Mein Blog-Archiv

Thema: mein Senf/Corona

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Samstag, 17. Juli 2021 10:37

Einschussloch, Aufwachraum und Schwangerschaftstest

Florian hat schon einen eigenartigen Humor. Die Einstichstelle der Impfung nannte er "Einschussloch", den Raum, wo man noch 15 Minuten abwarten sollte, damit man weiß, dass man keine allergische Reaktion zeigt, nannte er "Aufwachraum" und heute früh haben wir als Vorbereitung auf ein Superspreader-Event eine Hochzeit einen Corona-Antigen-Schnelltest für zu Hause gemacht, den er seinen ersten "Schwangerschaftstest" nannte.

Themen: Meine Sonderanfertigung Florian | Corona
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Sonntag, 4. Juli 2021 20:54

Sandra schaut...

[Werbung - und nein, dafür bekomme ich kein Geld]


Twitch WildMics #Ferngespräch #068 - Corona Update Nr.06

Diesmal gab es wieder ein Corona-Update. Es gab wieder viele tolle Themen wie die Kinderimpfnichtempfehlung der STIKO, der unsägliche Reitschuster, die Delta-Variante, dass inzwischen der Zusammenhang zwischen Inzidenz und Krankenhauseinweisungen gebrochen ist, Gain-of-function, Ursprung aus dem Labor?, Luftfilter für Schulen, Kreuzimpfungen und EM mit Live-Publikum. Wieder sehr informativ und sehenswert!


Twitch Die CON SHOW - Behind the Con: Star-Gäste Part 2 - präsentiert von FedCon, MagicCon, CCON Stuttgart und Last Geek Tonight

In der CON SHOW haben Mel, Andrea und Rafael wieder tolle Einblicke in den Backstage der FedCon gegeben. Immer wieder interessant!


Twitch WildMics #AlleBekloppt #010

Und bei #AlleBekloppt wurde mal wieder bewiesen, dass alle normal sind.

Themen: Tommy Krappweis | Corona
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Montag, 7. Juni 2021 20:25

First come - first serve

Heute endete die Impf-Priorisierung. Aber natürlich bedeutet das nicht, dass nun sofort jeder geimpft werden kann. Insofern hat mich nicht überrascht, aber dennoch etwas frustriert, was heute passiert ist.

Kurz nach 13.00 Uhr kam die Mail, dass man sich auf einem Portal zu einer Impfung beim Betriebsarzt anmelden könne. Ich habe etwa 10 Minuten später die Mail gesehen und sofort auf den Link geklickt. Nach weiteren 10 Minuten sah es fast so aus, als hätte ich einen Termin für Donnerstag und den Zweittermin für den 22. Juli ergattert. Doch der Server war überlastet, es rödelte und rödelte. Nach weiteren 15 Minuten und drei "unknown error"-Meldungen später kam die Meldung "Slot ist überbucht".

Also startete ich von vorn. Diesmal rödelte der Browser eine halbe Ewigkeit, bis die Terminseite geladen war. Und diesmal mit der Meldung "Keine Slots für den gewählten Zeitraum vorhanden". Alle Termine waren binnen einer Stunde ausgebucht.

Themen: Corona | mein Job
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Samstag, 27. März 2021 19:29

Baugefühl Risikoeinschätzung

Wissenschaft und Statistiken geben unser Baugefühl normalerweise nicht wieder, sondern widersprechen dem eher. Beispiel Autoverkehr und Flugverkehr. Die meisten Menschen haben mehr Angst davor, sich in ein Flugzeug zu setzen, als in ein Auto. Dabei sprechen die Zahlen deutlich dagegegen. 2014 starben im weltweiten (!) Flugverkehr 970 Menschen, meist jedoch deutlich weniger jährlich. Dagegen sterben allein in Deutschland jedes Jahr zwischen 3.000 und 4.000 Menschen im Autoverkehr.

Oder die Sache mit den Atomkraftwerken. Laut Quarks starben wegen Tschernobyl insgesamt 48 Menschen bis 2006 und einer bei Fukushima (Minute 9:30-10:15). Die Langzeitfolgen durch Krebstote lassen sich eigentlich gar nicht beziffern. Die direkte Gefahr ist also eigentlich gar nicht so groß. Trotzdem stösst die Kernenergie bei Vielen auf Ablehnung. Bei mir größtenteils auch, weil das Problem der Endlagerung (Quarks-Video ab Minute 13:44) ziemlich unlösbar scheint. In Fukushima wurden und auch in anderen Kernkraftwerken werden die ausgebrannten Brennstäbe in Abklingbecken gelagert. Keine gute Idee!

Und dann darf man nicht vergessen, dass die Uranförderung ebenfalls Menschenleben kostet, im Erzgebirge damals ebenso wie weltweit. Das ist unmoralisch.

Und ebenfalls wird gerne vergessen, dass Uran ebenfalls ein endlicher Rohstoff ist. Wind, Sonne und Wasserzirkulation wird hingegen nicht ausgehen, bevor die Erde keinen Sauerstoff mehr hat, unsere Ozeane verdampft sind oder unsere Sonne zum roten Riesen wird. Da haben wir noch ein paar 100.000 Jahre Zeit, einen bewohnbaren Exoplaneten zu finden und zu besiedeln... Aber wer möchte, kann bereits jetzt aus der Atomkraft aussteigen.

Aber bleiben wir bei dem Bauchgefühl der Risikoeinschätzung. Ich vermute, dass viele deshalb weniger Angst vor dem Autofahren als vor dem Fliegen haben, ist die Illusion, dass man das Schicksal dann selbst in der Hand hat, weil man ja am Steuer sitzt, oder ein Mensch, den man kennt und dem man vertraut. Im Flugzeug legen wir unser Schicksal in die Hand fremder Piloten und Ingenieure. Wenn das Flugzeug abstürzt, dann haben wir keine Chance, irgendwie einzugreifen und sind ausgeliefert.

Ich glaube, dass es sich auch so ähnlich mit der verzerrten Risikoeinschätzung zwischen Covid-19 und der Impfung dagegen verhält. Vor Covid-19 können wir uns schützen, so die Illusion, wenn wir nur Maske tragen, Abstand halten, Hände waschen etc.. Aber wenn wir uns impfen lassen, dann übergeben wir die Kontrolle an die Wissenschaftler, die den Impfstoff entwickelt haben, die Zulassungsbehörden und dem Zufall, dass uns der extremst unwahrscheinliche Fall trifft, eine Sinusvenentrombose zu erleiden.

Aber wenn das passiert, dann haben wir uns dem ausgeliefert und sind "selbst schuld", weil wir durch die Impfung das Risiko herausgefordert haben, wohingegen es sich wie ein Schicksalsschlag anfühlt, wenn man an Covid-19 erkrankt.


Updates

Fefe (29.03.2021): Die EU-Kommission bastelt gerade an einer Ausrede dafür, Atomenergie fördern zu können.

Berliner Morgenpost (20.04.2021): Virologin Ciesek: Nebenwirkungen beim Impfen werden überschätzt

CNN (21.04.2021): These blood clot experts want you to get a Covid-19 vaccine. Here's why.

Tagesspiegel (21.04.2021): Von Abgeschlagenheit bis Thrombosen: Wie wahrscheinlich sind Impfreaktionen wirklich?

Zeit (25.04.2021): Nebenwirkungen von AstraZeneca: "Wir Menschen müssen lernen, mit Unsicherheit zu leben"

Spektrum (25.04.2021): Delta-Variante: Warum unter den Coronatoten anteilig immer mehr Geimpfte sind

Themen: News | Corona | Auto
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Samstag, 20. Februar 2021 17:01

Gain-of-function research

Derzeit wird gerade wieder heftig über den Ursprung von SARS-CoV-2 aus dem Labor debattiert, nachdem eine Ansammlung von Indizien - keine Beweise (!) veröffentlicht wurde.

Auch wenn es schon eigenartig ist, dass ein Virusforschungslabor in Wuhan nur etwa 17 km vom Wet Market entfernt ist, wo offiziell Patient Null herkommt, gibt es dennoch einige offene Fragen zum Ursprung von SARS-CoV-2, zu denen ich bisher noch keine befriedigende Antwort gelesen habe.

  1. Das Coronavirus RaTG13 entspricht ca. 96,2% dem SARS-CoV-2. Es wird vermutet, dass u.a. das Schuppentier (Pangolin) ein Zwischenwirt war. Ein Review dazu. Bei SARS-CoV (2003) war der Zwischenwirt Schleichkatzen und bei MERS-CoV (2012) Dromedare. - Was ist der letzte Zwischenwirt? Wird man das je feststellen können?
    Wie der Virus von den Fledermäusen in Yunnan nach Wuhan kam, weiß man. Die Forschungen daran wurden zum Teil auch von den USA finanziert.
  2. Wie kam eine frühe Variante von SARS-CoV-2 nach Italien, Spanien und Frankreich im Herbst 2019?
  3. In diesen Teilen Europas traten die ersten großen Infektionsherde auf. Gibt es da einen Zusammenhang?
  4. New York war die erste Großstadt, in der SARS-CoV-2 wütete. Im Herbst 2019 gab es dort eine Häufung von Lungenschäden und Todesfällen bei E-Zigaretten-Rauchern. Die Ursache ist jedoch weiterhin ungeklärt. Wurden hier eigentlich mal PCR-Tests gemacht?
  5. Warum herrscht in Europa und USA der ursprüngliche Virustyp A vor, während bei dem Ausbruch in Wuhan der spätere Virustyp B vorherrschte?
  6. Könnte SARS-CoV-2, vielleicht Typ A, u.a. durch die 2019 Military World Games in die Welt getragen worden sein?
  7. Gegen einen Laborunfall spricht meines Erachtens, dass sie der Virustyp A anscheinend bereits 2019 weltweit verbreitet hat und der Virustyp B erst im Dezember 2019 zum ersten, größeren Ausbruch führte. Woher kam der Virustyp A? Direkt aus den Fledermaushöhlen in Yunnan, wo er 2017 entdeckt wurde?

Ich kann mir gut vorstellen, dass auf diese Fragen nie Antworten gefunden werden. Das ist dann halt so. Aber wundern tue ich mich schon ein wenig. Jedenfalls möchte ich mich nicht festlegen, was ich denn jetzt glauben soll. Aber das ist okay. Manchmal erfährt man eben die Wahrheit nicht.

Es ist jedoch auffällig, das Virologen eher die natürliche Evolution für wahr halten, während Anhänger der Laborunfalltheorie eher fachfremd sind.

Allerdings mache ich mir schon Sorgen, was die Wissenschaft so alles treibt. Zum Beispiel frage ich mich, wieso immer noch Pockenviren in Laboren gelagert werden, offiziell in zwei Laboren, deren Standorte geheim sein sollen.

Oder wieso gibt es Gain-of-function researches, die Viren derart verändern, dass sie ansteckender und gefährlicher werden. Im Wuhan Institute of Virology (WIV) wurden derartige Forschungen an Coronaviren durchgeführt. Das Risiko ist bekannt und war eigentlich seit 2014 verboten, bis das Verbot Ende 2017 wieder aufgehoben wurde. Vielleicht wird das aber nochmal überdacht.

Es liegt in der Natur der Sache, dass es keine 100%ige Sicherheit gibt.


Updates

Spektrum (16.06.2021): Warum Wissenschaftler Laborviren ansteckender machen

Thema: Corona
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Mittwoch, 17. Februar 2021 17:01

Die dritte Welle

Wird es sie geben? Oder können die Impfungen sie bremsen und abmildern?


Update-Liste


Updates Die dritte Welle wird kommen

ntv (30.11.2020): Merkel warnt vor dritter Welle im Winter

Telepolis (14.01.2021): Portugal zieht die "Notbremse" in der dritten Corona-Welle

Spiegel (25.01.2021): Spanien: Leben und Leiden in der dritten Welle

Stern (25.01.2021): Intensivmediziner warnt vor dritter Welle

Tagesspiegel (16.02.2021): Helmholtz-Forscher Meyer-Hermann warnt: "Die Corona-Mutation übernimmt und leitet die dritte Welle ein"

Tagesschau (20.02.2021): Karl Lauterbach zu Corona-Mutanten: "Wir sind am Beginn der dritten Welle"

ntv (22.02.2021): Effizienter als ein Lockdown: Schnelltests könnten dritte Welle verhindern

Frankfurter Rundschau (26.02.2021): Pandemie endet bald – WHO verblüfft mit Aussagen

Tagesspiegel (27.02.2021): Simulationen zu besorgniserregenden Varianten: Am Scheideweg zur dritten Welle


Updates Die dritte Welle ist da

ntv (11.03.2021): RKI-Chef Wieler ist besorgt: "Dritte Welle hat begonnen"

Tagesschau (13.03.2021): RKI prognostiziert Inzidenz von 300 nach Ostern

Spiegel (22.03.2021): 3000 Betten belegt: Intensivstationen starten »auf sehr hohem Niveau« in die dritte Welle

Zeit (02.04.2021): Was uns mit der dritten Welle erwartet


Updates Die dritte Welle weltweit

Tagesschau (20.03.2021): Polen wird von dritter Welle überrollt

ntv (21.03.2021): Brasiliens dritte Welle erfasst Bolsonaro

Zeit (29.03.2021): Covid-19 in Polen: Die Katastrophe ist da

Dekoder (31.03.2021): Covid-19 in Russland: Augen zu und durch

Handelsblatt (13.04.2021): Von Indien über Thailand bis Japan: Die nächste Corona-Welle überrollt Asien

ntv (20.04.2021): Falsches Vakzin gewählt? Neue Welle erfasst Chile - trotz Impfungen

BBC (20.04.2021): Covid in Uttar Pradesh: Coronavirus overwhelms India's most populous state

CNN (23.04.2021): Images of New Delhi’s mass cremation sites illustrate the brutality of India’s second wave

Süddeutsche (23.04.2021): Covid-19 in Brasilien: Ohne Betäubung am Beatmungsgerät

Spiegel (24.04.2021): Deutschland übernimmt Patienten - Belgiens Intensivstationen sind am Limit

FAZ (27.04.2021): In Iran gibt es jetzt mehr Bestattungen als im Krieg

South China Morning Post (08.05.2021): Nepal’s record jump in cases signals impending crisis; Vietnam on high alert

The Guardian (22.05.2021): No 10 ‘tried to block’ data on spread of new Covid variant in English schools

CNN (23.05.2021): Mount Everest Covid outbreak has infected 100 people at base camp, says guide


Updates Deutschland will aber keinen Lockdown mehr / Pandemiemüdigkeit

Spiegel (04.03.2021): Corona-Beschlüsse: Gefühl schlägt Verstand

Süddeutsche (04.03.2021): Corona-Maßnahmen: Das sind die neuen Beschlüsse

Spiegel (05.03.2021): Der Druck aus der Nölerecke und wie die Regierung darauf reagiert hat

Tagesspiegel (10.03.2021): Bruch der Corona-Regeln nimmt zu: Wenn Verbote nur als Empfehlung wahrgenommen werden

ntv (11.03.2021): Epidemie-Lage in Deutschland: Alle Daten, alle Fakten zum Coronavirus

Tagesschau (23.03.2021): Bund-Länder-Beratungen: Harter Lockdown zu Ostern beschlossen

ntv (24.03.2021): Ergebnis der Mega-MPK gekippt: Merkel stoppt Oster-"Ruhetage"

Tagesspiegel (24.03.2021): Könnten Schnelltests die dritte Welle bremsen? Berliner Forscher warnen vor 2000er-Inzidenz im Mai

ntv (25.03.2021): Impfen und Testen reichen nicht: RKI hält Lockdown für alternativlos

Süddeutsche (26.03.2021): Die Politik versucht es ohne die Wissenschaft

Süddeutsche (12.04.2021): Im Wirrwarr der Regeln

Tagesspiegel (21.04.2021): Dritte Welle in Tübingen und Rostock: Die Corona-Modellprojekte stehen auf der Kippe


Updates Lage auf den Intensivstationen

BR24 (26.03.2021): Bayerische Intensivmediziner warnen vor Klinik-Engpässen

Tagesschau (01.04.2021): Intensivmediziner warnen - und ernten Kritik

RBB - 33 Minuten (14.04.2021): Folge 1: Charité Intensiv Station 43 - Sterben

Süddeutsche (15.04.2021): So ernst ist die Lage auf den Intensivstationen

Tagesspiegel (25.04.2021): Letzte Verteidigungslinie in der dritten Welle: Intensivpflegekräfte brauchen mehr als unseren Dank!

ntv (27.04.2021): Intensivstationen füllen sich: Warum jetzt mehr Jüngere schwer erkranken

mdr Wissen (12.05.2021): Krankenhaus-Studie: Mehr Klinik-Personal führt zu schnellerer Genesung und sinkenden Kosten

Tagesschau (22.05.2021): Intensivmediziner Stefan Kluge: Warum die Zahl der Corona-Toten kaum sinkt

Tagesschau (06.06.2021): Sinkende Inzidenz, weniger Intensivpatienten


Updates Triage

Süddeutsche (27.03.2021): Triage: Auf die Krankenhäuser rollt eine Katastrophe zu

Süddeutsche (10.04.2021): Vorsitzende des Weltärztebundes Montgomery prophezeit Triage-Anwendung


Updates Die dritte Welle ist gebrochen

Tagesschau (07.05.2021): "Dritte Welle scheint gebrochen"

BR24 (15.05.2021): RKI: Inzidenz bleibt unter 100 - dritte Corona-Welle flacht ab

Thema: Corona
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Samstag, 13. Februar 2021 17:01

The Dance

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

The Dance bedeutet schlicht, dass wir mit dem Virus irgendwie leben müssen. Es könnte tatsächlich zu einer dritten Welle kommen, auch wegen der ansteckenderen Mutationen. Und Impfungen werden regelmäßig angepasst und aufgefrischt werden müssen. Es wird eine Dauerwelle. Ein Marathon, kein Sprint. Und es wird nicht die letzte Pandemie gewesen sein.

Natürlich ist das alles nicht so prickelnd. Aber es wird trotzdem irgendwann vorbei sein. Es wird nicht so sein wie vorher, aber es wird eine neue Normalität einkehren. In mancher Hinsicht besser, in mancher Hinsicht vielleicht auch schlechter. Für ersteres werde ich dankbar sein, gegen letzters werde ich angehen.

Das habe ich mir anders vorgestellt.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Süddeutsche (13.02.2021): Das Virus ist gekommen, um zu bleiben

ntv (16.06.2021): Corona vor der chronischen Phase

Thema: Corona
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Donnerstag, 11. Februar 2021 17:01

Wettlauf Mutationen und Impfungen

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Anfangs wurde der Regierung vorgeworfen, der Bevölkerung Angst zu machen, damit sie sich an nicht-pharmazeutische Maßnahmen zur Eindämmung des neuen Coronavirus hält. Vielleicht ist es das einzige Mittel, dem Otto Normalverbraucher zu vermitteln, dass eine Pandemie eben ernstzunehmen ist. Ich ertrage teilweise die Kommentare in den Sozialen Medien nicht mehr. Wenn ein Herr zu dem Interview mit dem Bioinformatiker Rolf Apweiler zu den Mutationen schreibt "Ich verstehe diesen Mann nicht..." und "Ist denn 1+1 nicht mehr 2?", dann ist das symbolisch für die breite Masse, die weder die Dynamik der Pandemie begreift, noch wie man aus den Daten die daraus resultierenden Zukunftsszenarien extrapolieren kann.

Ich hatte das mal versucht zu erklären, indem ich kommentierte: "Wenn man auf der Autobahn fährt und im Radio vor einem Stau gewarnt wird, schaut man doch auch nicht aus dem Seitenfenster und fragt: "Stau? Welcher Stau?"". Als Antwort bekam ich, dass ich "lächerlich" sei. Ich habe keine Zeit und Energie dafür, bei den Kommentatoren das nachzuholen, was in deren Schulzeit versäumt wurde. Einzig bei Impfskeptikern poste ich gerne Folgendes:

Dr. Martin Moder (Molekularbiologe) klärt über Langzeitfolgen und mRNA-Impftoff in seinem Projekt M.E.G.A. (Make Europe G'scheit Again) auf. Zugegeben, das Vorschaubild sieht nicht seriös aus, aber seine Videos sind klasse!
https://www.youtube.com/watch?v=Aov3qGYv7ls&feature=youtu.be

Damit habe ich, denke ich, schon ein paar Menschen die Angst vor einer Corona-Impfung nehmen können. Denn wer aufgeklärt ist, hat weniger Angst. Ich persönlich habe keine Angst vor der Impfung und werde sie mir sofort verpassen lassen, sobald ich die Chance dazu habe. Die normalen Nebenwirkungen einer Impfung wie muskelkaterähnliche Schmerzen an der Einstichstelle und leicht erhöhte Temperatur in den ersten 1-2 Tagen werden mich davon nicht abhalten, die hatte ich zuletzt auch bei der Grippe- und der letzten FSME-Impfung. Außerdem habe ich auch in der Vergangenheit alle Impfungen immer gut vertragen. Bei Menschen mit Allergien und wirklich schlechten Erfahrungen bei vergangenen Impfungen verstehe ich allerdings, wenn sie sich nicht impfen lassen wollen.

maiLab hat hierzu auch heute ein fantastisches Video mit 7 kritischen Fragen veröffentlicht. Darin geht sie auf typische Fragen ein, weshalb das so schnell ging mit der Impfstoffentwicklung, ob der mRNA-Impfstoff das Erbgut verändert, zu Nebenwirkungen und Langzeitfolgen, Mutationen und mehr Freiheiten für Geimpfte. Bezüglich des Themas Unfruchtbarkeit verwies sie einfach nur auf das entsprechende Video von Martin Moder :)

Was mir etwas Sorgen bereitet, ist der nun gestartete Wettlauf von Mutationen und Impfungen. Bisher weiß man leider nur, dass die neuen Virusmutanten ansteckender sind, sich dadurch schneller verbreiten und den "Wildtyp" (so nannte es Sandra Ciesek) nach und nach verdrängen. Der Spiegel hat das hier sehr anschaulich erklärt, nur leider ist diese wichtige Information mal wieder hinter einer Paywall versteckt und der Artikel ist auch nicht beim Blendle Kiosk verfügbar. Campact hat aber auf Facebook eine ähnliche Grafik veröffentlicht. Was das RKI dazu schreibt, ist für die meisten Menschen doch nur unverständliches Blabla. Aufgabe der Journaille wäre es eigentlich, hier die Bevölkerung zu informieren, dann würde sie besser verstehen, weshalb es derzeit leider keine gute Idee ist, über Lockerungen ernsthaft nachzudenken - aus rein virologisch-pandemischer Sicht. Dass die Coronahilfen nicht fruchten und den wirtschaftlichen Schaden nicht annähernd auffangen, und dass viele Maßnahmen als ungerecht empfunden werden, soll in diesem Beitrag nicht das Thema sein.

In dem Altenheim in Belm (Landkreis Osnabrück) haben sich 14 geimpfte Bewohner trotz Impfung infiziert. Bei ihnen wurden bisher nur asymptomatische oder leichte Verläufe festgestellt. Das könnte darauf hinweisen, dass die Impfung zwar vor der Krankheit, nicht jedoch prinzipiell gegen die Infektion/Übertragung wirkt. Das ist der Unterschied zwischen einer klinischen (symptomarm) und sterilen (nicht ansteckend) Immunität. Auch für Otto Normalverbraucher nicht ganz leicht zu verstehen, schätze ich. Jedenfalls sehe ich hier keinen Grund zur Beunruhigung.

Prinzipiell mutieren Coronaviren langsamer als Influenzaviren. Daher kann ich mir vorstellen, dass es empfehlenswert ist, sich in Zukunft zwar regelmäßig, aber vielleicht nicht jährlich gegen Corona impfen zu lassen. Außerdem können die Impfstoffe in der Regel innerhalb weniger Wochen/Monate an neue Mutationen angepasst werden. Das ist kein Hexenwerk, das ist Routine in der modernen Medizin.

Außerdem wurde bereits mehrfach die Erwartung geäußert, dass SARS-CoV-2 zwar ansteckender, aber harmloser werden wird, so wie die vier anderen endemischen Coronaviren, die allesamt nur leichte Erkältungen verursachen. Dass die britische, südafrikanische und brasilianische Mutation ansteckender ist, wissen wir bereits. Aber ob sie auch schon bereits etwas harmloser geworden ist, wird sich erst noch herausstellen.

Der Wettlauf zwischen Impfungen und Mutationen hat also begonnen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Zeit (10.02.2021): Flexibel

New York Times (13.02.2021): U.K. Virus Variant Is Probably Deadlier, Scientists Say

Guardian (13.02.2021): AstraZeneca says vaccine against new Covid variants may take six months

Tagesspiegel (29.03.2021): Die Angst vor der Supermutante: Was, wenn kein Impfstoff mehr wirkt?

Youtube MEGA Make Europe G'scheit Again mit Martin Moder 15 Minuten (29.03.2021): Werden die Mutanten alles ruinieren? - Impfstoffe, Fluchtviren und T-Zellen als Hoffnungsträger, gegen "natürliche" Durchseuchung

Spiegel (30.03.2021): Warnung vor vierter Coronawelle in den USA: "Uns droht Unheil"

ntv (21.04.2021): Ein Unsicherheitsfaktor bleibt: Ist die Pandemie in Israel bereits vorbei? - Variante infizierte Geimpfte häufiger

Tagesschau (24.04.2021): Einreisen aus Indien werden gestoppt (ich glaube, zu spät)

CNN (15.05.2021): The Seychelles is 60% vaccinated, but still infections are rising. That's not as bad as it sounds

Quarks (01.06.2021): Wie gefährlich sind die neuen Mutationen?

Heise (02.06.2021): 5 Gründe, warum Corona-Varianten Grund zur Vorsicht, aber nicht zur Panik sind

Spiegel (19.06.2021): Coronadesaster in Afrika: Das passiert, wenn die Delta-Variante auf eine ungeimpfte Bevölkerung trifft

Heise (21.06.2021): Delta-Variante von Corona: mRNA wirksamer als AstraZeneca

Süddeutsche (24.06.2021): Ärzteverbände fordern mehr Tempo bei Impfungen wegen Delta-Variante

ntv (01.07.2021): Impfschutz gegen Delta-Variante: Was bedeuten 90 Prozent Wirksamkeit?

Süddeutsche (02.07.2021): Delta-Variante: Doppelt geimpft und trotzdem gestorben - "70 % aller Verkehrstoten war angeschnallt" - kein Grund zur Panik

Tagesspiegel (06.07.2021): Mit Ausbreitung der Delta-Variante: Israel meldet sinkende Wirksamkeit von Corona-Impfschutz auf 64%

Spektrum (06.07.2021): Biontech-Impfstoff schützt womöglich schlechter vor Delta als gedacht - 93% Schutz vor schweren Verläufen - dritter Boost?

Thema: Corona
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Mittwoch, 3. Februar 2021 19:44

Politikversagen

Wenn man sich die Anstalt anschaut, wird man über das Verkacken Politikversagen umfassend aufgeklärt. Über die staatliche Finanzierung der Impfstoffentwicklung und die Privatisierung der daraus resultierenden Gewinne, über die Milliarden, die das Gesundheitsministerium für Masken ausgegeben hat, statt für Impfdosen (was um ein Vielfaches günstiger gewesen wäre, als der wirtschaftliche Schaden, der nun angerichtet wird), über die schleppende Digitalisierung in den Ämtern, über den verschlafenen Sommer... Aber Deutschland war ja ach so ein leuchtendes Vorbild, da konnte man sich so schön drauf ausruhen.

Aber machen wir uns nix vor. In der Pandemiesituation sind irgendwie alle Länder vollkommen überfordert und agieren chaotisch und hilflos. Und da, wo es gut läuft, habe ich den Verdacht, dass die einfach das Glück haben, Inseln zu sein (Neuseeland, Taiwan), eine geringe Bevölkerungsdichte zu haben (Neuseeland 17,5/km², Kanada 4/km², Norwegen 14/km², z.T. auch Schweden 23/km², nicht Taiwan 650/km², nicht England 430/km²) oder eine junge Bevölkerung, die eben nicht so leicht an Covid-19 stirbt (Afrika 18, Europa/USA/Russland dagegen ca. 40-45). Und nein, China ist kein Vorbild.

Ich denke, man hätte oft auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können. Z.B. Taxigutscheine für vulnerable Risikogruppen ausgeben, da hätte die Taxibranche und die Risikogruppen etwas davon gehabt. Oder Hotels für Quarantäne bereitstellen oder für Obdachlose. Da hätten die Hotels und die in Quarantäne geschickten etwas davon gehabt, die die Quarantäne oft nicht einhalten konnten, weil man ja was zu Essen besorgen muss. Wenigstens hat man Clubs zu Test- und Messen zu Impfzentren umfunktioniert.

Eigentlich gehört der neoliberalen Politkaste mal gehörig in den Ar*** getreten. Und wir sollten auch mal darüber nachdenken, ob wir uns die Superreichen nicht mal vorknöpfen sollten. Die Wiedereinführung der Vermögensteuer wäre da ein guter Anfang. Nachdem Frau Wagenknecht jetzt Kolumnistin beim Foc*s ist, habe ich das Gefühl, dass bei ihr die neoliberale Gehirnwäsche auch so langsam fruchtet. Aber wir hätten da noch Fabio de Masi, der sich im Wirecard-Skandal gegen das System stemmt.

Aber man traut sich ja bei den Linken gar nicht so recht sein Kreuzchen zu hinterlassen, weil die Nachfolgepartei der SED ja aus der BRD eine DDR machen möchte oder so ein Quatsch. Ich denke aber, dass mehr Gewicht auf der linken Seite in den Parlamenten uns allen sehr gut täte und mit Sicherheit eine bessere Alternative wäre.

Aber die Schlafschafe protestieren ja lieber gegen die Maskenpflicht...


Updates

Capital (22.02.2021): Bund zahlte 2020 fast 80 Mio. Euro für Corona-Beratung

Tagesspiegel (22.02.2021): Politik im Lockdwon: Eine Verschwörung namens Inkompetenz

Süddeutsche (18.05.2021): Taiwan: Virus überfällt Inselstaat

Thema: Corona
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Montag, 18. Januar 2021 19:13

Der Weg aus der Pandemie mit Impfungen (Medizin)

Nun sind diverse Impfstoffe fertig und werden verteilt. Aus diesem Grund habe ich mal den Blogeintrag zur Entwicklung eines Impfoffes aufteilt und sammel hier die Links zu Impfung allgemein und was nach der Entwicklungszeit so alles passiert.


Updates


Updates Impfung allgemein

Wikipedia: Wirksamkeit von Impfstoffen = Relative Risikoreduktion

NaLI (Nationale Leknungsgruppe Impfen): Impfstoffentwicklung und -zulassung

Deutschlandfunk (28.07.2015): Gefährliche Viren - Impfungen mit Schlupfloch

Berlin.de (08.02.2017): Keuchhusten: Infektion ist trotz Impfung möglich

Spektrum der Wissenschaft (24.04.2019): Wie rottet man eine Krankheit aus?

National Geographic (13.09.2019): Die Welt vor Impfstoffen darf nicht vergessen werden

Spiegel (02.06.2020): Impfgeschichte: Die Kaiserin und die Pocken

Spektrum der Wissenschaft (08.06.2020): Acht Möglichkeiten der Impfstoffentwicklung:

  • virusbasierte Vazkzine mit abgeschwächtem Virus
  • virusbasierte Vazkzine mit inaktivem Virus
  • Impfstoffe aus viralen Vektoren, die sich in den Zellen vermehren
  • Impfstoffe aus nicht-vermehrungsfähigen viralen Vektoren
  • Impfstoffe auf der Basis von Nukleinsäuren ¤uren (DNA)
  • Impfstoffe auf der Basis von Nukleinsäuren (RNA)
  • Proteinbasierte Impfstoffe mit Protein-Untereinheiten
  • Proteinbasierte Impfstoffe mit virusähnlichen Partikeln

Tagesspiegel (18.05.2020): Vom Zufallsfund zum Impfstoff-Kandidaten, wie der mögliche RNA-Impfstoff entdeckt wurde, und welche Vorteile er hätte

Quarks (19.06.2020): Darum sollten wir nicht auf einen Impfstoff warten

mdr Wissen (19.06.2020): Mumps-Masern-Rötel-Impfung trainiert das Immunystem

Reisemedizinpraxis (03.07.2020): Impfstoffpreise

ntv (17.09.2020): Impfung macht immuner als Krankheit

Unicef (06.11.2020): Sofortige Massnahmen gegen bevorstehende Masern- und Polio-Epidemien erforderlich, da wegen Corona weltweit Impfprogramme unterbrochen sind

Wikipedia (Stand 23.11.2020): Infektionsverstärkende Antikörper und Immunpathogenese bilden eine mögliche Gefahr bei der Entwicklung von Impfstoffen.

Spektrum (25.11.2020): Mediziner Hartmut Hengel im Interview: "Impfstoffe mÜssen maximal sicher sein"

Capital (02.12.2020): Wie man die Wirksamkeit der Impfstoffe richtig einordnet

New York Times (27.12.2020): Vaccine Memories of Another Time and Place - polio

Spektrum (28.01.2021): Warum Viren gegen Impfstoffe nicht resistent werden

Spiegel (08.02.2021): So wird der mRNA-Impfstoff produziert

Süddeutsche (27.02.2021): Die große Angst vorm kleinen Piks - Spritzenangst / Trypanophobie

Spektrum (09.04.2021): Warum von manchen Impfstoffen eine zweite Dosis nötig ist

Bild der Wissenschaft (07.05.2021): Optimierte Impfstoffproduktion: Durch ein neues Verfahren zur Inaktivierung von "Tot-Impfstoffen" lassen sich Vakzine schneller, umweltfreundlicher und effizienter herstellen als bisher.

Zeit (10.05.2021): Impfstoffherstellung: "Schnell in der Reinraumtechnik gibt es nicht"

Dea Vita (28.05.2021): Keuchhusten bei Erwachsenen in Europa ist trotz Impfung weit verbreitet - Pertussis und Diphtherie


Updates Impfreaktionen

Süddeutsche (21.07.2021): Keine Nebenwirkung, kein Impfschutz?


Updates Nebenwirkungen und Langzeitfolgen

Spektrum (15.12.2020): Geht das mit den Corona-Impfstoffen nicht viel zu schnell?

Youtube M.E.G.A. - 8 Minuten (20.12.2020): Corona Impfung Langzeitfolgen

Volksverpetzer (03.01.2021): Gutachterin für Impfstoffe klärt auf: Warum keine "Langzeitdaten" kein Problem sind

Telepolis (24.07.2021): Neue Erkenntnisse zur Sicherheit der Covid-19-Impfstoffe


Updates Grippe-Impfung (Influenza)

ntv (16.10.2020): Fakten zum Social-Media-Mythos: Eher Covid-19 nach einer Grippeimpfung?

Business Insider (29.10.2020): Eine vorläufige Studie zeigt, dass eine Grippeimpfung womöglich auch das Risiko einer Corona-Infektion senkt - und zwar zu 39% weniger

Spektrum (29.10.2020): Grippeimpfung könnte Coronavirus-Infektionen reduzieren

Correctiv (04.12.2020): Es gab keinen Impfstoff gegen die Spanische Grippe 1918 – daher konnte niemand an einer Impfung sterben

Ärzteblatt (04.02.2021): Grippeimpfstoff erzielt nach intranasaler Anwendung starke Immunität

Spektrum (25.03.2021): Leichtere Verläufe dank Grippeimpfung


Updates Tuberkulose-Impfung

Spiegel (02.05.2020): Der Trick mit einem Tuberkulose-Impfstoff (Niederlande)

Ärzteblatt (04.05.2020): Südafrika startet klinische Studie gegen COVID-19 mit Tuberkuloseimpfstoff BCG

CNN Health (10.07.2020): More evidence emerges that a TB vaccine might help fight coronavirus - Oxford und AstraZeneca (ChAdOx1), Sinovac, Sinopharm, Moderna und NIAID (mRNA-1273), BioNTech, Fosun Pharma und Pfizer (BNT162b1), Janssen (Belgien, Ad26.COV2.S), Gamaleya-Institut (Gam-COVID-Vac), CanSino Biologics (Ad5-nCoV)


Updates Schweinegrippe-Impfung

Wikipedia: Schweinegrippe-Impfung

Ärzteblatt (02.07.2015): Grippeimpfung: Wie Pandemrix eine Narkolepsie auslöst

Spiegel (13.05.2016): Schweden entschädigt Narkolepsie-Patienten

Apotheke Adhoc (24.09.2018): Pandemrix: Höheres Impfrisiko schon vorher bekannt?


Updates Wirkung - Herdenimmunität - sterile Immunität - Auffrischung

Wall Street Journal (14.01.2021): Israel Vaccine Data Suggests Decrease in Covid-19 Infection Rate After First Dose - indicating a 33% decline

Spektrum (28.01.2021): Warum auch Geimpfte das Virus verbreiten könnten - sterile und mukosale Immunität, IgA und IgG

Tagesspiegel (02.02.2021): B117 wird gefährlicher: Forschungsteam weist verminderte Impfstoffwirkung nach

Heise (22.02.2021): Warum nicht nur der Westen Corona-Impfstoffe braucht, sondern die ganze Welt

Zeit (24.04.2021): Die Impfungen wirken bereits

MDR (15.05.2021): Keine Antikörper: Corona-Impfung bei 10% Immunkranken wirkungslos

Heise (17.05.2021): Spätestens 2022 wohl Auffrischimpfung nötig - Impfbereitschaft steigt

Tagesspiegel (18.05.2021): Kombination von Biontech und Astrazeneca soll hoch wirksam sein

Tagesschau (17.06.2021): Warum nicht alle Antikörper bilden


Updates Sonstiges

Mimikama (03.12.2020): Interpol warnt vor gefälschten Corona-Impfstoffen

Cell (04.12.2020): Pandemic Vaccines: How Are We Going to Be Better Prepared Next Time?

Heise (04.12.2020): Cyberattacken auf Lieferkette für Corona-Impfstoff entdeckt

Spektrum (08.12.2020): Das Dilemma der Notfallzulassungen

FAZ (11.12.2020): HIV-Fehlalarm: Australien muss Entwicklung der eigenen Impfung abbrechen - University of Queensland

Stern (13.12.2020): Russland entwickelt Corona-Impfstoff für Tiere

Spiegel (23.12.2020): "Lazarus-Gruppe" im Verdacht: Nordkorea soll Impfstoffhersteller gehackt haben

Spiegel (16.01.2021): Härtefall: Krebspatientin erstreitet schnellere Corona-Impfung

Mimikama (09.02.2021): Ermittlungen laufen: Labormediziner entwickelt Corona-Impfstoff auf eigene Faust

Zeit (12.02.2021): BioNTech und Bayern entwickeln Software zur Impfstoffverteilung

BBC (13.02.2021): France says just one jab needed for previously infected

Tagesschau (27.02.2021): Brasilien: Aufregung über "Wind-Impfungen"

Telepolis (05.03.2021): Der lange Weg zur Impfung - Erfahrungsbericht Impfzentrum München Messe

Süddeutsche (10.03.2021): Corona-Impfung für Genesene: Ein Piks ist genug

Gießener Allgemeine (17.03.2021): Corona-Impfung: Schmerzmittel-Einnahme könnte je nach Zeitpunkt riskant sein

New York Times (08.04.2021): Vaccinated Mothers Are Trying to Give Babies Antibodies via Breast Milk

Heise (26.05.2021): Unternehmen tüfteln an Corona-Impfstoffen der nächsten Generation

Thema: Corona
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Donnerstag, 14. Januar 2021 17:01

Insolvenzen

Mit der vorübergehenden Aufhebung der Pflicht zur Insolvenzanmeldung, die nun am 1. Januar 2021 endete, sollten die Folgen der Pandemie abgemildert werden. Dies galt nicht für Unternehmen, die bereits zahlungsunfähig waren. Das wäre ein erhebliches Risiko für Firmen gewesen, die mit solchen Firmen Geschäfte hätten machen wollen, da es eher unüblich ist, Leistung nur gegen Vorkasse zu erbringen. Ziel einer Insolvenz ist es meist auch, eine Sanierung durchzuführen, um das Unternehmen zu retten.

Hier hat sich auch einiges getan und das Insolvenzrecht wurde um das Sanierungsgesetz ergänzt, womit ein paar Lücken geschlossen wurden. Dies bietet eine Chance zur Unternehmensrettung für Unternehmen, die im Kern gesund sind, aber durch die Pandemie ins Straucheln geraten sind. Die Automobil-Industrie und die Luftfahrtbranche sehen darin auch einen Lichtblick für die Zukunft.


Updates

ntv (28.11.2020): Zehntausende Jobs in Gefahr: Pleitewelle überrollt die Taxibranche - Überbrückungshilfen greifen nicht ("gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht")

ntv (10.12.2020): Insolvenzwelle ab Januar erwartet

Heise (04.01.2021): Handel erwartet Pleitewelle bei längerem Lockdown - Brief an Merkel

ntv (10.01.2021): Sanierung ist das Ziel: Modekette Adler meldet Insolvenz an

Stern (18.01.2021): Süßwarenhändler Arko, Hussel und Eilles sind insolvent

Zeit (25.01.2021): DIHK-Umfrage: Zehntausende Unternehmen von Insolvenz bedroht

Süddeutsche (29.01.2021): Galeria Karstadt Kaufhof - Ermittlungen wegen Verdacht auf Insolvenzverschleppung

Tagesschau (05.03.2021): Deutsche Filialen schließen: Mister Minit sagt leise Servus

Telepolis (04.05.2021): Trend zur Ladenwohnung nach der Pleitewelle?

Süddeutsche (22.06.2021): Handel, Gastgewerbe, Freiberufler: So viele Pleiten wie seit Jahren nicht

Süddeutsche (18.07.2021): Alfons Schuhbeck meldet Insolvenz an



Wikipedia: Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (StaRUG)

Thema: Corona
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Sonntag, 10. Januar 2021 17:01

Der schwedische Sonderweg

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Anfangs machte der schwedische Sonderweg große Furore, weil es schien, als könne man SARS-CoV-2 einfach freien Lauf lassen, schnell eine Herdenimmunität erreichen und die Pandemie wäre gegessen. Ich habe von Anfang an angezweifelt, dass dieser Weg für alle Länder gleichermaßen als Vorbild dienen sollte, hauptsächlich weil die Bevölkerungsdichte in Schweden mit 23 Einwohnern pro km² sehr gering ist. Wenn man die rote Punkte der Johns Hopkins University beobachtete, konnte man sehr schnell feststellen, dass die Bevölkerungsdichte eine sehr große Rolle bei der Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus spielte. Zum Vergleich: New York City hat eine Bevölkerungsdichte von fast 11.000 Einwohnern pro km². Die Folgen sind bekannt.

Außerdem spielt das Durschnittsalter der Bevölkerung eine große Rolle bei der Sterblichkeitsrate, weshalb beispielsweise Länder wie Indien oder der gesamte afrikanische Kontinent vergleichsweise glimpflich davonkamen, was die Zahl der Toten anbelangt.

Ja, die Zahlen sind nicht akkurat, können sie auch nicht sein, da viele auch politisch geschönt werden wie in Russland oder gar Nordkorea, wo es offiziell überhaupt keine Coronafälle gegeben haben soll. Glaub ich nicht!

Fakt ist jedenfalls, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit, also die Zahl der Neuinfektionen pro Bevölkerung, sich mit Verzögerung direkt auf die Zahl der Toten auswirken wird. Wir kennen die Kapazitätsgrenze der jeweiligen Intensivstationen. Und wir wissen auch ganz genau, was passieren wird, wenn die Ausbreitungsgeschwindigkeit nicht entsprechend gebremst wird. Und wir wissen auch, dass die Patienten nicht nur einen Tag auf die Intensivstation müssen, sondern mitunter 18 bis 24 Tage. Das bedeutet, dass irgendwann Schicht im Schacht ist. Das kann man ausrechnen.

In einer freiheitlichen Gesellschaft ist ein absolut harter Lockdown wie in Wuhan/China nicht möglich und auch nicht begrüßenswert. Deshalb verstehe ich schon das Herumgeeiere und Abwägen und die Duftmarke, die die Landesfürsten überall setzen wollen. Dass auch Stimmen gehört werden, z.B. von Eltern, die wirklich verzweifelt sind, wenn sie ihre Kinder nicht in die Kita/die Schule schicken können, aber eigentlich arbeiten müssten, oder Selbständige, die einem Berufsverbot ausgesetzt sind. Die Stimmen werden durchaus erhört, aber die Lösungen sind chaotisch, unausgegoren, ungerecht und kommen nicht immer an. Das ist so in einer Demokratie und in einem föderalen System - in erster Linie kompliziert. Dennoch möchte ich nicht in China leben.

Den schwedischen Sonderweg habe ich über die letzten Monate nur beobachtet, da ich mir nicht anmaßen wollte, ihn gleich zu verurteilen. Aber auch nicht, ihn als einzig wahren Weg hochzupreisen. Im Grunde ist auch die Schweiz den gleichen Sonderweg gegangen, aus den gleichen Gründen, nämlich dass das Rechtssystem tiefgreifende Eingriffe in die Grundrechte nicht so leicht möglich macht. Die Bevölkerungsdichte der Schweiz ist übrigens 207 Einwohner pro km² und somit fast 10x dichter als in Schweden.

Zu was das führt, kann man in der Übersterblichkeit auf Euromomo.eu oder dem Schweizer Bundesamt für Statistik nachlesen. Die Schweiz hat mittlerweile die höchste Übersterblichkeitsrate in Europa. Bereits im November waren dort die Intensivbetten voll belegt. Wer also auf Freiheit und Freiwilligkeit setzt, erntet Tote.

Und Schweden? Die versuchen gerade, das Ruder herumzureißen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Wikipedia: COVID-19-Pandemie in Schweden

Spiegel (26.04.2020): Das Missverständnis vom schwedischen Sonderweg

Süddeutsche (12.05.2020): Tödlicher Sonderweg

ntv (06.06.2020): Epidemiologe Tegnell übt Selbstkritik

Volksverpetzer (16.06.2020): Der Hammer war besser: Schwedens Corona-Strategie endgültig widerlegt

ntv (28.06.2020): WHO muss Fehler eingestehen: Langfristig könnte Schweden richtig liegen

Zeit (27.10.2020): Anders Tegnell: "Herdenimmunität anzustreben ist ethisch nicht vertretbar"

Spektrum (10.11.2020): Herdenimmunität – Verheißung oder heiße Luft?

Telepolis (17.11.2020): Ende des schwedischen Sonderwegs?

ntv (04.12.2020): Sterberate auf US-Niveau: Schweden macht's noch schlechter als Deutschland

WSWS (15.12.2020): Schwedens Politik der "Herdenimmunität" führt zur Katastrophe

Quarks (21.12.2020): Wie sinnvoll ist der schwedische Sonderweg?

Telepolis (06.01.2021): Schwedens Sonderweg ist zu Ende

ntv (02.02.2021): Ein Lockdown ist das nicht: Schweden geht weiter einen Sonderweg

The Guardian (13.04.2021): Sweden has highest new Covid cases per person in Europe

ntv (14.04.2021): Fallzahlen steigen weiter an: Schweden hat höchste Inzidenz Europas

Tagesspiegel (17.05.2021): Inzidenz noch immer bei 290 - Schwedens Leidensweg aus der Corona-Pandemie

Thema: Corona
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Dienstag, 5. Januar 2021 17:01

Geordnete Gedanken - Corona-Pandemie 2020

  1. Corona-Jahresrückblick 2020 (03.01.2021)
  2. Von Covidioten und Zeugen Coronas (20.12.2020)
  3. Verlierer der Coronakrise (30.11.2020)
  4. Viren und UV-Licht und Ozon (12.11.2020)
  5. Chippen (04.11.2020)
  6. Lockdown nutzt doch nichts (03.11.2020)
  7. Vorbilder für das nächste Mal (01.11.2020)
  8. Zoonosen (14.10.2020)
  9. Kein Oktoberfest (19.09.2020)
  10. Ohne Verbote geht es nicht (14.09.2020)
  11. Desinfizieren für das gute Gefühl (10.09.2020)
  12. Corona, Promis und Politiker (07.09.2020)
  13. Die zweite Welle (03.09.2020)
  14. Großveranstaltungen zu Coronazeiten (23.08.2020)
  15. Hoffnung auf Mutation (21.08.2020)
  16. Leichenberge (17.08.2020)
  17. Systemrelevante Berufe (Liste) (08.08.2020)
  18. Herdenimmunität, Immunitätsausweis und Kreuzimmunität (02.08.2020)
  19. Proteste (26.07.2020)
  20. Kollateralschäden (19.07.2020)
  21. Nicht alles auf eine Karte setzen (den Impfstoff) (21.06.2020)
  22. Konjunkturpaket für Steuerberater (19.06.2020)
  23. Präventionsparadox (11.06.2020)
  24. Entwicklung eines Covid-19-Medikamentes (05.06.2020)
  25. Erwachen (02.06.2020)
  26. America First (28.05.2020)
  27. Covid-19: Symptome, Übertragung, Verlauf, Folgen (27.05.2020) - Reinfektionen (01.09.2020)
  28. Zur Öffnung der Restaurants (25.05.2020)
  29. Das regelt der Markt (24.05.2020)
  30. Mediale Aufmerksamkeit (21.05.2020)
  31. Homeoffice (18.05.2020)
  32. Die Ärmsten trifft es am Härtesten (17.05.2020)
  33. Adieu Urlaub (15.05.2020)
  34. Die USA und ihre Waffen (12.05.2020)
  35. Corona-Apps (11.05.2020)
  36. Wunschzettel - für eine positive Zukunft (10.05.2020)
  37. Gebundenes Kapital - kein schlechtes Gewissen haben, wenn man Hilfe vom Staat holt (09.05.2020)
  38. Föderalismus (07.05.2020)
  39. Corona-Tests (06.05.2020)
  40. Manipulation (05.05.2020)
  41. Es soll wieder alles so werden wie vorher - Die Zukunft mit Corona - gegen eine negative Zukunft (03.05.2020)
  42. Das Problem mit den Preprints (02.05.2020)
  43. Entwicklung eines Impfstoffes (01.05.2020)
  44. Coronakrise und Pferdesport (29.04.2020)
  45. Grundrechte (28.04.2020)
  46. Das Unbegreifliche (27.04.2020)
  47. Von Eltern und Kindern (26.04.2020)
  48. Auf der Suche nach einem Medikament (bereits vorhandene Medikamente) und andere Behandlungsmöglichkeiten (22.04.2020)
  49. Die etwas andere Ölkrise (21.04.2020)
  50. Ursprung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 (20.04.2020)
  51. Lobbyismus (19.04.2020)
  52. The Giving Pledge - Bill Gates, Warren Buffett, George Soros (18.04.2020)
  53. Gewinner der Coronakrise: Online-Handel (18.04.2020)
  54. Absolute Zahlen (17.04.2020)
  55. Digitalisierung (16.04.2020)
  56. Der Skandal um die Masken (12.04.2020)
  57. Systemrelevante Berufe: Kranken- und Altenpfleger (11.04.2020)
  58. Corona und Religion (08.04.2020)
  59. Entschleunigung (06.04.2020)
  60. Austeritätspolitik tötet (03.04.2020)
  61. Wirtschaft vs. Menschenleben (29.03.2020)
  62. Die Wahrheit (29.03.2020)
  63. Pandemie - Andreas Eschbach (27.03.2020)
  64. Warum der Abstand so wichtig ist (26.03.2020)
  65. Corona-Soforthilfen vom Staat (22.03.2020)
  66. Coronavirus - Den Schuss nicht gehört (16.03.2020)

Thema: Corona
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Sonntag, 3. Januar 2021 17:01

Corona-Jahresrückblick 2020

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Warnung, dieser Blogeintrag hat eine hohe Viruslast.

Scherz beiseite... Am 26. März 2020 hatte ich mir den ersten groben Überblick über die Pandemie verschafft, denn wer seinen Feind kennt, der hat keine Angst. Damals hatte ich die Ziele zusammengefasst, die die Menschheit erreichen muss, um die Pandemie einzudämmen:

Jetzt möchte ich nur resummieren, wo wir hier im Einzelnen stehen:


Corona-Tests

Mal abgesehen von den Schwurbelmythen, dass der PCR-Test nicht validiert sei, die Verwirrung um die falsch positiven und falsch negativen Ergebnisse, ob man nun infiziert oder infektiös ist, ob der Ct-Wert etwas die Viruslast aussagt etc. wird inzwischen doch recht umfangreich getestet (Bayern und weltweit). China fährt hier die Strategie, ausnahmslos alle zu testen, wenn es irgendwo einen Ausbruch gibt, und in westlichen Ländern läuft das eher freiwillig und chaotisch ab. Mittlerweile gibt es auch Schnelltests in begrenztem Umfang.


Vorhandene Medikamente

Insgesamt ist die Wirksamkeit vorhandener Medikamente eher enttäuschend. Aber das liegt wohl in der Natur der Sache, dass Viruserkrankungen generell eher schlecht behandelbar sind. Mit ihnen muss das Immunsystem meistens irgendwie alleine fertig werden. Aber immerhin gibt es einen regen Austausch der Erfahrungen zur Behandlung von Covid-19 (z.B. vom DIVI). Trotzdem ist es eine beängstigende Krankheit, die im schweren Verlauf zu erheblichen Langzeitfolgen führen kann und gerade bei älteren Patienten häufig zum Tod.


Kapazität von Krankenhäusern

Das ist wirklich eine paradoxe Situation. Planbare Operationen wurden verschoben, die Anzahl der Intensivbetten/Beatmungsgeräte deutlich erhöht, doch es fehlt schlicht an Personal. Dieser Missstand, der seit der Privatisierung der Krankenhäuser aufgebaut wurde, ließ sich natürlich nicht in einem Sommer beheben, denn die Ausbildung zur Krankenpflege dauert drei Jahre und war seit langem nicht sonderlich attraktiv. Wer Intensivpatienten betreuen kann, benötigt zudem eine Zusatzausbildung, die in der Regel zwei weitere Jahre dauert. Das stampft man auch nicht so ohne weiteres in einem Sommer aus dem Boden. Hinzu kommt das Abwerben von medizinischem Personal (insbesondere Osteuropa), was zu einem Mangel an Fachpersonal eben dort führt. Naja, Hauptsache wir...

Jedenfalls ist es nun so, dass wir zwar eine große Anzahl an Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit haben, aber zu wenig Personal, um diese auch nutzen zu können. Außerdem haben Kliniken in Gebieten, in denen zwar Kapazitäten zur Behandlung von Covid-19-Kranken vorgehalten werden, aber nur wenige solcher Patienten auch behandelt werden müssen, immer mehr finanzielle Probleme. Dagegen suchen andere Krankenhäuser händeringend nach Personal, und seien es nur Aushilfen, die das Pflegepersonal bei Arbeiten entlasten können, für die die Ausbildung als Pflegekraft nicht zwingend notwendig ist. So kam Ferdinand beispielsweise im Sommer zu seinem Job. Er hat im Harlachinger Krankenhaus Patiententransporte durchgeführt.

Einen Überblick über die Lage in den Krankenhäusern kann man sich beim DIVI verschaffen. Im weltweiten Vergleich steht Deutschland dennoch sehr gut da.


Beschaffung von Beatmungsgeräten etc.

Während das Kleinmaterial wie Masken, Gummihandschuhe und sonstige Schutzausrüstung relativ schnell zur Verfügung standen, gab es bei den Beatmungsgeräten ein ziemliches Chaos, was dazu führte, dass letztendlich zuviel bestellte Geräte verschenkt wurden. Aber es war schon erstaunlich zu beobachten, wie hier die Produktion angekurbelt wurde. Wenn damit aber anderen Ländern geholfen wurde, denke ich, dass es schon schlimmere Steuerverschwendungen gab und gibt.


Entwicklung eines Covid-19-Medikamentes

Bis auf die Antikörpertherapie, die man aus Blutserum Genesener extrahieren oder sogar künstlich herstellen kann, ist auch hier das Ergebnis ernüchternd. Aber auch bei den Antikörpern ist die Forschung noch nicht so weit, dass diese in großem Umfang angewendet werden könnte.


Entwicklung von Impfstoffen

Anders sieht es bei den Impfstoffen aus. Hier wurden enorme Summen investiert und Phase I und II teilweise parallel laufen gelassen, so dass die Entwicklungszeit enorm verkürzt werden konnte. Nur bei der entscheidenden Phase III wollte man sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen, US-Präsidentschaftswahl hin oder her. In der New York Times kann man sich hier einen hervorragenden Überblick verschaffen, der regelmäßig aktualisiert wird.

Nun da wir einige Impfstoffe haben und weitere in der Pipeline anstehen, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er weltweit produziert und verteilt werden kann. Zwar ist die Frage noch offen, wie lange er zu einer Immunität führt und ob auch gegen neue Mutationen ein Schutz besteht, aber hier bin ich recht zuversichtig.


Herdenimmunität

Eine Herdenimmunität kann durch eine Durchimpfung und/oder Durchseuchung erreicht werden. Eine Durchimpfung ist mit weniger Verlusten (Leben und Langzeitfolgen) erreichbar und deshalb in meinen Augen der humanere Weg, diese zu erreichen. Eine Durchseuchung ist nur dann anzuraten, wenn diese ausreichend langsam erfolgt, so dass die Gesundheitssysteme nicht überlastet werden.

Der schwedische Sonderweg hat uns leider gezeigt, dass ein Schutz der vulnerablen Gruppen in der Praxis nicht einfach ist. Einerseits ist es inhuman, Menschen in Altersheimen zu isolieren oder von Risikogruppen zu verlangen, sich aus dem öffentlichen Leben herauszuhalten. Andererseits ist ohne flächendeckende Schnelltests und Impfung der Risikogruppen ein Schutz sehr schwierig. Allerdings kann sich nun diese Situation mit der Strategie, Risikogruppen zuerst zu impfen und die jetzige Verfügbarkeit von Schnelltests allmählich ändern. Wenn der Schutz der vulnerablen Gruppen besser gewährt werden kann, ist eine Lockdownstrategie nicht mehr notwendig, da eine Durchseuchung der jüngeren Bevölkerung weniger risikoreich ist. Deshalb gibt es auch in Ländern mit niedrigerem Durchschnittsalter eine sehr viel geringere Sterblichkeitsrate. Da man nicht um jeden Preis jedes Leben retten kann, wäre das vermutlich vertretbar. Aber ich bin froh, dass ich diese Entscheidungen nicht treffen muss.

Man sieht also, dass wir auf dem Weg aus der Pandemie sind. 2021 wird auf jeden Fall besser und 2022 werden keine Lockdowns wegen SARS-CoV-2 mehr notwendig sein. Allerdings besteht immer noch die Möglichkeit, dass wieder Viren eine Pandemie auslösen können. Wie groß das Risiko allerdings ist, steht wohl in den Sternen.



Wirtschaft und andere Kollateralschäden

Es ist kein Geheimnis, dass ich die ganze Sache eher aus virologisch-epidemiologischer Sicht betrachte. Das mag daran liegen, dass ich seit über zwanzig Jahren in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehe und ich selten echte Existenzängste hatte. Außerdem war meine Mutter Krankenschwester und ich habe mich deshalb schon früh für alles Medizinische interessiert. Und ich durfte/musste dadurch die letzten Jahre die Privatisierung und den damit verbundenen Kostendruck im Gesundheitswesen aus der Nähe miterleben.

Dennoch sehe ich auch in meinen Freundes- und Bekanntenkreis die vielen negativen Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen. Leute, die sich in Schwurbelideologien verfangen haben, Menschen, die finanzielle Einbußen durch Kurzarbeit haben, Selbständige, die entweder gar nicht (z.B. Reitschulen, Künstler, Veranstalter) oder eingeschränkt (z.B. Restaurants) arbeiten dürfen und um ihr Überleben kämpfen. Ich habe von Psychologen gehört, wie die Situation gerade im Jugendamt aussieht. Von Singles, die sich gerade sehr, sehr einsam fühlen.

Die Glaskugeln der Ökonomen und Wirtschaftsweisen zeigen die gesamte Palette von "Wirtschaft wird sich bis Ende 2021 erholen" bis "werden noch Jahre an Insolvenzen und Rezession leiden". Ich persönlich schaue mir die Menschenmassen in den Skigebieten an und denke mir: Der Drang, sein Geld auszugeben, zu reisen, sich etwas zu gönnen, zu konsumieren, ist dermaßen überwältigend, dass sich die Wirtschaft eher früher als später erholen wird. Wie ein Wirtschaftswunder nach dem Krieg.

Und dann wächst die Wut auf die Superreichen, die zu den Gewinnlern der Coronakrise gehören. Inwiefern der Trend, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnet, nun wieder umgekehrt werden könnte, wird sich zeigen. Wünschenswert wäre es auf jeden Fall. Ob das nun mit einer neu eingeführten Vermögenssteuer, Sonderabgaben für Reiche, Schließen von Steuerschlupflöchern und/oder einer Form eines Grundeinkommens passiert, werden wir sehen.

Die Coronakrise hat aber noch viele andere Dinge sichtbar gemacht und gewisse Trends beschleunigt. Inwiefern wir den Schwung mitnehmen können für eine positive Zukunft, sei es bei der Bekämpfung des Klimawandels, der Beschleunigung der Digitalisierung oder einer nachhaltigeren (Regional-)Wirtschaft wird ebenfalls interessant zu beobachten sein.

Wir leben in spannenden Zeiten.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes

Thema: Corona
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Sonntag, 20. Dezember 2020 17:01

Von Covidioten und Zeugen Coronas

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Am 15. Dezember wurde in Wien das Goldene Brett vorm Kopf verliehen: für 2020 dem Mikrobiologen (Bakteriologen, nicht Virologen) im Ruhestand, der einen Haufen Geld mit seinem Buch "Wie man sich die Zahlen schönrechnet", oder wie das hieß (müsst ihr nicht kaufen oder gar lesen), und für sein Lebenswerk Joker-KenHitradio, der sich gern in Rage redet und für sich beansprucht, die ganze Wahrheit zu kennen.

Deutschland scheint derzeit gespaltener denn je. Und zwar in Covidioten (der Begriff hat aber auch schon eine Evolution hinter sich) und Zeugen Coronas. Wenn ich lachende Smileys unter Zeitungsartikeln, die über Hunderte Covid-19-Tote oder Triage oder die verärgerten Smileys unter Berichten über Corona-Maßnahmen sehe, dann frage ich mich schon, in welcher Welt wir leben. Sorry, aber Corona zu verharmlosen oder die Gefährlichkeit nur anhand der Todesraten anzuerkennen, die den Covidioten zu niedrig sind, oder zu sagen, dass "eh nur die Alten sterben", ist dermaßen menschenverachtend, dass ich gar nicht so viel essen kann, wie ich k***en möchte. Ich setze auch gerne Lach-Smileys, aber eher unter solche Artikel: "Bundestag: AfD-Fraktion schrumpft auf 88 Sitze und verliert Ausschusssitz" - Hahaha! Das bekommt einen Doppelwitzig-Stempel!

Mein persönlicher Eindruck ist aber, dass es eine sehr laute Minderheit gibt und eine leider viel zu leise Mehrheit. Wieso sonst sollten Corona-Demos immer nur in einer Stadt stattfinden und die Teilnehmer aus der ganzen Republik angekarrt werden. Wahrscheinlich sähe so eine Demo mit wenigen hundert Teilnehmern in allen Städten nicht so beeindruckend aus... (Bei den Demos "Freiheit statt Angst" fanden die Demos zeitgleich in vielen Städten statt, und da ging es wirklich um Grundrechte!)

Der Appell an die Vernunft hat aber trotzdem nichts genutzt, weil die Leute sich anscheinend nicht genug an die AHA-L-Regeln halten. Wenn man eine Maske auf hat, wird der Abstand nicht mehr eingehalten. Beim Einkaufen habe ich ständig Leute gesehen, die die Maske unter der Nase tragen oder so ein untaugliches Plastikvisier. Das hat es dem unsichtbaren Virus leider zu leicht gemacht, so dass wir von der Wucht der zweiten Welle überrollt wurden.

Das sind so die Alltagscovidioten. Ich meine mit Covidiot auch nicht die Menschen, die im Altenheim einsam sind, weil sie keinen Besuch mehr bekommen dürfen. Oder Menschen, die wegen dem Berufsverbot unter entsätzlichen Existenzängsten leiden. Mir ist bewusst, dass nächstes Jahr eine Welle von Insolvenzen kommen wird und die Wirtschaft Jahre brauchen wird, um sich von dem Schaden zu erholen. Das sind alles Argumente, die absolut berechtigt sind und mir auch Angst machen.

Aber ich glaube, dass das Rumgeeiere unserer Regierung und der Landesfürsten der Wirtschaft mehr geschadet hat, als wenn wir gleich im Oktober wie von Wissenschaftlern empfohlen einen Wellenbrecher-Lockdown gemacht hätten. In einer Dauerwelle hätten wir vermutlich über den gesamten Winter mehrere solcher Mini-Lockdowns benötigt, doch am Ende wäre das vielleicht besser gewesen, als die steigenden Zahlen weiter anzustarren, wie das Kaninchen die Schlange, bis die ersten Intensivstationen Aufnahmestopp verhängten. Erst da wurde auch dem letzten Laschet klar, dass so das Ziel, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, nicht erreicht werden wird, und man rang sich dann doch dazu durch, für härtere Maßnahmen zu stimmen. Vielleicht war es auch Kalkül, wenn die Zahlen langsamer gestiegen wären, härtere Maßnahmen erst nach Weihnachten zu verhängen, weil es extrem unpopulär ist, die Leute vom Shoppen abzuhalten. Aber dann ging es doch schneller als erwartet. Naja, zumindest trat genau das ein, was Experten wie Dr. Drosten vorhergesagt haben. Aber man sucht sich ja aus, auf wen man hören möchte. Ich persönlich höre lieber auf Leute, die in ihren Vorhersagen öfter richtig lagen als falsch.

Querdenker

Das war mal ein positiv besetzter Begriff. Das war der Typ am Stammtisch, der sich die Parolen anhörte und dann seine Sichtweise mit den Worten "Ich sehe das anders..." darlegte. Inzwischen ist das eher ein Schimpfwort. Und es passt auch nicht, weil Querdenker denken nicht, schon gar nicht selbst. Das sind eher Quergläubige, die so denken, wie vorgeschrieben und sagen, sie würden selbst recherchieren. Aber nur in vertrauenswürdigen Quellen, also nicht den Mainstreammedien, die uns ja nur anlügen. Dass es genau anders herum ist, fällt den verblendeten Covidioten gar nicht mehr auf. In meinen Augen sind das alles Leute, denen die Welt zu kompliziert geworden ist, die vollkommen verblendet sind und die ganz sicher nicht auf der Suche nach der wirklichen Wahrheit sind.

Manche glauben, dass sie ihre Meinung gar nicht mehr äußern dürften. Das stimmt nicht, man darf sagen, was man denkt. Man darf nur nicht erwarten, dass man ausschließlich auf Zustimmung stößt. Denn die Meinungsfreiheit gilt auch für uns Zeugen Coronas. Aber wenn ich Ausführungen von Wissenschaftlern folge, dann erscheint mir das meistens logisch und nachvollziehbar. Und vor allen Dingen verlassen sich Wissenschaftler normalerweise nicht auf ihr trügerisches Bauchgefühl (Werbung), sondern auf Fakten. Und sie ändern ihre "Meinung", also ihre Sichtweise, sobald diese von Fakten umgeworfen wird. Das ist aber eine Fähigkeit, die Covidioten nicht zu besitzen scheinen.

Es läuft sehr viel schief. Deswegen ist es wichtig und richtig, zu protestieren und sich aufzuregen. Da werden Masken und Beatmungsgeräte massenhaft eingekauft, um sie dann zu verschenken, die jetzt wieder fehlen. Oder die Coronahilfen sind zwar gut gemeint, aber leider nicht wirklich gut gemacht. Oder auch außerhalb von Corona gibt es viel zu bemängeln.

Aber die Corona-Rebellen demonstrieren gegen Masken und sinnvollen Pandemie-Maßnahmen... Vielleicht will man ja auch, dass die sich an sowas aufreiben, damit sie nicht gegen die wirklichen Skandale in diesem Land protestieren. Was für Schlafschafe! *augenroll*

Wenn aber zu Gewalt aufgerufen wird, dann geht mir das entschieden zu weit. Dafür habe ich null Verständnis und finde es gut, dass diese Covidioten jetzt vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Selbst in Leipzig war man nicht mehr gewillt, sich auf der Nase herumtanzen zu lassen.

Ich weiß auch nicht, was besser gemacht hätte werden können. Am Beispiel Englands sieht man z.B., dass eine Insellage wie in Taiwan oder Neuseeland allein nicht ausreicht, um das Virus gut eindämmen zu können. Und ich bin froh, nicht in China zu leben, wo vielleicht meine Haustüre verbarrikadiert worden wäre. Aber manchmal komme ich mir wie ein Idiot vor, wenn ich gewissenhaft meine Maske trage, auf Abstand achte, meine Hände regelmäßig wasche, nur noch im Homeoffice, beim Pferd oder beim Einkaufen bin. Aber ich bin gerne ein Zeuge Coronas, denn ich denke, dass wir es nur so schaffen werden, eines Tages wieder normal leben zu können. Dafür nehme ich die kleinen Einschränkungen gerne in Kauf und bin dankbar, dass meine Kinder schon so groß sind und ich in einer glücklichen Partnerschaft lebe.

Impfgegner

Und dann gibt es da noch die Impfgegner. Impfungen sind eine der größten Errungenschaften der modernen Medizin, denn Prävention (also das Vermeiden von Leid) ist besser als Heilung. Aber da die Menschen hierzulande gar keine Ahnung mehr haben, wie schlimm die Krankheiten waren, was für eine Geißel der Menschheit, haben sie ihren Schrecken verloren. Hier kann man sich mal vor Augen führen, gegen was das RKI empfiehlt zu impfen:

  • Diphtherie: schlimme Mandelentzündung und andere Symptome, die zu Herz- und Nierenschäden und Hirnhautentzündung führen kann, bei Lungenentzündung auch zum Tod
  • Haemophilus influenzae b-Infektion (Hib B): fieberhafte Infektionen im Nasen- und Rachenraum, die zu Herzschäden, Hirnhautentzündung und Blutvergiftung führen kann, führt bei Kehldeckelentzündung oder Sepsis auch zum Tod
  • Masern: Fieber mit rotem Hautausschlag, der zu Lungenentzündung und Hirnhautentzündung (geistiger Behinderung) führen kann, das Immunsystem schwächt und auch zum Tod führen kann
  • Keuchhusten (Pertussis): Heftiger Husten, der zu Lungenentzündung und Hirnhautentzündung führen kann und zumeist bei Säuglingen zum Tod
  • Wundstarrkrampf (Tetanus): Bakterieninfektion von Wunden, die das Zentralnervensystem befällt und zu schmerzhaften Krämpfen, Herzschäden und zum Tod durch Ersticken führen kann
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis): kann zu schweren Deformierungen der Beine führen
  • Mumps: Schwellung der Ohrspeicheldrüse, die zu Hirnhautentzündung, Taubheit und bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen kann
  • Röteln: Hautausschlag, kann bei ungeborenen Kindern zu Herzfehlern, vermindertem Kopfumfang und anderen Missbildungen führen

Gegen all diese Krankheiten kann man sich impfen lassen und bleibt vor schlimmen Folgeschäden und Tod verschont. Demgegenüber steht das äußerst geringe Risiko von Impfschäden, wobei bleibende Schäden, Tod oder die umstrittene Narkolepsie nach Pandremix-Impfung (Schweinegrippe) äußerst selten sind. Ein geringes Risiko, das ich sehr gerne eingehe, da ich mich vor der Krankheit Covid-19 mehr fürchte als vor der Impfung. Grad bin ich nur noch im Selbstschutzmodus und gehe allen Menschen wo es geht aus dem Weg. Das werde ich auch noch sehr lange durchhalten können und glücklicherweise auch dürfen (fast 100% Homeoffice).

In meinem Umfeld habe ich von Fällen gehört, dass die Kinder mit Ohnmachtsanfällen während Fieberschüben, Schüben der vorhandenen Neurodermitis oder angeblich Entwicklungsverzögerungen haben. In diesen Fällen kann man überlegen, von Impfungen abzusehen, wobei ich bei Entwicklungsverzögerungen auch den Verdacht habe, dass es vielleicht Erziehungsverzögerungen der genervten Eltern sein könnten, die ihre Kinder vorm Fernseher oder der Spielekonsole parken. Dass durch Impfungen Autismus verursacht wird, ist längst widerlegt und die damalige Studie wurde zurückgezogen. Und Impfstoffe enthalten auch nicht per se Quecksilber.

In der DDR gab es eine Impfpflicht. Das ist in der BRD rechtlich nicht ohne Weiteres möglich. Das würde eher durch die Hintertür kommen, z.B. indem Kinder nicht in die Kita dürfen, wenn sie nicht geimpft sind, oder man nicht fliegen darf.

Dass wir keine Impfpflicht haben, ist ein Luxus. Es ist auch ein Luxus, dass wir uns kein Bild mehr in der Nachbarschaft von diesen schrecklichen Krankheiten machen müssen. Und ich habe kein Verständnis für die Covidioten, die hier Sturm laufen und der Pharmaindustrie und Impfungen grundsätzlich misstrauen. Ernsthaft? Unnatürlich? Ja, Medizin ist unnatürlich. Aber wollen wir der Natur wirklich freien Lauf lassen?

Ganz nach dem Motto: "An Guada überstahd's, um an Schlechten is ned schod!"

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

ÄrzteZeitung (18.12.2020): Ärztekammer Sachsen zeigt Ärztin wegen Volksverhetzung an

Netzpolitik (18.12.2020): Der geschäftige Herr Ballweg

Youtube ZDF Magazin Royale (18.12.2020): Der Corona-Unternehmer des Jahres

GWUP - Die Skeptiker (19.12.2020): "Goldener Vollpfosten" der heuteShow für Attila Hildmann – und Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft

GWUP - Die Skeptiker (20.12.2020): "Querdenken" auf Kinderfang

Volksverpetzer (21.12.2020): Querdenker lassen sich das Geld aus der Tasche ziehen - 150.000 Franken hat Samuel Eckert schon für eine Quatsch-Wette bei Paypal eingenommen

Spiegel (23.12.2020): Demonstration gegen Corona-Maßnahmen am 30. Dezember verboten

Spiegel (24.12.2020): Keine Großdemos mehr Ober-"Querdenker" Ballweg will monatelang pausieren

Da drängt sich mir doch die Frage auf, ob er genug Spendengelder gesammelt hat, um sich dieses Sabbatical leisten zu können.

Tagesschau (06.02.2021): Corona-Hasskriminalität: Politiker und Virologen bedroht

Tagesspiegel (06.05.2021): Medienanstalt Berlin-Brandenburg leitet Verfahren gegen KenFM ein

Telepolis (19.05.2021): Corona-Debatte: Trial and Error - und Stuss

Thema: Corona
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Montag, 30. November 2020 17:01

Verlierer der Coronakrise

Wegen der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht während der Coronakrise - nennen wir es für die betroffenen Branchen lieber Coronakatastrophe - werden viele wirtschaftlichen Kollateralschäden erst verzögert zum Vorschein kommen. Manche Geschäfte mögen sich aus eigener Kraft wieder derappeln, andere werden Insolvenz anmelden müssen. Allerdings ist eine Insolvenz nicht gleichbedeutend mit Abwicklung der Firma. Es besteht dann immer noch die Hoffnung, dass im Zuge des Insolvenzverfahrens eine Sanierung gelingt.

Hier möchte ich einfach nur Links aufführen von betroffenen Branchen und glaube, dass sich alle prinzipiell gesunden Unternehmen auch wieder erholen werden.


Updates

Süddeutsche (07.12.2020): Die Messe München baut massiv Stellen ab

Zeit (29.12.2020): Urlaub machen im Warenhaus: Überall im Land veröden die Innenstädte, Corona beschleunigt ihren Niedergang

ntv (02.01.2021): Tausenden Läden droht das Aus: Handel stellt sich auf lange Schließung ein

Süddeutsche (02.01.2021): Wirtschaftsminister Altmaier will Hilfsprogramm für die Innenstädte

FAZ (09.01.2021): Friseuren geht die Puste aus - Wo bleibt die "Sofort"-Hilfe? - zu bürokratisch und kompliziert

BR24 (11.01.2021): Click & Collect startet in Bayern: Das sind die Bedingungen - online bestellte Waren im Laden abholen

muenchen.de (11.01.2021): Bestellen und abholen: Click and Collect für Einzelhandel seit 11.1. in Bayern erlaubt

Utopia (19.01.2021): Wegen Corona: In Deutschland drohen 500 Millionen neue Kleidungsstücke vernichtet zu werden

Tagesspiegel (27.01.2021): Lockdown wirft Galeria Karstadt Kaufhof zurück in die Krise - Onlinehandel vernachlässigt

ntv (30.01.2021): "Licht an!" am Sonntag Aktion deutet auf Lage der Friseure hin

Tagesschau (31.01.2021): Unverkaufte Textilien: Spenden teurer als entsorgen - deutsches Steuerrecht

Spiegel (05.02.2021): Deutsche Industrie verzeichnet starken Auftragsrückgang

Süddeutsche (09.02.2021): Messe München streicht jede vierte Stelle

ntv (10.02.2021): Brauer schütten Bier für Millionen Euro weg

Heise (12.02.2021): Riesenleinwand für Gaming: Spieler mieten leere Kinos

Heise (24.02.2021): Geduld des Handels ist am Ende: Klagewelle gegen Lockdown rollt

Telepolis (08.06.2021): Frühling für Kinofans - falls getestet, geimpft oder genesen

Heise (30.06.2021): Zum ersten Juli – bundesweit öffnen die Kinos


Capitol Programmkino in Unterschleißheim: Virtueller Capitol Kino-Shop, um das Kino zu unterstützen

Thema: Corona
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Donnerstag, 12. November 2020 20:30

Viren und UV-Licht

UV-Licht im Kapf gegen Corona wurde häufig diskutiert. Letztendlich hatte ich von Anfang an die Rolle von natürlichem UV-Licht eher als gering eingeschätzt, schon allein deshalb, weil sich SARS-CoV-2 in warmen Ländern wie Italien und im Iran mit mehr Sonneneinstrahlung auch super ausbreiten konnte. Das allein konnte also nicht die Lösung sein.

Gleichwohl kann man mit UV-Licht aber Viren gezielt abtöten, sozusagen Desinfektion ohne Chemie.


Updates

Spektrum (16.04.2020): Was das Wetter für die Epidemie bedeutet

ntv (30.04.2020): Wärme und viel UV-Licht: Besiegt der Sommer das Coronavirus?

ntv (29.05.2020): Mehr Hygiene im Reiseverkehr: UV-Licht soll Viren an Bahnhöfen töten

Galileo.tv (11.08.2020): Mit Licht gegen Corona: Wo UV-Strahlung schon Keime und Viren vernichtet - inkl. Video (47 Minuten)

ÄrzteZeitung (09.11.2020): Mit UV-C-Licht und Ozon gegen Corona – bringt das etwas? - Podcast (15 Minuten)

Heise (18.11.2020): Signify und Edeka desinfizieren Supermarkt mit UV-Lampen

Heilpraxisnet (17.12.2020): COVID-19-Ausbreitung nimmt mit sinkenden UV-Werten zu

Heise (22.03.2021): Der Frühling und Corona: Wie saisonale Effekte auf das Virus wirken

Deutschlandfunk (10.04.2021): Weniger Corona-Tote in sonnigen Gebieten

Süddeutsche SZ+ (16.06.2021): Den Sommer mag das Virus nicht

Spektrum (17.06.2021): Der Sommer bremst die Pandemie stärker als gedacht



Universität Duisburg-Essen (01.09.2020): Mit UV-Licht gegen Corona - Link zur Studie: Susceptibility of SARS-CoV-2 to UV irradiation

Thema: Corona
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Dienstag, 3. November 2020 20:25

Lockdown nutzt doch nichts

Das wird gerne mal behauptet. Aber wenn man nach China schaut, da gab es in Wuhan den härtesten Lockdown der Welt und die haben das Virus jetzt im Griff und auch die Todeszahlen gehen kaum noch nach oben. Aber aufgrund unseres Grundgesetzes und unserer Verständnis für Menschenrechte ist das so ohne weiteres nicht durchführbar. Wir leben eben nicht in einer Diktatur.

Oft wird von Lockdown-Gegnern das Argument gebracht, dass der R-Wert bereits vor den Maßnahmen im Frühjahr bereits zurückgegangen wäre, sich das Virus also ganz von allein getrollt hat. Eine Erklärung hierfür war, dass bereits vor den Maßnahmen die Leute ihre Mobilität eingeschränkt hätten, was auch anhand von Gugl-Bewegungsdaten nachgewiesen wurde.

Ich mag die Art, wie Christian Drosten im NDR-Podcast die komplizierten, wissenschaftlichen Zusammenhänge versucht, einfach verständlich zu erklären. Aber weil er von den Medien zu oft aus dem Zusammenhang zitiert und ihm das Wort im Mund herumgedreht wurde, meidet er diese inzwischen - zu Recht. Um so erfreuter war ich, dass er einen tollen Vortrag beim Windthorst-Abend in Meppen gehalten hat. Dort greift er genau dieses falsche Argument der Lockdown-Gegner auf und erklärt es anhand der Positiv-Testrate (ca. Minute 24 bis 28), die sehr wohl erst nach den getroffenen Maßnahmen nach unten ging.

Lockdown bringt sehr wohl etwas! Also durchhalten!


Updates

Youtube Ranga Yogeshwar (22.04.2020): War der Lockdown umsonst?

Süddeutsche (17.01.2021): Zero Covid: Die Null als Ziel

Volksverpetzer (03.02.2021): Faktencheck: Wo Marlene Lufen Recht hat & wieso ihr Querdenker applaudieren

Spiegel (13.02.2021): Britische Corona-Variante: Melbourne will dritte Welle mit neuem Lockdown verhindern

Tagesspiegel (12.05.2021): Experten sind überzeugt – Corona-Pandemie hätte verhindert werden können

Heidelberg24 (02.06.2021): Corona-Lockdowns: Wie sinnvoll waren sie? Brisante Studie überrascht

Thema: Corona
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Sonntag, 1. November 2020 17:01

Vorbilder für das nächste Mal

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt Länder, die kommen wesentlich besser durch die Pandemie, als andere. Dafür gibt es Gründe. Taiwan beispielsweise hat sehr früh keine Einreisen mehr aus Wuhan bzw. dem chinesischen Festland mehr zugelassen und früh konsequent getestet und in Quarantäne geschickt, während in Deutschland noch munter durch die Welt gereist und aus aller Welt eingereist wurde. Neuseeland macht das auch ganz gut. Aber die beiden Länder haben natürlich den Vorteil, dass es sich hierbei um Inseln handelt und Einreisekontrollen viel einfacher durchführbar sind.

Wenn man sich die roten Punkte bei Johns Hopkins University ansieht, fällt es krass auf, dass das Virus sich in den USA viel schneller ausbreitet als in Canada. Dort wurde nicht so früh wieder geöffnet wie in den USA. Und sie haben natürlich den Vorteil der geringeren Bevölkerungsdichte.

Die meisten Länder hatten keinen Plan in der Schublade und wurden kalt erwischt. So hat Deutschland seine Masken- und andere Medizinproduktvorräte im Februar noch großzügig an China gespendet. Man hilft ja. Auch anschließend agierte Deutschland wie die meisten Länder teilweise chaotisch und planlos, was auch am Föderalismus liegt und ironischer Weise auch an unserem viel-kritisierten Rechtssystem. Ordnung gibt es eben nur in einer Diktatur.

Gemessen an den Toten pro Bevölkerung (laut JHU) kommen wir bisher aber noch relativ gut weg, ähnlich wie Dänemark. Die Länder, die nun die Situation am besten unter Kontrolle haben, sind die asiatischen, die bereits Erfahrung mit SARS1 gemacht hatten und das Virus von Anfang an wesentlich ernster genommen haben.

Vielleicht haben wir bei der nächsten Pandemie dann auch einen Plan. Dann müssen wir nicht nochmal die Chaostheorie in der Praxis testen...

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Zeit (09.11.2020): Corona-Maßnahmen in Asien: Von Asien lernen

South China Morning Post (21.11.2020): Coronavirus: why are Western countries like the US and Britain still not learning from Asia’s success? - is it just plain arrogance?

Futurezone (21.11.2020): Wir haben es versemmelt

FAZ (22.11.2020): Was die Asiaten besser machen - Keine allgemeine Zauberformel, Insellage nicht per se von Vorteil, siehe UK

Tagesschau (23.11.2020): Asien und seine Corona-Strategien - Testen, Tracking, Cluster

Nature (25.11.2020): How Iceland hammered COVID with science

Spektrum (26.11.2020): Rückwärts Kontakte verfolgen, um vorwärts zu kommen

Cell (04.12.2020): Pandemic Vaccines: How Are We Going to Be Better Prepared Next Time?

Telepolis (11.12.2020): No Border - More Corona

ntv (11.12.2020): Desaströser Covid-Bericht: Haben WHO und Italien etwas verschwiegen? - Pandemieplan von 2006

Guardian (12.12.2020): 'The virus is moving in': why California is losing the fight against Covid - Despite aggressive early lockdown measures, cases and deaths are now surging. How did things get so bad?

Tagesspiegel (16.12.2020): Jetzt droht das Corona-Fiasko: Was Deutschland im Corona-Sommer verschlafen hat

FAZ (19.12.2020): Manifest europäischer Forscher: "Wir könnten in vier Wochen am Ziel sein"

Spiegel - Video 3 Minuten (19.12.2020): In Wuhan blüht das Nachtleben wieder auf

Süddeutsche (20.12.2020): Deutschland hat das Virus unterschätzt

ntv (23.12.2020): Nicht korrigierbar, irreparabel: Armin Laschet bittet um Verzeihung

Tagesspiegel (24.12.2020): Lockdowns funktionieren – wenn man sie nur rechtzeitig beschließt

New York Times (29.12.2020): The coronavirus pandemic is "not necessarily the big one," senior W.H.O. official says.

Zeit (30.12.2020): Die kleine Antwort führt oft ins große Unglück

Spiegel (04.01.2021): Lockdown in der Coronakrise: Alles schließen - in der Praxis wohl nicht umsetzbar

New York Times (12.01.2021): Imposing strict measures faster could have saved tens of thousands of lives in Europe, a C.D.C. report says.

New York Times (18.01.2021): Covid Response Was a Global Series of Failures, W.H.O.-Established Panel Says

Heise (26.01.2021): Plan der EU: Impfstoffe für die aktuelle und die nächste Pandemie

New York Times (15.02.2021): Scientists Are Trying to Spot New Viruses Before They Cause Pandemics

MDR (22.02.2021): "ZeroCovid" und "NoCovid": Zwei sehr verschiedene Konzepte

Tagesschau (23.02.2021): "ControlCOVID"-Strategie: Wie das RKI lockern will

Thema: Corona
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Mittwoch, 14. Oktober 2020 17:01

Zoonose

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Die erste Meldung über Tiere, die sich mit SARS-CoV-2 angesteckt haben, kam damals aus dem Zoo im New Yorker Central Park, wo sich Tiger infiziert hatten. Insbesondere Katzen, Hamster und Frettchen scheinen hier gefährdet zu sein. Das ist schon bemerkenswert, dass ein Virus artenübergreifend infizieren kann, aber wenn die gleichen Rezeptoren auch in anderen Säugetieren vorkommen, dann ist das logisch. Und warum soll das Virus nur vom Tier auf den Menschen überspringen, nicht auch umgekehrt?

Das ist sicherlich ein Gebiet, das in Zukunft gut erforscht werden muss. Der Mensch muss mit der Natur besser umgehen, um Krankheiten und Pandemien vorzubeugen. Dann müssen vielleicht auch keine Nerze getötet werden :(

Die Natur braucht den Menschen nicht. Aber der Mensch braucht die Natur.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Quarks (15.05.2020): Wenn Krankheitserreger von Tieren auf Menschen springen

RND (22.05.2020): Experiment mit Hamstern zeigt: Masken schützen vor Corona-Infektionen

ntv (15.10.2020): Weiteres Coronavirus könnte vom Schwein überspringen - Sads-CoV (Swine Acute Diarrhea Syndrome)

Spiegel (29.10.2020): Weltbiodiversitätsrat fordert Strategiewechsel im Kampf gegen Viren

Spektrum (06.11.2020): "Cluster 5": Die wahre Gefahr durch das Nerz-Coronavirus in Dänemark

ntv (02.12.2020): Katze und Hund erkrankt: Erste Haustiere stecken sich mit Corona an

Süddeutsche (10.01.2021): Die nächste Seuche - Zoonoseforschung

CNN (11.01.2021): At least two gorillas at San Diego Zoo tested positive for Covid-19, in the first known cases among great apes

New York Times (04.03.2021): San Diego Zoo apes get an experimental animal vaccine against coronavirus.

Tagesschau (14.05.2021): Dänemark gräbt Millionen Nerze wieder aus

Thema: Corona
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Samstag, 19. September 2020 17:01

Kein Oktoberfest

Heute hätte das diesjährige Oktoberfest begonnen. Es ist kein Geheimnis, dass ich das Oktoberfest nicht leiden kann und jedes Jahr froh bin, wenn der Wahnsinn vorbei ist. Deshalb war ich nicht sonderlich traurig, als es im April abgesagt wurde. Statt dessen wurde das Programm "Sommer in der Stadt" aus dem Boden gestampft und jetzt gibt es die "Wiesn light" bzw. "WirtshausWiesn". Die heute-show hat auch einen heißen Tip, wei man Oktoberfestfeeling herstellen kann. Dabei ist das Oktoberfest in 210 Jahren schon 24 Mal ausgefallen, meist wegen Kriegen, aber auch wegen Cholera.

Überhaupt hat die ganze Corona-Sache bisher mein Leben nicht wirklich sonderlich aus der Bahn geworfen. Mich interessiert Fußball nicht. Ich muss nicht zum Skifahren nach Ischgl. Ich bin ein Partymuffel und gehe auch nur selten auf Konzerte oder ins Kino. Ich find Homeoffice mittlerweile super. Überhaupt bin ich eher ein Stubenhocker. Bei meinen Jungs hat sich auch nicht viel geändert, die kamen vorher nur aus ihren Zimmern, wenn das Internet ausgefallen ist oder es etwas zu Essen gab. Zu den Pferden durfte ich auch nach wie vor. Und Spargel esse ich auch nicht.

Das hat mir also alles kaum etwas ausgemacht.


Updates

Süddeutsche (04.10.2020): Ein bisschen Wiesn, ein bisschen Freude

Stern (03.10.2020): "Ruhigste Wiesn der Geschichte" – Polizei hält ironische "Pressekonferenz" zum abgesagten Oktoberfest ab

NDR (23.12.2020): Ärger über "aufgeweichtes" Böllerverbot"

Ach ja... und Böllern tu ich auch schon seit Jahren nicht mehr...

Spiegel (01.01.2021): Tragödien an Silvester: Zwei Tote und Schwerverletzte bei Unfällen mit Böllern

Tagesschau (02.01.2021): Ansturm auf Schneeregionen: "Es geht gar nichts mehr"

Skifahren nicht vergessen... Das tun wir auch nicht, weil wir in der Kälte nicht länger als nötig draußen sein wollen, weil der Skimassentourismus umweltschädlich ist, und weil ich bei Schnee nicht gerne Auto fahre, und noch weniger gern im Stau stehe. Wie eine Kollegin mal zu mir sagte: "Sehr schön, einer weniger auf der Piste!"

BR24 (02.01.2021): Oktoberfest 2021: "Wiesn light" wird es nicht geben

Zeit (03.05.2021): Oktoberfest erneut abgesagt

Themen: Corona | Sonnenstrahl
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Montag, 14. September 2020 17:01

Ohne Verbote geht es nicht

Das hätte ein Blogeintrag im März werden sollen. Damals standen wir kurz vor der Ausgangssperre, die dann zu einer Ausgangsbeschränkung wurde und in den Bundesländern etwas uneinheitlich betrieben wurde. Ferdinand hat noch zwei Freunde eingeladen, da sie befürchteten, sich danach lange nicht persönlich treffen zu dürfen. Ich hatte zwar an die Vernunft appelliert, aber Ferdinand sagte selbst, dass er sich an ein Verbot halten würde, nicht aber an einen Appell.

Der Appell hat schon viel Gehör gefunden und die Menschen haben freiwillig ihre Mobilität eingeschränkt und teils Masken in der Öffentlichkeit getragen. Dadurch konnte die Ausbreitungsgeschwindigkeit von SARS-CoV-2 schon deutlich reduziert werden, was sich allerdings erst ein, zwei Wochen später in den Zahlen zeigte. Aber es gab natürlich auch einige rebellische Personen, die immer wieder Lücken fanden.

Ich frage mich, ob Verbote grundsätzlich deutlich strenger formuliert werden, als für notwendig erachtet werden, so dass solche Ausreißer sozusagen mit eingepreist sind. Dabei sind die Deutschen doch eher Leute, die zwar mosern und jammern, sich aber grundsätzlich an Regeln halten, so im Großen und Ganzen.

Auch Urlaubsrückkehrer unter Generalverdacht zu stellen, halte ich ein wenig für übertrieben. Schließlich gibt es einen Unterschied, ob man wegfährt, um irgendwo Partys zu feiern, oder ob man einfach nur relaxt und auch am Urlaubsort auf Hygiene achtet und ggfs. Maske trägt.

Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn man sich einer Quarantäneanordnung widersetzt (Tagesspiegel). Auf der anderen Seite ist es auch nicht förderlich, wenn man wie das Kaninchen vor der Schlange in Schockstarre verfällt, wenn irgendwo die Zahlen wieder steigen. Durch die vielen Tests haben wir doch einen guten Überblick über das Infektionsgeschehen und die Dunkelziffer sollte keine so große Angst mehr machen, oder? Und bei Thönnies haben wir doch auch gesehen, dass das nur ein Strohfeuer war.

Bei der Einführung der Gurtpflicht 1975 (Spiegel) war das auch ein Prozess, der von Protesten begleitet wurde. Letztendlich haben die Menschen aber eingesehen, dass das Tragen eines Gurtes sinnvoll ist. Im Moment finde ich es auch sehr interessant zu beobachten, wie Politiker sich mit Angstmacherei und Lockerei zu profilieren versuchen, wie sich die Menschen darüber aufregen, und wie dann die Gerichte reagieren.

Dass es ohne Verbote nicht geht, gilt übrigens auch für Konzerne. Die "freiwillige Selbstkontrolle" ist doch lächerlich. Wenn das fette Geld (Arte-Doku auf Youtube) lockt, wird sich kein Konzern vernünftig verhalten. Ihr wisst ja, das regelt der Markt.


Updates

Zeit (05.11.2020): Die vielen Stimmen der Vernunft

ntv (15.02.2021): Testphase geht nach hinten los: Party-Eskalation nach Lockerungen in Polen

New York Times (24.04.2021): Spanish police arrested a man for spreading the coronavirus to 22 people.

Thema: Corona
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Donnerstag, 10. September 2020 17:01

Desinfizieren für das gute Gefühl

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Mit dem Desinfizieren ist das so eine Sache. Erst einmal gibt es im Handel auch Desinfektionsmittel, die nur eingeschränkt gegen Viren wirken. Ich glaube nicht, dass sich die Leute das Kleingedruckte jedes Mal durchlesen. Und dann nutzt es auch nichts, wenn man die angegebene Einwirkzeit nicht einhält (infektionsschutz.de), sondern nur mal eben mit so einem Tuch über den Einkaufswagengriff fährt. Da kann man es dann auch gleich bleiben lassen. So dient das Getue lediglich dem guten Gefühl.

Mittlerweile wissen wir auch, dass Schmierinfketion nicht das größte Problem bei der Ausbreitung von SARS-CoV-2 ist, sondern die Aerosole, also die Ausbreitung über die Luft. Das mit der Schmierinfektion ist meines Erachtens noch der Salzstreuer-Kantine-Webasto-Geschichte (Süddeutsche) geschuldet und den ersten Studien, wonach der Virus noch nach neun Tagen auf Oberflächen nachweisbar (Ärzteblatt) war. Nachweisbar heißt aber nicht unbedingt auch infektiös, da es auf die Viruslast (Wikipedia) ankommt. Und wenn wir in irgendeinen Schlonz greifen, dann werden wir automatisch unsere Hände erst einmal Waschen, bevor wir irgendetwas anderes anfassen. Und vermutlich ist die Viruslast nur in so ekligem Schlonz groß genug, um noch über Schmierinfektion infektiös zu sein.

Ein anderes Thema ist auch die übertriebene Hygiene, z.B. mit antibakteriellen Putz- und Waschmitteln (NDR). Wenn man sich nicht gerade in einem Krankenhaus oder in immunsuppressiver Therapie befindet, dann ist das für einen gesunden Menschen kontraproduktiv. Man züchtet so vielleicht sogar Allergien (Spektrum), auf jeden Fall nimmt man dem Immunsystem die Chance, an harmlosen Keimen zu trainieren (Zeit).

Und durch unsachgemäßen Gebrauch von Desinfektionsmitteln und übermäßiger Nutzung von antibakteriellen Putzmitteln verursacht man auch Resistenzen (Pharmazeutische Zeitung), weshalb ich den Einsatz im privaten Bereich für problematisch halte.

SARS-CoV-2 ist ein Virus, gegen den man sich mit ganz normaler Hygiene schützen kann. Da braucht es keine übermäßige Desinfektion. Gutes Lüften wegen der Aerosole (SWR) und regelmäßiges Händewaschen reicht vollkommen aus!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

SWR (10.06.2020): So schädlich können Desinfektionsmittel sein

CNN (20.04.2021): Disinfecting surfaces to prevent Covid often all for show, CDC advises

Spektrum (07.06.2021): Infektionsschutz könnte auch das Mikrobiom stören

Thema: Corona
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Montag, 7. September 2020 17:01

Corona, Promis und Politiker

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

So ein Virus macht auch vor Promis und Politikern nicht Halt. So liest man immer mehr von prominenten Erkrankten, die teilweise auch öffentlich davor warnen, die Krankheit Covid-19 zu verharmlosen. Manchmal hoffe ich, dass dies vielleicht eher Gehör findet als Ermahnungen von Politikern oder Virologen.

Seufz!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

T-Online (20.04.2020): Nachträgliche Hochzeitsfeier von Oliver und Amira Pocher geplatzt

Tagesspiegel (03.05.2020): Ärzte bereiteten sich offenbar auf Tod von Boris Johnson vor

CNN (12.05.2020): Tony Shalhoub reveals that he and his wife have recovered from coronavirus

Spiegel (06.07.2020): Tom Hanks: "Bin keiner, der morgens aufwacht und sich fragt, ob ich das Ende des Tages erleben werde"

Tagesschau (01.08.2020): Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro nach Corona: "Wovor haben Sie Angst?"

Tagesspiegel (02.09.2020): Schwester überlebt Covid-19 – große Erleichterung bei Sharon Stone

Spiegel (03.09.2020): Dwayne "The Rock" Johnson und Familie waren an Covid-19 erkrankt

Stern - Video 1:19 Min. (06.09.2020): "Covid-19 ist eine Bestie": Alyssa Milano kämpft seit April mit Symptomen

ntv (07.09.2020): Silvio Berlusconi kämpft gegen Corona-Infektion

Zeit (24.09.2020): Peter Altmaier und Heiko Maas begeben sich in Quarantäne

Spiegel (30.09.2020): Jim Parsons war mit Corona infiziert - und verlor den Geschmackssinn

Süddeutsche (02.10.2020): US-Präsident Trump positiv auf Coronavirus getestet

Tagesspiegel (17.10.2020): Gesamte Leitung des Bundesamtes für Verfassungsschutz infiziert

Süddeutsche (21.10.2020): Bundesgesundheitsminister Spahn positiv auf Coronavirus getestet

Süddeutsche (24.10.2020): Polens Präsident Duda positiv getestet

Spiegel (27.10.2020): Rapper Bushido mit Coronavirus infiziert: "Ich konnte euch Aluhüte noch nie verstehen"

Spiegel (02.11.2020): Prinz William mit Corona infiziert – schon im April, zur selben Zeit wie Prinz Charles

ntv (14.11.2020): Elon Musk hat positives Corona-Ergebnis und testet dennoch weiter

Spiegel (23.11.2020): Natascha Ochsenknecht über Corona-Infektion: "Meine Lunge hat gebrannt wie Feuer"

Guardian (16.12.2020): Tom Cruise recorded shouting and swearing at Mission: Impossible crew over Covid issues

Spiegel (17.12.2020): Emmanuel Macron mit Corona infiziert

New York Times (08.03.2021): Syria’s leader, Bashar al-Assad, and his wife have tested positive for the virus.

Spiegel (09.04.2021): Günther Jauch mit Coronavirus infiziert

Thema: Corona
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Donnerstag, 3. September 2020 17:01

Die zweite Welle

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Wie man aus vorangegangenen Pandemien weiß, breiten sich Viren gerne in mehreren Wellen aus, bevor eine Pandemie wieder abebbt. So wurde es auch für SARS-CoV-2 vorausgesagt. Es mag unterschiedliche Gründe geben, das herbstliche Wetter, die Urlauber, die Gewöhnung an das Thema und damit die steigende Unvorsichtigkeit.

Während in manchen Ländern die erste Welle gerade abebbt, steigen die Zahlen in anderen Ländern wieder. Diesmal aber wohl anders als bei der ersten Welle, da mehr junge Leute betroffen sind und ältere wohl besser geschützt werden und Menschen mit erhöhtem Risiko sich selbst besser schützen. So harte Maßnahmen wie in der ersten Welle werden nicht notwendig sein. Insbesondere Deutschland hatte übererfüllt. So hat das auch Gesundheitsminister Spahn in der Pressekonferenz gestern gesagt. Gezieltere, lokale Maßnahmen werden dieses Mal ausreichen.

Erfreulich ist auch, dass den Krankenhäusern geholfen werden soll, die Betten für Coronapatienten freigehalten haben, die dann aber nicht eintrafen. Da gab es erhebliche, finanzielle Einbußen. Ob jetzt das bescheuerte Fallpauschalenprinzip abgeschafft wird, wage ich kaum zu hoffen. Aber immerhin.

Also keine Angst vor einem zweiten "Lockdown" ;-)

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update 21.01.2021

Das war natürlich eine fulminative Fehleinschätzung meinerseits. Ich hatte gedacht, die zweite Welle würde später kommen und würde weniger heftig. Aber im NDR Corona-Update Podcast hat Dr. Drosten erklärt, dass im Sommer mit der Reisetätigkeit der Virus sich natürlich flächendeckend überall verteilen konnte und dann, sobald die Leute mehr in Innenräumen blieben, explodierten die Zahlen. Auch den saisonalen Effekt hatte ich unterschätzt, weil der Virus sich auch in warmen Ländern pudelwohl gefühlt hatte.

Aber das ist okay. Ich bin weder Virologe noch Epidemiologe.


Update-Liste


Updates Die zweite Welle wird kommen

Zeit (05.08.2020): Zweite Corona-Welle: Ein Plan für den Herbst - Gastbeitrag von Christian Drosten

Tagesschau (18.09.2020): Halbes Jahr Corona-Krise: Pandemie im Crashkurs - Was wir heute alles schon wissen im Gegensatz zu März.

Tagesspiegel (20.09.2020): Droht Deutschland eine ähnliche Entwicklung wie Frankreich?

Spiegel (22.09.2020): Fieberambulanzen: Strategie für Herbst und Winter

Spiegel (04.10.2020): Exponentielles Covid-Wachstum

ntv (28.10.2020): Ostern ist Pandemie nicht beendet

ntv (02.11.2020): Drosten erklärt, wie es weitergehen könnte: Strategiewechsel notwendig

Heise (09.11.2020): Warum der Winter die Pandemie verschlimmert - und Lüften und Filter wichtig sind

Süddeutsche (16.11.2020): Was die zweite Welle von der ersten unterscheidet


Updates Weltweit

ntv (03.09.2020): Corona-Zahlen steigen drastisch - Warum es Spanien schon wieder schwer trifft

ntv (03.09.2020): Schwelende Hotspots im Land Zweite Virus-Welle erfasst Frankreich

Spiegel (06.09.2020): Angst vor neuer Covid-19-Krise in Südeuropa

Guardian (13.09.2020): Care home staff fear for residents as Covid-19 cases rise across UK

New York Times (15.09.2020): Even as Cases Rise, Europe Is Learning to Live With the Coronavirus

Telepolis (17.09.2020): Madrid: Coronavirus-Hauptstadt in Europa

Tagesschau (18.09.2020): Zweiter Lockdown in Israel beginnt

Spiegel (21.09.2020): Neue Lockdowns in Madrid - erste Kliniken am Limit - Arme besonders betroffen, Sparpolitik der konservativen Regierung rächt sich nun

Spiegel (14.10.2020): Corona-Pandemie in Europa Die zweite Welle rollt

Süddeutsche (23.10.2020): Corona-Intensivbehandlung:"Das Wasser steht ihnen bis zum Hals" - Nachbarländer schicken Patienten nach Deutschland

Tagesschau (25.10.2020): Belgische Kliniken am Limit - Sparmaßnahmen rächen sich

ntv (26.10.2020): Das sind die neuen Corona-Regeln in Europa

Spiegel (04.11.2020): England erklärt höchste Corona-Warnstufe

Spiegel (12.11.2020): Italien: In Neapel ist die Situation außer Kontrolle

Telepolis (13.11.2020): Frankreich: Wer mehrmals ohne Passierschein das Haus verlässt, kann ins Gefängnis kommen

Telepolis (15.11.2020): Österreich geht in einen zweiten harten Lockdown: "Treffen sie niemanden!"

SGI Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (17.11.2020): COVID-19: Vollständige Auslastung zertifizierter und anerkannter Intensivbettenkapazitäten

Telepolis (30.11.2020): Schweden in der zweiten Welle: Die Ernüchterung

Telepolis (02.12.2020): Griechenland: Vom Vorzeigeland der ersten Welle zum Versager in der zweiten

Neue Zürcher Zeitung (03.12.2020): Die Schweizer Corona-Strategie verträgt kein zweites Fiasko – die Fehler vom Oktober zu wiederholen, wäre tödlich dumm - Warten ist tödlich.

Guardian (17.12.2020): UK: NHS hospitals running out of beds as Covid cases continue to surge

ntv (18.12.2020): 185.000 Tote in Brasilien: Bolsonaro macht sich über Impfungen lustig

Sumikai (20.12.2020): Maßnahmen der Regierung greifen nicht: Japan meldet weiter steigende Corona-Infektionszahlen

BBC (23.12.2020): Coronavirus spreads to Antarctic research station and is now on every continent

New York Times (29.12.2020): New Data Triples Russia’s Covid-19 Death Toll

Sumikai (30.12.2020): 44 Prozent der Krankenhäuser in Japan können die medizinische Versorgung nicht mehr aufrechterhalten

Middle East Monitor (04.01.2021): Egypt: Entire ICU ward dies after oxygen supply fails

Telepolis (08.01.2021): China: Neuer Corona-Ausbruch in Hebei nahe Beijing

Sumikai (09.01.2021): Japans Premierminister riskiert mit dem Ausnahmezustand „light“ großen wirtschaftlichen Schaden

Sumikai (10.01.2021): Gesundheitssystem in Japan bricht zusammen

Zeit (11.01.2021): Großbritannien: Krankenwagen warten bis zu neun Stunden vor der Notaufnahme - neue Variante bringt ganze Familien ins Krankenhaus

Tagesspiegel (12.01.2021): Und plötzlich zeigte die Kurve in Irland senkrecht nach oben - wegen Lockerungen und neuer Variante

ntv (14.01.2021): Katastrophale Entwicklung: Coronavirus-Mutation wütet in Südafrika - es gibt keine Särge mehr

CNN (14.01.2021): Hotels open their doors to Covid-19 patients as Britain's hospitals are stretched to the limit

CNN (15.01.2021): Health care in Brazil's Amazonas state in 'collapse' as Covid-19 infections surge

Guardian (18.01.2021): Los Angeles lifts air-quality limits for cremations as Covid doubles death rate

Frankfurter Rundschau (23.01.2021): Portugal: Gesundheitssystem vor Zusammenbruch - Triage in den Krankenhäusern

ntv (30.01.2021): Extremer Corona-Lockdown in China/Tonghua: "Menschen essen aus Not ihre eigenen Haustiere"

Süddeutsche (31.01.2021): Portugals Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps

Tagesschau (03.02.2021): Bundeswehr startet Portugal-Hilfe

CNN (11.02.2021): Japan has the most beds per capita in the developed world. So why is its health system crashing?

Guardian (12.02.2021): The NHS is relentlessly busy: our beds have been full for months and we’re having to assess patients in ambulances

Guardian (13.02.2021): Fury at ‘do not resuscitate’ notices given to Covid patients with learning disabilities


Updates Deutschland Lockdown ja oder nein oder light

Tagesschau (04.09.2020): Gesundheitspolitiker für kürzere Quarantäne / Isolation

Zeit (13.09.2020): Virologe Hendrik Streeck fordert Strategiewechsel: Beschränkungen dürften nicht nur von Infektionszahlen abhängig gemacht werden

Tagesspiegel (05.10.2020): Wie drastische Corona-Maßnahmen bis hin zum Shutdown verhindert werden können

Tagesspiegel (12.10.2020): Staat kämpft gegen den Kontrollverlust - Warum die zweite Corona-Welle so schwer einzudämmen ist

Frankfurter Rundschau (20.10.2020): Drosten und Lauterbach sind für kurze Corona-Lockdowns "Circuitbreaker"/Überlastschalter

ntv (20.10.2020): Streeck: Mit dem Virus leben - Dauerwelle

Süddeutsche (28.10.2020): Unterschiedliche Ansichten über Corona-Maßnahmen

Tagesschau (28.10.2020): Einschränkungen wegen Coronavirus - Gottesdienste erlaubt

Tagesschau (28.10.2020): Das sind die Corona-Regeln ab 2. November - Restaurants, Sportstätten zu, Kitas offen

Süddeutsche (28.10.2020): Die Wucht der kleinen Zahl - Warum ein zweiter Teil-Lockdown notwendig ist - Ein Blick in unsere Nachbarstaaten

Volksverpetzer (30.10.2020): Intensivmediziner, Ärzte & Virologen befürworten Lockdown

Quarks auf Youtube (31.10.2020): Corona: Muss der Lockdown wirklich sein?

Süddeutsche (13.11.2020): Ab sofort ist jeder Indoor-Sport verboten

ntv (13.11.2020): Teil-Lockdown wirkt bisher kaum - Länderchefs: Keine Lockerungen zu erwarten

ntv (17.11.2020): Keine Feiern, Gruppen meiden - Das haben Bund und Länder beschlossen - überwiegend Appelle

Ich hoffe, dass das ausreicht. Schließlich wollen wir doch alle Weihnachten und Silvester halbwegs normal feiern, oder?

Süddeutsche (22.11.2020): Corona-Simulation: Der lange Weg durch den Winter

Süddeutsche (25.11.2020): Zähe zweite Welle - der Teil-Lockdown reicht nicht aus

ntv (25.11.2020): Das sind die Corona-Regeln für Dezember - Teil-Lockdown verlängert bis 20.12.2020, Maskenpflicht, Bahn, Weihnachtsferien, Schulen, Einzelhandel, Feuerwerk

Tagesschau (26.11.2020): Kraftanstrengung vor Weihnachten: Bund und Länder ziehen Corona-Zügel deutlich an - Videoansprache von Angela Merkel (11:30 Minuten) - Ski-Urlaub, verlängerte Finanzhilfen

Süddeutsche (26.11.2020): Verschärfte Corona-Maßnahmen: Welche Regeln künftig gelten - Schutz von Risikogruppen, Freizeit und Gastronomie, Handel und Dienstleistungen, Reisen, Homeoffice, Sport, Gottesdienste

Tagesspiegel (26.11.2020): Zögerlicher Bund-Länder-Gipfel zu Corona: Um Oma und Opa zu schützen – pfeift auf die Politik, und tut mehr!

ntv (30.11.2020): Corona-Talk bei Anne Will: "Der Lockdown light hat nicht geklappt"

Süddeutsche (30.11.2020): "Anne Will" zur Corona-Strategie: "Wir streiten einfach zu viel" - der deutsche Individualismus und Egoismus

Tagesschau (01.12.2020): Regelungen im Überblick: Was gilt wo im Corona-Dezember? - Unterschiede in den Bundesländern

ntv (03.12.2020): Immer länger, immer schärfer: Lockdown durch die Hintertür?

Tagesschau (05.12.2020): Reicht der "Lockdown light"?

Süddeutsche (05.12.2020): Mini-Lockdown, und nun?

Tagesschau (06.12.2020): Corona-Maßnahmen der Länder: "Die Zahlen müssen runter" - Krankenhäuser schlagen Alarm

Süddeutsche (08.12.2020): Leopoldina: Forscher fordern zweistufigen Lockdown

Tagesschau (08.12.2020): Weihnachten birgt große Gefahren

Tagesschau (13.12.2020): Harter Lockdown ab Mittwoch

Meiner Meinung nach hätten wir bereits Mitte Oktober den Lockdown light versuchen müssen, als in immer mehr Gemeinden die 7-Tage-Inzidenz die 50 überschritten hat, so wie es die Virologen empfohlen haben. Aber man hat noch gut zwei Wochen gewartet und sich gewundert, dass die Zahlen dann plötzlich vielerorts die 200 überschritten haben. Unsere Kanzlerin hatte das gewusst, aber einige Landesfürsten wollten ja streiten und haben sich gegen die Maßnahmen gestemmt, von wegen Wirtschaft und Eigenverantwortung und so. Das ist ja fulminativ gescheitert.

Ich denke, dass man dann ab Anfang/Mitte Dezember vielleicht schon wieder hätte lockern können und wir hätten einigermaßen eine normale Weihnacht und Silvester feiern können, und wenn auch nur an diesen beiden Tagen Ausnahmen gemacht worden wären. Aber so kommt es genau so, wie vorhergesagt, und die Landesfürsten sehen sich erst jetzt zu den härteren Maßnahmen gezwungen. Herzlichen Dank auch!

ntv (02.01.2021): Auch Ökonom gegen Lockerung: Ärzte dringen auf langen Lockdown

Tagesschau (05.01.2021): Neue Bewegungseinschränkungen: Bund und Länder verschärfen Lockdown

Spiegel (06.01.2021): Die Inkonsistenz ist unverschämt - von Sascha Lobo

Tagesspiegel (08.01.2021): Zahl der Infizierten und Toten steigt weiter: Ist der Lockdown zu light? - Schulen, ÖPNV, Büropräsenz statt Homeoffice, Gesundheitswesen

Tagesschau (14.01.2021): Wirkung der Corona-Maßnahmen Deutschland im Blindflug

ntv (19.01.2021): Maskenpflicht und Homeoffice: Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt

ntv (20.02.2021): Suche nach Corona-Ausweg: Zankende Wissenschaftler nützen keinem - No-Covid, Zero-Covid, Politik und Medien instrumentalisieren Wissenschaftler, aus Fehlern lernen


Updates Appell an die Vernunft - wir sind verloren!

ntv (07.12.2020): Karaoke-Party und Glühweinfest: Hier feiern die Deutschen trotz Corona

Tagesspiegel (08.12.2020): Pandemiemüdigkeit hält die Infektionszahlen hoch

Spiegel (10.12.2020): Wir haben uns den Lockdown redlich verdient - von Eigenverantwortung und Common Sense

Süddeutsche (29.01.2021): Psychologie und Pandemie: Coronamüdes Deutschland

Guardian (29.01.2021): Everyday Covid mistakes we are all still making


Updates Deutschland Neuinfektionen

ntv (08.09.2020): Länder melden mehr Infektionen

ntv (17.09.2020): Drosten warnt vor heimischen Clustern

Spiegel (25.10.2020): Bundeswehrsoldat im Corona-Dienst: "Ich habe kein Verständnis mehr für Corona-Leugner" - Bundeswehr hilft Gesundheitsämtern

Deutschlandfunk (28.10.2020): Coronavirus in Zahlen: Was die Neuinfektionen für die kommenden Wochen bedeuten

Pharmazeutische Zeitung (27.11.2020): Mehr als 1 Million Corona-Infizierte

Spiegel (10.12.2020): RKI-Chef nennt Anstieg der Neuinfektionen "besorgniserregend"

Tagesspiegel (29.12.2020): Trotz halber Million weniger Corona-Tests: Rekord-Positivrate von 13,2% zeigt, wie ernst die Lage werden könnte

Tagesspiegel (27.01.2021): Interaktive Karten zeigen, wie das Virus Deutschland und die Welt eroberte


Updates Deutschland Hospitalisierung und Intensivstation

Tagesspiegel (13.09.2020): Trotz steigender Virus-Neuinfektionen bisher keine neuen Intensivfälle

Zeit (09.10.2020): Charité warnt vor Überlastung der Intensivstationen

Süddeutsche (14.10.2020): Anteil der Patienten auf Intensivstationen steigt wieder

Süddeutsche (23.10.2020): Betten auf Intensivstationen werden knapp

ntv (10.12.2020): Divi-Chef sieht "wirkliche Krisensituation"

ntv Video 2 Minuten (10.12.2020): "Sterben an Multi-Organversagen": Corona-Intensivstation gibt bedrückende Einblicke

op-online (16.12.2020): "Auf Dauer ist es nicht leistbar": Zu Gast auf der Covid-Intensivstation am Klinikum Hanau

ntv (16.12.2020): Divi-Chef Janssens im Interview: "Hartes Weihnachten für viele Intensivstationen"

ntv - Video 2 Minuten (19.12.2020): Deutsche Intensivstationen am Limit: Spezialbus holt Patienten aus überfüllter Klinik


Updates Deutschland Sterblichkeitsrate steigt

ntv (31.10.2020): Mehr Fälle auf Intensivstationen: "Was für viele nur Zahlen sind, sind Menschenleben"

ntv (02.11.2020): Ohne Lockdown droht Triage

Tagesschau (09.12.2020): Höchstwert erreicht 590 Corona-Todesfälle in Deutschland

Tagesspiegel (11.12.2020): Traurige Corona-Statistik: Die Zahl der Covid-19-Toten zu Weihnachten steht jetzt schon fest

Hessenschau (16.12.2020): Hanau nutzt Kühlcontainer für Todesfälle, da die Kapazitäten der Krankenhäuser erschöpft sind

Zeit (16.12.2020): Warum haben wir keine hohe Übersterblichkeit in Deutschland? - noch

Zeit (18.12.2020): In Sachsen ist Covid-19 die häufigste Todesursache

Spiegel (18.12.2020): Corona-Hotspot Sachsen: Wenn die Toten warten müssen

Gießener Allgemeine (23.12.2020): Krematorium bald belegt? Gießen: Kaum noch Platz für Corona-Tote - Wohin mit den Leichen?

ntv (23.12.2020): Sächsische Bestatter in Wut: "Wir räumen gerade die Altenheime leer"

Zeit (30.12.2020): RKI registriert erstmals mehr als 1.000 Todesfälle

ntv (15.01.2021): Deutlich mehr Tote in Sachsen: Statistiker bestätigen Corona-Übersterblichkeit


Updates Deutschland Triage muss angewendet werden

T-Online (15.12.2020): Überlastete Intensivstationen: Erste Klinik in Sachsen muss wegen Corona Triage anwenden

Süddeutsche (16.12.2020): Das Recht darf die Ärzte nicht alleinlassen

Spiegel (17.12.2020): Uniklinik Heidelberg schließt Triage nicht mehr aus

Presseportal Pflegestimme-Bündnis aller Pflegekräfte e.V. (17.12.2020): empfiehlt, im Zuge der Triage, eine umgehende Sicherstellung durch Einsatz Intensivmedizinischer Transportmittel durch Bundeswehr

Telepolis (17.01.2021): Corona-Todesfälle: Steigende Übersterblichkeit - Lauterbach bei Maybritt Illner: Stille Triage, weil Menschen aus Pflegeheimen nicht mehr auf die Intensivstationen kommen

ZDF - frontal21 (27.01.2021): Versteckte Triage? - Das Sterben der alten Menschen



RKI (17.09.2020) Epidemiologisches Bulletin - Infektionsumfelder

Thema: Corona
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Sonntag, 23. August 2020 17:01

Großveranstaltungen zu Coronazeiten

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Dass Großveranstaltungen als Superspreaderevents eine lange Zeit verboten sein werden, war eigentlich klar. Allerdings kann das so nicht ewig weitergehen, aus wirtschaftlichen und psychologischen Gründen. Aber unter freiem Himmel, wo sich die Aerosole schnell verflüchtigen können, sollte es weniger ein Problem sein. So sind Open-Air-Kinos und Autokinos schon eine Weile wieder geöffnet. Im September findet beispielsweise der Mittelaltermarkt in Maxlrain wieder statt. Und unter dem Motto Sommer in der Stadt findet ein umfangreiches Open-Air-Programm in München statt.

In Leipzig wurde nun ein Test-Konzert unter Corona-Bedingungen veranstaltet. Das sehe ich als Vorbereitung für den Winter, wenn die Leute sich nicht mehr so viel draußen aufhalten können oder wollen. Im North Face oder Mammut-Kleidung trinken die Leute höchstens Glühwein oder Feuerzangenbowle. Masken sind im ÖPNV, Zug oder beim Einkaufen nicht so störend, aber wenn man im Konzert oder in einem Club mitgrölen möchte, dann kann ich mir gut vorstellen, dass das die Stimmung trübt.

Wir werden sehen, was der Winter bringt und wie das mit den Großveranstaltungen weiter geht.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Telepolis (04.06.2020): Musiker sollen ihre Instrumente verkaufen

Telepolis (02.10.2020): London-Marathon mit Corona-Sicherheitstechnologie "Bio-Secure-Bubble"

Stern (10.10.2020): Cinemaxx-Gründer Hans-Joachim Flebbe: "James Bond war unsere letzte Hoffnung"

New York Times (13.10.2020): New York Philharmonic Cancels the Rest of Its Season

Youtube phoenix 42 Minuten (17.10.2020): phoenix plus: Corona – Aufschrei der Einzelkämpfer! Solo-Selbständige, Veranstaltungsbranche

Youtube Tagesschau 12 Minuten (23.10.2020): Die Ärzte im Interview: Musik in der Corona-Krise

Muenchen.de (23.10.2020): Winter-Tollwood 2020: Abgesagt wegen steigender Corona-Zahlen #gemeinsamhelfen - Unterstützt die Tollwood-Aussteller

Süddeutsche (23.10.2020): Kultur in der Krise: Neue Hilfspakete für Künstler in Bayern

Süddeutsche (27.10.2020): Zuschauer-Obergrenze trifft Theater hart

ntv (28.10.2020): #AlarmstufeRot-Demo in Berlin: "Kultur ist kein Luxus"

Tagesschau (11.11.2020): Karnevalsauftakt in Corona-Zeiten

Handelsblatt (14.11.2020): Europapark-Chef Roland Mack: "Unsere Rücklagen schmelzen dramatisch"

Spiegel (26.11.2020): Flaute in Vergnügungsparks: Disney will rund 32.000 Arbeiter entlassen

Heise (28.12.2020): 125 Jahre Kino: Jubiläum im leeren Filmtheater

Sumikai (04.01.2021): Olympische Spiele 2021 sollten abgesagt werden

Süddeutsche (12.02.2021): Kultur in München: Kommt Zeit, kommt Konzert

Tagesschau (22.02.2021): Ein Öffnungskonzept für Kultur und Sport

Spiegel (13.04.2021): Wegen Coronakrise: Der legendäre Kinotempel Cinerama Dome in Hollywood muss schließen



#AlarmstufeRot - Unsere Forderungen - Maßnahmen zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft

Wikipedia: Überdispersion

Themen: Corona | Kino | Mittelalter | Musik
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Freitag, 21. August 2020 17:01

Hoffnung auf Mutation

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eine der wichtigsten Aspekte, um eine Krise durchstehen zu können, ist das Prinzip Hoffnung. Man darf niemals die Hoffnung aufgeben, dass es auch wieder besser wird, sonst erdrückt einen der imaginäre Betonklotz. Meistens gehöre ich zu den Menschen, die sich immer wieder vor Augen halten, dass es immer Hoffnung gibt, egal wie schlimm die Situation im Augenblick auch sein mag.

So war das auch mit Corona, auch wenn es mich anfangs durchaus heftig erschüttert hat. Ich setzte Hoffnung in die Entwicklung von Impfstoffen, in die Erkenntnisse der Ärzte, wie sie Covid-19 besser behandeln können, aber auch in die Tatsache, dass Viren mutieren und damit harmloser werden können. Als ich die Nachricht heute las, dass sich dieses Szenario tatsächlich abzuzeichnen scheint (ntv: Neue Variante setzt sich durch: Coronavirus zeigt Anzeichen der Schwäche), weckte dies in mir wieder die Hoffnung, dass wir die Krise schneller und besser überwinden könnten, als anfangs befürchtet. Zumindest aus gesundheitlicher Sicht. Christian Drosten und Hendrik Streeck hatten die Möglichkeit zur Mutation zu einer harmloseren Variante schon im Juni in Aussicht gestellt. Meine Hoffnung war daher, dass SARS-CoV-2 soweit mutiert, dass er am Ende genauso harmlos ist, wie die vier anderen Coronaviren, die unter Menschen kursieren.

Im Juli kam schon die Nachricht, dass die neue Mutation D614G offenbar ansteckender als das ursprüngliche Virus ist. Somit bewahrheitete sich schon einmal der Aspekt der Virologen, dass die Viren dazu neigen, ansteckender aber harmloser zu werden, um sich besser zu verbreiten, aber ihren Wirt nicht (mehr) zu töten. Das ist der Weg, den wohl die meisten erfolgreichen Viren im Laufe der Evolution einschlagen.

Jens Berger von den NachDenkSeiten meint, es könne auch an dem sinkenden Durchschnittsalter der neu Infizierten liegen, dass die Tödlichkeit abnimmt. Deshalb ist die Sterblichkeitsrate in Indien auch niedriger als in vielen anderen Ländern und das ist auch auf das niedriger Durchschnittsalter der Bevölkerung zurückzuführen, weil die Inder eben meist schon vorher an irgendetwas anderem verstorben sind. Die zurückgehende Sterlichkeitsrate ist also kein Beleg dafür, dass SARS-CoV-2 jetzt schon weniger gefährlich wird.

Allerdings möchte ich die Gefährlichkeit nicht nur an den Sterblichkeitsraten messen, denn wenn sich SARS-CoV-2 im Körper ausbreitet, richtet er wirklich erheblichen Schaden an und die Spätfolgen sind gravierend. Also keine Krankheit, die man bekommen möchte, und in vielen Bereichen gefährlicher als die Grippe. Dennoch ist die Krankheit jetzt keine vollkommen Unbekannte mehr und die Ärzte können sie viel besser behandeln als noch vor ein paar Monaten.

Deshalb gibt es Hoffnung, dass das Neue Normal sich nicht zu sehr vom Alten Normal unterscheiden wird, und dass wir viel entspannter mit dem neuen Coronavirus leben können werden, als die ersten Horrorszenarien uns Glauben machen wollten.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Nextstrain - Datenbank für Mutationen

Nextstrain.org: Genomic epidemiology of novel coronavirus - Global subsampling

RKI: Virologische Basisdaten sowie Virusvarianten - Alpha, Beta, Gamma, Delta


Updates Mutationen hin zum harmlosen Erkältungsvirus

Telepolis (03.09.2020): Hatte Covid-19 einen historischen Vorgänger? - Russische Grippe Ende des 19. Jahrhunderts (1892) könnte von einem Coronavirus ausgelöst worden sein. Der für 10 bis 30 Prozent aller Erkältungen verantwortliche Schnupfenauslöser HCoV-OC43 - ein Coronavirus - stammt von einer Kuhseuche ab, die etwa 1890 den Sprung zum Menschen schaffte.

Ärzteblatt (13.01.2021): SARS-CoV-2 könnte in Zukunft harmlose Erkältungen verursachen

ntv (23.02.2021): Ist das der Anfang vom Ende der Pandemie? - weltweit sinken die Neuinfektionen


Updates Diverse Mutationen

Spektrum (21.09.2020): Das Coronavirus mutiert – wie gefährlich ist das? - D614G

Spektrum (30.10.2020): Neue Variante von Sars-CoV-2 kam im Sommer aus Spanien - 20A.EU1

Standard.at (24.11.2020): Wiener Studie zu Wien/Korneuburg Clustern: Neue Einblicke in die Übertragung und Mutation von Sars-CoV-2

Tagesspiegel (24.11.2020): Permanente Mutationen - Y543F (Nerze) betrifft Region, an der Antikörper andocken, könnten Wirksamkeit von Impfstoff vermindern und Druck auf Virus erhöhen, sich anzupassen

National Geographic (30.12.2020): Woher kommen die neuen Corona-Varianten?

Tagesspiegel (13.01.2021): Aufspüren von Corona-Mutanten – warum es schwerer ist als gedacht

Max-Planck-Gesellschaft (27.01.2021): "Der Selektionsdruck auf das Virus steigt" - Interview mit Richard Neher von der Universität Basel

Ärzteblatt (08.02.2021): Bei abwehrgeschwächten Patienten verändert sich das Virus schneller

Pharmazeutische Zeitung (17.03.2021): Neue Virusvariante aus Frankreich: Bretonische Coronavariante PCR-negativ

Spektrum (07.07.2021): Corona-Variante Lambda breitet sich in Europa aus - Lateinamerika

BR24 (09.07.2021): Blick in die Zukunft: Was kommt nach der Corona-Pandemie?


Updates Gefährlichere Mutationen

RP-Online (18.12.2020): Neue Coronavirus-Variante in Südafrika entdeckt - 501.V2 / B.1.351

Heilpraxisnet (19.12.2020): Wie gefährlich ist die mutierte Coronavirus-Variante aus Großbritannien? - VUI-202012/01

ntv (20.12.2020): Bereits ein Dutzend Fälle in EU: Britische Corona-Variante breitet sich aus - Dänemark, Niederlanden, Italien, Australien

Süddeutsche (21.12.2020): Zahlreiche Länder stellen Flugverkehr aus Großbritannien ein

Telepolis (29.12.2020): Virusmutation beunruhigt Dänemark - N439K spricht vermindert auf Antikörper an

ntv (31.12.2020): Virus-Mutation sorgt für Rekorde: Britische Soldaten bauen wieder Notlazarette

ntv (02.01.2021): Britische Kliniken überfüllt: Mutation erhöht Ansteckungsrate "extrem"

Zeit (02.01.2021): Ausgerechnet jetzt lernt das Virus zu sprinten

Tagesschau (07.01.2021): Analyse von Virus-Mutationen: Spahn ignorierte Virologen-Warnung

bioRxiv - Preprint! (18.01.2021): SARS-CoV-2 501Y.V2 escapes neutralization by South African COVID-19 donor plasma

Spektrum (22.01.2021): Das Sterben in Manaus sollte der Welt eine Warnung sein - Brasilianische Mutation P.1

Tagesschau (23.01.2021): Britische Corona-Variante B117 womöglich tödlicher

Süddeutsche (09.02.2021): Fluch der Mutante - mit Grafiken

Tagesschau (10.02.2021): Bioinformatiker zu Mutationen: "Wir haben ein Problem für Jahre"

Spiegel (22.02.2021): Variante B.1.1.7: Ansteckender – oder nur länger ansteckend?

Spiegel (24.02.2021): Neue Mutation in Kalifornien beunruhigt Forscher - B.1.427 und B.1.429 / 20C/L452R / Cal.20C

New York Times (24.02.2021): A New Coronavirus Variant Is Spreading in New York, Researchers Report - B.1.526 (E484K or S477N)

BR24 (24.02.2021): RKI-Chef Wieler warnt vor Ausbreitung der Virus-Mutationen Variante "noch ansteckender und noch gefährlicher"

Spiegel (10.03.2021): Studie aus Großbritannien: Coronavariante B.1.1.7 ist tödlicher als das ursprüngliche Virus

Tagesspiegel+ (23.03.2021): Angst vor der Manaus-Mutante P.1: Bolsonaros Corona-Versagen könnte zum Problem für die ganze Welt werden

Tagesschau (25.03.2021): Indien: Doppel-Mutante breitet sich aus

BR24 (28.03.2021): Brasilianische Virus-Mutante in Bayern: 57 Infektionen gemeldet

Spektrum (01.04.2021): Neue Corona-Variante in Afrika unter Beobachtung - Tansania - A.VOI.V2

ntv (20.04.2021): Corona-Variante aus Indien: Wie gefährlich ist die Mutante B.1.617?

Heilpraxisnet (23.04.2021): Warum SARS-Coronaviren gefährlicher sind als andere Coronaviren

New York Times (10.05.2021): A coronavirus variant first found in India is now officially a ‘variant of concern,’ the W.H.O. said.

New York Times (12.06.2021): In China’s latest outbreak, doctors say the infected get sicker, faster.

ntv (14.06.2021): Delta-Variante fährt Briten in die Parade

BR24 (13.07.2021): Delta-Variante in Deutschland: Warnung vor Alarmismus

Thema: Corona
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Montag, 17. August 2020 17:01

Leichenberge

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ich habe den Eindruck, die Leute wollen Leichenberge sehen, bevor sie Covid-19 als tatsächliche Bedrohung wahrnehmen. Mit den Urlaubsrückkehrern steigt erwartungsgemäß in Deutschland auch wieder die Zahl der Infizierten, meines Erachtens weniger, weil man reist, sondern weil man in Urlaubsstimmung weniger auf Abstands- und Hygieneregeln achtet oder die Maske als lästig empfindet. Das ist verständlich, aber genau wie ich der Überzeugung bin, dass die ganzen zeitweisen Ausgangssperren und Berufsverbote und damit die massive Schädigung der Wirtschaft nicht notwendig gewesen wären, wenn es früher ausreichend Masken für die Bevölkerung gegeben hätte und damit schon frühzeitig eine Maskenpflicht hätte eingeführt werden können, so denke ich, dass auch Urlaubsreisen möglich wären, wenn sich die Leute an Hygieneregeln und Maskenpflicht in Innenräumen halten würden, um die Ausbreitungswahrscheinlichkeit des neuen Coronavirus zu senken. In Restaurants ist das natürlich ein Problem.

Die Community-Masken dienen nur eingeschränkt dem individuellen Schutz. Wer sich selbst effektiv schützen möchte, weil er zum medizinischen Personal oder zu Risikogruppen gehört, muss auf FFP2-Masken zurückgreifen.

In Deutschland wird viel getestet, so dass wir wohl ein recht gutes Bild vom Infektionsgeschehen haben. Trotzdem vergessen die Leute, dass durch die recht lange Inkubationszeit und die hohe Anzahl asymptomatischer Infizierter die Ausbreitung weitestgehend unbemerkt erfolgen kann und wenn die Zahl der Erkrankten tatsächlich zunimmt, dass die dazugehörigen Infektionen bereits ein bis zwei Wochen vorher passiert sind.

Aber die Leute wollen ja Leichenberge sehen...

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Mein Blog über Covid-19 und der Sterblichkeit, Obduktionen, Tod etc.

ResearchGate (15.06.2020): Studie in 198 Ländern im Vergleich: Masken in der Öffentlichkeit zu tragen steht in direkter Verbindung mit niedrigeren Sterberaten bezogen auf die Bevölkerung

CNN (15.01.2021): The world marks 2 million coronavirus deaths. The real toll is likely much higher

Volksverpetzer (17.01.2021): So belegt ihr Übersterblichkeit

Tagesspiegel (21.01.2021): In Deutschland sind mehr als 50.000 Menschen an Covid-19 verstorben

Das scheint so eine Marke zu sein, bei dem es jetzt auch der letzte kapiert, was da gerade abgeht. In Facebook sehe ich deutlich weniger Lachsmileys unter Meldungen der Todeszahlen. Das sind sind also bisher etwa doppelt so viele Todesfälle wie in der zuletzt schweren Grippewelle 2017/18 mit ca. 25.000 Toten, die von vielen Corona-Verharmlosern seit Monaten herangezogen wurde. Damit geht ihnen zumindest dieses Argument aus. Und die Pandemie ist noch lange nicht zu Ende. Traurig, dass es erst so weit kommen musste.

New York Times (16.04.2021): As Covid Death Toll Passes 3 Million, a Weary World Takes Stock

Süddeutsche (18.04.2021): "Es war die Hölle für uns" - Gedenkveranstaltung der 80.000 Corona-Opfer in Deutschland

Reuters (30.04.2021): Russia records more than 400,000 excess deaths during pandemic

Telepolis (08.05.2021): Die versteckten Corona-Toten - Dunkelziffer


Wikipedia: Hongkong-Grippe 1968-1970 - ca. 52.500 Tote in der BRD und DDR

Thema: Corona
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Sonntag, 16. August 2020 17:01

Klassenkampf

Neulich fragten meine Jungs, wie es denn zum Klassenunterschied gekommen ist. Ich vermutete, dass dies schon sehr lange zurückreicht, vielleicht sogar bis zu den Urmenschen, wo es Stammesälteste und Schamanen gab, die ihre Lebenserfahrung und Wissen über Heilkräuter weitergaben, aber nicht (mehr) auf die Jagd gehen mussten. In den Känguru-Chroniken kommt auch der Nebensatz von Marc-Uwe Kling vor, "die der Revolution entkamen". Da musste ich an Ludwig XVI. und Marie-Antoinette denken.

Auch Lockdown in seinen unterschiedlichen Ausprägungen ist eine Klassenfrage. So sind Lockdownmaßnahmen in Ländern wie Indien, in denen viele Menschen im informellen Sektor arbeiten, eine Katastrophe und wahrscheinlich schlimmer als der Virus selbst. Und für Menschen in beengten Wohnverhältnissen, eventuell sogar mit Kindern, ist es sicherlich auch deutlich schwieriger als für Leute, die in großen Häusern mit Garten wohnen. Ich hatte in den letzten Monaten einige Links zusammengetragen, aber keine Zeit gefunden, darüber zu schreiben.

Letztendlich hoffe ich aber, dass das Pendel mal wieder in die andere Richtung ausschlägt, nachdem die Welt seit den 70ern dem Neoliberalismus folgte, sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnete und die selbsternannten Eliten sich immer mehr korrumpierten. Aber vielleicht liegt es auch in der Natur des Menschen, dass sich einige für etwas Besseres halten, ob durch Geburt, Geld oder Macht, und es deshalb wohl immer dabei bleiben wird, dass auf dieser Welt in irgendeiner Form Klassenkampf herrscht.

Es gibt zaghafte Hinweise darauf, dass das Pendel nun vielleicht wieder in die andere Richtung schwingen könnte, wie man in Brasilien, Spanien und Belarus beobachten kann.

Sie müssen ja nicht gleich dem Beispiel Ludwigs XVI. oder Marie-Antoinette folgen.


Linksammlung Updates

Welt (Axel Springer): Wenn Gewaltherrscher sterben – eine Liste

Telepolis (13.04.2020): Ist eine gesunde Wirtschaft nur um den Preis kranker Menschen möglich? - Empathie hinderlich im Konkurrenzkampf

Telepolis - Kommentar von Artur_B (15.04.2020): Roosevelt sagte es so...

Business Insider (23.04.2020): America's billionaires have become even richer since Donald Trump became president, and it says a lot about the country's record-high wealth gap

ntv (09.05.2020): Kernfrage der Gerechtigkeit - Die Krise nagt an der Demokratie - Jan Korte, DieLINKE

CNN (11.05.2020): Billionaires are getting even richer from the pandemic. Enough is enough

Süddeutsche (14.05.2020): Ran an den Reichtum?

CNBC (21.05.2020): American billionaires got $434 billion richer during the pandemic

Neue Zürcher Zeitung (22.05.2020): Einmal mehr stehen Millionen Amerikaner vor dem Nichts

Spiegel (23.05.2020): Großbritannien: Die Gesellschaft war viel gespaltener als die deutsche

Telepolis (23.05.2020): Corona-Krise in den USA: Fast 40 Millionen Arbeitslose, aber Milliardäre gewinnen

TAZ (27.05.2020): Der Sozialneid der Villenviertel

Spiegel (27.05.2020): Zahl der Einkommensmillionäre gestiegen

Heise (10.07.2020): Gutverdiener bewerten Krisenpolitik besser als Geringverdiener

The Guardian (19.07.2020): Minority ethnic patients twice as likely to live in deprived environments and to be admitted to intensive care

Telepolis (19.07.2020): Das Leben als Tafel-"Kunde"

Zeit (29.07.2020): Eingebildete Vermögen

Telepolis (03.08.2020): Corona-Krise USA: Mit der Mistgabel in die Hamptons

Telepolis - Kommentar von AndyC (16.08.2020): Für das untere Drittel der Bevölkerung ist dies eine Fassadendemokratie!

Themen: Sonstiges | Corona | Schöne neue Welt | Marc-Uwe Kling
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Samstag, 8. August 2020 11:38

Systemrelevante Berufe

In der Corona-Krise durften alle normal weiterarbeiten, die in tatsächlich systemrelevanten Berufen wirken. Dies sind größtenteils auch die Bereiche, die zur Daseinsvorsorge des Staates gehören und meines Erachtens weder privatisiert noch dereguliert gehören.

Dies ist nur eine Linksammlung. Gelegentlich werde ich kommentieren.


Updates Lebensmittelversorgung, Drogerien und Apotheken

Zeit (14.03.2020): Einzelhandel: Noch ist alles da - Toilettenpapier und Hamsterkäufe

Süddeutsche (08.08.2020): Einzelhandel: Tarifvertrag wird zur Ausnahme

Zeit (25.11.2020): Supermärkte: Ausgerechnet ein Reisegutschein als Dankeschön


Updates Landwirtschaft

Tagesschau (25.03.2020): Erntehelfer dürfen nicht mehr einreisen

Tagesschau (02.04.2020): Erntehelfer dürfen doch einreisen

Tagesschau (23.07.2020): Corona-Infektionen im Tönnies-Schlachtbetrieb

Süddeutsche (07.08.2020): Corona-Ausbrüche in der Landwirtschaft: Nun rächt sich die Billig-Produktion

Süddeutsche (08.12.2020): Corona-Helden gehen leer aus


Updates Transportwesen, Tankstellen und Autowerkstätten

Tagesschau (19.03.2020): Gefangen auf der Autobahn - Grenzkontrollen nach Polen


Updates Öffentlicher Personennahverkehr und Bahn

Süddeutsche (14.06.2020): Nahverkehr in Schieflage


Updates Wasserversorgung

NDR (19.03.2020): Corona: Versorgung mit Wasser und Strom gesichert

Süddeutsche (21.04.2020): Wasserverbrauch steigt um bis zu einem Drittel

NDR (08.08.2020): Trinkwasser knapp: Lauenauer sollen Wasser kaufen


Updates Stromversorgung

Tagesspiegel (10.03.2020): So sollen Engpässe der Stromversorgung trotz Coronavirus-Epidemie verhindert werden


Updates Müllabfuhr

BR24 (02.04.2020): Müllentsorgung in Bayern trotz Corona-Krise gewährleistet


Updates Post

RBB24 (30.03.2020): Post will im Extremfall Briefzustellung stark einschränken


Updates Banken / elektronischer Zahlungsverkehr

Handelsblatt - Paywall (16.03.2020): Stresstest in Realzeit – verursacht das Coronavirus in Europa eine Bankenkrise?

Thema: Corona
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Sonntag, 2. August 2020 17:01

Herdenimmunität, Immunitätsausweis und Kreuzimmunität

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Unter Herdenimmunität versteht man, wenn eine gewisser Prozentsatz der Bevölkerung durch durchgestandene Infektion oder Impfung immun gegen einen Erreger geworden ist und daher eine weitere Verbreitung des Virus immer unwahrscheinlicher wird. Da uns für SARS-CoV-2 noch kein Impfstoff zur Verfügung steht, müsste diese also durch eine entsprechende Durchseuchung entstehen.

Der vieldiskutierte Schwedische Sonderweg sollte dies erreichen. Doch anscheinend verbreitet sich der neue Coronavirus nicht so schnell, wie vielleicht anfangs befürchtet bzw. erwartet. So hatten Ende Mai in Stockholm lediglich 7,3 Prozent der Bevölkerung Antikörper im Blut. Die Welt ist also von einer Herdenimmunität noch weit entfernt.

Außerdem gibt es noch sehr viele ungeklärte Fragen, wie lange eine Immunität nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus überhaupt anhält, einerseits, weil das Coronavirus mutiert (wenn auch langsamer als das Influenzavirus) und andererseits, weil die Anzahl der Antikörper relativ schnell wieder nachlässt. Deshalb macht ein Immunitätsausweis auch nicht wirklich Sinn, von den datenschutzrechtlichen und moralischen Befürchtungen mal abgesehen.

Delhi und Mumbai in Indien scheint der Herdenimmunität schon recht nahe zu sein, doch zu welchem Preis? Und auch in Schweden hat sich gezeigt, dass der Schutz der Risikogruppen allein ohne weitere Maßnahmen in der Praxis kaum zum gewünschten Ergebnis führt.

Bleibt also - soweit möglich - nur die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, wo dies nicht möglich ist, das Tragen von Masken, und natürlich das Warten auf Impfstoffe. Und vielleicht hilft auch eine gewissen Kreuzimmunität durch frühere Infektionen mit einem der vier harmloseren Erkältungs-Coronaviren.

Da hat sich in den letzten Monaten einiges getan. Ich staune.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Immunität / Kreuzimmunität

Standard.at (12.07.2020): Covid-19 überstanden, auch ohne Antikörper

Spektrum der Wissenschaft (31.07.2020): Warum wir nicht wissen, wer immun ist

Ärzteblatt (31.07.2020): T-Zellen gegen saisonale Coronaviren erkennen auch SARS-CoV-2 - Kreuzreaktivität bedeutet aber nicht, dass man gegen SARS-CoV-2 immun ist, wenn man T-Zellen gegen saisonale humane Coronaviren hat!

Spiegel (02.08.2020): Antikörper sind nicht alles - von den T-Zellen und B-Zellen

Uni Tübingen (07.08.2020): Falschmeldung zu SARS-CoV-2 Forschungsergebnissen - 81% Kreuzreaktivität mit saisonalen Coronaviren bringt keine Immunität gegen SARS-CoV-2!

MDR Wissen (12.08.2020): Covid-19: Schwerer Verlauf – starke Immunantwort - von T-Zellen und Autoimmunreaktionen

Spiegel (17.08.2020): Hinweise auf lang anhaltende Immunität dank B-Zellen im Knochenmark

Tagesspiegel (11.09.2020): Ärzte vermuten Covid-19-Immunisierung durch Maskenpflicht

mdr Wissen (09.10.2020): Immunantwort auf Coronavirus bleibt länger erhalten als angenommen

Deutschlandfunk (13.10.2020): "Great Barrington Declaration" sorgt für Diskussionen über die wahrscheinlich nicht erreichbare Herdenimmunität

MDR Brisant (13.11.2020): Britische Studie Kinder durch Erkältung vor Corona geschützt?

New York Times (19.11.2020): Immunity to the Coronavirus May Last Years, New Data Hint

Ärzteblatt (28.12.2020): Gedächtniszellen erhalten Immunität über mindestens 8 Monate

Cell Reports Medicine (19.01.2021): Epitope-resolved profiling of the SARS-CoV-2 antibody response identifies cross-reactivity with endemic human coronaviruses

National Library of Medicine (09.02.2021): COVID-19 immune signatures reveal stable antiviral T cell function despite declining humoral responses

ntv (01.06.2021): Studie untersucht Knochenmark: Hält Immunität Genesener ein Leben lang?


Updates Herdenimmunität

Telepolis (13.08.2020): Populationsimmunität bei Sars-CoV-2: Was besagen Antikörperstudien?

Telepolis (13.08.2020): Sebastian Rushworth (Arzt in Stockholm) analysiert Karolinska-Preprint-Studie zu Antikörper, T-Zellen, Herdenimmunität

CNN (14.08.2020): Any attempt to get coronavirus herd immunity would lead to massive death tolls, Fauci warns

Heise (18.08.2020): Immunität der Bevölkerung verlangsamt die Pandemie in Teilen der USA

Spiegel (20.08.2020): Warum die Herdenimmunität der falsche Weg ist

Spiegel (24.08.2020): Coronavirus im brasilianischen Manaus: Der schreckliche Weg zur Herdenimmunität


Updates Immunitätsausweis

Tagesschau (22.09.2020): Debatte um Covid-19-Immunität: Ein Ausweis mit Risiken

Tagesschau (22.09.2020): Immunitätsausweis - Ethikrat rät ab

ntv (04.01.2021): Reisen und Restaurantbesuche: Erste Länder setzen auf Immunitätspass

Thema: Corona
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Sonntag, 26. Juli 2020 17:01

Proteste

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, dass die Demokratie von unseren Politikern oft und gerne ausgehebelt wird. Falls klar ist, dass das Volk etwas anderes will als unsere Politkaste, dann wird es vorsichtshalber nicht gefragt, wie beispielsweise damals bei der Euroeinführung. Am Ende hätten wir noch dagegen gestimmt. Wo kämen wir denn da hin? Auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass das Brexit-Referendum in Groß Britannien jetzt nicht wirklich Gutes für das Volk der Briten gebracht hat, da die Abstimmung emotional verlief und durch Populisten angeheizt war, und angeblich erst hinterher danach gegugelt wurde, was das eigentlich bedeutet... Volksabstimmungen und direkte Demokratie sind ein zweischneidiges Schwert. Trotzdem bin ich dafür, die direkte Demokratie weiter auzubauen.

Aus russischer Sicht könnte die Eingemeindung der DDR in die BRD auch als Annexion gewertet werden, da es hier zwar die Montagsdemonstrationen gab, aber nie einen Volksentscheid, im Gegensatz zur Einverleibung der Krim, mit ganz konkreten, wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Palästinenser werden auch nicht gefragt... Ich habe keine Ahnung, was ich davon persönlich halten soll.

Was ich aber sagen möchte: Auch wenn wir nicht gefragt werden, können wir unsere Meinung kundtun. Ganz simpel geht das durch Online-Peditionen wie bei Campact, Avaaz, Change.org oder OpenPetition.

Manche schaffen es tatsächlich auch in den Bundestag, auch wenn sich unsere Minister hin und wieder ihre Rosinen herauspicken, wie Scheuer bewies. Aber das liegt an der Möglichkeit der Willkür, da auch bei Erreichen des Quorums (50.000 Unterstützer innerhalb von vier Wochen) eine Beratung im Peditionsausschuss, hm, ja, vielleicht, stattfindet.

Bitte nicht entmutigen lassen ;-)

Aber noch beeindruckender sind Demonstrationen, wenn wirklich die Massen auf die Straße gehen. Überall wird protestiert: In Hongkong, im Irak, in Frankreich, in Brasilien, im Iran... um nur einige Beispiele zu nennen. Natürlich mit ungewissem Ausgang und in vielen Ländern sind Proteste viel gefährlicher, als bei uns, auch wenn es zu Coronazeiten deutlich schwieriger geworden ist. Auch dagegen kann protestiert werden.

Abwrackprämie

Als Beispiel möchte ich gerne die Abwrackprämie anführen. Die war auch schon 2009 eine saublöde Idee und ökonomischer und ökologischer Unsinn. Im Zuge der Corona-Katastrophe kam tatsächlich nochmal das Gespräch auf eine Abwrackprämie, um die Wirtschaft zu stützen, doch sofort wurden Stimmen laut, dass eine Abwrackprämie mit Umweltschutz nichts zu tun hat, ein Aspekt, an den viele die staatlichen Wirtschaftshilfen gerne gekoppelt sehen wollten.

Doch glücklicherweise erinnterte man sich daran, dass das 2009 auch schon eine blöde Idee gewesen war. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen, aber selbst Wirtschaftsweise (auch hier) waren gegen die Forderungen der Automobilindustrie. Da wurden manche schon zynisch ;-)

Dann wurden die Träume der Umweltschützer wahr und Macron versprach 7.000 Euro Prämie für E-Autos. Und schwups möchte nun VW die E-Offensive vorantreiben, vielleicht auch weil Deutschland die Umweltprämie von 3.000 auf 6.000 Euro erhöht. Ob es was bringt in der CO2-Bilanz wird sich zeigen... Schließlich retten E-Autos die Umwelt auch nicht, zumal das Recycling der Akkus eine Herausforderung ist. Aber auch hier gibt es Fortschritte, wie z.B. die Natrium-Ionen-Akkus.

Deutschland ist da erwartungsgemäß ganz oben mit dabei, wenn es um CO2-Ausstoß geht. Aber so lange es hipp ist, zusätzlich zur eigenen Person noch einen 2,5 Tonnen Stahl-Koloss durch die Gegend zu bewegen, sehe ich da schwarz...

Letztendlich hat die Autolobby den Kampf um die Abwrackprämie verloren. Und das liegt unter anderem auch an den Protesten!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Süddeutsche (01.08.2020): Warum Gerichte Corona-Auflagen kassieren - Klagen sind auch eine Form des Protestes

Tagesspiegel (01.08.2020): 20.000 Menschen demonstrieren in Berlin-Mitte gegen die Corona-Regeln - 500.000 waren angekündigt, 15.00 Uhr aufgelöst, Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen den Infektionsschutz läuft

Berlin gegen Nazis (02.08.2020): 8 Gegenprotestanmeldungen - Wieviele Teilnehmer gab es da? Vielleicht waren die klüger und sind zu Hause geblieben und lassen sich jetzt online in sozialen Medien aus?

Tagesschau (02.08.2020): Kritik an Corona-Demo (mit Video)

Volksverpetzer (02.08.2020): Über Lügen und Teilnehmerzahlen

Telepolis (05.08.2020): Wie autoritär sind die Coronamaßnahmebefürworter?

BR24 (06.08.2020): Lassen Demos die Corona-Infektionszahlen steigen?

Süddeutsche (04.09.2020): Das Schweigen in Deutschland

Zeit (01.10.2020): Anti-Corona-Proteste: Konstanz verbietet Reichs- und Nazisymbole

Zeit (10.10.2020): Querdenken: Kinder sind keine Schutzschilde

Zeit (21.10.2020): Nehmt die Gefahr ernst! - Die Saat der Aufwiegler und Demokratiefeinde geht auch in Deutschland auf und untergräbt unsere Demokratie.

Youtube Rezo ja lol ey (22.11.2020): Wenn Idioten deine Freiheit und Gesundheit gefährden...

Tagesschau (22.11.2020): Grünen-Parteitag: Bürgerräte statt Volksentscheide

ntv (17.01.2021): Lautstarke Proteste: Brasilianer fordern Bolsonaros Rücktritt - katastrophale Verhältnisse in Brasiliens Kliniken

Frankfurter Rundschau (23.03.2021): Corona-Demos in Kassel: Ein "absolut unverständliches Zurückweichen des Staates" - 20.000 Demonstranten

Themen: Corona | Auto
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Sonntag, 19. Juli 2020 17:01

Kollateralschäden

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es war eigentlich klar, dass auch in Deutschland in irgendeiner Form eine Ausgangssperre kommen würde. Zwar hatten schon viele Menschen ihren Bewegungsradius eingegrenzt, wie die Handydaten damals zeigten, und auch beim Einkaufen hat man immer mehr Leute mit Maske und teils Gummihandschuhen gesehen, aber die Fallzahlen stiegen zu dem Zeitpunkt trotzdem noch und daher sah man sich gezwungen zu handeln, auch wenn das Datenmaterial ungenügend war. Meiner Meinung nach war das prinzipiell nach wie vor richtig. Hätte man noch weiter gezögert und auf evidenzbasierte Studien gewartet, hätte es uns wahrscheinlich stärker getroffen als Schweden, schon allein weil die Bevölkerungsdichte in Deutschland höher ist.

Dass es zu Kollateralschäden kommen werde, hatte man von Anfang an im Blick. Dazu habe ich mir nochmals die Pressekonferenz vom 20. März 2020 mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml "Vorläufige Ausgangsbeschränkung in Bayern" angeschaut, die ich seinerzeit live gesehen hatte. Söder legt dar, dass es nicht länger zu verantworten gewesen wäre, noch länger zu warten (Minute 4). Aus der Bevölkerung, aber auch aus Wirtschaft und Kliniken kam die Aufforderung, entschlossener zu handeln (Minute 5). Söder betonte, dass es sich um eine "Ausgangsbeschränkung" und keine "Ausgangssperre" handelt (Minute 8 und 38). Verglichen mit Frankreich, wo jeder, der das Haus verließ, eine schriftliche Erklärung bei sich führen musste, war das durchaus ein Unterschied. Sport, Bewegung an der frischen Luft, den Hund Gassi führen war weiterhin erlaubt, allerdings nur allein oder mit Familie (Minute 12). Auch an die Auswirkungen auf die Wirtschaft wurde gedacht und die Corona-Hilfen noch einmal vorgestellt (Minute 15 und 33), auch wenn die Folgen für die Wirtschaft massiv unterschätzt wurden. Es wurde davon berichtet, dass die kritische Infrastruktur, z.B. Stromversorgung, sichergestellt ist (Minute 20), um den Leuten die Angst zu nehmen.

Es wurde von Anfang an gesagt, dass es nur vorübergehend sein würde, dass es sich um einige Wochen, nicht Monate handeln wird (Minute 24). Und es wurde auch erklärt, wieso Bayern hier vorprescht, nämlich weil es stärker betroffen war als die anderen Bundesländer (Minute 39).

Dieter Reiter sagte am selben Tag im Grunde dasselbe. Und da ich in erster Linie nicht wollte, dass unser Gesundheitssystem überlastet würde, aber natürlich auch die Gesundheit der Menschen im Auge hatte, befürwortete ich die Maßnahmen im Großen und Ganzen. Auch Diskussionen mit Ferdinand hatten mir gezeigt, dass es ohne Verbote nicht gehen würde, dass sich immer noch zu viele Menschen nicht an die Empfehlungen hielten und so sich und andere in Gefahr brachten. Covid-19 ist keine leichte Erkrankung und auch bei mildem Verlauf können die Spätfolgen damatisch sein. Damals war das genaue Ausmaß der Gefahr natürlich noch nicht bekannt und wir lernen auch heute noch täglich dazu. Aber angesichts der vielen Tote insbesondere in Bergamo/Italien musste gehandelt werden.

Wir haben glücklicherweise keine Leichenberge in Deutschland. Die einen sagen, dass es daran liegt, dass die Maßnahmen gewirkt haben. Die anderen sagen, dass es übertrieben war und der "Lockdown" viel mehr Tote hervorgebracht hat, als gerettet wurden.

Für Singles, Eltern von kleineren Kindern und vor allem Alleinerziehende war es besonders hart. Und es kam zu mehr häuslicher Gewalt, auch gegen Kinder. Für depressive Menschen war das ebenfalls eine sehr schwierige Zeit, doch der befürchtete Anstieg von Suiziden blieb glücklicherweise aus.

Dass die Krankenhäuser nun aber mehr Kapazitäten für Covid-19-Patienten bereithalten sollten, führte dazu, dass Operationen verschoben wurden, was für Krebspatienten teils falate Folgen hat. Und obwohl die Coronapatienten und die restlichen Patienten weitestgehend voneinander getrennt wurden, hatten viele Menschen Angst, sich in die Notaufnahmen zu begeben und dort einer Ansteckungsgefahr auszusetzen, was insbesondere bei Herzinfarkten und Schlaganfällen ein fataler Fehler ist. Da ist die Gewichtszunahme, von der viele berichten, noch vergleichweise eine harmlose Folge.

Andererseits sind aber weniger Menschen an Grippe gestorben, da die Hygiene- und Abstandsregeln natürlich auch andere Infektionen vermindert haben. Und durch den Rückgang des Verkehrs gab es auch weniger Verkehrstote.

Da man nur schätzen kann, wieviele Menschen durch die Maßnahmen gerettet wurden, wird es sehr schwierig werden, hier tatsächlich die Waagschalen korrekt zu füllen. Und inwiefern die Wirtschaft allein durch die weltweit eingebrochenen Lieferketten und die Zurückhaltung der Menschen aus Angst vor Ansteckung oder aber erst durch die Maßnahmen geschädigt wurde, wird man wohl auch nie wirklich berechnen können. Den größten Schaden dürften wohl die internationale Tourismusbranche und Veranstalter von Großevents haben.

Insofern bleibt es wohl am Ende doch eine Glaubensfrage, ob man die Kollateralschäden für schlimmer hält, als die Schäden, die durch ein freilaufendes Coronavirus entstanden wären.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Deutsche Welle (Mai 2020): Weniger Selbstmorde in Corona-Zeiten

Stern (24.05.2020): USA: In vier Wochen Suizide wie in einem ganzen Jahr

BR24 (19.07.2020): Finanznot wegen Corona: Das langsame Sterben der Clubs

Heise (22.07.2020): Bundesagentur: Corona-Krise wirkt sich bis zu drei Jahre auf Arbeitsmarkt aus

Zeit (03.08.2020): 80 Prozent mehr psychische Erkrankungen in Corona-Krise

Spektrum der Wissenschaft (11.08.2020): Viele Todesfälle durch Gerüchte und Fehlinformationen, z.B. über Kamelurin, Bleichmittel und Methanol

Spiegel (13.08.2020): Konzertveranstalter: "Wer Freiheiten und Grundrechte derart einschränkt, muss auch einen Plan liefern, wie er sie wieder reaktiviert."

Spektrum der Wissenschaft - Podcast (04.09.2020): Wie funktioniert die Corona-Psycho-Therapie to go?

Spektrum der Wissenschaft (10.09.2020): Angst vor einem Virus, kaum Kontakte und Bewegung: Für Übergewichtige haben die Stressoren der Corona-Pandemie besonders ungünstige Folgen.

Spektrum der Wissenschaft (02.10.2020): Mehr Totgeburten während der Pandemie

Tagesschau (04.10.2020): Corona führt zu weniger Krankmeldungen

Telepolis (25.11.2020): Die Starken werden stärker, die Schwachen schwächer

CNN (29.11.2020): In Japan, more people died from suicide last month than from Covid in all of 2020. And women have been impacted most

Berliner Zeitung (30.11.2020): Die Starken werden stärker, die Schwachen schwächer

ntv (01.12.2020): Medikamente für jeden Tag nötig - Streeck befürchtet mehr Aids-Tote, weil Lieferketten zusammenbrechen

New York Times (13.12.2020): 2020 Was Especially Deadly. Covid Wasn’t the Only Culprit.

Spiegel (14.12.2020): Experten warnen vor bedrohlicher Situation für Krebspatienten durch Corona

Tagesspiegel (20.12.2020): Wie groß das Ausmaß häuslicher Gewalt in der Pandemie ist

Sumikai (04.01.2021): Pandemie verantwortlich für den Anstieg der Selbstmorde in Japan

Guardian (04.01.2021): London hospital halts urgent cancer surgery due to Covid cases

Tagesspiegel (05.01.2021): 2020 starben fast dreimal so viel Radfahrer wie 2019

Neue Zürcher Zeitung (01.02.2021): Der Lockdown schadet den Augen

Zeit (11.02.2021): Sport ist nicht das Problem, sondern die Lösung

Spektrum (16.04.2021): Nicht mehr Selbsttötungen in der Pandemie

Telepolis (19.04.2021): Wenn Krebs auf die lange Bank geschoben wird

Thema: Corona
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Sonntag, 21. Juni 2020 17:01

Nicht alles auf eine Karte setzen

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Anfangs schien es, als könnten wir die Pandemie erst dann wirklich eindämmen, wenn es gegen Covid-19 einen Impfstoff gibt. Doch je mehr ich darüber lese, desto mehr kristallisiert sich heraus, dass sich die Entwicklung realistischer Weise höchstwahrscheinlich bis ins Jahr 2021 hinauszögern wird, wenn die Testreihen sauber durchgeführt werden, damit der Impfstoff auch wirklich sicher ist. Auf den Entwicklern lastet ein enormer politischer und gesellschaftlicher Druck. Es ist wie ein neuer "Space Race", und der Sieger wird sich eine goldene Nase verdienen. Diesmal ist aber nicht nur USA und Russland im Rennen, wie damals bei der Mondlandung, sondern auch China. Und natürlich auch noch weitere Entwickler weltweit.

Und selbst, wenn ein Impfstoff noch dieses Jahr fertig und genehmigt sein sollte, muss dieser erst noch produziert und verteilt werden. Das ist eine logistische Herausforderung, die nicht von heute auf morgen zu meistern sein wird.

Es läuft also darauf hinaus, dass wir weiter lernen müssen, mit dem neuen Coronavirus zu leben. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass dieser bei weiterer Mutation vielleicht auch harmloser wird wie seine vier Verwandten. Vielleicht gibt es im Herbst nochmal eine zweite Welle, aber diesmal haben die Leute ihre Masken parat, entsprechende Verhaltensweisen eingeübt und können so dann darauf schneller reagieren. Es ist schließlich nicht notwendig, Deutschland in einen Operationssaal zu verwandeln, wie sich nun herausgestellt hat, sondern ein punktuelles Eindämmen statt einem großen Hammer müsste meines Erachtens dann ausreichen. Und wenn man sich die Geschichten der Pandemien so anschaut, dann haben die sich immer irgendwann ausgelaufen oder zumindest eingedämmt. Warum sollte es diesmal anders sein?

Außerdem denke ich, dass es nicht "den Impfstoff" für SARS-CoV-2 geben wird. Zwar mutiert der Coronavirus langsamer als der Influenzavirus, dennoch wird es meines Erachtens irgendwann einen ganzen Zoo an Coronaviren geben, gegen den dann eventuell regelmäßig, vielleicht sogar jährlich geimpft werden müsste, wie bei der Grippeimpfung. Also eine Goldgrube für Impfstoffhersteller.

Sollten sich die neuen Mutationen aber als harmloser herausstellen, ähnlich wie die vier Coronavirenstämme NL63, OC43, 229E und HKU1, die in der Regel nur leichte Atemwegserkrankungen verursachen, dann würde die Impfbereitschaft sinken und wahrscheinlich auch die Impfempfehlung gegen "eher nicht impfen" tendieren. Das wäre dann das Ende vom Goldrausch.

Auch in der Verwendung bereits vorhandener Medikamente haben die Ärzte viele Fortschritte gemacht, so dass die Krankheit vielleicht ein wenig ihres Schreckens verlieren wird und die Sterblichkeitsrate weiter gesenkt werden kann. Auch wenn dies wohl leider - und das tut mir in der Seele weh - in erster Linie wohl für die reichen Industrieländer gelten wird, während das Virus in den ärmeren Regionen dieser Welt, wie Indien, Südamerika und Afrika, eine Schneise der Verwüstung hinterlassen wird. Das ist politisch so gewollt und von der Gesellschaft gerne ausgeblendet.

So oder so, ich bin trotzdem davon überzeugt, dass der Spuk irgendwann vorbei sein und SARS-CoV-2 seinen Schrecken verlieren wird.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Frankfurter Rundschau (30.10.2020): Virologe Hendrik Streeck: Impfstoff wird überschätzt - anderes Szenario könnte Corona-Pandemie beenden - auch zu Mutation und Geschichte der anderen Coronaviren

Thema: Corona
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Freitag, 19. Juni 2020 18:36

Konjunkturpaket für Steuerberater

So auf den ersten, unreflektierten Blick sieht die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung ganz nett aus. Doch je mehr ich darüber nachdenke, desto bescheuerter finde ich die Idee. Wenn sie an den Verbraucher weitergegeben wird, dann senkt das Preise, sofern man wegen der derzeitig eher steigenden Preise davon überhaupt etwas mitbekommt. Wenn sie nicht an den Verbraucher weitergegeben werden, dann hilft es den Händlern, die vielleicht etwas mehr Gewinn oder zumindest weniger Verlust machen. Aber nachdem allen irgendwie geholfen werden sollen, fände ich das jetzt nicht verwerflich.

Florian betreut auch jemanden mit einem Webshop. Zwar sind die Mehrwertsteuersätze durchaus variabel einstellbar, doch da in Deutschland die Preise immer in brutto angegeben werden und wir uns so an die Endung mit 99 Cent gewöhnt haben, müssten diese eigentlich für jeden einzelnen Artikel im Shop neu berechnet werden. Was für ein Aufwand!

Und heute erfahre ich von meiner Pferdewirtin, dass sie extra beim Steuerberater war, um zu eroieren, wie sie uns den Differenzbetrag zukommen lassen kann. Da fragt man sich, wieviel der Steuerberater nun daran verdient haben mag. Dabei saßen zumindest in der letzten Wahlperiode keine Steuerberater im Bundestag. Spaß beiseite...

Ich frage mich, ob das wirklich irgendetwas bringt. Und Florian meinte, dass das amerikanische System, wo der Preis immer netto genannt wird und die Steuer erst an der Kasse draufgeschlagen wird, vielleicht doch einfacher und auch transparenter ist. Zumindest ist das eine mögliche Erklärung dafür, weshalb Amerikaner eher sensibel auf Steuererhöhungen reagieren, während sie für uns immer hübsch im Gesamtpreis kaschiert werden kann. Dann bekommt den Ärger nämlich der Händler ab und nicht die Regierung.

Deshalb hat man so Angst vor Preiserhöhungen, dass man lieber die Rezeptur verschlechtert wie bei Nutella oder die Füllmenge verkleinert, nur damit sich das Preisschildchen nicht ändern muss. Wenn man beim Buycountry genau hinschaut, dann steht am Regal immer der Preis pro 100 g oder pro kg. Da kann man dann ganz gut vergleichen.

Übrigens gibt es in Großbritannien bald eine neue Sorte Nutella mit mehr Kakao. Falls es die irgendwann auch in Deutschland geben sollte, dann probieren wir die vielleicht mal. Aber wahrscheinlich ist da auch wieder Palmöl drin -.-


Updates

Heise (08.07.2020): Mehrwertsteuersenkung verursacht Probleme bei Kassensystemen

Heise (15.07.2020): Mittelstand schätzt Mehrwertsteuersenkung mehrheitlich schlecht ein

Spiegel (02.09.2020): Umsatz im Einzelhandel sinkt trotz Mehrwertsteuersenkung

Themen: Corona | Eigenes Pferd Felix | Computer und Internet | Meine Sonderanfertigung Florian
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Dienstag, 16. Juni 2020 21:35

Vom Aprilscherz zur Realität

Naja, fast.

Ich sollte am 1. April grundsätzlich keine Nachrichten lesen. Aber ich fand diesen Artikel so toll, dass ich für eine halbe Sekunde daran geglaubt hatte, dass es vielleicht wahr sein könnte: Diätenverzicht – Bundestagsabgeordnete spenden 14 Millionen für Gesundheit. Als ich davon aber in keinem anderen Blatt las, ahnte ich, dass ich mal wieder einem Aprilscherz aufgesessen bin.

Doch dann, oh Wunder, kam das tatsächlich ins Gespräch, dass wegen Corona die Diätenerhöhung im Bundestag 2020 ausfallen könnte. Und es wurde sogar in die Tat umgesetzt.

Die Landtage haben sich da noch etwas geziert, dann haben aber Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Baden-Württemberg auch mitgemacht. Hessen verzichtete erst nach einem Streit.

Saarland und Schleswig-Holstein verzichteten nicht auf die Erhöhung, Mecklenburg-Vorpommern trotz Vorschlag der Linksfraktion ebenfalls nicht. Sachsen-Anhalt meint, dass ein Verzicht sogar unzulässig wäre.

Und Thüringen und Bayern verzichteten zwar nicht, spenden aber wenigstens die Erhöhung.

Über Berlin habe ich nichts gefunden.

Und Mitglieder der Bundesregierung, also Kanzlerin Merkel und die Minister verzichten ebenfalls nicht.

So schaut es aus ;-)


Updates

Twitter MDR Aktuell (03.12.2020): Bundestagsabgeordnete bekommen Corona-Bonus von bis zu 600 Euro

Themen: Sonstiges | Corona
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Donnerstag, 11. Juni 2020 17:01

Präventionsparadox

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ich habe schon in meinem Blog über Dr. Wodings geschrieben, dass es wohl sehr schwierig sein würde zu beweisen, wieviele Leben durch die Maßnahmen geretten sein würden, was dann eben den Coronaskeptikern Wind in die Segel blasen würde. Später lernte ich, dass es dafür sogar einen Namen gibt: Präventionsparadox(on), das auch für die Impfbereitschaft der Bevölkerung negative Auswirkungen hat.

Wie wir anhand der offiziellen Daten sehen können, gibt es einen Trend, der sich ungefähr um den 15. März herum umkehrte. Von da an sanken die geschätzten Zahlen der täglichen Neuerkrankungen.

Zur Erinnerung:

Maßnahmen/Ereignisse Anzahl Neuerkrankungen ca. 10 Tage später (5-Tagesmittel)
ab 08.03.2020 Deutschland: Verbot von Massenveranstaltungen ab 1000 Teilnehmer auf ca. 5300
11.03.2020 WHO ruft Pandemie aus, Empfehlung von Hygieneregeln, Abstandsgebote, Nies- und Hustetikette 15.03.2020 Höhepunkt ca. 6000
16.03.2020 Deutschland: Schließung von Kitas und Schulen ca. von 5200 auf 4100
21.03.2020 Bayern und Saarland (die am stärksten betroffenen Bundesländer): Ausgangsbeschränkung ca. von 4700 auf 3800
22.03.2020 Deutschland: Verbot von Versammlungen unabhängig von der Größe ca. 4600 auf 4000
23.03.2020 Deutschland: Ausgangsbeschränkung ca. 4400 auf 3600
06.-14.04.2020 Jena: Maskenpflicht Musterbeispiel Jena: Forscher bestätigen Wirkung von Masken 
20.-27.04.2020 Deutschland: Einführung der Maskenpflicht ca. von 1400 auf 900
ca. von 1000 auf 700

Ohne jetzt auf der Ungenauigkeit der Zahlen herumzureiten, sieht man doch sehr deutlich, dass all diese Maßnahmen und auch die vorausgeeilte Vernunft der Menschen (siehe Handydaten) dazu geführt haben, dass die Anzahl der Neuerkrankungen deutlich zurückgegangen ist. Die stärkste Wirkung scheint hierbei die Ausgangsbeschränkung sowie das Verbot von Versammlungen gebracht zu haben. Und ich weiß, Korrelationen sind kein Beweis. Und Coronaskeptiker werfen sicher ein, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass die Zahlen nicht auch ohne all diese Maßnahmen zurückgegangen wären. Ob die Freiwilligkeit nicht ausgereicht hätte, wie in Schweden?

Eine Studie besagt, dass der Shutdown 60 Millionen Coronainfektionen in den USA verhindert haben könnte, laut Washington Post. Und auf BBC ist zu lesen, dass der Lockdown in Europa etwa 3 Millionen Leben gerettet haben könnte. Coronaskeptiker werden diesen Studien keinen Glauben schenken und behaupten, sie dienen nur der Gerechtfertigung der Maßnahmen. Und es ist auch schwierig bis unmöglich, anhand der ungenauen Daten handfeste Beweise zu liefern.

Ebenfalls zur Erinnerung: Die Maßnahmen wurden ergriffen, um den exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen einzudämmen, also die Kurve abzuflachen. Außerdem wurden als weitere Maßnahme in Deutschland die Krankenhauskapazitäten aufgestockt, die Anzahl der Intensivbetten von 28.000 auf 40.000 erhöht, ebenso die Anzahl der Beatmungsgeräte. Außerdem wurden nicht lebensnotwendige Operationen verschoben und das Personal aufgestockt (auch Aushilfskräfte wie mein Sohn), so dass man tatsächlich sagen kann, dass Deutschland ganz gut vorbereitet war. Die L**chenberge und das überlastete Gesundheitssystem sind uns erspart geblieben, und darüber bin ich heilfroh. Nun sind die fehlenden Fallzahlen aber ein Problem, weil sie Coronaskeptikern in die Hände spielen.

The Hammer and the Dance: Die strengen Maßnahmen werden auch "der Hammer" genannt. Der Zeitfaktor war meines Erachtens immens wichtig, weshalb ich es nach wie vor gutheiße, dass Bayern schon zwei Tage vor dem Rest von Deutschland die Ausgangsbeschränkungen auferlegt hat, auch auf Druck der Bevölkerung. Ohne Verbote geht es eben leider nicht, wie die Geschichte der Gurtpflicht zeigt. Der Hammer ist nun vorbei und es war mir von Anfang an klar, dass die Maßnahmen erst einmal nur vorübergehend sein würden.

Aber ich möchte an dieser Stelle noch einmal anmerken, dass wir wesentlich weniger strenge Maßnahmen hätten ergreifen müssen, wenn die Bundesregierung und die EU ähnlich wie die SARS-gepeinigten asiatischen Länder einen Pandemieplan in der Schublade gehabt hätten und die Bevorratung von Schutzbekleidung nicht dem neoliberalen Sparkurs zum Opfer gefallen wäre.

Auch ein Paradox: Denn hätten wir genügend Schutzkleidung bevorratet gehabt, hätten wir einen Pandemieplan gehabt, hätten wir die Asiaten nicht wegen ihre Masken belächelt, hätten wir, um der Wirtschaft nicht zu schaden, nicht so lange gezögert... dann hätten wir der Wirtschaft keinen so immensen Schaden zufügen müssen, um die Pandemie einzudämmen. Das nächste Mal, ob bei einer zweiten Welle oder gar einer neuen Pandemie, werden die Entscheidungsträger hoffentlich besser vorbereitet sein.

Wir befinden uns jetzt im "Tanz". Wir lernen jetzt mit dem neuen Virus und einer weiteren Angst zu leben.

Und dazu gehört eben auch, dass manche einfach nicht glauben wollen, dass vielleicht eine Katastrophe in Deutschland verhindert wurde.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Süddeutsche (27.04.2020): There is no glory in prevention - Corona-Vorsorge

NDR Coronavirus-Update mit Christian Drosten (48) (11.06.2020): There is glory in prevention

Telepolis (13.06.2020): Haben die Lockdown-Maßnahmen die Ausbreitung der Pandemie und die Zahl der Toten reduziert? - noch mehr Studien und recht bunte Ansichten der Foristen

Spektrum der Wissenschaft - Podcast (17.06.2020): Die irren Formeln einer Pandemie - die verlinkten Studien werden kritisch hinterfragt

Statnews (19.06.2020): How many needless Covid-19 deaths were caused by delays in responding? Most of them

ntv (28.06.2020): Radikal richtig gemacht

Spektrum der Wissenschaft (26.06.2020): Wie das Virus den Körper verwüstet

Neue Zürcher Zeitung (07.07.2020): Eindämmung, zweite Welle oder gar nicht aus der ersten heraus: Welche Länder im Kampf gegen Covid-19 Erfolg haben – und welche nicht

Twitter Philipp S. Holstein (05.05.2021): #NoGloryInPrevention

Thema: Corona
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Sonntag, 7. Juni 2020 17:34

Was ist Geld?

Tauschmittel

Jeder hat so seine eigene Vorstellung von Geld. Einfach ausgedrückt ist Bargeld ein gutes Tauschmittel, das im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Produkten nicht schlecht werden kann. Es ist jedenfalls deutlich praktischer, wenn man darüber nachdenkt, dass man eine Kuh nicht wirklich gegen ein paar Schuhe oder ein Dutzend Eier tauschen kann. Irgendwie gehört es in meinen Augen auch zur Infrastrutkur, die ein Staat seinen Bürgern zur Verfügung stellen muss, damit der Tauschhandel funktionieren kann.

Dann kamen die Banken, die sich allerlei Zeug ausdachten, wie Schecks, EC- und Kreditkarten. Heutzutage braucht man meist kein Bargeld mehr, um etwas zu bezahlen. Ich habe gerade das Kinderlied "Taler, Taler, du mußt wandern" im Kopf. Das Geld, egal ob Bargeld oder Buchgeld wandert ständig und hält so die - nenne wir sie mal so - Realwirtschaft am Laufen. Man bekommt Geld, weil man arbeiten geht. Das gibt man aus für Wohnen, Essen, Kleidung und was man sonst noch so braucht. Das Geld wird dann wieder zur Produktion von Häuser/Möbel, Kleidung, Nahrung oder was man sonst noch so braucht verwendet. Und dafür benötigt man widerum Arbeitskräfte. So geht der Geldkreislauf, der die Produktion aufrecht erhält und den Menschen gibt, was sie brauchen.

Geldsystem und Staat

Unsere Banknoten werden in der Bundesdruckerei GmbH hergestellt. Moment mal. Eine GmbH? Ja, diese staatliche Hoheitsaufgabe wurde 1998 privatisiert und 2009 wieder rückverstaatlicht. Die Rechtsform blieb. Unsere Münzen werden in den Münzprägeanstalten hergestellt. Da wurde nie was privatisiert, ist ja auch nur Kleingeld.

In meinem Leben habe ich schon mehrere Erneuerungen des Bargeldbestandes mitgemacht. Die Scheine wurden ca. zwischen 1990 und 1997 ausgetauscht. Die gute alte D-Mark wurde 2001 dann gegen den Euro getauscht. Damit wurde die Europäische Zentralbank gegründet, deren Hauptaufgabe ist, Preisniveaustabilität zu gewährleisten. Sie soll weitestgehend unabhängig sein, insbesondere von der Politik. In den USA hat die Federal Reserve (US-Notenbank) eine ähnliche Aufgabe, ist aber auch umstritten.

Realwirtschaft

Ich sehe das so: In der Realwirtschaft wechselt das Geld ständig seinen Besitzer und hält diese somit am Laufen. Es ist nicht gut, wenn zu viel Geld irgendwo gehortet wird, weder unter der Matratze noch auf irgendwelchen Bankkonten. Wenn der Bargeldbestand ausgetauscht wird, wie damals bei der Euro-Umstellung, kommen die Schätze unter den Matratzen hervor (die legalen) oder verschwinden für immer (eher die illegalen). Und damit das Geld nicht zu lange auf der Bank liegen bleibt, wird seit Jahren Sparen durch die Niedrigzinspolitik unattraktiv gemacht. Aber die Realwirtschaft funktioniert auch sehr gut mit Buchgeld.

Es ist sehr wichtig, dass die Bevölkerung glaubt, dass Geld einen Wert hat, das Bargeld genauso wie das Geld auf ihrem Konto. Für das Geld auf dem Konto wurde die Einlagensicherung nach der Weltwirtschaftskrise 1929 geschaffen. Gerade für das Geld auf dem Konto ist das Vertrauen wichtig, denn die Bank könnte das gar nicht alles in Bargeld ausbezahlen. In der Coronakrise gab es tatsächlich Leute, die fünfstellige Beträge hätten abheben wollen, berichtete eine befreundete Bankangestellte. Da musste Merkel dagegenhalten, dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass das Bargeld knapp werden könnte. Anders als während der Weltwirtschaftskrise 1929 bevorzugen aber viele Geschäfte die Kartenzahlung wegen der "Ansteckungsgefahr". Wie die beim Bargeld, das vielleicht tagelang im Geldbeutel lag, größer sein soll, als wenn ich einen PIN auf einem gerät eintippe, das noch häufiger als das Bargeld betatscht wird, erschließt sich mir nicht. Jedenfalls war das Horten von Bargeld nicht wirklich wichtig.

Die Abschaffung des Bargeldes scheint aber irgendwie trotzdem keine gute Idee zu sein. In Indien wurde das mal experimentiert und scheiterte. Aber der Modi ist eh ein Präsident, der von der Praxis in seinem Land keine Ahnung hat. Das zeigte auch sein chaotischer Lockdown. Falls die EC-Karte mal nicht funktioniert, ist man doch froh, wenn man dann auf das Bargeld ausweichen kann. Und wenn alles elektronisch erfasst wird, ist man ein gläserner Bürger.

Ohne Bargeld gäbe es keine Schwarzarbeit und keine Steuerhinterziehung mehr. Aber es gäbe auch keine Flohmärkte mehr. Und wie soll man Taschengeld bezahlen? Würden die Leute auf Edelmetalle und Zigaretten umsteigen? Um Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung zu erreichen, würde es doch ausreichen, große Scheine abzuschaffen.

Banken

Jedes Mal, wenn man mit einer Karte bezahlt, dann verdient der Banksektor mit. Er verdient auch an Zinsen, und das mit Geld, das er gar nicht hat. Das wird Geldschöpfen genannt. Die Banken vergeben Kredite, wenn sie glauben, dass sie das Geld nebst Zinsen zurückerhalten werden. Aber das ist okay, so wird was in der Realwirtschaft investiert und die Banken müssen ja auch die Gehälter ihrer Mitarbeiter bezahlen. Jetzt frage ich mich als Nichtfachmann nur gerade, was mit dem erfundenen Geld passiert, das ja real zurückgezahlt wird. Das ist dann aus dem Nichts entstandenes Geld? Zumindest hat der Kreditnehmer dafür in der Realwirtschaft gearbeitet. Auf diese Weise versklavt sich aber die Realwirtschaft für das Bankwesen, denn es wird eigentlich Geld aus der Zukunft in das Hier und Jetzt transferiert.

Um dies auszugleichen, muss es eine ständige leichte Inflation geben. Die Geldmenge im Umlauf wird immer größer, damit weniger wert, die Preise steigen. Solange dies moderat geschieht, ist das in Ordnung.

Steuern

Es gibt aber noch einen weiteren Kreislauf, der ständig Geld aus der Realwirtschaft abzieht. Das sind die Steuern. Wie der Name schon sagt, steuert ein Land damit auch seine Wirtschaft. Die Einnahmen kommen aber der Bevölkerung zugute - zumindest theoretisch -, indem in Infrastruktur investiert wird. Straßen, Bahn, Strom, Wasser, Internet, Schulen, Kitas, Krankenhäuser. All das sorgt dafür, dass die Menschen gesund und gebildet dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, den Firmen produzieren und Waren sowie Daten transportieren können. Leider fließt ein Teil der Steuern auch in die Rüstung, aber ein wenig Säbelrasseln für die Sicherheit eines Landes, solange alles nur der Verteidigung dient, ist okay. Der Einsatz innerhalb des Landes ist nicht okay, dafür haben wir die Polizei mit ihren Spezialeinsatzkommandos. Ihr wisst schon, Gewaltenteilung und so. Ich bin froh, dass sich die Gouverneure momentan in den USA gegen den Inneneinsatz des Militärs wehren. Das nur am Rande.

Die Steuern, die aus der Realwirtschaft abgezogen wurden, ihnen aber wieder zu Gute kommt, ist ein begehrtes Diebesgut. Die Diebe sind sehr einfallsreich. Der größte Steuerraub der Geschichte ist das Dividendenstripping, unter dem Namen "Cum-Ex" bekannt. 400 Millionen Euro wurden so ergaunert. Wehe, das verjährt! Noch skandalöser ist eigentlich, dass die Finanzministerium davon seit 2002 wusste, aber es erst durch den unabhängigen Journalismus, allen voran Correctiv ans Tageslicht kam. Dagegen wirkt das Umsatzsteuerkarussell mit einem Verlust von 5 bis 14 Milliarden Euro noch harmlos. Jan Böhmermann hat das mal humoristisch aufgearbeitet.

Außerdem gehen natürlich riesige Steuersummen verloren durch Steueroasen. Die haben jedoch das Problem, dass sie meistens legal sind. Diese gibt es auch innerhalb der EU. Und die Banken mischen da mit ihrer "Beratung" fleißig mit, wie man beispielsweise anhand der Panama Papers sehen kann. Es wäre so wichtig, die Steuerschlupflöcher weltweit zu stopfen, doch das geht nur sehr zäh voran. Um so wichtiger ist es, dass solche Machenschaften aufgedeckt werden, deshalb halte ich es für sehr bedenklich, wenn Whistleblower (zu deutsch "Hinweisgeber") nicht ausreichend geschützt sind. Whistleblower wie Snowden, Assange und Manning mussten für die Wahrheit unglaubliche Opfer bringen. Das darf einfach nicht sein!

Finanzsektor

Nach dem Börsencrash 1929 wurde der Finanzsektor reguliert, damit es nicht wieder zu einem Börsencrash kommen kann. Doch seit den 70er Jahren wird an der Regulierung immer weiter gesägt. An der Grafik von Piketty (Punkt 5) sieht man an dem Punkt auch den Knick, an dem die Schere zwischen Arm und Reich sich wieder stetig öffnete. Seit dem wird Politik für Reiche gemacht. Die Hartz-IV-Gesetze, mit denen der Niedriglohnsektor geschaffen wurde, die Aushöhlung der Arbeitnehmerrechte, die Streichung von Sozialleistungen, all dies sind geschaffene Mechanismen, um das Geld von unten nach oben zu transferieren. In meinen Augen arbeitet die Regierung hiermit gegen das eigene Volk. Und nennt sich Volksvertretung. Was für ein Hohn. Allerdings muss man auch bedenken, dass Arbeitnehmer hierzulande mit den Arbeitnehmern weltweit konkurrieren, wo es bei weitem keine so hohen Sozialstandards gibt, Globalisierung sei dank. Dagegen kann man nur antreten, wenn wir die besseren Arbeitnehmer bieten könnten, die eine bessere Schul- und Ausbildung haben und damit den höheren Lohn und die höheren Sozialleistungen gerechtfertigen. Dafür muss in die Bildung investiert werden!

Die Superreichen saugen also Geld aus der Realwirtschaft ab, gestütz von der Politik, die auf lukrative Posten hoffen können. Warum also sollten unsere gewählten Volksvertreter eine Politik machen, die der Bevölkerung dient, aber ihnen selbst schadet? Da liegt ein Fehler im System vor. Wären beispielsweise die Diäten an den Hartz-IV-Satz oder den Mindestlohn gekoppelt, würde das wohl anders aussehen.

Die Börsen... Dort "investieren" die Superreichen dann ihr Geld, um noch reicher zu werden. Da werden in Zeiten der Nullzinspolitik noch Gewinnmargen von über 10% von den Unternehmen gefordert. Gewinne werden in Form von Dividenden abgeschöpft. Um die Margen und Gewinne zu erziehlen, müssen die börsennotierten Firmen oft einen harten Sparkurs fahren. Häufig leider, indem die Löhne gedrückt werden oder Arbeitsplätze ins Ausland verlegt werden. Beides Mechanismen, die ebenfalls der Bevölkerung hierzulande schaden. Es ist doch pervers, dass der Börsenkurs in die Höhe schießt, wenn eine Firma Massenentlassungen ankündigt. Genaugenommen sind die Börsen Spekulationsplätze, und die Bewertung einer Firma an der Börse entspricht eigentlich nur dem Glauben der Aktionäre, wieviel die Firma wert zu sein scheint.

Die Börsenkurse haben mit Geld und dem Wert, der dahinter steht, meines Erachtens überhaupt nichts mehr zu tun. Man muss sich nur den Hochfrequenzhandel anschauen, dann weiß man, wie pervertiert die Börse inzwischen ist. Ursprünglich war der Aktienhandel dazu gedacht, dass Investoren einer Firma Kapital zuschustern konnten und dafür mit Dividenden entlohnt wurden. Als diese noch als Wertpapier ausgestellt wurden und man Aktien wohl eine längere Zeit hielt, war das wohl auch noch in Ordnung. Doch je computerisierter der Handel vonstatten ging, desto mehr ist der Markt zu einem reinen Rechnenspiel verkommen. Milisekunden entscheiden über Wohl und Wehe. Broker zu sein ist kein Zuckerschlecken, aber die machen auch nur die Drecksarbeit für die Superreichen. Und Geld ist Macht, weshalb mir die Investmentgesellschaften wie Blackrock, Vanguard und State Street manchmal Angst machen.

So entstand für mich das Bild von der ausgemergelten Realwirtschaft und dem Finanzsektor, der wie eine Zecke an ihr saugt. Immer schwindelerregendere positive oder negative Zahlen im Computer, die aber keinen reellen Gegenwert haben, wie eine riesige Seifenblase.

Volkswirtschaft

Geld ist eigentlich nur dann wirklich etwas wert, wenn es in der Realwirtschaft kursiert. Der Abfluss in den Finanzsektor muss gestoppt werden. Die Volkswirtschaft folgt anderen Regeln als die Betriebswirtschaft und die Börse. Dafür hat die Politik die Coronahilfen eingetütet und das Konjunkturpaket auf den Weg gebracht.

Konjunkturpaket

Das Konjunkturpaket, das die Folgen der Coronakrise und der kommenden Rezession abfedern soll, wird als überraschend und durchdacht bezeichnet, sogar als historische Wende. Die Politik scheint tatsächlich einmal ihre Aufgabe als Volksvertreter wahrgenommen zu haben, anstatt die übliche Klientelpolitik zu betreiben. Sahra Wagenknecht sieht das freilich etwas kritischer. Wir werden sehen, was das Ganze bringt. Ob es wirklich zu einer Trendwende kommt, wage ich mal zu bezweifeln. Aber es ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

Was ist also Geld? Eigentlich nur ein Hirngespinst, an das wir alle glauben.

Aber Glaube kann Berge versetzen ;-)


Updates

Telepolis (Kommentar) (15.06.2020): Der Wirtschaftseinbruch hat nichts mit Corona zu tun.

Spektrum (07.08.2020): Mississippi-Blase: 1720 – das Jahr des ersten großen Crashs

Tagesschau (17.12.2020): Kryptowährung über 23.000 Dollar: Warum der Bitcoin neue Rekorde bricht

Golem (28.03.2021): Bargeld: Viele Geldautomaten mangels Nachfrage außer Betrieb

Telepolis (01.06.2021): Glücksspiel: Wenn Hedgefonds Milliarden an der Börse verwetten

Süddeutsche (20.06.2021): Bargeld bleibt beliebt - und wird gehortet


Videoempfehlungen

Themen: Sonstiges | Corona
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Freitag, 5. Juni 2020 17:01

Entwicklung eines Covid-19-Medikamentes

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Von Medikamenten, die speziell gegen Covid-19 entwickelt werden, liest man eigentlich fast gar nichts. Meist geht es um Tests bereits vorhandener Medikamente, die eventuell wirken und in der Therapie eingesetzt werden können. Oder halt von Impfstoffen, die noch Monate brauchen, bevor sie entwickelt, getestet, genehmigt und produziert werden.

Zuerst habe ich von der Theorie gelesen, dass man Antikörper aus dem Blut von Genesenen verwenden kann und fand die Idee simpel und großartig zugleich. Da scheint es jetzt auch Fortschritte zu geben. In den USA wird hier derzeit ein Wirkstoff namens LY-CoV555 an 32 Personen getestet. Entwickelt wurde das Medikament von der Pharmafirma Eli Lilly und der Biotech-Firma AbCellera in nur drei Monaten. Aber auch Regeneron und GlaxoSmithKline/Vir Biotechnology arbeiten an solchen Medikamenten.

Das ist aber sozusagen nur eine biologische Waffe, die aus dem Blut von Genesenen synthetisiert und weiterverarbeitet wird. Von einem Medikament, dass im großen Stil industriell hergestellt werden könnte, habe ich noch nichts gelesen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Antikörper

Außerdem ist die Antikörper-Therapie Tocilizumab (mdr 30.04.2020) aus China basierend auf gespendetem Blutplasma ein sehr vielversprechender Kandidat.

RND (06.05.2020): Forscher in Braunschweig und Israel melden Antikörper-Durchbruch

Spiegel (19.05.2020): Das Hoffnungsspiel mit den Antikörper-Studien

New York Times (19.06.2020): You May Have Antibodies After Coronavirus Infection. But Not for Long.

ntv (09.07.2020): Antikörper könnten eine wirksame Waffe sein

ntv (13.07.2020): Synthetische Nanokörper AeroNabs in Nasenspray verhindern Infektion - könnte Pandemie-Verlauf verändern

Ärzteblatt (05.10.2020): Zweiter Hersteller meldet Wirkung von Antikörper-Prä­paraten bei ambulanten Patienten - Regeneron mit den beiden Anti­körpern REGN10933 und REGN10987 (REGN-COV2)

New York Times (28.10.2020): Covid-19: Drug Maker Eli Lilly Says Its Antibody Treatment Does Not Work on Hospitalized Virus Patients

NDR (23.11.2020): Antikörper-Therapie gegen Corona: Wie weit ist die Forschung?

New York Times (23.12.2020): Covid Antibody Drugs Go Unused as Need Soars

FutureZone (01.01.2021): Bemerkenswertes Corona-Medikament: Es könnte sofort immun machen - Antikörper-Cocktail von AstraZeneca und University College London Hospitals NHS Trust (UCLH)

ntv (24.01.2021): Spahn kauft neues Antikörper-Mittel - Antikörper-Cocktail REGN-COV2 der US-Firma Regeneron

Pharmazeutische Zeitung (26.04.2021): Lama-Antikörper: Nanobodies zum Schutz vor SARS-CoV-2 und Covid-19


Updates Pfizer: PF-07321332

Pharmazeutische Zeitung (03.04.2021): Oraler Proteasehemmer gegen Corona geht in klinische Prüfung


Updates Crispr

Deutschlandfunk (14.07.2021): Vermehrung des Coronavirus lässt sich mit Crispr-Methode im Labor offenbar stoppen


Updates Leserasterverschiebungen / Frameshifting

Wissenschaft.de (14.05.2021): Möglicher Angriffspunkt für Medikamente entdeckt


Updates Sonstige Behandlungsmöglichkeiten

Spektrum der Wissenschaft (15.03.2019): So kommt ein neues Medikament auf den Markt

ntv (29.03.2020): Körpereigenes Protein LY6E hemmt Sars-CoV-2, erhöht aber Risiko einer Influenza-Infektion

MDR Wissen (04.08.2020): Neues Mittel tötet Coronaviren in Zellen und Mäusen - Proteaseinhibitor Variante 6e hemmt Virusentwicklung um 90%

Heise (19.08.2020): Riechverlust bei Covid-19: Forscher entdecken möglichen Therapieansatz

Pharmazeutische Zeitung (13.10.2020): AZD7442: SARS-CoV-2-Antikörper in Phase III von Astra-Zeneca

CNN (19.10.2020): 14-year-old Anika Chebrolu won a $25K prize for a discovery that could lead to a cure for Covid-19: molecule that can selectively bind to the spike protein of the SARS-CoV-2 virus

Spektrum (20.10.2020): Corona-Wirkstoff mit ACE-2 liefert viel versprechendes Resultat

Heilpraxisnet (03.12.2020): COVID-19-Studie: Grüner Tee, dunkle Weintrauben und Schokolade könnten SARS-CoV-2 hemmen

FAZ (12.12.2020): Medikamente gegen Corona: Gefährliche Förderlücke? - Blutplasma-Präparat Trimodulin

Frankfurter Rundschau (05.01.2021): Schwachstelle des Coronavirus entdeckt: Verhindert eine Enzym-Blockade die Ausbreitung?

Spektrum (10.03.2021): Wie man inzwischen Covid-19 behandelt

Heise (02.04.2021): Pandemie: Ernüchterung bei der Entwicklung von Covid-19-Medikamenten



vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen: Neue Medikamente gegen SARS-CoV-2

Thema: Corona
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Dienstag, 2. Juni 2020 17:01

Erwachen

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Einerseits ist es schön zu sehen, wie die Geschäfte in den RiemArcaden zu neuem Leben erwachen. Jetzt sind wieder jede Menge Leute unterwegs, mit Mund-Nasen-Schutz, der zu unserer "neuen Normalität" gehört. Der Kletterwald, an dem ich immer vorbei fahre, wenn ich in den Stall fahre, hat auch wieder geöffnet und der Parkplatz war wieder übervoll. Kollegen berichteten davon, dass die Hotels an der Nordsee im Sommer bereits ausgebucht sind. Es ist der Wahnsinn!

Trotzdem gibt es immer noch sehr viele, die noch nicht so dürfen, wie sie möchten. Bars zum Beispiel können noch nicht öffnen. Stammtische dürfen in den Restaurants derzeit nicht stattfinden.

Ich bin sehr erstaunt, wie viele Menschen es hinausdrängt. Einerseits finde ich das natürlich gut, weil dann die Hoffnung besteht, dass die Wirtschaft mit einem blauen Auge davonkommt. Die meisten haben anscheinend gelernt, mit der Angst vor der neuen Krankheit "Corona" zu leben, genau wie wir damit leben, dass es Krebs, Unfälle und Lebensmittelvergiftungen gibt. Das ist okay, denn es gibt keine 100%ige Sicherheit auf dieser Welt. Andererseits hoffe ich, dass die Abstandsregelungen und das Tragen der Masken ausreicht, um den Virus einigermaßen im Zaum zu halten.

Ich bin aber guter Dinge. Schon vor der strengen Ausgangsbeschränkung sind die Zahlen signifikant zurückgegangen. Die Handybewegungsdaten von Google zeigte, dass sich bereits sehr viele Menschen vor dem ausgesprochenen Verbot der Regierung an diverse vernünftige Regeln gehalten haben, um die Ansteckungsgefahr herunterzuschrauben. Insofern denke ich, dass wir die Pandemie gut in den Griff bekommen können, wenn sich ein genügend hoher Anteil der Bevölkerung an die Regeln hält. Mit vereinzelten Idioten werden wir schon fertig. Ist wie bei der Impfung. Zur Ausrottung der Masern würde es reichen, wenn 95% der Bevölkerung geimpft sind, bei Polio hatten 80% gereicht, dagegen wird jetzt nur noch als Reiseprophylaxe geimpft.

Vermutlich wird es wieder steigende Zahlen geben, wenn das Leben wieder mehr in Innenräumen stattfindet, da sich immer mehr herauskristallisiert, dass Menschenansammlungen in schlecht belüfteten Räumen über einen längeren Zeitraum die Hauptgefahr für Ansteckungen darstellt. Aber inzwischen sehe ich diesem Szenario etwas gelassener entgegen. Nachdem der neue Coronavirus wohl nie wieder ganz verschwinden wird, habe ich lediglich die Hoffnung, dass er weiter mutiert und vielleicht irgendwann harmloser wird, im besten Fall wie die vier anderen Coronaviren, mit denen wir schon lange leben. Er mutiert nach derzeitigem Wissensstand zwar langsamer als der Influenzavirus, aber das macht dafür Hoffnung, dass eine Impfung auch länger anhalten könnte. Wir werden sehen.

Die "neue Normalität" hält Einzug. Hm... Ich mach da noch nicht mit. Aber mir fällt das ja auch nicht schwer. Bin ja ein Nerd :D

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Heise (25.05.2020): Wiedereröffnung der Kinos uneinheitlich geregelt

kino.de (01.06.2020): Dreharbeiten werden fortgesetzt

Süddeutsche (03.06.2020): Messe München will nach Corona-Zwangspause durchstarten

Frankfurter Rundschau (07.06.2020): Zwischen Sorglosigkeit und Hysterie: Wie viel Angst vor Corona ist noch gestattet?

Süddeutsche (12.06.2020): Tierpark Hellabrunn - unsinnige Regelung von 20 m² pro Person, obwohl es im Freien ist und die Besucher nicht alle gleichzeitig im Park sind

Süddeutsche (16.06.2020): Kultur erwacht: Backstage, Royal Filmpalast, Jazzbar Vogler, Passauer Domplatz, Kammerspiele, Nationaltheater, Hypo-Kunsthalle, Gärtnerplatztheater

Süddeutsche (20.06.2020): Bars in München dürfen jetzt bis 2:00 Uhr offen bleiben

Thema: Corona
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Freitag, 29. Mai 2020 21:35

Halbe Bücher

Wenn man sich meine Bücher-Liste so ansieht, fällt sofort auf, dass ich immer weniger Bücher lese. Das liegt aber nicht daran, dass ich weniger lese. Ich lese sehr viel, meinen fast täglichen Streifzug durch den Blätterwald und auch dienstlich sehr viel, in erster Linie über IT-Themen und Firmenrichtlinien. Die Zeiten, dass ich nachts drei Stunden unter der Bettdecke mit dem Smartphone Nachrichten aufgesaugt habe, wie zu Beginn der Pandemie, sind glücklicherweise vorbei. Das hätte ich körperlich nicht viel länger durchgehalten. Bloggen hat mir geholfen, meine Gedanken zu diesem Thema zu ordnen und auch endlich wieder runterzukommen.

Aber Bücher... Irgendwie schaffe ich das kaum noch. Einerseits, weil ich meistens nur in der Badewanne oder mal im Garten lese, mir also viel zu selten wirklich dafür die Zeit nehme. Andererseits aber auch, weil es immer häufiger vorkommt, dass mich Bücher während des Lesens plötzlich nicht mehr interessieren.

Zum Beispiel Nerd-o-pedia von Thorsten Walch. Auch wenn ich den Autor, den viele als Klingolaus kennen, persönlich sehr schätze, ermüdete mich sein Schreibstil. Er verwies immer wieder auf folgende Kapitel und verwendete häufig ähnliche Sätze, so dass mir die Wiederholungen irgendwann tatsächlich auf den Senkel gingen. Außerdem erinnerte es mich inhaltlich immer mehr an A Girl's Guide to Dating a Geek von Omi Inouye, was sicherlich keine Absicht war. Und als Thorsten dann noch meinte, Willie Wiegand, den ich persönlich ebenfalls sehr schätze, wäre der deutsche Spock, ohne Jens Dombek zu würdigen, der diese Rolle mittlerweile übernommen zu haben scheint, legte ich das Buch endgültig weg.

Gleiches Schicksal wird wohl Freakonomics ereilen. Die Autoren reiten auf irgendwelchen Statistiken rum und ich frage mich nach jeder Seite, wann sie denn endlich zum Punkt kommen. Meine Lust weiterzulesen: Null.

Und ich frage mich, ob meine Aufmerksamkeitsspanne wirklich so geschrumpft ist, dass ich nur noch für Elevator Pitches begeistert werden kann. Und schnell von Artikeln genervt bin, die sich über mehr als ein oder zwei Bildschirmseiten hinziehen.

Die letzten beiden Bücher, die ich gekauft habe, waren Kranke Pflege von Alexander Jorde, das ich zur Zeit ungelesen ausgeliehen habe, und Wer schützt die Welt vor den Finanzkonzernen von Jens Berger. Beides hochinteressante Themen, und ich hoffe, dass ich dazu komme, diese Bücher auch wirklich zu lesen.

Und dann gibt es Bücher, die jahrelang auf meiner Wunschliste standen, und die ich dann irgendwann wieder lösche. Da hatte ich irgendwo Rezensionen gelesen und fand die interessant, doch irgendwann verlor sich das Interesse oder schlimmer, ich habe vergessen, wieso die Bücher auf meiner Wunschliste gelandet sind.

Und dann gibt es Bücher wie The Circle von Dave Eggers, das mir dann auch jemand von der Wunschliste geschenkt hatte, das dann aber verfilmt wurde und ich den Film so unterirdisch fand, dass mir die Lust auf das Buch komplett vergangen ist. Das werde ich also definitiv niemals lesen.

Es ist schade. Ich hoffe, dass ich mal wieder ein Buch in die Finger bekomme, das mich von der ersten Seite an verschlingt und erst auf der letzten Seite wieder ausspuckt. Und vielleicht ist das ausnahmsweise mal kein Roman von meinem Lieblingsautor Andreas Eschbach.

Themen: Bücher | Corona | mein Job
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Donnerstag, 28. Mai 2020 17:01

America First

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Youtube: David Bowie - This Is Not America

Heise (27.05.2020): Hunger in Amerika

Zeit (11.06.2020): Mehr als zwei Millionen Infektionsfälle in den USA

ntv (14.06.2020): Seattle: Covid-Patient bekommt Rechnung über eine Million Dollar, muss sie aber wahrscheinlich nicht bezahlen

Tagesspiegel (23.06.2020): Rapide steigende Corona-Zahlen nach Lockerungen - besonders in konservativen Staaten, keine Maskenpflicht in Texas, dafür kein Anstieg aufgrund von Protesten/Demonstrationen

Spiegel (26.06.2020): Trump-Regierung will Obamacare mithilfe des Supreme Courts abschaffen - grausam und herzlos

Süddeutsche (04.07.2020): Unabhängigkeitstag in den USA: Weltmacht in Trümmern

ntv (05.07.2020): Unabhängigkeitstag ohne Corona - Trump ist jenseits aller Selbstzweifel

ntv (09.07.2020): Corona-Zahlen nach Trump-Auftritt in Tulsa gestiegen

Tagesschau (09.07.2020): Zahlen der Corona-Infektionen in den USA steigen dramatisch

Heise (16.07.2020): Kommentar: Amerika hat sich disruptiert

CNN (10.08.2020): US tops 5 million Covid-19 cases, with five states making up more than 40% of tally

New York Times (10.08.2020): Trump Called the Coronavirus ‘Deadly’ in Private While Minimizing Its Risks in Public, Book Reveals

The Intercept (23.09.2020): Hunger in America, Especially for Children, Has "Skyrocketed" During Covid-19, Data Shows

Heise (29.10.2020): COVID-Tests: Google-Schwester Verily ignoriert Lebensrealität Armer - Termin nur mit Smartphone, 23,1% Analphabeten in Kalifornien

Stern (18.11.2020): Dramatische Lage in den USA: "Tragt Masken!" – Krankenpflegerin spricht über ihren harten Kampf gegen Corona

BBC (19.11.2020): Covid: US records quarter of a million deaths from coronavirus

ntv Video 2 Minuten (21.11.2020): Texas droht der Corona-Kollaps: US-Häftlinge transportieren Covid-19-Opfer ab

ntv (30.11.2020): Thanksgiving als Spreader-Event - Fauci warnt vor Explosion der Coronazahlen

Süddeutsche (10.12.2020): Erstmals mehr als 3000 Corona-Tote in den USA an einem Tag

New York Times (17.12.2020): Nurses Are Anxious and Angry in 2nd Wave: ‘We’re Not Prepared’

Washington Post - Video 7 Minuten (18.12.2020): A California hispital struggles to keep pace with the pandemic

New York Times (26.12.2020): Central and Southern California have 0 percent I.C.U. capacity, in a state already low on hospital beds.

CNN (05.01.2021): 'Human disaster' unfolding in LA will get worse, experts say

ntv (05.01.2021): Stundenlange Staus an Kliniken: US-Krankenwagen lassen Sterbende zurück

New York Times (21.02.2021): A Ripple Effect of Loss: U.S. Covid Deaths Approach 500,000

Thema: Corona
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Mittwoch, 27. Mai 2020 17:01

Covid-19: Symptome, Übertragung, Verlauf, Folgen

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt immer noch viele Leute, die glauben, dass es sich bei Covid-19 um eine ähnliche Krankheit wie die Influenza, also der echten Grippe handelt. Und auch die wird gerne unterschätzt, weil viele gar nicht wissen, dass eine Grippe eine viel ernstere Erkrankung ist als ein grippaler Infekt, der auch Erkältung genannt wird. Mir sträuben sich die Haare. Ich stelle mal ein paar Fakten gegenüber (vor allem laut Wikipedia, Stand 26.05.2020, 20:30 Uhr):

  Covid-19
Abkürzung von "Coronavirus Disease 2019"
im Volksmund "Corona" genannt
Influenza
"Grippe" genannt
Erreger anfangs 2019-nCoV, jetzt hat sich die Bezeichnung SARS-CoV-2 durchgesetzt,

im Volksmund "Coronavirus" genannt

gehört zur Familie der Coronaviren, von denen bisher vier Arten bekannt waren (NL63, OC43, 229E und HKU1), die aber nur harmlose Atemwegsinfekte auslösen
Influenzaviren
Inkubationszeit 5-7 Tage, eventuell sogar bis zu 14 Tage 1,2 - 4 Tage
Übertragung durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen, Singen, heftiges Atmen beim Sport) und Aerosole (feine Tröpfchen, die bis zu 3 Stunden in der Luft schweben, normales Ausatmen) - hohes Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen, ungefilterte Klimaanlagen können die infektiösen Tröpfchen auch in andere Räume übertragen, Lüften ist wichtig

Kontaktinfektion (bis zu drei Tage infektiös)

Kot - wahrscheinlich infektiös
Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen, Singen, heftiges Atmen beim Sport) und Aerosole (feine Tröpfchen, die bis zu 3 Stunden in der Luft schweben, normales Ausatmen) - hohes Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen, ungefilterte Klimaanlagen können die infektiösen Tröpfchen auch in andere Räume übertragen, Lüften ist wichtig

Kontaktinfektion (bis zu zwei Tage infektiös)

Kot - infektiös
Symptome langsamer Krankheitsbeginn
Fieber
Trockener Husten
Unwohlsein und Ermüdung
Erhöhte Speichelproduktion
Riech- und Geschmacksverlust

seltener:
Kurzatmigkeit
Muskel- oder Gelenkschmerz
Halsschmerzen
Kopfschmerz
Schüttelfrost
Übelkeit/Erbrechen
Schnupfen
Durchfall
Hautausschläge, schmerzhafte rote Läsionen ("COVID-Zeh")
plötzlicher Krankheitsbeginn
ausgeprägtes Krankheitsgefühl im ganzen Körper
Fieber von über 40 °C
Schüttelfrost
Kopfschmerzen
Gliederschmerzen
trockener Husten

seltener:
Augentränen
trockene Kehle
angeschwollene Nasenschleimhaut
Tracheobronchitis
Appetitlosigkeit
Müdigkeit
Übelkeit/Erbrechen
Durchfall
Komplikationen greift Endothelzellen an, gelangt über die Blutbahn in alle Organe, beschädigt und/oder zerstört Blut- und Lymphgefäße, Entzündungen im Herz-Kreislauf-System, Nieren, Gehirn bis zum multiplen Organversagen, Blutgerinnsel, die zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen können, auch ohne Vorerkrankung, auch bei jungen Menschen bakterielle Sekundärinfektion, virusbedingte Lungenentzündungen, Gehirnentzündungen, Entzündungen der Skelettmuskulatur sowie Herzmuskelentzündungen und Herzinfarkte
Dauer 2-6 Wochen bis zu 2 Wochen
Impfung gibt es noch keine jährliche Grippeimpfung gegen bis zu vier Stämmen
Sterblichkeit 4,6 - 16,25 % (Statista Stand 26.05.2020, 21.00 Uhr)

Update (08.07.2020):
3,4 % (so far), 1,0 (estitmate) Quelle: WHO/Bloomberg
Sterberate auch abhängig vom Gesundheitssystem des jeweiligen Landes

Update (21.07.2020):
0,6 % IFR Quelle: Telepolis/New York Times

0,1-0,2 %

Update (08.07.2020):
0,1% (Seasonal Flu) Quelle: WHO/Bloomberg

Update (21.07.2020):
0,04-0,2 % IFR Quelle: Telepolis/New York Times

Man sieht also, dass die Leute länger herumspazieren und das Virus verbreiten können, als bei Influenza. Dass der neue Coronavirus die Organe direkt schädigt, während es bei einer Influenza zu Sekundärinfektionen kommen kann, die dann den Organismus überlasten, die aber oft mit Antibiotika behandelbar sind. Dass die Krankheit Covid-19 deutlich länger braucht, bis man sie überstanden hat. Dass wesentlich mehr Menschen daran sterben.

Das Einzige, was die beiden Krankheiten gemeinsam haben, ist der Übertragungsweg! Der neue Coronavirus ist ein Arschloch!

Ganz ehrlich, ich möchte nicht an Covid-19 erkranken. Und ich denke, ich werde mich in Zukunft auch gegen Influenza und Pneumokokken impfen lassen.

Wie kann man jetzt nur noch daran festhalten, dass das nur ein Hirngespinst der Pharmaindustrie ist, die damit einen Reibach machen will? Jetzt, wo der neue Coronavirus SARS-CoV-2 in Brasilien wütet, wo die Menschen aus lauter Verzweiflung die Toten einfach vor die Tür legen, weil die Bestattungsunternehmen überlastet sind.

Dr. Wodings verbreitet weiter diesen hanebüchenen Unsinn und dreht sich die Zahlen, wie er sie mag. Ich habe keine Aussage von ihm gefunden, die die massive Übersterblichkeit (z.B. die vielen Toten in New York) aus seiner Sicht erklären würde. Statt dessen rät er dazu, nicht mehr zu testen.

Einfach nur krank!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Übertragung

ca. 10% Schmierinfektion -> Hände waschen
ca. 40% Tröpfcheninfektion -> Masken, Plexiglas, Abstand
ca. 50% Aerosole -> Lüften, Lüften, Lüften!!!

Standard.at (19.03.2020): Nein, Luftreiniger schützen nicht vor dem Coronavirus

Zeit (06.04.2020): Hendrik Streeck: "Einzelne Übertragungen im Supermarkt sind nicht das Problem"

Süddeutsche (22.05.2020): Re-Infektionen mit dem Coronavirus nicht sehr wahrscheinlich

Cleankids (26.05.2020): Erstmals neues Coronavirus in Muttermilch nachgewiesen

Süddeutsche (29.05.2020): Superspreading-Events

ntv (30.05.2020): Diagnose - Coronavirus erweist sich wohl als OP-Risiko?

Tagesspiegel (02.06.2020): So lässt sich die Gefahr durch Aerosole minimieren

Spektrum der Wissenschaft (09.06.2020): Wie Sars-CoV-2 in Deutschland aussterben kann dank der Asymmetrie zwischen Superspreadern und Menschen, die fast niemanden anstecken

Tagesspiegel (16.06.2020): Masken, Visiere, Kunststoffscheiben: Wie Materialien vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen

RND (11.06.2020): Laborversuchezeigen: Hohe und niedrige Temperaturen schaden Coronavirus auf Oberflächen kaum - wie lange sich das neue Coronavirus auf Oberflächen hält

RND (05.07.2020): Die wichtigsten Antikörperstudien in Deutschland, z.B. vom Helmholtz-Zentrum, um über die Verbreitung des Coronavirus mehr zu lernen

New York Times (07.07.2020): 239 Experts With One Big Claim: The Coronavirus Is Airborne, W.H.O. has resisted mounting evidence that viral particles floating indoors are infectious

South China Morning Post (07.07.2020): Scientists warn coronavirus can travel through the air for ‘tens of metres’ indoors

ntv (08.07.2020): Studie zu Langzeitfolgen - Hirnschäden trotz milden Covid-19-Verlaufs

Zeit (08.07.2020): Aerosole: Lüften, filtern und warm anziehen!

Zeit (10.07.2020): WHO hält Ausrottung des neuen Coronavirus für unwahrscheinlich

Apotheke adhoc (16.07.2020): Fachjournal JAMA: Übertragung über Luft untersucht

ntv (27.07.2020): Analyse: Aerosole Hauptübertragungsweg

Mimikama (03.08.2020): Coronavirus: Antikörper in Hunden und Katzen nachgewiesen

medRxiv (04.08.2020): Preprint: Viable SARS-CoV-2 in the air of a hospital room with COVID-19 patients

ntv (12.08.2020): Infektiöse Coronaviren in Aerosolen entdeckt - Abstandsregel in Innenräumen unsinnig? Masken und gutes Lüften dafür in Innenräumen sinnvoll?

Spiegel (19.08.2020): Wie Luftfeuchtigkeit Aerosole beeinflusst - Mindestabständen, Hygieneregeln und Mund-Nase-Masken - dazu Lüften! - Studie: von 318 Ausbrüchen mit mehr als 3 Infektionen nur einer an frischer Luft

Spiegel (27.08.2020): Superspreading-Event in Boston Eine Konferenz, Zehntausende Corona-Infektionen weltweit - Nachverfolgung von Infektionsketten mit Hilfe der Mutationen

Süddeutsche (06.09.2020): Quarantäne und Isolierung sind nicht das Gleiche - Wie mit gezielten Maßnahmen die Ausbreitung von SARS-CoV-2 gebremst werden kann.

Washington Post (10.09.2020): Cooling off without air-conditioning - über die Rolle von Klimaanlagen bei der Verbreitung des Coronavirus

Spiegel (16.09.2020): Brillen könnten das Corona-Infektionsrisiko senken

Spektrum (17.09.2020): Kultur und Infektionsrate hängen zusammen

Süddeutsche (20.09.2020): Superspreader - Verbreitung folgt sehr inhomogenen Muster

SWR (02.10.2020): Was taugen mobile Luftfilter wirklich?

ntv (11.10.2020): Augenschutz trotzdem empfohlen - Corona dringt wohl nicht über Augen ein

Heise (15.10.2020): US-Behörde CDC bestätigt endlich: Aerosole sind Übertragungsweg für Coronavirus - Lüften ist effektivste Maßnahme

Spiegel (15.10.2020): Lüften - aber richtig

ntv (18.10.2020): Coronavirus bleibt stundenlang auf Haut aktiv - Händewaschen und/oder Ethanol hilft

Wissenschaft (21.10.2020): Weiterer Türöffner in die Zelle entdeckt: Neuropilin-1 (Rezeptor)

ntv (23.10.2020): Hier kommt es zu den meisten Ansteckungen: Private Umgebung, Arbeitsplatz, Freizeit

Frankfurter Rundschau (24.10.2020): Die Blutgruppe wirkt sich auf das Ansteckungsrisiko aus: Blutgruppe 0 seltener betroffen

Spektrum (26.10.2020): Neun wichtige Lehren über die Corona-Pandemie - was wir heute wissen

Scinexx (11.11.2020): Online-Kalkulator: Ansteckungsrisiko selbst berechnen

New York Times (18.11.2020): The Coronavirus Is Airborne Indoors. Why Are We Still Scrubbing Surfaces?

Ärzteblatt (22.11.2020): Virusausscheidung in den ersten Tagen der Infektion am höchsten - Studienübersicht in Lancet Microbe - Wieso sich SARS-CoV-2 im Gegensatz zu SARS-Cov-1 und MERS-CoV innerhalb weniger Monate weltweit ausbreiten konnte

Zeit (26.11.2020): Aerosole: So schnell verbreitet sich das Coronavirus in Innenräumen - mit interaktivem Rechner

Neue Zürcher Zeitung (11.12.2020): Mindestens jeder Fünfte steckt sich in der Familie an – doch entscheidende Daten zu den Infektionsketten fehlen noch immer - knapp 30% ohne Angabe, gut 20% unbekannt

Heilpraxisnet (20.12.2020): Infektionen über kontaminierte Gegenstände bisher vernachlässigt?

Guardian (20.01.2021): Talking can spread Covid as much as coughing, says research

Twitter - Quarks (21.01.2021): Übertragungswege in Deutschland

Tagesschau (09.02.2021): Studie zur Virus-Ausbreitung: Mehr Infektionen durch "Querdenken"-Demos

Tagesspiegel (12.02.2021): Schule, Friseur, Supermarkt – so hoch ist das Infektionsrisiko

ntv (19.02.2021): Experte erklärt Aerosol-Gefahr: "Beim Spazieren passiert garantiert nichts"

BBC (24.02.2021): University study finds Covid survives three days on fabric

New York Times (24.02.2021): C.D.C. Traces Covid Outbreaks in Gyms, Urging Stricter Precautions

Heise (29.03.2021): Neuartiges Lüftungssystem lässt Viren oxidieren - Fraunhofer-Institute

ntv (12.04.2021): "Die Gefahr lauert drinnen": Aerosolforscher fordern Kurswechsel

Süddeutsche (27.04.2021): Ansteckungsgefahr: Wie infektiös sind Geimpfte, Genesene und Getestete?

New York Times (08.05.2021): The virus is an airborne threat, the C.D.C. acknowledges.


Updates Diagnose

Mein Blog über Corona-Tests

ntv (27.05.2020): Können Hunde Corona-Infizierte erschnüffeln?

Pharmazeutische Zeitung (27.05.2020): IL-6 als Biomarker sagt Lungenversagen voraus, erhöhter Zytokinspiegel

Pressetext (03.08.2020): Transferrin (Glykoprotein) sagt schweren Corona-Verlauf vorher

Spiegel (14.11.2020): Covid-19 an der Stimme erkennen: Auf den Spuren des Corona-Sounds

Heise (07.12.2020): KI soll selbst asymptomatische Covid-19-Infektionen erkennen können

Spektrum (11.12.2020): Corona-Massentests: Was bringt ein Riechtest auf Covid-19 wirklich?


Updates asymptomatische und milde Verläufe

HeilpraxisNet (13.06.2020): 45 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen asymptomatisch

Berliner Zeitung (18.06.2020): 81 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen mild

Pharmazeutische Zeitung (22.06.2020): Erst IgM-Antikörper, danach folgen IgA- und IgG-Antikörper - Erklärung für milde Verläufe

inFranken (14.07.2020): Coronavirus greift Gehirn an: Schwere Hirnschäden schon bei leichten Covid-19-Symptomen

ntv (03.09.2020): "Rund 80 Prozent der positiv Getesteten haben den Gesundheitsbehörden zufolge keine Symptome."


Updates Symptome und Verlauf

Telepolis (07.05.2020): Fast alle Organe im Körper sind betroffen

ntv (08.05.2020): Wir lernen gerade, wie Covid-19 verläuft

Pharmazeutische Zeitung (10.05.2020): Der ganze Körper ist betroffen

NDR (12.05.2020): Schädigt das Coronavirus die Blutgefäße? (Endothel), das tut Influenza auch (Pharmazeutische Zeitung, 26.10.2010)

ntv (12.05.2020): Forscher finden Coronavirus-RNA in Sperma

Spiegel (13.05.2020): Die vielen Symptome von Covid-19

Zeit (14.05.2020): Der Weg des Virus durch den Körper

NDR (14.05.2020): Hamburger Studie: Corona befällt mehrere Organe

Süddeutsche (15.05.2020): Behandlung von Covid-19-Patienten langwierig, aber erfolgreich

National Geographic (26.05.2020): Ausschlag, Hirnentzündung, Infarkte: Rätselhafte Corona-Symptome

Stern (28.05.2020): Ebola-Entdecker Peter Piot über seine Covid-19-Erkrankung: "Ich habe dieses Virus unterschätzt"

Süddeutsche (07.07.2020): Wenn der Geruchssinn versagt

Spektrum der Wissenschaft (08.07.2020): Was wir auch nach sechs Monaten noch nicht wissen - SARS-CoV-2 ähnelt zu 96% dem Coronavirus RATG13, das 2013 bei Java-Hufeisennasen-Fledermäusen in Yunnan (China) entdeckt wurde, und zu 93% dem Coronavirus RmYN02, das 2020 bei Malaiischen Hufeisennasen-Fledermäusen entdeckt wurde.

The Lancet (09.07.2020): Intensive care admissions of children with paediatric inflammatory multisystem syndrome temporally associated with SARS-CoV-2: Covid-19 auch für Kinder nicht ungefährlich

Spiegel (10.07.2020): Covid-19 befällt auch das Herz

Spektrum der Wissenschaft (17.08.2020): Wie Sars-CoV-2 Zellen am Suizid hindert

Süddeutsche (01.09.2020): Wie sich der Pandemie-Verlauf verändert - Risikogruppen besser geschützt, AHA-Regel greift, Spätfolgen müssen beachtet werden

Spiegel (13.09.2020): Neue Untersuchungen belegen das Risiko schwerer Corona-Krankheitsverläufe bei jungen Menschen

New York Times (25.09.2020): Losing Your Hair Can Be Another Consequence of the Pandemic

Spiegel (08.10.2020): Was Covid-19 und die Grippe verbindet - und was sie unterscheidet

T-Online (08.10.2020): Weiteres Symptom weist auf Corona-Erkrankung hin: Delir/Verwirrtheit

Wissenschaft (03.11.2020): Sieben Formen von Covid-19 identifiziert

Spektrum (06.11.2020): Wie Sars-CoV-2 das Nervensystem beeinträchtigt

Wissenschaft (24.11.2020): Sars-CoV-2 baut das Zellinnere um

RND (30.11.2020): Neue Studie zeigt: So gelangt das Coronavirus ins Gehirn

Standard.de (04.01.2021): Grazer Med-Uni erforscht Covid-19-Auswirkungen auf Magen-Darm-Trakt

ntv (18.01.2021): Das hat es mit der Corona-Zunge auf sich

Schwäbische (03.02.2021): Coronavirus kann auch Bauchspeicheldrüse befallen

Wissenschaft (16.02.2021): Wie das Immunsystem Sars-CoV-2 nützt - Interferon-Gamma und die ACE2-Rezeptoren

Spektrum (23.02.2021): Animation von Sars-CoV-2: Wie das Coronavirus angreift

Heilpraxisnet (27.03.2021): SARS-CoV-2 kann Zellen im Mund befallen

CNN (01.04.2021): Covid-19 led to a global increase in stillbirths, maternal mortality, and depression, review finds


Updates Vergleich mit Grippe (Influenza)

RND (23.10.2020): Grippe versus Covid-19: Was ist gefährlicher?

Twitter John Burn-Murdoch (Financial Times) (07.01.2021): England's winter Covid surge compares to flu seasons


Updates besonders schwere Verläufe und Risikofaktoren

Anteil schwerer Verläufe: 14 Prozent laut Deutsche Familienversicherung (28.07.2020), 8 Prozent laut ÄrzteZeitung (12.05.2020)

Berliner Zeitung (18.06.2020): 14 Prozent der SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen schwer und 5 Prozent kritisch

Scinexx (16.09.2011): Zytokinsturm bei Grippe (Influenza)

New York Times (08.05.2020): In the Fight to Treat Coronavirus, Your Lungs Are a Battlefield

ntv (11.05.2020): Seltsames Syndrom bei Kindern macht Sorge - Syndrom weist Ähnlichkeiten mit dem Kawasaki-Syndrom auf

FAZ (17.05.2020): Verlauf von Covid-19 auf der Isolierstation

Nature Medicine (15.07.2020): Extrapulmonary manifestations of COVID-19 - Manifestation von Covid-19 außerhalb der Lungen

Spektrum der Wissenschaft (17.07.2020): Zellalterung könnte Covid-19 verschlimmern - chronische Entzündung führt zu erhöhten Zytokin-Werten im Blut

Stern (08.08.2020): 28-Jährige erhält doppelte Lungentransplantation - seltener schwerer Verlauf, vermutlich aufgrund Autoimmunkrankheit

Frankfurter Rundschau (18.08.2020): Schwerer Verlauf sorgt für Immunthrombose - Heparin und Dexamethason hilft dagegen

Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung (01.09.2020): Lungenversagen durch Überreaktion des Immunsystems (Zytokinsturm)

Telepolis (08.09.2020): Covid-19: Viel gefährlicher als die saisonale Grippe und am tödlichsten für ältere Männer - von Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kolenda

Redaktionsnetzwerk Deutschland (12.09.2020): Vitamin-D-Mangel könnte Verlauf von Covid-19 beeinflussen

Ärzteblatt (03.12.2020): Immunsuppression: Krebspatienten können SARS-CoV-2 über 2 Monate ausscheiden

Heilpraxis.net (14.12.2020): COVID-19-Forschung: Diese fünf Gene verantwortlich für schwerem Krankheitsverlauf: IFNAR2, TYK2, OAS1, DPP9 und CCR2

ntv (04.02.2021): Parodontitis ist Covid-19-Risikofaktor

inFranken (18.02.2021): Wer erkrankt schwer an Covid-19? Erlanger Forscher entdecken neuen Risikofaktor Immunbotenstoff Protein Interleukin-3

ntv (10.03.2021): Auch Untergewicht ist Covid-19-Risiko

Standard (16.03.2021): Thrombosegefahr durch Störer im Gerinnungssystem - Antikörper binden Blutplättchen, Gefahr von Herzinfarkt und Schlaganfall

ntv (01.04.2021): Sars-CoV-2 ist im ganzen Körper: Viruslast und Gewebeschäden hängen zusammen

South China Morning Post (12.05.2021): The black fungus nightmare facing India’s coronavirus patients

Spektrum (25.07.2021): Welche Gene fördern schwere Verläufe?


Updates Spätfolgen / Long Covid

SWP (23.03.2018): Langzeitfolgen Grippe (Influenza): Herzmuskelerkrankung, Atemnot

Tagesspiegel (15.05.2020): Wie es ist, einen schweren Verlauf von Covid-19 überlebt zu haben

Spiegel (13.06.2020): Covid-19-Folgeschäden

Fefes Blog (17.06.2020): Bericht eines Covid-19-Patienten: 4 Wochen Koma, 6 Wochen Reha

NDR (29.06.2020): Corona-Patienten in Sorge wegen Langzeitfolgen

ntv (08.07.2020): Studie zu Langzeitfolgen - Hirnschäden trotz milden Covid-19-Verlaufs

Süddeutsche (11.07.2020): Covid-19-Patienten genesen nach zwei Wochen wieder, klagen aber noch nach Monaten über Symptome

Tagesspiegel (14.07.2020): Erschöpfung und Atemnot: Covid-19-Patienten leiden oft noch über Wochen und Monate

Stern (27.07.2020): Milchglasmuster: Diese Corona-Spätfolgen alarmieren Ärzte - Verharmlosung der Corona-Pandemie macht Lungenärzte wütend

Tagesspiegel (06.08.2020): Gravierende Spätfolgen von Covid-19: Die Krankheiten nach der Krankheit

CNN (07.08.2020): Chronic fatigue syndrome a possible long-term effect of Covid-19

NDR (31.08.2020): Reha nach Corona: Der lange Weg zurück

Neue Südtiroler Tageszeitung (07.09.2020): Langanhaltende Symptome

Spektrum (07.09.2020): Langzeitschäden offenbar reversibel

Heute.at (09.09.2020): Macht Covid-19 unfruchtbar?

ntv (10.09.2020): Lunge und Herz können sich regenerieren (nach zwölf Wochen bei der Hälfte der Patienten gebessert)

ntv (17.09.2020): Genesene oft chronisch erschöpft: Wie lange bleiben Covid-19-Schäden?

Guardian (05.11.2020): Many 'long Covid' sufferers unable to fully work six months later

The Lancet Psychiatry (09.11.2020): Bidirectional associations between COVID-19 and psychiatric disorder: retrospective cohort studies of 62?354 COVID-19 cases in the USA

Heise (13.11.2020): US-Studie: Fast jeder fünfte Covid-Patient hat anschließend psychische Probleme

BBC (01.12.2020): Covid-19: Lung damage 'identified' in study - still detectable more than three months after patients are infected

Telepolis (17.12.2020): Genesen, aber nicht gesund - Post-Covid-Syndrom

Zeit (08.01.2021): Wuhan: Drei Viertel der Corona-Patienten leiden an Spätfolgen

Journal of Experimental Medicine (JEM) (12.01.2021): Neuroinvasion of SARS-CoV-2 in human and mouse brain

CNN (15.01.2021): Post-COVID lungs worse than the worst smokers' lungs, surgeon says

Merkur (26.01.2021): Impotent durch Corona: Münchner Mediziner warnt vor Virus-Spätfolgen

ntv (29.01.2021): Studie: Covid-19 könnte Spermien schädigen

NDR (17.04.2021): Long Covid bei Jüngeren: Klinik in Heiligendamm schlägt Alarm

Zeit (28.04.2021): "Wer Fatigue hat, schafft es oft kaum noch, ins Badezimmer zu gehen"

Heilpraxis (03.06.2021): COVID-19 kann Spätfolgen für die Nieren haben

Youtube MEINS Reportage 8 Minuten (09.06.2021): Long Covid: So lange lässt dich dein Körper im Stich

Heilpraxis (19.06.2021): Coronavirus-Infektion kann Blutzellen langfristig verändern

Businessinsider (22.06.2021): Langzeitstudie: Covid-19-Überlebende erleiden Verlust an grauer Substanz im Gehirn

Twitter Martin Moder (24.06.2021): Long Covid – neue Studie aus Norwegen in Nature: 21% leiden an chronischer Erschöpfung


Updates Reinfektionen

Spektrum der Wissenschaft (24.08.2020): Offenbar erste bestätigte Reinfektion mit Coronavirus (Hongkong)

Welt (25.08.2020): Zwei Genesene infizieren sich erneut mit Corona (Belgien und Niederlanden)

ntv (29.08.2020): Covid-19 zweites Mal schlimmer: Reinfektion nun auch in USA nachgewiesen (USA)

Tagesschau (29.08.2020): Zweitinfektion nicht überraschend - Erneute Infektion ist bei saisonalen Coronaviren (den vier bekannten Stämmen) üblich

Pharmazeutische Zeitung (31.08.2020): Corona-Reinfektionen mit schwererem Verlauf (Ecuador)

ntv (02.09.2020): Covid-Kranke doch immun - Drosten: Fünf Tage Quarantäne sind genug

Spektrum (20.09.2020): Was lässt sich von den Coronavirus-Reinfektionen lernen?

BBC (13.10.2020): Covid reinfection: Man gets Covid twice and second hit 'more severe'

Deutschlandfunk (05.11.2020): Was man bisher zu Reinfektionen und Immunität gegen das Coronavirus weiß

Spektrum (18.01.2021): Covid-19-Reinfektionen sollen äußerst selten sein

Zeit (18.03.2021): Ältere stecken sich häufiger erneut an als Jüngere


Updates Sterblichkeit, Obduktionen, Tod etc.

New York Times (ständig aktualisiert): Übersterblichkeiten weltweit

New York Times (ständig aktualisiert): Übersterblichkeiten USA

Euromomo (ständig aktualisiert): Übersterblichkeiten Europa - Pooled number of deaths by age group

Statistisches Bundesamt (ständig aktualisiert): Übersterblichkeiten Deutschland

Covid-19 Survival Calculator

Esanum (25.05.2020): COVID-19-Obduktionen: Schwere Lungenschäden

Heise (15.06.2020): Organoiden (Mini-Lungen) könnten zeigen, warum Covid-19 tötet

National Geographic (02.07.2020): How scientists know COVID-19 is way deadlier than the flu

Telepolis (07.07.2020): Covid-19: Was bedeutet Übersterblichkeit?

Telepolis (08.07.2020): Wahrscheinlichkeit, nach einer Coronavirus-Infektion zu sterben, ist für Senioren hoch

CNN Health (10.07.2020): Pathologist found blood clots in 'almost every organ' during autopsies on Covid-19 patients - bei Autopsien werden Blutgerinsel in fast jedem Organ von Covid-19-Patienten gefunden

Zeit (29.07.2020): Corona-Studie: Mehr als die Hälfte der beatmeten Covid-19-Patienten verstorben

Mimikama (04.08.2020): Behauptung: "Niemand ist am Coronavirus gestorben" (Faktencheck)

NachDenkSeiten (05.08.2020): Wie tödlich ist Corona? - Wie kommen die Zahlen in den Ländern zustande? Und ein Plädoyer für ein dem Gemeinwohl verpflichtetes, qualitativ hochwertiges öffentliches Gesundheitssystem

Telepolis (17.08.2020): Übersterblichkeit verglichen mit Spanischer Grippe 1918

mdr Wissen (20.08.2020): Ein Drittel der Toten trägt Corona im Gehirn

Heise (21.09.2020): Die Sterberate sinkt

Süddeutsche (29.09.2020): Mehr als eine Million Menschen an Covid-19 gestorben

Spiegel (10.10.2020): Warum jetzt weniger Menschen an Covid-19 sterben

CNN (13.10.2020): US sees 20% more deaths than expected this year, most due to Covid-19, research finds

Telepolis (23.10.2020): CDC geht in den USA von einer Übersterblichkeit von 300.000 Toten bis Anfang Oktober aus

Mimikama (29.10.2020): Werden die Zahlen der Corona-Toten auf EU-Anweisung gefälscht? Nein!

Spiegel (30.10.2020): Sinkende Corona-Todeszahlen: Warum mehr Schwerkranke überleben

bz – Zeitung für die Region Basel (18.11.2020): Studie zeigt: Vergleich zwischen Corona und spanischer Grippe hinkt - Autopsieberichte

BR24 (11.12.2020): Die Corona-Toten: Sterben mehr Menschen wegen Corona?

BR24 (14.12.2020): Corona: Wie hoch ist die "Übersterblichkeit"?

Neue Zürcher Zeitung (18.12.2020): Forschungs-Update Corona: Verdreifachtes Sterberisiko durch Covid-19 – bisher grösste Studie zeigt wichtige Unterschiede zu Influenza

Quarks (02.01.2021): Wie viele Menschen sterben an Corona?

TZ (09.01.2021): Forscher der LMU zeigen statistische Wahrheit zur Übersterblichkeit - Schlusssatz: "Sicher ist jedoch: Ohne die ergriffenen Corona-Maßnahmen wären die Zahlen bundesweit noch höher."

Spiegel (08.01.2021): Übersterblichkeit in Deutschland Deutlich mehr Tote in der ersten Dezemberhälfte

Tagesspiegel (22.01.2021): Die hohe Sterblichkeitsrate von Covid-19 ist vor allem durch Sepsis bedingt

Tagesspiegel (29.01.2021): Die Coronatodesfälle im Vergleich zu den häufigsten Todesursachen

Süddeutsche (30.01.2021): Zu viele Tote - 5% Übersterblichkeit in Deutschland 2020

ntv (06.02.2021): Pathologe zu Todesfällen: Mehrzahl an statt mit Covid gestorben

New York Times (23.04.2021): ‘Excess Deaths’ in 2020 Surpassed Those of 1918 Flu Pandemic

Hessenschau (28.06.2021): Corona führt zu deutlicher Übersterblichkeit

Thema: Corona
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Montag, 25. Mai 2020 17:01

Zur Öffnung der Restaurants

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

In Bayern dürfen seit heute die Restaurants wieder unter strengen Auflagen öffnen. Die Öffnung von Biergärten halte ich für weniger problematisch, auch weil die Kaltspülung nicht mehr erlaubt ist, aber die Öffnung von Restaurants könnte für vermehrte Infektionen sorgen. Mich überrascht es auch nicht, dass es in Niedersachsen in einem Restaurant zu einem Ausbruch mit derzeit zehn Infizierten kam, allerdings wurde hier wohl eine private Party gefeiert - blöde Idee... Die Hygiene- und Abstandskonzepte, die beispielsweise schichtweise Essen vorsehen und nach jedem Gastwechsel eine Desinfektion der Tische, ist wegen der Schmierinfektion und der Übertragung durch größere Tröpfen, die zu Boden sinken, sinnvoll.

Weit wichtiger ist meines Erachtens, dass gut gelüftet wird, denn das scheint nach meiner Einschätzung der Hauptübertragungsweg zu sein, also Aerosole, die sich lange in der Luft halten und in geschlossenen Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten (egal ob mit oder ohne Abstand) und sprechen, singen und/oder gröhlen. Unter Punkt II.5 des Rahmenkonzepts der Bayerischen Staatsregierung wird ein Lüftungskonzept verlangt. Sollte dies ordentlich umgesetzt werden, könnte es vielleicht sogar klappen.

All diese Maßnahmen führen aber natürlich zu einem deutlich geringeren Umsatz. Wahrscheinlich werden die Preise steigen müssen, damit sich das finanziert. Das ist die Rezession.

Stammtische wie unser Trekdinner werden jedenfalls für die nächsten Monate sicher nicht erlaubt sein.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

CNN (14.05.2020): Black light experiment shows how quickly a virus like Covid-19 can spread at a restaurant

ntv (25.05.2020): Ermittlungen gegen Wirt in Leer - Restaurantbesucher berichtet von Corona-Verstoß

Spiegel (15.05.2020): Studie zu Aerosol-Viruswolken: Dicke Luft im Restaurant

Süddeutsche (29.05.2020): Park Café nach 10 Tagen wieder geschlossen - die Lage ist existenzgefährdend

Süddeutsche (07.09.2020): Bars und Kneipen dürfen öffnen, Testzentren an Bahnhöfen und Autobahnen schließen

Ärzteblatt (16.09.2020): Restaurantbesuch als Infektionsrisiko

Süddeutsche (19.09.2020): Donisl-Wirt gibt wegen Corona auf - war eher von Touristen abhängig

BR24 (01.10.2020): Lockdown: Versicherung soll Gastwirt eine Million Euro zahlen

ntv (18.10.2020): Für Gastronomie in Corona-Zeiten: Heizpilz-Verbot aussetzen

ntv (24.10.2020): Bars und Kneipen in Corona-Krise: Zur Existenzangst gesellt sich die Wut - laut RKI Gaststätten kein nennenswerter Infektionsherd - Protestaktion "Alarmstufe Rot"

Handelsblatt (29.10.2020): „Hotellerie und Gastronomie schwankt zwischen Wut und Verzweiflung“ – Dehoga prüft Klage

Zeit (29.10.2020): Corona-Lockdown: In Restaurants steckt sich niemand an? Das ist das falsche Argument

Volksverpetzer (02.11.2020): Restaurants keine Treiber der Pandemie? RKI-Zahlen zeigen was anderes

SWR (05.11.2020): Dehoga rät nun doch von Klagen gegen die corona-bedingte Schließung ab

Frankfurter Rundschau (20.12.2020): Studie überrascht: Trotz 6,5 Meter Abstand – Schülerin infiziert sich mit Corona im Restaurant wegen Luftströmen

ntv (28.12.2020): "30 Prozent, das geht gar nicht": Dehoga rät Lokalen von Lieferdiensten ab - Lieferando

Mit Vergnügen München (04.01.2021): 21 Restaurants, Cafés & Co. in München, die 2020 neu eröffnet haben

Telepolis (27.01.2021): Hoffnung ohne Rechtssicherheit für Bars und Cafés: Gewerbemieten können gemindert werden, wenn sie durch Covid-19-Beschränkungen "unzumutbar" sind

Heise (15.02.2021): Start-ups kämpfen gegen Müllberg durch Essensbestellungen



Update 22.12.2020

In unserer Kantine kann man das Essen jetzt in Mehrwegschalen von Vytal mitnehmen. Das finde ich echt klasse!

Themen: Corona | Trekdinner
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Sonntag, 24. Mai 2020 17:01

Das regelt der Markt

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Der neoliberale Glaube, dass alles vom freien Markt geregelt wird, als wäre das ein Naturgesetz, ist meines Erachtens menschenverachtend.

Die Naturgesetze können von Menschen nicht verändert werden, sie gelten einfach unabdingbar. Was passiert, wenn es zu einer Katastrophe in der Natur kommt? Nehmen wir doch mal den Meteoriteneinschlag vor ca. 65 Millionen Jahren. Er war ein Globaler Killer, der die Dinosaurier ausrottete, die Erde wurde dunkel und kalt. Das Klima änderte sich. Es steht außer Frage, dass dies eine Katastrophe war, die für ca. 75% der Tierarten auf unserem Planeten das Ende bedeutete.

Doch die Kräfte der Natur sind bewundernswert. Insekten konnten sich von den toten Pflanzen ernähren, die widerum kleine Säuger ernährten, so dass sich in den nächsten Jahrmillionen die Natur wieder erholte. Sie erneuerte sich. Aber der Preis war hoch.

In der neoliberalen Gedankenwelt wird der freie Markt gehuldigt, der sich ebenso verhält, wie die Natur. Aber was bedeutet das?

Es ist also für Anhänger des Neoliberalismus naturgegeben, dass sich frei nach Darwin der Stärkere durchsetzt, das Bessere die Oberhand gewinnt, dass sich am Ende des Tages alles durch das Gesetz des Angebots und der Nachfrage einpendelt. Doch zu welchem Preis?

Den daraus folgenden Sozialdarwinismus kann man relativ gut in den USA beobachten, wo der reine Kapitalismus mehr oder weniger real gelebt wird, wo die Menschen glauben, dass es ihre eigene Schuld ist, wenn sie arbeits- und obdachlos werden, wo Egoismus eine Tugend ist, wo die Menschen an den Amerikanischen Traum glauben, dass es jeder bis ganz nach oben schaffen kann, wenn er nur will. In der Corona-Katastrophe schossen die Arbeitslosenzahlen in die Höhe und die Superreichen profitierten. Millionen US-Amerikaner hungern. Von dem System profitieren in erster Linie Soziopathen.

Wenn der freie Markt wüten könnte, wie er wöllte, dann würde unser Planet genau wie vor dem weltweiten Quasistillstand immer heißer laufen, die Ressourcen immer schneller verbraucht werden, die Umwelt vollends zerstört werden, bis der Planet durch die Überbevölkerung, den Klimawandel, der totalen Ausbeutung unbewohnbar würde. Die Menschen würden milliardenfach verhungern oder sich im Krieg um die allerletzten Rohstoffe gegenseitig auslöschen. Und dann könnten die Ratten, Tauben, Kakerlaken und Karpfen langsam wieder zu einer Biodiversität finden, mit einer stark dezimierten Menschheit, die in Trümmern haust und von vorn beginnt. So regelt das der Markt.

Ich glaube aber, dass der Mensch zu mehr fähig ist. Eine sehr starke Kraft der Natur ist der Altruismus. Kooperation, Solidarität, Empathie bringt die Menschheit weiter voran, als des der zerstörerische Egoismus des kapitalistischen Systems könnte, denn diese Kräfte zerstören nicht, sie bauen auf, schützen, streben nach etwas Größerem, Besseren.

Die Corona-Katastrophe hat das Potential, dass die Menschheit angesichts der globalen Bedrohung, die uns alle betrifft, wieder mehr zusammenrückt, dass wir einsehen, dass wir nur einen Planeten haben und dass wir füreinander da sein müssen.

Die Marktregeln sind nicht naturgegeben. Sie wurden vom Menschen erfunden. In Gesetzen und mit Hilfe von Steuern wird der Markt geregelt, gesteuert. Und wie diese Regeln gestaltet werden, liegt allein in der Hand des Menschen. Es ist durchaus möglich, diese Regeln so zu gestalten, dass die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft geschützt werden, dass niemand Hunger leiden muss, dass jedem ein menschenwürdiges Leben ermöglicht wird. Jetzt müssen wir nur noch die Neuordnung unserer Welt nach der disruptiven Corona-Katastrophe in die richtige Bahn lenken, die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz gerichtet ist. In der die Marktkräfte Neues erschaffen, ohne auszubeuten oder zu zerstören.

Ganz wichtig hierbei ist die Regulierung des sogenannten Finanzsektors, der die Realwirtschaft wie eine Zecke aussaugt und destabilisiert.

Ich bin gespannt, ob die Menschheit diese Bewährungsprobe einigermaßen besteht.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Zeit (07.04.2020): Ein freier Markt garantiert keine Gesundheitsversorgung - Deaths of Despair

Heise (25.05.2020): Warum die Kopplung von Geben und Nehmen aufhören muss

Spiegel (12.09.2020): Ausbeutung und Ungerechtigkeit

Thema: Corona
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Donnerstag, 21. Mai 2020 17:01

Mediale Aufmerksamkeit

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Im Moment finde ich, dass die eigenartigen Hygienedemos viel zu viel mediale Aufmerksamkeit bekommen. Genau wie insgesamt die A-Ef-De, die bei Gugl 53,4 Mio. Treffer bekommt. Das ist mir irgendwie auch zu viel Aufmerksamkeit. Wenn man nach Piratenpartei sucht, kommen nur 1 Mio. Ergebnisse.

Man gewinnt den Eindruck, als gäbe es hier eine riesige Menge an Leuten, die irgendwelchen sektenhaften Strömungen aufsitzen und glauben, selbst zu denken, aber in Wirklichkeit vollkommen in die Irre geführt werden - jedenfalls aus meiner Sicht. Dabei sieht es für mich eher so aus, als wären die meisten Menschen recht vernünftig, wenn man dieser Umfrage vom ZDF (z.B. Seite 5 von "Aktuelles zur Coronakrise") Glauben schenken mag. Und auch in meiner Filterblase an Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen sind die Irrgläubigen deutlich in der Minderheit.

In den USA sieht es ähnlich aus. New York Times und CNN sind voll von Berichten der Protester, die sich mit ihren Demonstrationen auch ziemlichen Gesundheitsrisiken aussetzen - nebenbei bemerkt. Auch in den USA zeigen Umfragen, dass die Menschen den neuen Coronavirus durchaus ernst nehmen und ihre Aktivitäten einschränken - egal ob mit oder ohne Verboten. Wobei es natürlich deutliche Unterschiede zwischen Republicans-Anhänger und Democrats-Anhängern gibt.

Dabei gibt es durchaus Menschen, die besonders unter den Maßnahmen leiden. Wie dieser ältere Herr, der unendlich traurig ist, weil er seine Frau im Pflegeheim seit acht Wochen nicht mehr sehen durfte. Er nennt das "seelische Folter", und ich kann dem nur zustimmen. Glücklicherweise scheint hier endlich eine Lösung gefunden worden zu sein, wie Besuche in Pflegeeinrichtungen wieder möglich sind. Denn was ist das schon für ein Leben, wenn man einsam ist?

Und dass der ältere Herr trotz seiner Traurigkeit und Verzweiflung sich nicht aus der Fassung bringen lässt, wenn er von einem anderen Demonstranten angepöbelt wird, und sagt, man müsse vernünftig bleiben... Das macht ihn für mich zu einem wahren Helden!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Süddeutsche (21.05.2020): Corona-Proteste: vom Zuhören und Dagegen-sein

Zeit (21.05.2020): Die leise Stimme von Rentner Alfons Blum (84), mein Held

Tagesspiegel (27.05.2020): Stimmung der Deutschen in der Coronakrise

Volksverpetzer (19.06.2020): Wie du Aluhüten nicht hilfst

T-Online (18.10.2020): Interview mit Harald Lesch - über Wissenschaft, Bildung, Profiteuren von Verschwörungstheorien und Homöopathie

Volksverpetzer (28.10.2020): Deplatforming

NDR (14.11.2020): Verfassungsschutz warnt vor Anschlägen durch Corona-Gegner

Thema: Corona
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Montag, 18. Mai 2020 17:01

Homeoffice

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Homeoffice ist schon eine praktische Sache. Früher musste ich immer Urlaub oder Gleittage oder zumindest Überstunden nehmen, wenn ich irgendwelche Termine mitten am Tag hatte. Mit Homeoffice konnte ich dann vorher und/oder nachher einfach von zu Hause aus arbeiten und habe weder Urlaubstage noch Stunden verloren. Trotzdem war ich grundsätzlich lieber im Büro. Dort hatte ich einen ordentlichen Bürostuhl, einen großen Bildschirm, kostenfreien Kaffee und eine richtig gute Kantine.

Nachdem wir mehr oder weniger plötzlich ins Homeoffice geschickt wurden, hatte ich zuerst die Vorteile im Blick. Ich kann jetzt länger schlafen, was mir sehr gut tut. Und es ist auch besser, als in Kurzarbeit geschickt zu werden, auch wenn da finanziell ganz schön was aufgefangen wird. Da habe ich wohl mal wieder Glück gehabt.

Normalerweise dürfen wir ungefähr 20% unserer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen, nach Absprache mit der Führungskraft und es darf nicht immer derselbe Wochentag sein. Theoretisch müsste ich also ab nächster oder übernächster Woche wieder ins Büro, denn dann sind die 20% aufgebraucht. Aber die Ansage ist, dass wir auch voraussichtlich bis mindestens Herbst, vielleicht sogar bis Ende des Jahres erst einmal im Homeoffice bleiben sollen, wer kann. Ich sehe schon unsere Pflanzen alle vertrocknen...

Unsere Kantine hat dichtgemacht. Deshalb koche ich jetzt wieder fast jeden Tag, außer wenn ich etwas von der Landlust hole. Weil ich in Kochstreik getreten war und wir einen Saugroboter angeschafft haben, konnte ich meine durchschnittliche Hausarbeitszeit von 10:28 Stunden pro Woche in 2016 auf 8:42 Stunden pro Woche in 2019 senken. Jetzt bin ich aber schon wieder bei 10:41 Stunden pro Woche angelangt. Das liegt aber auch daran, dass ich die Handtücher öfter wasche, insgesamt mehr putze und viel mehr Zeit zum Einkaufen benötige. Ich brauche die Hausarbeit auch, um zwischendurch immer mal wieder aufzustehen und mich zu bewegen, damit ich keine Rückenschmerzen bekomme. Das liegt aber nicht nur am fehlenden Bürostuhl, sondern auch daran, dass ich jetzt viel weniger reite, seit Felix krank ist, und wieder die Bauchtasche nehme, damit ich unterwegs meine Hände frei habe.

Den großen Bildschirm vermisse ich schon manchmal, aber es geht auch ganz gut ohne. Zu Hause hätte ich sowieso keinen Platz, den ordentlich hinzustellen. Falls es wäre, dürfte ich ihn mir aus dem Büro holen.

Was natürlich auch ein großer Vorteil ist: Ich spare Benzin. Wenn alle, die irgendwie im Homeoffice arbeiten können, in Zukunft nicht nur 20% dürften, sondern deutlich mehr, dann wäre das auch gut für die CO2-Bilanz. Und es gäbe weniger Stau.

Außerdem scheint es sich herauszukristallisieren, dass Großraumbüros (eventuell sogar mit Klimaanlage) keine so gute Idee sind. Ob sich da etwas tut? Bisher hatte ich Glück und musste mein Büro höchstens mit zwei Kolleginnen teilen, was ganz gut funktioniert hat. In letzter Zeit war ich sogar meistens alleine gewesen. Aber das ist natürlich Luxus. Ich bin echt gespannt, wie sich die Situation auf die künftige Bürogestaltung auswirken wird.

Mit meinen Mittagsdates habe ich mich jetzt über MS Teams verabredet, damit man sich nicht ganz fremd wird. Den persönlichen Kontakt vermisse ich am meisten. Es gibt auch Kollegen, die ich schon über zwanzig Jahre kenne. Da mein Mann auch Homeoffice macht, gehe ich immer ins Wohnzimmer, wenn ich mal ein Online-Meeting habe. Sonst stören wir uns zu sehr. Und ich kann wieder aufstehen und mich bewegen, während Florian einen höhenverstellbaren Monitorhalter hat.

Ich verstehe auch nicht, wie Leute im Homeoffice vor Netflix und Co. versumpfen. Da bekommt man doch seine Arbeit nicht erledigt. Das hat sich bei mir nicht geändert. Ich beginne morgens ca. 8.00 Uhr und klappe zwischen 16.00 und 17.00 Uhr mein Notebook zu, schalte das Handy auf stumm. Nur die Mittagspause ist etwas länger, weil ich eventuell in den Stall fahre oder einkaufen gehe. Und manchmal frage ich mich, welcher Wochentag gerade ist :D

Im Moment halte ich es also ganz gut aus im Homeoffice. Mal sehen, wie das in ein paar Monaten aussieht.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Washington Post: Das weiße Haus erlaubt Homeoffice zum ersten Mal in seiner 231-jährigen Geschichte

Heise (13.05.2020): Twitter erlaubt seinen Mitarbeitern Homeoffice für immer

Heise (13.05.2020): Homeoffice mit (kleinen) Kindern ist die Hölle

Tagessspiegel (17.05.2020): Büroetage infizierte sich beinahe komplett

Heise (20.05.2020): Auf Wiedersehen, Homeoffice? Die Tücken der Bürorückkehr

Heise (21.05.2020): Diskussion um Recht auf Homeoffice

Stern (27.05.2020): Berufspendler spielten große Rolle bei Ausbreitung des Coronavirus

Heise (29.06.2020): Corona krempelt die Arbeitswelt um – Sieger ist das Homeoffice

Süddeutsche (16.07.2020): Siemens macht Homeoffice für 140.000 Mitarbeiter möglich

Heise (20.08.2020): Greenpeace-Studie: Homeoffice verringert CO2-Ausstoß um Millionen Tonnen

Heise (12.09.2020): Geplantes Homeoffice-Gesetz soll vor Entgrenzung der Arbeit schützen

Heise+ (15.09.2020): Recht: Wenn der Arbeitgeber Mitarbeiter ins Homeoffice schickt

Heise (16.09.2020): Zoom-Fatigue: Virtuelle Meetings machen müde

Heise (26.09.2020): SAP: Homeoffice bis Mitte 2021

Spiegel (02.10.2020): Homeoffice in Deutschland: Einige macht es krank, andere glücklich

ntv (04.10.2020): Recht auf Homeoffice könnte Jobkiller werden

Heise (13.10.2020): Die Zukunft des Büros ist ungewiss

Heise (13.10.2020): Home Office: Woher kommt die Ablehnung?

Neue Zürcher Zeitung (22.10.2020): Viele Unternehmen wälzen Kosten für Home-Office auf Mitarbeitende ab

Heise (24.10.2020): Überwachung im Homeoffice – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?

Spiegel (14.11.2020): Chronobiologie: Warum es sich lohnt, die Arbeitszeit an den eigenen Biorhythmus anzupassen

Heise (14.11.2020): Zankapfel Homeoffice: Arbeitgeber befürchten Produktivitätsverlust

Golem (03.12.2020): Große Koalition einig über Homeoffice-Pauschale

Süddeutsche (09.01.2021): Risiko Büro

FAZ (11.01.2021): Belgien und Frankreich : 48.000 Euro Strafe für Homeoffice-Verweigerung

Zeit (13.01.2021): "Meine Chefs halten Covid-19 für ungefährlich"

Tagesschau (14.01.2021): Was mehr Homeoffice in der Pandemie bewirken könnte

Heise (18.01.2021): Bayern will Homeoffice mit Steueranreizen fördern

Golem (15.02.2021): Homeoffice für immer: Spotify lässt Mitarbeiter von überall arbeiten

Golem (16.04.2021): Arbeitssicherheitsreport: Homeoffice macht viele Menschen krank

Heise (23.04.2021): Corona-Notbremse: Bundesweite Homeoffice-Pflicht für Beschäftigte kommt

Heise (17.05.2021): Umfrage: Vor allem jüngere Arbeitnehmer drängen ins Homeoffice

Bloomberg (01.06.2021): USA: Employees Are Quitting Instead of Giving Up Working From Home

Heise (03.06.2021): Wie und warum Unternehmen das Homeoffice zur neuen Arbeitsnormalität machen

Heise (07.06.2021): Homeoffice-Arbeit kann beim Klimaschutz helfen

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Sonntag, 17. Mai 2020 17:01

Die Ärmsten trifft es am Härtesten

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ein Lockdown mag aus virologischer Sicht das Mittel der Wahl sein, eine Pandemie einzudämmen, doch in Ländern wie Indien funktioniert das nicht. Was nutzt es denn, wenn zwar das neue Coronavirus eingedämmt wird, aber die Menschen verhungern, weil sie nicht nach Hause können und die Straßenküchen geschlossen haben? Das hat sicher auch sehr viel mit der Bevölkerungsdichte zu tun.

Ich habe in den letzten Wochen einiges gespendet, in erster Linie für Pferdehöfe, die mir am Herzen liegen, aber auch für unabhängigen Journalismus. Doch immer, wenn mir Werbung für Aktion Deutschland hilft, Welthungerhilfe, Aktion gegen den Hunger, UNICEF, UNO-Flüchtlingshilfe, Worldvision, action medeor, und wie sie alle heißen, mit den Bildern von mageren Kindern mit großen Kulleraugen oder zur Zeit auch einfach nur Hände waschend im Internet anspringen, habe ich das Gefühl, dass ich vielleicht auch hier wenigstens finanziell etwas tun müsste. Doch ich frage mich immer, wieviel von den Spenden dann tatsächlich bei den Menschen ankommt und wieviel im Korruptionssumpf versickert oder gar Gewalt und Krieg gefördert wird. Oder ob damit nur Symptome statt Ursachen bekämpft werden und die Bevölkerungsexplosion befeuert wird. Ähnlich denke ich, wenn ich auf der Straße in der Münchner Innenstadt Bettler sehe und mich frage, ob sie nicht von einer "Bettlermaffia" ausgebeutet werden.

Zumindest die BISS kaufe ich häufig und lese gerne die Schreibwerkstatt-Berichte, die die Verkäufer selbst verfassen. Und Mercy Ships und (I)NTACT unterstütze ich auch sehr gerne. Bei diesen beiden Organisationen werde ich über Facebook regelmäßig über ihre Arbeit informiert und freue mich über jeden kleinen Erfolg. Manchmal träume ich davon, wenn ich irgendwann mal in Altersteilzeit bin, auch für eine solche Organisation zu arbeiten. Das wäre sicher erfüllender als Verträge zu formatieren und Powerpointfolien aufzuhübschen.

Ich bin einfach nur dankbar, in Deutschland zu leben, hier aufgewachsen zu sein und niemals Hunger oder Krieg erlitten haben zu müssen. Wenn man die Maßnahmen zur Eindämmung mit anderen Ländern vergleicht, dann waren auch die härtesten Maßnahmen der vergangenen Wochen pillepalle. An die Psyche der Menschen wurde gedacht, denn wir durften raus gehen und Sport treiben. An die Tiere wurde auch gedacht, so durfte man seinen Hund gassi führen oder sein Pferd bewegen. Um den wirtschaftlichen Schaden möglichst gering zu halten, wurden viele Soforthilfen aus dem Boden gestampft. Natürlich konnte das nicht alle Härten auffangen, es herrschte Chaos und Server waren überlastet und Betrüger griffen sensible Daten ab. Aber einen Lockdown, den hatten wir wahrlich nicht. Im übrigen schaden auch mildere Maßnahmen der Wirschaft, da die Menschen dann aus Angst vor Ansteckung weniger in Restaurants gehen oder herumfahren und selbstverständlich größere Anschaffungen erst einmal nicht tätigen wegen der ungewissen Zukunft.

Ich habe da noch Bilder aus Wuhan im Kopf, wo bewaffnete Regierungsvertreter die Straßen patroullierten, um die Ausgangssperre durchzusetzen, Gruppen von Menschen in Schutzkleidung die Straßen desinfizierten oder die Wohnungstür einer Familie, die die Quarantäne nicht einhalten wollte, verbarrikadiert wurde. DAS war ein Lockdown! In einem trotz vieler Missstände relativ gut funktionierendem Rechtsstaat wie Deutschland ist so etwas undenkbar.

Aber Deutschland hat es geschafft, das sicherste Land in Europa in der Krise zu werden. Wegen dem Präventionsparadox halten unzählige Menschen die getroffenen Maßnahmen für übertrieben, weil wir keine "Leichenberge" sehen. Vielleicht waren sie das auch in mancher Hinsicht. Immerhin haben sich schon vor den Beschränkungen Menschen an diverse Empfehlungen gehalten wie Abstand zu halten und in öffentlichen Innenräumen Maske zu tragen und ganz besonders, ihren Aktionsradius deutlich einzuschränken. Letzteres zeigte auch eine Analyse von Handy-Bewegungsdaten. Letztendlich ist es auch nicht notwendig, dass sich alle an die Regeln halten, sondern es reicht aus, wenn es ein genügend großer Prozentsatz tut, um das Ziel zu erreichen, die Kurve abzuflachen. Deshalb sage ich auch nichts, wenn ich immer wieder Leute im Supermarkt sehe, die ihre Maske unter der Nase tragen. Ich persönlich mag meine frisch gewaschenen Baumwoll-Masken, die nach Lenor duften. Allerdings sind die ein-lagigen angenehmer als die zwei-lagigen, unter denen ich dann leicht schwitze. Mein Sohn hat auch Probleme, weil seine Brille ständig beschlägt. Aber mit Drahtbügel geht es irgendwie.

Jedenfalls ist es meines Erachtens richtig, dass jetzt die Maßnahmen so gut wie möglich gelockert werden, damit unsere Krankenhäuser wieder besser ausgelastet werden können mit dem Normalbetrieb, die Wirtschaft wieder anlaufen kann (bis auf Großveranstaltungen und Urlaub erst einmal) und wir nur noch wo nötig ist gezielte Maßnahmen ergreifen. Damit sind wir wohl auf einem sehr guten Weg.

Und tröste ich mich immer mit dem Gedanken, dass das alles nur vorübergehend ist. Und ich bin äußerst dankbar dafür und glücklich darüber, dass wir Strom, Wasser, ein Dach über dem Kopf und jeden Tag unser Essen auf dem Tisch haben.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Tagesspiegel (19.06.2020): Warum Covid-19 die Ärmsten besonders hart trifft

Kontext (12.08.2020): Keiner schaut nach Afrika

New York Times (22.08.2020): Kenya’s Health Workers, Unprotected and Falling Ill, Walk Off Job

Tagesschau (12.10.2020): Kampf gegen Hunger: Indiens Fortschritte in Gefahr

Spiegel (19.11.2020): Die Pandemie verschärft die Ungleichheit in Deutschland

Standard.de (01.12.2020): Das Virus kommt mit der Armut

BBC (07.12.2020): Pakistan: Covid patients die due to oxygen shortage in Peshawar

Telepolis (20.12.2020): In Spanien explodieren Armut und Obdachlosigkeit

Süddeutsche (27.12.2020): Coronavirus in Afrika: Ungeschützt bis 2024

Tagesschau (10.01.2021): Brasiliens lustloser Kampf gegen Corona

Canada's National Observer (14.01.2021): Curfew violation tickets issued to Quebec homeless people sparks call for changea

Spektrum (22.02.2021): Überraschend viele Covid-19-Fälle in Afrika

Tagesspiegel (24.02.2021): Tansanias Präsident leugnet die Krankheit – und bestellt keinen Impfstoff

Spiegel (02.04.2021): Brief der russischen Botschaft: Diplomaten fliehen angeblich massenhaft aus Nordkorea - russischen Diplomaten schildert die extreme Coronalage in Nordkorea

Tagesspiegel (02.05.2021): Soziale Spaltung durch Corona am Beispiel Köln: Im Villenviertel Köln-Hahnwald liegt die Inzidenz bei 0, im armen Köln-Chorweiler bei 543

Süddeutsche (04.05.2021): Wenn Minderheiten auf der Intensivstation zur Mehrheit werden

Spiegel (22.05.2021): Was es mit der mysteriösen Pilzerkrankung in Indien auf sich hat - Mukormykose, Black Fungus und Kortison

The Guardian (13.06.2021): At least 130,000 households in England made homeless in pandemic

Thema: Corona
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Freitag, 15. Mai 2020 17:01

Adieu Urlaub

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eine der am stärksten betroffenen Branche ist die Tourismusbranche. Insbesondere Hotels, Großveranstaltungen und die Flugbranche stehen hier im Zentrum der Aufmerksamkeit. Restaurants konnten wenigstens auf To-Go umstellen und sich gerade eher schlecht als recht über Wasser halten. Da auch die Dienstreisen bis auf ein absolutes Minimum reduziert wurden, ist nicht mehr viel los am Himmel (außer in den USA). Auch der Messe-Kalender ist gespenstisch leer.

Wir hatten echt Glück. Letztes Jahr waren wir im April in Neuseeland, also am anderen Ende der Welt. Wenn da schon die Corona-Katastrophe passiert wäre, hätten wir entweder richtig Geld in den Sand gesetzt, weil die Reiserücktrittsversicherung sicher nur gezahlt hätte, wenn wir selbst krank geworden wären, oder noch schlimmer, wir wären dort auf Wochen oder Monate gestrandet. Verwandte waren in der Zeit gerade in Thailand und ich habe mir große Sorgen gemacht, dass sie nicht wieder zurückkommen können. Glücklicherweise sind sie einige Tage vor geplanter Heimreise irgendwie doch zurück gekommen. Es gab eine gigantische Rückholaktion der Bundesrepublik. Trotzdem dürften einige irgendwo gestrandet sein.

Dieses Jahr hatten wir auch Glück. Bis auf ein Paar Wochenenden hatten wir noch nichts Konkretes geplant. Wir hatten an eine Deutschlandrundreise im August/September bis Dänemark und Holland gedacht, die ich dann zu Ostern konkret planen wollte. Inzwischen haben wir unsere Pläne aber ad acta gelegt. Es ist aber auch nicht schlimm. Wir verbringen oft und gerne Urlaub zu Hause. Wenn wir am Wochenende weg waren und Sonntagabend irgendwann heimkommen, habe ich meistens am Montag Urlaub genommen. Ich pack das gar nicht mehr, dann am nächsten Tag sofort wieder früh aufzustehen und ins Büro zu marschieren. Urlaub ist für mich nicht gleichbedeutend mit Wegfahren/-fliegen. Ich schaue gerade, wie viele große Urlaube ich so gemacht habe, seit ich sie selbst bezahlen muss. In den letzten 25 Jahren waren das vier große Flugreisen. Uns fällt es also nicht schwer, im Moment darauf zu verzichten.

  • 1991: Deutschland und Österreich (Auto, Zelt) - da habe ich beschlossen, nur noch wegzufahren, wenn ich mir auch Hotel mit eigenem Bad leisten kann :D
  • 1993: Österreich (Auto)
  • 1995: Italien bis Neapel (Auto)
  • 1995: USA Chicago, Wisconsin (Flug, größtenteils Privatunterkunft)
  • 2003 - 2007: Bayerischer Wald (Auto)
  • 2006: Bochum (Flug)
  • 2008: Paris (Flug)
  • 2008: USA Kalifornien, Nevada (Flug) - ohne Kinder
  • 2009: Hochzeitsreise Deutschland, Dänemark (Auto)
  • 2012: London (Flug)
  • 2013: USA Florida, Atlanta in Georgia (Flug)
  • 2014: Deutschland Düsseldorf, Rügen, Berlin (Flug, Mietwagen), Amsterdam (Flug)
  • 2015: Hamburg (Auto)
  • 2016: Deutschland Berlin, Ostdeutschland bis Mecklenburg-Vorpommern (Auto)
  • 2017 Ostdeutschland bis Stralsund (Auto)
  • 2017 ein Tag Berlin, sehr dekandent (Flug)
  • 2018 Schweiz bis Genf (Auto)
  • 2019 Singapur und Neuseeland Südinsel (Flug, ohne Kinder)

Wann das Auswärtige Amt die weltweite Reisewarnung wieder lockert oder aufhebt, steht in den Sternen. Dennoch hoffen viele nicht nur in der Reisebranche, dass Reisen bald wieder möglich sein werden. Zumindest innerhalb Europas scheint es tatsächlich wieder möglich zu werden, zumindest mit Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen. In manchen Ländern könnte es an der Einreisequarantäne scheitern.

Ein Flugmediziner hat im Auftrag der International Air Transport Association (IATA) das Risiko untersucht, wie hoch an Bord das Ansteckungsrisiko sei, mit wenig überraschendem Ergebnis. Doch ich frage mich, wie viele Menschen trotz dieser Beteuerungen im Moment und in den nächsten Monaten irgendwohin fliegen wollen. Einerseits aus Angst vor Ansteckung und andererseits natürlich auch wegen der ungewissen Zukunft, da hält man sein Geld doch lieber zusammen.

Nachdem Dänemark (und Polen) Unternehmen mit Sitz in Steueroasen keine Corona-Hilfen auszahlen wollen, scheint sich nun auch der Druck auf die Bundesregierung zu erhöhen, dies nicht zu tun. In der Finanzkrise 2008 haben viele Staatshilfen dazu geführt, dass Gewinne privatisiert und Verluste sozialisiert wurden. Ich sehe einen schmalen Lichtstreifen am Horizont, dass die Regierung diesen Fehler diesmal nicht wiederholen möchte. Da sieht es dann für die Lufthansa düster aus, denn dort scheint eine Menge Kohle am Fiskus vorbeigeschleust worden zu sein. Die Billigairline Germanwings haben sie ja schon dichtgemacht.

Persönlich habe ich Billigairlines immer gemieden. Ich habe mir einfach nicht vorstellen können, dass unter dem Kostendruck nicht vielleicht doch die Sicherheit leidet. Letztendlich kann Sparen am falschen Ende sich als Riesenfehler entpuppen.

Vermutlich wird hier ein Prozess stattfinden, der Fliegen in Zukunft deutlich teurer machen wird. Aber ganz ehrlich: Ich fände das sehr gut. Kein Mensch muss drei Mal im Jahr irgendwo hin fliegen, bloß weil da das Wetter besser ist. Kein Mensch muss zum Shoppen nach New York oder zum Party feiern nach Ibiza fliegen. Die Natur wird sich freuen.

Aber vielleicht gibt es Innovationen, die zumindest Fliegen etwas umweltfreundlicher machen könnte. Bisher konnte man sein Gewissen bei atmosfair erleichtern, aber es gibt durchaus erfreuliche Entwicklungen, die vielleicht nun etwas vorangetrieben werden. Ich bin mir nicht so sicher, ob elektrisches Fliegen sinnvoll ist, aber vielleicht kann man mit Hilfe von Algen CO2-neutrales Kerosin herstellen? Vielleicht wäre auch eine Kerosinsteuer nicht verkehrt, aber ich denke, dass sich da die Regierung(en) eher zurückhalten werden, da das die Preise noch stärker in die Höhe treiben würde.

Wie werden wir also in ein paar Jahren reisen? Werden meine Jungs jemals nach Neuseeland fliegen können? Es bleibt spannend.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste

Spiegel (16.05.2020): Oder vielleicht wäre es doch nicht so schlecht, in Neuseeland gestrandet zu sein...


Updates Flugbranche

Tagesspiegel (13.05.2020): Steueroasen und Staatshilfen – passt das zusammen? - Lufthansa

Zeit (20.05.2020): Bundesregierung einig über Lufthansa-Rettung

ntv (20.05.2020): Flughafen Tegel schließt am 15. Juni

ntv (24.05.2020): Lufthansa fährt im Juni Angebot wieder hoch

Neue Zürcher Zeitung (24.05.2020): Lufthansa-Rettung gerät zur politischen Farce - vor 23 Jahren privatisiert, bestellte Airbus-Flugzeuge sollen trotz voraussichtlich sinkenden Luftverkehr abgenommen werden

Süddeutsche (25.05.2020): Bundesregierung und Lufthansa einigen sich auf Staatshilfe-Paket

Süddeutsche (26.05.2020): Ryanair will Lufthansa-Rettungspaket anfechten, da es den Wettbewerb verzerrt

Neue Zürcher Zeitung (27.05.2020): EU-Kommission will Massnahmen nur mit harten Auflagen billigen, keine Boni für die höheren Kader, keine Dividenden, keine Aktienrückkäufe, solange der Staat Mitaktionär ist

Süddeutsche (27.05.2020): Versteckte Geldflüsse bei der Lufthansa, Verbindungen in Steueroasen

Tagesschau (30.05.2020): Lufthansa akzeptiert EU-Auflagen - Start- und Landerechte in Frankfurt und München müssen abgegeben werden - Aufsichtsrat und Aktionäre müssen noch zustimmen

ntv (31.05.2020): Lufthansa-Deal stößt auf geteiltes Echo - Dumping am Himmel gefördert - verbindliche Klimaauflagen bleibt Wunsch

Neue Zürcher Zeitung (03.06.2020): Trotz Milliarden-Hilfen: Der Lufthansa-Konzern bereitet die Mitarbeiter und die Tochterfirmen auf harte Einschnitte vor, Konzern will Kredit innerhalb von drei Jahren zurückzahlen

Süddeutsche (11.06.2020): Lufthansa - Ein Mythos am Boden

Spiegel (22.06.2020): Ryanair-Chef kündigt Billigtickets für den Sommer an - Klimawandel egal?

Tagesspiegel (25.06.2020): Lufthansa-Aktionäre stimmen Staatseinstieg zu

ntv (26.06.2020): Die Lufthansa zahlt Steuern lieber auf Malta

Süddeutsche (28.06.2020): Der Preis der Lufthansa-Rettung

ntv (21.07.2020): Bundesweite Stellenstreichung - Ryanair macht Standort Hahn dicht

Heise (30.07.2020): Airbus fliegt mit Milliarden in die Miesen

Heise (30.07.2020): Boeing verliert viel Geld, verkündet das nahende Ende des Jumbojets 747

Spiegel (10.08.2020): Rückzahlung von Tickets: Verbraucherschützer fordern mehr Druck der Regierung auf Lufthansa

ntv (19.08.2020): Bis zu zwölf Regionalflughäfen droht das Aus

Süddeutsche (16.09.2020): Pläne für dritte Startbahn in München gestoppt

Süddeutsche (16.09.2020): Lufthansa-Mitarbeiter schockiert - Umsätze vor Corona kommen vielleicht nie wieder

Spiegel (24.09.2020): Lufthansa führt Corona-Schnelltests für Fluggäste ein

Heise (28.09.2020): Corona-Krise treibt Flugzeugriesen schneller auf den Schrottplatz

Handelsblatt (02.10.2020): Lufthansa: Boni sind keine willkürlichen Zusatzeinnahmen von Managern, die sich nur bereichern wollen

Golem (31.10.2020): BER: Neuer Flughafen in Berlin ist eröffnet - Irgendwie passend, ein Zombie-Flughafen zu Halloween

Heise (05.11.2020): Luftverkehrsbranche will weitere Milliarden vom Bund

Heise (24.11.2020): Die Zukunft der Luftfahrtindustrie

Telepolis (29.11.2020): Keine Reisefreiheit für Impfgegner

ntv (03.12.2020): Lufthansa erlebt Buchungsboom: Deutsche zieht es in den Ferien ins Ausland

ntv (06.12.2020): Lufthansa und Condor im Visier: Ryanair startet Klagewelle wegen Staatshilfen

Tagesschau (06.12.2020): Lufthansa baut 29.000 Stellen ab

Washington Post (29.12.2020): Flying with covid-19 isn’t just reckless — it’s potentially deadly, doctors say

ntv (14.01.2021): Paletten statt Passagiere: Luftfracht soll Ferienflieger retten

AlbaJet (16.03.2021): Privatjet Flüge: Die operativen Auswirkungen von COVID-19

Tagesschau (22.03.2021): Steigende Passagierzahlen: Den US-Fluglinien fehlen Piloten


Updates Hotelbranche

BR (19.05.2020): Regeln für Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen

Süddeutsche (12.05.2020): Kritik an Beherbergungsverbot wird immer massiver

ntv (15.05.2020): Beherbergungsverbote bleiben - ein großer Fehler?

T-Online (15.05.2020): Beherbergungsverbot kippt in Baden-Württemberg und Sachsen

BR24 (08.11.2020): Corona überstehen: Das lassen sich Hotels in München einfallen

Spiegel (16.12.2020): Hotelzimmer für Obdachlose


Updates Bahnreisen und ÖPNV

NDR (28.05.2020): DLR erforscht Ausbreitung von Viren in Zügen

Tagesspiegel (16.06.2020): Untersuchung zur Verbreitung von Aerosolen in Bussen, Bahn (und Flugzeug)

Telepolis (05.07.2020): Corona macht die Bahn pünktlicher

Tagesspiegel (05.07.2020): Volle Abteile, keine Maske

Volksverpetzer (20.07.2020): Deutsche Bahn setzt Maskenpflicht nicht durch

Zeit (03.08.2020): Zugverweis und Bußgelder: So soll Maskenpflicht besser durchgesetzt werden

Tagesschau (11.08.2020): Bahn will keine Reservierungspflicht

Süddeutsche (17.11.2020): Corona-Gefahr in Zügen: Abstandsregeln? Nur für Mitarbeiter des Bundes

Spiegel (25.11.2020): Rekordverlust der Bahn weitet sich offenbar aus

Spiegel (18.12.2020): Weihnachtsverkehr: Was Bahnreisende jetzt wissen sollten

Heise (23.12.2020): ÖPNV: Fahrgastzahlen massiv eingebrochen

SWR Wissen (10.05.2021): Studie bringt keine Klarheit über Infektionsrisiko in öffentlichen Verkehrsmitteln


Updates Kreuzfahrtschiffe

Stern (05.07.2020): Milliarden-Verluste: Der Kreuzfahrtbranche steht das Wasser bis zum Hals

Ich persönlich wäre auch vor Corona nicht auf die Idee gekommen, meinen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff zu verbringen. Da hätte ich mich gefangen auf einem schwimmenden Hotel gefühlt. Auch solche Hotels an Land, die die "Freizeitaktivitäten" wie grenzenlose Buffets, Kino/Theater/Show anbieten und Wellness oder Swimmingpools sind mir ein Graus. Das ist nicht die Art Urlaub, die mir gefällt. Dazu kommt, dass ich Angst auf dem Meer habe. Wahrscheinlich habe ich als Kind zu viele Titanic-Filme gesehen. Aber zwei Stunden auf einer Fähre ist glaube ich das längste, was ich psychisch durchstehen würde. Und am wohlsten würde ich mich fühlen, wenn man die Küste sehen kann. Wenn die außer Sichtweite ist, dann könnte ich mir vorstellen, dass ich in Panik gerate.

Und auch die Umwelt hat unter den Kreuzfahrtschiffen gelitten, da diese größtenteils mit umweltschädlichem Schweröl fahren. Ein weiterer Grund für mich, diese Urlaubsart zu meiden.

Mir ist es daher unbegreiflich, wie das Kreuzfahren so boomen konnte. Aber Menschen sind halt verschieden ;-)

New York Times (30.10.2020): Where Cruise Ships Are Sent to Die

NDR (04.11.2020): Schleswig-Holstein verbietet Kreuzfahrten ab Kiel


Updates Tourismusbranche Ausland

FAZ (26.05.2020): Reisewarnung soll für 31 Länder aufgehoben werden

Heise (26.05.2020): Reisewarnung für Türkei bleibt bestehen, die Türkei ist kein Rechtsstaat, Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung, Haft droht schon bei Likes in Facebook, trotzdem werden von Deutschland weiter Waffen geliefert und Finanzspritzen gewährt

Spiegel (03.06.2020): Reisewarnung für 31 europäische Staaten aufgehoben

Telepolis (10.06.2020): Griechenland: Skepsis gegenüber Tourismus-Experiment

Zeit (10.06.2020): Weltweite Reisewarnung für 160 Länder verlängert

ntv (13.06.2020): Corona-Rückholaktion per Flieger - Auswärtiges Amt verschickt bald Rechnungen

FAZ (14.06.2020): Was beim Reisen ins Ausland nun zu beachten ist

Tagesschau (15.06.2020): Ende der Corona-Grenzkontrollen

NachDenkSeiten (09.07.2020): Deutschland first – Urlaubs-Nationalismus in Corona-Zeiten

In diesem Artikel prangert Jens Berger an, dass ganze Länder, die abhängig sind vom Tourismus, durch die Reisewarnungen schwer geschädigt werden, auch dann, wenn die Fallzahlen die Reisewarnung eigentlich nicht rechtferigen. Als Beispiel nennt er Türkei und Thailand.

Die Türkei ist auf Rang 154 und Thailand auf Rang 140 in Sachen Pressefreiheit laut Reporter ohne Grenzen. Aufgrund der Intransparenz in diesen beiden Ländern bezweifel ich, dass sich die offiziellen Fallzahlen mit denen von Mitgliedern der EU vergleichen lassen und die Dunkelziffer entsprechend höher ist oder kritische Stimmen unterbunden werden. Thailand hat (Stand 10.07.2020, 11:28 Uhr) laut John Hopkins University bisher 58 (bei knapp 70 Mio. Einwohnern) Covid-19-Tote zu verzeichnen, die Türkei 5.300 (bei 83 Mio. Einwohnern). Zum Vergleich: Italien 34.926 Tote/60 Mio., Frankreich 29.982 Tote/67 Mio., Spanien 28.401 Tote/47 Mio., Deutschland 9.061 Tote/83 Mio., United Kingdom 44.687 Tote/66 Mio.). Es wird aber auch weniger getestet. Thailand 4,54 Tests pro 1.000 Einwohner, Türkei 44,26, Italien 96,03, Frankreich 12,73 (das ist wenig), Spanien 77,38, Deutschland 76,10, United Kingdom 166,26. Wer weniger testet, findet natürlich auch weniger Fälle. Länder, die hochgradig vom Tourismus abhängig sind, haben ein großes Interesse an harmloseren, offiziellen Zahlen. Link added (23.11.2020): Gerade der Türkei kann ich persönlich hier leider nur wenig Vertrauen entgegenbringen.

Natürlich treffen Sanktionen gleich welcher Art die Bevölkerung immer zuerst. Trotzdem bin ich nicht bereit, mein Geld in Länder zu tragen, die von größenwahnsinnigen Menschenrechtsverletzern regiert werden, wie die Türkei. Und das war auch schon vor Corona so.

Zeit (13.07.2020): Weltärztebund-Chef fordert Quarantäne für Mallorca-Rückkehrer

Telepolis (27.07.2020): Verpflichtende Tests für Heimkehrer aus Corona-Risikogebieten

Tagesschau (27.07.2020): Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer: eine rechtliche Beleuchtung

Ärzteblatt (03.08.2020): Hohe Trefferquote von 2,5% bei Rückkehrertests an NRW-Flughäfen

Tagesschau (07.08.2020): Wie funktioniert die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten?

Süddeutsche (15.08.2020): So ist die Lage in europäischen Urlaubsländern

ntv (17.08.2020): Mallorca bangt um Urlaubssaison: Tui stellt Reisewarnung als übertrieben dar

Zeit (19.08.2020): Urlaubsrückkehrer treiben Corona-Infektionszahl in die Höhe

South China Morning Post (12.09.2020): How coronavirus has made travel in China a whole lot harder for foreigners

South China Morning Post (18.10.2020): Stories of the Phuket tourism workers hit hard by plunge in travel to Thailand amid the Covid-19 crisis

New York Times (06.11.2020): Hawaii’s Reopening May Be Good for Tourism. Is it Good for Locals?

Telepolis (23.11.2020): Türkei: Nach falschen Corona-Fallzahlen nun der Lockdown und die Mitschuld des Auswärtigen Amtes

BR24 (26.11.2020): Söder: Quarantänepflicht für Tagestouristen ins Ausland, z.B. Ski-Urlaubern

Süddeutsche (29.11.2020): Eine Frage der Verhältnismäßigkeit - Ski-Urlaub ohne Aprés-Ski-Feiern mit Eigenverantwortung statt Generalverdacht und Skifahrverbot

Telepolis (03.12.2020): Türkei: Billig-Urlaub ist gefährlich - Touristen angeklagt und in Haft, UNESCO und die Hagia Sophia, völkerrechtswidrige Annexionen etc.

Sumikai (11.12.2020): Japan eröffnet Gesundheitsüberwachungszentrum für einreisende Touristen

Neue Zürche Zeitung (22.12.2020): "Are you joking?" Britische Skitouristen in Verbier reagieren ungläubig auf die Quarantänepflicht – und für die Hotels beginnt nun das Kopfzerbrechen

Tagesschau (22.12.2020): Armut auf der Balearen-Insel: Mallorcas schlimmes Jahr

Tagesschau (09.01.2021): Strandurlaub in Mexiko: Vor ihnen das Meer, hinter ihnen das Virus

Sumikai (11.01.2021): Zahl der internationalen Touristen ist in Japans Ferienzeit fast um 100% gesunken

Spiegel (22.02.2021): Veranstalter zu Impfauflage: Reisen nur nach Piks?

Süddeutsche (25.02.2021): Virus unterwegs - Studie vom RKI kommt zu überraschenden Ergebnissen

Süddeutsche (01.05.2021): Australien droht mit Haft - Tausenden Australiern, die aus dem Corona-Hotspot Indien in ihre Heimat zurückfliegen wollen, drohen nun hohe Strafen.

ntv (14.05.2021): Corona-Lage in Europa: So sieht es für Urlauber im Ausland aus


Updates Tourismusbranche Deutschland

Spiegel (19.05.2020): Dilemma auf deutschen Inseln - Touristen - gebraucht und gefürchtet

Tagesspiegel (03.06.2020): Zwischen Not und Hoffnung - Deutschlands Reisebranche denkt um

ntv (29.06.2020): Helgoland leidet einsam und coronafrei

Tagesspiegel (29.06.2020): An der Ostsee wird es eng

Tagesspiegel (16.08.2020): Streit um Zuständigkeit: Wer testet künftig die Urlaubsrückkehrer an Berlins Flughäfen auf Corona?

Tagesschau (31.10.2020): Bundesländer setzen Touristen Abreisefristen

Spiegel (22.11.2020): Corona-Meldepflicht: Jeder fünfte Risiko-Rückkehrer gibt falsche Daten an

Handelsblatt (02.01.2021): Urlaubreisen: Tui führt neuen Flextarif für Pauschalreisen ein

Süddeutsche (04.01.2021): Tui: EU genehmigt Staatshilfe

Tagesschau (13.02.2021): Nachfrage steigt: Investition Ferienwohnung


Updates Sonstiges

Robert Koch Institut: Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete durch das Auswärtige Amt, BMG und BMI

New York Times (09.12.2020): Holidays in a Pandemic? Here’s What Happened in 1918

Themen: Corona | Urlaub
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Dienstag, 12. Mai 2020 20:09

Twitch.tv und Youtube

Wir schauen eigentlich so gut wie nie fern. Bevor ich mit Florian zusammengekommen bin, hatte ich schon zwei fernsehfreie Abende, weil mir das Programm zu blöd geworden war. Und dann hatte ich es mir fast ganz abgewöhnt. Als der Fernseher dann kaputt ging, haben wir lange GEZ gespart, bis die Rundfunkgebühr als Haushaltsabgabe eingeführt wurde. Dann haben wir uns zwar wieder einen Fernseher gekauft, aber die Gewohnheit blieb, nicht zu gucken.

Abgesehen davon, dass fast nur Mist kommt (bis auf wenige Ausnahmen) und mir dafür meine Zeit zu schade ist, wollte ich mich auch nicht dem 20:15-Uhr-Diktat unterwerfen. Ich empfand es als Stress, dann schon mit allem fertig sein zu müssen, was man so am Tag vor hatte. Oder wenn man Nachrichten schauen wollte, noch früher. Deshalb sind wir bei Prime und Netflix, um zeitlich unabhängig zu schauen und auch zu bingewatchen. Und jetzt schaue ich auch ab und zu Sendungen auf Twitch.tv. Meine erste Begegnung war mit Tommy Krappweis, von dem ich schon seit der Schulzeit Fan bin. Die erste Begegnung mit seiner Sendung WildMics war die Folge "Pen and Paper Remote? .,. und was noch alles geht, wenn es gehen muss" mit Mháire Stritter. In der Sendung ging es ziemlich schnell auch um das Thema Depression und die Offenheit, mit der darüber gesprochen wurde, berührte mich sehr.

Wenn man die Sendung live verfolgt, kann man per Chat sogar interagieren. Allerdings geht der Chat meist so schnell, dass die Gesprächspartner kaum auf alle Fragen eingehen können. Und ich bin sowieso nicht multitaskingfähig, also kann ich entweder gucken und zuhören oder lesen.

Die zweite Sendung, die ich angeschaut habe, war "Hilfe, mein Onkel schwurbelt" mit Hoaxilla, Lydia Benecke und Bernd Harder. Das war auch sehr schön und da ich gerade so einen Fall selbst erleben musste, fühlte ich mich auch persönlich angesprochen. Hoaxilla verwendet die Mitschnitte dann auch in ihrem Podcast.

Die Sendung "Blogs, Pages & Profile - Was macht man warum im Netz?" von gestern habe ich leider verpasst, aber ich freue mich, dass man sie auf Twitch.tv noch nachträglich anschauen kann. Und das Thema "Bullshit erkennen - in der Corona Krise und danach" klingt auch interessant, da muss ich auch noch reinschauen.

Gestern kam auf Youtube die Sendung "Last Geek Tonight" mit Nessi und Tommy Krappweis Folge 2 "Wurstwasser-Schock". Ich habe in den Alexa-Stick drei Mal den Titel der Sendung reingesprochen, zuletzt in Zoomania-Faultier-Geschwindigkeit. Aber Youtube zeigte mir immer "Last Week Tonight" an. Also musste ich doch umständlich eintippen. Die Sendung war auch sehr lustig und Tommy erzählte viele Geschichten aus der Vergangenheit. Das war auch sehr berührend.

Aber das sind nicht die einzigen, die sich in Live-Streams austoben. Am Wochenende habe ich The Wil Wheaton Twitch Experience angeschaut, ein Panel von zu Hause aus, ein Geschenk an seine Fans, da die SuperCon in Florida ausgefallen war. Ich mag Wil Wheaton seit dem Buch "Just a Geek" und meiner Begegnung mit ihm auf der FedCon XXI 2011 persönlich sehr gerne und bin mit ihm auch auf Facebook "befreundet". Dort verfolge ich ein wenig sein Leben mit Anne und den Hunden Seamus und Marlowe und dem Kater Watson. Er und Anne sind wunderbare Menschen.

WildMics

Nessi in Last Geek Tonight

Tommy in Last Geek Tonight

Wil Wheaton

Themen: Star Trek | Corona | Computer und Internet | Blick in die Vergangenheit | Conventions | Tommy Krappweis | Mháire Stritter
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Dienstag, 12. Mai 2020 17:01

Die USA und ihre Waffen

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ich mache mir etwas Sorgen um die USA. Damit meine ich nicht, dass Donald Dump Trump einfach ungeeignet ist, der Corona-Katastrophe zu begegnen. Die Leute haben ihn ja gewählt, irgendwie... Das Wahlsystem in den USA finde ich sowieso vollkommen absurd. Nicht dass ich Killary besser gefunden hätte. Aber die US-Amerikaner scheinen oft nur die Wahl zwischen Pest und Cholera zu haben. Kandidaten wie Bernie Sanders, der seit Jahrzehnten u.a. für ein sozialeres Gesundheitssystem kämpft, werden als Kommunisten verunglimpft und bei den Vorwahlen der Demokraten aussortiert und irgendwelche "gemäßigten" Kandidaten treten dann tatsächlich bei den Präsidentschaftswahlen an.

Als die Corona-Katastrophe hereinbrach, kauften die US-Amerikaner nicht etwa Klopapier (naja, schon auch), nein, sie deckten sich mit Schusswaffen ein. Mein erster Gedanke war: "Oh, oh!" Zugegeben, ich habe zu viel Walking Dead geschaut. Aber ich hatte eigentlich auch immer Angst, in eine Schießerei zu geraten, wenn wir in den USA im Urlaub waren. Es ist für mich vollkommen unbegreiflich, dass trotz Sandy Hook und Never Again in den USA immer nur Thoughts and Prayers* kommen, wenn es mal wieder zu einer Massenschießerei kam. Neuseeland hat die Waffengesetze nach Christchurch verschärft. Kanada hat nach Nova Scotia Sturmgewehre verboten.

In Deutschland sind die Hürden im internationalen Vergleich für einen Waffenkauf schon sehr hoch. Das gibt ein sichereres Gefühl, allerdings sind auch hierzulande viele Waffen in den falschen Händen.

Dafür gab es im März 2020 das erste Mal seit 2002 keine Schießerei mehr an US-Schulen... weil keine Kinder/Jugendlichen in den Schulen waren, sondern wegen der Corona-Maßnahmen Homeschooling betrieben.

Angesichts der präkaren Lage vieler US-Amerikaner, dem eine ungeheure Vernichtung von Lebensmitteln aufgrund von Marktregeln gegenübersteht, könnte sich hier etwas Gewaltiges zusammenbrauen.

Wo soll das nur hinführen?

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


* So wie bei uns das Pflegepersonal nur Applaus und Schokolade bekommt, vielleicht einen Bonus, aber wahrscheinlich keine angemessene Bezahlung...


Updates im Zusammenhang mit Corona

New York Times (14.05.2020): Meat Plant Closures Mean Pigs Are Gassed or Shot Instead - Schließungen von Fleischfarmen bedeutet, dass die Schweine entweder vergast oder erschossen werden

Süddeutsche (02.06.2020): Dreiklang aus tödlichem Virus, Arbeitslosigkeit und Polizeibrutalität - Bürgerkrieg nach dem Tod von George Floyd? - Zweite Welle nach Protesten? - Black Lives Matter

Bored Panda (01.06.2020): There is hope - It's Everyone vs. Racists

New York Times (01.06.2020): Lawmakers Begin Bipartisan Push to Cut Off Police Access to Military-Style Gear - Gesetzgebung gegen Ausstattung der Polizei mit militärischer Ausrüstung - Obama hatte dies eingedämmt - 2017 wurden 126 bewaffnete Fahrzeuge, 138 Granatenwerfer und 1.623 Bajonette an das Pentagon zurückgegeben - Trump anullierte Obamas Gesetzgebung

derStandard.at (03.06.2020): US-Armee arbeitet an tödlichen Drohnenschwärmen

Spiegel (21.07.2020): Vorfall in St. Louis - Waffen auf Demonstranten gerichtet - Paar angeklagt

Um ganz ehrlich zu sein bin ich wirklich froh, dass im Zusammenhang mit Corona nicht mehr passiert ist. Auch wenn es immer noch unheimlich viele Waffengewalt in den USA gibt und die Zahlen immer weiter steigen...

Telepolis (15.08.2020): Guns 'n Protests

Telepolis (21.10.2020): USA: Run auf Waffen und Munition

Telepolis (28.10.2020): USA vor der Wahl: "Be ready for anything"

Zeit (17.03.2021): Atlanta: Acht Tote bei Angriffen auf Massagesalons - bei drei Angriffen Frauen asiatischer Herkunft getötet worden

FAZ (18.06.2021): Waffen gegen Demonstranten: Amerikanisches Ehepaar verurteilt


Sonstige Updates

Guardian (15.01.2021): NRA files for bankruptcy and seeks to incorporate in Texas

Neue Zürcher Zeitung (16.01.2021): Fluggesellschaften verbieten Einchecken von Waffen auf Flügen nach Washington

Thema: Corona
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Montag, 11. Mai 2020 17:01

Corona-Apps

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Südkorea hat Tracking Apps eingesetzt, die mit Hilfe des GPS auf den Mobiltelefonen gemeinsam mit Überwachungsbildern (CCTV footage) Personen mit Covid-19 zu identifizieren und Menschen in Kenntnis zu setzen, die mit ihnen in Kontakt waren und dem Risiko einer Infektion ausgesetzt waren. In China erhalten Menschen einen grünen, gelben oder roten Farbcode auf ihr Smartphone, der darüber bestimmt, ob sie sich im öffentlichen Raum bewegen können. Etwas Ähnliches, nämlich ein Immunitätsausweis, war auch bei uns kurzzeitig im Gespräch. Er barg aber die konkrete Gefahr, dass sich Leute absichtlich anstecken, um die Freiheiten, die ein solcher Ausweis mit sich bringen würde, zu erlangen. Mittlerweile ist er aber wieder vom Tisch. Oder heißt der jetzt Seuchenpass?

Die Begehrlichkeit, Bürger oder auch Arbeitnehmer nicht nur in Deutschland zu überwachen, sind groß. Das kann man auch gut in den Geschichten der Vorratsdatenspeicherung und der Maut nachvollziehen. Wir haben aber seit dem 25. Mai 2018 in der EU einen sehr starken Datenschutz, der zwar auch zu Absurditäten führt, aber im Grunde eine sehr gute Sache ist.

Trotzdem sprießen Tracing-Apps seit der Corona-Katastrophe wie Pilze aus dem Boden. Deutschland ganz vorn mit dabei, doch eine Pflicht ist hierzulande undenkbar. Opposition und Bürgerrechtler laufen Sturm. Die Digitale Gesellschaft hat hierzu einen offenen Brief verfasst.

Aber es gibt auch Befürworter, wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Und EU-Rechtspolitiker Axel Voss fordert freiwillige Nutzung von Corona-Apps.

Und aller Bedenken zum Trotz machen irgendwie alle mit: Frankreich, Österreich, Großbritannien, sogar die Schweiz, Australien... Irgendwie die ganze Welt...

Als meine Firma die Datenspende-App vom Robert Koch-Institut auf dem Firmenhandy zuließ, habe ich sie mir mal aus Neugierde installiert. Allerdings funktioniert sie nur mit den teureren Fitness-Trackern. Der günstigste, den ich gefunden habe, war von Fitbit und hat etwas mehr als 50 Euro gekostet. Ich wollte schon eine ganze Weile so ein Ding haben, aber eigentlich hätte ich nicht mehr als 25 Euro dafür ausgeben wollen. Aber gut. Jetzt werden meine Schritte gezählt, mein Schlaf wird überwacht und die Daten landen irgendwie beim RKI, wie auch immer diese helfen sollen.

Wir dürfen es auf jeden Fall nicht zulassen, dass hier der Datenschutz ausgehöhlt wird. Es gibt auch andere Methoden, zum Beispiel einfach nur ein Alarmgeber, mit dem Pushnachrichten auf die Smartphones geschickt werden, die über das lokale Risiko informieren. So können Pandemie-Maßnahmen punktuell ergriffen werden.

Orwell's 1984 war als Warnung gedacht, nicht als Gebrauchsanleitung.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Deutsche Corona-App

Netzpolitik.org (27.04.2020 mit Updates 16.06.2020): FAQ zu Corona-Apps

Heise (29.05.2020): Tracing-App: Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit für ein Gesetz

Tagesschau (08.06.2020): Corona-App soll nächste Woche kommen

Süddeutsche (14.06.2020): Corona-Warn-App startet am Dienstag

Süddeutsche (16.06.2020): Oxford-Simulation: Die Corona-App fängt an zu wirken, sobald 15 Prozent mitmachen

ntv (20.06.2020): Corona-Warn-App kurz vor Meilenstein - 15% (ca. 12 Millionen Nutzer) reichen aus, 60%-Angabe veraltet

Golem (06.07.2020): Bislang 300 Infektionsmeldungen über Corona-Warn-App

Heise (16.07.2020): Corona-Warn-App knapp 16 Millionen Mal heruntergeladen – RKI ist zufrieden

Heise (21.07.2020): Corona-Warn-App jetzt auch auf Türkisch

Netzpolitik (20.08.2020): So funktionieren die Hotlines zur Corona-Warn-App

Heise (23.09.2020): 100 Tage Corona-Warn-App: SAP und Telekom ziehen positive Bilanz - 18,2 Mio. Downloads

Heise (24.09.2020): Ärztevertreter: Corona-Warn-App für Gesundheitsämter wenig hilfreich

Zeit (08.10.2020): Moment, wie viele Infizierte soll ich getroffen haben?

Heise (17.10.2020): Corona-Warn-App wird um Symptome-Tagebuch erweitert

Heise (19.10.2020): Corona-Warn-App 1.5.0 bietet länderübergreifende Risiko-Ermittlung

t3n digital pioneers (28.10.2020): Lockdown Light: Ladet euch endlich die verdammte Corona-App herunter!

Heise (18.11.2020): Erst "entschlacken", dann erweitern

Golem (25.11.2020): Corona-App ermittelt häufiger riskante Begegnungen - 2021 soll Clustererkennung folgen

Tagesschau (06.12.2020): 1,5 Millionen Warnungen - trotz Problemen - 46 Prozent teilen positives Ergebnis nicht

Heise (17.12.2020): Corona-Warn-App 1.9 zeigt mehr Informationen zu Risikobegegnungen an

Heise (29.12.2020): Update: Kontakt-Tagebuch jetzt verfügbar

Süddeutsche (11.06.2021): Fünf Lehren aus der Corona-Warn-App

Heise (15.06.2021): RKI-Schätzung: Corona-Warn-App hat über 100.000 Infektionsketten unterbrochen


Updates Technik, Datenschutz und Impfnachweis

Heise (14.05.2020): SAP und Deutsche Telekom veröffentlichen Details zur Tracing- und Warn-App

Heise (16.05.2020): Corona-Tracing per App: SAP legt erste Version des Corona-Warn-Servers vor

DerStandard.at (20.05.2020): Coronavirus: Apple und Google stellen Schnittstelle für Contact-Tracing vor

Heise (30.05.2020): Look & Feel der Corona-Warn-App steht

Heise (04.06.2020): Quellcode-Analyse eines beispiellosen Open-Source-Projektes

Heise (08.06.2020): Wirkungsweise der Tracing-Apps und das Krypto-Protokolls erklärt - Wie kann man Kontakte verfolgen, ohne Menschen zu verfolgen?

c't (11.06.2020): Wie die Corona-Warn-App von SAP und Telekom funktioniert

Süddeutsche (13.06.2020): Was Sie über die Corona-App wissen müssen

ZDF (16.06.2020): Chaos Computer Club lobt deutsche Corona-App

Correctiv.org (17.06.2020): Der lange Weg zur Corona-App - der Artikel erklärt, wieso Google und Apple hier datenschutzrechtlich vorbildlich gehandelt haben

Heise (24.07.2020): So berechnet die Corona-Warn-App Ihr Ansteckungsrisiko

Heise (24.07.2020): SAP erläutert Problem mit der Hintergrundaktualisierung (zu Bild: "Bundesregierung blamiert sich")

Heise (02.09.2020): iOS 13.7 verfügbar: Corona-Tracing direkt im Betriebssystem

Heise (04.09.2020): Fehler an Hintergrund-Aktualisierung behoben

Netzpolitik (02.11.2020): Der Datenschutz der Corona-Warn-App ist nicht das Problem

Heise (15.01.2021): Corona-Warn-App wird ausgebaut und soll auf älteren iPhones laufen

Heise (22.01.2021): Deutsche akzeptieren Ortung mit der Corona-Warn-App

Heise (16.04.2021): Digitaler EU-Impfnachweis soll in die Corona-Warn-App integriert werden

Netzpolitik (16.04.2021): Digitaler Impfnachweis wird dezentral und Open Source

Heise (03.05.2021): Schnelltest-Ergebnisse jetzt eintragbar

Heise (02.06.2021): COVID-Zertifikat: EU-Schnittstelle für digitalen Impfnachweis ist online

Heise (12.07.2021): Corona-Warn-App wird zur "Zertifikats-Wallet"


Updates Andere Corona-Apps

Heise (13.05.2020): EU-Kommission: Corona-Apps müssen grenzüberschreitend funktionieren

Telepolis (14.05.2020): CuidAR: Argentinien überwacht mit einer App

Heise (16.05.2020): Slowakei ersetzt Staatsquarantäne durch Handy-App

Heise (26.05.2020): Schweizer Tracing-App geht in den Feldversuch

Heise (26.05.2020): Französische Datenschutzbehörde gibt App "StopCovid" mit Bauchschmerzen frei

DerStandard.at (06.06.2020): Frankreichs Corona-App "StopCovid" bricht die Millionen-Marke

Heise (09.06.2020): Schweizer Parlament billigt gesetzliche Grundlagen für Corona-Tracing-App

Heise (10.06.2020): USA: Apple schickt Corona-App-Ergebnisse an Behörden - freiwillig, aktiv und anonym

Heise (16.06.2020): Europäische Corona-Apps sollen Daten untereinander austauschen können

Netzpolitik.org (16.06.2020): Kontaktverfolgung - Wie die Corona-App Frankreich in Europa isoliert

Golem (23.06.2020): 341 Warnungen an Corona-App-Nutzer - Frankreichs App erst 14 Warnungen, von Datenschützern kritisiert

Heise (25.06.2020): Corona-Warn-App: Nun auch in ersten europäischen App-Stores verfügbar

Golem (09.07.2020): Die peinliche "Späher-App" der AfD

Heise (24.07.2020): Warum Warn-Apps schweigen - "StopCovid", "Covidsafe" oder "Corona-Warn"

Heise (21.08.2020): Auch Estland führt Corona-Warn-App ein - in drei Sprachen: Estnisch, Russisch und Englisch

Netzpolitik (24.08.2020): Europaweite Lösung lässt auf sich warten

Standard.at (07.09.2020): "Stopp Corona": Stillstand bei österreichischer Contact-Tracing-App?

Standard.at (21.10.2020): Österreich: Die Regierung hat die Corona-App "kaputtgemacht"

Telepolis (24.10.2020): Portugal: Tracing-App "StayAway Covid": Sieg der Datenschützer

Standard.at (16.11.2020): Gesundheitsminister fordert zu Installation der "Stopp Corona"-App auf

Guardians (18.11.2020): Union says teachers in England being told to pause Covid app in school - too many alarms

Standard.at (28.11.2020): Wie Corona-Apps künftig die Gastroregistrierung ersetzen könnten

ntv (05.12.2020): Corona-App im Vergleich: Was die Iren besser machen

Heise (23.12.2020): Nicht zu spät für Kontaktverfolgungs-Apps in den USA

Heise (21.02.2021): Studie: Britische Corona-App hat hunderttausende Infektionen verhindert

Heise (24.02.2021): Studie: Britische Corona-App hat hunderttausende Infektionen verhindert

Netzpolitik (19.04.2021): Kontaktverfolgung: Österreich plant keine Check-in-Funktion für Stopp-Corona-App

Netzpolitik (07.05.2021): GreenCheck - AppÖsterreich will Corona-Status von Millionen Menschen in zentraler Datenbank speichern

Heise (18.05.2021): Schweizer Farce: Digitaler Impfausweis scheitert


Updates Missbrauch und Kritik

DerStandard.at (13.05.2020): Wenn Contact-Tracing schiefgeht: Restaurantmitarbeiter soll Kundin nachgestellt haben

Heise (04.06.2020): Mehrheit gegen die Corona-App

Telepolis (06.06.2020): Mit der Corona-App gegen US-Demonstranten?

Heise (06.06.2020): Bedrohte Pseudonymität: Hotline soll bei Corona-App Trolle stoppen

Telepolis (09.06.2020): Covid-19 und die neuen Überwachungstechniken - Zusammenarbeit der britischen Gesundheitsbehörde mit Firmen wie Palantir und Faculty

Technische Universität Darmstadt (12.06.2020): Corona-Warn-Apps: Defizite bei Sicherheit

Mimikama.at (16.06.2020): Corona-Warn-App: Ja oder Nein?!

NachDenkSeiten (17.06.2020): Corona-App – ein soziales Experiment mit Risiken und Nebenwirkungen

Meine Kritik an dem Artikel: Apple und Google werden unter Generalverdacht gestellt und User, die die App installieren, würden dies tun, weil "medialer Schützenhilfe" geleistet wurde und sie wegen "einem Angstszenario dazu getrieben" wurden, und nicht, weil sie es vielleicht für sinnvoll halten und ausnahmsweise Mal eine staatliche Software vorbildlich entwickelt wurde.

Heise (17.06.2020): Corona-App muss auch auf alten Smartphones laufen

Golem (03.07.2020): Verwirrende Tagesanzeige / 14,4 Millionen Downloads (17,3%)

Heise (17.07.2020): Ein Monat Corona-Warn-App: Bisher bleibt der Effekt aus, u.a. auch weil die Labore und Gesundheitsämter nicht digital in den Melde-Prozess eingebunden sind, Postweg dauert ein oder zwei Tage

Standard (26.07.2020): Deutsche Corona-App funktioniert auf iPhones nicht richtig (zu Bild: "Bundesregierung blamiert sich")

Heise (05.08.2020): Wegen Medienbruch Datenschutzverstöße in der Meldekette von Infizierten - nicht genug QR-Code-Dokumente vorhanden, Vertrauensverlust

ntv (18.08.2020): Corona-Leugner nicht erwünscht: Campingplatz macht Warn-App zur Pflicht - Arbeitgeber, Restaurants oder Behörden dürfen App nicht als Zutrittsvoraussetzung definieren

Heise (25.11.2020): Was hilft bei Skepsis gegen Kontaktverfolgungs-Apps?

Golem (05.01.2021): Contact-Tracing-Daten landen bei Polizei und Geheimdiensten: zu wenig Datenschutz in Singapur und Australien


Updates Kosten

Heise (11.06.2020): Corona-Warn-App kostet den Bund rund 20 Millionen Euro

Heise (16.06.2020): Zero Rating: Mobilfunk-Provider berechnen keinen Traffic für Corona-Warn-App

Heise (21.07.2020): Werbung für Corona-Warn-App kostete bisher 7,5 Millionen Euro

FragDenStaat (22.08.2020): Zusammensetzung der Kosten für die Entwicklung der Corona Warn App


Updates RKI Datenspende

Zeit (23.02.2021): Zeig mir deinen Puls und ich sage, wie es mit Corona weitergeht


Updates Luca App

Heise (14.03.2021): Luca-App: Mecklenburg-Vorpommern beginnt mit Kontaktverfolgung

Spiegel (14.03.2021): Digitale Kontaktverfolgung Darf ich ohne Luca-App jetzt nicht mehr zu Ikea?

Heise (14.04.2021): Luca-App für Kontakt-Tracking: Sicherheitslücke in Schlüsselanhängern gefunden

Heise (16.04.2021): Nach wachsender Kritik aus IT-Kreisen: Landesdatenschützer prüft Luca-App

Heise (26.05.2021): Gefahr für Gesundheitsämter: Luca-App ermöglicht Code Injection

Heise (21.07.2021): Luca und Lügen - Kritiker der Luca-App wird von Anwaltskanzlei abgemahnt


Updates Digitaler Impfnachweis CovPass

Spiegel (08.06.2021): Apotheken stellen ab Montag den digitalen Impfnachweis aus

Golem (20.07.2021): Der digitale Impfnachweis ist eine Farce


Updates Sonstiges

Heise (21.05.2020): Großveranstaltungen mit Kontakt-Tracing-App?

Heise (14.09.2020): Corona-Warn-Apps: Lebensretter oder nicht?

Heise (22.09.2020): Google Maps zeigt aktuelle Daten zur Corona-Pandemie

Heise (26.02.2021): Global.health: Massive Datenbank zu Covid-19 soll nicht nur Wissenschaft helfen



GitHub: Corona-Warn-App/CWA-Documentation - official COVID-19 exposure notification app for Germany of SAP and Deutsche Telekom - open source / offizielle COVID-19-App zur Kontaktfallbenachrichtigung für Deutschland von SAP und Deutsche Telekom als Open-Source-Software

FragDenStaat: SAP und T-Systems und BRD: Projekt Corona Warn App - Abstimmungsvereinbarung

FragDenStaat: Vertrag mit SAP - teilweise geschwärzt

FragDenStaat: Vertrag mit T-Systems - teilweise geschwärzt

Thema: Corona
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Sonntag, 10. Mai 2020 17:01

Wunschzettel

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Als die Corona-Katastrophe begann, wurden so viele eklatante Schwächen des Turbokapitalismus, der Globalisierung und der auf Gewinnmaximierung getrimmten Gesundheitssysteme schlagartig aufgedeckt, dass manche linksgrün-verklärte Gutmenschen und Träumer schon zwangsläufig eine neue Weltordnung kommen sahen. Mittlerweile muss man das jedoch relativieren, da die Kräfte, die durch den Wunsch der Menschen nach einer vermeindlichen Normalität enorm sind. Das mag einerseits bedauerlich sein, andererseits führt das aber auch dazu, dass wir voran gehen und uns durch die Angst, die die neue Situation zunächst in vielen von uns ausgelöst hat, einem Tatendrang weicht, der die wirtschaft wieder aufleben lässt und die psychischen Folgen abmildert. Wir lernen nun, mit dem neuen Coronavirus zu leben.

Auf mich hört ja keiner, aber ich habe so ein paar Dinge auf meinem Wunschzettel stehen, die ich hier mal aufzählen möchte:

  • Der Turbokapitalismus, dieses unmenschliche System muss endlich aufhören, denn unser Planet ist endlich und ständiger Wirtschaftswachstum ist vollkommen unmöglich, ohne den Planeten zu zerstören. Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit muss auf die Agenden der Firmen. Das geht nur mit Hilfe einschlägiger Politik.
  • Damit muss sich auch die Schere zwischen arm und reich wieder mehr schließen. Statt ein hohes Bruttoinlandsprodukt muss die Lebenszufriedenheit das Ziel sein. Dazu gehört auch, Steueroasen auszutrocknen, Steuerschlupflöcher zu schließen und den Finanzmarkt zu regulieren, und zwar weltweit.
  • Die Globalisierung sollte ein neues Mittelmaß finden. Eine wirtschaftliche Verflechtung aller Länder ist einerseits gut, denn dann gibt es weniger Anlass für Kriege. Aber muss es im Winter wirklich Erdbeeren im Supermarkt geben? Muss man wirklich nach New York über ein langes Wochenende zum shoppen fliegen? Muss wirklich die gesamte Produktion von Gütern in einem einzigen Land konzentriert sein?
  • Man darf das Gesundheitssystem nicht dem Markt überlassen, sonst haben wir irgendwann keine Geburtskliniken mehr, sondern nur noch Kliniken für Gelenkprothesen. Die Fallpauschalen müssen abgeschafft werden. Die Gesundheit der Menschen muss an erster Stelle kommen. Pflegekräfte müssen angemessen bezahlt werden. Und auch in Putzkräfte muss angesichts der multiresistenten Krankenhauskeime mehr investiert werden. Das US-amerikansiche und britische Gesundheitssystem sind KEINE Vorbilder!!!
  • Infrastruktur gehört in staatliche Hand. Die macht das in Deutschland sehr gut, wie wir bei der Wasserversorgung (noch) sehen können. Die Privatisierung muss endlich aufhören, denn hier wird das Vermögen des Volkes verhökert, das dann entweder teuer zurückgekauft werden muss oder dazu führt, dass die Infrastruktur verkommt und eine Grundversorgung abartig teuer wird. Das darf ebenfalls nicht vom Markt geregelt werden, denn bei der Grundversorgung darf es nicht um Gewinnmaximierung gehen. Zur Infrastruktur gehört: Wasserversorgung, Stromversorgung, Versorgung mit Mobilfunk und Internet, das Straßen- und Schienennetz, alles auch im ländlichen Raum. Außerdem muss eine Grundversorgung mit Wohnraum und Lebensmitteln durch die heimische Landwirtschaft gewährleistet werden. Und natürlich das Gesundheitssystem (siehe oben).
  • Die Digitalisierung muss weiter vorangetrieben werden, insbesonderer in staatlichen Stellen. Es kann nicht sein, dass ich auf dem Postweg einen Antrag stelle und nach sechs Wochen (!) dann erst die Bescheinigung erhalte, auch weil die Registrierung der Bezahlung bis zu vier Wochen (!) dauert. Was gerade in den Schulen abgeht, ist ein Trauerspiel und verschlimmert noch den Unterschied zwischen Kindern aus bildungsfernen Familien und Haushalten, in denen mehr als nur ein Notebook vorhanden sind. Der E-Perso und die E-Government-Wüste...
  • Der Klimawandel gehört mit oberster Priorität auf die politische Agenda. Sonst gibt es bald nichts mehr zu regieren.
  • Und das seit Jahrzehnten bekannte Problem der Überbevölkerung muss auch endlich weltweit angegangen werden. Die steht in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel und dem Turbokapitalismus, der unendliches Wachstum auch in der Bevölkerung braucht. Bildung, insbesondere von Mädchen, gute, medizinischer Versorgung und Zugang zu Verhütungsmitteln weltweit!
  • Weltfrieden! Den wünsche ich mir so sehr, doch wir exportieren den Tod in alle Welt und der sogenannte "Wertewesten" mit Frankreich und USA machen dabei kräftig mit. Dabei ist Krieg eine der häufigsten Fluchtursachen. Wer Krieg sät, wird also Flüchtlinge ernten. Und wenn immer mehr Menschen in Zukunft auch noch wegen dem Klimawandel und den Dürre- und Hungerskatastrophen fliehen müssen, dann wird es ungemütlich. Und wir müssen aufpassen, dass die Rivalität zwischen USA und China nicht eskaliert.

Diese Wünsche habe ich nicht erst seit der Corona-Katastrophe. Aber ich hoffe, dass durch diese Katastrophe mehr Menschen dazu veranlasst werden, sich diese Dinge ebenfalls zu wünschen und darauf hinzuarbeiten, dass sie wahr werden. Ich behalte das im Auge.

[Satire an] Und wenn wir doch eines Tages in einer neuen Weltordnung aufwachen, in der die Menschheit wieder in eine Zukunft auf einem lebenswerten Planeten blicken kann, explodiert vielleicht Beteigeuze zu einer Supernova, die man mit bloßem Auge sehen kann. Dann hat das Ende der Corona-Katastrophe auch noch einen religiösen Touch. [Satire aus]

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Kapitalismus und Neoliberalismus

Süddeutsche (25.05.2020): Einen Impfstoff gegen Coronaviren wie SARS-CoV zu entwickeln, war für die Pharmaindustrie finanziell nicht interessant - Finanzielle Interessen haben die Agenda der Wissenschaft zu stark geprägt

Zeit Campus (08.07.2020): Unser Wirtschaftssystem ist überhitzt und ausbeuterisch. Wir müssen den Neustart nach Corona nutzen, um das zu ändern.

Spiegel Paywall (09.09.2020): Das Ende des Neoliberalismus, wie wir ihn kannten

Telepolis (13.09.2020): Wirtschaften mit Plan - aber richtig

Telepolis (20.09.2020): Großzügige Umverteilung erhöht Lebenserwartung - von der Mär des Trickle-Down-Effektes

Zeit (21.09.2020): "Der Neoliberalismus hat ausgedient" (Davos - The Great Reset)


Updates Schere zwischen Arm und Reich

Mein Blog über Gebundenes Kapital

DerStandard (04.04.2020): Nach der Corona-Krise: Was noch alles gehen könnte - von der Forderung, Ungleichheit, Rassismus oder Klimawandel mit der gleichen Vehemenz zu bekämpfen

Spiegel (13.07.2020): Millionäre fordern höhere Steuern - für sich selbst


Updates Globalisierung und Menschenrechte

Mein Blog über Menschenrechte

ntv (18.05.2020): Schlachthöfe: Werkverträge, Subunternehmer, schlechte Arbeitsbedingungen, Niedriglöhner, Sammelunterkünfte - wird hier bald aufgeräumt?

Tagesspiegel (22.05.2020): Europa muss jetzt die Wirtschaft der Zukunft aufbauen

Neue Zürcher Zeitung (14.07.2020): Deutschland auf Schweizer Spuren: Das geplante Lieferketten-Gesetz erhitzt die Gemüter - Einhaltung von Menschenrechtsstandards entlang internationaler Lieferketten einfordern

ntv (08.08.2020): Neue Wirtschaft nach Corona? "Müssen ungesunde Globalisierung zurückbauen"

Spiegel (28.12.2020): Debatte über Renationalisierung: Holt die Industrie ihre Produktion zurück nach Deutschland?

Süddeutsche (05.04.2021): Ohne die Weltwirtschaft wäre Deutschland arm dran


Updates Gesundheitssystem

Mein Blog über Systemrelevante Berufe - Kranken- und Altenpfleger und Gesundheitssystem stärken und Fallpauschalen abschaffen

Spiegel (27.05.2020): Leopoldina-Forscher fordern Umbau des Gesundheitssystems, weniger wirtschaftliche Maßstäbe, bedarfsgerechte Versorgung, Reserve von Schutzausrüstung, Medikamente und Medizinprodukte, Kritik an Fallpauschalen

Frankfurter Rundschau (31.05.2020): Vier Ideen für ein besseres Gesundheitssystem

Tagesspiegel (10.10.2020): Herzchirurg kritisiert Gesundheitssystem: "Junge Ärzte werden zu Managern geformt"


Updates Infrastruktur

Spiegel (23.05.2020): EU Green Deal-Entwurf, kaum zu glauben, wie in klimafreundliche Infrastruktur investiert werden soll, ohne Luftfahrtbranche strukturell (noch) nicht geändert


Updates Digitalisierung

Mein Blog über Digitalisierung


Updates Klimawandel und Umweltschutz

Mein Blog über Klimawandel

ntv (19.05.2020): Corona-Krise lässt CO2-Ausstoß zwar absacken, aber die Wirtschaft hat sich strukturell (noch) nicht geändert

Heise (20.05.2020): Weniger Konsum für mehr Umweltschutz

Zeit (25.05.2020): DLR forscht für traubhausgasneutralen Flugverkehr

Telepolis (06.07.2020): Die Energiewende nimmt Form an

Spiegel (07.07.2020): Widerstand gegen Bolsonaro - Brasilianische Firmen machen Druck gegen Regenwaldzerstörung

Zeit (28.08.2020): Für die Umwelt und künftige Generationen

ntv (04.01.2021): Pandemie drückt Emissionen: Deutschland übertrifft Klimaziel für 2020


Updates Überbevölkerung

ntv (11.07.2020): Wie viele Menschen können auf Erde leben?


Updates Weltfrieden

Mein Blog für den Weltfrieden


Updates Sonstiges

Absatzwirtschaft (20.03.2020): Die Welt nach Corona: Wie wir uns nach der Krise wundern werden - Zukunftsforschung: Wann kehrt alles zur Normalität zurück? Niemals!

Zeit (04.07.2020): Die Unfähigkeit der autoritären Männer - Rechtspopulismus an den Rand gedrängt?

Telepolis (20.08.2020): Die elende Sehnsucht nach "Normalität"

Heise (20.12.2020): Jupiter und Saturn verschmelzen am Nachthimmel – Weihnachtsstern?

Eine Supernova bekommen wir zwar nicht, weil Beteigeuze nur Gase abgelassen hat, aber dafür einen Weihnachtsstern. Auch schön :)

Krautreporter (22.12.2020): Zuversicht: 77 gute Nachrichten, von denen du 2020 wahrscheinlich nichts mitbekommen hast

Wissenschaft (17.06.2021): Beteigeuze: Verdunklungs-Rätsel gelöst



Wikipedia: European Green Deal - Keine EU-Billionen für überholte Geschäftsmodelle

Themen: Corona | Schöne neue Welt
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Samstag, 9. Mai 2020 17:01

Gebundenes Kapital

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Als ich beim Steuerberater für das Büromaterial zuständig war, wurde ich ermahnt, nicht zu große Vorräte anzulegen, da man damit Kapital binden würde. Also man kann dann das Geld eben nicht mehr für andere Dinge ausgeben. Dieser Denkansatz hat bei mir dann dazu geführt, dass ich später als Alleinerziehende Haushaltsbuch geführt habe. Meine Excel-Tabelle hat mir dann immer schon alle vorhersehbaren Ausgaben des Monats abgezogen und mir angezeigt, wieviel ich noch übrig habe. In der Praxis war es dann eher so, dass am Ende des Geldes noch ganz schön viel Monat übrig war.

Dieser Logik folgend und auch dem Umstand geschuldet, dass Dinge, die man als Vorrat anlegt, Lager- und Personalkosten verursachen und unter Umständen als Ladenhüter entsorgt werden müssen, hat dazu geführt, dass in der Wirtschaft Dinge erst dann produziert und geliefert werden, wenn sie auch benötigt werden. Das nennt man Just-in-time-Produktion. Man sagt auch, dass "das Lager auf die Straße verlegt" wurde. Das ist insofern auch für die Umwelt von Vorteil, da dadurch verhindert wird, dass Produkte produziert werden und damit Rohstoffe und Energie verbrauchen, die gar nicht benötigt werden. Ob das am Ende umweltfreundlicher ist, sei dahingestellt.

Das hat aber in Deutschland auch zur Folge, dass auf den Strassen sehr viele LKWs unterwegs sind und wir ständig im Stau stehen. Das hat auch damit zu tun, dass unsere halb-privatisierte Bahn es nicht schafft, den Güterverkehr attraktiv zu gestalten. In der Schweiz funktioniert das und ich empfand es als durchaus angenehm, dort Auto zu fahren. Da gab es andere Probleme. Außerdem verursachen LKWs auf den Straßen und Autobahnen deutlich mehr Schäden als PKWs. Das bemerkt man insbesondere, wenn man auf dem rechten Streifen auf den Autobahnen fährt, die häufig Spurrillen oder Flickwerk einen traurigen Anblick bieten.

Diese Infrastruktur, die meiner Meinung nach eigentlich in staatliche Hand gehört, wird nur zum Teil durch die Einnahmen durch die LKW-Maut gedeckt. Zunächst werden die "Systemkosten" abgezogen, also auch der Gewinn von Toll Collect, der Puplic Private Partnership (bei der Worthülse bekomme ich immer Schnappatmung), die intransparent und damit demokratisch nicht legitimiert ist, datenschutz- und kartellrechtlich problematisch, für die Steuerzahler eine Katastrophe (CTS Eventim und Kapsch dürften Schadensersatz in einer Höhe von mindestens 500 Mio. Euro geltend machen), trotzdem ist Andreas Scheuer immer noch Verkehrsminister, obwohl er Beweismittel vernichtet hat. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Puh!

Bleiben wir beim gebundenen Kapital und dem Umstand, dass Menschen mit wenig Geld auch nicht in der Lage sind, Vorräte anzulegen oder gar etwas für die private Altersvorsorge beiseite zu legen. Da bekomme ich auch Schnappatmung. Die Altersvorsorge ist nämlich in der Zusammensetzung des Hartz-IV-Regelbedarfs, das eigentlich soetwas wie das Existenzminimum darstellen soll, gar nicht enthalten. Wie zynisch müssen unsere Politiker (Gesetzgeber) sein, wenn sie allen Ernstes verlangen, dass von dem Geld, dass kaum bis zum Ende des Monats reicht, auch noch Rücklagen für das Alter gebildet werden sollen. Dabei dient die von der Brechtelsmann-Stiftung und der "Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten"-SPD unter Gerhard Schröder dem Abbau des Sozialstaats. Der damalige VW-Vorstand und später wegen Veruntreuung von Firmengeldern verurteilte Lohndrücker Peter Hartz wurde von der Bundesregierung beauftragt (!), das Konzept für die Hartz-Reform zu entwickeln. Die darauf folgende Aushöhlung der Arbeitnehmerrechte wird als Retter der deutschen Wirtschaft dargestellt, auf die Gerhard Schröder noch immer stolz ist (siehe Absatz mit "Bazooka-Politik").

Dabei wäre bei einer vernünftigen Rentenpolitik eine private Altersvorsorge gar nicht notwendig. Meiner Meinung nach diente die Rentenreform in erster Linie der Versicherungswirtschaft getrieben durch perfiden Lobbyismus. In der Monitor-Sendung aus dem Jahr 2008 Arm trotz Riester: Sparen fürs Sozialamt und der ARD-Sendung "Die Riester-Lüge" von 2012 werden die Zusammenhänge erklärt, auch wieso es sich für Geringverdiener sowieso nicht lohnt zu sparen. Und jetzt, wo die Auswirkungen sichtbar werden, und immer mehr Menschen in die Altersarmut rutschen, wird mit der Grundrente geflickschustert, statt das Rentensystem solidarisch zu reformieren. Warum auch, dann müssten die Politiker da ja einzahlen. Mit einem ordentlichen Mindestlohn bliebe vielleicht etwas übrig, um für das Alter zu sparen, würde aber den Versicherungsgesellschaften weiter nutzen, statt das Grundproblem zu lösen.

Was hat das Ganze mit der Coronakrise zu tun? Seit über dreißig Jahren werden auf verschiedene Weise die Löhne gedrückt und die Einkommens- und Vermögensschere weiter geöffnet. Das kann man auch als "gebundenes Kapital" bezeichnen, denn wenn der breiten Masse immer weniger Geld zur Verfügung steht, um ihr Leben zu bestreiten, mehrt sich in der sogenannten Elite der Reichtum immer schneller. Das Geld ist sozusagen nicht weg, es hat jetzt nur ein anderer. Es ist also kein Wunder, dass die wenigsten irgendwelche Rücklagen haben bilden können, um für eine Krise gewappnet zu sein und vielleicht ein paar Wochen oder Monate ohne Einnahmen zu überstehen. Und solange die selbsternannte Elite einen Furz auf die normalen Menschen geben, wird sich das auch nicht ändern.

Aus dem Grund braucht auch niemand ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er jetzt Coronahilfen beantragt. So können sich die Menschen wenigstens einen Teil des gebundenen Kapitals zurückholen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Corona-Hilfen und Konjunkturpakete Deutschland

Telepolis (12.04.2020): Das dünne Eis - in einer kapitalistischen Gesellschaft leben die meisten Menschen von der Hand in den Mund

Süddeutsche (30.04.2020): Debatte über Corona-Hilfen: Erst im Steuerparadies, dann vom Staat gerettet?

Süddeutsche (17.05.2020): Coronahilfen werden mit 1.200 Milliarden Euro veranschlagt - Sechs Ideen, wo Geld zu holen ist

Süddeutsche (25.05.2020): Mittelstand gut gerüstet, Verbraucher halten sich zurück

LobbyControl (26.05.2020): Belastungsmoratorium, Wirtschaftsföderung zu Lasten der Solidarität, der Bildung, der Umwelt

Telepolis (27.05.2020): Hände weg vom Mindestlohn!

Tagesschau (28.05.2020): Bundesagentur für Arbeit: Das Geld wird knapp

Spiegel (02.06.2020): Darum geht es beim geplanten Konjunkturpaket - Infrastruktur, Klimaschutz, Hilfe für Veranstaltungs- und Kulturbranche

Tagesschau (04.06.2020): Konjunkturpaket: Mehrwertsteuersenkung, Kinderbonus, Prämie für E-Autos, Strompreis, Bahnhilfe, Überbrückungshilfen für Hotels, Restaurants, Bars, Reisebüros, Schausteller, Kultur, Forschung in KI und Wasserstofftechnik

Spiegel (04.06.2020): Keine Geschenke für Spitzenverdiener oder Angriffe auf den Arbeitsschutz

Süddeutsche (04.06.2020): Das Konjunkturpaket ist eine historische Wende, Abwrackprämie hatte keine Chance

Tagesspiegel (04.06.2020): Das Konjunkturpaket überrascht - und es wirkt durchdacht

Tagesschau (04.06.2020): Die GroKo hat der Versuchung widerstanden, Klientelpolitik zu machen - Entlastungen mit kurzer Frist sind Unsinn - Ein solches Paket war schon vor Corona nötig

ntv (04.06.2020): 130 Milliarden fürs Land - Was dieses Paket historisch macht - keine Vermögensabgabe für Reiche - Paradigmenwechsel

T-Online (12.06.2020): Staatsverschuldung aus volkswirtschaftlicher Sicht kein Problem

Tagesschau (14.06.2020): 500-Millionen-Schutzschirm für Lehrstellen

Zeit (19.07.2020): Wir müssen unsere Ziele neu denken - Innovation, Fortschritt, Klimaschutz

Süddeutsche (10.08.2020): Staatshilfe rettet in der Krise viele Betriebe


Updates Corona-Hilfen und Konjunkturpakete EU

Wikipedia: Marshallplan, offiziell European Recovery Program von 1948–1952

Süddeutsche (11.06.2020): Spanien bekommt eine Grundsicherung - 462 Euro

Tagesspiegel (12.06.2020): Streit um das Rettungspaket in der EU - 1,8 Billionen Euro - wer zahlt? Wer bekommt was?

Süddeutsche (19.06.2020): EU-Hilfspaket: Worum es bei der Verteilung der 1,8 Milliarden Euro geht

Süddeutsche (21.07.2020): EU-Sondergipfel:So werden die 1800 Milliarden verteilt - EU-Haushalt bis 2027 und das Corona-Hilfspaket - Schwacher Schutz der Rechtsstaatlichkeit (Ungarn, Polen)

Neue Zürcher Zeitung (21.07.2020): Die Einigung der EU zeigt: Der Abgesang war verfrüht

Süddeutsche (14.04.2021): Schuldenkönigin EU


Updates Corona-Hilfen und Konjunkturpakete Ausland

Telepolis (11.04.2020): USA: Jeder Zehnte arbeitslos

New York Times (21.04.2020): F.A.Q. on Stimulus Checks, Unemployment and the Coronavirus Plan

Neue Zürcher Zeitung (22.05.2020): China: Keine Selbstkritik, dafür ein Konjunkturprogramm und neun Millionen neue Stellen

Telepolis (14.07.2020): USA: Große Corona-Hilfen für "kleine" Unternehmen - Paycheck Protection Program

Tagesschau (28.07.2020): Plan der US-Republikaner: Eine Billion Dollar gegen die Krise

ntv (22.12.2020): Es geht um 900 Milliarden Dollar: Repräsentantenhaus ebnet Weg für Corona-Hilfen


Updates Kritik, Missbrauch und Rückforderungen

Heise (21.05.2020): Corona-Soforthilfen in der Kritik

Tagesspiegel (10.06.2020): Massiver Betrug bei Coronahilfen in Berlin

Heise (12.06.2020): Vorübergehende Mehrwertsteuersenkung: Zweifel an Zeitplan zur Umsetzung - war wohl doch nicht so durchdacht

Zeit (14.06.2020): Das Dilemma von Künstlern - Coronahilfe nicht durchdacht

ntv (14.07.2020): Nur 13,5 von 50 Milliarden Euro: Corona-Geld für Selbständige kaum abgerufen - weil sie nicht das Überleben sichern, sondern nur für Betriebsausgaben benutzt werden dürfen - gut gemeint, schlecht gemacht

Heise (17.07.2020): Corona-Soforthilfen - Baden-Württemberg startet zweite Soforthilferunde. Diesmal dürfen nur Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer die Anträge stellen. Das soll Betrug verhindern.

Mimikama (04.08.2020): Corona-Soforthilfe Mann zockt 7,4 Millionen Euro ab

Zeit (19.11.2020): Autoindustrie in der Corona-Krise: Hast mal 'ne Milliarde?


Updates Superreich, superreicher trotz Corona-Krise

Zeit (14.08.2019): Oberschicht? Ich doch nicht!

CNN (11.05.2020): Billionaires are getting even richer from the pandemic. Enough is enough

CNN (05.06.2020): US billionaires have regained $565 billion in wealth since the pit of the crisis

Tagesspiegel (09.06.2020): Niemand kontrolliert, ob trotz Staatshilfe Boni gezahlt werden

Handelszeitung.ch (13.07.2020): Superreiche: «Besteuert uns. Besteuert uns. Besteuert uns.»

ntv (08.08.2020): 146 Milliarden für miese Zeiten: Buffetts Geldberg wächst auch in der Krise

ntv (19.09.2020): Superreiche scheffeln trotz Krise Milliarden

ntv (07.10.2020): Krise macht Superreiche noch reicher

Spiegel (07.10.2020): Superreiche werden in Coronakrise noch reicher

Telepolis (16.10.2020): Corona-Krise: Bereicherung der Reichsten - Wachsende Ungleichheit poltisch und sozial nicht mehr erträglich.

Telepolis (09.12.2020): Die Krisengewinnler zur Gemeinschaftskasse, bitte!

Spiegel (10.12.2020): Vermögen der US-Milliardäre wächst um eine Billion

Tagesspiegel (29.12.2020): Deutschland braucht eine Abgabe für Superreiche

CBS News (31.03.2021): Billionaires got 54% richer during pandemic, sparking calls for "wealth tax"

New York Times (24.04.2021): C.E.O. Pay Remains Stratospheric, Even at Companies Battered by Pandemic

Telepolis (29.04.2021): "Wer hat, der gibt": Reiche sollen Krisenkosten tragen - manche wären sogar bereit


Updates Wer soll das bezahlen? Gegen Austerität / Schuldenbremse

Wikipedia OECD: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Financial Times (04.01.2021): OECD warns governments to rethink constraints on public spending



Updates Off Topic: Pkw-Maut-Desaster und Verkehrsminister Andreas Scheuer

Zeit (01.11.2018): Privatisierung von Autobahnen: Ausverkauf auf Kosten des Autofahrers

Spiegel (09.05.2020): Scheuer und sein Berater Dieter Neumann

Heise (14.05.2020): Ungereimtheiten bei Vergabe und auffälliges Verhalten von Zeugen aus Verkehrsministerium

Abgeordnetenwatch (27.05.2020): Interne Mail: Wie das Verkehrsministerium die Maut-Aufklärung erschweren wollte

ntv (28.05.2020): Hat Scheuer den Rechnungshof angelogen?

Abgeordnetenwatch (04.06.2020): Andreas Scheuer und Pkw-Maut

Süddeutsche (03.07.2020): Andreas Scheuer: Schiedsverfahren um geplatzte Pkw-Maut soll Millionen kosten

Süddeutsche (04.07.2020): Wie Scheuer versuchte, kritische Medien zu torpedieren

K21 (04.07.2020): Andreas Scheuer hat auch bei Stuttgart 21 Mist gebaut

Youtube ZDFheute - 10 Minuten (07.07.2020): Maut: Warum Verkehrsminister Scheuer immer noch im Amt ist | ZDFheute Inside PolitiX

Deutschlandfunk (10.07.2020): Scheuer und die StVO-Novelle: Er wars nicht – wie immer

Tagesspiegel (20.07.2020): Nun auch noch eine Mail-Affäre - Scheuer wird zum immer größeren Problem für den CSU-Chef

Spiegel (22.07.2020): Scheuer will europäische Pkw-Maut durchsetzen

Spiegel / Sascha Lobo (30.07.2020): Warum ist Andreas Scheuer noch Bundesverkehrsminister?

Süddeutsche (09.09.2020): Kaufprämien für Verbrenner: Scheuers Forderung ist abenteuerlich

Spiegel (25.09.2020): Was Scheuer sich geleistet hat, genügt in anderen Parteien für drei Rücktritte

Süddeutsche (01.10.2020): Maut-Affäre: Showdown für Scheuer

Spiegel (02.10.2020): Scheuer vor Maut-Untersuchungsausschuss: Minister mit Gedächtnislücken

Süddeutsche (02.10.2020): Maut-Affäre: Showdown für Scheuer

Heise (02.10.2020): Scheuers folgenlose Pkw-Maut-Katastrophe - Oder wie man das Vertrauen in die Politik noch weiter zerstört!

Süddeutsche (05.10.2020): Maut-Untersuchungsausschuss: Mindestens einer lügt

Süddeutsche (06.10.2020): Die vor zwei Jahren gegründete Autobahn GmbH wird von einer Gehälter-Affäre erschüttert

Handelsblatt (03.11.2020): Autobahn GmbH schlägt Alarm: 85 Projekte gefährdet

Süddeutsche (14.01.2021): Maut-Skandal: Verdacht geheimer Mails belastet Scheuer

Zeit (15.01.2021): Alexander Dobrindt: Der Einbrocker

Süddeutsche (24.01.2021): Streit um vertrauliche E-Mails: Scheuer blockiert Maut-Ermittler

Süddeutsche (28.01.2021): Maut-Debakel: "Dass Scheuer trotz klarer Gesetzesverstöße nicht zurücktritt, ist ein Skandal"

Tagesspiegel (29.01.2021): Opposition erzielt Erfolg vor dem Bundesgerichtshof und darf E-Mail-Kommunikation auswerten

Handelsblatt (18.02.2021): Pkw-Maut: Neue Dokumente bringen Scheuer in Bedrängnis

Tagesspiegel (24.02.2021): Scheuers Autobahn GmbH könnte gegen Gesetze verstoßen

Süddeutsche (26.03.2021): Bundesrechnungshof rügt Andreas Scheuer: Schlechte Planung, überzogene Gehälter und riesige Ausgaben für Berater

Heise (05.04.2021): Abgasnorm: Scheuer warnt EU-Kommission vor zu scharfen Vorgaben für Autobranche

Zeit (06.04.2021): Andreas Scheuer lehnt Kooperation mit Ermittlungsbeauftragtem ab

Tagesschau (14.04.2021): Autobahn GmbH: Scheuers nächste Baustelle

Süddeutsche (06.05.2021): Scheuers Autobahnfirma kostet den Bund extra

Heise (08.05.2021): Scheuer will klimafreundliches Verhalten steuerlich fördern

Youtube WDR Investigativ 14 Minuten (09.06.2021): Pkw-Maut: Warum Du den Schaden zahlst, obwohl Scheuer den Unfall gebaut hat

Tagesschau (10.06.2021): Streit über Maut-Abschlussbericht: "Retten, was nicht mehr zu retten ist"

Tagesspiegel (23.06.2021): "Vertuschung wichtiger Informationen": Kostenexplosion bei Scheuers Honoraren für Anwälte

ntv (23.06.2021): Scheuer wird reingewaschen: Der Zocker darf im Amt bleiben

ntv (27.06.2021): Bloß nicht zurücktreten: Politische Verantwortung ist abgeschafft

Süddeutsche (28.06.2021): 80:1 für die Autoindustrie

Süddeutsche (10.07.2021): Bundestagswahl:Verkehrsminister Scheuer will im Amt bleiben - Will den in der Wirtschaft etwa niemand haben???

Thema: Corona
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Donnerstag, 7. Mai 2020 17:01

Föderalismus

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Während der Pandemie habe ich ein paar Wörter gelernt. Manche hätte ich gerne nie gelernt, wie Triage. Bei anderen freue ich mich, dass ich endlich kapiert habe, was sie bedeuten. Zum Beispiel Föderalismus.

Vom Bildungsföderalismus halte ich nicht besonders viel, da das bayerische Abitur als viel schwieriger gilt als die anderen deutschen Abiture. Dadurch mag die Qualität zwar höher sein, aber die Latte hängt eben auch höher und dadurch sind Kinder bevorteilt, die in anderen Bundesländern leben.

Während der Corona-Pandemie halte ich den Föderalismus allerdings für eine gute Sache. Einerseits konnte dadurch Bayern die Ausgangsbeschränkung schon ein paar Tage früher verfügen, als es der Bundesregierung lieb war. Das fand ich insofern gut, weil Bayern auch am schwersten betroffen war und auch, weil es bei der Eindämmung der Ausbreitung des Virus auf Schnelligkeit ankam. Hätte Bayern noch zwei, drei Tage gewartet, sähen die Zahlen wahrscheinlich eher nicht so gut aus.

Die Karte vom Robert-Koch-Institut zeigt aber auch, dass die neuen Bundesländer nach wie vor deutlich weniger betroffen sind. Das wirft für mich die Frage auf, ob es hier überhaupt notwendig war, ebenso strenge Regelungen zu treffen, wie in den anderen Bundesländern. Meiner Meinung nach nein.

Ich hatte ja schon die Vermutung, dass eine höhere Bevölkerungsdichte eher dazu führt, dass sich der neue Coronavirus schneller ausbreiten kann. Wenn man sich die Bevölkerungsdichte der Bundesländer ansieht und mit der Karte vom RKI vergleicht, fällt auf, dass Großstädte stärker betroffen sind als dünn besiedelte Bundesländer. Das gleiche Bild zeigt sich auch in den USA, wo sich in New York gerade ein unsägliches Drama abspielt, während sich in ländlichen Gebieten Covid-19 eher weniger ausbreitet. Zwar erklärt diese Grafik vom Katapult-Magazin recht anschaulich, wie sich der Coronavirus ohne bzw. mit Social Distancing ausbreitet, dabei ist aber nicht berücksichtigt, dass sich die Menschen nicht wirklich zufällig begegnen. In großen Städten kommt es zu viel mehr Kontakten als auf dem Land. Und deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, hier auch zu unterscheiden bei den Maßnahmen.

Wir werden sehen, was die einzelnen Lockerungen für Folgen haben werden. Auf jeden Fall haben wir wertvolle Zeit gewonnen. Die meisten Menschen haben die Hygieneregeln verinnerlicht und sich an das Tragen einer Maske in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen gewöhnt und akzeptieren dies auch als notwendige Maßnahmen. Dadurch sind Lockerungen möglich, die es der Wirtschaft gestatten, sich wieder langsam zu erholen.

Der Hammer hat also gewirkt, Deutschland ist von einer Katastrophe bisher verschont geblieben. Daher glauben auch viele, dass überreagiert wurde.

Ich denke, dass zumindest jetzt klar sein dürfte, wo sich der Virus am meisten ausgebreitet hat und dass jetzt lokale Maßnahmen, vielleicht auch mal etwas drastischer, ausreichen sollten, um die Pandemie im Großen und Ganzen im Griff zu behalten, bis es Medikamente und Impfungen gibt und ein weitgehend normales Leben wieder möglich sein sollte. Auch bisher war es so, dass es immer wieder nur zeitversetzt zu Hotspots kam und nicht von jetzt auf gleich der gesamte Planet erkrankt ist.

So könnte sich der Föderalismus als eine stabile und anpassungsfähige Staatsform erweisen: Maßnahmen wo nötig, so wenig wie möglich, um den Kollateralschaden an Psyche und Wirtschaft auf ein Minimun zu reduzieren.

Außer vielleicht in den USA. Dort dient er Donald Dump Trump dazu, die Schuld auf die Gouverneure abzuwälzen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Süddeutsche (08.05.2020): Aufteilung in rote und grüne Zonen, hier die Modell-Karten von Frankreich

Tagesspiegel (08.05.2020): Zwei Hotspots: Coesfeld in NRW (Schlachtbetrieb) und Greiz in Thüringen, bei 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen sollen lokale Maßnahmen getroffen werden, aber Ärzte kritisieren diese Grenze

Telepolis (09.05.2020): Ansteckungsdaten anschaulich und tagesaktuell für Landkreise und Bundesländer mit Inzidenz, Prävalenz, Erwartungstag und Reproduktionsfaktor aufbereitet

Spiegel (14.05.2020): Thüringer Landesregierung greift in Greiz und Sonneberg durch

Süddeutsche (15.05.2020): Die neuen Corona-Regeln in den Bundesländern

BR (19.05.2020): Kitas, Hotels, Schlösser: Bayerns neue Corona-Beschlüsse

ntv (23.05.2020): Thüringen will Anfang Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen beenden und durch lokale Maßnahmen ersetzen

Neue Zürcher Zeitung (27.05.2020): Flickenteppich an Regulierungen, Ramelow rudert zurück, Verbote oder bloss Gebote?

Spiegel (01.06.2020): Corona-Regeln nach Pfingsten - Das ist in Ihrem Bundesland erlaubt

Tagesschau (09.06.2020): Thüringen kippt Kontaktbeschränkungen

NDR (09.06.2020): Niedersachsen: Kitas öffnen für alle Kinder ab 22. Juni

Süddeutsche (23.06.2020): NRW zieht die Notbremse kurz vor Ferienbeginn - Gütersloh und Warendorf nach Ausbruch bei Tönnies

ntv (28.06.2020): Bayern kündigt kostenlose Tests für jedermann an

Tagesschau (05.07.2020): Endet Maskenpflicht in Mecklenburg-Vorpommern?

NDR (14.07.2020): Kein neuer Corona-Fall in Hamburg

Zeit (31.07.2020): So fangen zweite Wellen an - Corona-Fallzahlen steigen wieder, besonders in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern

Heise (19.08.2020): "Corona regional": Das Virus auf der Deutschlandkarte

Telepolis (20.08.2020): Frankreich: Es wird keinen zweiten großen Lockdown geben - Macron warnt vor beträchtlichen Kollateralschäden und spricht sich für lokale Lösungen aus

Tagesschau (20.08.2020): Neuinfektionen - Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Zeit (02.09.2020): Bundesgesundheitsminister schließt zweiten Lockdown aus

Neue Zürcher Zeitung (04.09.2020): Kaum Patienten und Tausende freie Krankenhausbetten: Warum Armin Laschet recht behalten hat und Markus Söder irrt

Ich denke jedoch, dass es noch zu früh ist, um abschließend sagen zu können, wer recht hatte. Vielleicht wäre es in Deutschland ähnlich gekommen wie in den USA und wir hätten viele Tote in der einen oder anderen Großstadt gehabt? Wer kann das mit Sicherheit sagen?

Tagesschau (29.10.2020): Bundesweite Corona-Maßnahmen Eine Reifeprüfung für den Föderalismus

Süddeutsche (17.11.2020): Anti-Corona-Politik von Bund und Ländern: Vielfalt schafft Chaos

ntv (08.12.2020): Ein, zwei, viele Lockdowns in den Bundesländern

Spiegel (08.01.2021): Corona-Beschlüsse Schulen, Kitas, Kontakte – was in den 16 Bundesländern jetzt gilt



Wikipedia (Stand 12.10.2020): Liste der deutschen Bundesländer nach Bevölkerungsdichte

Thema: Corona
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Mittwoch, 6. Mai 2020 17:01

Corona-Tests

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt verschiedene Testverfahren, die hier bei BR24 recht übersichtlich dargestellt sind.

  • Polymerase-Kettenreaktion (PCR), Dauer 5 Stunden im Labor, Transport zum Labor und zurück kann ein paar Tage dauern
  • Antikörper-Tests zeigen eine überstandene Infektion 2-3 Wochen danach an, schlägt aber nach einer herkömmlichen Coronainfektion falsch positiv an
  • Massentests mit Poolverfahren mit RT-PCR-Methode, mit dem 30 Proben gleichzeitig schon in Krankenhäusern und Pflegeheimen getestet werden können, bei positivem Ergebnis können die Proben ins Labor zum PCR-Test eingeschickt werden
  • Kartuschentests, Dauer eine Stunde, aber sehr teuer
  • Antikörper-Bluttests, noch unausgereift
  • Antigen-Tests, noch in Entwicklung, kann aber auch falsch positiv bei herkömmlichen Coronaviren anschlagen

Auf bayern.de gibt es eine Übersicht über die Laboruntersuchungen in Bayern. Die Positivrate schwankt derzeit zwischen 4 und 10%. In München gibt es eine Drive-In-Teststation auf der Theresienwiese. Dort darf man hin, wenn man vom Gesundheitsamt kontaktiert wurde sowie KRITIS-Personal, also Personal von kritischer Infrastruktur und medizinisches Personal. [Ironie an] Und natürlich Fussballer, die gehören wohl wegen "Brot und Spiele" auch zum KRITIS-Personal... [Ironie aus]

Wenn der Verdacht auf Corona, also Covid-19 besteht, kann man dort einen Termin für einen Test bekommen, wenn der Verdacht sich als begründet erweist. Es ist verständlich, dass eigentlich jeder, der in den letzten Wochen irgendwelche Erkältungssymptome hatte, gerne wüsste, ob er vielleicht Covid-19 schon durchgestanden hat, damit immun ist und keine Angst mehr haben braucht. Doch die Testkapazitäten in Deutschland reichen noch bei Weitem nicht aus, um flächendeckend zu testen, obwohl immer mehr Labore diese anbieten. Dabei werden die Kapazitäten gar nicht vollkommen ausgeschöpft. Außerdem können Tests auch fehlerhaft sein.

Je mehr Tests durchgeführt werden können, desto eher gibt es belastbare Zahlen zur Letalität. Außerdem kann man so etwas über die Dunkelziffer herausfinden. Allerdings ist die Studie des LMU-Klinikum in München noch nicht abgeschlossen. Das dauert wohl noch ca. ein Jahr. Hätte man hier verlässliche Daten, dann könnte man die tatsächliche Gefährlichkeit von Covid-19 besser einschätzen und auch, wie weit die Herdenimmunität schon fortgeschritten ist. Allerdings sind hier auch noch viele Fragen offen, zum Beispiel ob die Immunität nur Monate oder vielleicht sogar zwei bis drei Jahre anhält. Dass man nach überstandener Infektion überhaupt keine Immunität hat, würde mich eher wundern. Dann wäre der neue Coronavirus doch sehr ungewöhnlich. Allerdings bin ich auch kein Experte.

So lange man aber den Aspekt der Immunität noch nicht genau erforscht hat, macht auch ein Immunitätsausweis keinen Sinn. Von den verfassungs- und datenschutzrechtlichen Bedenken einmal abgesehen, würden viele Leute wohl Coronapartys feiern, um an einen solchen Ausweis zu gelangen. Aber der ist zum Glück sowieso erst einmal vom Tisch.

Es bleibt also, wie es ist. Unzureichende Daten und unzureichendes Wissen über den neuen Coronavirus lässt uns alle im Dunkeln tappen in diesem gigantischen, gesellschaftlichem Experiment mit ungewissem Ausgang.

Wir leben in spannenden Zeiten.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Allgemeines

Spektrum (01.04.2020): Wie funktionieren die neuen Corona-Tests?

Tagesschau (07.04.2020): Der Wettlauf der Corona-Tester - Berliner Start-Up PharmACT mit dabei

Capital (16.04.2020): Diese Firmen produzieren Corona-Tests: Bosch Healthcare Solutions (Deutschland), Roche (Schweiz) mit Cobas 6800 und 8800, Abbott (USA) mit Diagnostikgeräten ID Now, TIB Molbiol (Deutschland), Qiagen (Deutschland)

Heise (07.05.2020): Apple investiert Millionen in Corona-Testkits

Neue Zürcher Zeitung (18.05.2020): USA: Testgerät von Abbott Laboratories fehleranfällig

Spektrum der Wissenschaft (06.06.2020): Streit um die Kosten - Test-Pooling die Lösung?

Spektrum der Wissenschaft (30.07.2020): Wie die neuesten Testverfahren funktionieren

Süddeutsche (31.07.2020): Wer sich kostenlos auf Corona testen lassen kann und wer zahlen muss

Ärzteblatt (03.08.2020): Hohe Trefferquote von 2,5% bei Rückkehrertests an NRW-Flughäfen

BBC (09.02.2021): Covid: South Korea launches test for pet cats and dogs

Tagesspiegel (09.05.2021): War Vergabe unfair und regelwidrig? 80 Millionen Euro-Ausschreibung für Berliner Teststationen gestoppt

Youtube MEGA Make Europe G'scheit Again mit Molekularbiologe Dr. Martin Moder - 9 Minuten (31.05.2021): Wie funktionieren Corona Tests?


Updates PCR-Tests, der Goldstandard zum Nachweis einer Infektion

Correctiv (07.04.2020): Falsch positive und falsch negative Testergebnisse - Man kann die Fehlerquoten nicht genau benennen. 30-50% sind es aber nicht. Es kommt auch auf den Zeitpunkt des Rachenabstrichs an, weil die Viruslast ab der zweiten Woche abnimmt und der Test dann falsch negativ anzeigt, obwohl der Patient tatsächlich infiziert war. Die aktuell gebräuchlichen PCR Tests reagieren nicht auf die vier vorher bekannten Coronaviren . Falsch positive Ergebnisse nahezu ausgeschlossen. Es ist außerdem wichtig, den Rachenabstrich korrekt vorzunehmen, hier liegt eher der Fehlerteufel, als bei dem Test selbst.

Correctiv (09.09.2020): PCR-Test auf SARS-CoV-2: Warum in der Praxis falsch-positive Ergebnisse selten sind

T-Online (26.09.2020): Drosten reagiert auf Kritik an seinen PCR-Tests
auf Twitter: SARS-CoV-2 PCR ist validiert
Eurosurveillance: Detection of 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR

Youtube (8 Minuten) Martin Moder bei MEGA - Make Europa Gscheit Again (18.10.2020): Der 2% Falsch Positiv Mythos

Gentaur (am 15.12.2020 hinzugefügt): PCR Animation

WHO (13.01.2021): Nucleic acid testing (NAT) technologies that use polymerase chain reaction (PCR) for detection of SARS-CoV-2

Heise (27.01.2021): Die vielen Gesichter der PCR-Tests - gute Zusammenfassung, CT-Wert und Vergleich mit Antigen-Test

Zeit (11.05.2021): Studie findet möglichen Grund für anhaltend positive Tests - Erbgutfragmente im Genom von Menschen nach Infektion


Updates Antikörpertests zum Nachweis einer Immunantwort

Apotheke Adhoc (06.04.2020): Antikörper-Schnelltest-Hersteller zertifizieren sich selbst

New York Times (01.05.2020): Liquid Gold, Wild West of antibody sales

BBC (14.05.2020): Covid antibody test a positive development - difference between Swab test/Blood test

Telepolis (06.11.2020): Münchner Corona-Antikörper-Studie der LMU: Infektionssterblichkeitsrate ein "Vielfaches über der für saisonale Grippeinfektionen"

MDR (13.07.2021): Warum ein Antikörpertest keine Corona-Genesung nachweist


Updates T-Zellen-Test zum Nachweis einer Immunantwort

Mein Bezirk AT (08.09.2020): Neuer Test auf Corona-spezifische T-Zellen bestimmt Immunität binnen 24 Stunden


Updates Infektiösität nachweisen / Viruslast / Ct-Wert

Spektrum (06.11.2020): Was der Ct-Wert über die Ansteckungskraft verrät - nur bedingt geeignet

Tagesspiegel (24.11.2020): Corona-positiv, aber nicht ansteckend – wie ist das möglich? - PCR-Test, Antigentest und CT-Wert

Tagesschau (22.06.2021): Corona-Inzidenz: Wirbel um Studie zum Ct-Wert - Wann ist man ansteckend?


Updates Schnelltests und Tests für zu Hause

Heilpraxisnet (19.08.2020): Superschneller Diagnosetest entwickelt - N1-STOP-LAMP - Ergebnis in 20 Minuten

Neue Zürcher Zeitung (28.08.2020): Mit einer mathematischen Methode lassen sich Hunderte von Corona-Tests gleichzeitig analysieren

ntv (02.09.2020): Ergebnis in 15 Minuten: Corona-Schnelltest kommt im September

CNN (03.10.2020): Nigerian scientists develop cheaper and faster Covid-19 test kits

Neue Zürcher Zeitung (28.10.2020): Schnelltests auf Sars-CoV-2-Antikörper sind noch nicht zuverlässig genug, um mit einem negativen Resultat sicher seinen Freizeitaktivitäten nachgehen zu können

South China Morning Post (29.10.2020): Covid breath? Singapore firm invents coronavirus breathalyser test that gives results in 60 seconds - Breathonix

Heise (02.11.2020): KI soll Covid-19-Infizierte am Husten erkennen

New York Times (16.12.2020): The F.D.A. greenlights a new at-home virus test.

Neue Zürcher Zeitung (16.12.2020): Einen Schnelltest machen und unbeschwert Weihnachten feiern? Warum das keine gute Idee ist - In falscher Sicherheit

Spiegel (22.12.2020): An Tankstellen und in Supermärkten: Behörde warnt vor illegal verkauften Schnelltests

ntv (22.01.2021): Sensor erkennt Corona-Infektionsrisiko am Atem

Süddeutsche (05.02.2021): Corona-Selbsttests endlich für alle für zu Hause

heise (19.02.2021): Apotheker und Laborärzte sehen Schnelltests skeptisch
"Leider gilt: Beim Nasenabstrich müssen einem die Tränen kommen, im Rachen muss der Würgereiz ausgelöst werden."

Guardian (23.02.2021): Prototype Covid test delivers results three times faster than lateral flow

Tagesschau (04.03.2021): Verkaufsstart der Sets: Die Corona-Selbsttests kommen


Updates Labore und Testzentren

ntv (15.05.2020): Viele Labor-Kapazitäten bleiben ungenutzt

ntv (09.06.2020): Massentests kommen - auf Kassenkosten - auch ohne Symptome Testkapazitäten in Deutschland werden bislang nicht ausgeschöpft - bis zu 888.000 könnte es pro Woche geben.

Spiegel (02.07.2020): Gemeinde Vò in Italien: Ein Dorf wird zum Freilichtlabor

Zeit (23.08.2020): Christian Drosten empfiehlt Ende der kostenlosen Corona-Tests wegen knapper werdenden Kapazitäten

Mimikama (11.11.2020): Irreführende Behauptung zu Priorisierungen in Laboren - hier werden keine Infektionszahlen manipuliert, die Labore sind schlichtweg überlastet und müssen aus Effizienzgründen priorisieren (Ich habe eine Freundin, die in so einem Labor arbeitet. Sie sagt, es ist der Wahnsinn zur Zeit...)

Berliner Morgenpost (21.12.2020): Anstehen für einen Corona-Test in Berlin in einem KitKat-Club


Updates Missbrauch

Tagesschau (27.05.2021): Schnelltests außer Kontrolle


Updates Sonstige Testmethoden

Heise (31.03.2021): Virenscanner für den Körper

Washington Post (08.05.2021): Scientists may have found a new coronavirus rapid-testing method: Bees


Updates Bayern

ntv (30.07.2020): Bayern startet Corona-Teststationen

BR24 (07.08.2020): Corona-Teststationen in Bayern: Freiwillige Helfer am Limit - bereits 40.000 Tests durchgeführt

ntv (12.08.2020): Schwere Panne in Bayern: Hastig eingeführte Testzentren an Autobahnraststätten und Bahnhöfen mit manueller Erfassung führten dazu, dass 44.000 Reiserückkehrer noch keine Testergebnisse erhalten haben, darunter 900 positiv Getestete (Ankündigung der Tests erfolgte am 27.07.2020, Start 30.07.2020)

ntv (17.08.2020): Corona-Debakel in Bayern: 46 positiv Getestete noch nicht gefunden

BR24 (29.10.2020): Corona-Testpanne: Kaum Auswirkungen auf Inzidenzwert in Augsburg

Dieser Bericht wird gerne herangezogen in Sharepics, in denen von 96,6% falschen Test-Ergebnissen fabuliert wird. Das ist eine Panne im Labor gewesen, weil Reagenzien nicht kompatibel waren. Eine Freundin (Molekularbiologin), die im Labor arbeitet, meinte auch, dass der Druck, der hier auf die Labore ausgeübt wird, enorm ist. Kein Wunder also, dass auch mal Fehler passieren. Wenn man davon ausgeht, dass in dem Zeitraum in Bayern ca. 45.000 Tests pro Tag durchgeführt wurden, ergibt sich eine Falsch-Positiv-Rate von ca. 0,0013% und ist damit statistisch nicht relevant. Lasst euch nicht verarschen!


Updates Off Topic: Fußball

Tagesspiegel (08.08.2020): Zwei positive Corona-Tests beim 1. FC Köln

Tagesspiegel (07.01.2021): Debatte über Impfungen im Sport: Bundesligafußballer sollten nicht die Letzten sein - ja, nee, is klar...

Thema: Corona
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Dienstag, 5. Mai 2020 17:01

Manipulation

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt viele Möglichkeiten, jemanden zu manipulieren. Die Rhetorik ("Redekunst") ist schon eine sehr alte Methode, Zuhörer zu überzeugen oder zu einer Handlung zu bewegen. Aber es gibt noch sehr viele andere Methoden, die Menschen durch Sprache zu manipulieren. Es ist lohnenswert, sich mit den verschiedenen Methoden vertraut zu machen.

Framing und Priming haben mit der Kognition zu tun. Beim Framing wird durch die Formulierung das Verhalten des Empfängers beeinflusst. Zum Beispiel ist es ein Unterschied, ob man sagt "Du riechst aber wieder ganz schön nach Pferd. Möchtest du nicht duschen?" oder "Boah, du stinkst nach Pferd. Geh duschen!". Beim Priming wird auf eine spätere Aussage vorbereitet, indem die Stimmung des Zuhörers durch bestimmte Aussagen in die eine oder andere Richtung gelenkt werden, um darauf die gewünschte positive oder negative Reaktion hervorzurufen.

Oder die Neuro-Linguistische Programmierung, die aber auch als Pseudowissenschaft bezeichnet wird. Aber es funktioniert erstaunlich oft. Zum Beispiel das Pacing (Spiegeln). Damit kann man den Eindruck erwecken, mit seinem Gegenüber auf der gleichen Wellenlänge zu sein und ihn dazu verleiten, mehr preiszugeben, als er eigentlich möchte. Oder beim Leading (Führen) wird das Gegenüber in eine bestimmte Richtung getrieben. Das habe ich selbst schon erlebt:

  • Es klingelt. Ich öffne die Tür (hab ich früher gemacht). Jemand steht davor und fragt: "Hätten Sie drei Minuten Zeit für eine Umfrage?"
  • Man will nicht unhöflich sein und was sind schon drei Minuten. Also kommt die nächste Frage, als Umfrage getarnt (eventuell auch zwischen ein oder zwei weiteren Fragen versteckt): "Finden Sie es richtig, dass ehemalige Gefängnisinsassen/Drogensüchtige/[beliebige andere Person am Rand der Gesellschaft] eine Chance bekommen sollte, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern und einen Job zu bekommen?"
  • Man will nicht als assozial dastehen, zumal man die vorherige Frage ja schon mit "ja" beantwortet hat. Und schon holt der Klinkenputzer zum finalen Schlag aus: "Ich bin ein ehemaliger Gefängnisinsasse/Drogensüchtiger/[beliebige andere Person am Rand der Gesellschaft] und habe jetzt die Chance bekommen, durch den Verkauf von Abonnements wieder in das gesellschaftliche Leben zurückzukehren."
  • Schwupp ist man in die Falle getappt. Da gehört eine gehörige Portion Selbstbewusstsein dazu, um hier doch noch zurückzurudern und "nein" zu sagen, weil man doch eigentlich nicht wirklich schon wieder ein Abo braucht.
  • Beim nächsten Versuch war meine Antwort auf die Frage, ob ich an einer Umfrage teilnehmen würde: "Danke, nein, ich brauche kein Abo." Man ist ja lernfähig.

Und dann gibt es noch die Suggestion, bei der man das Gegenüber manipuliert, ohne dass die Manipulation erkannt wird. Ich habe das auch schon angewandt, als ich zu meinem kranken Sohn sagte, dass Salbeibonbons so ähnlich schmecken wie Cola-Bonbons. Seitdem lutscht er die auch, wenn er gesund ist und sie schmecken ihm sogar. All diese Verfahren sind einander ähnlich oder überschneiden sich, und es gibt sicher noch viele andere Methoden der Manipulation.

Eine Methode wende ich auch sehr gerne an. Die meisten Menschen haben nämlich eine Abneigung dagegen, eine Frage mit "nein" zu beantworten, weil dies vielleicht als unhöflich gilt. Deshalb kann man eine Frage immer so formulieren, dass "ja" die gewünschte Antwort ist und Oder-Fragen vermeiden, um dem Gegenüber keine Auswahl anzubieten. Das funktioniert erschreckend oft.

Die aggressivste Form der Manipulation ist Angstmacherei. Dieses Mittel wird gerne von Verschwörungstheoretikern angewandt. Zwar soll man keine Angst vor dem Virus haben, aber doch bitte schön vom Deep State und der weltweiten Verschwörung zur totalen Kontrolle mit Hilfe von Microchips und der Einführung einer Weltregierung. Dagegen spricht die Chaostheorie. Ich bin fest davon überzeugt, dass man niemals die gesamte Menschheit zentral steuern können wird, dazu gibt es viel zu viele gegenläufige Interessen. Das sind Allmachtsphantasien. So etwas kann einfach nicht funktionieren. Nur in der reinen Schönheit der Mathematik gibt es 0% oder 100%. Das wahre Leben ist nicht schwarz-weiß, es hat viele verschiedene Grautöne und auch die wechseln ständig. Damit können einfach gestrickte Geister nur leider nicht umgehen.

Vor ein paar Tagen haben wir ein anonymes (!) Pamphlet im Briefkasten gefunden, das mich in Erstaunen versetzt hat. Fakenews werden anscheinend nicht nur über das Internet verbreitet, sondern auch offline. In dem auf Hochglanzpapier gedruckten Wisch, das man leider nicht als Klopapier verwenden kann, wurde das übliche Geschwurbel verbreitet. Dass man vor dem neuen Coronavirus keine Angst zu haben braucht, weil der doch nur sowas wie die Grippe ist und nur älteren Menschen und Leuten mit Vorerkrankung gefährlich werden kann (was für eine menschenverachtende Aussage), dass die Pandemie schon mehrfach vorhergesagt wurde und daher geplant war von der Rockefeller Foundation (2010) und der Johns Hopkins Center for Health Security, dem World Economic Forum und der Bill & Melinda Gates Foundation im Event 201 (2019) und sogar im Bundestag (2013) angekündigt wurde. Ganz ehrlich, wenn ich so eine Verschwörung planen würde, dann hätte ich das niemals angekündigt oder in irgendeiner Form publik gemacht!

Außerdem werden Parallelen gezogen zur Schweinegrippe (2009), die glücklicherweise glimpflich verlief und die Empörung (auch von Dr. Wodings) damals groß war, dass nur die Pharmaindustrie als Profiteure der Angst daran verdienen wollte. Dr. Wodings ist davon überzeugt, dass dies auch auf die aktuelle Pandemie zutrifft. Ich angesichts der Situation in Italien und New York nicht. Und dann wird natürlich wie immer nachgetreten mit dem Aufruf, der als Trigger dient, man solle "selbst denken". Darauf antworte ich gerne, dass ich das tue, dabei nur eben zu einem anderen Ergebnis komme...

Ich habe das Titelblatt in der Messestadt-Gruppe in Facebook gepostet. Einige Leute hatten das Ding auch bekommen und weggeworfen, einer zur Polizei geschickt, dann wurde darüber diskutiert, ob an den Theorien vielleicht was dran sein könnte, weil wir doch keine "Leichenberge" sehen, dann berichteten ein paar Leute von Covid-19-Fällen in ihrem Familienkreis, dann war Ruhe.

Ich weiß gar nicht mehr, wer mich "Lemming" genannt hat, weil ich schon vor der Ausgangsbeschränkung und der Schließung von Restaurants das Trekdinner im März abgesagt hatte und ich schon vor der Einführung der Maskenpflicht mit Maske in den Supermarkt gegangen bin. Ist auch egal. Ich bin nicht Marty McFly, der sich triggern lässt, wenn man ihn "feige Sau" nennt.

Denn ich habe keine Angst!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Herbert Renz-Polster - Facharzt für Kinder und Jugendmedizin (27.03.2020): Corona – so funktioniert der Schwindel!

Volksverpetzer (01.05.2020): Das "Aha-High": Wie Verschwörungstheorien die Gehirne unserer Freunde hacken

Golem (12.05.2020): Verschwörungstheorien im Mainstream

Telepolis (14.05.2020): Covidioten: Die Pandemie der Infantilität

T-Online(14.05.2020): Sekte Organische Christus-Generation (OCG) mit Sitz in der Schweiz nutzt das Coronavirus für ihre Propaganda

BR24 (16.05.2020): Was ist QAnon? - kommt mir vor, wie eine hirnwaschende Sekte...

NDR Podcast Coronavirus-Update mit Christian Drosten (19.05.2020): (42) Bei der Schweinegrippe kam alles anders, hier wird u.a. erklärt, warum die Schweinegrippe durchaus gefährlicher war als die Saisonale Grippe, wie es zu dem Vorwurf kam, dass die Regierungsbeamten den "besseren" Impfstoff bekam und das Fußvolk den Rest, und auch an der Dokumentation "Profiteure der Angst" Kritik geübt.

National Geographic (05.06.2020): Dunning-Kruger-Effekt: Warum sich Halbwissende für besonders klug halten

Süddeutsche (14.06.2020): Soziale Medien: Doom Scrolling - wenn das Elend kein Ende nimmt - Wie man sich selbst manipuliert bzw. sabotiert

Correctiv (09.07.2020): Warum Demokratie Faktenchecks braucht

Volksverpetzer (09.07.2020): QAnon liegt immer falsch

Volksverpetzer (30.10.2020): Irreführendes Framing: Warum der Lauterbach-Fake so extrem erfolgreich ist (angebliche Kontrolle von Privatwohnungen)

Spektrum (26.10.2020): Phänomen namens "Verankerung von Vorurteilen"

Frankfurter Rundschau (11.11.2020): Nach Trump-Niederlage bricht QAnon auseinander ? Sind die Tage der Gruppe gezählt?

Tagesspiegel (17.11.2020): Wohnung von Attila Hildmann durchsucht - "Wir sind fündig geworden."

Hamburger Morgenpost (20.11.2020): Gegenwind für Corona-Schwurbler: YouTube sperrt KenFM – Ermittlungen gegen Hildmann

GWUP - Die Skeptiker (25.11.2020): Wie Herr Reimann zum Verschwörungsgläubigen wurde

Telepolis (03.12.2020): Bildmanipulation als Grand Challenge für die Wissenschaft

Youtube Quarks 22 Minuten (05.12.2020): Das System der Corona Verharmloser: Warum so viele ihnen glauben

Mimikama (07.12.2020): PLURV! So werden Diskussionen verzerrt und du getäuscht.

Volksverpetzer (18.12.2020): Quatsch-Klage von Fuellmich gegen Drosten ist völlig aussichtslos & nur "PR-Aktion"

Correctiv (18.12.2020): Die Flyer-Maschinerie der Corona-Gegner

Guardian (22.02.2021): People with extremist views less able to do complex mental tasks, research suggests

Zeit (23.02.2021): Mythen um das Coronavirus verbreiten Verschwörungstheoretiker neue Angstszenarien - "The Great Reset"

ZDF 3:34 min (24.02.2021): Nahaufnahme: Der 'Volksverpetzer'

Volksverpetzer (18.04.2021): Warum der Blog reitschuster.de keine seriöse Seite ist

Zeit (15.05.2021): Nürnberg: "Querdenken"-Demo mit weniger Teilnehmern als erwartet - 1.200 statt 3.500

GWUP - Die Skeptiker (21.05.2021): Reich mit Verschwörungen?

rbb24 (25.05.2021): Das Ende der "Querdenker", wie wir sie kennen

Süddeutsche (27.05.2021): Verfassungsschutz nimmt KenFM ins Visier

Volksverpetzer (08.06.2021): Ausgehetzt: Antisemit Hildmann bei Google & Apple auf Telegram gesperrt

ntv (20.07.2021): Prozess geschwänzt: Gegen Michael Wendler ergeht Haftbefehl



Statista: Anzahl der Todesfälle durch Influenza H1N1 ("Schweinegrippe") in Deutschland nach Alter von April 2009 bis März 2010: überwiegend Menschen zwischen 35 und 39 Jahren gestorben, anders als bei "normalen" Grippewellen

Wikipedia: Influenza Case Mortality - bei der Influenza (Grippe) sterben normalerweise eher die über 65-Jährigen

Themen: Corona | Trekdinner
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Sonntag, 3. Mai 2020 17:01

Es soll wieder alles so werden wie vorher - Die Zukunft mit Corona

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Am 16. März wurden die Kitas und Schulen geschlossen. Seit dem 21.03.2020 gelten in Bayern und im Saarland und seit dem 23.03.2020 in ganz Deutschland im Vergleich zu Italien und Frankreich relativ moderate Ausgangsbeschränkungen. Für Eltern und Kinder ist das eine unbeschreibliche Belastung und für viele Menschen, deren Arbeit nicht zu den systemrelevanten Berufen zählen, eine existenielle Bedrohung. Die Hilfsangebote von Bund und Ländern sind teils ungerecht, teils ein Tropfen auf den heißen Stein und teils auch schlicht nicht abrufbar, weil die Leute mit überforderten Jobcentermitarbeitern oder ausgefallenen Servern kämpfen. Es ist eine Katastrophe, für die Psyche und für die Existenz vieler Menschen.

Es ist also nur nachvollziehbar, wenn sich bei vielen Menschen der Wunsch äußert, dass bitte wieder alles so sein soll wie zuvor. Aber es gibt auch Leute, die vor zu schneller Lockerung warnen, denn es ist nicht vorhersehbar, wo der nächste Hotspot vom neuen Coronavirus auftauchen wird. Ranga Yogeshwar sagt, dass man die Feuerwehr auch nicht abschaffen würde, wenn es nicht gebrannt hat. Und in Facebook kursiert der Satz, dass man auch nicht aufhört zu verhüten, nur weil man drei Monate nicht schwanger geworden ist. Dennoch werden wir so nicht weitermachen können.

Die meisten Menschen und auch Firmen werden nicht monatelang ohne Einnahmen durchhalten. Daher muss es hier eine Lösung geben, damit die Wirtschaft nicht vollständig zerstört wird. Die Maskenpflicht ist hier ein guter Schritt, denn mit ihr können Lockerungen schneller erfolgen, da unentdeckte Infektionsketten seltener werden. Nur hat unsere Bundesregierung hier einen folgenschweren Fehler im Februar begangen, indem sie mehrere Tonnen Schutzkleidung und Desinfektionsmittel nach China (Außenminister Maas, nicht Gesundheitsminister Spahn!) geliefert hat, statt sie für etwaige Pandemien im Land zu halten. Hätte man es da schon wissen können? Die Risikoanalyse lag dem Bundestag bereits am 03.01.2013 nach der bzw. zur MERS-Pandemie 2012/2013 vor. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wurde mit statistisch in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren angegeben. Da konnte man sich schon irgendwie in Sicherheit wiegen... Ich hätte persönlich wohl auch geholfen.

Die Pandemie wurde von der WHO erst am 11.03.2020 ausgerufen. Aber nachdem die Schweinegrippe-Pandemie irgendwie ein Rohrkrepierer (Übersterblichkeit Null) war und man damals über die Impfstoffhersteller schimpfte, die sich eine goldene Nase verdienen wollten, war man wohl auch zu diesem Zeitpunkt noch am Abwiegeln. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass ich mich damals auch über die Pharmaindustrie aufgeregt habe und auf eine Impfung verzichtet habe. Ich kannte auch jemanden persönlich, der die Schweinegrippe durchgemacht hatte. Sie war in etwa genauso heftig, wie jede andere Grippe auch (nicht zu verwechseln mit grippalen Infekten). Insofern hatte ich keine Angst davor.

Es gibt auch jetzt noch Schwurbler, die immer noch glauben, dass es sich mit der SARS-CoV-2 Coronavirus-Pandemie ebenso verhält. Dies ist aber nicht der Fall, zumindest nicht in den stark betroffenen Gebieten Lombardei, Madrid und New York, wo eine deutliche Übersterblichkeitsrate verzeichnet wurde. Oder in Belgien, Frankreich und England ebenso. In Deutschland steigt die Übersterblichkeit langsam an und sieht derzeit noch nicht dramatisch aus. Meines Erachtens liegt es aber daran, dass die Landesregierung im stärker betroffenen Bayern und dann zwei Tage später auch die Bundesregierung den Hammer herausgeholt haben angesichts der dramatischen Bilder, die uns aus Italien erreicht haben. Aber ich glaube auch, dass der wirtschaftliche Schaden hätte viel geringer sein können, wenn einige Maßnahmen früher ergriffen worden wären. Paradoxer Weise wurde hier jedoch lange gezögert, eben um der Wirtschaft nicht zu schaden.

Die Maskenpflicht ist ein erster Schritt in den Tanz, in Richtung Normalität. Kontaktverfolgungsapps wie in Hongkong, Taiwan und Südkorea sind bei uns eher nicht denkbar, doch sie waren ein wichtiger Faktor, weshalb Taiwan ohne drastischen Lockdown klarkam. Außerdem wären flächendeckende Testkapazitäten wichtig, damit man überhaupt weiß, wo sich der neue Coronavirus unentdeckt ausbreitet - oder im Umkehrschluss wo eben gerade nicht. Da wir hier aber erst bei 141.815 Tests pro Tag sind bei einer Bevölkerung von 83 Millionen, ist das noch nicht hilfreich. Würde die Testkapazität so bleiben, wäre Deutschland in 585 Tagen, also über anderthalb Jahren einmal durchgetestet. Nun müssen wir wohl langsam lernen, irgendwie mit dem neuen Coronavirus zu leben.

Nur eines will ich ganz sicher nicht: Dass alles genauso wird wie vorher.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update Diensttag, 5. Mai 2020:

BABS, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz der Schweiz kam in seiner Risikobericht von 2015 zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie etwa bei alle 30 bis 100 Jahre läge.

Updates

ntv (14.05.2020): Die WHO ist sehr skeptisch: Corona verschwindet vielleicht nie wieder

Spiegel (13.05.2020): Forscher entwickeln Szenarien So könnte die Corona-Pandemie weitergehen

Stern (27.05.2020): Warum die Corona-Neuinfektionen trotz Lockerungen nicht steigen - Kontaktbeschränkungen reichen aus

Süddeutsche (05.06.2020): Corona-Simulationen: Der Weg aus der Krise

Tagesspiegel (22.06.2020): Veranstaltungsbranche protestiert mit Lichtaktion "Night of Light"

Geld und mehr - Ein Blog von Norbert Häring (08.07.2020): Great Reset: Das Weltwirtschaftsforum plant den Großen Neustart, um ihn zu verhindern (Davos)



Medium Tomas Pueyo (19.03.2020): Coronavirus: The Hammer and the Dance

Thema: Corona
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Samstag, 2. Mai 2020 17:01

Das Problem mit den Preprints

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Was sind Preprints? Das sind ungeprüfte, wissenschaftliche Publikationen, die zwar auf Preprintservern veröffentlicht werden, aber keine abschließenden Studien darstellen. Sie dienen vielmehr dem Austausch von Wissenschaftlern weltweit, die diese Arbeiten nachvollziehen und gegebenenfalls korrigieren, BEVOR sie in Fachjournalen veröffentlicht werden. Durch diese weltweite Zusasmmenarbeit können Forschungen beschleunigt werden. Preprintserver erkennt man an ihrer Endung "(R)Xiv".

Aber selbst wenn Professoren etwas veröffentlichen, dann bedeutet es noch nicht, dass ihre Rechenbeispiele fundiert sind, wie dieser Beitrag im Spektrum der Wissenschaft deutlich vor Augen führt. Psychologieprofessoren haben wohl eher weniger Ahnung von Mathematik. So wenig, dass ein Bauingenieur dies leicht und nachvollziehbar widerlegt.

Es kommt jedoch vor, dass Preprints hin und wieder zurückgezogen werden. In diesem gruseligen, nicht empfehlenswerten Beitrag in Telepolis, in dem gemutmaßt wird, dass der neue Coronavirus wegen seinen HIV-ähnlichen Komponenten eventuell doch in einem Labor gezüchtet worden sein könnte, wird ganz unten auf einen Preprint verlinkt, der zurückgezogen wurde. Dies bedeutet, dass die Forschung, die hier von einem indischen Team betrieben wurde, einer genaueren wissenschaftlichen Nachprüfung nicht standgehalten hat. Dies bedeutet aber nicht (!), dass er zensiert wurde. Auch in dem Telepolisartikel steht, dass der französische Virologe Luc Montagnier eine saubere wissenschaftliche Arbeit noch schuldig ist. Daher empfehle ich nicht, diesen Artikel wirklich komplett zu lesen. Man sieht also, dass hier wild veröffentlicht wird, ohne dass dem fundierte, wissenschaftliche Arbeiten zugrunde liegen.

Und genau hier liegt das Problem. Wenn Journalisten ohne wissenschaftlichen Hintergrund diese öffentlichen Preprints in die Finger bekommen, dann können sie auf unterschiedliche Weise interpretiert werden. Aluhut-Träger sehen in zurückgezogenen Preprints Zensur oder in noch nicht überprüften Preprints wissenschaftliche Errungenschaften, die vor der Menschheit zurückgehalten werden sollen.

Aber sie können auch politisch missbraucht werden. Forscher sind leider auf Fördergelder angewiesen, ob aus privater oder öffentlicher Hand. Sie sind auch immer seltener an Universitäten fest angestellt und können seltener frei von Existenzängsten forschen. Eine Freundin kann davon ein Lied singen. Deshalb kommt es auch immer mal wieder vor, dass die Forschung in eine bestimmte Richtung geht, die der Geldgeber wünscht. Das hat dann mit wissenschaftlicher Arbeit nur noch bedingt zu tun.

Deshalb ist meine erste Frage bei Studien immer: Wer hat das finanziert? Wenn zum Beispiel die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in einer Studie bestätigt, dass Küchenutensilien aus Holz hygienischer sind als welche aus Kunststoff, dann bin ich natürlich skeptisch, denn die Forstwirtschaft verdient natürlich ihr Geld mit Holz.

Ich habe einmal in einer Pflanzenschutzmittelfirma gearbeitet, wo es auch um viele Studien ging. In einer Studie, die von zwei voneinander unabhängigen Forschungseinrichtungen gemacht wurde, war die Mortalität der Bienen extrem unterschiedlich. Natürlich habe ich damals auch um die vielen toten Bienen getrauert, aber als mir gesagt wurde, wie diese unterschiedlichen Ergebnisse zustande kamen, war ich verblüfft: In der einen Studie mit weniger toten Bienen wurden das Pflanzenschutzmittel mit Zuckerwasser verabreicht, in der anderen mit mehr toten Bienen mit Honig. Da die Bienen lieber Honig als Zuckerwasser konsumieren, starben hier natürlich auch mehr an dem Pflanzenschutzmittel. Wer solche Mechanismen kennt, kann natürlich auch Studien auf diese Weise manipulieren.

Deshalb ist es wichtiger denn je: Glaube nichts, hinterfrage alles!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Youtube MEGA (Make Europe G'scheit Again) 16 Minuten (22.02.2021): Publication Bias: Wenn Studien verschwinden

The Guardian (21.05.2021): Research findings that are probably wrong cited far more than robust ones, study finds

Thema: Corona
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Freitag, 1. Mai 2020 17:01

Entwicklung eines Impfstoffes

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eines der Ziele, das bei dem Tanz zwischen Maßnahmen und Lockerungen erreicht werden muss, ist die Entwicklung eines Impfstoffes. Einen Überblick kann man sich bei Wikipedia (Stand 30.04.2020) oder beim Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. Berlin verschaffen.

In den letzten Tagen sind drei Impfstoffe als heiße Kandidaten in die Presse geraten, die Hoffnung darauf machen, dass es eventuell schon dieses Jahr einen Impfstoff geben könnte. Soweit ich das verstanden habe, können manche Testreihen auch parallel laufen statt hintereinander, so dass man die Zeit bis zur Zulassung verkürzen kann.

Totimpfstoff bezeichne ich als "klassisch", da diese Art des Impfstoffs im Jahr 1796 gegen Pocken entdeckt und entwickelt wurde. Es gibt aber mittlerweile eine Reihe neuer Methoden, Impfstoffe zu entwickeln: genbasierte Impfstoffe, Vektorvirus-Impfstoff, antigenpräsentierende Zellen... Sehr spannendes Thema!

Selbstverständlich werden die ersten Firmen, die einen wirksamen Impfstoff auf den Markt bringen, richtig viel Geld verdienen können. Sieben der Produktionsanlagen werden durch die Bill & Melinda Gates Foundation mitfinanziert. Aber nicht nur, die Forschung wird auch mit öffentlichen Geldern gefördert, während die Gewinne bei den Unternehmen verbleiben. Das ärgert mich. Ich hoffe, dass die Gewinne wenigstens ordentlich versteuert werden. Hier ist Dänemark mein Held, denn dort werden Firmen mit Sitz in Steueroasen von Corona-Staatshilfen ausgeschlossen.

Noch ein Wort vielleicht zu Impfgegnern. Ich kann das nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich wissen die Leute einfach nicht mehr, wie es ist, wenn ein Kind an Keuchhusten erstickt. Oder dass man durch eine Mumps-Erkrankung unfruchtbar werden kann. Wenn man die Risiken gegen die Vorteile abwägt, würde es mir nie in den Sinn kommen, meine Kinder nicht impfen zu wollen oder sie gar auf Masernpartys anstecken zu lassen.

Aber auch um mögliche Corona-Impfstoffe ranken einige Verschwörungstheorien. Bei dem angeblichen Microchip, der durch Impfungen implantiert werden soll, wird gerade ID2020 ins Visier genommen. (Ich habe gesehen, wie Pferden Microchips implantiert wurden. Die passen nicht in eine Impfspritze und das ist eine recht blutige Angelegenheit und erfolgt unter örtlicher Betäubung.) Einschlägige Seiten sind gruselig und spielen mit der Angst der Leute, um ihr ozonisiertes Olivenöl, kolloidales Silber und ihre Aluhüte zu verkaufen (sowas verlinke ich natürlich nicht). Bei ID2020 handelt es sich jedoch nicht um einen implantierbaren Microchip, sondern um ein Identifikationsverfahren, das mit Hilfe von biometrischen Daten in Blockchains gespeichert einen eindeutigen QR-Code auf dem Smartphone erzeugt. Das mag aus anderen Gründen gruselig sein, aber die Weltherrschaft erlangt dadurch niemand, auch kein Bill Gates.

Jedenfalls geben die Forschungseinrichtungen gerade so richtig Gas bei der Entwicklung eines Impfstoffes und auch bürokratische Hürden werden mit Augenmaß aus dem Weg geräumt, damit die entwickelten Impfstoffe dennoch möglichst sicher sind. Allerdings wird das eine gewaltige, logistische Herausforderung, den Impfstoff dann auch zu produzieren und zu verteilen, wobei trotzdem alle anderen Impfstoffe weiterhin produziert werden sollen. Wenn man sich mit Astronomie beschäftigt, ist man es gewohnt, in gigantischen Dimensionen zu denken. 5 bis 10 Millionen Impfdosen, die wie oben erwähnt bei dem vom Oxford entwickelten Präparat in Indien für möglich erachtet werden, klingen erst einmal nach viel, aber angesichts einer Weltbevölkerung von 7,75 Milliarden, davon 1,37 Milliarden allein in Indien, ist das ein Tropfen auf den heißen Stein. Es würde noch nicht einmal für die 83 Millionen Menschen in Deutschland für die Erstimmunisierung reichen. Außerdem man muss leider auch damit rechnen, dass die produzierten Impfstoffe zunächst im jeweils eigenen Land verteilt werden, bevor sie an andere Länder verkauft werden.

Wir werden also noch sehr lange mit dem neuen Coronavirus leben müssen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates einzelner Impfstoffe


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Allgemein

New York Times (regelmäßig aktualisiert): Coronavirus Vaccine Tracker

Süddeutsche (regelmäßig aktualisiert): Impfstoff-Tracker

StadtRadio Göttingen (04.05.2020): Forscher des Göttinger Primatenzentrums finden Ansatzpunkte für Coronavirus-Impfstoffentwicklung um das zelluläre Enzym Furin

Spiegel (06.05.2020): Rettet ein Zigarettenkonzern die Welt? Antigen wird in Tabakpflanzen zur Reproduktion eingeschleust, damit dienen diese Pflanzen als Biofabriken

ntv (02.06.2020): Dilemma der Impfstoff-Entwickler: Für den Wirksamkeitsnachweis zu den neuen Hotspots der Pandemie, Afrika und Lateinamerika / Moderna und AstraZeneca

New York Times (07.06.2020): U.K. Lab to Sidestep Drug Industry to Sell Potential Virus Vaccine - Imperial College entickelt zusammen mit Morningside Ventures (Hong Kong) (gemeinsam VacEquity Global Health) einen günstigen Impfstoff auf self-amplifying RNA-Basis, der 50 bis 100 Mal geringer dosiert werden muss als der messenger RNA-Impfstoff von Moderna, und deshalb so günstig ist

NZZ am Sonntag (20.06.2020): So steht das Rennen um den Corona-Impfstoff

New York Times (06.08.2020): Researchers Debate Infecting People on Purpose to Test Coronavirus Vaccines - Forscher diskutieren darüber, Menschen absichtlich zu infizieren, um Corona-Impfstoffe zu testen

Zeit (12.07.2020): Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

South China Morning Post (16.07.2020): No easy way out of pandemic, even with a vaccine

Süddeutsche (03.08.2020): Lateinamerika wird zum Testfeld bei Impfstudien für die Pharmaindustrie

Neue Zürcher Zeitung (06.08.2020): Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus – die wichtigsten Fragen und Antworten - 166 Impfstoffkandidaten - was ist Phase I, II und III?

Pharmazeutische Zeitung (20.08.2020): Gute Neuigkeiten für die Impfstoffforschung: Spike-Protein des Coronavirus ist sehr beweglich - Größeres Verständnis der immunologischen Eigenschaften des Spike-Proteins

RND (25.09.2020): Hochwirksame Antikörper: Charité-Forscher entwickeln passive Impfung gegen das Coronavirus

Süddeutsche (11.11.2020): Corona-Impfstoff: Das Rennen geht weiter

Tagesschau (15.12.2020): Krankenhausgesellschaft will Notfallzulassung

Neue Zürcher Zeitung - Video 7 Minuten (16.12.2020): Warum die ersten Impfstoffe ein wichtiger Schutz sind, aber noch unklar ist, ob wir mit ihnen das Coronavirus stoppen werden

Süddeutsche (17.12.2020): Geschützt, aber nicht unbedingt immun - entscheidend ist aber: 95% Schutz vor Covid-19, Risiko schwerer Verläufe geringer

Heise (17.12.2020): COVID-19-Impfstoffe auf der Zielgeraden

ntv (17.12.2020): Lacher im Bundestag: Merkel klärt AfD-Impfskeptiker auf über "genmanipulierten Impfstoff"

Mimikama (19.12.2020): Corona-Impfung: Warum Krankenschwester Tiffany Dover (USA) vor laufender Kamera ohnmächtig wurde

Süddeutsche (03.01.2021): Nur einmal impfen zu riskant? - Das Coronavirus könnte Resistenzen bilden.

BBC (16.02.2021): China arrests leader of fake vaccine scam - Fälschungen aus Kochsalzlösung und Mineralwasser

Spektrum (25.02.2021): Das können die Corona-Impfstoffe leisten

Telepolis (11.03.2021): Corona-Impfungen: Wissenschaftliche Leistung unterschätzt

Max-Planck-Gesellschaft (01.04.2021): Dynamisches Modell des Sars-CoV-2-Spike-Proteins zeigt Ziele für neue Impfstoffe

ntv (14.04.2021): Rätsel um schwere Nebenwirkungen: Experten vermuten Vakzin-Typ (Vektor mit Adenovirus) als Ursache

Business Insider (17.05.2021): Mehrere Jahre wirksam, Schutz vor allen möglichen Corona-Mutanten: Forschende arbeiten an "Super-Vakzin"

Tagesspiegel (24.06.2021): Ein universeller Impfstoff gegen Sars-Viren: Einer für alle Coronaviren


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Biontech/Pfizer "Comirnaty"

FAZ (10.05.2020): Impfstoff der Uni Marburg kann in die klinische Phase gehen

ntv (16.05.2020): CureVac, Biontech und Moderna (USA) haben bei der Entwicklung eines mRNA-Impfstoffes die Nase vorn

heise (02.07.2020): Pfizer und Biontech: Ergebnisse zu Corona-Impfstoff ermutigend - BNT 162b1 ist ein RNA-Impfstoff

ntv (11.07.2020): Biontech-Chef macht Hoffnung: Corona-Impfstoff bis Dezember möglich

ntv (11.08.2020): Biontech will im Herbst Impfstoff-Zulassung

ntv (17.09.2020): Biontech übernimmt Produktionsanlage von Novartis

Tagesschau (09.11.2020): Impfstoff-Studie von Biontech - Großartige und vielversprechende Daten - mehr als 90-prozentiger Schutz - keine schwerwiegenden Nebenwirkungen

Fefes Blog (09.11.2020): Firmensitz von Biontech - mal was zum Lachen ;-)

ntv (09.11.2020): Forscher haben viele Fragen zu BNT162b2

Heise (10.11.2020): BioNTech: Wie der mRNA-Impfstoff gegen COVID-19 funktionieren soll

National Geographic (12.11.2020): Biontech-Impfstoff: Vielversprechende Ergebnisse, besorgniserregender Datenmangel

ntv (20.11.2020): Mittel ab Ende 2020 verfügbar: Biontech beantragt Notfallzulassung für Impfstoff bei der FDA in den USA

Heise (02.12.2020): Auch Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

ntv (02.12.2020): Noch vor EU und USA: Großbritannien lässt Biontech-Impfstoff zu

ntv (04.12.2020): 2020 nur halb so viele Dosen: Pfizer kappt Lieferziel für Corona-Impfstoff - Probleme in der Lieferkette

Tagesschau (05.12.2020): Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin: Das Paar hinter dem Corona-Impfstoff - sind inzwischen Milliardäre

New York Times (05.12.2020): How Pfizer’s Vaccine Works

Heise (10.12.2020): Cyber-Attacke gegen EMA – Daten von Pfizer und Biontech abgegriffen

Tagesschau (10.12.2020): Biontech-Pfizer-Impfstoff: Britische Behörde warnt Allergiker

Mimikama (09.12.2020): Ja, der künftige Corona-Impfstoff wird wahrscheinlich in Pulverform sein - damit er ungekühlt transportiert werden kann

Zeit (12.12.2020): Erster Impfstoff von BioNTech und Pfizer erhält Notfallzulassung in den USA

Mimikama (15.12.2020): BioNTech: Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffes

Süddeutsche (20.12.2020): Kaum ernsthafte Nebenwirkungen bei Impfungen in den USA - 270.000 Impfungen bisher

Tagesschau (21.12.2020): Arzneimittelbehörde EMA macht den Weg frei für eine Zulassung

ntv (10.02.2021): Früher als geplant: Biontech nimmt Produktion in Marburg auf

Pharmazeutische Zeitung (13.02.2021): Daten aus Israel: Biontech-Impfung senkt Infektiosität

Heise (16.02.2021): Nordkorea versuchte angeblich Pfizers Impfstoff-Daten zu stehlen

ntv (21.02.2021): Neue Studie aus Israel: Biontech-Geimpfte sind nicht ansteckend

Tagesspiegel (26.02.2021): Biontech-Gründer Türeci und Sahin erhalten Bundesverdienstkreuz

Spiegel (26.02.2021): FDA-Entscheidung: Biontech-Impfstoff darf in den USA ins normale Gefrierfach

Süddeutsche (26.04.2021): Israel untersucht Fälle von Herzmuskelentzündungen nach Biontech-Impfung

NDR (30.04.2021): Biontech-Impfstoff kommt jetzt auch aus Reinbek

Tagesspiegel (11.05.2021): USA lassen Impfstoff von Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren zu

The Guardian (14.05.2021): Delay in giving second jabs of Pfizer vaccine improves immunity

Zeit (28.05.2021): Ema empfiehlt BioNTech/Pfizer-Impfstoff für Kinder und Jugendliche

Süddeutsche (02.06.2021): Herzmuskelentzündung: Erhöhtes Risiko für junge Männer nach Biontech-Impfung

RND (02.06.2021): Starke vaginale Blutungen beobachtet: Lösen mRNA-Impfstoffe Zyklusstörungen aus?


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Moderna

Tagesspiegel (18.05.2020): Covid-19-Impfstoff auf RNA-Basis von US-Firma Moderna offenbar verträglich

ntv (15.07.2020): Erste Impfstoff-Tests in den USA von Moderna (mRNA-1273) und Biontech (BNT-162b1)

New York Times (17.09.2020): Moderna Shares the Blueprint for Its Coronavirus Vaccine Trial

Spektrum (16.11.2020): Ein weiterer Impfstoffkandidat zeigt überraschend hohe Wirksamkeit von knapp 95 Prozent

Telepolis (17.11.2020): Moderna präsentiert haltbareren Corona-Impfstoff - 30 Tage im Kühlschrank

Tagesschau (30.11.2020): Impfstoff gegen Coronavirus: Moderna will Zulassung beantragen

Spektrum (04.12.2020): So sicher sind RNA-Impfstoffe

ntv (17.12.2020): EMA zieht Entscheidung vor: Moderna-Impfstoff könnte am 6. Januar zugelassen werden

BBC (19.12.2020): US approves Moderna as second vaccine

Spektrum (06.01.2021): EU-Behörde empfiehlt Zulassung des Moderna-Impfstoffes

Heise (31.03.2021): Bio-Programmierung: Code des Moderna-Impfstoffs gegen Corona veröffentlicht

Spiegel (25.05.2021): Moderna-Impfstoff offenbar bis zu 100 Prozent wirksam bei 12- bis 17-Jährigen

RND (02.06.2021): Starke vaginale Blutungen beobachtet: Lösen mRNA-Impfstoffe Zyklusstörungen aus?


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - AstraZeneca (Vaxzevria)

STAT (08.09.2020): AstraZeneca Covid-19 vaccine study put on hold due to suspected adverse reaction in participant in the U.K.

Spektrum (15.09.2020): Vertrauen in einen Covid-19-Impfstoff braucht Transparenz - AstraZeneca

Spektrum (21.10.2020): Großbritannien: Coronavirus-Ansteckungstest soll im Januar beginnen - mit absichtlichen Ansteckungen

ZDF (22.10.2020): Nach Placebo-Gabe - Proband von Corona-Impfstoffstudie stirbt in Brasilien (AstraZeneca)

Heise (26.10.2020): Freiwillige in Großbritannien lassen sich mit Sars-CoV-2 infizieren, um die Entwicklung zu beschleunigen

BBC (16.11.2020): Covid vaccine: Major new trial starts in UK

CNN (23.11.2020): AstraZeneca says its coronavirus vaccine candidate is 70% effective on average

Guardian (23.11.2020): Oxford AstraZeneca Covid vaccine has up to 90% efficacy, data reveals

Ärzte Zeitung (09.12.2020): Erstmals Phase-III-Studiendaten: Corona-Impfstoff AZD1222 wissenschaftlich bewertet

BBC (30.12.2020): Oxford-AstraZeneca coronavirus vaccine approved for use in UK

Telepolis (21.01.2021): Britische Corona-Mutation: AstraZeneca prüft Umbau des Impfstoffs

ntv (25.01.2021): Sorge vor niedriger Wirksamkeit: Astrazeneca-Vakzin für Senioren ungeeignet? - zu wenig an Senioren getestet

Tagesschau (27.01.2021): AstraZeneca und EU im Streit wegen Lieferungen

ntv (03.02.2021): Astrazeneca-Impfstoff bremst Übertragung

Tagesschau (11.02.2021): Corona-Mutationen: AstraZeneca will Impfstoff anpassen

Zeit (15.02.2021): WHO erteilt AstraZeneca-Impfstoff eine Notfallzulassung

Zeit (16.02.2021): AstraZeneca: Kein Impfstoff zweiter Klasse

ntv (17.02.2021): "Hochwirksam" und "extrem gut": Fachleute verteidigen Astrazeneca-Vakzin

NDR Podcast (17.02.2021): (76) Coronavirus-Update: AstraZeneca-Impfstoff besser als sein Ruf

Tagesspiegel (18.02.2021): Viele wollen Corona-Impfstoff nicht: Fünf Optionen gegen die Astrazeneca-Flaute

Pharmazeutische Zeitung (22.02.2021): Schottland: 94 Prozent weniger Klinikaufenthalte nach erster AZ-Impfdosis

ZDF (24.02.2021): Astrazeneca schlägt Biontech

ntv (11.03.2021): Zusammenhang zu Todesfall unklar: Dänemark setzt Astrazeneca-Impfungen aus - Qualitätsmangel in einer Charge? Gerinnungsstörung / Lungenembolie

Tagesschau (15.03.2021): Deutschland stoppt AstraZeneca-Impfungen

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (15.03.2021): Information des PEI zum COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca: Vorübergehende Aussetzung - Häufung von Sinusvenenthrombosen in Verbindung mit einer Thrombozytopenie

Zeit (17.03.2021): EMA hält an Empfehlung des Impfstoffs von AstraZeneca fest - Nutzen überwiegt bei weitem die Risiken

Zeit (19.03.2021): Wissenschaftler finden Ursache für Hirnthrombosen nach Impfung

Heilpraxisnet (22.03.2021): Therapie für Hirnvenenthrombosen entwickelt

RND (30.03.2021): Neuer Name: Corona-Impfstoff von Astrazeneca heißt jetzt Vaxzevria

Tagesspiegel (09.04.2021): Nach Astrazeneca-Stopp für Jüngere: Kombination der Impfstoffe könnte sogar besseren Schutz bieten

Pharmazeutische Zeitung (21.05.2021): EMA: Neue Kontraindikation für Astra-Zeneca-Impfstoff

Zeit (28.05.2021): Forscher warnen vor vier Wochen Impfabstand bei AstraZeneca

inFranken (31.05.2021): Nebenwirkung von Astrazeneca und Johnson & Johnson: So selten kommt es zu Thrombosen

Heise (29.06.2021): Forscher fordern bessere Qualitätskontrolle bei Corona-Impfstoffen - AstraZeneca mit erstaunlich großen Verunreinigungen

Spiegel (01.07.2021): Impfkommission ändert Empfehlung für AstraZeneca-Erstgeimpfte - Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Johnson & Johnson

Ärzteblatt (12.06.2020): Johnson & Johnson beschleunigt Impfstoffentwicklung - Impfstoffkandidat Ad26.COV2-S Phase 3 früher starten

CNN (13.01.2021): Johnson & Johnson coronavirus vaccine generates immune response, few side effects, in early trials

Süddeutsche (05.02.2021): Johnson & Johnson beantragt Zulassung seines Impfstoffs in den USA

New York Times (24.02.2021): New analyses show Johnson & Johnson’s one-dose vaccine works well.

Zeit (28.02.2021): USA lassen Impfstoff von Johnson & Johnson zu

Zeit (11.03.2021): Impfstoff von Johnson & Johnson in der EU zugelassen

ntv (01.04.2021): Arbeiter verwechseln Wirkstoffe: Produktionsfehler bei Johnson & Johnson

Zeit (09.04.2021): Ema prüft Zusammenhang von Johnson & Johnson-Impfstoff und Thrombosen

Süddeutsche (10.05.2021): Spahn: Priorisierung bei Impfstoff von Johnson & Johnson aufgehoben

inFranken (31.05.2021): Nebenwirkung von Astrazeneca und Johnson & Johnson: So selten kommt es zu Thrombosen

ntv (09.06.2021): Millionen Dosen laufen ab: USA in Not wegen Haltbarkeit von J&J-Vakzin


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - CureVac und IDT Biologika

ntv (19.06.2020): Erste Freiwillige erhält CureVac-Impfstoff

Zeit (11.08.2020): CureVac plant Tests von Corona-Impfstoff in Brasilien

Spiegel (04.09.2020): Curevac plant Massenproduktion bis Jahresende

Ärzteblatt (02.10.2020): Deutscher Coronaimpfstoff geht in die klinische Prüfung - von der LMU/IDT Biologika, ein Vektorimpfstoff

Frankfurter Neue Presse (15.12.2020): Curevac: Biotech-Unternehmen startet entscheidende Impfstoff-Studie - Hoffnung auf rasche Zulassung

Pharmazeugische Zeitung (08.01.2021): Gut verträglich, aber nur schwach immunogen - MVA-SARS-2-S von IDT Biologika

ntv (17.01.2021): Bayer prüft Einstieg in Impfstoff-Produktion - Allianz mit Curevac

Tagesschau (12.02.2021): EMA startet Prüfverfahren für CureVac

ntv (04.03.2021): Für mehr Produktionskapazitäten: Curevac holt Novartis ins Impfstoff-Team

Heise (01.04.2021): Curevac: Zu Beginn der Corona-Impfstoff-Entwicklung fehlte uns das Geld

Spiegel (14.04.2021): Lauterbach fordert deutsche Notfallzulassung für Curevac-Impfstoff

Süddeutsche (17.06.2021): Impfstoff von Curevac ist nicht so wirksam wie erhofft - 47%


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Sanofi / GlaxoSmithKline

Spiegel (14.05.2020): Sanofi zu potenziellem Impfstoff gegen das Coronavirus: USA bevorzugt?

ntv (15.05.2020): Sanofi will USA jetzt doch nicht bevorzugen

ntv (27.01.2021): Sanofi will 125 Millionen BioNTech-Dosen produzieren/liefern ab Sommer

Spiegel (14.02.2021): Sanofi-Impfstoff wird dieses Jahr nicht mehr fertig

New York Times (17.05.2021): A vaccine from Sanofi and GSK is said to produce strong immune responses in a mid-stage study.

Frankfurter Rundschau (09.06.2021): Proteinbasierter Impfstoff von Sanofi zeigt hohe Wirksamkeit


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Novavax (NVX-CoV2373)

ntv (29.01.2021): Geringere Effizienz bei Mutante B.1.351 (Südafrika) - Novavax-Impfstoff zu 89 Prozent wirksam

Pharmazeutische Zeitung (12.03.2021): Novavax-Impfstoff schützt sehr gut, auch vor B.1.1.7 (britische Variante)

Spektrum (14.06.2021): Novavax: Weiterer Corona-Impfstoff erweist sich als wirksam


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Sputnik V, EpiVacCorona und CoviVac

Zeit (19.06.2020): Russlands Impfstoffentwicklung - der neue "Space Race"

ntv (01.08.2020): Russland will ab Oktober impfen

Tagesspiegel (03.08.2020): Hat Russland den Corona-Impfstoff schon? - Gam-COVID-Vac vom Gamaleya-Institut mit Hilfe des Gens für das S-Protein und Adenoviren Typ 26 und 5, Phase III soll zeitleich mit Impfung von Klinikpersonal und Lehrern starten, riskant?

CNN (11.08.2020): Putin says Russia has registered world first coronavirus vaccine - registriert, nicht zugelassen

CNN (13.08.2020): Russia offers to help US with Covid-19 vaccine; US says no

NachDenkSeiten (17.08.2020): Russischer Impfstoff – gerechtfertigte Zweifel und zweierlei Maß (Sputnik V - Gam-COVID-Vac Lyo)

Allerdings muss ich dazu anmerken, dass man die Impfstoffentwicklung gegen HIV und gegen Coronaviren nicht wirklich vergleichen kann, da es HI-Viren aufgrund ihrer Oberfläche für Antikörper schwierig macht, sich an das Virus zu binden. Außerdem mutiert HIV sehr viel schneller. Siehe Spektrum 24.07.2020: Der lange Weg zu einer HIV-Impfung.

CNN (04.09.2020): Russia's Covid-19 vaccine generated an immune response, study says

Guardian (04.09.2020): Nigeria receives samples of COVID-19 vaccine from Russia

Spektrum (18.09.2020): Fragwürdige Daten in russischer Corona-Impfstoff-Studie

Zeit (16.11.2020): Russlands Impfstoff gerät ins Hintertreffen - zu wenige Dosen, kaum jemand möchte sich damit impfen lassen

BBC (05.12.2020): Russia begins vaccinations in Moscow - Vidoe (3 Minuten) über Temporäres Covid-Krankenhaus in einem Eishockeystadion

Handelsblatt (15.12.2020): Russlands Sputnik-Impfstoff steht bereit – doch viele Russen warten lieber

ntv (21.12.2020): Russischer Impfstoff-Forscher stirbt nach Sturz aus dem 14. Stock

Ärzteblatt (21.01.2021): Russland will EU-Zulassung für Coronaimpfstoff Sputnik V

New York Times (02.02.2021): A peer-reviewed study finds the Russian vaccine have 91.6 percent efficacy.

ntv (03.02.2021): In Wirksamkeit und Herstellung: Läuft Sputnik V anderen den Rang ab?

Frankfurter Rundschau (03.02.2021): Sputnik V: Corona-Impfstoff aus Russland könnte einen entscheidenden Vorteil haben - zweites Vakzin EpiVacCorona (Totimpfstoff auf Basis eines synthetischen Spike-Proteins)

Tagesschau (20.02.2021): CoviVac: Russland gibt dritten Impfstoff frei

Süddeutsche (10.03.2021): Stiko-Chef lobt Sputnik V

ntv (18.03.2021): Länderchefs drängen auf Sputnik-V-Zulassung

Futurezone (21.03.2021): Sputnik-Zulassung wohl frühestens im zweiten Halbjahr

ntv (07.04.2021): 2,5 Millionen Dosen für Bayern: Söder bestellt Sputnik V auf eigene Faust

Futurezone (29.04.2021): Sputnik V: Verwirrung um Fehler beim Vektorimpfstoff - Laut der brasilianischen Gesundheitsbehörde wurde der Vektorvirus nicht deaktiviert. Adenoviren könnten sich im Körper ausbreiten.

Telepolis (08.06.2021): Kalter Krieg um kleinen Pik


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - SinoVac, CanSino Biologics, Sinopharm (staatlich), Anhui Zhifei Longcom Biologic Pharmacy

Tagesspiegel (21.06.2020): Kritik an chinesischem Corona-Impfstoff von CanSino Biologics

South China Morning Post (13.09.2020): Not everyone in China will need vaccine, CDC chief says

FAZ (14.09.2020): Emirate geben Corona-Impfstoff von Sinopharm zum Notfallgebrauch frei

Handelsblatt (11.12.2020): Chinas riskantes Impf-Experiment – und was dahinter steckt

Süddeutsche auf Youtube - 3 Minuten (12.01.2021): Corona in China: Impfungen im Schnellverfahren

BBC (13.01.2021): Sinovac: Brazil results show Chinese vaccine 50.4% effective

Telepolis (21.01.2021): Auch China und Indien bieten Impfstoffe an

New York Times (17.03.2021): China’s latest vaccine is made from hamster ovary cells. - Anhui Zhifei Longcom Biopharmaceutical

Tagesschau (12.04.2021): China zweifelt an eigenen Impfstoffen

Pharmazeutische Zeitung (10.05.2021): Sinopharm: WHO erteilt erstem chinesischen Corona-Impfstoff Notfallzulassung


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Covaxin

FAZ (06.07.2020): Indien will im August mit Corona-Impfung beginnen - der Indische Rat für medizinische Forschung (ICMR) und Bharat Biotech entwickeln Impfstoff "Covaxin"


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Codagenix

Heise (03.11.2020): Das synthetische Coronavirus - Lebendimpfstoff von Codagenix


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - CoVLP (aus Tabakpflanzen) von Medicago und GlaxoSmithKline (GSK)

Heise (22.06.2021): Wie Forscher aus Tabakpflanzen Impfstoffe gegen Corona gewinnen wollen


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Abdala (Kuba)

DW (22.06.2021): Cuba's COVID vaccine Abdala rivals BioNTech-Pfizer, Moderna


Updates Entwicklung Covid-19-Impfstoff - Bayer

Zeit (26.01.2021): Bayer entwickelt keinen Impfstoff, würde aber produzieren, wenn man daran verdienen könnte

Thema: Corona
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Mittwoch, 29. April 2020 17:01

Coronakrise und Pferdesport

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Als Reiter und Pferdebesitzer betrifft mich die Coronakrise natürlich auch in meinem Hobby. Turniere sind seit geraumer Zeit als Großveranstaltungen untersagt. Im großen Reitsport und der Zucht geht es um richtig viel Geld. Aber das interessiert mich als Freizeitreiter eher weniger. Die ersten recht lockeren Regelungen mussten dann noch einmal verschärft werden, weil sich ein paar Influencer bei ihren Ausritten im Netz präsentiert haben (das habe ich aber nur irgendwo bei Arschlochpferd auf Facebook gelesen, weil mir Influencer so ziemlich egal sind) und damit angegeben haben, wie toll es doch ist, in der Coronakrise Reiter zu sein und raus zu dürfen, ellabätsch! Danke auch!

In der Tat ist es so, dass man derzeit den Reitsport nur noch ausüben darf, wenn man Pferdebesitzer oder Reitbeteiligung ist oder dies beruflich tut. Da gab es schon Tränen bei Kindern und Jugendlichen, die nun nicht mehr in den Stall dürfen, weil sie "nur" Reitschüler sind.

Wie alle Sportstätten mussten auch die Reitschulen schließen. Wer ausschließlich auf Reitunterricht gesetzt hat, verfügt nun über keinerlei Einnahmen mehr. Die Pferde müssen aber schon allein wegen des Tierschutzgesetzes natürlich weiterhin gepflegt, gefüttert, sauber gehalten und bewegt werden. Die hohen Unterhaltskosten bringen die Betriebe in existentielle Nöte und ich weiß nicht, inwieweit die Spendenbereitschaft der Reitschüler bzw. deren Eltern und die Coronahilfen vom Bund und Land ausreichen, um diese schwere Zeit zu überbrücken. Neulich habe ich mit einer Kollegin darüber sinniert, dass jetzt wohl die Preise für Pferde in den Keller gehen und wahrscheinlich auch einige beim Schl***ter landen werden.

Die Verbände Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und die Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V. sind derzeit unsere Lobbyisten, die mit der Regierung in Kontakt stehen und beispielsweise ausgehandelt hat, dass wenigstens eine Person pro Pferd und Tag sich um das Tier kümmern kann, denn die Stallbesitzer können nicht auch noch die Bewegung und gesamte Einzelbetreuung übernehmen. Geschielt auf Österreich hatten wir die Hoffnung, dass nun ab 4. Mai eventuell wieder Reitunterricht möglich wäre, zumindest in kleinen Gruppen, damit wieder etwas Geld reinkommt. Warum dies nicht so gekommen ist und auch andere Sportarten wie Golf oder Tennis, die im Freien stattfinden und wo die Abstandsregel eigentlich problemlos eingehalten werden kann, verstehe ich nicht. Vielleicht hat es etwas mit dieser Studie zu tun. Vielleicht auch damit, dass Politiker gerne ihren eigenen Fingerabdruck hinterlassen und nicht einfach gute Konzepte aus Nachbarländern übernehmen wollen. Eitelkeit lässt grüßen!

In meiner Reitschule sind auch Einsteller, also Pferdebesitzer, die für die Unterbringung ihres Pferdes bezahlen. Das ist für solche Mischbetriebe von Vorteil, denn sie haben wenigstens einen Teil der Einnahmen noch, solange es hier nicht auch wegen Privatinsolvenzen zu Zahlungsausfällen kommt. Bei der Boxenhaltung mit Koppelgang ist die Bewegung einigermaßen gesichert. Aber trotzdem darf jeden Tag eine Person, die für die Betreuung des Pferdes zuständig ist, auf den Hof. Das bedeutet, dass ich am meinem Tag zu meiner Reitbeteiligung darf. Ich muss hierfür vorab über das Reitbuch einen Slot buchen. In dieser Zeit darf ich mich für 2½ Stunden auf dem Hof aufhalten. Normalerweise reicht diese Zeit, um das Pferd zu putzen und zu reiten. Aber in der Angrasphase war das dann schon etwas stressig, denn dann musste ich auch noch eine halbe Stunde auf die Wiese gehen.

Wo mein Pferd steht sind nur Einsteller. Dort gab es höchstens Privatunterricht, der derzeit auch nicht stattfinden darf. Um die Anzahl der Personen zu begrenzen, die sich gleichzeitig auf dem Hof aufhalten, wurde ein Ruhetag eingeführt und die verbleibenden sechs Tage der Woche alphabetisch auf die Pferde hälftig aufgeteilt. Ich darf also mein Pferd an drei Tagen die Woche betreuen. Damit an den Tagen nicht zu viele Leute gleichzeitig da sind, tragen wir uns selbstorganisatorisch in einen Online-Kalender ein. Das klappt ganz gut.

Es gibt eine Pedition, die dafür Unterschriften sammelt, dass Einzel- und Gruppenunterricht wieder erlaubt werden soll. Ich hoffe inständig, dass es hier zu einem Umdenken kommt und zumindest Unterricht in kleinen Gruppen im Freien auf Reitplätzen, -wiesen und offenen Hallen wieder erlaubt wird. In geschlossenen Hallen müssen natürlich strengere Regeln herrschen.

Ansonsten wird das Pferdefleisch am Viktualienmarkt wohl sehr billig werden :(

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

St. Georg (03.05.2020): Ab morgen darf in Schleswig-Holstein wieder Reitunterricht stattfinden

Pferd Aktuell (FN) (06.05.2020): Training und Unterricht dürfen ab 11. Mai wieder stattfinden

Merkur (13.05.2020): Icking: „Dein Ponyhof“ muss aufgelöst werden

EQWO.net (14.05.2020): Neue Studie: Corona-Ansteckung beim Reiten beinahe unmöglich

Tagesspiegel (17.05.2020): Reitunterricht wieder erlaubt

ProPferd.at (02.12.2020): Video zeigt: Infektionsfreier Reitunterricht ist möglich!

Seit dem 01.12.2020 gelten bei uns auch strengere Regeln, nämlich ist Reitunterricht nicht mehr auf dem Platz, sondern nur noch im Gelände möglich. Da man aber im Gelände sehr viel weniger Abstand hält, weil man in Formation meist zu zweit nebeneinander reitet, finde ich diese Regelung sehr weltfremd. Außerdem ist das Reiten im Gelände mit Reitschülern eigentlich unverantwortlich, da Schulpferde meist nur Halle gewöhnt sind und selten geländesicher sind. Die Regelung kommt also einem Verbot gleich. Mir scheint, als wolle man es nur nicht als Verbot bezeichnen, also hat man eine so absurde und weltfremde Regelung getroffen, dass man "freiwillig" verzichtet.

Merkur (16.12.2020): Wegen Corona geht das Geld aus: Gnadenhof-Tieren droht die Tötung - nur Spenden können noch helfen

Süddeutsche (01.02.2021): Kein Ponyhof

St. Georg (04.02.2021): FN setzt sich erneut für Reitunterricht ein

Pferde Revue (08.02.2021): Gutachten bestätigt: Ansteckungsgefahr in Reithallen sehr gering

Süddeutsche (17.02.2021): Reitschulen kämpfen um ihre Existenz

Themen: Corona | Pferde/Reiten
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Dienstag, 28. April 2020 17:01

Grundrechte

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Meine Sichtweise ist geprägt vom Humanismus. Ich bin der tiefsten Überzeugung, dass in einer modernen Welt möglich sein muss, dass jeder Mensch genug zu Essen, Zugang zu sauberem Wasser und zu medizinischer Versorgung sowie ein Dach über dem Kopf hat. Mir ist bewusst, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, insbesondere Artikel 3, aus dem ich die o.g. Menschenrechte ableite, nicht zum Völkerrecht gehört und damit nicht verbindlich ist. Was für eine Schande. Denn dann könnte es in der Welt so viel besser aussehen. Nennt mich einen linksgrün verklärten Gutmenschen oder einen Träumer. Aber ich finde, das ist ein Skandal!

Es gibt Länder wie Deutschland, da ist das im Grundgesetzt recht gut formuliert. Auch wenn wir derzeit vorübergehend (!!!) einige dieser Grundrechte eingeschränkt sehen, so geht es uns doch wirklich sehr gut hier. Wenn die Leute jetzt über die Maskenpflicht jammern, weil sie sich hier auch in ihren persönlichen Freiheitsrechten eingeschränkt sehen, dann schüttel ich nur den Kopf. Denn gerade das allgemeine Tragen von Masken würde ein eher normalen Alltag und eine normal funktionierende Wirtschaft ermöglichen. So machen es uns asiatische Länder vor, wo schon seit Jahren das Tragen von Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit zum normalen Bild gehört. Dort sind Masken ein Zeichen von Respekt und Fürsorge den Mitmenschen gegenüber. Bei uns wurden sie immer belächelt, auch jetzt noch, auch angesichts der anfangs blödsinnigen Diskussion um deren Wirksamkeit, die meines Erachtens allein geführt wurde, weil es in Deutschland noch nicht einmal für das medizinische Personal genug gab. Ich frage mich - nur am Rande - ob Gleiches gerade mit Gummihandschuhen passiert, die ebenfalls knapp sind, und derzeit als Dreckschleudern beschimpft werden (der verlinkte Artikel ist von 2017, daher ist das wohl doch eher unwahrscheinlich).

Die Deutschen jammern mal wieder auf hohem Niveau. Wir haben keine Apokalypse und keine Anarchie. Wir leben noch immer in einem relativ gut funktionierendem Rechtsstaat. Bei uns ist es undenkbar, dass wie in China die Türen unserer Wohnungen zugenagelt werden. Es gibt auch kein Handytracking wie in Südkorea, weil bis das mit den Datenschützern ausdiskutiert oder eine Akzeptanz der Smartphonebesitzer erreicht wurde, gibt es längst einen Impfstoff. Wir haben auch keinen grünen Color Code wie in China, deren Software Daten an die Polizei sendet. Bei solchen Datenübermittlungen an die Polizei gibt es hierzulande massiven Widerstand. Bei uns wird erst eingegriffen, wenn sich Idioten nicht an Quarantäne-Regeln halten. Was nun besser ist, darüber kann man sich vorzüglich streiten.

Unsere Grundrechte sind richtig und gut und wichtig. Sie zu schützen hat oberste Priorität. Sehen wir uns Artikel 2 (2) an. Da steht geschrieben, dass jeder das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat. Erst in Artikel 14 wird das Recht auf Eigentum eingeräumt, was bedeutet, dass im Grundgesetz das Recht auf körperliche Unversehrtheit höher bewertet wird als das Recht auf Eigentum, das nach Art 14 (2) zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll.

Jetzt betrübt es mich, dass zur Debatte steht, wieviel ein Menschenleben wert sei. Von den USA ist man sowas gewohnt. Doch nun werden solche Überlegungen auch in Deutschland salonfähig. Dabei ist das eigentlich kein Gegensatz, wenn man die richtige Balance findet. Dass das mit ungenügendem Datenmaterial nicht leicht ist, kann ich verstehen. Ich bin auch froh, dass ich diese Entscheidungen nicht fällen muss. Und mir ist bewusst, dass man nicht alle Leben retten können wird. Das ist eben jetzt der Tanz.

Aber ich habe ganz sicher keine Angst davor, dass wir unsere Grundrechte nicht wieder zurückbekommen werden.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Tagesschau (19.05.2019): Wie kam es zum Grundgesetz?

Tagesspiegel (02.05.2020): Coronavirus-Krise bedroht Freiheitsrechte

Telepolis (13.05.2020): Spahn will auch Daten von Nicht-Infizierten / Meldepflicht "Jeder Gesetzentwurf [...] wird im Justizministerium einer Rechtsprüfung unterzogen."

Correctiv (15.05.2020): Was Juristen über die Einschränkungen denken

DerStandard.at (19.05.2020): Massenüberwachung durch deutschen BND verstößt gegen Grundrechte

Netzpolitik.org (19.05.2020): Bundesverfassungsgericht: Das neue BND-Gesetz ist verfassungswidrig

Tagesschau (12.06.2020): Regierung für Streichung von "Rasse"

ntv (14.06.2020): Rassismus-Debatte und Grundgesetz

Heise (08.07.2020): Corona-Krise: EU schaut Regierungen mit Grundrechtemonitor auf die Finger

Spiegel (11.07.2020): Spanien: Scharfe Kritik an Wahlverbot für Corona-Kranke (Regionalwahlen im Baskenland und in Galicien)

Hinter den Schlagzeilen (15.07.2020): Die 9 Sargnägel der Demokratie - bitte demonstrieren :)

Heise (18.07.2020): Reaktionen auf Urteil zu Bestandsdatenauskunft: Beratungsresistenter Gesetzgeber - Bestandsdatenauskunft: "Wem gehört diese Telefonnummer?"

Tagesschau (04.08.2020): Politik diskutiert über Demo-Verbote - Bundesjustizministerin Christine Lambrecht dagegen

Süddeutsche (19.10.2020): Schluss mit dem Gejammer

Süddeutsche (28.10.2020): Der Wind vor Gericht ist rauer geworden - Gebot der Verhältnismäßigkeit - Beherbergungsverbote waren nicht plausibel - flächendeckender, undifferenzierter Lockdown juristisch nicht haltbar

Tagesspiegel (28.10.2020): Wie rechtssicher sind die neuen Corona-Beschlüsse? Was es mit der nationalen Gesundheitsnotlage auf sich hat

ntv (06.11.2020): Beständiger vor Gericht: Neues Gesetz stärkt Corona-Maßnahmen - Reform des Infektionsschutzgesetz - Keine Mitsprache Bundestag, keine Mitwirkung der Landesparlamente

Telepolis (17.11.2020): Kritik an der geplanten Anpassung des Infektionsschutzgesetzes

BR24 (18.11.2020): Infektionsschutzgesetz: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Tagesschau (02.01.2021): Die Pandemie und die Grundrechte

Zeit (09.01.2021): Corona-Impfprivilegien: Freiheit aus der Spritze

Mimikama - mit Video von Anwalt Jun 4 Minuten (13.01.2021): Grundrechte und Freiheiten: Wie funktioniert das mit den Gesetzen?

Telepolis (08.02.2021): Die Grundrechte der Querdenker

FAZ (03.03.2021): Karlsruher Jahresstatistik: Grundrechte in Zahlen

Netzpolitik (01.04.2021): Warum wir jetzt sechs neue Grundrechte für Europa brauchen

Tagesspiegel (11.04.2021): Ausgangssperren, Schulschließung, Kontaktreduzierung: Das steht im Gesetzentwurf zum Infektionsschutzgesetz für die bundesweite Notbremse

Telepolis (14.04.2021): Bundestagsgutachten stützt Kritik an geplanter Änderung des Infektionsschutzgesetzes

Süddeutsche (14.04.2021): Bundesnotbremse: Jetzt ist Karlsruhe gefragt

Die LINKE - Jan Korte (22.05.2021): Grundgesetz und Grundrechte krisenfest machen

Thema: Corona
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Montag, 27. April 2020 17:01

Das Unbegreifliche

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt Dinge, die entziehen sich der menschlichen Vorstellungskraft. Zum Beispiel Radioaktivität. Man kann sie nicht sehen, riechen, schmecken. Und doch kann sie, wenn sie ein gewisses Maß übersteigt, schwere Schäden hervorrufen. Meistens erkennt man soetwas aber nur an einem gewissen Anstieg von Krankheitsfällen, wie z.B. bei Fukushima. Bei Hiroshima und Nagasaki war das Ganze deutlich offensichtlicher.

Oder Viren. Da passen 50.000 auf eine Nadelspitze, die kann man mit dem bloßen Auge auch nicht sehen. Auch die mikroskopisch feinen Wassertröpfchen in der Luft, die sich in geschlossenen Räumen ansammeln können, sehen wir nicht, atmen sie aber ein. Für die menschliche Evolution reichte es aus, wenn wir uns vor überdimensionalen Viren- und Bazillenschleudern ekeln, wie grüne Schleimpfropfen, die man aushustet. Das war zum Schutz des Aussterbens der Menschheit völlig ausreichend. Die Natur interessiert sich ja nicht für Einzelschicksale.

Auch für Quantenmechanische Prozesse hat der Mensch keine natürlich Vorstellungskraft. Für uns steht ein Tisch an seinem Platz. Dass er genaugenommen nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,999999 (usw.) % an seinem Platz steht, und mit einer verschwindend geringen Wahrscheinlichkeit aber woanders ist, das ist eine Erkenntnis der Physik, die aber im praktischen Leben von uns Menschen keinerlei Rolle spielt. Wenn man den Autoschlüssel oder die Brille verlegt hat, dann ist das eher nicht auf quantenphysikalische Prozesse zurückzuführen ;-)

Oder nehmen wir Geschwindigkeiten von über 90% der Lichtgeschwindigkeit, wo die Zeitdilitation beginnt, eine Rolle zu spielen. Das berümte Beispiel des Zwillings, der nach seiner Rückkehr auf die Erde seinen Zwilling deutlich schneller gealtert vorfindet. Da wir Menschen uns natürlich nicht mit solchen Geschwindkeiten fortbewegen, fehlt es uns auch hier an Vorstellungskraft, dass dies tatsächlich so passieren würde, da es in unserem Alltag keine Rolle spielt und unser Gehirn deshalb nicht darauf ausgelegt ist, solche Phänomene intuitiv zu begreifen.

Bei der Durchschnittsbevölkerung kann ich deshalb gut nachvollziehen , dass sie die Sache mit der Coronakrise nicht richtig einschätzen können und auf Lockerungen pochen. Sicherlich auch verständlicherweise oft getrieben durch die Existenzängste, die sehr viele Menschen jetzt haben, und der Hoffnung, dass es vielleicht doch alles nicht so schlimm ist wie damals bei der Schweinegrippe, die rückblickend als mild bezeichnet wurde. Mir persönlich fällt es schwer, jetzt noch zu glauben, dass die neue Coronavirus-Pandemie so glimpflich verlaufen könnte, wie die Schweinegrippe, wenn ich sehe, wieviele ausgehobene Massengräber auf Sattelitenbildern vom Iran zu sehen sind, Tote in Norditalien vom Militär abtransportiert oder in New York in Massengräbern bestattet wurden.

Doch wenn man ein paar Prämissen aktzeptiert, dass bei 83 Mio. Menschen in Deutschland bis zum Erreichen einer Herdenimmunität, die das neue Coronavirus ausbremsen könnte, etwa eine Durchseuchung von 60 % erreicht werden müsste, das wären dann ca. 50 Mio. Menschen, die in Deutschland infiziert worden sein müssten. Wenn man dann davon ausgeht, dass davon dann ungefähr 15,6% erkranken und der Rest der Dunkelziffer bzw. der symptomlos Infizierten angehört und von diesen dann 3,63% sterben werden, dann wären das 282.000 Tote allein in Deutschland. Das sind 0,34% der Gesamtbevölkerung, also jeder Dreihundertste. Da würde dann jeder irgendjemanden im Bekanntenkreis kennen, der an oder mit Covid-19 verstorben sein würde. Wir reden also nicht von 25.000 Grippetoten, sondern von mehreren 100.000 Toten, die innerhalb der nächsten Monate sterben würden, wenn wir nichts unternehmen. Selbst wenn man die einzelnen Multiplikatoren nach unten oder oben korrigiert, sobald neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, bleibt die Zahl enorm hoch.

Wir stehen noch immer am Anfang des Tsunamis. Und wir müssen jetzt die nächsten Monate zwischen Maßnahmen, Lockerungen und Beobachtung der Entwicklung der Zahlen tarieren ("The Hammer and the Dance"), um die Zahl der Toten möglichst gering zu halten bei maximal möglicher Aufrechterhaltung der Wirtschaft, bis die Pandemie nächstes Jahr, wenn es einen Impfstoff gibt, endlich besiegt wurde.

Ist das denn wirklich so schwer zu begreifen?

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Statista: Influenza assoziierte Übersterblichkeit in Deutschland für die Saisons von 1984 bis 2019

Heise (25.11.2020): Experten: Epidemiologen sollten von Klimaforschern lernen - Computer-Modell Covid-Sim und die Abhängigkeit von Modellparametern

Twitter - Sven916 (10.01.2021): Alle SARS-CoV-2 Viren der Welt wiegen aktuell zusammen nur 2 Gramm. - aus einer Arte-Doku

Spiegel (17.01.2021): Warum wir die Coronakrise noch immer nicht begreifen

Spiegel (10.02.2021): Alle Coronaviren der Welt würden in eine Cola-Dose passen

Spektrum (31.03.2021): Ekel: Wenn Abscheu Luxus ist - Coronavirus ist symptomfrei bereits ansteckend, daher empfinden wir keinen Ekel, wenn wir Infizierten begegnen


Freudenberg Filtration Technologies SE & Co. KG erklärt das Größenverhältnis von Haar, Pollen, Bakterium und Virus und wie FFP2-Masken und andere industrielle Luftfiltrationen luftgetragene (durch Aerosole übertragene) die Viruslast/Ansteckungsgefahr reduzieren.

Thema: Corona
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Sonntag, 26. April 2020 17:01

Von Eltern und Kindern

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ich bin heilfroh, dass meine Jungs schon groß sind und sich da nicht so viel geändert hat. Ich mache ja immer Witze, dass sie auch vorher nur aus ihren Zimmern gekommen sind, wenn es etwas zu Essen gab oder Probleme mit dem Internet.

Kleine Kinder können ziemlich nervig sein. Und ich hatte damals das Glück, dass ich sehr lange zu Hause bleiben konnte und mich um die beiden Jungs kümmern. Trotzdem war ich froh, wenn der Große vormittags in die Kita ging oder sie abends endlich im Bett waren. Oder hin und wieder auch mal Mittagsschlaf gemacht haben. Oder ich sie auch mal bei Oma lassen konnte. Allerdings hatte ich auch nichts weiter zu tun, als mich um die Jungs zu kümmern. Ich musste nicht nebenbei Homeoffice machen. Oder ihnen bei den Hausaufgaben oder sogar bei sämtlichen Lernaufgaben helfen.

Ich mag mir gar nicht ausmalen, was für eine Belastung das jetzt für Eltern ist, die nicht einmal auf die Spielplätze gehen können, weil diese gesperrt sind. Oder in den Zoo, der noch nicht geöffnet hat. Oder in die Reitschule, weil derzeit kein Unterricht stattfindet. Und, und, und...

Deshalb ist es eine riesige Erleichterung, wenn es hier endlich zu Wiedereröffnungen der Schulen und Kitas kommt. Wenigstens zum Teil.

In Sachen Digitalisierung der Schule ist Deutschland noch Entwicklungsland. Das mag auch am Föderalismus liegen, der meiner Meinung im Bildungssystem wenig Sinn macht. Finnland war uns da schon lange voraus. Kein Wunder, wenn Deutschland lieber Geld für Militär statt für Bildung ausgibt. Jetzt rächt sich das und zeigt sehr deutlich die Unterschiede zwischen ärmeren und wohlhabenderen Familien, denn nicht jeder hat einen Computer zu Hause. Ich hoffe, dass die Regelungen bezüglich Wiederholung der Klassen gelockert werden, damit die durch die Coronakrise abgehängten Schüler das Schuljahr auch dann wiederholen dürfen, wenn sie es normalerweise nicht hätten tun dürfen.

Aber es gibt noch einen viel schlimmeren und traurigeren Aspekt, weshalb es sehr wichtig ist, dass die Kitas und Schulen wieder mehr geöffnet werden: Kinder, die in zerrütteten Familien leben müssen oder gar von Missbrauch betroffen sind, können nun nicht mehr für wenigistens einige Stunden am Tag aus der Hölle fliehen. Sie sind ihren Peinigern hilflos ausgesetzt.

Noch letzten Monat galten Kinder als Superspreader, doch darüber wird derzeit wieder viel diskutiert. Jetzt soll es sogar ein Kind geben, dass keinen einzigen seiner 172 Kontaktpersonen angesteckt haben soll. Ich frage mich, wie oft dieser Junge getestet wurde und falls es nur einmal gewesen war, ob das Testergebnis nicht vielleicht auch hätte falsch sein können und er gar nicht mit dem neuen Coronavirus infiziert gewesen war.

Doch wenn an der Geschichte etwas dran ist und mehr solcher Fälle aufgedeckt werden, dann müsste man die Sache mit der Kita- und Schulschließung tatsächlich noch einmal gründlich überdenken. Und es wäre auch nicht verkehrt, den Kindern im normalen Unterricht einiges über Hygiene beizubringen.

Mein Kleiner hatte mich auch einmal gerügt, weil ich unsere Handtücher nicht jeden Tag wasche...

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Kitas

Tagesspiegel (29.05.2020): Medizinisches Personal beklagt Mangel an Kita-Notbetreuung

Tagesspiegel (09.07.2020): Weinende Eltern in vollen Arztpraxen - Kitas schicken Kinder mit Schnupfen aus Angst vor Corona nach Hause

Tagesspiegel (21.09.2020): Schließt Kitas und Schulen zuletzt!


Updates Schulen

Tagesspiegel (11.05.2020): Neustart überfordert Schulen und verwirrt Eltern

Zeit (31.07.2020): Bayern führt Maskenpflicht an Schulen ein

Süddeutsche (02.08.2020): Schulschließungen wegen einzelnen Infektionen sind eine Katastrophe

Pharmazeutische Zeitung (07.08.2020): Mit Schnupfnase in die Schule? Kinderärzte und Virologen uneins

Zeit (09.08.2020): Studie Karolinska-Institut in Stockholm: Kinder und Schulen tragen nicht zur Ausbreitung des Coronavirus bei, negative Effekte von Schulschließungen sind schlimmer

ntv (12.08.2020): Was den Schulen fehlt? Fast alles!

New York Times (01.09.2020): Across the Globe, Students Head Back to School

Neue Zürcher Zeitung (03.09.2020): Wie die Länder mit Corona an den Schulen umgehen

Spektrum (07.09.2020): Offene Schulen machen es dem Virus leichter

Tagesschau (11.11.2020): Mehr als 300.000 Schüler in Quarantäne

ntv (12.11.2020): Homeschooling kommt zurück: Mehr als 3000 Schulen nicht im Regelbetrieb

Tagesschau (03.12.2020): Diskussion über Selbsttests bei Lehrern

Zeit (14.12.2020): Corona-Infektionen an Schulen: Das unterschätzte Risiko

Natürlich sind Schulen auch Infektionsherde. Kein Virologe würde das bestreiten. Es geht aber darum, die Eltern zu entlasten, ihre Arbeitsfähigkeit zu erhalten und Kindern aus dysfunktionalen Familien einen Zufluchtsort zu bieten, wenn Schulen und Kitas eine höhere Priorität beim Offenlassen eingeräumt wird.

Heise (23.12.2020): Digitales Lernen hat sich in der Pandemie kaum verbessert, meinen Eltern

Netzpolitik (24.12.2020): Open Education: Rückschritte und Fortschritte

Netzpolitik (06.01.2021): Datenanalyse belegt große Wirksamkeit von Schulschließungen

Fefes Blog (08.01.2021): Berliner Senat verschiebt Schulöffnung nach Protesten von Lehrern, Schülern und Eltern (!)

Youtube Anwalt Jun - 5 Minuten (12.01.2021): Homeschooling scheitert nicht an der DSGVO, sondern an irrlichternden Datenschützern

Tagesschau (13.01.2021): Lernplattformen für Schüler: Fehler im System

Tagesspiegel (25.01.2021): Homeschooling ohne Probleme: Estland ist beim Digitalunterricht eine Klasse für sich

Süddeutsche (16.02.2021): Schulöffnungen: Lehrerinnen und Lehrer fürchten zu Recht um ihre Gesundheit

ntv (22.02.2021): Höhere Impfpriorität für Lehrer: Schulen und Kitas öffnen - nicht ohne Sorge

Tagesschau (24.02.2021): Impfstart für Lehrkräfte und Kita-Personal

FAZ (22.03.2021): Unangetastete Fördergelder: Die Schulen dösen im digitalen Niemandsland

Heise (17.04.2021): Bayern führt neue Videokonferenzlösung Visavid für alle Schulen ein


Updates Politik und Bildungsföderalismus

Tagesspiegel (14.05.2020): Familienrichter sollten verpflichtet werden, sich fortzubilden

Süddeutsche (02.09.2020): Ifo-Bildungsbarometer: Gebt dem Bund das Kommando! - Bildungsföderalismus unbeliebt

Tagesspiegel (18.11.2020): Gefährlicher Corona-Blindflug in der Schulpolitik: Die Planlosigkeit der Bildungspolitiker ist unverantwortlich

Heise (25.11.2020): Bundesmillionen für Lehrerlaptops zu spät – kein "Sofort-Förderprogramm"

Heise (12.12.2020): Digitalisierung: SPD-Chefin Saskia Esken will Lehrern unterstützen, die bei der Digitalisierung Hilfe benötigen

Netzpolitik (06.01.2021): Bildungsflatrate: Leichtfertiges Versprechen, schwierige Umsetzung - auch wegen Bildungsföderalismus

Heise (06.01.2021): Lernplattformen der Bundesländer funktionieren – oder auch nicht - auch wegen Bildungsföderalismus

Zeit (14.01.2021): Bundestag erhöht Zahl der Kinderkrankentage

Tagesschau (05.05.2021): Förderprogramme für junge Menschen: Kabinett billigt Corona-"Aufholprogramm"


Updates Psychologie und disfunktionale Familien

ntv (29.04.2020): Studie: Viele Eltern am Ende ihrer Kräfte

Tagesspiegel (15.05.2020): Mediziner berichten von massiver Gewalt gegen Kinder

Süddeutsche (18.05.2020): Studie: Corona-Krise ist eine beispiellose Herausforderung

Spektrum der Wissenschaft (10.07.2020): Corona-Krise belastet Kinder überraschend stark

Tagesschau (18.10.2020): Jugend und die Pandemie: Frust bei der "Generation Corona"

Süddeutsche (03.12.2020): Lockdown und Gewalt: Niemand bekam die Kinder zu sehen

Tagesspiegel (12.03.2021): Generation Corona: Die Jugend könnte auch profitieren


Updates Corona und Kinder

Tagesspiegel (06.05.2020): Multisystematisches Entzündungssyndrom bei Kindern ähnlich dem Kawasaki-Syndrom wird mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht

Spiegel (11.06.2020): Ukraine: Dutzende Babys von Leihmüttern wegen Corona immer noch nicht abgeholt

Süddeutsche (13.07.2020): Kinder bremsen laut Studie das Virus aus

Tagesspiegel (06.08.2020): Selbstproben für Tausende Schüler: Charité bereitet Corona-Tests für zu Hause vor - Gurgelwasser, Abstriche der Zunge, Innenwange und des Nasenvorhofs

Deutschlandfunk (22.08.2020): Kinder und das Coronavirus – wie es um die Gefahr der Ansteckung und Verbreitung steht

ntv (16.10.2020): Corona in Kitas und Schulen: "Kinder sind keine Infektionstreiber"

Spiegel (30.10.2020): Antikörperstudie vom Helmholtz-Zentrum München: Deutlich mehr Kinder und Jugendliche mit Corona infiziert

Spektrum (05.11.2020): Wer mit kleinen Kindern zusammenlebt, steckt sich nicht häufiger an

ntv (15.02.2021): Fälle folgen den Corona-Wellen - Schwere Kinderkrankheit PIMS zurückgekehrt

Ärzteblatt (08.04.2021): Multisystemisches Entzündungssyndrom: Die meisten Kinder hatten vorher keine COVID-19-Symptome

Telepolis (03.05.2021): Befragung: Kinder und Jugendliche finden Corona-Maßnahmen ungerecht

New York Times (16.05.2021): Why Is Covid Killing So Many Young Children in Brazil? Doctors Are Baffled

Süddeutsche (17.05.2021): München: Erste Ambulanz für Kinder mit Corona-Spätfolgen am Start


Updates Corona-Kinder-Bonus

Spiegel (17.08.2020): Erste Überweisungen des Corona-Kinderbonus ab 7. September

ntv (06.09.2020): Nicht jeder profitiert: Der Corona-Kinderbonus kommt

Süddeutsche (18.10.2020): Was Familien wirklich brauchen


Updates Sonderurlaub

Tagesschau (05.01.2021): Kinderbetreuung im Lockdown: Was Eltern beim Sonderurlaub beachten sollten

Thema: Corona
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Mittwoch, 22. April 2020 17:01

Auf der Suche nach einem Medikament

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Viren mit Medikamenten zu bekämpfen ist nicht ganz einfach. Meist werden eher nur die Symptome gelindert und der Körper muss mit der Virusinfektion selbst fertig werden. Empfohlen werden beispielsweise Grippevirenmedikamente bei besonders gefährdeten Patientengruppen und sie sollten auch möglichst schnell eingenommen werden, bevor sich die Viren zu stark im Körper ausgebreitet haben. Antibiotika helfen gegen Viren überhaupt nicht, können aber die Gefahr einer Folgeinfektion mit Bakterien eindämmen, damit der Körper nicht auch noch dagegen ankämpfen muss.

Dennoch wird fieberhaft nach Medikamenten gesucht, die eventuell gegen das neue Coronavirus helfen könnten, bevor explizit hierfür zugeschneiderte Medikamente entwickelt werden oder Impfstoffe zur Verfügung stehen, weil dies natürlich länger dauert, als bereits vorhandene Medikamente in klinischen Studien abzuchecken und dann anzuwenden.

Donald Dump Trump hat ja getwittert, dass Hydrooxychloroquine u.a. ein Game Changer werden könnte. Das Malaria-Mittel war aber schon vorher für heftige Nebenwirkungen bekannt, wurden sogar einmal zur Hilfe bei Suiziden eingesetzt und eine Studie wurde deswegen inzwischen nach 11 Todesfällen bei 81 Probanden (13,6%) abgebrochen. Und ob der andere von Trump angepriesene Wirkstoff Azithromycin überhaupt geeignet ist, bezweifel ich mal, denn das ist ein Antibiotikum.

Hinzu kommt, dass auf dem hervorragend geregelten Markt dann Medikamente, die als COVID-19-Hoffnungsträger gelten, gerne mal von Geldigen aufgekauft werden und diese dann für andere Patienten (Lupus, Rheuma) knapp werden.

Aber das Stickwort heißt "andere Hoffnungsträger", und davon gibt es einige: Remdesivir (Ebola), Lopinavir/Ritonavir (HIV), Ivermectin (Kopfläuse, aber auch Influenza, Denguefieber und Zika-Virus) oder Favipiravir (Influenza), um nur einige zu nennen.

Welche Medikamente schließlich das Rennen machen und welche Pharmafirmen damit den 6er im Lotto gewinnen werden, wird sich zeigen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates Dexamethason - vielversprechend, bremst Zytokinsturm - und Hydrocortison (Entzündungshemmer)

Zeit (16.06.2020): Dexamethason (Entzündungshemmer) verringert laut Studie Todesrate bei Covid-19

Spektrum Podcast (13.09.2020): Was für eine Kortisontherapie bei COVID-19-Patienten spricht


Updates Budesonid (Asthmaspray)

heilpraxisnet (18.02.2021): COVID-19-Forschung: Dieses Asthmaspray verhindert schweren Krankheitsverlauf

MDR (13.04.2021): Asthma-Spray-Wirkstoff Budesonid hilft gegen schweren Covid-19-Verlauf

Ärtzeblatt (20.04.2021): Fachgesellschaften dämpfen Erwartungen an Budesonid bei COVID-19


Updates MK-7110 von MSD, Leronlimab von CytoDyn, Siltuximab von Eusa, Vilobelimab von InflaRx, ATR-002 von Atriva Therapeutics, FYB207 von Formycon

Tagesschau (26.01.2021): Woran die Pharmabranche forscht: Schwierige Suche nach Covid-Medikamenten


Updates Molnupiravir (Influenza)- MK-4482/EIDD-2801

ntv (07.12.2020): Erfolge bei Tierversuch Neues Corona-Mittel bremst Ansteckungen


Updates Remdesivir (Ebola)- vielversprechend, bremst die Vermehrung des Virus

ntv (24.04.2020): Remdesivir - Hoffnungsträger oder doch aus dem Rennen?

ntv (29.04.2020): Gilead legt "positive" Remdesivir-Studie vor - Doch die Frage, wieviele Probanden hier in der Studie erfasst wurden, wird nicht beantwortet. In der Studie aus China waren es nur 237 und damit statistisch nicht aussagekräftig. Hier soll die Genesung nach 11 Tagen statt 15 Tagen erfolgt sein und eine etwas geringere Sterblichkeitsrate aufweisen.

Spektrum der Wissenschaft (30.04.2020): Remdesivir wirkt - aber Herstellung dauert Monate

Frankfurter Rundschau (10.05.2020): Remdesivir - keine wesentlichen Nebenwirkungen bekannt, Selbstkostenpreis ca. zehn Euro für eine zehntägige Behandlung

NBC News (18.06.2020): Children with COVID-19 to be enrolled in remdesivir clinical trial, Gilead Sciences says

CNBC (29.06.2020): Gilead’s coronavirus treatment remdesivir to cost $3,120 per U.S. patient with private insurance

Telepolis (30.06.2020): Pharmakonzern legt Preis für Remdesivir auf 390 US-Dollar pro Ampulle fest

Tagesschau (01.07.2020): Wettstreit zwischen EU und USA - Das große Ringen um Remdesivir

Tagesschau (03.07.2020): Remdesivir erhält Zulassung in Europa

RND (10.07.2020): Remdesivir könnte Sterberisiko bei schwerem Covid-19-Verlauf deutlich senken

Scinexx (16.01.2021): Warum Remdesivir so wenig wirkt: Antiviraler Wirkstoff blockiert RNA-Synthese oft nur vorübergehend

Ärzteblatt (28.04.2021): Zugelassene Hepatitis C-Medikamente Simeprevir verstärken Wirkung von Remdesivir in Laborexperimenten


Updates Lopinavir/Ritonavir (HIV) - gescheitert - und Ribavirin (Multiple Sklerose)

ntv (09.05.2020): Dreifach-Therapie aus Multipler Sklerose-Mittel Interferon beta-1b, HIV-Wirkstoffkombination Lopinavir/Ritonavir sowie Hepatitis-Medikament Ribavirin in Hongkong an 86 Infizierten erprobt, 7 Tage früher kein Virusnachweis


Updates Tocilizumab (RoActemra) - gescheitert - und Sarilumab (Kevzara) (beides Rheuma)

n-tv (27.04.2020): Rheuma-Mittel Kevzara zeigt kaum Wirkung - Studie abgebrochen

Pharmazeutische Zeitung (27.05.2020): Therapiestudien mit Tocilizumab und Sarilumab


Updates Famotidin (Sodbrennen)

Süddeutsche (15.05.2020): Magenschutzmittel Famotidin gegen Sodbrennen könnte Covid-19-Symptome lindern (Preprint)


Updates Fluoxetin/Prozac (Antidepressivum)

Zeit (16.06.2020): Antidepressivum hemmt das Coronavirus

Heilpraxisnet (21.10.2020): COVID-19: Medikament gegen Depressionen könnte helfen

ntv (23.10.2020): Prozac wirkt gegen Covid-19

Pharmazeutische Zeitung (13.11.2020): Antidepressivum Fluvoxamin könnte bei Covid-19 helfen


Updates Ruxolitinib (Krebs)

Tagesspiegel (18.06.2020): Krebsmedikament für schwer an Covid-19 erkrankte Patienten


Updates Imatinib (Krebs)

Spektrum der Wissenschaft (26.06.2020): Krebsmedikament Imatinib unterdrückt die Sars-CoV-2-Infektion von Lungenorganoiden (letzter Absatz)


Updates Avifavir (Antiviral)

Deutschlandfunk (17.06.2020): Russland führt antivirales Medikament Avifavir ein


Updates Interferon Alpha 2B (INFrec) (Antiviral)

teleSUR (15.03.2020): BioCubaFarma (Cuba) Guarantees Production of Drugs for COVID-19

Focus (05.04.2020): In China erfolgreich: Deutsche Firma will Virus-Medikament aus Kuba importieren


Updates Erythropoetin, kurz "Epo" (Wachstumshormon)

ntv (04.07.2020): Dürfte Höhen-Rätsel erklären: Hilft ein Dopingmittel gegen Covid-19?


Updates Acetylsalicylsäure, "ASS" (blutverdünnendes Schmerzmittel)

ntv (26.10.2020): Komplikationsrisiko sinkt: ASS mildert offenbar Covid-19-Verlauf


Updates Metformin (Diabetes)

Heilpraxisnet (16.01.2021): Diabetes-Medikament Metformin soll Sterblichkeit erheblich reduzieren


Updates Hydroxychloroquin (Malaria)

Scinexx (17.06.2020): Hydroxychloroquine or chloroquine, geringere Überlebensrate und häufigere Herzrhytmusstörungen

Ärzteblatt (22.05.2020): COVID-19: Brasilien empfiehlt umstrittenes Hydroxychloroquin - fahrlässige Tötung?

Tagesspiegel (26.05.2020): WHO setzt Tests mit Malariamittel Hydroxychloroquin aus, da es anscheinend bei Covid-19 schadet

Ärzteblatt (05.06.2020): COVID-19: Journals ziehen umstrittene Surgis­­phere-Studien zurück

Deutschlandfunk (11.06.2020): Forschungsskandal: Daten von Surgisphere möglicherweise frei erfunden, Studie, die behauptet Hydroxychloroquin erhöhe die Sterblichkeit, zurückgezogen

Herne News (19.06.2020): Die FDA widerruft die Zulassung zur Verwendung von Hydroxychloroquin für COVID-19


Updates Steroide

Zeit (03.09.2020): WHO empfiehlt Einsatz von Steroiden bei Intensivpatienten


Updates Hydrokortison

Hielpraxis.net (03.09.2020): Hydrokortison mindert COVID-19-Sterblichkeitsrate


Updates Vitamin D

Scinexx (29.09.2020): Vitamin D kann Covid-19 abmildern

ntv (09.02.2021): Keine wissenschaftlichen Belege: Vitamin D hilft nicht bei Covid-19

Tagesschau (17.05.2021): Doch keine Kehrtwende des BfR

Tagesspiegel (24.05.2021): Studie: Vitamin D bewahrt nicht vor Ansteckung


Updates Alpha 1 Antitrypsin

SWR (19.03.2021): Universität Ulm: Erster Schritt in Richtung Corona-Therapie?


Updates Invermectin

Research Square (29.03.2021): Meta-analysis of randomized trials of ivermectin to treat SARS-CoV-2 infection - 75% reduction in mortality


Updates Hemmstoff SP6

Scinexx (29.03.2021): Neuartiger Hemmstoff identifiziert


Updates Tofacitinib

New England Journal of Medicine (16.06.2021): Tofacitinib in Patients Hospitalized with Covid-19 Pneumonia - Twitter Sandra Ciesek dazu


Updates Bifidobakterien im Darm

Heilpraxisnet (20.06.2021): Bestimmte Darmbakterien hemmen SARS-CoV-2


Updates Herzmedikament (Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren/Präparat mit dem Wirkstoff BC 007) gegen Long Covid

BR24 (02.07.2021): Erlanger Ärzte heilen erstmals einen Long Covid-Patienten


Updates Antikörper-Therapie

Siehe Blogeintrag "Entwicklung eines Covid-19-Medikamentes"


Sonstige Updates

(30.04.2020) In der Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Mathematik und Informatik wurde eine Datenbank namens CORDITE entwickelt, in der zentrale Forschungsdaten zur Entwicklung von Medikamenten gegen das neue Coronavirus gebündelt werden.

n-tv (04.05.2020): Hoffnungsträger, u.a. Camostat, ATR-002, Brilacidin, Plitidepsin, Leronlimab, APN-01, Pirfenidon, Interferone, Immunmodulatoren,und siRNA-Wirkstoffe

Neue Zürcher Zeitung (21.05.2020): Blutverdünner könnten in einem frühen Krankheitsstadium eine schwere Covid-19 verhindern

Innovation Origins (27.05.2020): Mögliche Wirkstoffe gegen gegen Coronavirus durch Simulationen am Supercomputer

Tagesspiegel (03.06.2020): Ärzte in Großbritannien testen Ibuprofen zur Covid-19-Behandlung, WHO hatte davon abgeraten

Focus (23.07.2020): Virus-Wirt-Beziehung entschlüsselt - Forscher finden Achillesferse des Coronavirus - und einen Mechanismus, um es zu zerstören - Sieben Medikamente konnten die Vermehrung der Viren hindern

ntv (19.09.2020): Mundspülung hilft gegen Coronaviren

Süddeutsche (10.12.2020): Warum deutsche Kliniken kaum zur Erforschung von Covid-19-Therapien beitragen

Spektrum (28.04.2021): Antivirale Medikamente: Der Wirkstoff gegen das nächste Pandemievirus



New York Times: Coronavirus Drug and Treatment Tracker

vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen: Laufende Projekte für das Umwidmen therapeutischer Medikamente

Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V.: Handlungsempfehlungen zu COVID-19

Dazu die Berliner Zeitung (18.09.2020): Mediziner zur Corona-Therapie: "Wir haben enorm viel gelernt"

Thema: Corona
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Dienstag, 21. April 2020 17:01

Die etwas andere Ölkrise

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Von der Ölkrise 1973 und den autofreien Sonntagen habe ich nicht wirklich etwas mitbekommen, da war ich noch zu klein. Aber zumindest war sie so berühmt, dass ich davon irgendwann einmal gehört habe.

Unsere Wirtschaft ist hochgradig vom Öl abhängig. Deutschland ganz besonders, da wir fast keine eigenen Erdölquellen haben. Wir importieren ca. ca. 97% unseres Ölbedarfs. Nach der Ölkrise wurden Strategische Ölreserven angelegt, damit wir einen Puffer haben, falls uns mal der Hahn abgedreht wird.

Seit Anfang April zeichnete sich aber ab, dass die Fördermenge zu groß ist, da es weltweit weniger Flüge und Autofahrten gibt. Mittlerweile haben wir die kroteske Situation, dass der Ölpreis mittlerweile im Minus ist, bei -20 Dollar (gestern) bis -40 Dollar pro Barrel (heute). Das bedeutet wohl, dass sämtliche strategischen Ölreserven bis Oberkante voll sind und die auf den Weltmeeren rumgurkenden Öltanker ihr Öl auch nicht mehr los werden.

Vielleicht der richtige Zeitpunkt, sich die Öltanks im Keller für den kommenden Winter voll zu machen. Oder für die nächsten drei milden Winter. Echt krass. Wieviel Tonne CO2 dadurch wohl eingespart werden?

Ich finde es ja niedlich, wenn sich Leute Gedanken darüber machen, wieviel Energie eine Gugl-Abfrage oder ein Netflix-Streaming verbraucht. Dabei müsste man sich viel mehr Gedanken darüber machen, wieviel Energie es kostet, um Personen von A nach B zu befördern.

Ich vermisse die Fahrten ins Büro nicht wirklich. Ich habe zwar immer eightt-to-four statt nine-to-five gearbeitet, um den Rush Hours so gut es ging zu entgehen (der Picnic brauchte so auf 100 km ca. 1 Liter weniger Benzin!). Aber jetzt sind die wenigen notwendigen Fahrten zum Pferd eigentlich eine echte Wohltat, weil die A94 einfach frei ist. Trotzdem gibt es ein paar Hanseln, die meinen, jetzt mit 200 Sachen durchsprinten zu müssen. Wenn sie meinen... Seufz!

Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn nach Corona die Flugpreise deutlich steigen würden, so dass niemand mehr auf die Idee käme, mal eben zum Shoppen nach New York oder zum Feiern nach Mallorca zu fliegen. Oder wenn Homeoffice die Regel und nicht die Ausnahme wäre und Rush Hour und Verkehrskollaps in den Städten der Vergangenheit angehören würden.

Die CO2-Bilanz würde es danken.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

ntv (21.05.2020): Warum der Ölpreis wieder steigt

Heise (25.05.2020): Zahl der Verkehrstoten sank im März auf Tiefstand

Heise (11.02.2021): Halb so viel Autobahn-Stau im Corona-Jahr

Heise (20.04.2021): EU zählt 17 Prozent weniger Verkehrstote

Themen: Corona | Auto
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Montag, 20. April 2020 17:01

Ursprung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Es gibt ein paar widersprüchliche Aussagen über den Ursprung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2.

Es scheint, dass er tatsächlich nicht in einem Labor gezüchtet wurde. Eine Freundin, die Veterinärmedizin studiert hat, hatte die Originalveröffentlichung gelesen und meint selbst, dass sie nicht glaubt, dass der neue Coronavirus im Labor hergestellt wurde. Oder doch? Es könnte aber trotzdem sein, dass es aus dem Labor in Wuhan entwichen ist, in dem an Fledermaus-Coronaviren geforscht wurde, übrigens unter Mitfinanzierung der USA. China scheint aber nicht an der Aufklärung des Ursprungs interessiert zu sein.

Es gibt jedoch zwei (S und L) oder mittlerweile drei Stämme (A, B, C). Nach diesem Stammbaum hat der neue Coronavirus seinen Ursprung in der chinesischen Provinz Hubei, wo auch Wuhan liegt.

Es gibt aber auch Quellen, die behaupten, dass die Mutation aus Wuhan die zweite wäre. Eine Spurensuche mit Überraschungen... Typ B häufiger in Wuhan zu finden als Typ A. Italien bekam das Virus aus Deutschland und Singapur. Also woher stammt der neue Coronavirus ursprünglich? Wirklich aus Wuhan?

In Yunnan, wo die erforschte Fledermaus ursprünglich herkommen soll, gab es bereits im Januar Infizierte. Verbreitete sich vielleicht Typ A, der dem ursprünglichen Fledermausvirus am ähnlichsten ist, von dort aus nach USA und Australien?

Chinesische Forscher warnten bereits im März 2019 vor einem Coronavirus aus der Fledermaus und auch dass er vermutlich in China seinen Ursprung haben könnte. Hier der Original-Artikel aus der Zeitschrift "Viruses". Die Warnung wurde dann im November 2019 von den US-Geheimdiensten ausgesprochen. Und in China kursiert die Theorie, dass das Virus während der Military World Games im Oktober 2019 in Wuhan aus den USA eingeschleppt worden sein könnte. In den USA ist die Variante A anzutreffen, die dem Fledermausvirus am nächsten verwandt ist. Ich finde aber keinen Hinweis darauf, dass es im Herbst 2019 in den USA einen Anstieg von Lungenentzündungen gegeben hätte. Daher halte ich diese Theorie für eher unwahrscheinlich.

Alles ist etwas verwirrend und auch widersprüchlich. Ich bin gespannt, ob und wie die Experten diese Widersprüche in Zukunft aufklären.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Fälle Herbst 2019 und früher - Ursprung nicht Wuhan?

NBC (17.07.2019): USA: Cause of Respiratory Illness Still Unknown After Dozens Sickened at Virginia Retirement Community

Zeit (07.09.2019): USA: E-Zigaretten: Was Sie über die Fälle von Lungenkrankheit in den USA (New York) wissen sollten

South China Morning Post (22.03.2020): strange pneumonia seen in Lombardy in November, leading Italian doctor says

Telepolis (19.04.2020): Warnten US-Geheimdienste schon Anfang November vor einer Epidemie in Wuhan? Erste Infektionen schon im September 2019?

Washington Post (22.04.2020): Autopsies find first U.S. coronavirus death occurred in early February, weeks earlier than previously thought

T-Online (30.04.2020): Landkreis Tirschenreuth hatte bereits im Dezember 2019 mit 115 Todesfällen eine deutliche Übersterblichkeit, ein Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie ist aber nicht belegbar.

Spiegel (06.05.2020): Coronavirus hat sich wohl schon Ende 2019 weltweit verbreitet

ntv (07.05.2020): Erste Infektionen womöglich schon im Oktober 2019

Süddeutsche (08.05.2020): Patient Null in Frankreich und die drei Stränge A, B und C

NDR Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten (12.05.2020): Folge 40: Warum wird bei Patient Null aus Frankreich kein Antikörpertest gemacht? - siehe Süddeutsche (08.05.2020) - und wie kann es sein, dass sich Variante A in USA, Australien und Europa verbreitet hat und Variante B in Wuhan am häufigsten vorkommt?

Spiegel (09.06.2020): Coronavirus könnte schon im Herbst in China ausgebrochen sein (Preprint!) - Satellitenbilder von Parkplätzen vor Krankenhäusern, Begriffe "Durchfall" und "Husten" in chinesischer Suchmaschine Baidu

Telepolis (30.06.2020): Schon in Abwasserproben vom März 2019 in Barcelona soll Sars-CoV-2 nachgewiesen worden sein

Tagesspiegel Paywall (07.09.2020): Ein Virusjäger aus Deutschland glaubt, dass die Pandemie deutlich früher begann, siehe auch Youtube Apotheken-Umschau Nachgefragt! Interview mit Dr. Peter Forster, Genetiker (27.05.2020)

Frankfurter Rundschau (16.11.2020): Grassierte Corona in Italien viel früher als bisher angenommen? Studie wirft Fragen auf - Forscher finden Virus-Antikörper in Proben aus dem September 2019

NDR-Podcast Coronavirus-Update (17.11.2020): (65) Die Löcher im Käse - zwischen 1:12 - 1:16 h erklärt Sandra Ciesek, wieso die Studien, die zu diesen reißerischen Schlagzeilen geführt haben, methodisch schwachen sind - Kreuzreaktion mit anderen Coronaviren? November 2019 erstmals in China nach Genom nachgewiesen

New York Times (01.12.2020): Virus May Have Arrived in U.S. in December, but Didn’t Spread Until Later

Telepolis (02.12.2020): Die "Wuhan Files" - Geleakten Dokumenten zufolge ließen die chinesischen Corona-Maßnahmen zu Beginn der Pandemie zu wünschen übrig. Pandemie hätte aber nicht verhindert werden können.

Telepolis (02.12.2020): Neue Belege für eine frühe Verbreitung des Corona-Virus werfen erneut die Frage nach seiner Herkunft auf

arte TV: Video 25 Minuten (31.12.2020): China: The Wuhan Paradox

Spiegel (11.01.2021): Bislang ältester Nachweis einer Corona-Infektion könnte aus Italien stammen - November 2019

ntv (11.01.2021): Corona-Ursprung noch immer unklar

Tagesschau (26.01.2021): Erster Coronafall in Deutschland: Die Ärztin, auf die keiner hörte - 27. Januar 2020

ntv (31.01.2021): WHO forscht auf Tiermarkt in Wuhan

ntv (03.02.2021): WHO-Experten inspizieren Labor in Wuhan

Zeit (19.03.2021): Forscher sehen Ursprung der Pandemie nicht auf Markt in Wuhan

Süddeutsche (19.03.2021): Wann sprang Sars-CoV-2 auf den Menschen?


Updates Fledermäuse und andere Zwischenwirte

Nature Medicine (17.03.2020): The proximal origin of SARS-CoV-2

Spektrum (17.03.2020): Die Frau, die Coronaviren jagt

New York Times (01.06.2020): U.S. and Chinese Scientists Trace Evolution of Coronaviruses in Bats - SARS-CoV-2 ist nicht nah genug verwandt mit den Coronaviren in Fledermäusen, daher Zwischenwirt eher wahrscheinlich - alle Menschen, die auf Wildfarmen arbeiten, sollten regelmäßig getestet werden, nicht nur auf Covid-19

Telepolis (05.06.2020): Sars-CoV-2 scheint ein durch Rekombination entstandener Hybrid zu sein - 96 Übereinstimmung mit CoVRaTG13 aus der Fledermaus, aber auch Übereinstimmung mit Viren aus Schuppentieren (Pangolinen) aus Guangdong (91,2%) und Guangxi (85,4%)

New York Times (07.06.2020): China Vowed to Keep Wildlife Off the Menu, a Tough Promise to Keep - Hunde sollen als Haustiere und nicht als Vieh gesehen werden

Heise (17.08.2020): Frühwarnsystem für Viren aus dem Tierreich gefordert

Spektrum (06.12.2020): Coronaviren in Fledermäusen in Japan und Kambodscha eng verwandt mit Pandemievirus - Rc-o319 (2013) stimmt zu 81% überein, RaTG13 (2013)

ntv (09.02.2021): WHO-Untersuchung in Wuhan: Experten sehen Fledermaus-Theorie bestätigt

ntv (29.02.2021): WHO: Laborunfall "sehr unwahrscheinlich"


Updates Mutationen

NCBI US National Library of Medicine (27.02.2008): 2008 schon die Rede von SARS-CoV2 und SARS-CoV3? Vergessen und neu bei 2 angefangen zu nummerieren?

heise (22.04.2020): Covid-19: Über 30 Varianten mit vielen genetischen Unterschieden

Ärzteblatt (06.05.2020): SARS-CoV-2: Mutationen könnten Ansteckungsfähigkeit weiter erhöhen

Heise Kommentar (29.05.2020): Unterschiedliche SARS-CoV-2-Mutationen an Ost- und Westküste der USA mit Link auf National Library of Medicine "Distinct Viral Clades of SARS-CoV-2: Implications for Modeling of Viral Spread"

FutureZone (15.06.2020): Mutation D614G2 in Florida infektiöser?

ntv (20.08.2020): Neue Variante setzt sich durch - Coronavirus zeigt Anzeichen der Schwäche

ntv (15.09.2020): Sars-CoV-2 brauchte zwei Anläufe

Ab hier Blogeintrag 21.08.2020: Hoffnung auf Mutation


Updates Laborunfall?

Wikipedia: Biologische Schutzstufe und Liste von BSL-4-Laboratorien

German.china.org.cn (01.03.2017): China errichtet weltführendes Hochsicherheitslabor

Süddeutsche (17.09.2019): Explosion in russischem Hochsicherheitslabor

ntv (05.05.2020): Five Eyes glauben nicht an Laborunfall

Telepolis (08.05.2020): Forschung an Fledermaus-Coronaviren im Hochsicherheitslabor der Schutzstufe BSL-4 in Wuhan mit Geldgeber USA und Australien und die Geschichte und Quellen zur Virenforschung in Wuhan

Süddeutsche (28.05.2020): Gain-of-function-Experimente - Könnte das Virus doch aus einem Labor stammen? Rest von Zweifel

South China Morning Post (12.09.2020): The labs where monsters live

Mimikama (17.09.2020): Die Studie der chinesischen Wissenschaftlerin Dr. Li-Meng Yan beweist NICHT, dass das Coronavirus aus einem Labor stammt!

Spiegel (18.09.2020): China: Tausende Menschen in der Stadt Lanzhou mit aus Labor entwichenem Brucella-Bakterium infiziert

Telepolis (20.01.2021): Kommt Sars-CoV-2 aus dem Labor? - chimäres Virus aus Fledermaus-CoV RaTG13 mit Rezeptorbindungszone fast identisch mit der eines Schuppentier-CoVs - 7 Ablehnungen trotz Peer-Verfahren, Datenbanken gelöscht, könnte durch ortsgerichtete Mutagenese entstanden sein

Telepolis Kommentar von Meindelhans dazu: SciFinder - Rossanna Segreto

ntv (18.02.2021) Indizien für Corona-Unfall: Uni-Professor (Hamburger Nanowissenschaftler) Roland Wiesendanger verbreitet Labor-Theorie

Spiegel (19.02.2021) Universität Hamburg adelt krude Corona-Studie

ntv (06.03.2021) Corona-Pandemie doch ein Unfall? "Man kann so ein Virus im Labor erzeugen"

Correctiv (18.03.2021) Faktencheck: Nein, es gibt keine Verbindung zwischen einem Labor in Wuhan und Glaxosmithkline, Pfizer, Bill Gates oder George Soros

Berliner Zeitung (24.05.2021) "Wall Street Journal" berichtet: Neue Geheimdienst-Infos! Kam Corona doch aus China-Labor?

Heise (01.07.2021) Corona aus dem Labor? Wie die junge Postdoktorandin Alina Chan die Theorie am Leben hielt


Updates Sonstiges

ntv (06.05.2020): China lehnt Untersuchung der Virus-Quelle ab

Berliner Zeitung (11.05.2020): Faktencheck: Drei Hypothesen zum Ursprung auf dem Prüfstand und vom Urahn RaTG13

ntv (04.07.2020): UN-Unterorganisation WHO bekam erste Information über virale Lungenentzündung am 31.12.2019 von der WHO China, am 03.01.2020 von chinesischen Behörden

Telepolis (16.07.2020): WHO geht dem Ursprung der Coronavirus-Pandemie zunächst in China nach

Wissenschaft.de (28.07.2020): Den Wurzeln von Sars-CoV-2 auf der Spur

Quarks (18.09.2020): Wo könnte der Ursprung des Coronavirus liegen?

South China Morning Post (25.11.2020): WHO names line-up for international team looking into coronavirus origins - WHO stellt interantionales Team zur Erforschung des Ursprungs des Coronavirus zusammen

Heise (15.12.2020): Die heikle Suche nach dem Ursprung des Coronavirus ist auch ein politisches Thema

Süddeutsche (27.12.2020): Der letzte Zug aus Wuhan

Spiegel (11.01.2021): Suche nach Corona-Ursprung: China erlaubt Einreise von WHO-Experten

ZDF Mediathek - Auslandsjournal - die Doku 0:29h (18.02.2021): Rückkehr nach Wuhan

Neue Zürcher Zeitung (28.02.2021): Labor oder Fledermaus? Wer die unwahrscheinlichere These über den Ursprung des Coronavirus prüfen will, muss eine höhere Beweislast schultern

New York Times (13.05.2021): Another Group of Scientists Calls for Further Inquiry Into Origins of the Coronavirus

Republik (05.06.2021): Herr Drosten, woher kam dieses Virus? - 20 Jahre Coronavirenforschung, Labor, Zwischenwirte, Herdenimmunität

New York Times (23.06.2021): Scientist Finds Early Virus Sequences That Had Been Mysteriously Deleted



PNAS: Phylogenetic network analysis of SARS-CoV-2 genomes (30.03.2020)

Nextstrain: Mutationen weltweit

Thema: Corona
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Sonntag, 19. April 2020 17:01

Lobbyismus

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Das Problem des Lobbyismus ist eigentlich nicht, dass es ihn überhaupt gibt, sondern dass er intransparent und einseitig ist. Deshalb unterstütze ich Lobbycontrol. Ich habe den Eindruck, dass unsere Politiker insbesondere durch den massiven Lobbyismus der Industrie beeinflusst werden. Dadurch werden Stimmen, die von Gruppierungen mit einer weniger einflussreichen Stimme in der Politik auch weniger gehört und dadurch ist unsere Gesetzgebung in eine Schieflage geraten. Die Politik dient einseitig der Wirtschaft und zu wenig dem Volk.

Wenn man sich ansieht, welche Ausbildung/Studiengänge unsere Politiker so durchgemacht haben, dann liegt es auf der Hand, dass sie Beratung und Stellungnahmen von außen benötigen, um Entscheidungen treffen zu können. Sie sind einfach keine Fachmänner/-frauen in ihren Gebieten. Nehmen wir z.B. unsere Gesundheitsminister: Aktuell Jens Spahn, der ist Bankkaufmann. Der hat keine Ahnung vom Gesundheitswesen, sondern vom Finanzwesen. Sein Vorgänger Hermann Gröhe hat Rechtswissenschaften studiert. Dessen Vorgänger Daniel Bahr war ebenfalls Bankkaufmann und MBA. Dessen Vorgänger Philipp Rösler hatte vielleicht etwas mehr Ahnung, denn seine Mutter war Krankenschwester, er war Sanitätsoffiziersanwärter, hat ein ziviles Studium der Humanmedizin und war zumindest Augenarzt und Truppenarzt. Dessen Vorgängerin Ulla Schmidt war Lehrerin.

Als Paradebeispiel dafür, dass man inhaltlich keinerlei Kompetenz braucht, um für irgendetwas Minister(in) zu werden, ist Ursula von der Leyen, die Familien-, Arbeits- und Verteidigungsmenisterin war und jetzt Präsidentin der Europäischen Kommission. Studiert hat sie Volkswirtschaft und Medizin. Sie fiel als vollkommen medienINkompetent auf, als sie sich im Kampf gegen Kinderp****graphie den Spitznamen "Zensursula" erwarb. Florian hat das mit den nutzlosen DNS-Sperren mal erklärt. Dass ich von Beraterfirmen wie McKinsey, Roland Berger und Accenture absolut nichts halte, ist eine andere Geschichte, aber auch da glänzte Frau von der Leyen mit der Vernichtung von Beweismitteln, was hoffentlich noch ein rechtliches Nachspiel haben wird.

Zurück zum Lobbyismus. In meiner Firma habe ich ungefähr zwei Jahre in der Umweltschutzabteilung gearbeitet. Dabei wurde ich etwas desillusioniert, denn dort geht es nicht um den Umweltschutz (außer der Kunde wünscht das), da Umweltschutz die Produkte immer teurer machen. Vielmehr ging es darum, dass die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten sind, da die Firma sonst Probleme bekommen könnte. Und es ging natürlich auch um Lobbyismus, indem die Politik zum Beispiel darauf hingewiesen wird, dass bestimmte Fristen real nicht einzuhalten sind, wenn Stoffe verboten werden (Stichwort REACH und RoHS). Und ich lernte die Idee der Circular Economy kennen. Insofern führt Lobbyismus dazu, dass die Politiker erfahren, wie es in der Wirtschaft/Industrie aussieht, so dass Gesetze/Verbote nicht mit der Brechstange eingeführt werden.

Das Problem ist, dass in den Lobbyisten-Drehtüren Vertreter anderer Interessengruppen als der Industrie anscheinend fehlen. Hier setzt sich LobbyControl ein. Ich fand es auch interessant, dass die Zusammensetzung der der Leopoldina-Arbeitsgruppe/Corona-Expertenrunde kritisiert wurde, die zu den seltsamen unausgegorenen wirkenden Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen führte.

Die Corona-Studie "Heinsberg-Protokoll" wurde von einer PR-Argentur begleitet, was den wissenschaftlichen Wert dieser Studie verzerrt, da die wirtschaftlichen Interessen, die dahinter stehen, undurchsichtig sind. Von einer Maskenpflicht wurde vorerst abgesehen, und dass die WHO hier in den Chor einstimmt (wie zuvor schon diverse Virologen), verstehe ich nicht. In meinen Augen liegt das nur daran, dass aus bekannten Gründen derzeit nicht genug Masken für alle verfügbar sind. Ein Fehler, den übrigens auch die USA gemacht hat.

Und dann noch das Ende der Krankschreibungen per Telefon, wo die Arbeitgebervertretungen wohl Druck ausgeübt haben. Dabei fand ich die Idee, die Anzahl der Tage zu erhöhen, die man ohne Krankschreibung fehlen darf (2015) eigentlich gut, denn dann könnte man sich ordentlich auskurieren, ohne seine Bazillen in die Arbeit oder ins Wartezimmer zu tragen oder sich von dort andere Bazillen zu holen.

Wozu falsche Beratung führen kann, wenn sie ausschließlich aus der Sicht von BWLern und deren tödlichen Rotstiften geschieht, um hier und da noch ein paar Cent zu sparen, kann man sehr gut am Beispiel der Boing 737 Max nachvollziehen.

Meine Meinung also: Lobbyismus wäre gut, wenn er transparent und ausgeglichen wäre, indem dafür gesorgt würde, dass alle Interessengruppen Gehör finden. Berater/Consultants, die einen Haufen Geld für ihre unbrauchbaren Powerpointfolien erhalten, gehören auf die Müllhalde.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Berliner Zeitung (29.04.2020): Transparenz im Verhältnis von Politik und Wirtschaft liefert ein paar Argumente für ein Lobbyregister

Lobbycontrol (08.05.2020): Positionspapier: "Regulatorische Kooperation" in Handelsabkommen Gefährdete Demokratie durch TTIP 2.0, CETA, TiSA, JEFTA

ntv (13.05.2020): Virologe Hendrik Streeck zur Heinsberg-Studie: "Es ist doof gelaufen"

LobbyControl auf Facebook (13.05.2020): EU-Institutionen nehmen Verhandlungen zum Lobbyregister wieder auf

Handelsblatt (13.05.2020): Ökonomen lehnen Autokaufprämie ab, Konjunkturpaket für Klimaschutz

Heise (29.05.2020): Kompetenz in der Regierung wäre wünschenswert - Banker, Rechtsanwälte und Parteikarrieristen sollten keine Gesundheitsminister sein

Süddeutsche (19.06.2020): Causa Philipp Amthor: Die Lobbyregeln im Bundestag sind reformbedürftig

Zeit (20.06.2020): Philipp Amthors Lobbyismus-Affäre: Integrität kennt kein Alter

Netzpolitik.org (22.06.2020): Google soll sein Netzwerk in Brüssel und Berlin offenlegen

Tagesschau (28.06.2020): Verbot von Werkverträgen - Aber warum nur in der Fleischindustrie?

Tagesschau (03.07.2020): Einführung im Herbst: GroKo einigt sich auf Lobbyregister

Spiegel (16.07.2020): Lobbyarbeit für Skandalfirma: Guttenberg setzte sich bei der Bundesregierung für Wirecard ein

Abgeordnetenwatch (04.08.2020): Abgeordnete stellen Steuerbescheid und Lobbytreffen ins Netz

FragDenStaat (25.08.2020): Lobbyregister: So will die große Koalition Lobbyismus (nicht) transparenter machen

Deutschlandfunk (04.09.2020): Pläne für neues Lobbyregister: Kontakte, Kampagnen und jede Menge Einfluss

Süddeutsche (11.09.2020): Ein Lobbyregister gegen das Unbehagen

Spiegel (11.09.2020): Das Lobbyregisterchen - zu lasch

Heise (12.09.2020): Koalition einig: Lobbyregister soll auch für die Bundesregierung gelten

New York Times (22.09.2020): Democratic Donors Push Biden for a Cabinet Free of Fossil Fuel Connections - Sogar in den USA wird etwas gegen Lobbyismus getan.

Fefe (13.11.2020): Jan-Marco Luczak (CDU) ist gegen Beschränkung von Vertragslaufzeiten für Mobilfunk und ist Anwalt bei Hengeler Mueller, die u.a. Telekom vertritt.

Spiegel (09.12.2020): Untersuchung zur Finanzbranche: 1500 Lobbyisten für 41 Politiker

Tagesspiegel (09.12.2020): Bundestagsabgeordnete als Lobbyisten: Wenn Volksvertreter auf einmal Firmen vertreten

Telepolis (26.03.2021): Groko vereinbart neue Transparenzregeln

Tagesspiegel (10.05.2021): Neue Rüge für Deutschland: Bundestag tut zu wenig gegen Abgeordnetenbestechung

Bundestag (11.05.2021): Lobbyregister des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung

Zeit (19.05.2021): Die Energiewendebremser



Transparency International Deutschland e.V. (Oktober 2014): Lobbying in Deutschland

LobbyControl – Initiative für Transparenz und Demokratie e.V.

Lobbyregister des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung - ab 03.01.2022

Themen: Corona | mein Job
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Samstag, 18. April 2020 17:01

The Giving Pledge

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Kennt ihr The Giving Pledge? Das ist eine Kampagne, die 2010 von Bill Gates und Warren Buffett ins Leben gerufen wurde, um Superreiche zum Spenden für das Gemeinwohl zu animieren.

Bill Gates und seine Bill & Melinda Gates Foundation sind gerade jetzt in der Coronakrise ins Zentrum von Verschwörungstheoretikern geraten, die behaupten, er wolle mit Impfungen Menschen töten, um die Weltbevölkerung zu reduzieren, er hätte an dem neuen Coronavirus ein Patent und würde mit Zwangsimpfungen Menschen auch zwangssterilisieren wollen. Der Mann kann einem schon leid tun.

Schauen wir uns einmal die Liste der Unterzeichner des Giving Pledges an. Einige Namen kenne ich schon.

Viele von ihnen waren nicht immer superreich, sondern Kinder (v.a. Söhne) aus Arbeiterfamilien, die den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär (es müsste heute Milliardär heißen) wahr gemacht haben. Bei vielen steht im Wikipedia-Artikel, dass sie "Philantropen" sind, also Menschenfreunde. Nebenbei bemerkt, auch bei George Soros steht, er sei Philantrop. Mir reicht, dass er zentrales Feindbild von Mister Orbanistan ist. Und ich glaube auch, dass sie das selbst von sich glauben.

Nur glaube ich aber auch, dass diese privatwirschaftlichen Stiftungen ohne große Regulierungen und ohne Transparenzpflicht dazu führen, dass das Geld ungerecht verteilt wird, denn es wird nur in Projekte investiert, die die Superreichen für sinnvoll erachten. Dadurch erhalten sie eine Machtfülle, die meines Erachtens eigentlich nur Staaten zustehen sollte, die im Idealfall einer demokratischen Kontrolle unterliegen. Als vehementer Gegner von Privatisierung öffentlichen Eigentums und Ausverkauf von Menschenrechten und Kritiker des ungezügelten Marktes sehe ich das äußerst skeptisch. Menschenrechte dürfen meiner Meinung nach keinen Marktregeln unterworfen werden.

Am Beispiel mit den Impfungen und Bill Gates kann ich das gut erklären: Ich finde es an und für sich gut, dass er sich seit Jahrzehnten für die Entwicklung von Impfstoffen einsetzt. Sein Ziel, die Weltbevölkerung auf lange Sicht zu reduzieren, ist ebenfalls sinnvoll. Dies kann durch eine geringere Kinder- und Müttersterblichkeit durch bessere medizinische Versorgung (wozu auch Impfungen gehören), Bildung der Frauen und Zugang zu Verhütungsmitteln langfristig erreicht werden.

Bill Gates konzentriert sich aber nur auf sein Lieblingsprojekt Impfen. Und das finde ich schlecht.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes

Update 24. April 2020:

Ich habe mich diese Woche mit einer Freundin unterhalten, und sie meinte, dass angesichts der Politkasperl in den USA die Entscheidung über die Verteilung von Steuergeldern nicht wirklich nach gerechten und sinnvollen Maßnahmen getroffen würden.

Wenn ich mir so diverse Äußerungen von Donald Dump Trump anschaue, dann finde ich, sie hat Recht. Er schlägt doch tatsächlich vor, man solle testen, ob man Menschen Desinfektionsmittel direkt spritzen könnte. Bill Gates ist da in seinen Ansichten doch wesentlich vernünftiger meiner Meinung nach.

Und auch wenn es in Deutschland vielleicht noch nicht ganz so düster aussieht in Sachen Neoliberalisierung, mache ich mir schon Sorgen, wenn lieber 11 Milliarden Euro für Kampfjets ausgegeben werden sollen, und sich jetzt über die Einmalprämie für Pflegekräfte (1,14 Milliarden Euro) (und ich bin immer noch über eine dauerhaft bessere Bezahlung!!!) gestritten wird. Ich würde hier andere Prioritäten setzen. Und sicherlich viele Bundesbürger ebenfalls.


Update-Liste


Updates Bill Gates

Telepolis (05.09.2001): Was ist schlecht daran, wenn Bill Gates Gutes tut?

Golem (12.05.2020): Bill Gates, das Coronavirus, und der Unsinn, der hier verbreitet wird

ntv (12.05.2020): Bill Gates macht sich Vorwürfe wegen Corona

Golem (12.05.2020): Bill Gates, das Coronavirus, und der Unsinn, der hier verbreitet wird

Telepolis (14.05.2020): Covidioten: Die Pandemie der Infantilität

Heise (15.05.2020): Warnung vor Pandemie: Bill Gates bedauert seine Zaghaftigkeit

Correctiv - Faktencheck (18.05.2020): Bill Gates' angebliche "Impfverbrechen"

Süddeutsche (30.05.2020): Bill & Melinda Gates Stiftung: Lob und Kritik

Süddeutsche (02.07.2020): Bill Gates auf der Ted Conference: Nicht mehr lustig

Standard.at (07.07.2020): Bill Gates legt sich beim Fast Company Impact Council mit Maskengegnern an und ärgert sich über Social Media

Tagesspiegel (15.09.2020): Bill Gates staunt über Corona-Verschwörungstheorien: "Ich pflanze niemandem Mikrochips ein"

Heise (13.11.2020): Bill Gates startet eigenen Podcast: Bill Gates and Rashida Jones ask Big Questions

Mimikama (13.11.2020): Gates, Mikrochips, Impfungen, ID2020 – Ein gemischter Verschwörungssalat

New York Times (23.11.2020): Bill Gates, the Virus and the Quest to Vaccinate the World

New York Times (03.05.2021): Bill and Melinda Gates Are Divorcing After 27 Years of Marriage


Updates Warren Buffett

FAZ (03.03.2017): Warren Buffett wettert gegen Fondsmanager

ntv (25.02.2018): Warren Buffett über Trumps Steuerreform frustriert

Heise (21.08.2018): Warren Buffett hält fast 115 Milliarden US-Dollar in Apple-Aktien


Updates George Soros

ZDF: Die Soros-Verschwörung - Der meistgehasste Milliardär (44 Minuten) - Video verfügbar bis 13.09.2020, in Deutschland

New York Times (16.04.2020): George Soros’s Foundation Pledges $130 Million in Coronavirus Relief

Zeit (11.04.2020): Ungarn: George Soros, der willkommene Feind

Spiegel - Gastbeitrag von George Soros (01.05.2020): Die EU muss sich zusammenraufen - oder sie zerfällt

Süddeutsche (12.08.2020): Milliardär George Soros ist 90 Jahre alt geworden

Spiegel (06.10.2020): Ungarns Hochschulgesetz verstößt gegen EU-Recht - Central European University von George Soros wurde aus Ungarn vertrieben


Updates Jeff Bezos

Standard.at (11.04.2021): Milliardäre: Schluss mit dem Heldenimage! Philanthropen werden unsere Welt nicht retten - Philanthropen wie Jeff Bezos oder Bill Gates spenden Milliarden für ihre Visionen zur Rettung der Welt.

Heise (06.05.2021): Bezos stößt Amazon-Aktien im Wert von 2 Milliarden US-Dollar ab

Heise (06.05.2021): Jeff Bezos lässt sich angeblich Luxus-Yacht bauen

Heise (12.05.2021): Jeff Bezos verkauft Amazon-Aktien im Wert von 6,7 Milliarden US-Dollar

ntv (27.05.2021): Nach 27 Jahren: Bezos übergibt Leitung von Amazon

Heise (08.06.2021): Jeff Bezos fliegt am 20. Juli ins All – mit eigener Rakete Blue Origin

Thema: Corona
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Samstag, 18. April 2020 11:38

Gewinner der Coronakrise

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Der große Gewinner der Coronakrise sind Online-Versandhäuser. Allen voran natürlich der Branchenprimus Amazing, der schon früh an seine Grenzen geriet und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen musste. Derzeit haben sie zudem noch Nachholungsbedarf beim Arbeitsschutz in Frankreich.

Ich hatte mich sofort mit einigen notwendigen Dingen eingedeckt, wie Kontaktlinsen und -mittel, da ich schon damit gerechnet habe, dass es zu Lieferschwierigkeiten kommen würde. Sehe ich meine Bestellhistorie der letzten Wochen an, so muss ich zugeben, dass auch ich etwas mehr als sonst online bestellt habe. Zum Beispiel Spezialfutter für mein krankes Pferd. Das hätte ich normalerweise auf dem Weg zum Stall in der Filiale in Forstinning besorgt.

Andere Dinge wären vielleicht nicht notwendig gewesen, wie die Bestellungen in Andere Welten oder dem Drachenwinkel. Spezielle Staubsaugerbeutel, Ameisenköder, das hätte ich vielleicht noch im dm oder Müller in den RiemArcaden bekommen. Mein Sohn hätte vielleicht mit der Bestellung seines neuen Rechners warten können. Oder den Fitbit-Tracker, den ich für die RKI Corona-Datenspende bestellt habe. (Florian unterstützt die Forschung hier mit Folding@Home.)

Jetzt stößt aber nicht nur der Versandriese Amazing an seine Grenzen, sondern auch DHL. Diese Woche habe ich ein Paket in Aschheim holen müssen. Vermutlich habe ich aber nicht das Paket bekommen, für das ich die Abholkarte dabei gehabt habe, denn ich habe heute die Erinnerungsmail erhalten, dass das Paket (ein anderes) nur noch zwei Tage in der Filiale bleiben wird, bevor es zurückgeschickt wird. Und eine weitere Mail habe ich bekommen, dass noch ein anderes Paket in der Filiale liegt. Ich habe mich tierisch geärgert, weil es angeblich 13:49 Uhr verladen wurde und 14:02 Uhr nicht zugestellt werden konnte.

Ich wollte schon eine Beschwerdemail verfassen, als ich in Facebook las, dass in der gesamten Messestadt derzeit keine DHL-Pakete mehr zugestellt werden, sondern wir alle unsere Pakete in Aschheim abholen müssen. Damit ändert sich natürlich sofort mein Kaufverhalten und das meiner Familie schlagartig. Jetzt werden wir auch nicht mehr bei kleinen Online-Händlern bestellen, denn jedes Mal nach Aschheim fahren, will ich auch nicht.

Wir sehen, wir brauchen auch unsere lokalen Geschäfte und Händler. Ich hoffe, dass diese jetzt nach und nach mit Augenmaß auch wieder öffnen dürfen und sich die Insolvenzen in Grenzen halten.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Süddeutsche (28.04.2020): Darum häufen sich gerade die Beschwerden bei der Paketzustellung

Golem (30.07.2020): Amazon verdoppelt Gewinn in der Coronakrise

Heise (12.10.2020): Von der Fußgängerzone bis zum Onlineshop: Corona verändert den Handel

Süddeutsche (15.10.2020): Einzelhandel: Die Krux mit den Maskenverweigerern

Süddeutsche (17.10.2020): Kleine Geschäfte unter Nachbarn: Viele kleine Läden sind bislang besser durch die Corona-Pandemie gekommen als erwartet.

BR24 (19.10.2020): Mehr als 40 Karstadt-Kaufhof-Filialen schließen für immer

Heise (04.11.2020): Kontaktlose Zustellung: Dürfen Pakete einfach abgestellt werden?

Standard.at (30.11.2020): Gewerkschaft warnt vor Kollaps: Paketboten "am Limit"

Standard.at (08.12.2020): Überlastung, Personalnot: Post-Mitarbeiter mental und körperlich "am Ende"

Süddeutsche (11.12.2020): Paketboten: "Sie glauben gar nicht, was wir alles ausliefern"

Heise (12.01.2021): Corona-Jahr beschert Deutscher Post DHL Rekordergebnis

Spiegel (22.01.2021): Italien verzeichnet Pasta-Exportboom nach Deutschland

Spiegel (05.02.2021): Fitnessräder fürs Wohnzimmer: Coronakrise verhilft Peloton zum ersten Milliardenquartal

Zeit (12.02.2021): Fahrradbranche: Es läuft und läuft und läuft

Heise (30.04.2021): Amazon verdreifacht Nettogewinn

Golem (01.05.2021): Onlineshopping und Altpapier: Ein Kampf für die Tonne

Themen: Corona | Computer und Internet | Eigenes Pferd Felix
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Freitag, 17. April 2020 17:01

Absolute Zahlen

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Warum hat NRW die meisten Lottogewinner? Weil NRW auch die meisten Einwohner hat. Deshalb war es erst einmal nicht verwunderlich, weshalb NRW auch die meisten bestätigten Covid-19-Infizierten hatte (bis es von Bayern überholt wurde).

Die absoluten Zahlen sind beeindruckend, wenn man sich die roten Punkte auf der Johns Hopkins University täglich anschaut. Doch ich fand, dass dies wenig aussagekräftig war. Also habe ich anhand meiner Screenshots seit dem 12.03.2020 (mit Lücken) einmal die Zahlen in eine Exceltabelle geklopft und dann mit der Bevölkerungszahl laut Wikipedia in Relation gebracht, so dass ich Zahlen pro 100.000 Einwohner erhielt. Ich weiß, dass die Zahlen alle nicht aktuell und akurat sind, es ging mir eher um den allgemeinen Trend. Außerdem habe ich noch anhand einiger Zeitungsberichte seit 05.03.2020 ein paar Zahlen von New York gesammelt. Dadurch ergab sich folgendes Bild (zum vergrößern anklicken):

Tabelle nach Infinzierten pro 100.000 Einwohner

In New York explodieren die Zahlen regelrecht. Während sie in China stagnieren und Südkorea, Japan, Norwegen, Dänemark und Schweden irgendwann aus den Top 16/17 meiner Screenshots rausgeflogen sind. Woran könnte das liegen?

Ich habe einen weiteren Blick auf die Bevölkerungsdichte laut Wikipedia geworfen. Im direkten Vergleich schießt New York gerade wie ein Wolkenkratzer hervor. Ohne New York erkennen wir, dass Südkorea, Niederlande und Japan eine recht hohe Bevölkerungsdichte haben, Norwegen, Schweden und USA gesamt jedoch eine sehr niedrige.

Bevölkerungsdichte nach Ländern

Ich weiß, man muss mit Korrelationen vorsichtig sein. Doch es erscheint mir logisch, dass sich der neue Coronavirus in großen Städten mit einer hohen Bevölkerungsdichte schneller ausbreitet, als beispielsweise in ländlichen Gebieten der USA oder auch in Ostdeutschland. Ich bin gespannt auf die zukünftigen Forschungsergebnisse.

Und noch eine Korrelation ist mir aufgefallen. Die asiatischen Länder, die natürlich Erfahrungen mit SARS haben, aber wo auch das Tragen von Mundschutzmasken zum normalen Bild der Öffentlichkeit gehört, sind trotz hoher Bevölkerungsdichte rasch aus meiner Tabelle verschwunden. Vielleicht ist das Tragen von Masken doch keine so blöde Idee?

Schweden wird von Hoffnungsverbreitern und Motzern in der "Der Lockdown ist doch gar nicht notwendig"-Fraktion gerne als strahlendes Beispiel genannt, dass die das doch alles viel besser machen würden. Auch hier erscheint es mir logisch, dass in Ländern mit einer geringeren Bevölkerungsdichte die Ausbreitung des neuen Coronavirus langsamer erfolgt. Das ist ein Vorteil für Schweden, den wir in Deutschland jedoch nicht haben, deshalb würde ich hier vermuten, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden, und dass diese Strategie für Deutschland nicht so gut funktionieren würde, außer vielleicht in den Bundesländern mit niedrigerer Bevölkerungsdichte. Auch hier bin ich gespannt auf die zukünftigen Analysen der Experten.

Und leider glaube ich auch, dass die Hoffnungsverbreiter und Motzer hinterher behaupten werden, wenn/falls Deutschland vielleicht viel weniger Tote zu beklagen hatte, als unsere armen Nachbar-Nachbarländer, dass die Maßnahmen völlig überzogen gewesen wären und dass sie alle Recht gehabt haben und die Panikmacher-Lügenpresse im Unrecht gewesen wäre.

Endlich habe ich auch kapiert, was "Föderalismus" bedeutet. Ich könnte mir vorstellen, dass schnellere Lockerungen in weniger dicht besiedelten Gebieten möglich wären, während in Großstädten strengere Regeln einzuhalten wären, und dass Großveranstaltungen noch sehr, sehr lange untersagt bleiben müssen.

Aber ich beobachte hier nur.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Telepolis (02.07.2020): Mit wachsender urbaner Dichte sinkt die Covid-19-Todesrate

Zeit (18.07.2020): Britische Regierung setzt Veröffentlichung der Opferzahlen aus

Telepolis (21.07.2020): Keinen Bock mehr auf Corona-Zahlen?

Heise (19.08.2020): "Corona regional": Das Virus auf der Deutschlandkarte - Ziemlich unerheblich ob Stadt oder Land

Spiegel - Paywall (13.10.2020): Mathematiker über den Umgang mit Corona-Statistiken - warum so viele Deutsche die Pandemie nicht verstehen

Youtube MEGA (Make Europe G'scheit Again) 8 Minuten (18.10.2020): Der 2% Falsch Positiv Mythos - Steigen die Corona-Zahlen nur, weil man mehr testet?

Telepolis (17.11.2020): Das Madrider Wunder, das es nicht gibt - Die Zahlen, die vor allem die Regionalregierung Madrid liefert, sind nur mit großer Vorsicht zu genießen, denn sie sind manipuliert und verzerrt.

Telepolis (19.11.2020): Fehlschluss-Didaktik - Telepolis-Autoren schreiben gegeneinander an

Twitter BissigesMäuschen (mit MNS) (24.11.2020): Zahlen- und Grafikmanipulation von Stefan Humbug Homburg

CNN (26.01.2021): Global tally of confirmed coronavirus cases surpasses 100 million

Tagesschau (09.02.2021): Sinkende Corona-Zahlen: Trügerische Sicherheit?

Spiegel+ (25.02.2021): Pandemie-Projekt "Risklayer": Warum ein Dutzend Daten-Nerds frischere Corona-Zahlen liefert als das RKI

Tagesschau (12.05.2021): Inzidenz zu niedrig - Lockerung zu früh? - Nachmeldungen, aber veröffentlichte Werte werden nicht korrigiert

Telepolis (11.07.2021): Die Bedeutung von Inzidenzwerten für Corona-Politik sinkt

Tagesschau (12.07.2021): Hospitalisierungen als neuer Indikator?

Heise (16.07.2021): Krankenhauslage schlägt Inzidenz bei der Beurteilung der Corona-Lage



COVID-19 Dashboard by the Center for Systems Science and Engineering (CSSE) at Johns Hopkins University (JHU) - die roten Punkte

Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard Deutschland nach Bundesländern und Landkreisen

Covid-19 Data Analysis Group@LMU - Fakultät für Mathematik, Informatik und Statistik

Thema: Corona
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Donnerstag, 16. April 2020 17:01

Digitalisierung

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eines der ersten Dinge, die mir aufgefallen sind, als ich ins Homeoffice geschickt wurde: Wie wichtig die Digitalisierung ist. Wir hatten das Glück, dass wir schon gut aufgestellt waren und auch Homeoffice-erprobt, so dass es überhaupt kein Problem war, von jetzt auf gleich von zu Hause aus zu arbeiten. Zumindest technisch.

Die Anstrengungen meiner Firma, damit dies auch gut funktioniert, waren enorm. Denn als im Februar die chinesischen Kollegen schon ins Homeoffice geschickt wurden, war schnell klar, dass die IT-Infrastruktur darauf noch nicht ausgelegt war. So wurde mit Hilfe der Erfahrungen aus China innerhalb kürzester Zeit unter Verzicht der Pilotphase weitere Einwahlmöglichkeiten geschaffen und zusätzlich zu unserem ersten Videokonferenz-System noch ein weiteres ausgerollt. Eine Mammuth-Aufgabe, die sich gelohnt hat, denn die Verbesserungen des Netzwerkes war von Tag zu Tag spürbar.

Aber auch deutschlandweit war zu sehen, dass unser Internet weit mehr genutzt wurde und daher verschiedene Maßnahmen notwendig wurden, um es zu entlasten. So reduzierten Streamingdienste ihre Übertragungsraten. Ein Online-Kalender, den wir im Stall benutzen, aktualisierte nicht mehr sekündlich, sondern in größeren Zeitabständen. Restaurants, die bereits eine eigene Website hatten, konnten ihr Angebot zum Abholen sehr schnell publik machen. Eine Freundin, die Online-Werbung macht, konnte sich plötzlich vor Anfragen kaum noch retten.

Aber es zeigte natürlich auch unsere Schwachstellen. Zum Beispiel der Breitbandausbau in Deutschland. Für mich ist es völlig unverständlich, wieso diese wichtige Infrastruktur nicht grundsätzlich durch den Staat aufgebaut wird. Naja, die Privatisierung der Telekom könnte damit zusammenhängen. Da sehen wir ja, wie gut das der Markt regelt. Der Markt, für den die Zukunft beim nächsten Jahresabschluss oder schlimmer zum Quartalsende aufhört und deshalb Investitionen scheut. Denn Infrastruktur gehört meines Erachtens immer in staatliche Hand, damit diese nicht abhängig ist von wirtschaftlichen Interessen. Gleiches gilt auch für den Mobilfunk.

Und wo die Digitalisierung auch noch große Schwächen aufweist: Die Behörden. Für meine Firma muss ich diverse Unterlagen besorgen, die für öffentliche Ausschreibungen (also staatliche Aufträge) wichtig sind. Einige davon muss ich persönlich mit Vollmacht unter Vorlage meines Persos beantragen. Nun sind die Behörden aber derzeit für den Publikumsverkehr geschlossen. Wie komme ich also an diese Unterlagen? Nicht alle Behörden sind auf den Einsatz der Online-Funktion des Persos ausgerichtet. Und ehrlicherweise habe ich mir diese Funktion auch noch nicht freischalten lassen, weil ich bisher geglaubt habe, sie nicht wirklich zu brauchen, und natürlich hier dem Staat gegenüber auch ein gewisses Misstrauen hege, ob er verantwortungsbewusst mit meinen Daten umgehen kann. Allerdings hätte mir der in dem Fall auch nichts genutzt, weil auch die Vollmachtgeber sich hätten online ausweisen müssen. Das ist zur Zeit alles recht kompliziert, weil alles per Post erledigt werden muss. Das dauert natürlich auch... Aber gut.

Nachdem können wir auch kein Führungszeugnis nach § 30 Abs. 5 BZRG beantragen, das wir aber brauchen, überlege ich tatsächlich, ob ich die Funktion nicht für solche Fälle doch freischalten lassen werde. Was gut funktioniert ist aber die Elektronische Steuererklärung, auch wenn ich mich über den Namen Elster noch immer schlapplache. Und auf einen Bierdeckel passt sie auch noch immer nicht.

Was mich aber wirklich entsetzt: Die langsame Erfassung der Fallzahlen. Wieso werden die nicht digital bereitgestellt und stehen nicht sofort in Echtzeit zur Verfügung? Wie werden diese Zahlen durchgereicht, dass die Ergebnisse erst nach drei Tagen zur Verfügung stehen? In einer Pandemie, in der es zu Verdopplungszahlen der Fälle innerhalb weniger Tage kommt? Steht da noch irgendwo ein Fax rum, wo am Wochenende das Papier ausgegangen ist, oder was?

Ob sich nach der Coronakrise hier etwas ändern wird? IT-Fachkräfte werden von Firmen gerne gehalten, sogar in der Hire-and-Fire-USA. Ich bin gespannt.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Heise (11.05.2020): Genossenschaftsverband erwartet Schub für digitale Bankgeschäfte

Heise (16.07.2020): Künftig Krankschreibung per Videosprechstunde möglich

Heise (19.08.2020): Die digitale Zukunft der Schule

Heise (21.08.2020): Die neue Arbeitswelt ist digital – fast überall

Heise (18.09.2020): Bundestag gibt Milliarden für Digitalisierung von Krankenhäusern frei

Heise (18.09.2020): Digitale EU-Dekade: Superrechner und schnelle Netze für digitale Souveränität

Heise (19.09.2020): Digitale Verwaltung: Open Source und offene Standards fürs E-Government

ntv (19.09.2020): EU macht elektronisches Bezahlen einheitlich

Netzpolitik (24.09.2020): Breitbandausbau: EU-Kommission gibt grünes Licht für mehr staatliche Hilfe

Heise (01.10.2020): Bund und Länder arbeiten am digitalen Gesundheitsamt 2025

RKI (10.10.2020): Software - SurvNet@RKI

Heise (16.10.2020): Corona-Risikogebiete: Einreisende können sich bald digital anmelden - Mit der Webanwendung können Gesundheitsämter die Quarantänepflicht überwachen.

Heise (18.10.2020): Behördenbesuch kostet Bürger im Schnitt zweieinhalb Stunden

Heise (30.10.2020): Bundesnetzagentur veröffentlicht Deutschlandkarte mit Mobilfunkabdeckung

Heise (02.11.2020): Post vom Amt bald digital? Bund und Länder wollen E-Siegel nutzen

Heise (17.11.2020): Spahn plant Krankschreibung dauerhaft ausschließlich per Videosprechstunde

Heise (18.11.2020): Elektronische Patientenakte: Datenschutz durch Überwachung?

Süddeutsche (23.11.2020): Deutschland hat die Digitalisierung nicht verschlafen, sondern unterdrückt

Heise (24.12.2020): Vorsitzender des Beamtenbunds fordert "endlich mehr Drive" für Digitalisierung

Heise (02.01.2021): Rentenversicherungsservice soll digitaler werden

Heise (18.01.2021): Behörden und Corona – wie steht es um Homeoffice in der Verwaltung?

Netzpolitik (18.01.2021): Sormas: Weniger als ein Drittel der Gesundheitsämter nutzt moderne Software zur Pandemiebekämpfung

Heise (17.03.2021): Verwaltung braucht komplett neue Struktur

Heise (13.04.2021): Gutachten zur Digitalisierung: Deutschlands öffentliche Hand versagt

Heise (17.04.2021): Bayern führt neue Videokonferenzlösung Visavid für alle Schulen ein

Heise (23.04.2021): Schule digital: Die großen Pläne des Bundes – Fiasko oder Revolution?

Netzpolitik (15.05.2021): NPP 230 zu Digitalisierung in den Gesundheitsämtern: Anschluss verpasst - SORMAS

Heise (22.06.2021): Code statt rosa Zettel: Das E-Rezept soll manchen Weg ersparen

Heise (15.07.2021): Wie Corona in den USA die Digitalisierung des Gesundheitswesens voranbringt


Updates Faxe

Telepolis (22.12.2020): Corona-Jagd mit Telefax und Aktenumlaufmappe

Heise (18.01.2021): Kontaktverfolgung: Zwei Drittel der Gesundheitsämter setzen auf Fax & Co.

Heise (03.02.2021): Fax-Alternative für Gesundheitsämter: Landkreise lehnen Sormas ab

Heise (01.03.2021): Thüringen: Faxgeräte in der Verwaltung noch weit verbreitet

Golem (11.05.2021): DSGVO: Fax ist nicht mehr datenschutzkonform

Heise (12.07.2021): Bitkom: Deutsche Unternehmen reduzieren Zettelwirtschaft und Faxe

Thema: Corona
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Sonntag, 12. April 2020 17:01

Der Skandal um die Masken

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ein großes Politikversagen lässt sich anhand des Skandals um die Masken gut nachzeichnen. Als hierzulande die offiziellen Empfehlungen kamen, wie man sich vor Ansteckung schützen sollte (Abstand halten, keine Gruppenbildung, kein Händeschütteln, Husten/Niesen in Armbeuge, Hände waschen), hatte ich bereits Empfehlungen aus englisch-sprachigen Quellen gelesen, die dazu rieten, benutzte Taschentücher in verschließbare Beutel zu packen und/oder in Mülleimer mit Deckel zu entsorgen. Für mich bedeutete das glasklar, dass zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt gewesen sein muss, dass das neue Coronavirus auch über die Luft übertragen werden kann. Auch hatte ich einen Artikel gelesen, in dem darüber berichtet wurde, wie entsetzt die asiatischen Länder, die bereits Erfahrung mit SARS hatten, darüber sind, dass man hierzulande in der Öffentlichkeit keine Masken tragen würde.

Als ich dann las, wie unsere Regierung einige staatliche Vorräte an Atemschutzmasken und andere Güter an China gab (was ich verstehe, denn im Februar ging es noch darum, die Pandemie zu verhindern), zählte ich eins und eins zusammen und kam zu dem Schluss, dass bei uns Atemschutzmasken nur deshalb als gegen Viren nutzlos verunglimpft wurden und das generelle Tragen nicht empfohlen wurde, weil es nicht genügend von ihnen im Land (mehr) gab und die Vorräte selbst für medizinisches Fachpersonal in Kürze zur Neige gehen würden. Auch bei unseren Nachbarn sieht es schlecht aus, so tragen NHS Angestellte in Großbritannien Plastiktüten statt medizinische Schutzkleidung.

Viele Leute erkannten, dass eine einfache Maske besser ist als nichts und die Wahrscheinlichkeit einer Verbreitung des Virus wenigstens vermindern kann. Natürlich schützen selbstgenähte Masken nicht so wie FFP2 oder FFP3 Masken (FFB = Filtering Face Piece). Aber dennoch sehe ich immer häufiger Leute beim Einkaufen, die selbstgenähte Masken tragen. Über etsy werden diese mittlerweile zu Hauf angeboten, wenn auch unter diversen anderen Namen, um sich vor angeblichen Abmahnanwälten zu schützen.

Durch unseren Zeitvorsprung scheint es mittlerweile relativ gut zu gelingen, Masken für das medizinische Personal zu beschaffen bzw. in Deutschland selbst herzustellen (ein gutes Beispiel für die Flexibilität unserer Wirtschaft) und eventuell bleibt auch genug für die Bevölkerung übrig, so dass man sich vielleicht doch noch zu einer Maskenpflicht durchringen kann. Doch auch das geht nicht ohne politisches Haifischbecken und Gerangel ab. In der Politik geht es eben selten um die Sache an sich, sondern es geht leider immer auch um Machtspielchen und Profilierung der Platzhirsche.

Man kann hier auch sehr gut beobachten, wer gerade demaskiert wird. Chapeaux!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update 27.04.2020

Seit heute gibt es eine Maskenpflicht. Es sind aber trotz diverser Bemühungen noch immer nicht genügend Masken in Deutschland vorhanden. Außerdem ist es nur logisch, dass diese erst einmal dem medizinischen und pflegenden Personal zur Verfügung gestellt werden muss, bevor die normale Bevölkerung damit versorgt werden kann. Wer nicht selbst nähen kann, kann sie in diversen Portalen wie etsy bestellen. Aber für Menschen mit kleinem Geldbeutel ist das schon eine Belastung. An einer Tankstelle habe ich eine ganz schlichte, medizinische Einmalmaske für 2,95 Euro pro Stück gesehen, die man maximal 2 Stunden tragen sollte. Wie soll sich das ein Geringverdienter leisten? Italien versucht der Preistreiberei gerade einen Riegel vorzuschieben.

Wenn wir früher schon eine Maskenpflicht hätten einführen können, weil wir vielleicht aufgrund der seitens Politik aber auch der Experten unterschätzten Gefahr vor Pandemien seit 2012 (Anhang 4) einen entsprechenden Vorrat in der Bundesrepublik gehabt hätten, wäre der wirschaftliche Schaden wesentlich geringer ausgefallen, da die Maßnahmen dann nicht hätten so hart sein müssen. Hätte, hätte, Fahrradkette...

Ich bin auf meinen nächsten Einkauf gespannt. Schön zu sehen, wie das der Markt so regelt...


Update-Liste


Updates Masken, Bundesregierung und Korruption

Heise (29.05.2020): Wären Pandemie-Warnungen von einem kompetenten Gesundheitsministerium ernster genommen worden, hätte es einen milderen, früheren Lockdown mit weniger Kollateralschäden gegeben

Spektrum der Wissenschaft (12.06.2020): Späte Kehrtwende der WHO und des RKI

Correctiv (23.06.2020): Deutschland war schlecht auf Pandemie vorbereitet: Digitalisierung in den Gesundheitsämtern - Fehlanzeige, es wird noch mit Faxgeräten gearbeitet, Masken und Schutzkleidung wurde nicht bevorratet, weil Arztpraxen und Krankenhäuser Wirtschaftsunternehmen sind und sparen müssen

Süddeutsche (10.07.2020): Gesundheitsbehörden ignorierten lange Hinweise auf die Wirksamkeit von Mund-Nasen-Bedeckungen. Das dürfte viele Leben gekostet haben.

Tagesschau (15.07.2020): EU-Reaktion auf Coronavirus: Zu spät, zu langsam, nicht nur Deutschland schickte Schutzausrüstung nach China, sondern die gesamte EU.

Tagessspiegel (07.08.2020): Beschaffung von Schutzmasken: Bundesgesundheitsministerium will raus aus Beratervertrag mit Ernst & Young

ntv (09.08.2020): 400 Millionen Euro nicht gezahlt: Maskenlieferanten verklagen den Bund

Mimikama (26.08.2020): Nein, Ehefrau von Söder profitiert nicht von Masken!

Tagesschau (14.09.2020): Masken und Beatmungsgeräte: Von der Mangelware zum Ladenhüter

Spiegel (02.12.2020): Auftrag für Schutzausrüstung: Armin Laschets Sohn wehrt sich gegen Vorwürfe der Vetternwirtschaft

Tagesschau (09.12.2020): Bundesregierung: Kostenlose FFP2-Masken für über 60-Jährige

ntv (15.12.2020): Welche Voraussetzungen gelten: Verteilung kostenloser FFP2-Masken startet

Zeit (05.03.2021): Korruptionsvorwürfe: CSU-Politiker Nüßlein zieht sich aus der Politik zurück

Spiegel+ (05.03.2021): Weitere Politiker in Corona-Deals verstrickt: Abgeordneter Nikolas Löbel bezeichnet seine 250.000-Euro-Masken-Provision als "marktgerecht"

Süddeutsche (08.03.2021): Masken-Affäre bei CDU/CSU:Dealer statt Diener

ntv (17.03.2021): Kostenlose FFP2-Abgabe: Apotheken verdienten sich "dumm und dämlich"

BR24 (21.03.2021): Masken-Affäre: CSU-Abgeordneter Sauter legt Ämter nieder

FAZ (25.03.2021): CDU-Politiker Mark Hauptmann: Eine Million Euro für die Vermittlung von Masken?

Spiegel (30.03.2021): Maskenaffäre: Berliner CDU-Politiker Niels Korte verzichtet auf Kandidatur für Bundestag

Spiegel (13.04.2021): Umstrittener Beschluss zu Maskenpflicht-Verbot: Staatsanwaltschaft prüft Anzeigen gegen Weimarer Amtsrichter

Fefe (16.04.2021): 6 Euro für Schutzmasken an Apotheken - Preis wurde von EY über Idealo ermittelt

Süddeutsche (21.04.2021): Geschäfte mit der Corona-Krise: Staat zahlte 53 Millionen für Masken - 20 landeten bei Vermittlern

Tagesschau (27.04.2021): Gesundheitsministerium hat die Namen der 40 Abgeordneten veröffentlicht, die bei Maskenbeschaffung vermittelten

Süddeutsche (05.05.2021): Maskenaffäre: Nüßlein und Sauter könnten straffrei davonkommen

Tagesschau (07.05.2021): Millionen-Honorar für Andrea Tandler, Tochter des Ex-CSU-Politikers

Süddeutsche (08.05.2021): Maskenaffäre: SPD droht Söder mit Untersuchungsausschuss

Tagesschau (06.06.2021): Kritik an Spahn nach Medienbericht: Empörung nach neuen Masken-Vorwürfen - Unzertifizierte Masken für 1 Milliarde Euro Steuergelder für Obdachlose?

Spiegel (20.06.2021): Regierung will FFP2-Masken in Kindergrößen


Updates Masken im Ausland

Tagesschau (14.07.2020): England führt Maskenpflicht in Läden ein

CDC (Centers for Disease Control and Prevention) (14.07.2020): CDC calls on Americans to wear masks to prevent COVID-19 spread

Newswire Canada (14.07.2020): University of Toronto Tests Confirm First Mask That Deactivates Coronavirus

Tagessspiegel (16.07.2020): USA: Zwei Friseurinnen arbeiteten trotz Corona-Infektion mit Maske und steckten keinen der 139 Kunden an

New York Times (23.04.2021): Do We Still Need to Keep Wearing Masks Outdoors?


Updates Studien zu Masken/Aerosolen

Heise (15.05.2020): Aerosole in der Luft - so wird das Coronavirus durch Sprechen übertragen und in geschlossenen Räumen mit schlechter Belüftung zum Problem wird

Spiegel (15.05.2020): Studie zu Aerosol-Viruswolken

Spiegel (31.05.2020): Trotz Corona-Lockerungen niedrige Fallzahlen - auch Dank Maskenpflicht

ntv (08.06.2020): Forscher bestätigen Wirkung von Masken

ResearchGate (15.06.2020): Association of country-wide coronavirus mortality with demographics, testing, lockdowns, and public wearing of masks

Stern (02.07.2020): Forscher prüfen Alltagsmasken

CDC (22.07.2020): Effectiveness of Cloth Masks for Protection Against Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2

Tagesschau (07.08.2020): Simulation der Universität Washington: Die Opferzahl wäre bei Masken-Disziplin geringer

Mimikama (12.08.2020): Angebliche Hautreizungen und Hautkrankheiten wegen Masken

Zeit (02.09.2020): Neue US-Studie bestätigt Unwirksamkeit von Gesichtsschilden

Volksverpetzer (11.09.2020): So effektiv sind Masken

Tagesspiegel (11.09.2020): Ärzte vermuten Covid-19-Immunisierung durch Maskenpflicht

CDC (vom NDR Podcast Corona-Update mit Sandra Ciesek am 22.09.2020 bestätigt): Es reicht aus, die Masken in der normalen Wäsche bei 40°C zu waschen, wenn man Waschmittel benutzt.

Correctiv (25.09.2020): Was passiert wirklich, wenn der CO2-Gehalt unter einer Stoffmaske gemessen wird? Ein Experiment

Spektrum (14.10.2020): Masken schützen vor Covid-19 - Wie gut muss die Beweislage sein?

DLR (26.10.2020): Wie ef­fek­tiv sind All­tags­mas­ken? – Wis­sen­schaft­li­cher Blick auf ei­ne viel dis­ku­tier­te Fra­ge

PNAS Proceedings of the National Academy of Sciences in the USA (10.11.2020): Face masks considerably reduce COVID-19 cases in Germany by 45%

Tagesspiegel (14.11.2020): Das Wichtigste zu Mund-Nasen-Bedeckungen: In welchen Situationen Alltagsmasken schützen – und wann nicht

Süddeutsche (09.12.2020): Klarsichtmasken: Durchblick ja, Schutz nein

Tagesspiegel Plus (Paywall) (28.01.2021): Kann eine Firma so viele Masken testen? Die Wahrheit hinter der Prüfnummer CE2163

Correctiv (02.02.2021): Schutz vor Corona oder Risiko? Fünf Behauptungen über FFP2-Masken im Faktencheck

CNN (11.02.2021): Double masking can block 92% of infectious particles, CDC says - Stoffmasken doppelt tragen

Heise (19.02.2021): Kommentar FFP2-Masken: Zu wenig Studien, keine Nutzungsschulung


Updates Maskenpflicht

Volksverpetzer (27.04.2020): Maskenpflicht - eine der besten Maßnahmen gegen Corona

Spiegel (07.05.2020): Streit über Maskenpflicht anno 1918 - Als die Spanische Grippe San Francisco erwischte

Tagesspiegel (15.05.2020): Bahnschaffner an Verschwörungstheoretiker "Denken Sie bitte daran, dass die Bundesregierung heimlich Speichelproben sammelt!"

ntv (11.06.2020): Masken - korrekt tragen und ab wann die Pflicht wieder aufgehoben werden kann

Spiegel (06.07.2020): Debatte über Maskenpflicht

Spektrum der Wissenschaft (07.07.2020): Dunkle Triade: Machiavellisten, Psychopathen und Narzissten halten sich nicht an Regeln

SWR REPORT-MAINZ (07.07.2020): Warum Ärzte die Corona-Gefahr herunterspielen - Atteste gegen Maskenpflicht auszustellen, verstößt laut Landesärztekammer in Rheinland-Pfalz gegen die Berufsordnung

Tagesschau (07.07.2020): Ärzte hebeln Maskenpflicht aus

Standard.at (09.07.2020): Maulkorb: wie gegen die Maske organisiert Stimmung gemacht wird

Tagesschau (11.07.2020): Keine Maske bei weniger als 100 Fällen?

Tagesschau (24.07.2020): Mehrheit hat sich an Maske gewöhnt

New York Times (03.08.2020): The Mask Slackers of 1918

Standard.at (01.10.2020): "Attest gegen Maskenwahnsinn": Steirischer Arzt bekommt Berufsverbot

BR24 (16.12.2020): Masken-Atteste leichtfertig erteilt? Ermittlungen gegen Frauenarzt in Passau

BR24 (12.01.2021): "Für viele nicht bezahlbar": Bedenken wegen FFP2-Maskenpflicht

Polizeipräsidium Oberbayern Nord - Pressemeldung (13.01.2021): Ermittlungen wegen des Verdachts des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse

Süddeutsche (21.01.2021): Homöopathin fälscht mutmaßlich Atteste für Corona-Leugner


Updates Masken als Umweltproblem

Der Westen (24.04.2020): Einwegmasken, Handschuhe und Desinfektionsmittelflaschen werden für die Umwelt ein Problem

Utopia (22.07.2020): Einwegmasken werden zum Umweltproblem

Heise (13.12.2020): Indien: Bausteine aus Masken und Corona-Schutzanzügen

Utopia (08.02.2021): Wie Einwegmasken zum Umweltproblem werden - immer mehr Masken im Meer

Utopia (09.02.2021): Müllberge durch FFP2-Masken: Firma bringt wiederverwendbare Alternative auf den Markt


Updates Beatmungsgeräte

ntv (05.09.2020): Tausende Geräte zu viel bestellt - Bund verschenkt Beatmungsmaschinen


Updates Sonstiges

Zeit (13.05.2020): Geschichte einer Autorin, die jetzt Masken näht

Deutsche ApothekerZeitung (13.08.2020): Hauptsache Maske!?

Apotheker Prof. Dr. (Welches Fachgebiet?) Markus Veit merkt an, dass Alltagsmasken nicht zertifiziert sind. Meine Meinung: Die Masken sind kein Eigenschutz, sondern sollen lediglich die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19 in der Bevölkerung insgesamt verringern. Und diesen Zweck erfüllen auch Alltagsmasken. Professioneller Umgang und zertifizierte, geprüfte Masken als Medizinprodukt sind nur notwendig für entsprechende Berufsgruppen und Zugehörige von Risikogruppen, da hier ein erhöhter Schutzbedarf besteht.

Wikipedia: Anti-Mask League of San Francisco 1918

Tagesschau (01.12.2020): Fehlerhafte Masken in Kliniken und Apotheken

Stuttgarter Nachrichten (02.12.2020): Wie lange darf man FFP2-Masken tragen?

Tagesspiegel (13.01.2021): Schutzwirkung, Preis, Zertifizierung: Wie man gute FFP-2-Masken erkennt und was sie kosten

BR24 (14.01.2021): Maskenpflicht befeuert alte Falschbehauptung über Söders Frau

FH Münster (16.01.2021): Möglichkeiten und Grenzen der eigenverantwortlichen Wiederverwendung von FFP2-Masken für den Privatgebrauch

New York Times (19.05.2021): What Can and Can’t Be Learned From a Doctor in China Who Pioneered Masks - Dr. Wu Lien-Teh



WLW : Deutsche Händler von Atemschutzmasken

European Commission: CE-Prüfnummern für FFP2-Masken checken

Thema: Corona
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Samstag, 11. April 2020 17:01

Systemrelevante Berufe - Kranken- und Altenpfleger

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ich habe mich schon sehr lange gefragt, wieso Krankenschwestern und Altenpfleger viel weniger verdienen als ich Sekretärin/Teamassistentin. Sie arbeiten im Schicht- und Wochenenddienst, müssen zum Teil schwere, körperliche Arbeit leisten, wenn sie bettlägrige Patienten versorgen und tragen die Verantwortung für Gesundheit und manchmal auch für Leben und Tod. Was mache ich? Ich formatiere Verträge, male fancy Powerpointfolien, klopfe Zahlen in Exceltabellen, buche Reisen und rechne diese ab. Nine to five. Sehr komfortabel.

Der Aufwand für Krankenpfleger wurde in den letzten Jahrzehnen immer größer. Sie mussten alles dokumentieren, die Nacht- und Wochenendzuschläge wurden gekürzt. Um diesen Beruf überhaupt noch ausüben zu wollen, braucht man eine gehörige Portion Idealismus. Auch die unsäglichen Fallpauschalen haben zu obstrusen Verschiebungen geführt. Wie weltfremd diese sind, zeigt sich an den Intensivbetten. Eines zu beschaffen kostet 85.000 Euro, die Fallpauschale sieht hierfür aber nur 50.000 Euro vor. Daher sind die Kliniken gezwungen, woanders zu sparen, zum Beispiel am Pflegepersonal. Kaiserschnitte lohnen sich, natürliche Geburten nicht, weshalb viele Kliniken ihre Kreissäle schließen und mancherorts Mütter in den Wehen sehr weit zur Entbindung fahren müssen. Und das Problem mit den Hebammen und ihren absurd hohen Versicherungsbeiträgen ist da noch gar nicht mit drin. Orthopädische Operationen - großartig, legen Sie sich bitte sofort unter das Messer! Das lohnt sich für die Klinik. Ich gehe grundsätzlich zu keinem "Belegarzt", der seine Betten rentabel halten muss.

Jetzt in der Coronakrise zeigt sich deutlich, was dieser Sparkurs unserem Gesundheitssystem angetan hat. Dabei stehen wir im internationalen Vergleich noch ganz gut da. Insofern ist es vielleicht ganz gut, dass uns die Krise schon jetzt trifft, bevor unser Gesundheitssystem das Niveau von Italien, Spanien, Großbritannien oder den USA erreicht hat. Es ist ja nicht so, dass das hier nicht auch in diese Richtung gegangen wäre, siehe beispielhaft diese ominöse Brechtelsmann-Studie (oder wie diese neoliberalen Schmierfinken heißen).

Ich habe einmal über Twitter verfolgt, wie ein US-Amerikaner die Diagnose Darmkrebs erhielt, seinen Job und damit seine Krankenversicherung verlor und versuchte, die Behandlungskosten über Fundrainsing zusammenzubekommen. Er hat den Wettlauf mit der Zeit verloren und starb, hinterließ Frau und Kinder. Für mich einfach unbegreiflich, wie ein moderner Staat es zulassen kann, dass das Gesundheitssystem nur den Leuten zugänglich ist, die Geld haben. Das ist in meinen Augen unmenschlich.

In Artikel 2 Grundgesetz wird uns das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zugesprochen, und in Artikel 20 wird behauptet, die BRD sei ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Daraus ergibt sich, dass unser Staat verpflichtet ist, ein funktionsfähiges Gesundheitssystem zu errichten (siehe Punkt 4 Fazit).

Vor Wochen schon haben Bekannte im Pflegedienst berichtet, dass Besucher Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel gestohlen haben, teils sogar inklusive Wandhalterung. Das war die Panikphase. Mittlerweile gibt es ein Besuchsverbot in Altenheimen und Intensivstationen, um Angehörige der Risikogruppen nicht zu gefährden. Andere Bekannte im Gesundheitswesen berichten darüber, dass sie auch dann noch weiterarbeiten sollen, wenn sie infiziert sind, aber noch keine Symptome zeigen, und die strengen Hygienevorschriften gelockert wurden, damit die Schutzkleidung länger eingesetzt werden kann, da es hier einen eklatanten Mangel gibt. Dadurch sind sie extrem gefährdet, an COVID-19 zu erkranken und zu sterben.

Außerdem suchen die Krankenhäuser händeringend Personal, das einfache Arbeiten verrichten kann (zum Beispiel Transport/Begleitung von Patienten zum Röntgen), damit die Pfleger ihre eigentliche Arbeit machen können. Geplante aber nicht dringende Operationen werden verschoben, damit die Kapazitäten für Corona-Patienten ausgebaut werden können. Die Intensivbetten mit Beatmungsgeräten werden derzeit in plötzlich weiser Voraussicht massiv aufgestockt, um die zu erwartende Patientenschwemme aufzufangen. Ob das reicht, wird sich zeigen. Wir befinden uns gerade in der Phase, in der das Wasser zurückweicht, bevor der Tsunami zuschlägt.

Es ist niedlich, wie dann teilweise von Balkons aus für das Klinikpersonal geklatscht wurde. Welch ein Hohn! Die Bonuszahlungen sind da schon eher ein Schritt in die richtige Richtung. Aber viel besser wäre es, wenn Pflegekräfte endlich die Bezahlung bekämen, die sie verdienen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Update-Liste


Updates Applaus und Schokolade

Tagesspiegel (28.03.2020): Euren Applaus könnt ihr euch sonstwohin stecken

ntv (04.07.2020): Es bleibt beim Applaus - Bonus nur für Altenpflegekräfte

Zeit (07.07.2020): Ausgeklatscht

BR24 (23.12.2020): Klinikmitarbeiter gibt Scheuers Weihnachtsplätzchen zurück


Updates Corona-Bonus

Süddeutsche (05.04.2020): Sonderzahlung für Pflegekräfte: Eine richtige Geste, aber keine Lösung

Redaktionsnetzwerk Deutschland (29.04.2020): Bonus für Pfleger? Finanzierung wieder offen

Spiegel (29.04.2020): Pflegebonus in der Coronakrise: Und wer soll das bezahlen?

Spiegel (16.05.2020): Bonus wegen Corona-Belastung - Und was ist mit den Krankenpflegern?

Zeit (09.07.2020): Corona-Retter unterbezahlt, doch keine Prämie?

T-Online (31.07.2020): Pfleger kritisieren Corona-Prämie: "Das ist wie eine Art Schweigegeld"

GKV-Spitzenverband (03.09.2020): Corona-Prämie für Pflegekräfte im Krankenhaus kommt

Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus GmbH (InEK) (06.11.2020): Sonderleistung gem. § 26a KHG

München Klinik (23.12.2020): Ihre Weihnachtsspende für die München Klinik


Updates Situation in den Altenheimen und Krankenhäusern

Twitter/Video (18.05.2020): Mann ist traurig, weil seine Frau im Pflegeheim ist, und er sie acht Wochen nicht mehr sehen durfte. Seelische Folter und er wird angemotzt von anderem Demonstranten, der über Grippewelle, ARD und ZDF, schwurbelt. Doch er meint, mann muss vernünftig bleiben. Mein Held des Tages!

Youtube Pflegestufe ROT - 3 Minuten (15.11.2020): Pflegestufe Rot – Applaus reicht nicht aus!

BR Mediathek Video 4 Minuten (18.11.2020): Krankenhauspersonal am Limit

Tagesschau (19.11.2020): Dialog zur Pflege mit Merkel: "Die Isolation ist manchmal unerträglich"

Süddeutsche (21.11.2020): Krank am Krankenbett

Süddeutsche (23.11.2020): Covid-Infektionen in Pflegeheimen: Niemand rein, niemand raus

Correctiv (25.11.2020): Nurses for sale: Ein brutales Geschäft: Wie dubiose Vermittler ausländische Pflegekräfte zur Ware machen

Fefes Blog (25.11.2020): Leserbrief zu Intensivbetten

Zeit (25.11.2020): Seniorenheim: "Meine größte Angst ist, dass gar kein Personal mehr da ist"

Stern (26.11.2020): Vorher-Nachher-Bilder: Krankenschwestern und Pfleger zeigen, wie die Corona-Monate sie verändert haben

Telepolis (02.12.2020): Beschäftigte haben mehr Angst vor dem System "Pflege und Krankenhaus" als vor dem Virus

Tagesspiegel (10.12.2020): Berliner Intensivpfleger an der Corona-Front: "Körper in Leichensäcke zu packen – daran kann ich mich nicht gewöhnen"

NDR (16.12.2020): Corona: Amalie Sieveking Krankenhaus in Hamburg macht eine Woche dicht

Tagesspiegel (25.12.2020): Krankenhausmanager zur Corona-Lage: "Der Ausfall beim Personal ist teilweise dramatisch"

Heise (27.12.2020): Studie: Wo das Coronavirus in Kliniken lauert

Zeit (04.01.2021): Polen in der Corona-Krise: Bis zum Umfallen - Ärztinnen und Pfleger verlassen das Land

Süddeutsche (01.04.2021): Joko und Klaas zu Pflegenotstand - 7-Stunden-Doku

Standard (01.04.2021): Joko und Klaas auf Intensivstation: Viele beklemmende Stunden - Mit ihrer siebenstündigen Aktion haben die Entertainer und der Sender ProSieben vielleicht ein Publikum erreicht, das ansonsten nicht hinschauen würde


Updates Attraktivität und Bezahlung des Pflegeberufes

DIE LINKE. im Bundestag (18.03.2020): Pflegepersonal dauerhaft spürbar besser bezahlen

Süddeutsche (01.05.2020): Entlohnung in Pflegeberufen: Die geringe Organisation in Gewerkschaften ist ein Problem

Süddeutsche (19.05.2020): Risiko für Klinik- und Heimpersonal: Es fehlen Schutzausrüstung und Tests

Tagesspiegel (29.05.2020): Medizinisches Personal beklagt Mangel an Kita-Notbetreuung

Correctiv (05.06.2020): Fünf Geschichten vom März und vom Mai: eine Pflegerin, eine Hebamme, eine Grundschullehrerin, eine Alleinerziehende, eine Grafikerin

Tagesspiegel (10.07.2020): Über unsere Arbeitsbedingungen will niemand mehr sprechen

Tagesspiegel (11.07.2020): Wie Corona für soziale Berufe zur Chance werden kann

Spiegel (13.07.2020): Krankenpflegerin über Coronakrise: "Wir haben uns wie Kanonenfutter gefühlt" - Onlinepetitionen unterschreiben und Parteien wählen, die sich für Pflegepersonal einsetzen!

Spiegel (24.07.2020): Verband kritisiert Arbeitsbedingungen osteuropäischer Pflegekräfte

Deutschlandfunk (11.08.2020): Heimleiter über die Situation in der Pflege: "Das ist eine Pleite, die die Bundesregierung da hinlegt"

ntv (25.10.2020): Extra-Zulage für Pflegekräfte - Tariferhöhung im öffentlichen Dienst ist durch

ntv (09.11.2020): Niedersachsen & Bremen: Längere Pflegearbeitszeit löst deutliche Kritik aus

jetzt Video 8:25 Minuten (09.12.2020): Pflegekräfte, die Covid-Erkrankte auf Intensiv-Stationen versorgen, sprechen über Arbeitsbedingungen, verstorbene Patient*innen und Querdenker*innen, denen sie das Leben retten.

ntv (09.11.2020): "Ideologie schlägt Humanität": Caritas verhindert Altenpflege-Tarifvertrag

ntv (09.03.2021): Deutschland verliert Tausende Pflegekräfte

Telepolis (06.04.2021): Wenn Pflegekräfte mit den Füßen abstimmen


Updates Gesundheitssystem stärken und Fallpauschalen abschaffen

Zeit (15.05.2020): Die Zukunft der Arbeit nach Corona: demokratisch, vor unregulierten Marktkräften schützen, nachhaltig (Manifest u.a. von Thomas Piketty)

Telepolis (04.06.2020): Spanien: Applaus in Verbesserungen im Gesundheitswesen verwandeln - gegen Privatisierungen und prekäre Arbeitsbedingungen

NachDenkSeiten / Jürgen Klute in Europa.blog (14.07.2020): Vom Umgang mit Pflegepersonal in Belgien und Deutschland - in Belgien ist die Gewerkschaft stärker

Tagesschau (14.07.2020): Trotz neuer Gesetzeslage kaum neues Personal in der Altenpflege - erster Schritt weg von den Fallpauschalen

Süddeutsche (19.08.2020): München Klinik wartet auf Finanzspritze vom Bund

Tagesschau (26.10.2020): Rumänien und Bulgarien: Wenn die Ärzte im Westen sind

Heise (03.11.2020): Prof. Michael Pfeifer, Präsident des Lungenarzt- und Beatmungsmedizin-Verbandes DGP über Personalsituation und Kommerzialisierung des Gesundheitswesens

Deutschlandfunk (11.11.2020): Deutscher Pflegetag: Kritik an Gesundheitsminister Spahn wegen Blockade bei Entlastung von Pflegekräften

ntv (15.11.2020): Jan Korte im Interview: "Kliniken müssen entprivatisiert werden"

taz (22.12.2020): In Hamburg eskaliert der Streit zwischen dem Krankenhauskonzern Asklepios und seinen Beschäftigten

Telepolis (12.01.2021): Wir haben uns in die Corona-Krise gespart

Telepolis-Kommentar dazu von blueoctopus (12.01.2021): Ja wie konnte es in unserem medizinisch so hoch entwickelten Land soweit kommen?

Telepolis (17.01.2021): Intensivmedizin: Versorgung der Bevölkerung in Gefahr

ntv (31.01.2021): Vor allem in ländlichen Regionen: Vielen Kliniken droht finanzielles Aus

Telepolis (04.02.2021): Fallpauschalensystem "angebohrt" - Ausnahme für Kinder- und Jugendmedizin

Telepolis (29.03.2021): Die Corona-Krise und die Privatisierung des Gesundheitssystems

Thema: Corona
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Mittwoch, 8. April 2020 17:01

Corona und Religion

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ich bin kein Freund von Religionen. Religionen verhindern die Entwicklung eines gesunden Menschenverstandes. Und die Indoktrination von Kindern ist meiner Meinung nach Missbrauch der Elternschaft. Darüber kann man vortrefflich lachen, wenn man den Film "Paul - Ein Alien auf der Flucht" sieht, einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Menschen, die ohne Sinn und Verstand einer Religion anhängen, nennt man im heise-Forum auch gerne mal "Religioten".

Statt Social Distancing zu betreiben, um die exponentielle Ausbreitung des Virus, den man nicht sehen, nicht riechen, nicht schmecken kann, aber die man dennoch begreifen kann, wenn man ein wenig nachdenkt, treffen sich Christen in der Kirche, küssen Muslime die Heiligtümer und ultraorthodoxen Juden strömen zum Gebet, alle in dem Vertrauen, dass ihr Herr alles Böse von ihnen fernhält.

Ich bin kein Atheist. Auch ich habe meine spirituelle Seite. Aber ein Wort an alle Gläubigen da draußen, egal ob ihr an Gott, Allah, den Herrn oder das fliegende Spaghettimonster glaubt. Eines möchte ich hier einmal feststellen:

Gott hat den neuen Coronavirus erfunden!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Neue Zürcher Zeitung (08.04.2020): Wie sich das Virus unter ultraorthodoxen Juden, muslimischen Pilgern und orthodoxen Christen ausbreiten konnte - fatale Folgen

Spiegel (14.05.2020): Die Heilige Corona - Namenstag 14. Mai

T-Online (14.05.2020): Sekte Organische Christus-Generation (OCG) mit Sitz in der Schweiz nutzt das Coronavirus für ihre Propaganda

Süddeutsche (23.05.2020): Mehr als 40 Corona-Infizierte nach Gottesdienst in Frankfurt

Humanistischer Pressedienst (26.05.2020): Kamerun: Vermeintlicher Prophet und Heiler von Covid-19 stirbt am Virus - Heilung mittels Handauflegen?

CNN (23.05.2020): Convent outside Detroit lost 13 nuns to Covid-19 with 12 dying in one month

Frankfurter Rundschau (20.08.2020): Südkorea: Corona-leugnende, christliche Gemeinden wiedersetzen sich den Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus und sind damit für höchste Infektionszahlen seit Monaten verantwortlich

Tagesspiegel (03.09.2020): Widerstand der strengreligiösen, ultraorthodoxen Juden: In Israel droht die Pandemie außer Kontrolle zu geraten

Spiegel (03.09.2020): Corona-Leugner in evangelikalen Gemeinden: "Halleluja! Keine Masken!"

Spiegel (23.10.2020): Coronakrise: Katholischer Kirche fehlen in Deutschland Millioneneinnahmen

Tagesspiegel (27.10.2020): Der Unmut vieler Israelis über ungehorsame Ultraorthodoxe wächst

Deutsche Welle News auf Twitter, Video 42 Sekunden (02.11.2020): Mourners in Montenegro have kissed the body of a bishop in his open casket after he died from the coronavirus. (Montenegro, Serbisch-Orthodoxe Kirche), und Fefes grandioser Kommentar dazu!

Tagesschau (12.12.2020): Debatte über Weihnachtsgottesdienste: Wie still wird die Stille Nacht?

ntv (23.12.2020): Zu hohes Infektionsrisiko: Ärzteschaft fordert Gottesdienst-Verbot

Heise (05.01.2021): Griechenland: Kirchenväter verbreiteten Verschwörungstheorien gegen die Impfung

CNN (16.01.2021): 700,000 Hindus gather for India religious festival despite Covid 'breeding ground' fears

Süddeutsche (02.02.2021): Israel: Impfweltmeister, Lockdownmeister und ultraorthodoxe Juden

ntv (06.02.2021): Ultraorthodoxe im Lockdown: Israels tickende Corona-Bombe - Zahl der Neuinfektionen bei Haredim vier Mal höher

New York Times - mit beeindruckenden Bildern (17.02.2021): The coronavirus is devastating Israel’s ultra-Orthodox communities. They represent 12.6 percent of the population, but 28 percent of infections.

Tagesschau (27.02.2021): Impfgegner in Israel "Die sagen uns nicht, was wir zu tun haben"

New York Times (01.03.2021): Frontier Cancels Flight, Citing Maskless Passengers - all Orthodox Jews, drew condemnation and accusations of anti-Semitism from Jewish groups.

Süddeutsche (30.03.2021): Niederlande: Der Herr wird's schon richten - Strenggläubige Christen

Tagesspiegel (12.04.2021): Immunisieren im Fastenmonat: Religionsgelehrte erlauben Impfen im Ramadan

Washington Post (08.05.2021): In India’s surge, a religious gathering attended by millions helped the virus spread


Updates Off-Topic

Wikipedia (Stand 03.11.2020): Polio in Nigeria - Impfung aus religiösen Gründen abgelehnt, Polio kehrte zurück

Thema: Corona
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Montag, 6. April 2020 17:01

Entschleunigung

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eigentlich habe ich mein Leben schon drastisch entschleunigt. Massenaufläufe wie das Oktoberfest waren mir schon seit Ewigkeiten ein Graus, nicht erst seit dem Anschlag 1980. Als Kind liebte ich die blinkenden Lichter nachts und den Geruch von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln. Später arbeitete ich zwischen Theresienwiese und Goetheplatz und hatte das Gefühl, die Achterbahn fährt durch mein Büro. Von den Tretminen auf dem Weg von der U-Bahn ganz zu schweigen. Die Bierleichen. Einfach nur gruselig.

Auch Sportveranstaltungen haben mich nie interessiert. Fußball. Tennis. Springreiten. War mir schon immer völlig egal. Auch im Fernsehen.

Ich glaube, die größte Massenveranstaltung, die ich jemals gerne besucht habe, war die ComicCon in Stuttgart mit ca. 40.000 - 50.000 Besuchern. Aber das ist schon hart an der Grenze und brauche ich auch nicht unbedingt jedes Jahr.

2012 war das Jahr, in dem ich erkannte, dass Freizeitstress auch Stress ist, den es zu reduzieren galt. Man musste nicht jedes Jahr auf jede Con. Oder jedes lange Wochenende irgendwo hinfahren. Oder auch noch in den Pfingstferien irgendwo Urlaub machen. Carpe Diem hieß auch, zur Ruhe kommen, relaxen, herumlümmeln, die Batterien wieder auftanken.

2014 stand ich dann mal beim Chef heulend im Büro. Kurz vorm Burnout machte ich ein Coaching und lernte, dass ich auch delegieren darf, im Job genauso wie in der Familie. Und dass ich dabei kein schlechtes Gewissen haben brauchte. Und dass ich nicht dringende Dinge auch mal vor mir herschieben darf. Und auch hier kein schlechtes Gewissen haben brauchte. Diese Erkenntnis tat gut.

2013 habe ich wieder zu reiten angefangen. Seit dem habe ich immer mehr Geld in dieses Hobby investiert. In die lokale Realwirtschaft, wenn man es so sehen mag. Und die Ruhe, die einen umgibt, wenn man allein mit dem Pferd den Wald durchstreift, oder mit ein paar wenigen Freunden. Das hatte auch etwas Entschleunigendes.

Konsumverweigerer bin ich schon länger. Manchmal aus wirtschaftlicher Not, wie als ich studiert habe oder alleinerziehend war. Manchmal auch, weil ich die vollgestopften Schränke sehe oder den Krempl, den ich in regelmäßigen Abständen beim Wertstoffhof entsorge. Da frage ich mich manchmal, wieso ich das überhaupt gekauft habe. Was braucht man eigentlich zum Leben? Essen. Kleidung. Ja, klar, aber alles andere? Ich will gar nichts mehr haben, das man irgendwo hinstellt und dann abstauben muss. Natürlich werde ich öfter auch mal schwach. Aber das hat auch mehr mit der lokalen Realwirtschaft zu tun.

"Shoppen" war für mich nie eine erstrebenswerte Freizeitgestaltung, sondern eher notwendiges Übel. Deshalb haben wir aus dem Urlaub auch eher selten etwas mit nach Hause gebracht, außer vielleicht Super Soakers aus den USA und Honig aus Neuseeland. Deshalb war es für mich auch nie ein Problem, direkt neben den Konsumtempeln PEP oder den RiemArcaden zu wohnen. Der einzige Shop, den wir im Moment vermissen, ist der Lego-Store.

Und ich möchte eigentlich immer lieber reparieren als wegwerfen und neu kaufen. Im Erziehungsurlaub hatte ich Zeit, die Kleidung der Kinder auch mal zu flicken. Später dann nicht mehr, dann habe ich sie doch eher weggeworfen. Aber wenn ich z.B. mal wieder ein Smartphone, dessen Akku noch zwei Tage hält und einwandfrei funktioniert, wegen fehlender Sicherheitsupdates austauschen MUSS, dann blutet mir das Herz. Ebenso wenn ich die vielen Leute in den Malls sehe mit ihren Primark-Tüten. Dann denke ich immer: "Da geht er dahin, der Planet."

Die Bosch-Waschmaschine meiner Eltern hat über 20 Jahre gehalten. Heute muss man froh sein, wenn die Haushaltsgeräte 10 Jahre durchhalten. Reparaturen lohnen sich zumindest finanziell eher selten, dabei wäre das so gut für den Planeten, wenn es umgekehrt wäre. Ich hoffe inständig, dass sich hier etwas Grundlegendes ändert nach der Coronakatastrophe.

Aber ich schweife vom Thema ab. Entschleunigung.

Wir haben erstaunlich wenig ändern müssen. Kein rumstehen mit dem Auto in der Rush Hour mehr. Ich gehe zu Fuß zum einkaufen. Zum Pferd darf ich noch immer, wenn auch unter strengen Auflagen. Ich koche mehr, auch weil ich die Zeit habe, weil die Heimfahrt wegfällt. Und wir haben jetzt schon den zweiten echten Lazy Sunday erlebt, an dem wir uns mal in den Garten setzen konnten. Dafür blieb sonst nur wenig Zeit.

Das sind Aspekte, die ich gerade sehr genieße. Aber mir ist auch bewusst, wie privilegiert wir hier sind, dass wir überhaupt einen kleinen Garten haben, eine glückliche Ehe führen, finanziell ein kleines Polsterchen haben, das Haus groß genug ist, dass sich jeder zurückziehen kann. Ich persönlich könnte es also noch eine ganze Weile mit dieser Ausgangsbeschränkung aushalten.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes

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Freitag, 3. April 2020 17:01

Austeritätspolitik tötet

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Die Austeritätspolitik der EU hat unseren südlichen Mitgliedsstaaten sehr geschadet. Die Sparzwänge haben zu einer deutlichen Verschlechterung der Sozialsysteme geführt, allen voran das heute in der Coronakrise so benötigte Gesundheitssystem. Italien und Spanien haben viel weniger Intensivbetten als Deutschland pro 100.000 Einwohner. Nun rächt sich das und Menschen müssen sterben, weil die Kapazitäten nicht ausreichen, um die vielen COVID-19-Patienten zu beatmen.

In New York sterben ebenso hunderte von Menschen, dort hat das Gesundheitssystem andere Schwächen. Solidarität wird in den USA gerne als Kommunismus missverstanden. Egoismus ist dort eine Tugend. First come, first serve! Wer zu spät kommt, bekommt kein Klopapier mehr. Es herrscht das Recht des Stärkeren, und das ist meist derjenige, der auch mehr Geld hat. Mit Sorge beobachte ich, dass sich die Amis derzeit mit Waffen eindecken. Wo soll das noch hinführen?

Kehren wir nach Europa zurück, wo der Staat etwas stärker ist und das auch nicht als Einschränkung der Freiheit verstanden wird (außer vielleicht im Moment). Mein Geschichtslehrer hat mal gesagt, dass Staaten eigentlich unbegrenzt Schulden machen könnten (außer sie machen den Fehler, die Hoheit über das Finanzsystem in private Hand zu geben). Und dass sie dies in konjunkturschwachen Zeiten auch tun, um die Wirtschaft anzukurbeln. Und in konjunkturstärkeren Zeiten tragen sie die Schulden eben wieder etwas ab durch erhöhte Steuereinnahmen. Und wenn Staaten mal ihre Schulden nicht bezahlen können, dann werden sie eben erlassen. So zumindest hatte ich es in Erinnerung.

Ich kann mich nicht erinnern, davon jemals gehört zu haben, dass irgendeinem Staat die Schulden erlassen worden wären. Davon kann Argentinien ein Lied singen. Statt dessen wurde unserem europäischen Süden durch die Troika der Sparzwang auferlegt. Die Folge waren hohe Arbeitslosigkeit insbesondere bei der Jugend. Und wie wir jetzt bitter sehen können, das kaputtgesparte Gesundheitssystem.

Dabei ging es unseren europäischen Nachbarn im Süden schon immer etwas schlechter als dem Norden. Aber vor der Euro-Einführung gab es noch die Möglichkeit der Geldabwertung und Anpassung des Wechselkurses. Diese Möglichkeit gibt es mit dem Euro nicht mehr.

Ich frage mich, welche Schlüsse die Politik in Zukunft, auf Bundes- und auf EU-Ebene ziehen wird. Wird man einsehen, was für ein fataler Fehler diese Sparpolitik war? Wird man einsehen, dass Menschenleben mehr Wert sind als irgendwelche Einsparungen?

Ich würde mir wünschen, dass die UN-Menschenrechtscharta nicht nur eine Sammlung von Bestimmungen und Absichtserklärungen wäre, sondern so eine Art Verfassung für die gesamte Menschheit, für jeden einzelnen Staat auf diesem Planeten. Und wer sich nicht für die Grundrechte der Menschen in seinem Land einsetzt, wird mit wirtschaftlichen Sanktionen bestraft, wobei Lebensmittel und Medizin aber ausgenommen sein müssen, siehe Menschenrechte.

Man wird doch noch träumen dürfen.

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

NachDenkSeiten (01.08.2020): Weshalb Großbritanniens Leiden an Covid ein Menschheitsverbrechen ist

DIVI-Intensivregister: Register der Verfügbarkeit von Intensivbetten in deutschen Krankenhäusern

Themen: Corona | Blick in die Vergangenheit
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Sonntag, 29. März 2020 17:01

Wirtschaft vs. Menschenleben

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Der Shutdown ist für unsere Wirtschaft eine absolute Katastrophe, obwohl er in Deutschland noch relativ milde praktiziert wird, nicht so wie in einem totalitären Staat wie China. Die Arbeitslosenzahl geht sprunghaft in die Höhe. Dafür haben sich die Arbeitsämter gewappnet, indem die Bedarfsprüfung vorläufig nach hinten verschoben wurde, um der Flut der Anträge erst einmal Herr zu werden und schnell Gelder fließen lassen zu können. Und es wird auch viele Insolvenzen geben, insbesondere bei den kleinen Betrieben und Selbständigen, die es jetzt als erstes trifft. Es ist eine Katastrophe!

Aber der Preis dafür, den Virus nicht durch diese harten Maßnahmen eindämmen zu wollen, damit die Wirtschaft keinen so großen Schaden nimmt, wäre in meinen Augen zu hoch. Denn dem Virus einfach seiner Natur gemäß freien Lauf zu lassen, würde 100.000den, wenn nicht sogar Millionen Menschenleben fordern. Mein moralischer Kompass sagt mir, dass das falsch wäre. Und wenn sogar Leute wie Boris Mr. Brexit Johnson oder Donald Dump Trump sowas einsehen und nicht mehr von Herdenimmunität faseln, die zu einer humanitären Katastrophe undenkbaren Ausmaßes führen würde, und sogar 1000-Dollar-Checks regnen lassen wollen... Würde sich das neue Coronavirus ungebremst ausbreiten, würde auch das einen immensen wirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen. Um den kommen wir also gar nicht herum.

Der Turbokapitalismus und seine Globalisierung gepeitscht durch das Kredo des Neoliberalismus hat zu einem weltweiten Wirtschaftssystem geführt, das im Diktat der Gewinnmaximierung und Kostenoptimierung nichts anderes wurde als ein weltumspannendes, auf Kante genähtes Luftschloss. Dieses Kartenhaus wurde jetzt zum Einsturz gebracht. Und ich bin überzeugt, dass dies in absehbarer Zeit auch so passiert wäre. Der neue Coronavirus war hier nur ein Brandbeschleuniger.

Wir haben also die Wahl zwischen einer schlimmen wirtschaftlichen Katastrophe mit einer abgemilderten humanitären Katastrophe oder zwischen einer abgemilderten wirschaftlichen Katastrophe mit einer schlimmen humanitären Katastrophe. Aber die Katastrophe wird so oder so kommen.

Menschenleben retten hat für mich oberste Priorität!

Weil unser Staat seit Jahrzehnten auch diesem neoliberalem Kredo folgt, gleich welcher Parteifarbe, wurde unser Gesundheitssystem kaputtgespart. Das fliegt und jetzt sowas von um die Ohren. Trotz aller Anstrengungen, sich jetzt noch auf die zu erwartende Flut von COVID-19-Patienten zu wappnen, fehlt es an Material, an Beatmungsgeräten, an Pflegepersonal. Es ist zum Kotzen! Das bedeutet, dass wir sehr, sehr, sehr viele Tote zu beklagen haben werden, egal, was wir jetzt noch unternehmen. Aber jedes Leben, das wir durch geeignete Maßnahmen retten können, ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft, für unsere Herzen, für unsere Zukunft!

Die Wirtschaft wird das überleben. Sie wird sich erholen. Es wird ähnlich sein, wie nach einem Krieg. Die Leute streben nach Normalität, mutige Menschen werden wieder Geschäfte eröffnen, es wird wieder aufwärts gehen. Vielleicht spricht man eines Tags vom zweiten Wirtschaftswunder.

Das beginnt ja schon jetzt, bevor uns der Tsunami in Zeitlupe trifft. Menschen nähen Atemmasken und verkaufen sie über etsy. Brauereien stellen plötzlich Desinfektionsmittel her. Firmen, die vorher etwas anderes hergestellt haben, produzieren plötzlich medizinische Atemschutzmasken oder (Teile von) Beatmungsgeräten. So flexibel und leistungsfähig ist unsere Realwirtschaft. Ich bin nur noch am Staunen, was alles möglich ist!

Um was es nicht schade wäre: Das unsägliche Finanzsystem, bei dem sich einige wenige Egomanen die Taschen voll stopfen. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!

Für mich ist das Finanz- und Bankensystem eine riesige, zum Platzen vollgesaugte Zecke, die sich an der Realwirtschaft festgebissen hat. Und vielleicht ist jetzt der Augenblick gekommen, an dem diese Zecke endlich platzt. Ich würde ihr keine Träne hinterherweinen.

Also durchhalten! Nach Regen folgt immer Sonnenschein. Und hey, wir haben Strom, Wasser, Internet! Immer das Positive sehen!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Tagesspiegel (01.05.2020): Schwedens Wirtschaft leidet auch ohne Lockdown, vermutlich weil Menschen wegen der ungewissen Zukunft sich beim Konsum stark zurückhalten

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (13.05.2020): Studie mit dem ifo Institut "Gemeinsame Studie berechnet gesundheitliche und wirtschaftliche Szenarien zur Lockerung der pandemiebedingten Beschränkungen"

Telepolis (27.05.2020): Zwischen Pest und Cholera

Süddeutsche (20.06.2020): Corona-Schäden: Wo es der Wirtschaft besonders wehtut

Telepolis (13.07.2020): Wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Lockdowns (Meiner Meinung nach wird die Krankheit hier aber verharmlost.)

Spiegel (23.07.2020): GfK-Konsumbarometer steigt deutlich - Verbraucher lassen Corona-Schock hinter sich - die Wirtschaft wird sich wieder erholen

Zeit (30.07.2020): Deutsche Konjunktur bricht um 10,1 Prozent ein

Zeit (30.07.2020): US-Wirtschaft schrumpft um 32,9 Prozent

Heise (31.07.2020): Corona-Krise: Drastischer Konjunktureinbruch in der Eurozone

Süddeutsche (31.07.2020): Wirtschaftszahlen für Deutschland sind katastrophal, dennoch besteht Hoffnung

Telepolis - Kommentar von Sikkimoto (01.08.2020): Dolchstoßlegende: Die Wirtschaft hing auch vor Corona schon an seidenem Faden. Dass der Corona-Shutdown die Wirtschaft abwürgt, lenkt von dem tatsächlichen Versagen des neoliberalen Wirtschaftssystems / des Turbokapitalismus ab.

Telepolis - Kommentar von Artur_B (01.08.2020): Keynesianismus gefragt: In Infrastruktur, erneuerbare Energie und sozialen Wohnungsbau investieren!

Telepolis (08.08.2020): Covid-19 und Lockdown: Was war Regierungen die Rettung von Menschenleben wert? Studie von Britischen Ökonomen von der University of Exeter Business School: theoretisch wurden in Deutschland bis zu 540.000 Menschenleben gerettet, Hinauszögern des Lockdowns in Großbritannien hat viele Menschenleben gekostet

Süddeutsche (12.08.2020): Britische Wirtschaft bricht um mehr als 20 Prozent ein

Süddeutsche (01.09.2020): Trendwende bei der Arbeitslosigkeit naht - Wirtschaftsforscher rechnen mit Wachstum

Heise (26.09.2020): Volkswirte: Wirtschaft erholt sich von Corona-Schock – Risiko bleibt

Tagesschau (30.10.2020): Nach Corona-Einbruch: Deutsche Wirtschaft wächst um 8,2 Prozent - Altmaier rechnet für 2020 allerdings mit einem Rückgang von 5,5 Prozent

Solche Zahlen sind jedoch nicht aussagekräftig, denn es gibt viele Gewinner und auch viele Verlierer.

Telepolis (05.11.2020): Ostasien: Vor allem die Wirtschaft leidet

Süddeutsche (10.11.2020): Wirtschaftsweise erwarten bessere Konjunktur

Neue Zürcher Zeitung (22.11.2020): Kann ein Lockdown der Wirtschaft auch nützen? - Lieber ein Lockdown mit Schrecken als ein Corona-Schrecken ohne Ende

Süddeutsche (06.12.2020): Fatale Gleichgültigkeit

Neue Zürcher Zeitung (18.12.2020): Das Gewerbe rechnet vor, was Zwangsschliessungen von Läden kosten

Süddeutsche (18.12.2020): Alle Toten zählen - Die Opfer der Corona-Pandemie zu bagatellisieren, weil es auch andere Krankheiten und Gesundheitsgefahren gibt, führt in die Irre.

ntv (27.12.2020): DIW fürchtet Pleite-Tsunamie: Pandemie kostet Deutschland 391 Milliarden Euro

Twitter - Max Roser (08.01.2021): Abhängigkeit von Wirtschaft und Sterberate in Grafik

Süddeutsche (14.01.2021): Historischer Rückgang: Deutsche Wirtschaft bricht um fünf Prozent ein - Ökonomen glauben aber trotz des Lockdowns an einen starken Aufschwung in diesem Jahr.

Handelsblatt (15.02.2021): Japans Wirtschaft erholt sich weiter: BIP wächst um fast 13 Prozent

Spiegel (24.02.2021): Deutsche Wirtschaft wächst trotz Coronakrise stärker als gedacht

Aber wie bei jeder Statistik: Es können keine Aussagen über Einzelfälle bzw. Einzelbranchen getroffen werden.

Stern (05.04.2021):