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Thema: mein Senf/News

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Mittwoch, 11. November 2020 21:28

Hoffnung auf Impfstoff

Der Impfstoff kommt langsam in greifbare Nähe. Deshalb ist es auch - wie von Wissenschaftlern vorausgesagt - absehbar, dass die Menschheit die Pandemie 2021 langsam in den Griff bekommt. Eine Freundin (Mikrobiologin, die in der Medikamenten- und Impfstoffzulassung arbeitet) sieht das genauso. Und passend zu dem Thema gab es gestern auf Twitch WildMics das #Ferngespräch Aber über Impfen schimpfen, wo nicht nur über die Corona-Proteste wie zuletzt in Leipzig (seufz!) geredet wurde, sondern auch über Impfen im Allgemeinen. Es wurde auch über mRNA-Impfstoffe aufgeklärt und über die beschleunigte Entwicklung und Zulassung des SARS-CoV-2-Impfstoffes. Dies war möglich, weil a) massig Gelder bereitsgestellt wurden und b) manche Schritte der Impfstoffentwicklung nicht nacheinander, sondern parallel gelaufen sind, damit das schneller geht.

Wir werden also 2021 einen Impfstoff zur Verfügung haben, der aus strategischen Gründen erst einmal dem medizinischen Personal zur Verfügung gestellt wird, dann vulnerablen Gruppen wie Altersheimen, dann der restlichen Bevölkerung, wer sich freiwillig impfen lassen mag, und dann werden harte Eindämmungsmaßnahmen der Vergangenheit angehören. Impfungen sind eine der größten Errungenschaften der Medizin und Prävention ist besser als Heilung.

Ich persönlich sehe die ganze Sache ja eher aus wissenschaftlicher Sicht und als Großes/Ganzes. Mir sind die psychischen und wirtschaftlichen Auswirkungen und Einzel-Schicksale aber dennoch bewusst. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass nicht die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie den Schaden anrichten, sondern die menschengemachte Naturkatastrophe. Und je länger Regierungen zögern, Maßnahmen zu ergreifen, desto härter und länger müssen diese erfolgen, damit sie wirken, und desto größer ist der Schaden in der Realwirtschaft (der Finanzwirtschaft schadet die Pandemie ja offensichtlich nicht -.-). So wie China können wir das in unserem demokratischen und rechtsstaatlichen System nicht durchführen, aber darüber bin ich auch froh. Um so mehr kommt es auf das Mitwirken jedes Einzelnen an.

Aber eins ist sicher, wie uns die Erfahrungen aus der Vergangenheit lehren: Die Pandemie wird vorüber gehen und die Wirtschaftskrise ebenfalls. Und das haben wir den Wissenschaftlern zu verdanken, die an der Impfstoffentwicklung weltweit beteiligt sind, den Regierungen, die mit entsprechenden Hilfen versucht haben, die Auswirkungen weitestgehend abzumildern und den fleißigen Menschen in der Realwirtschaft, die kämpfen und sich den Umständen so weit es geht anpassen.

Aber über Impfen schimpfen

Themen: Corona | News | Tommy Krappweis
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Sonntag, 8. November 2020 22:49

Erleichterung

Ich muss es doch tun. Ich muss darüber schreiben, wie erleichtert ich bin, dass Dump Trump nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten ist.

In den letzten Tagen konnte man eigentlich keine News mehr lesen. Zuerst wurde nur über die neuen Rekorde der Corona-Neuinfizierten geschrieben und sich dazu irgendetwas aus den Fingern gesaugt. Es gibt nur noch eine Nachricht, die mich zu diesem Thema interessiert: Der erste Impfstoff hat die Phase III bestanden und kann endlich verteilt werden. Vielleicht würde mich noch interessieren, dass es ein wirksames Medikament gibt, das ist aber bei Viren generell schwierig, weshalb ich hier mehr Hoffnung auf die Impfstoffe setze, und da wird es mehrere von vielen Firmen geben.

Und dann überschlugen sich die Nachrichten natürlich zu den US-Präsidentschaftswahlen. Vermutlich, weil sie diesmal eine der wichtigsten US-Präsidentschaftswahlen der Geschichte der USA waren. Oder zumindest seit ich mich dafür interessiere. Deshalb war mein täglicher Streifzug durch den Blätterwald immer recht kurz, denn das ganze Glaskugel- und Schlammschlacht-Geschreibe interessierte mich null. Und Radio hören oder Fernsehen, das tun wir eh so gut wie nie.

Ich hatte die ganze Zeit nur noch einen Tab zu diesem Thema offen, und zwar auf New York Times Presidential Election. Den habe ich alle paar Stunden aktualisiert, weil die Verdammte Drecks-US-Wahl bzw. die Auszählung sich über Tage hinzog. Spannend wurde es erst am Freitag, als weiter unten unter der Überschrift "Tracking the vote count" Biden in Georgia und kurz darauf in Pennsylvania das Trumpeltier überholte. Von da an wagte ich zu hoffen, dass wir den Typen endlich loswerden könnten. Es dauerte dann aber immer noch bis Samstag, bis CNN verkündete, dass Biden so viele Electoral votes für sich gewinnen konnte, dass Trump ihn rechnerisch nicht mehr einholen kann. Die Auszählung dauert nach wie vor an.

Trump ist auf Twitter unangenehm aufgefallen und es wurde vielfach darüber spekuliert, wie er mit einer Niederlage umgehen würde. Ob man ihn mit Gewalt aus dem weißen Haus entfernen müsste? Es dürfte ein Problem werden, wenn mit der Präsidentschaft auch seine Immunität endet... Aber er könnte noch zurücktreten und Mike Pence könnte ihn begnadigen. Oder schlimmer, Joe Biden könnte ihn begnadigen.

Trump fabuliert ja ständig über Wahlbetrug. Doch weder die CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) fand Wahlbeeinflussung durch Russland noch die OSZE-Beobachter fanden Ungereimtheiten, wobei ich mich frage, ob 30 statt 500 OSZE-Beobachter ausreichend sind. Und auch die Behauptung, dass es in manchen Wahlkreisen mehr Stimmen als Eingetragene Wähler gegeben haben soll, ist Unfug. Dort hatte man nur versehentlich veraltete Wählerlisten herangezogen, der Fehler wurde korrigiert. Und es stimmt auch nicht, dass man bei der Briefwahl den Wahlzettel unterschreiben muss, man unterschreibt den Umschlag.

Das Wahlsystem in den USA ist eh so eine merkwürdige Sache (z.B. das Gerrymandering). Es fängt schonmal damit an, dass das Wahlrecht nicht in der Verfassung garantiert ist. Deshalb können mit diversen Tricks ganze Bevölkerungsteile von der Wahl ausgeschlossen werden. Und so etwas nennt sich Demokratie. Sowas würde man woanders erwarten, aber doch nicht bei der ältesten Demokratie der Welt. Bevorzugt trifft dies auch Wähler, die voraussichtlich die Democrates wählen würden, weshalb es mich überhaupt wundert, dass es ihnen regelmäßig trotzdem gelingt, den Präsidenten zu stellen. Und hin und wieder ist es passiert, dass die Democrates mehr Einzelstimmen erhielten als die Republicans, und trotzdem haben die Republicans wegen "The Winner Takes it all" und den Swing States am Ende die Wahl gewonnen...

Wer sich näher über das US-Wahlsystem informieren möchte, der kann dies in dem Artikel der Süddeutschen nachlesen. Wer lieber Videos guckt, kann Die Anstalt vom 3. November 2020 anschauen (Minute 5-12 und 23-40, das Gender-Sprache-Zeug dazwischen kann man vorspulen).

Und bei dem ganzen Spektakel ist eine gute Nachricht völlig untergegangen, nämlich dass die EU einen Rechtsstaatsmechanismus schafft, mit dem Staaten mit undemokratischen Tendenzen wie Orbanistan und Polen die Gelder gekürzt werden können. Die Mühlen der Demokratie mahlen langsam, aber sie tun es.

Wie geht es weiter?

Ich habe von Joe Biden bisher nur ein Interview und das erste TV-Duell gesehen. Da machte er auf mich aber immer einen guten Eindruck, sehr eloquent, auf jeden Fall um Welten besser als Trump. Aber es wird nicht ausreichen, nicht Trump zu sein. Trump wird ja nachgesagt, kein Kriegstreiber zu gewesen zu sein. Das mag stimmen, dennoch ist das Whataboutism und auf der Negativseite stehen so massig Argumente, die gegen Trump sprechen, dass ich heilfroh bin, dass er nun endlich weg ist. Natürlich hätte ich mir einen Bernie Sanders gewünscht, oder zeitweise fand ich Elizabeth Warren ganz gut. Aber die Angst vor Socialism ist in den USA zu weit verbreitet, die Kandidaten hätten vermutlich (also die Democrates vermuten das) kaum Chancen gehabt.

Dennoch bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ob Joe Biden die Liste der Militärinterventionen der USA weiter fortführen wird, bleibt abzuwarten. Das ist zwar US-Tradition, sich überall auf der Welt einzumischen (nennt sich "Sicherheitspolitik"), und der US-Präsident hat hier als Oberbefehlshaber der Streitkräfte eine enorme Einflussmöglichkeit. Aber es ist auch hier ein demokratischer Prozess, der abläuft, d.h. der Präsident wird beraten (oder belogen) und trifft dann eben seine Entscheidungen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hinter jeder Militärintervention der USA auch ein Machtspiel des Pentagons steckt, nur dass nicht jeder US-Präsident eine so offensichtliche Marionette ist/war, wie George W. Bush. Wollen wir mal die Hoffnung nicht aufgeben.

Am Ende möchte ich doch noch auf eine Nachricht hinweisen, die mich emotional sehr berührt hat. CNN-Kommentator Van Jones war zu Tränen gerührt, als Joe Biden als Sieger feststand. Seine Worte drücken auch meine Gefühle aus, mehr noch, sie sprechen die Erleichterung all der US-Amerikaner aus, die von der zerstörrerischen Politik von Trump direkt betroffen gewesen waren und nun auf eine bessere Zukunft hoffen können.

Vielen Dank!

Themen: Schöne neue Welt | News
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Freitag, 6. November 2020 14:43

Sandra schaut (zuviel)...

Montag fiel #ZEITVERSCHREIB wegen echter Einnahmequellen aus. Verständlich, schließlich muss das Haus abbezahlt und Gehälter gezahlt werden ;-)

Twitch WildMics

Dienstag war dafür ein langer Fernsehkuschelabend. Erst #Ferngespräch Corona Update Vol.3. Keine Angst, ich schreib nicht schon wieder über Corona. Wen es interessiert, kann ja die Sendung gucken.

Aber ich hatte schon wieder zwei Aha-Erlebnisse. Erstens habe ich gelernt, dass der Alex Jumper-Verlag, der Drecksblatt und Schmierenblatt rausbringt, gar nichts mit dem Springer Science+Business Media-Verlag zu tun hat, der auch Spektrum publiziert und der Holm Gero Hümmlers Buch "Relativer Quantenquark" rausgebracht hat. Mea Culpa. Ich meine, bei so einem Namen...

Das zweite Aha-Erlebnis kam erst am nächsten Tag, als ich Social Community Day 2020 - Interview Michel Abdollahi mit Natascha Strobl und Uschi Jonas zum Thema Demokratie und Populismus anschaute, dachte ich mir so: "Hm, Leute, die Österreichisch sprechen, klingen irgendwie sofort intelligent." Dafür gibt es einen Witzig-Stempel!

Donnerstag gab es dann den #Pärchenabend, bei dem Alexa und Alexander zeitweise aus dem Bild verschwanden, weil die Technik nicht so mitspielte. Das war sehr vergnüglich und persönlich und wir haben uns schlappgelacht. Dafür gibt es einen Witzig-Witzig-Stempel!

Die Anstalt

Bei der Anstalt (zurück zum langen Dienstag-Fernsehkuschelabend) ging es um die Untiefen des US-Wahlsystems und Gender-Sprache. Leider wieder ohne Claus von Wagner. Ob er immer noch krank ist? Dann gute Besserung an dieser Stelle! Die Sendung war natürlich trotzdem gut, wobei mir die Erklärungen zum US-Wahlsystem besser gefallen haben, als das Gender-Sprache-Zeug, das wohl wegen dem komischen Gesetzentwurf zum Thema wurde. Ich finde diese Vergewaltigung der Sprache ätzend. Jeder weiß, dass auch Frauen gemeint sind, wenn zur Vereinfachung und für die Rede- und Leseflüssigkeit nur die vermeintlich männliche Fassung benutzt wird. Das ist weder dämlich noch herrlich! Da gibt es ganz andere Baustellen. Und ich vermisse Claus von Wagner.

Themen: Claus von Wagner | Tommy Krappweis | Corona | Bücher | News
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Mittwoch, 4. November 2020 20:21

Chippen

So sieht das übrigens nach fünf Tagen aus, wenn die Wunde vom Chippen beim Pferd verheilt. Die Kanüle, mit der der Chip in den Muskel gebracht wird, hat einen Durchmesser von ca. 3 Millimeter. Eine Impfspritze hingegen hat einen Durchmesser von weniger als 1 Millimeter. Da passt so ein Chip (2x12 mm) gar nicht durch! Vielleicht würde ein µ-chip (0,05x0,05mm) durchpassen. Aber solche RFID-Chips haben keine eigene Stromquelle und können nur in 30 cm Entfernung ausgelesen werden. Mehr nicht.

Aber das überschreitet wohl den Horizont mancher Mitmenschen. Gibt es ein besseres Argument, in Zukunft wieder mehr in Bildung zu investieren, liebe Regierung?


Updates

Standard.at (23.11.2020): Vergleich mit Sophie Scholl: Massive Empörung über Rednerin auf Corona-Demo

Ach ja, und Geschichtsunterricht... Der ist auch wichtig!

Thema: News
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Donnerstag, 22. Oktober 2020 19:10

Paywalls

Ich bin ja der Meingung, dass man selbstverständlich für guten Journalismus (oder den man für einen solchen hält) auch etwas bezahlen sollte. Schließlich haben sich die Zeitungen auch früher nicht allein durch ihre Werbung finanziert, was auch gut so ist, denn sonst wäre man ja von den Geldgebern abhängig. Und auch Journalisten wollen und sollten angemessen bezahlt werden. Aber die Abo-Modelle der meisten Online-Medien sind für mich einfach zu teuer. Da ich ziemlich querbeet lese, käme ich wohl auf mehrere hundert Euro im Monat, würde ich für alle Zeitungen, die ich so streife, jeweils Abos abschließen. Und irgendwie liegt meine Schmerzgrenze da auch bei 10 Euro im Monat.

Derzeit bezahle ich folgende Online-Medien:

  • Heise+ - 9,95 Euro/Monat
  • Correctiv.org - 10,- Euro/Monat - die haben den Cum-Ex-Skandal aufgedeckt!
  • Tagesspiegel Checkpoint-Newsletter - 5,- Euro/Monat (bzw. 60,- Euro/Jahr)
  • The Guardian - 2,- Euro/Monat - die haben Edward Snowden nach der Aufdeckung des NSA-Skandals in Hong Kong getroffen
  • New York Times - 2,- Euro/Monat
  • Süddeutsche - 9,99 Euro/Monat - werde ich aber wieder kündigen, wenn das Angebot endet und es dann 14,99 Euro/Monat kosten soll

Ich wäre auch gerne bereit, noch weitere Medien finanziell zu unterstützen, aber entweder in Einmalzahlungen oder anderen Modellen unter 10 Euro pro Monat. Ich sehe das so: Auch früher war ich selten Abokunde, sondern habe mir mal die Zeitschrift, mal die Zeitung am Kiosk geholt, die mich gerade interessierte. Aber solche Kunden werden von den Abomodellen der Online-Medien überhaupt nicht bedient. Ich würde gerne hin und wieder für einzelne Artikel so zwei bis drei Euro bezahlen. Auch in Umfragen wurde danach irgendwie nie gefragt und man kann auch selten Freitext eingeben. Also habe ich letzt mal das Experiment gestartet und den Aboservice vom Spiegel angeschrieben, um mein Problem zu schildern.

Darauf kam die nette Antwort, dass es zwar beim Spiegel nicht direkt die Möglichkeit gibt, einzelne Artikel zu kaufen, aber ich wurde auf eine andere Möglichkeit hingewiesen. Beim Blendle-Kiosk habe ich die Möglichkeit, ein Guthaben aufzuladen und für wenig Geld bei vielen unterschiedlichen Zeitungen einzelne Artikel zu lesen, die sonst hinter der Paywall verschwinden. Kein Abo, kein monatlicher Mindestbetrag und nur ein Account!

Ich habe das jetzt mal mit meinem Startguthaben getestet. Für das Interview "Zahlenblindheit ist gefährlich, auch für die Demokratie" mit dem Stochastikprofessor Norbert Henze habe ich bei Blendle nach dem Stichwort "Zahlenblindheit" gesucht und den Artikel dann für 49 Cent freischalten können. Ich habe nur den Eindruck, dass man hier nur etwas ältere Artikel findet, dass diese also nicht sofort verfügbar sind, wenn sie veröffentlicht wurden. Ansonsten funktioniert das super!

Thema: News
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Donnerstag, 8. Oktober 2020 20:15

Fake-News

Gestern ging es im WildMics Ferngespräch um das Thema "Fake-News". Das ist zur Zeit ja ein heißes Thema. Nana Walzer war neu dabei. Anfangs gab es ein paar Probleme, weil der Ton nicht so gut war, und Nana hat auch unheimlich schnell gesprochen. Ich bin älter und schwerhörig (habe einen angeborenen Hörfehler), so dass mir das schon ziemlich schwer fiel, ihr zu folgen. Das besserte sich dann aber nach entsprechenden Kommentaren im Chat. Ich liebe diese Interaktion.

Tommy hat auch ein tolles Live-Experiment gestartet, indem er selbst Fake-News als News von RT Deutsch auf Twitter postete und beobachtete, wie sich das verbreitete und welche Kommentare nach sich zog. Wirklich erstaunlich. Wer nicht weiß, was RT Deutsch ist, der sollte mal schauen, warum dort reihenweise Journalisten weggelaufen sind. Da weißte bescheid!

Diese "alternativen" Medien (genauso alternativ übrigens wie die komische Partei Ah-Ef-De) agieren immer nach dem gleichen Schema:

  • Sie diskreditieren die Mainstreammedien (MSM/"Lügenpresse") und Regierungen als grundsätzlich unglaubwürdig, um die Menschen von gewissen Informationsquellen abzubringen.
  • Sie sagen, man solle selbst denken. Und teilen einem auch gleich mit, was man denn so denken soll.
  • Und wenn man nicht aufpasst, ist man schon in die Filterblase hineingesogen und wird zum Aluhutträger, Impfgegner, Kolloidales Silber-Käufer, hirngewaschenen "Querdenker", der gar nicht mehr merkt, in was für einen Sumpf von gequirrlter Sch**ße er da steckt.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob das Thema in dieser Sendung wirklich allumfassend behandelt wurde. Zu oft wurde abgewichen, es gab nicht wirklich eine rote Linie. Vielleicht kann das Team um Tommy das Thema nochmal aufgreifen, vielleicht mit mehr rotem Faden?

Ein wichtiger Punkt war auf jeden Fall, dass man nicht alles einfach glauben soll, was man so liest und dann unreflektiert teilt. Ein kurzer Faktencheck und vieles kann widerlegt werden. Hilfreiche Anlaufstellen sind hier:

Herrlich fand ich aber, wie Tommy Dump-Trump imitiert hat, indem er mit geschürzten Lippen "Fake-Njus, Fake-Njus, this is Fake-Njus" sagte und dabei die Hände bewegte, als würde er Ziehharmonika spielen. Herrlich!

Themen: Tommy Krappweis | Computer und Internet | News
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Montag, 5. Oktober 2020 17:01

Gute Besserung, Mister Trump!

Ich wünsche Mr Trump auf diesem Wege gute Besserung.

Möge er die Krankheit gut überstehen und besser verstehen, dass es wichtig ist, eine gute Gesundheitsversorgung zu haben.

Möge er etwas Demut lernen, dass ihn so ein winziges, unsichtbares Virus in die Knie zwingt.

Möge er ein besserer Mensch werden.


Updates

War wohl nix...

Thema: News
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Montag, 13. Juli 2020 21:17

Berufswahl

Bestimmte Berufsgruppen ziehen immer auch bestimmte Menschentypen an. IT-, Mathematik- und Physik-Berufe werden wohl eher von nerdigen Menschen ausgeübt. Altruisten gehen in Pflegeberufe oder zur Feuerwehr und nehmen sogar eine unangemessene Bezahlung in Kauf. In die Politik gehen Menschen, die nach Macht streben. In die Führungsetagen der Wirtschaft kommt noch das Streben nach Geld und Statussymbolen hinzu. Und wer gar keine Ahnung hat, was er machen soll, studiert BWL oder wird Einzelhandelskaufmann.

Die Kirche schien sehr attraktiv für Menschen zu sein, die von der "Was nicht sein darf, das nicht sein kann"-unter-den-Teppich-kehr-Mentalität profitierten. Das wirft ein schlechtes Licht auf diejenigen, die mit ihrer kirchlichen Arbeit wirklich Gutes bewirken woll(t)en.

So ist es für mich kein Wunder, dass Berufe, in denen Gewalt gegen Menschen ausgeübt werden darf oder gar das Tragen von Schusswaffen inklusive ist, auch attraktiv für Rechtsextreme und Hooligans ist. In letzter Zeit ist hier die Polizei und die Bundeswehr in die Presse geraten, doch dies gilt ebenso für Sicherheitsfirmen. Und auch beim Verfassungsschutz kommt das vor.

Wundern tut mich das nicht. Ich habe aber auch keine Idee, wie man dem begegnen könnte, wie man hier aufräumen und diese Berufe attraktiver für gemäßigtere Menschen machen könnte.

Aber wenn ich mir den Fall Amri, NSU und dergleichen anschaue, beschleicht mich das Gefühl, dass es hier einen ziemlichen Sumpf gibt, der noch viel weitreichender ist, als es auf den ersten Blick scheint. Dass rechtes Gedankengut sehr verbreitet und geradezu "salonfähig" ist, während linke als Gutmenschen verhöhnt werden. Dass die Justiz auf dem rechten Auge blind ist. Darin sehe ich eine große Gefahr für unsere Demokratie.


Linkliste und Updates

ZDF (Video 11 Minuten) Frontal21 (12.05.2020): Munition für rechts außen - Tag X

Statista: Anzahl der politisch motivierten Straftaten mit rechts- und linksextremistischem Hintergrund in Deutschland nach Art des Delikts im Jahr 2019



Updates Polizei

Deutschlandfunk (20.12.2019): Rechtsextremismus bei der Polizei - Zu viele Einzelfälle

Süddeutsche (27.04.2020): 67 Polizisten in Bayern vom Dienst suspendiert

Heise (22.05.2020): Uniter-Netzwerk: Missbrauch von Polizei-Datenbanken befürchtet

WDR (25.05.2020): Polizei entdeckt deutlich mehr Rechtsextreme in eigenen Reihen

RBB24 (05.06.2020): Berliner Polizist soll AfD-Chatgruppe mit Dienstgeheimnissen versorgt haben

Süddeutsche (10.06.2020): Hessens Polizei kommt nicht zur Ruhe

Tagesschau (11.06.2020): Regierung untersucht Rassismus bei Polizei

ntv (08.07.2020): Nächster Dämpfer für Seehofer: Merkel will über Rassismus-Studie beraten - strukturelles Rassismus-Problem?

Zeit (10.07.2020): Sonderermittler soll rechtsextreme Strukturen in der hessischen Polizei aufdecken

Frankfurter Rundschau (11.07.2020): Rechtsextremismus bei der Polizei: Im Schutz des Schweigekartells

SWR (13.07.2020): Stuttgarter Krawall-Nacht: Angebliche "Stammbaumforschung" löst Debatte aus

Zeit (07.08.2020): Hunderte Rechtsextremismus-Verdachtsfälle unter Polizisten

Tagesspiegel (14.08.2020): LKA-Staatsschützer riefen Daten späterer Opfer rechter Morddrohung ab

Frankfurter Rundschau (18.08.2020): Tritte in Sachsenhausen: "Die benehmen sich nicht wie Staatsdiener, sondern wie Hooligans" - Ein Kommentar zur Polizeigewalt in Frankfurt

Redaktionsnetzwerk Deutschland (14.09.2020): Kündigung nach Nazi-Sprüchen: Polizeianwärter siegt vor Gericht und wird weiter ausgebildet

Heise (16.09.2020): Rechtsextreme Chatgruppen: 29 Polizisten unter Verdacht (NRW)

Süddeutsche (04.10.2020): Dutzende Verdachtsfälle bei der Bundespolizei

Tagesspiegel (19.10.2020): Trotz Seehofers Widerstand - Scholz kündigt Studie des Bundes zu Rassismus bei der Polizei an

Heise (22.10.2020): Gericht: Angeblich rechtsextremer Polizei-Chat war Hitler-Parodie


Updates Bundeswehr

NDR Panorama (05.03.2020): Bundeswehr: Rechtsextreme bleiben, Whistleblower muss gehen - 15-20% rechtsextreme Soldaten?

Neue Zürcher Zeitung (14.06.2020): Rechtsradikale Soldaten bei der Bundeswehr: das KSK im Kampf mit sich selbst

Zeit (15.06.2020): Rechtsextremismus im KSK: Ein Haltungsproblem

ntv (10.07.2020): Daten von Politikern gefunden: Rechtsextremer Reservist hortet Waffen

Tagesspiegel (17.07.2020): Truppentherapie bei der Bundeswehr: Wie das KSK mit der Demokratie versöhnt werden soll

NachDenkSeiten (20.07.2020): KSK: interne Ermittlungen, d.h. Soldaten ermitteln gegen Soldaten, keine Staatswanwaltschaft ermittelt, 58 Kilogramm Sprengstoff immer noch verschwunden

netzpolitik.org (23.07.2020): Instagram: Social-Media-Leiter der Bundeswehr gefallen rechtsradikale Postings

Tagesspiegel (07.08.2020): Erstmals seit 13 Jahren: Studie zu Gesinnung von Bundeswehrsoldaten

Süddeutsche (14.08.2020): Das schwarze Jahr des KSK

Bundeswehr: Wo sind unsere Waffen? - Bei Rückgabe bis 31.10.2020 Straffreiheit zugesichert...


Updates Verfassungsschutz

Tagesschau (07.11.2019): Verfassungsschutz suspendiert Mitarbeiter

Telepolis (08.05.2020): Im schriftlichen Urteil zum NSU-Prozess kommt das Wort "Verfassungsschutz" nicht vor

Telepolis (23.05.2020): Aber bitte nicht wieder jubeln, wenn der Verfassungsschutz gegen Rechte vorgeht

Süddeutsche (11.06.2020): Verfassungsschutz hat Probleme bei Extremismus-Check im öffentlichen Dienst


Updates Sicherheitsfirmen

Telepolis (19.02.2013): Rechter Traumjob: Wachschutz


Updates Justiz und Staatsanwaltschaft

Spiegel (01.05.2020): Der Rechtsstaat hat die Opfer des NSU-Terrors im Stich gelassen

Telepolis (14.06.2020): Der Lübcke-Prozess in Frankfurt

Tagesspiegel (07.07.2020): Justizministerium verweigert Sonderermittlern Gespräche mit Staatsanwaltschaft - Fall Oury Jalloh, der 2005 bei einem Brand in einer Polizeizelle ums Leben gekommen ist

Tagesspiegel (07.07.2020): Staatsanwaltschaft sieht keine Handhabe gegen rechten Hetzer Attila Hildmann

FAZ (06.08.2020): Oberstaatsanwalt im Verdacht: War der Korruptionsjäger selbst korrupt?

ntv (06.08.2020): Skandal um Berliner Staatsanwalt: "Keine Sorge, ich bin selbst AfD-Wähler"


Updates Sonstige staatliche Stellen

Tagesspiegel (12.09.2020): Eine Rechtsextremistin wird in Brandenburg als Stadtplanerin angestellt

Spiegel (19.10.2020): Staatsschützer wegen Strafvereitelung und Verwendung von Nazisymbolen verurteilt

Thema: News
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Sonntag, 5. Juli 2020 21:33

Plastikmüll

Bei uns im Müllhäuschen gibt es nur Bio-, Papier- und Restmüll. Den Plastikmüll sollen wir gesondert sammeln und zu den Wertstoffinseln bringen. Den gelben Sack gibt es in München nicht, da dort anscheinend zu viel Restmüll drin landet. Wir haben in der Woche etwa einen großen Sack voll Plastikmüll. Ich muss zugeben, dass ich auch nicht sonderlich darauf achte, ob es nicht andere Alternativen für die Verpackung gibt. In letzter Zeit habe ich gekochte und gefärbte Eier im Pappkarton gefunden. Und es gibt Bio-Sahne und Weihenstephaner Joghurt, die in einem dünnwandigigen Plastikbecher mit Pappummantelung verkauft werden. Für loses Obst habe ich die mehrfach verwendbaren Beutelchen gekauft, aber da ich die Tüten früher immer für die Kosmetikeimer verwendet habe, ist das ein Nullsummenspiel, da ich hierfür nun extra Kosmetikeimertüten kaufe.

Recycling lohnt sich finanziell nicht, da Erdöl immer noch zu billig ist. Ich müsste also gezielt Lebensmittel kaufen, die in recyceltem Kunststoff verpackt sind, wobei hier aber nur etwa 30% sinnvoll sind wegen der Verfärbung, laut (umstrittener) deutscher Umwelthilfe. Bei Basic hatte ich Verpackungen für Käse mit 57% Recyclat gesehen. Und das Mischkonzept von Adelholzener, die im Nahbereich ihr Wasser in Mehrwegfalschen vertreibt und je weiter weg die Einzelhändler vom Abfüllort sind, in Einwegflaschen, da sich da der Rücktransport umwelttechnisch nicht mehr lohnt, finde ich auch gut. Obwohl Mehrweg grundsätzlich besser wäre als Einweg. Ich und ein Sohn trinken mittlerweile aber vorwiegend Leitungswasser.

Plastik ist mittlerweile überall, natürlich im Meer, aber auch im Regen und in der Luft. Microplastik in Kosmetik-Produkten sollte grundsätzlich verboten werden, weil das vollkommen überflüssig ist, aber man sollte auch daran denken, dass Mikroplastik entsteht, wenn man Kunstfasertextilien wäscht.

Deutsche wurde von meinem Englisch-Dozent als "The big rubbish collectors" bezeichnet. Die Mülltrennung scheint aber nur für das gute Gewissen zu sorgen, man hätte etwas getan. Offizielle Recycling-Quoten dürfen auch gerne angezweifelt werden, da der exportierte Plastikmüll als recycelt gilt, selbst wenn er in den Zielländern dann auch nur verbrannt oder ins Meer gekippt wird, weil es dort kaum Nachweise oder Kontrollen gibt. China, Malaysia und Indonesien schicken den Müll mittlerweile postwendend zurück nach Deutschland, auch wenn dort traurigerweise viele Menschen durch die Müllberge ihren Lebensunterhalt verdienen. Mal sehen, wann Afrika uns den Müll wieder zurückschicken wird.

Man könnte natürlich Produkte aus recyceltem Material kaufen. Ich habe zum Beispiel zwei Klappboxen für Wäsche, die schön stabil sind und sich nur durch ihr langweiliges Grau von den anderen Klappboxen unterscheiden. Ich habe auch mal gelesen, dass man aus TetraPaks Möbel herstellen kann, dass man aus ihnen so eine Art Pressspanplatte machen kann, finde dazu aber nichts, außer dass TetraPak schwer recycelbar ist. Es gibt auch Projekte, wo man aus Plastik, das aus dem Meer gefischt wurde, Produkte erwerben kann, z.B. The Honu Movement, Biofabrik WASTX Plastic und viele andere. Denn nur wenn die Menschen recycelte Produkte kaufen und bereit sind, hierfür etwas mehr Geld auszugeben, lohnt sich das auch.

Ich weiß nicht, ob Recyclingpapier umwelttechnisch sinnvoller ist. Aber zumindest kaufe ich seit Jahrzehnten nur noch recyceltes Toilettenpapier. Ich würde nie auf die Idee kommen, dafür normales Toilettenpapier zu benutzen, das zum Teil auch für die Abholzung in Südamerika verantwortlich ist. Weich und weiß muss es sein? Mein dreilagiges Toilettenpapier vom Aldi ist weich, und ob das jetzt weiß ist oder nur dunkelweißlich, das ist mir doch sowas von egal. Von mir aus könnte es auch noch chlorfrei gebleicht werden. Mittlerweile gibt es auch Küchenrollen und Kosmetiktücher aus Recyclingmaterial. In der Coronakrise, als anfangs das Toilettenpapier gehortet wurde, ist mir aufgefallen, dass das Recyclingpapier immer als letztes genommen wurde, also noch am ehesten verfügbar war. Ich begreife das nicht.

Aber zurück zum Plastikmüll. Es muss etwas passieren, damit die Müllberge verschwinden. Ich weiß nicht, ob es möglich ist, diese tatsächlich mit Bakterien, die entsprechende Enzyme bilden, Pilzen oder Raupen/Motten in den Griff zu bekommen. Vielleicht wäre auch schon viel geholfen, wenn es nicht so viele unterschiedliche Sorten gäbe, damit sie leichter recycelt werden könnten.

Wahrscheinlich funktioniert das aber nur über ein entsprechendes Verbot. Eine Lösung wäre wünschenswert, bevor wir am Plastikmüll ersticken.


Updates

Spiegel (15.07.2020): Abrieb von Autoreifen: Mikroplastik weht um die Welt

Süddeutsche (31.07.2020): Mülltrennung: In Deutschland herrscht Chaos in Tonnen

Telepolis (18.08.2020): Eintritt in die Verschmelzung von Plastik und Körper? - Plastikkontamination von Meeresfrüchten

Spektrum (19.08.2020): Mikroplastik: Rätsel um fehlenden Müll wohl gelöst

Heise (24.08.2020): Schwimmende Müllschlucker führen laut Studie nicht zu sauberen Meeren

Spektrum (24.08.2020): Unendlich wiederverwendbares Plastik

Sumikai (07.09.2020): Japan plant Karte über Plastikmüll im Meer zu erstellen

National Public Radio, Washington, D.C., USA (11.09.2020): How Big Oil Misled The Public Into Believing Plastic Would Be Recycled

Zeit (17.09.2020): Bundestag beschließt Verbot von Wegwerfartikeln aus Plastik

Tagesschau (19.09.2020): Nord- und Ostsee: Plastik wohin man schaut

CNN (08.10.2020): Canada will ban single-use plastic items by the end of next year

Spektrum (25.10.2020): Was passiert mit einer Plastikflasche?

Spiegel (27.10.2020): Rekordhoch: 227,5 Kilogramm Verpackungsmüll - pro Kopf in einem Jahr

Heise (27.10.2020): Studie zu Plastikmüll im Mittelmeer: 500 Frachtcontainer pro Tag

New York Times (27.10.2020): These Items in Your Home Are Harming America’s Sea Animals

Notpla: Essbarer Kunststoff aus Braunalgen

Thema: News
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Dienstag, 9. Juni 2020 20:08

Rassismus

Als ich als Jugendliche meine Oma in den Ferien in der DDR besuchte, hatte ich auch Kontakt zu den dortigen Jugendlichen. Ich war ziemlich entsetzt, als mir ein Junge stolz eine Gürtelschnalle mit einem H*kenkr**z und dem R**chsadl*r zeigte. Ich fragte mich, ob in der DDR in der Schule nicht Das Tagebuch der Anne Frank gelesen würde. Oder Klassenausflüge in ein KZ wie bei uns in Dachau unternommen würden. Aber wahrscheinlich fruchten solche Erziehungsversuche nie bei allen Schülern, dachte ich mir. Ich kannte auch den einen oder anderen Neon*zi im Westen und hielt halt Abstand.

Ich bin in Neuperlach großgeworden. Der Stadtteil hat einen hohen Anteil an Sozialwohnungen, weshalb aufgrund der wirtschaftlichen Benachteiligung von Ausländern eben auch viele von ihnen dort wohn(t)en. Es gab wohl auch Banden, aber davon habe ich persönlich nie etwas mitbekommen, auch dann nicht, wenn ich spät nachts heimkam. In meiner Klasse waren von Anfang an Türken, Griechen, Italiener, viele Kinder von sogenannten Gastarbeitern. Meine Jungs wuchsen auch in Neuperlach auf und die Mischung in ihrem Kindergarten/in ihren Schulen war sogar noch bunter.

Ich denke, ein Problem in der DDR war, dass die DDR-Vertragsarbeiter z.B. aus Vietnam oder Mosambik nicht wirklich unter der einheimischen Bevölkerung lebten. Sie lebten in ihren eigenen Stadtvierteln . Vietnamesen wurden abfällig "Fitschis" genannt. Wenn man Ausländer nur in der Theorie kennt, dann kann man leicht ein Feindbild aufbauen. Es ist kein Zufall, dass ich zu keinem der Jugendlichen von damals noch Kontakt habe.

Eine Theorie ist, dass der Frauenmangel (Lausitzer Rundschau) nach der Wende zu mehr Fremdenfeindlichkeit geführt haben könnte. In der Tat kenne ich sehr viele junge Frauen, die dem Osten den Rücken gekehrt haben, aber nur wenige Männer. Jedenfalls wird die Fremdenfeindlichkeit im Osten Deutschlands zu einem immer größeren Problem, auch wirtschaftlich. Aber so lange die aggressive Neon*ziszene kleingeredet wird und nicht wirklich etwas dagegen unternommen wird, um beispielsweise N*zi-Dörfer-Bildung zu unterbinden, sind die Wahlergebnisse der Ah-Ef-De wenig verwunderlich. Wo ist eigentlich das ganze Soli-Geld hingeflossen, dass es dort noch immer so trist aussieht?

Ich selbst glaube ja, dass ich kein Rassist bin. Schließlich bin ich mit Star Trek aufgewachsen und meine Jungs sind von einem ausländischen Vater. Im Zuge einer Diversity-Kampagne der Personalabteilung meiner Firma habe ich einmal den Selbsttest der Havard-Universität gemacht und war über das Ergebnis sehr erstaunt. Der sogenannte Unconcious Bias, also die unbewussten Vorurteile waren auch bei mir vorhanden. Letztendlich denke ich aber, dass das tatsächliche Handeln wichtiger ist, als das Unbewusste. Wegen meiner Söhne musste ich mich auch schon rechtfertigen, insbesondere weil der Ältere einen ausländischen Namen hat. Und es schmerzt mich, weil ich das Gefühl habe, dass er es bei seinen Bewerbungen tatsächlich schwerer zu haben schien als sein jüngerer Bruder, und ich das auch auf seinen ausländischen Namen zurückführe, nicht allein auf seine weniger guten Schulnoten. Man weiß es nicht...

Warum mache ich mir darüber Gedanken? Natürlich wegen dem Tod von George Floyd, der in den USA zu teils heftigen Ausschreitungen geführt hat. Zwar wurde die Sklaverei in den USA offiziell 1865 abgeschafft, im 19. Jahrhundert weltweit, dennoch musste Martin Luther King jr. 1963 noch immer von dem Traum der Gleichberechtigung sprechen, fast 100 Jahre später. Elvis Presley besingt die Benachteiligung der Schwarzen im Song "In the Ghetto" von 1969. Die Apartheid in Südafrika wurde erst mit Nelson Mandela 1994 abgeschafft, 1998 als Verbrechen gegen die Menschlichkeit definiert und trat erst 2002 völkerrechtlich in Kraft. Und auch heute noch werden Schwarze benachteiligt. Auch in Deutschland gibt es Benachteiligungen. Bewundernswert, wer da noch seinen Humor bewahren kann.

Leider sind jetzt Budget-Kürzungen für die Polizei in den USA im Gespräch. Ich halte das für den falschen Weg. Jetzt wird die Polizeibehörde in Minneapolis aufgelöst, da sie als nicht reformierbar gilt. Doch die Polizei soll nun komplett reformiert werden, vielleicht keine Cops mehr mit records of misconduct (Einträge im Führungszeugnis) eingestellt werden, wie in San Francisco? Ich hoffe, dass es nicht an der Finanzierung scheitert.

Aber es gibt Hoffnung. Allein in München nahmen 25.000 Menschen an einem Silent Protest teil. Acht Minuten und 46 Sekunden herrschte Stille. Das war die Dauer, die der Polizist auf dem Hals von George Floyd kniete, obwohl er immer wieder sagte: "I can't breathe!" Selbst in Dresden versammelten sich 4000 Menschen, in Leipzig immerhin noch 700. Und auch in den USA gibt es Bilder von friedlichen Demonstranten und solidarischen Polizisten, insbesondere #30 berührt mich zutiefst.

Heute wurde George Floyd beigesezt.


Updates USA

State of Minnesota (01.06.2020): 4ANPP, Methamphetamine, Fentanyl, Norfentanyl im Blut von George Floyd gefunden

Telepolis (19.06.2020): Probleme der Polizei in den USA - schlechte Ausbildung - mehr Schusswaffen in Privatbesitz als Einwohner

New York Times (29.06.2020): I can’t breathe. Three Words. 70 Cases.

Heise (17.07.2020): USA: Warum Videos die Polizeigewalt (noch) nicht stoppen


Updates Deutschland

Tagesspiegel (06.07.2020): Die Wutbürger von der B96 bei Bautzen (Sachsen)

Neue Zürcher Zeitung (31.07.2020): Migration darf kein Tabuthema sein – wer die Probleme verschweigt, verschlimmert sie

ntv (03.09.2020): Populismus verliert an Boden, aber Gefahr einer weiteren Radikalisierung am rechten Rand steigt

Themen: mein Job | Blick in die Vergangenheit | News | (B)engel
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Montag, 16. März 2020 21:40

Coronavirus - Den Schuss nicht gehört

Ich bin irgendwie entsetzt. Klopapier und Nudeln kaufen sie alle, aber trotz Schulschließung treffen sich die Leute mit ihren Kindern am Spielplatz und feiern Coronapartys. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Leute, wenn ihr auf das "Bitte, meidet Kontakte und wascht eure Hände" nicht hört, dann werden wir in ein paar Tagen den nächsten Schritt des Katastrophenplans zu spüren bekommen, nämlich die totale Ausgangssperre. Aber euch ist der Ernst der Lage wohl noch nicht bewusst. Wenn ihr so weiter macht, dann wird unser kaputtgespartes Gesundheitssystem völlig zusammenbrechen! Es gibt nicht genug Beatmungsgeräte für alle!

Mit den Viren ist es wie mit Radioaktivität. Hört, riecht, schmeckt man nicht, die Gefahr…

Themen: News | Corona
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Donnerstag, 7. Februar 2019 20:29

Bienen retten

Heute sind wir in der Mittagspause wie bei einem Klassenausflug zum Technischen Rathaus in der Friedenstraße 40 gefahren, um uns dort für das Volksbegehren Artenvielfalt einzutragen. Wir mussten übrigens nicht anstehen :) Es gehen sehr viele Mails und Whatsapp-Nachrichten rum, die die Leute verunsichern sollen. Zum Beispiel, dass man dann seine Pferde nur noch ein halbes Jahr auf die Koppel lassen darf oder dass man erst so späht mähen darf, dass den Unkräutern Tür und Tor geöffnet wird. Das stimmt so jedoch nicht. Es steht nicht im Gesetzentwurf, dass man Weiden nur ein halbes Jahr nutzen darf oder Bauern gezwungen sind, viel zu späht zu mähen. Jedenfalls habe ich mich dadurch nicht verunsichern lassen.

Sandra rettet Bienen

Anschließend waren wir im Guatemuc guatemaltekisch essen. Das war nicht nur ein nettes Ambiente, sondern auch verdammt lecker. Es hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Mexikanisch. Sehr zu empfehlen!

Thema: News
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Dienstag, 24. April 2018 19:57

Natur von 0 auf 100 in zwei Monaten

In diesem Jahr ist es mir besonders krass aufgefallen. Im Februar hatten wir noch -15°C, jetzt im April plötzlich 25°C. Das ist schon ziemlich krass. Der Klimawandel bringt wie angekündigt immer extremeres Wetter mit sich. Auch habe ich das Gefühl, dass es immer weniger Schnee gibt. Grundsätzlich bin ich natürlich etwas skeptisch bezüglich der persönlichen Erfahren, denn die reicht maximal ein Menschenleben zurück. Erinnert sich jemand noch an die Schneekatastrophe 1978? Nein? Ich auch nicht.

Auch die mehr oder weniger genauen Aufzeichungen reichen bis maximal 1850 zurück, was klimatisch gesehen ein Wimpernschlag ist. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Erwärmung ziemlich genau mit der Erdölförderung zusammenfällt. Und es ist ziemlich logisch, dass wir so seit Jahrzehnten kräftig einheizen. Aber insgesamt ist der CO2-Gehalt der Luft deutlich niedriger als vor 60 Millionen Jahren und dass die Polkappen vereist waren, ist jetzt auch nicht unbedingt immer gegeben gewesen.

Die Erde wird das schon überleben. Ich habe mich früher gefragt, was das Leben eigentlich für einen Sinn macht, wenn unsere Sonne doch sowieso irgendwann zu einem Roten Riesen wird. Aber das liegt noch ein paar Milliarden Jahre in der Zukunft. Früher dachte ich, dass nur Dinge einen Sinn ergeben, wenn sie unendlich währen, aber mittlerweile denke ich, dass Dinge auch temporär einen Sinn ergeben. Und dann fahre ich mal wieder zum Sperrmüll.

Aber wir Menschen mögen keine Veränderung, und Klimawandel schon gar nicht. Kein Schnee zum Skifahren? Bäh! Und wenn der Golfstrom ausfällt, dann wird es bei uns richtig ungemütlich. Beängstigend!

Umso mehr freue ich mich über die kleinen Dinge: Bienen, Hummeln und Distelfinken in unserem Garten z.B.. Und ich hoffe, dass uns auch wieder Taubenschwänzchen besuchen kommen.

Thema: News
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Samstag, 17. Januar 2015 18:47

Think Geek und Zoll

Ich hatte schon ein wenig Angst, bei Think Geek (USA) zu bestellen. Man kennt ja die Horror-Stories vom Zollamt und so.

Um so überraschter war ich, als meine Bestellung tatsächlich nach wenigen Tagen da war. Und noch ein paar Tage später flatterte eine Rechnung von DHL rein, dass ich Einfuhrumsatzsteuer bezahlten muss. Plus Kapitalbereitstellungsprovision von 10 Teuronen. Nun gut.

Aber ehrlich gesagt bezahle ich diesen Service gerne. Hat es mir doch den Gang zum Zollamt erspart. Einfach überweisen und fertig. Ob ich in Zukunft öfter mal etwas in den USA bestelle?

Ich bin zwar dafür, den Zoll abzuschaffen, aus ganz egoistischen Gründen, aber deswegen befürworte ich noch lange nicht den TTIP.

Was ich bestellt habe, kann ich euch leider erst nach Florians Geburtstag verraten ;-)

Zoll

Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | Fotografie | News
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Mittwoch, 17. April 2013 20:07

Filmtip: A Crude Awakening: The Oil Crash

Haben wir den Peak Oil schon erreicht? Was passiert, wenn wir uns weltweit um Öl und andere Rohstoffe bekriegen müssen? Was passiert, wenn es kein Öl mehr gibt? Wie teuer muss Benzin werden, damit die Menschen weniger Energie verbrauchen?

Der Film ist sieben Jahre alt, und trotzdem machen wir weiter, wie bisher. Die Menschheit wird ihren Lebensstandard nach unten korrigieren müssen, das wird sehr schmerzhaft werden, vor allen Dingen für die US-Amerikaner, aber auch für uns Europäer. Wir sind im höchsten Maße von Importen abhängig. Wir werden, um diese unbequeme Wahrheit möglichst weit in die Zukunft verschieben zu können, doch noch sämtliche Uran-Vorräte in Atomkraftwerken verbrauchen, wenn dies die Chinesen nicht schon vor uns tun. Doch auch das ist nur ein Aufschub, verhindern können wir den Crash nicht. Die Weltwirtschaftskrise könnte durchaus damit zusammenhängen, dass das Öl und damit die billige Energie langsam knapp wird. Und dass es in Zukunft weniger Flugzeuge geben wird, das wird auch angesprochen, aber was hab ich mir für Schelte anhören müssen, dass ich so unmodern bin, gegen die dritte Startbahn vom Münchner Flughafen zu stimmen. Aber flieg mal mit einem Segelflugzeug über den Atlantik, mit 600 Passagieren, haha...

Aber nicht nur die Energie, die wir verbrauchen, auch unsere Nahrung hängt mit dem Öl zusammen, die effizientere Produktion mit Hilfe von Maschinen, die Öl verbrauchen, die Plastik-Verpackungen aus Erdöl... Es gibt eine Korrelation zwischen dem weltweiten Ölverbrauch und dem Anstieg der Weltbevölkerung. Zufall? Oder wird mit dem Ende des Öls auch die Nahrung deutlich knapper und damit die Weltbevölkerung wieder schrumpfen müssen? Und wenn ja, wie?

Nein, keine schönen Aussichten. Diese werden in dem Film A Crude Awakening: The Oil Crash aber ungeschönt angesprochen. Und sie beängstigen...

Themen: News | Auto | Andreas Eschbach
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Dienstag, 4. Dezember 2012 20:08

Ich habe nichts gegen Zeitungssterben

Denn ich finde es nicht in Ordnung, wenn wertvolle Rohstoffe wie Papier in diesen Mengen verschwendet werden, bedruckt, verteilt, gelesen, weggeworfen. Ich fände es viel besser, wenn es nur noch Online-Ausgaben von Zeitungen gibt und diese dann über allgegenwärtigen Breitbandzugang überall auf Smartphones und Tablets gelesen werden können.

Ich bin aber auch dafür, dass Journalismus unabhängig sein muss, und dass eine gewisse Vielfalt für alle wichtig und gesund ist. Deshalb ist es auch im Interesse von uns Lesern, wenn Zeitungen nicht weiter fusionieren und in der Lage sind, guten Journalisten auch ein gutes Gehalt zu bezahlen. Deshalb wäre ich bereit, für einige Zeitungen im Netz auch einen Abopreis zu bezahlen, damit die Vielfalt und der gute Journalismus hier nicht ausstirbt.

Vielleicht sollten die Zeitungen einfach mehr Mut beweisen und ihre Inhalte eben nicht einfach nur kostenlos und werbefinanziert anbieten. Denn wenn das alle machen, dann bleibt dem uneinsichtigen Leser nur die Wahl zwischen zahlen und Schrott. Oder?

Thema: News
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Mittwoch, 29. August 2012 20:32

Fliegerbombe in München-Schwabing

Nein, ich habe nichts davon gehört. Messestadt ist zu weit weg von Schwabing. Dabei war das schon ein ordentlicher Bums (gefunden bei Chiefjudy):

Thema: News
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Dienstag, 7. August 2012 23:51

Gleichstellung von Lebenspartnerschaft und Ehe

Ganz ehrlich, ich würde die Steuerprivilegien nach einer Hochzeit einfach gänzlich abschaffen, denn heutzutage ist es nicht mehr so, dass dann gleich Kinder kommen. Und zu einer Familie gehören für mich immer noch Kinder, und nicht nur zwei Lebenspartner. Dann würden vielleicht auch nicht mehr so viele Leute am 31.12. heiraten...

Thema: News
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Freitag, 25. November 2005 20:44

Sie nannten mich Es - Dave Pelzer

Ich liebe Kinder und daher machen mich Nachrichten wie diese immer fix und fertig. Ich begreife nicht, wie man einem Kind soetwas antun kann. Außerdem lese ich gerade [Unser Amazonstore: ] Sie nannten mich Es - Dave Pelzer [/Amazonstore Ende], in dem ein betroffener Junge, der die jahrelange Mißhandlung überlebt hat. Mir wird einfach nur schlecht, wenn ich das alles lese. Ich habe mir schon den zweiten Band "Der verlorene Sohn" zugelegt. Das Thema beschäftigt mich sehr.

Ich fühle mich schon schlecht, wenn ich meine Kinder mal etwas zu laut angebrüllt habe. Aber einem Kind nichts zu essen zu geben oder in einem dunklen Raum einzusperren... Das begreife ich nicht. Und weshalb soetwas möglich ist und nicht das Umfeld irgendwie reagiert und alle Mittel und Hebel in Bewegung setzt, damit das Kind aus so einer Umgebung befreit wird, das begreife ich auch nicht. Jeder, der davon Kenntnis hatte und nicht gehandelt hat, ist selbst mitschuldig.

Themen: News | Bücher
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09.01.2012 13:04 Clicks: 134888

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