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Montag, 11. Mai 2020 17:01

Corona-Apps

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Südkorea hat Tracking Apps eingesetzt, die mit Hilfe des GPS auf den Mobiltelefonen gemeinsam mit Überwachungsbildern (CCTV footage) Personen mit Covid-19 zu identifizieren und Menschen in Kenntnis zu setzen, die mit ihnen in Kontakt waren und dem Risiko einer Infektion ausgesetzt waren. In China erhalten Menschen einen grünen, gelben oder roten Farbcode auf ihr Smartphone, der darüber bestimmt, ob sie sich im öffentlichen Raum bewegen können. Etwas Ähnliches, nämlich ein Immunitätsausweis, war auch bei uns kurzzeitig im Gespräch. Er barg aber die konkrete Gefahr, dass sich Leute absichtlich anstecken, um die Freiheiten, die ein solcher Ausweis mit sich bringen würde, zu erlangen. Mittlerweile ist er aber wieder vom Tisch. Oder heißt der jetzt Seuchenpass?

Die Begehrlichkeit, Bürger oder auch Arbeitnehmer nicht nur in Deutschland zu überwachen, sind groß. Das kann man auch gut in den Geschichten der Vorratsdatenspeicherung und der Maut nachvollziehen. Wir haben aber seit dem 25. Mai 2018 in der EU einen sehr starken Datenschutz, der zwar auch zu Absurditäten führt, aber im Grunde eine sehr gute Sache ist.

Trotzdem sprießen Tracing-Apps seit der Corona-Katastrophe wie Pilze aus dem Boden. Deutschland ganz vorn mit dabei, doch eine Pflicht ist hierzulande undenkbar. Opposition und Bürgerrechtler laufen Sturm. Die Digitale Gesellschaft hat hierzu einen offenen Brief verfasst.

Aber es gibt auch Befürworter, wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Und EU-Rechtspolitiker Axel Voss fordert freiwillige Nutzung von Corona-Apps.

Und aller Bedenken zum Trotz machen irgendwie alle mit: Frankreich, Österreich, Großbritannien, sogar die Schweiz, Australien... Irgendwie die ganze Welt...

Als meine Firma die Datenspende-App vom Robert Koch-Institut auf dem Firmenhandy zuließ, habe ich sie mir mal aus Neugierde installiert. Allerdings funktioniert sie nur mit den teureren Fitness-Trackern. Der günstigste, den ich gefunden habe, war von Fitbit und hat etwas mehr als 50 Euro gekostet. Ich wollte schon eine ganze Weile so ein Ding haben, aber eigentlich hätte ich nicht mehr als 25 Euro dafür ausgeben wollen. Aber gut. Jetzt werden meine Schritte gezählt, mein Schlaf wird überwacht und die Daten landen irgendwie beim RKI, wie auch immer diese helfen sollen.

Wir dürfen es auf jeden Fall nicht zulassen, dass hier der Datenschutz ausgehöhlt wird. Es gibt auch andere Methoden, zum Beispiel einfach nur ein Alarmgeber, mit dem Pushnachrichten auf die Smartphones geschickt werden, die über das lokale Risiko informieren. So können Pandemie-Maßnahmen punktuell ergriffen werden.

Orwell's 1984 war als Warnung gedacht, nicht als Gebrauchsanleitung.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Heise (13.05.2020): EU-Kommission: Corona-Apps müssen grenzüberschreitend funktionieren

DerStandard.at (13.05.2020): Wenn Contact-Tracing schiefgeht: Restaurantmitarbeiter soll Kundin nachgestellt haben

Heise (14.05.2020): SAP und Deutsche Telekom veröffentlichen Details zur Tracing- und Warn-App

Telepolis (14.05.2020): CuidAR: Argentinien überwacht mit einer App

eGovernment (14.05.2020): Wärmebild-Technologie ermöglicht Zugangskontrollen

Heise (16.05.2020): Slowakei ersetzt Staatsquarantäne durch Handy-App

Heise (16.05.2020): Corona-Tracing per App: SAP legt erste Version des Corona-Warn-Servers vor

DerStandard.at (20.05.2020): Coronavirus: Apple und Google stellen Schnittstelle für Contact-Tracing vor

Heise (21.05.2020): Großveranstaltungen mit Kontakt-Tracing-App?

Heise (26.05.2020): Schweizer Tracing-App geht in den Feldversuch

Heise (26.05.2020): Französische Datenschutzbehörde gibt App "StopCovid" mit Bauchschmerzen frei

Heise (29.05.2020): Tracing-App: Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit für ein Gesetz

Heise (30.05.2020): Look & Feel der Corona-Warn-App steht



GitHub: Corona-Warn-App/CWA-Documentation - official COVID-19 exposure notification app for Germany of SAP and Deutsche Telekom - open source / offizielle COVID-19-App zur Kontaktfallbenachrichtigung für Deutschland von SAP und Deutsche Telekom als Open-Source-Software

Thema: Corona
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09.01.2012 13:04 Clicks: 864988

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