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Sonntag, 15. November 2020 19:53

Pumuckl

Als Kind mochte ich die Hörspiele von Pumuckl am Liebsten. "Das Schlossgespenst" hatte ich auf Schallplatte und auch "Pumuckl macht Ferien" und "Der Geist des Wassers". Die meisten Geschichten habe ich aber im Fernsehen gesehen. Inzwischen habe ich alle Geschichten als MP3 und auf meinen Autostick gepackt, so dass ich beim Autofahren Pumuckl hören konnte. Dabei gefällt mir die Stimme von Gustl Bayrhammer besser, weil ich die eben gewöhnt bin. Alfred Pongratz, der anfangs die Hörspiele sprach, hat meiner Meinung nach nicht den gleichen Ausdruck wie Gustl Bayrhammer. Viele verschiedene Figuren werden von den gleichen Sprechern gesprochen, was manchmal etwas komisch wirkt.

Die Geschichten hat Ellis Kaut ab 1962 geschrieben. Deshalb gibt es viele Dinge, die heute so in den Geschichten wohl nicht mehr vorkommen würden, z.B. dass Meister Eder Zigaretten holen geht, auf den Schreck ein Schnapserl trinkt oder dass es immer die Frauen sind, die kochen und waschen. Auch Kindern würde man heute keine "Watsch'n" mehr androhen, schon gar nicht den Nachbarskindern. Die Geschichten sind eben auch eine Art Zeitzeugen.

Gedreht wurde seinerzeit in der Widenmayerstraße 2 in München nahe der Praterinsel. Leider ist das Gebäude abgerissen worden, kurz bevor es unter Denkmalschutz gestellt wurde. Das ist natürlich sehr schade. Vielleicht wäre das heute eine kleine Touristenattraktion.

Trotzdem mag ich die Geschichten noch immer. Im Laufe der Zeit wird Pumuckl immer einsichtiger und braver, während Meister Eder immer seltener in Verlegenheit gerät, wenn der unsichtbare Pumuckl mal wieder seine Späße treibt und zumindest seiner Nichte Bärbel und seinen Freunden vom Stammtisch, allen voran dem Bernbacher Schorsch, erklärt er am Ende unverblümt, dass dies auf das Konto seines Kobolds geht. In einer Geschichte treffen Pumuckl und Meister Eder sogar auf einen anderen Kobold, dem blauen Klabauter. Der kam in der Serie nie vor, aber es gibt einen Kinofilm davon, den ich noch gar nicht gesehen habe. Darin wurde Gustl Bayrhammer von Wolf Euba synchronisiert, da er kurz nach den Dreharbeiten verstarb. Auch Hans Clarin, der Sprecher von Pumuckl, und Ellis Kaut sind mittlerweile nicht mehr am Leben.

Den Film "Pumuckl und sein Zirkusabenteuer" hatten wir damals 2003 im Kino gesehen. Da war Meister Eder bereits tot und Pumuckl war dann bei dessen Verwandten Ferdinand Eder, gespielt von Hans Clarin. Gesprochen wurde Pumuckl damals von Kai Taschner. Alles Umstände, die ich damals sehr traurig fand und kein Pumuckl-Feeling aufkommen wollte.

Was mir an Pumuckl besonders gefällt, ist der Sprachwitz. Ich selbst verhaspel mich auch gerne, wenn ich Fremdwörter aussprechen möchte, aber für Pumuckl sind jede Menge Wörter, die Meister Eder gebraucht, vollkommen neu, so dass er daraus witzige Eigenkreationen erfindet. Und ich frage mich die ganze Zeit, ob es das Wort "kurzweilig" schon vor Pumuckl gegeben hat, oder ob es aus dem Hörbuch heraus den Sprung in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft hat.

Außerdem fand ich es witzig, wenn ich das Autofenster runtergekurbelt hatte, und die vorbeigehenden Passanten bemerkten, dass ich ohne Kinder an Bord Pumuckl hörte. Das entlockte Vielen ein Lächeln.

Und überhaupt, wer will schon erwachsen sein?

Thema: Blick in die Vergangenheit
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09.01.2012 13:04 Clicks: 136207

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