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Montag, 22. November 2021 20:10

Ivermectin

Ivermectin ist ein Pferdeentwurmungsmittel. Das habe ich Felix auch schon verabreicht. Wir entwurmen zwei bis drei Mal im Jahr den gesamten Bestand. Mit Hilfe einer Art Schraube kann man die Dosierung einstellen. Ein Shettlandpony wiegt vielleicht so 150-200 kg. Felix, ein Norweger, 148 cm groß, wiegt etwa 500 kg. Ein Reitpferd (Warmblut) kann man so mit 650-700 kg veranschlagen, bekommen also die gesamte Tube. Kaltblüter sind locker 700 kg schwer, können aber auch über eine Tonne wiegen. Die bekommen dann halt noch den Rest von einem kleineren Pferd im Stall ins Maul gedrückt.

Die meisten Pferde tolerieren das, besonders wenn es danach eine Karotte gibt. Mein erstes Pferd Shiras hat immer einen Zwergerlaufstand gemacht, ist gestiegen und hat einmal sogar ein Halfter zerrissen. Ich glaube daher, dass das nicht besonders gut schmeckt.

An dem Tag, an dem alle Pferde im Bestand das Mittel bekommen, und noch zwei Tage danach, wird die Koppel gesperrt, damit die Pferdeäpfel separat entsorgt werden können. Darin befinden sich die toten Würmer und Eier. Wenn die Pferdeäpfel auf der Koppel verrotten würden, würden die Pferde mit dem darauf wachsenden Gras die Eier wieder aufnehmen und die Entwurmung ad absurdum führen. Da so eine Entwurmung aber eine Belastung für den Pferdeorganismus ist, versucht man dies zu vermeiden, um die Abstände zwischen den Kuren möglichst groß halten zu können. Manche gehen deshalb auch zur selektiven Entwurmung über, nehmen also Kotproben und wählen dann das geeignetste Mittel aus oder entscheiden sich auch dafür, mal einen Wurmkurtermin zu überspringen.

Außer Ivermectin gibt es eine Reihe anderer Entwurmungsmittel für Pferde. Das ist gut so, deshalb ist es grad nicht schlimm, wenn das Mittel mal ausverkauft ist. Die Hersteller dieser Entwurmungsmittel profitieren gerade von den Fake-News ;-)

Ich verstehe ja nicht, wie man so blöd sein kann, ein Pferde-Entwurmungsmittel einzunehmen. Aber ich verstehe ja auch nicht, wie man auf die Idee kommen könnte, Desinfektionsmittel zu spritzen oder zu trinken oder gar seinen Kindern zu verabreichen. Oder Bittersalz und Olivenöl zur "Leber- und Gallenreinigung" zu nehmen, und eine Gallenkolik, perforierte Galle und den Tod zu riskieren. Ich lass meinem Pferd doch auch nicht mit Comirnaty von BioNTech entwurmen.

Aber wer bin ich schon, ich muss nicht alles verstehen.

Themen: Corona | Eigenes Pferd Felix | Fotografie
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09.01.2012 13:04 Clicks: 746133

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