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Dienstag, 21. April 2020 17:01

Die etwas andere Ölkrise

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Von der Ölkrise 1973 und den autofreien Sonntagen habe ich nicht wirklich etwas mitbekommen, da war ich noch zu klein. Aber zumindest war sie so berühmt, dass ich davon irgendwann einmal gehört habe.

Unsere Wirtschaft ist hochgradig vom Öl abhängig. Deutschland ganz besonders, da wir fast keine eigenen Erdölquellen haben. Wir importieren ca. ca. 97% unseres Ölbedarfs. Nach der Ölkrise wurden Strategische Ölreserven angelegt, damit wir einen Puffer haben, falls uns mal der Hahn abgedreht wird.

Seit Anfang April zeichnete sich aber ab, dass die Fördermenge zu groß ist, da es weltweit weniger Flüge und Autofahrten gibt. Mittlerweile haben wir die kroteske Situation, dass der Ölpreis mittlerweile im Minus ist, bei -20 Dollar (gestern) bis -40 Dollar pro Barrel (heute). Das bedeutet wohl, dass sämtliche strategischen Ölreserven bis Oberkante voll sind und die auf den Weltmeeren rumgurkenden Öltanker ihr Öl auch nicht mehr los werden.

Vielleicht der richtige Zeitpunkt, sich die Öltanks im Keller für den kommenden Winter voll zu machen. Oder für die nächsten drei milden Winter. Echt krass. Wieviel Tonne CO2 dadurch wohl eingespart werden?

Ich finde es ja niedlich, wenn sich Leute Gedanken darüber machen, wieviel Energie eine Gugl-Abfrage oder ein Netflix-Streaming verbraucht. Dabei müsste man sich viel mehr Gedanken darüber machen, wieviel Energie es kostet, um Personen von A nach B zu befördern.

Ich vermisse die Fahrten ins Büro nicht wirklich. Ich habe zwar immer eightt-to-four statt nine-to-five gearbeitet, um den Rush Hours so gut es ging zu entgehen (der Picnic brauchte so auf 100 km ca. 1 Liter weniger Benzin!). Aber jetzt sind die wenigen notwendigen Fahrten zum Pferd eigentlich eine echte Wohltat, weil die A94 einfach frei ist. Trotzdem gibt es ein paar Hanseln, die meinen, jetzt mit 200 Sachen durchsprinten zu müssen. Wenn sie meinen... Seufz!

Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn nach Corona die Flugpreise deutlich steigen würden, so dass niemand mehr auf die Idee käme, mal eben zum Shoppen nach New York oder zum Feiern nach Mallorca zu fliegen. Oder wenn Homeoffice die Regel und nicht die Ausnahme wäre und Rush Hour und Verkehrskollaps in den Städten der Vergangenheit angehören würden.

Die CO2-Bilanz würde es danken.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

ntv (21.05.2020): Warum der Ölpreis wieder steigt

Heise (25.05.2020): Zahl der Verkehrstoten sank im März auf Tiefstand

Themen: Corona | Auto
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09.01.2012 13:04 Clicks: 39488

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