Jahreskongress gewesen sind, heute zum Drachenwinkel gekommen waren, hatte Christian von Aster das Programm ein klein wenig umstricken müssen, damit es nicht zu viele Überschneidungen gibt. Bei seiner Ankündigung wurde gesagt, dass er leider weg musste und eine Vertretung geschickt hätte. Ich bin glatt drauf reingefallen, denn es kam Dr. Astersen.

Der erste Vortrag war eine Erklärung, was Parakrytozoologie eigentlich ist. Dann führte er ein Gespräch mit Dr. Meyer-Hübschlieb und Herrn Udlovitcz, das die gleichen Inhalte vom Vortag enthielt. Es war sehr lustig, weil alle Angst hatten, dass der Nelkensaugdrüssling aus seinem Behältnis ausbüchsen könnte, da dort kein Deckel drau fwar. Ich habe mich nicht getraut zu fragen, ob Herrn Udlovitcz auch Nelkensaugdrüsslinge bekämpfen könnte, falls es aus dem Glas entkommt. Es kamen auch sehr aggressive Fragen aus dem Publikum, aber ich hatte den Eindruck, dass das so geplant war.

Viele hatten Pizza bestellt, aber da wir nicht mitbekommen hatten, dass es eine Bestellung gab, mussten wir mit tropfendem Zahn zuschauen. Florian hat einige Bücher gekauft. Ich habe weder das Kaninchen, noch das weiß-graue Pferdchen, noch den schwarzen Oktopus gekauft. Nur ein Buch, das mir vom Coverdesign her gefallen hat. Mal sehen, ob ich es jemals lesen werde.

Christian hat fleißig signiert. Eigentlich Wollte er auch was essen, und war sehr erleichtert, dass es so gut gelaufen ist. Innerlich hatte er bei der Technik im Hirsch geschwitzt. Das scheint dort aber öfter vorzukommen, hat jemand erzählt.

Wir haben dann in unserem neuen Hotel ganz ruhig am Rand eines Gewerbegietes gegessen. Aber das war nicht so toll. Meine Tagliatelle waren zu salzig und Dosenmais, Dosenchampignons und die gleichen Karotten- und Zucchinistreifen wie im Vorspeisensalat darübergekippt. Ich habe nur die Hälfte essen können.

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Samstag, 7. Oktober 2023 22:25

Jahreskongress der Parakryptozoologischen Gesellschaft

Eines der skurrilsten Erlebnisse war unser Besuch des 64. Jahreskongresses der Parakryptozoologischen Gesellschaft, der in diesem Jahr erstmalig für die Öffentlichkeit zugänglich war. Man darf sich das etwa wie ein Alternate Reality Game vorstellen, denn die Parakryptozoologische Gesellschaft gitb es natürlich nicht wirklich. Sie ist aus der Fachgruppe Parakryptozoologie erwachsen, die alle zwei Monate einen Vortrag im Naturkundemuseum Leipzig einen Vortrag hält.

Ich hatte den Wecker versehentlich auf 9.00 Uhr statt auf 8.00 Uhr gestellt, weshalb wir spontan doch mit dem Auto gefahren sind und glücklicherweise direkt schräg gegenüber eine Parkplatz ergattert haben. Die Höchstparkdauer vor unserem Hotel wären ohnehin nur drei Stunden gewesen, und das ominöse Parkticket lösen via SMS wollte ich nicht ausprobieren. Als wir vor dem Festsaal Zum Hirsch ankamen, waren wir nicht die Einzigen im Laborkittel, aber auch andere Gleichgesinnte im Steampunk-Look oder einfach nur viktorianisch gekleidet warteten bereits auf Einlass. Da wir im Hotel kein Frühstück bekommen haben und ich mit meinem schmerzenden, linken Knie nicht richtig laufen konnte, besorgte mir mein Schatz Florian im nahegelegenen Biomarkt etwas Gebäck. Personen, die für ihr Erscheinen bezahlt wurden, durften dann zum Nebeneingang bereits hinein, die für ihr Erscheinen bezahlt hatten, mussten warten, bis der Einlasszeitpunkt gekommen war.

Die Wände des Etablissements waren dunkel vertäfelt und überall standen Sofas und Sessel mit dunklem, roten Leder bezogen, als kämen sie direkt aus der Wohnung von Lydia. Nachdem die Gästeliste abgehakt wurde und die Bändchen verteilt, setzten wir uns an einen der Tische und warteten auf Ines und Dings sowie zwei weiteren Zeugen Kühlwaldis. Dass ich Petronella Osgood von Doctor Who darstellen sollte, hat niemanden wirklich interessiert. Zunächst gab es wie bei jeder guten Veranstaltung ein paar technische Probleme, die innerlich Schweißperlen trieben, aber gut überspielt wurden mit einem improvisierten Komik-Programm, dass man doch besser mehr Geld in einen richtigen Techniker hätte investieren sollen, statt nur dem Hausmeister zu vertrauen.

Das Programm wurde von Freunden und Künstlerkolleginnen von Christian von Aster gesaltet. Jeder hatte seine Rolle und Hintergrundgeschichte. So erzählte Frau Dr. Ebermann-Schlingwurtz, geschiedene Trottenham, ausführlich die Geschichte des Kopulariums, das eng verwoben war mit der kurzen Geschichte ihrer Ehe, gespickt mit Seitenhieben gegen ihren Ex-Mann. Das war saukomisch. Herr Niederhammer befand sich im Rechtsstreit mit der Gesellschaft, da er seinen Mitgliedbeitrag nicht bezahlt hatte, referierte trotzdem über den helvetischen Drachen. Frau Prof. Dr. Gramwankler erzählte von der leidyschen Flammenechse, hatte aber wegen ihrer elektronischen Fußfessel nur eingeschränkte Bewerungsfreiheit.

In der Mittagspause gab es belegte Baguettes, aber das Buffet war innerhalb kürzester Zeit leergefuttert. Wir hatten zu viel Zeit mit Gruppenfotos verplempert. Ich begnügte mich dann mit Joghurt und einer Banane, doch dann kamen noch ein paar Baguettes nachgereicht. Mit meiner blauen Haarfarbe got2be war ich nicht so zufrieden, aber Ines gab die Empfehlung ihrer Tochter weiter, dass ich das nächste Mal dircetions probieren sollte.

Nach dem Mittagessen wurden uns weitere Wesen vorgestellt, die dermaßen ausgestorben waren, dass sie vermutlich nie existiert haben. Herr Dr. d'Calibre wollte uns nicht verraten, wo die 9 Millionen (Währung wurde ebenfalls nicht verraten) Forschungsgelder abgeblieben waren. Dafür bekamen wir seine Nacktbilder im finnischen Playgirl zu Gesicht. Und was wären Säbelzahn-Silberfischchen, wenn es nicht den dazu passenden Kammerjäger gäbe? Mit schnöden Einhörnern gab sich hier niemand ab, aber die gehören eh in ein anderes wissenschaftliches Feld, nämlich der Krypotozoologie.

In der Kaffeepause gab es für jeden Tisch einen großen Teller mit kleinen Kuchenstücken, damit man möglichst viel probieren konnte. Wir machten uns dann darüber lustig, dass sich im Kaffee von Wahrsagercheck deshalb so viele gemahlene Kaffeebohnen tummelten, weil man wollte, dass er aus dem Kaffeesatz las.

Das Nachmittagsprogramm musste aufgrund dreier Corona-Ausfälle kurzfristig umgestaltet werden. Statt dem inwendigen Saupudel von Dr. Bimbam (verkörpert von Der Buddler) gab es ein Video von Dr. Wolf, der der Technik nicht ganz so mächtig war, über Parakryptokulinarik. Und statt Alexa und Alexander Waschkau vom Hoaxilla-Podcast kam Eherpaar Wunderlich-Schönborn, um uns über die Parakryptorobotik aufzuklären. Das war höchst interessant, aber ich glaube, dass die beiden Hoaxis absichtlich außer Gefecht gesetzt wurden, damit nicht ans Tageslicht kommt, dass es die Kryptozoogogische Gesellschaft gar nicht wirklich gibt, denn die beiden räumen immer wieder gerne mit Mythen auf.

Nach weiteren Programmpunkten inklusive explosivem Anschauungsmaterial der wüsten Sprengmaus gab es dann ein reichhaltiges Buffet zum Abendessen, alles sehr lecker, was das etwas enttäuschende Mittagsbuffet mehr als ausglich. Danach konnte ich wirklich nichts mehr essen.

Das unterhaltsame Abendprogramm strapazierte nochmal unsere Lachmuskeln, als alle Wissenschaftler in einer Talkshow Rede und Antwort stehen mussten, Frau Dr. Ivanovic im grünen Federkleidchen den Balztanz des fleischfressenden Feuerpfaus rekonstruierte und am Ende noch ein Doktortitel aberkannt und anschließend in einer Tombola weiterverliehen wurde.

Zum Abschluss riss uns Christian von Aster (alias Dr. Astersen) aus der fantastischen Parallelwelt zurück in die Realität. Wir ließen mit unseren Freunden von den Zeugen Kühlwaldis den Abend ausklingen und holten uns noch das obligatorische Autogramm auf dem Fußplättchen der Lego-Mini-Figur. Christian von Aster bringt mit seinen Werken einfach immer ungeheuren Spaß. Das Hörbuch zu "Troll" hatten wir auf der Autofahrt nach Saabrücken gehört, das ist einfach so wundervoll geschrieben und so eine wunderbare, herzerweichende Geschichte, das macht einfach Lust auf mehr.

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Florian hat dazu ebenfalls gebloggt, eine umfangreiche Linkliste.

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09.01.2012 13:02 Clicks: 354633

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