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Sandra's Blog-Archiv

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Freitag, 21. August 2020 17:01

Hoffnung auf Mutation

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eine der wichtigsten Aspekte, um eine Krise durchstehen zu können, ist das Prinzip Hoffnung. Man darf niemals die Hoffnung aufgeben, dass es auch wieder besser wird, sonst erdrückt einen der imaginäre Betonklotz. Meistens gehöre ich zu den Menschen, die sich immer wieder vor Augen halten, dass es immer Hoffnung gibt, egal wie schlimm die Situation im Augenblick auch sein mag.

So war das auch mit Corona, auch wenn es mich anfangs durchaus heftig erschüttert hat. Ich setzte Hoffnung in die Entwicklung von Impfstoffen, in die Erkenntnisse der Ärzte, wie sie Covid-19 besser behandeln können, aber auch in die Tatsache, dass Viren mutieren und damit harmloser werden können. Als ich die Nachricht heute las, dass sich dieses Szenario tatsächlich abzuzeichnen scheint (ntv: Neue Variante setzt sich durch: Coronavirus zeigt Anzeichen der Schwäche), weckte dies in mir wieder die Hoffnung, dass wir die Krise schneller und besser überwinden könnten, als anfangs befürchtet. Zumindest aus gesundheitlicher Sicht. Christian Drosten und Hendrik Streeck hatten die Möglichkeit zur Mutation zu einer harmloseren Variante schon im Juni in Aussicht gestellt. Meine Hoffnung war daher, dass SARS-CoV-2 soweit mutiert, dass er am Ende genauso harmlos ist, wie die vier anderen Coronaviren, die unter Menschen kursieren.

Im Juli kam schon die Nachricht, dass die neue Mutation D614G offenbar ansteckender als das ursprüngliche Virus ist. Somit bewahrheitete sich schon einmal der Aspekt der Virologen, dass die Viren dazu neigen, ansteckender aber harmloser zu werden, um sich besser zu verbreiten, aber ihren Wirt nicht (mehr) zu töten. Das ist der Weg, den wohl die meisten erfolgreichen Viren im Laufe der Evolution einschlagen.

Jens Berger von den NachDenkSeiten meint, es könne auch an dem sinkenden Durchschnittsalter der neu Infizierten liegen, dass die Tödlichkeit abnimmt. Deshalb ist die Sterblichkeitsrate in Indien auch niedriger als in vielen anderen Ländern und das ist auch auf das niedriger Durchschnittsalter der Bevölkerung zurückzuführen, weil die Inder eben meist schon vorher an irgendetwas anderem verstorben sind. Die zurückgehende Sterlichkeitsrate ist also kein Beleg dafür, dass SARS-CoV-2 jetzt schon weniger gefährlich wird.

Allerdings möchte ich die Gefährlichkeit nicht nur an den Sterblichkeitsraten messen, denn wenn sich SARS-CoV-2 im Körper ausbreitet, richtet er wirklich erheblichen Schaden an und die Spätfolgen sind gravierend. Also keine Krankheit, die man bekommen möchte, und in vielen Bereichen gefährlicher als die Grippe. Dennoch ist die Krankheit jetzt keine vollkommen Unbekannte mehr und die Ärzte können sie viel besser behandeln als noch vor ein paar Monaten.

Deshalb gibt es Hoffnung, dass das Neue Normal sich nicht zu sehr vom Alten Normal unterscheiden wird, und dass wir viel entspannter mit dem neuen Coronavirus leben können werden, als die ersten Horrorszenarien uns Glauben machen wollten.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Telepolis (03.09.2020): Hatte Covid-19 einen historischen Vorgänger? - Russische Grippe Ende des 19. Jahrhunderts (1892) könnte von einem Coronavirus ausgelöst worden sein. Der für 10 bis 30 Prozent aller Erkältungen verantwortliche Schnupfenauslöser HCoV-OC43 - ein Coronavirus - stammt von einer Kuhseuche ab, die etwa 1890 den Sprung zum Menschen schaffte.

Spektrum (21.09.2020): Das Coronavirus mutiert – wie gefährlich ist das? - D614G

Thema: Corona
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Last Update:
09.01.2012 13:04 Clicks: 39506

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