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Samstag, 12. September 2020 17:01

Alternative Medien

In meinem Blogeintrag Blätterwald habe ich von meinem fast täglichen Streifzug durch meine Informationsquellen berichtet, wobei ich Medien unterschiedlicher, politischer Ausrichtung und alternative Medien überfliege, um möglichst umfassend informiert zu sein.

Zu den Alternativmedien gehören auch die NachDenkSeiten und Telepolis. Dabei stößt mir in letzter Zeit immer wieder sauer auf, wie betont russlandfreundlich geschrieben und die Corona-Pandemie weggeredet wird. Während in Telepolis von "Macht alles dicht bis das Virus weg ist"-Wissenschaftlern bis Dr. Wodings viele unterschiedliche Meinungen Gehör finden, sind die NachDenkSeiten hier sehr einseitig. Wenn man die Kommentare bei Telepolis verfolgt, kommt man nicht umhin, hier entsprechende Trollarmeen (Beitrag gesperrt, ich hätte einen Screenshot machen müssen) zu vermuten. Der Kommentator hatte die Zeiten notiert, zu denen ein Bericht kommentiert wurde und so vermutet, dass die Trollarmee "Pinkelpause" gehabt hatte, als in der Zeitlinie eine Lücke erschien. Was ich sagen möchte: Die Kommentare müssen selbstverständlich stets kritisch betrachtet werden.

Die NachDenkSeiten haben keine Kommentarfunktion. Hier werden also nur ausgesuchte Kommentare veröffentlicht, die auf anderen Wegen die Redaktion erreichen. Daher können diese genauso dem eigenen Gusto herausgefiltert werden, wie ich mich auf meinem Blog entscheide, ob ich einen Kommentar zulassen möchte oder nicht. Frei nach Herrn Müllers Motto "glaube nichts, hinterfrage alles" komme ich nicht darum herum, eigentlich jeden Beitrag zum Corona-Thema als einseitig zu empfinden. Die Krankheit Covid-19, die zwar nicht jeden innerhalb von drei Tagen umbringt wie Ebola, aber dennoch deutlich gefährlicher ist als die echte Grippe, wird verharmlost. Eine Übersterblichkeit (New York Times) wird geleugnet, die es tatsächlich nur in bestimmten Ländern gab, während Deutschland sehr gut weggekommen ist. Dann werden die Maßnahmen als übertrieben (MDR Wissen) dargestellt, wobei ignoriert wird, dass die Zahlen wegen der recht langen Inkubationszeit immer erst das Infketionsgeschehen von vor etwa einer Wochen darstellen und gerade in Deutschland schon vor der offiziellen Ausgangsbeschränkung die Menschen freiwillig ihre Mobilität und ihre Kontakte eingeschränkt haben und in der Öffentlichkeit begannen, Masken zu tragen. Dadurch sieht es so aus, als wären die Zahlen ohne Zutun gesunken und die Maßnahmen unnötig gewesen.

Und dann wird noch immer wieder darauf herumgeritten, dass falsch-positive Testergebnisse (Correktiv) ein großes Problem darstellen würden. Und dass es angeblich keine zweite Welle (Twitter Karl Lauterbach geben würde, weil nur die Anzahl der Tests (LGL: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit), nicht aber der Infektionen steigen würden. Überhaupt, dass die Zahlen nur dazu dienen würden, den Menschen Angst zu machen, damit sie sich alle möglichen Beschränkungen auferlegen lassen. Natürlich sind die offziellen Zahlen durch unterschiedliche Erhebungen nicht akurat und nur schlecht miteinander vergleichbar. Aber sie sind die besten Zahlen, die wir haben. Würden wir auf evidenzbasierte Studien warten, die allesamt mehrere Monate dauern, bevor belastbare Ergebnisse vorliegen, hätten wir sicherlich höhere Sterblichkeitsraten.

Wie immer ist das eine Frage des Glaubens, weniger der Fakten. Und jeder schreibt sich selbst zu, einen gesunden Menschenverstand zu besitzen. Ich selbst nehme mich da gar nicht aus. Aber wenn ich mir die Übersterblichkeiten (New York Times) weltweit ansehe, fällt mir auf jeden Fall auf, dass es eine große Rolle spielt, wie das Gesundheitssystem in den jeweiligen Ländern aufgestellt ist, wie hoch das Durchschnittsalter der Bevölkerung ist, ob und wenn ja wie strikt und gezielt die Maßnahmen (Our World in Data) waren und wie hoch die Bevölkerungsdichte (Wikipedia) ist (sehr schön zu sehen bei der Übersterblichkeit (New York Times) und Fallverteilung (JHU) der US-Bundesländer).

Und was auch auffällt: In asiatischen Ländern, in denen auch schon wegen der Erfahrung mit SARS das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit zum normalen Bild gehörte und ohne Maskenpflicht nach dem Bekanntwerten der Ausbreitung von SARS-CoV-2 die Leute eben eine Maske aufgesetzt haben (während wir in Deutschland noch über sie gelächelt haben), sind alle Zahlen niedrig, trotz hoher Bevölkerungsdichte. Ich bin kein Wissenschaftler und ich darf aus dieser Korrelation meine Schlüsse ziehen, bevor evidenzbasierte Studien (DGUV, 2006) vorliegen.

Die NachDenkSeiten behaupten ständig, dass es einen Narrativ gibt, dem alle gleichgeschalteten Medien folgen würden. Bei meinem fast täglichen Streifzug durch den Blätterwald kann ich dies so nicht feststellen. Im Gegenteil, ich finde, dass es eher die NachDenkSeiten sind, die einem bestimmten Narrativ folgen und den Blick verengen.

Daher werde ich auch in Zukunft versuchen, möglichst viele Medien zu durchforsten, um ein möglichst großes Spektrum an Sichtweisen zu erhalten. Einen entscheidenden Satz habe ich einmal in Telepolis gelesen. Leider finde ich den Artikel nicht mehr. Darin ging es darum, dass ein Virologe und ein Ökonom die Pandemie und die politischen Maßnahmen sicherlich sehr unterschiedlich einschätzen würden.

Und beide haben recht!

Themen: News | Corona
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