Mein Blog-Archiv

Thema: mein Senf/Corona

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Montag, 30. März 2020 18:08

Hamsterkauf

Ja, ich gebe es zu. Auch ich mache hin und wieder sowas wie einen Hamsterkauf. Drei ausgewachsene Männer essen ja auch eine ganze Menge. So schnell kann ich gar nicht gucken, wie der Kühlschrank schon wieder leer ist. Heute zum Beispiel war ich in der Mittagspause am Reitsberger Hof, um dort ein Pferd zu betreuen, für das ich offiziell eine zur Betreuung beauftragte Person bin.

Die Wirtschaft Zur Landlust daneben, wo wir normalerweise nach dem Reiten gerne mal unseren Reiterstammtisch abhalten und uns von dem leckeren Essen verwöhnen lassen, musste natürlich erst einmal zumachen, solange die Ausgangsbeschränkung in Kraft ist. Dafür gibt es dort aber jetzt einen Drive-In, wo man seinen leckeren Schweinekrustenbraten abholen kann. Und regionale Produkte unserer geschätzten Landwirtschaft erwerben. Vor mir waren drei Autos. Es kommt selten vor, dass ich mir wünsche, dass eine Schlange länger ist. Dort habe ich heute meinen Hamsterkauf getätigt: Eier, Milch, Honig, Kartoffeln und Apfelsaft :)

Hamsterkauf

Themen: Corona | Fotografie
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Montag, 30. März 2020 17:01

Das regelt der Markt

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Eines der Kredos der Neoliberalen, das gerade seine hässliche Fratze zeigt, ist der Satz "Das regelt der Markt".

Ja, der Markt regelt das. Medizinische Atemmasken und Schutzbekleidung, die unsere Krankenhäuser derzeit dringend benötigen, erfahren gerade eine Preisexplosion ganz getreu dem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Und für Kapitalisten ist es auch ganz normal, jetzt aus der Notsituation Kapital zu schlagen. Geld kennt keine Moral. Wenn es aber kaum noch Schutzkleidung gibt, begeben sich unsere Ärzte und Pflegekräfte in Lebensgefahr, wenn sie weiterhin die Patienten versorgen, und gefährden so auch andere Patienten, mit denen sie in Kontakt kommen, und ihre Familien.

Das jetzt Jens Spahn anzukreiden ist kurzsichtig. Vorweg: Ich mag den Typen auch nicht so wirklich. Aber als Deutschland im Februar 2020 staatliche Vorräte für Notfälle an China gespendet hat, ging es noch um die Eindämmung einer Pandemie. Das hat leider nicht geklappt. Wahrscheinlich hätte ich auch geholfen, wo es nur ging. Die Pandemie wurde von der WHO erst am 11. März 2020 ausgerufen. Danach haben die Länder ihre Grenzen dicht gemacht, genau wie jeder einzelne Mensch in einer solchen Situation erst einmal an seine eigene Familie denkt. Aber auch die Vorgänger von Jens Spahn haben die Gefahr einer echten Pandemie unterschätzt. Da haben wir uns wohl alle zu sehr in Sicherheit gewogen.

Nach den Ölkrisen in den 70er Jahren wurden Öllager geschaffen, damit so etwas nicht wieder passiert. Nach der Coronakrise werden sicher Lager mit medizinischer Schutzkleidung geschaffen, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Die asiatischen Länder, die in Sachen Pandemie schon mehr Erfahrung haben als wir, haben solche Lager. Aber so ist das, hinterher ist man immer schlauer.

Wenn das also der vielgepriesene Markt so regelt... dann herrscht Sozialdarwinismus. Und das will ich nicht!

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Carl Grimes

Thema: Corona
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Sonntag, 29. März 2020 17:01

Wirtschaft vs. Menschenleben

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Der Shutdown ist für unsere Wirtschaft eine absolute Katastrophe, obwohl er in Deutschland noch relativ milde praktiziert wird, nicht so wie in einem totalitären Staat wie China. Die Arbeitslosenzahl geht sprunghaft in die Höhe. Dafür haben sich die Arbeitsämter gewappnet, indem die Bedarfsprüfung vorläufig nach hinten verschoben wurde, um der Flut der Anträge erst einmal Herr zu werden und schnell Gelder fließen lassen zu können. Und es wird auch viele Insolvenzen geben, insbesondere bei den kleinen Betrieben und Selbständigen, die es jetzt als erstes trifft. Es ist eine Katastrophe!

Aber der Preis dafür, den Virus nicht durch diese harten Maßnahmen eindämmen zu wollen, damit die Wirtschaft keinen so großen Schaden nimmt, wäre in meinen Augen zu hoch. Denn dem Virus einfach seiner Natur gemäß freien Lauf zu lassen, würde 100.000den, wenn nicht sogar Millionen Menschenleben fordern. Mein moralischer Kompass sagt mir, dass das falsch wäre. Und wenn sogar Leute wie Boris Mr. Brexit Johnson oder Donald Dump Trump sowas einsehen und nicht mehr von Herdenimmunität faseln, die zu einer humanitären Katastrophe undenkbaren Ausmaßes führen würde, und sogar 1000-Dollar-Checks regnen lassen wollen... Würde sich das neue Coronavirus ungebremst ausbreiten, würde auch das einen immensen wirtschaftlichen Schaden nach sich ziehen. Um den kommen wir also gar nicht herum.

Der Turbokapitalismus und seine Globalisierung gepeitscht durch das Kredo des Neoliberalismus hat zu einem weltweiten Wirtschaftssystem geführt, das im Diktat der Gewinnmaximierung und Kostenoptimierung nichts anderes wurde als ein weltumspannendes, auf Kante genähtes Luftschloss. Dieses Kartenhaus wurde jetzt zum Einsturz gebracht. Und ich bin überzeugt, dass dies in absehbarer Zeit auch so passiert wäre. Der neue Coronavirus war hier nur ein Brandbeschleuniger.

Wir haben also die Wahl zwischen einer schlimmen wirtschaftlichen Katastrophe mit einer abgemilderten humanitären Katastrophe oder zwischen einer abgemilderten wirschaftlichen Katastrophe mit einer schlimmen humanitären Katastrophe. Aber die Katastrophe wird so oder so kommen.

Menschenleben retten hat für mich oberste Priorität!

Weil unser Staat seit Jahrzehnten auch diesem neoliberalem Kredo folgt, gleich welcher Parteifarbe, wurde unser Gesundheitssystem kaputtgespart. Das fliegt und jetzt sowas von um die Ohren. Trotz aller Anstrengungen, sich jetzt noch auf die zu erwartende Flut von COVID-19-Patienten zu wappnen, fehlt es an Material, an Beatmungsgeräten, an Pflegepersonal. Es ist zum Kotzen! Das bedeutet, dass wir sehr, sehr, sehr viele Tote zu beklagen haben werden, egal, was wir jetzt noch unternehmen. Aber jedes Leben, das wir durch geeignete Maßnahmen retten können, ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft, für unsere Herzen, für unsere Zukunft!

Die Wirtschaft wird das überleben. Sie wird sich erholen. Es wird ähnlich sein, wie nach einem Krieg. Die Leute streben nach Normalität, mutige Menschen werden wieder Geschäfte eröffnen, es wird wieder aufwärts gehen. Vielleicht spricht man eines Tags vom zweiten Wirtschaftswunder.

Das beginnt ja schon jetzt, bevor uns der Tsunami in Zeitlupe trifft. Menschen nähen Atemmasken und verkaufen sie über etsy. Brauereien stellen plötzlich Desinfektionsmittel her. Firmen, die vorher etwas anderes hergestellt haben, produzieren plötzlich medizinische Atemschutzmasken oder (Teile von) Beatmungsgeräten. So flexibel und leistungsfähig ist unsere Realwirtschaft. Ich bin nur noch am Staunen, was alles möglich ist!

Um was es nicht schade wäre: Das unsägliche Finanzsystem, bei dem sich einige wenige Egomanen die Taschen voll stopfen. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!

Für mich ist das Finanz- und Bankensystem eine riesige, zum Platzen vollgesaugte Zecke, die sich an der Realwirtschaft festgebissen hat. Und vielleicht ist jetzt der Augenblick gekommen, an dem diese Zecke endlich platzt. Ich würde ihr keine Träne hinterherweinen.

Also durchhalten! Nach Regen folgt immer Sonnenschein. Und hey, wir haben Strom, Wasser, Internet! Immer das Positive sehen!

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Carl Grimes

Thema: Corona
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Sonntag, 29. März 2020 10:25

Die Wahrheit

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Mit der Wahrheit ist das so eine Sache. Was ist die Wahrheit eigentlich? Ein Abbild von der Realität? Können wir die Realität überhaupt erfassen? Die Wahrheit ist, wir können es nicht. Das wussten schon die alten Philosophen.

Heute verbreiten sich Nachrichten, Wissen, Halbwissen und Falschinformationen in Echtzeit über den Globus. Es gibt eine Informationsflut, die kein Mensch in seiner Fülle erfassen kann. Auch kein superintelligenter Wissenschaftler. Selbst wenn man 24 Stunden am Tag Nachrichten schauen oder lesen würde, wüsste man die Wahrheit trotzdem nicht.

Das liegt zum einen auch daran, dass wir nur Zugang zu Informationen haben, die wir verstehen. Bei mir ist das Deutsch und Englisch, notfalls auch etwas Französisch und Holländisch. Die am meisten auf diesem Planeten gesprochenen Sprachen Chinesisch (Mandarin), Spanisch, Hindi und Arabisch verstehe ich nicht. Englisch steht auf Platz drei, soviel ich weiß.

Und dann ist es leider so, dass wir dazu neigen, Informationen eher zu glauben, die eher in unser bereits vorhandenes Weltbild passen. Dass dieses grundeigene Weltbild aber kein Abbild der Realität ist, müsste eigentlich jedem vernünfitgen Menschen klar sein. Nur leider ist diese Vernunft nicht so weit verbreitet, wie es wünschenswert wäre.

Dann kommt hinzu: Woher haben Journalisten ihre Informationen? Aber darüber möchte ich gar nicht spekulieren. Nur weiß ich, dass die Pressefreiheit und der Schutz von Whistleblowern ein unendlich kostbares Gut ist, um das die Menschheit auch nach der Coronakrise weiter kämpfen muss.

Und was passiert, wenn sich die Realität sekündlich ändert? Welchen Wert hat dann ein Zeitungsartikel, selbst wenn er online ist und nicht gedruckt am nächsten Tag erscheint? Wenn da steht "In Hintertupfing gibt es 53 Infizierte." Dann ist der Satz schon in dem Moment falsch, in dem er geschrieben wurde. Denn die Wahrscheinlichkeit ist doch, dass es noch mehr Infizierte gibt, die sogenannte Dunkelziffer. Und da nicht alle Personenn in Hintertupfing getestet wurden (gleichzeitig getestet werden können) und die Tests auch einen gewissen Grad der Ungenauigkeit haben, müsste der Satz eigentlich lauten "In Hintertupfing sind derzeit (Datum, Uhrzeit) 53 Personen positiv auf Corona getestet worden, die wahrscheinliche Zahl der Infizierten liegt jedoch darüber, aber niemand weiß, wieviele das tatsächlich sind." Solche Spaghetti-Sätze will man nicht lesen. Das würde alles nur noch mehr verkomplizieren.

Die Wahrheit ist: Da rollte gerade ein Tsunami über uns hinweg in Form eines sich rasant schnell ausbreitenden Virus, von dem wir fast noch nichts wissen, dem wir bloß noch hinterherhinken und zu spät reagieren können und was da genau passiert ist, werden wir erst in Zukunft rückblickend wissen.

Und damit müssen wir im Augenblick leben.

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Carl Grimes

Thema: Corona
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Samstag, 28. März 2020 17:33

Lagerkoller

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Ich finde es so erstaunlich, wie die Menschen das "Bleib zu Hause" unterschiedlich verkraften.

Schlimm ist es natürlich, wenn die Beziehung schon vorher auf kibbeligen Füßen stand. Das kommt jetzt krass zu Tage und wird bestimmt für einen Scheidungsboom sorgen.

Leute, die gerne in die Natur gehen oder Sport treiben, haben es noch einigermaßen gut, aber alle Mannschaftssportarten gehen erst mal nicht mehr auf unbestimmte Zeit. Denen fehlt jetzt auch etwas Essentielles, was sie psychisch natürlich belastet.

Und ich habe gehört, dass manche jetzt auch zunehmen, weil sie zu Hause dauernd essen. Ich war da, glaube ich, schon immer eine Ausnahme, weil ich im Büro immer neben der Schüssel mit den Süßigkeiten sitze und trotzdem nicht ständig futter. Aber jetzt zu Hause - ich habe schon drei Kilo abgenommen - vergesse ich das Essen fast komplett. Letzt hatte ich eine knurrenden Magen und stellte fest, dass es schon 13.00 Uhr war. Im Büro passiert mir das nie, weil ich gerne schon früh in die Kantine gegangen bin. Ich vermisse meine Kollegen und Kolleginnen.

Für uns Nerds ist das gar nicht so schwer auszuhalten. Netflix, Smartphones, kleine und große Spielekonsolen könnten für Unterhaltung sorgen. Das Witzige ist, dass wir diese Dinge aber gar nicht wirklich häufiger nutzen, als vor Corona.

Statt dessen schlafe ich länger (weil ich ja nicht ins Büro fahren muss) und koche wieder mehr (weil keine Kantine und ich nicht heimfahren muss). Mittags erledige ich die Einkäufe (einmal pro Woche zwei Waschkörbe vollmachen geht nicht mehr, weil meine drei Männer schon ganz schön was brauchen, außerdem würde das wie Hamsterkauf aussehen, das will ich auch nicht). Eigentlich ist es eine Entschleunigung, die ich sogar etwas genieße.

Nur bloggen muss ich etwas mehr. Sonst platzt mir der Schädel ;-)

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Carl Grimes

Themen: Sonnenstrahl | Corona | Patchwork-Familie | mein Job | Kampf den Pfunden
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Freitag, 27. März 2020 17:52

Pandemie - Andreas Eschbach

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Nein, keine Buchrezession. Denn diesen Roman gibt es gar nicht. Aber ich fühle mich gerade so, als würde ich inmitten dieses Romans leben. Andreas Eschbach hat schonmal eine disruptive Situation beschrieben, die die Weltordnung geändert hat. Zum Beispiel in "Ausgebrannt" (Link geht zum Drachenwinkel, meine Lieblingsbuchhandlung, weil Amazing ja gerade keine Bücher liefert). Da spielt er durch, was passieren könnte, wenn das Erdöl ausgeht. Und man mal nicht eben nach USA fliegen kann. Und das Plastikgeschirr plötzlich das gute Geschirr ist.

Oder "Eine Billion Dollar", wo er erklärt, dass Geld nicht arbeitet. Meiner Meinung nach sollte das Pflichtlektüre für jeden BWL-Studenten sein. Vielleicht wechseln sie dann und studieren doch was sinnvolles.

Jetzt erleben wir jedenfalls gerade so eine disruptive Zeit. Die wenigstens von uns hätten sich das wohl vorstellen können, dass soetwas jemals passieren könnte. Ich hatte vor wenigen Tagen auch noch gehofft, dass sich die Pandemie aufhalten lassen könnte, schließlich hat man das bei SARS und MERS auch geschafft. Oder dass es vielleicht gar nicht so schlimm ist wie befürchtet, wie die Schweinegrippe.

Aber das ist jetzt unsere neue Realität. Eine unsichtbare Gefahr, die uns eine Heidenangst macht. Aber statistisch betrachtet, ist unser individuelles Risiko sehr gering. Die spanische Grippe hat die Menschheit auch nicht ausgerottet (zwischen 0,015 und 0,03% der Weltbevölkerung sind schätzungsweise daran gestorben). Genausowenig wird es der neue Coronavirus tun. Wir werden uns daran gewöhnen (müssen), genau wie an die Radioaktivität von Tschernobyl und Fukushima, den Krebs und die Autounfälle. Das hat uns auch nicht daran gehindert weiterzuleben.

Ich war in den letzten Tagen etwas in Panik. Vielleicht habe ich zu viel Walking Dead geschaut. Aber ich habe mich irgendwie gefühlt, wie Prinzessin Lea in dem Augenblick, als der Todesstern Alderaan zerstört hat. Aber jetzt geht es mir wieder besser. Auch, weil ich meine Gedanken einfach in meinen Blog klopfen kann. Ich hoffe, euch geht es auch wieder besser! Dann brechen wir mal auf in eine neue Welt nach Corona :)

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Carl Grimes

Themen: Corona | Bücher | Star Wars | Zombies
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Donnerstag, 26. März 2020 19:43

Warum der Abstand so wichtig ist

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Wo man hinschaut herrscht Verunsicherung. Man weiß ja auch gar nicht mehr, was wahr ist und was nicht. Es fängt ja schon damit an, dass die offiziellen Zahlen eine hohe Fehlerquote aufweisen, einerseits, weil die Meldungen der Fälle sich eben verzögern (z.B. weil Wochenende ist und die Gesundheitsämter nix melden, andererseits weil Fälle auch noch per Fax gemeldet werden *kopfklatsch*), andererseits weil es auch so eine Dunkelziffer in unbekannter Höhe gibt, weil nicht alle Menschen gleichzeitig getestet werden (können) und die Ergebnisse der Tests ebenfalls Tage brauchen. Da haben wir wohl in Sachen Digitalisierung geschlafen. In Wirklichkeit sind die Zahlen also sehr viel höher. Das kann ganz schön Angst machen.

Was mich gerade sehr traurig macht: Es trifft die Ärmsten und Schwächsten zuerst und am schlimmsten. Menschen in Kriegsgebieten, Flüchtlinge, Obdachlose, Menschen in Ländern mit viel schlechterem Gesundheitswesen als bei uns. Und das weltweit! Es ist so furchtbar!

Wenn mich die Coronakrise erwischt hätte, als ich damals alleinerziehend war, als am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig war, hätte ich dann auch heulend vor dem leergekauften Windelregal gestanden? Wie lange hätte ich das durchgehalten?

Und Freunde, die schon vorher depressiv waren, haben es auch sehr viel schwerer als Menschen wie ich, die chronisch optimistisch sind und in allem immer die positiven Seiten suchen (und auch finden).

Wie geht es mit meiner Reitschule weiter? Mit meinen Lieblingslokalen? Mit meinen Freunden, die selbständig sind? Kann ihnen das massive Geldverteilungssystem, das da gerade aus dem Boden gestampft wurde, irgendwie über die Krise helfen? Wir wissen es nicht.

Aber in der Krise offenbart sich der Charakter. Es gibt Menschen, die sich als Egoisten entlarven. Aber es gibt auch Empathen, die für andere Menschen da sind. Es gründen sich Nachbarschaftshilfen oder auch in der Reitschule gibt es viele Reitschüler, die zwar gerade nicht zu den Pferden dürfen, die aber versuchen, so gut es geht finanziell zu helfen.

Und jeder sucht wohl ein Stück der Normalität, die plötzlich irgendwie verschwunden ist. Nichts ist mehr so, wie es war. Kein Stein mehr auf dem anderen. Alles wird in den nächsten Wochen und Monaten neu geordnet werden. Die Einschränkungen, die wir gerade erfahren, sind notwendig, um tausende Menschenleben zu retten. Um Zeit zu gewinnen, damit

  • viel mehr Menschen getestet werden können.
  • bereits vorhandene Medikamente, die aber gegen diesen neuen Coronavirus helfen, gefunden und sofort angewendet werden können.
  • die Krankenhäuser ihre Kapazität erhöhen können und mehr Menschen das Leben retten können.
  • mehr Beatmungsgeräte, medizinische Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Gummihandschuhe (besteht da auch schon ein Mangel?) hergestellt und verteilt werden können.
  • damit neue Medikamente gefunden werden können, die gegen diesen neuen Coronavirus helfen.
  • zu guter Letzt damit ein Impfstoff gegen diesen neuen Coronavirus gefunden, produziert und verteilt werden kann.

Diese Themen werden uns noch lange beschäftigen und uns auch vorübergehend einen Teil unserer Freiheitsrechte rauben. Aber die bekommen wir wieder zurück. Und wenn nicht, werden wir sie uns zurückholen!

Wie immer gibt es aber nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner. Eine Freundin kann sich gerade kaum vor Online-Aufträgen retten, da viele Lokale auf Liefer- und Abholbetrieb umstellen und auch Kleinbetriebe nun vermehrt Werbung schalten. Die Laufkundschaft ist weg, jetzt muss beworben werden. Das war mir schon in meiner Facebook-Filterblase aufgefallen. Ich glaube, dass alle, die in der IT- und Internet-Branche arbeiten, in Zukunft bessere Karten haben. Weil die Coronakrise uns auch eins deutlich vor Augen führt: Die Digitalisierung darf man nicht verschlafen!

Das alles ist natürlich nur meine persönliche Wahrnehmung ;-) Darf alles nachgegugelt werden.

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Carl Grimes

Themen: Corona | Pferde/Reiten
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Dienstag, 24. März 2020 18:21

Das Klopapier ist alle

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

So eine Sch**** Im wahrsten Sinne des Wortes.

Aber es gibt ja Lösungen für jedes Problem. Zuerst habe ich mir gedacht, wir nehmen halt das Riesenpaket Tempotaschentücher, das noch im Keller rumliegt. Aber dann habe ich mir gedacht, dass das vielleicht keine so gute Idee ist. Die Dinger sind bei 60° waschbar, ohne dass sie zerfetzen. In meiner Firma gab es Leute, die die Papierhandtücher ins Klo geworfen haben und damit die Toilette verstopft haben. Das will ich hier zu Hause ganz bestimmt nicht haben.

Also habe ich Waschlappen zu den Toiletten gelegt. Kann man sich wunderbar mit waschen und das Ding dann in die Wäsche tun. Wir haben ja zum Glück Wasser und Strom. Hallelujah!

Update Mitwoch, 25. März 2020, 6:55 Uhr

Gestern konnte ich wieder Klopapier kaufen. Es gibt also Nachschub, auch wenn es vielleicht manchmal etwas dauert (kein Wunder, bei den langen LKW-Schlangen an den Grenzen). Also kein Grund zu horten :)

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Carl Grimes

Thema: Corona
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Sonntag, 22. März 2020 14:56

Corona-Soforthilfen vom Staat

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Wie ich die letzten beiden Wochen erlebt habe. Es war beängstigend, als in der Firma plötzlich alle ins Homeoffice geschickt wurden. Und die Salz- und Pfefferstreuer in der Kantine weggeräumt wurden, die hälfte der Stühle weggestellt und man sein Tablett mit Besteck und Serviette ausgehändigt bekam, weil wir nicht mehr selbst in die Besteckkästen greifen durften. Seit ein paar Tagen ist die Kantine komplett geschlossen, es gibt nicht mal mehr To-Go-Speisen. Was passiert da gerade?

Homeoffice war irgendwie komisch. Jetzt komme ich an kein Fax mehr. Und die Post? Ich brauche dringend Unterlagen von Behörden für meine Firma. Was mache ich denn jetzt? Vorsichtig frage ich nach und erhalte die Antwort, das die Beantragung nun auch per Mail geht. Ich muss nicht mehr persönlich im Amt antanzen. Wurde die Bürokratie abgeschafft?

Am Donnerstag hatte ich schon Probleme zu wissen, welcher Wochentag ist. Unsere IT hat Höchstleistung vollbracht. Ohne Pilotphase wurde ein zweites Einwahlsystem ausgerollt, damit unser Netzwerk der Belastung standhält, wenn plötzlich alle vom Homeoffice aus arbeiten. Der Wahnsinn!

Ich musste mich auch zu Hause umstellen. Nachdem meine Familie plötzlich nicht mehr unterwegs ist, brauche ich deutlich mehr Nahrungsmittel. Früher habe ich einen großen Wochenendeinkauf am Freitag nachmittag gemacht und bin noch einmal zu einem anderen Supermarkt gefahren, um noch ein paar Kleinigkeiten zu holen. Jetzt gehe ich alle zwei Tage mit dem Bollerwagen zu Fuß und hoffe, dass ich die wenigen Sachen bekomme, die auf dem Einkaufszettel stehen. Die Regale mit Klopapier sind seit Tagen komplett leer, aber darüber und über Panikmacher macht sich kaum noch jemand lustig. Es ist auch nicht lustig.

Ich stehe eine halbe Stunde später auf, weil ich nicht mehr ins Büro fahren muss. Das tut irgendwie gut. Mittags kümmere ich mich dann um den Einkauf oder andere Dinge, die schon ewig liegengeblieben sind. Und abends koche ich. Die Familie sitzt gemeinsam am Tisch und wir beschließen, ein paar Hygieneregeln aufzustellen. Wer das Haus verlässt, soll seine Temperatur messen und in eine Liste eintragen. Wer Fieber hätte, soll das Haus nicht mehr verlassen. Hände waschen ist Pflicht, wer heim kommt, muss ebenso sofort Hände waschen. Alle Türklinken und Lichtschalter habe ich mal geputzt, macht man sonst ja nie. Und unsere Tastaturen, Mäuse und Handys haben wir sogar desinfiziert.

Am Freitag kam dann die Ausgangsbeschränkung, die Ministerpräsident Markus Söder 12.30 Uhr im Radio verkündet hat. Er hat großen Gegenwind von anderen Politikern, aber in meiner Facebook-Filterblase liest es sich, als hätte die vorgezogene Ausgangsbeschränkung Rückendeckung vom Großteil der Bevölkerung. Auch ich denke, dass diese schwere Entscheidung das einzig richtige ist, denn um das Virus aufzuhalten, das man ebenso wie Radioaktivität weder riechen, sehen, noch schmecken kann, müssen die größtmöglichen Vorkehrungen getroffen werden. Und zwar jetzt, weil jeder Tag zählt.

Ich habe Angst. Wir haben alle Angst. Aber ich glaube, dass die Regierung (und ich war bestimmt immer ein Kritiker, insbesondere der CSU) alles nur Mögliche tun wird, um die harten Auswirkungen auf die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. Es gibt schon konkrete Hilfsangebote, die aus dem Boden gestampft wurden:

Ich bin beeindruckt. Holen Sie sich die Hilfe, die Ihnen zusteht. Und immer daran denken: Das ist alles nur vorübergehend. Gemeinsam schaffen wir das!

Everything's going to be okay!
Carl Grimes

Thema: Corona
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Montag, 16. März 2020 21:40

Coronavirus - Den Schuss nicht gehört

Ich bin irgendwie entsetzt. Klopapier und Nudeln kaufen sie alle, aber trotz Schulschließung treffen sich die Leute mit ihren Kindern am Spielplatz und feiern Coronapartys. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Leute, wenn ihr auf das "Bitte, meidet Kontakte und wascht eure Hände" nicht hört, dann werden wir in ein paar Tagen den nächsten Schritt des Katastrophenplans zu spüren bekommen, nämlich die totale Ausgangssperre. Aber euch ist der Ernst der Lage wohl noch nicht bewusst. Wenn ihr so weiter macht, dann wird unser kaputtgespartes Gesundheitssystem völlig zusammenbrechen! Es gibt nicht genug Beatmungsgeräte für alle!

Mit den Viren ist es wie mit Radioaktivität. Hört, riecht, schmeckt man nicht, die Gefahr…

Themen: News | Corona
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09.01.2012 13:04 Clicks: 826524

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