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Thema: mein Senf/Schöne neue Welt

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Montag, 23. November 2020 19:43

Race to the Bottom

So nannte es ein Heise-Forist, wenn BWLer bei der Produktion von Waren immer mehr den Rotstift ansetzen, um die Produkte billiger und billiger und billiger zu machen. Und es ist doch tatsächlich so, dass man das Gefühl nicht los wird, dass es nur noch Schrott zu kaufen gibt. Die Waschmaschine meiner Eltern hat bestimmt 20 Jahre, wenn nicht noch länger gehalten. Ich kann mich mit 48 Jahren gar nicht mehr erinnern, wieviele Waschmaschinen ich überhaupt bisher besessen habe. Angeblich gibt es keine geplante Obsoleszenz, aber die Qualität wird so weit herabgesenkt, dass es vom Verbraucher gerade so noch akzeptiert wird.

Und wenn die Reparatur teurer ist, als sich ein neues Gerät anzuschaffen, dann landen die Dinger halt auf dem Sperrmüll. Dabei müsste hier doch ein Umdenken stattfinden. Reparaturen sollten sich lohnen, nicht nur für die Umwelt, sondern überhaupt. Wenn man die Geräte so baut, dass sie nach zwei Jahren zwar prinzipiell noch funktionieren, sich der Akku aber nicht tauschen lässt oder es keine Updates mehr gibt, der gehört so massiv besteuert, dass sich dieser Trend wieder umkehrt.

Ich sehe es auch als großes Problem, wenn die Produktion immer mehr ins Ausland verlagert wird. Billige Arbeitskräfte dort, die ohne soziale Absicherung schuften... Damit können wir eben nicht wirklich konkurrieren, auch wenn Hartz IV sein Bestes getan hat die letzen Jahrzehnte. Aber es wandert auch das Know-How aus. Die brauchen doch gar keine Industriespionage mehr zu betreiben, wenn ihnen alles frei Haus geliefert wird. Und was passiert im Westen? Wir verlernen die Innovation. Aber vielleicht ändert sich das langsam. Ich würde es begrüßen, wenn die Produktion wieder mehr ins Inland verlegt würde. Die kann man auch durch Automation und Innovation billiger machen.

Aber es sind auch die Verbraucher schuld. Ich meine jetzt nicht diejenigen, bei denen am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist, die haben keine Wahl. Aber es gibt auch Leute, die eigentlich ganz gut Geld haben, und trotzdem in Kaufrausch verfallen, wenn es irgendwo Angebote gibt. Ich sage nur "Black Friday". Ich meine, ich bin schon sehr lange Konsumverweigerer. Ich hasse es zu shoppen und für mich ist es kein Vergnügen, durch irgendwelche Malls zu schlendern und Sachen zu kaufen, die ich gar nicht brauche. Wenn etwas im Angebot ist, und ich es nicht brauche, werde ich es also trotzdem nicht kaufen. Und ich kaufe auch nichts mehr auf Vorrat, denn wer braucht schon zig Glühbirnen im Keller, die in die neuen Lampen dann gar nicht mehr reinpassen, weil jedes Modell ein anderes Leuchtmittel braucht. Oder Knopfzellsortimente. Ich brauche fu***ing zwei verschiedene Sorten, maximal, der Rest kann mir gestohlen bleiben. Doch dafür muss ich regelmäßig mehr Geld ausgeben, als für diese Riesenblister mit zig Batterien.

Und dann noch Leute, die das Wort "preiswert" inflationär benutzen. Eine Sache ist ihren Preis wert, auch wenn sie eventuell teuer war. Wenn etwas aber billig war und nach einmaligem Gebrauch schon zerbröselt, dann war das zum Kuckuck nicht "preiswert", sondern "billig"!!!

Und jedes Mal, wenn ich jemanden mit einer Primark-Tasche rumlaufen sehe, in der sich vermutlich Wegwerfklamotten befinden, dann denke ich nur seufzend: "Da geht er dahin, unser Planet..."

Also lasst mich mit dem Black Friday in Frieden!

Thema: Schöne neue Welt
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Sonntag, 8. November 2020 22:49

Erleichterung

Ich muss es doch tun. Ich muss darüber schreiben, wie erleichtert ich bin, dass Dump Trump nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten ist.

In den letzten Tagen konnte man eigentlich keine News mehr lesen. Zuerst wurde nur über die neuen Rekorde der Corona-Neuinfizierten geschrieben und sich dazu irgendetwas aus den Fingern gesaugt. Es gibt nur noch eine Nachricht, die mich zu diesem Thema interessiert: Der erste Impfstoff hat die Phase III bestanden und kann endlich verteilt werden. Vielleicht würde mich noch interessieren, dass es ein wirksames Medikament gibt, das ist aber bei Viren generell schwierig, weshalb ich hier mehr Hoffnung auf die Impfstoffe setze, und da wird es mehrere von vielen Firmen geben.

Und dann überschlugen sich die Nachrichten natürlich zu den US-Präsidentschaftswahlen. Vermutlich, weil sie diesmal eine der wichtigsten US-Präsidentschaftswahlen der Geschichte der USA waren. Oder zumindest seit ich mich dafür interessiere. Deshalb war mein täglicher Streifzug durch den Blätterwald immer recht kurz, denn das ganze Glaskugel- und Schlammschlacht-Geschreibe interessierte mich null. Und Radio hören oder Fernsehen, das tun wir eh so gut wie nie.

Ich hatte die ganze Zeit nur noch einen Tab zu diesem Thema offen, und zwar auf New York Times Presidential Election. Den habe ich alle paar Stunden aktualisiert, weil die Verdammte Drecks-US-Wahl bzw. die Auszählung sich über Tage hinzog. Spannend wurde es erst am Freitag, als weiter unten unter der Überschrift "Tracking the vote count" Biden in Georgia und kurz darauf in Pennsylvania das Trumpeltier überholte. Von da an wagte ich zu hoffen, dass wir den Typen endlich loswerden könnten. Es dauerte dann aber immer noch bis Samstag, bis CNN verkündete, dass Biden so viele Electoral votes für sich gewinnen konnte, dass Trump ihn rechnerisch nicht mehr einholen kann. Die Auszählung dauert nach wie vor an.

Trump ist auf Twitter unangenehm aufgefallen und es wurde vielfach darüber spekuliert, wie er mit einer Niederlage umgehen würde. Ob man ihn mit Gewalt aus dem weißen Haus entfernen müsste? Es dürfte ein Problem werden, wenn mit der Präsidentschaft auch seine Immunität endet... Aber er könnte noch zurücktreten und Mike Pence könnte ihn begnadigen. Oder schlimmer, Joe Biden könnte ihn begnadigen.

Trump fabuliert ja ständig über Wahlbetrug. Doch weder die CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency) fand Wahlbeeinflussung durch Russland noch die OSZE-Beobachter fanden Ungereimtheiten, wobei ich mich frage, ob 30 statt 500 OSZE-Beobachter ausreichend sind. Und auch die Behauptung, dass es in manchen Wahlkreisen mehr Stimmen als Eingetragene Wähler gegeben haben soll, ist Unfug. Dort hatte man nur versehentlich veraltete Wählerlisten herangezogen, der Fehler wurde korrigiert. Und es stimmt auch nicht, dass man bei der Briefwahl den Wahlzettel unterschreiben muss, man unterschreibt den Umschlag.

Das Wahlsystem in den USA ist eh so eine merkwürdige Sache (z.B. das Gerrymandering). Es fängt schonmal damit an, dass das Wahlrecht nicht in der Verfassung garantiert ist. Deshalb können mit diversen Tricks ganze Bevölkerungsteile von der Wahl ausgeschlossen werden. Und so etwas nennt sich Demokratie. Sowas würde man woanders erwarten, aber doch nicht bei der ältesten Demokratie der Welt. Bevorzugt trifft dies auch Wähler, die voraussichtlich die Democrates wählen würden, weshalb es mich überhaupt wundert, dass es ihnen regelmäßig trotzdem gelingt, den Präsidenten zu stellen. Und hin und wieder ist es passiert, dass die Democrates mehr Einzelstimmen erhielten als die Republicans, und trotzdem haben die Republicans wegen "The Winner Takes it all" und den Swing States am Ende die Wahl gewonnen...

Wer sich näher über das US-Wahlsystem informieren möchte, der kann dies in dem Artikel der Süddeutschen nachlesen. Wer lieber Videos guckt, kann Die Anstalt vom 3. November 2020 anschauen (Minute 5-12 und 23-40, das Gender-Sprache-Zeug dazwischen kann man vorspulen).

Und bei dem ganzen Spektakel ist eine gute Nachricht völlig untergegangen, nämlich dass die EU einen Rechtsstaatsmechanismus schafft, mit dem Staaten mit undemokratischen Tendenzen wie Orbanistan und Polen die Gelder gekürzt werden können. Die Mühlen der Demokratie mahlen langsam, aber sie tun es.

Wie geht es weiter?

Ich habe von Joe Biden bisher nur ein Interview und das erste TV-Duell gesehen. Da machte er auf mich aber immer einen guten Eindruck, sehr eloquent, auf jeden Fall um Welten besser als Trump. Aber es wird nicht ausreichen, nicht Trump zu sein. Trump wird ja nachgesagt, kein Kriegstreiber zu gewesen zu sein. Das mag stimmen, dennoch ist das Whataboutism und auf der Negativseite stehen so massig Argumente, die gegen Trump sprechen, dass ich heilfroh bin, dass er nun endlich weg ist. Natürlich hätte ich mir einen Bernie Sanders gewünscht, oder zeitweise fand ich Elizabeth Warren ganz gut. Aber die Angst vor Socialism ist in den USA zu weit verbreitet, die Kandidaten hätten vermutlich (also die Democrates vermuten das) kaum Chancen gehabt.

Dennoch bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Ob Joe Biden die Liste der Militärinterventionen der USA weiter fortführen wird, bleibt abzuwarten. Das ist zwar US-Tradition, sich überall auf der Welt einzumischen (nennt sich "Sicherheitspolitik"), und der US-Präsident hat hier als Oberbefehlshaber der Streitkräfte eine enorme Einflussmöglichkeit. Aber es ist auch hier ein demokratischer Prozess, der abläuft, d.h. der Präsident wird beraten (oder belogen) und trifft dann eben seine Entscheidungen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hinter jeder Militärintervention der USA auch ein Machtspiel des Pentagons steckt, nur dass nicht jeder US-Präsident eine so offensichtliche Marionette ist/war, wie George W. Bush. Wollen wir mal die Hoffnung nicht aufgeben.

Am Ende möchte ich doch noch auf eine Nachricht hinweisen, die mich emotional sehr berührt hat. CNN-Kommentator Van Jones war zu Tränen gerührt, als Joe Biden als Sieger feststand. Seine Worte drücken auch meine Gefühle aus, mehr noch, sie sprechen die Erleichterung all der US-Amerikaner aus, die von der zerstörrerischen Politik von Trump direkt betroffen gewesen waren und nun auf eine bessere Zukunft hoffen können.

Vielen Dank!

Themen: Schöne neue Welt | News
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Sonntag, 27. September 2020 17:01

Menschenrechte

Das steht zwar nicht direkt auf meinem Wunschzettel der Utopie, aber wenn die Menschenrechte und das Völkerrecht weltweit für alle Staaten wie eine Art Grundgesetz verbindlich vorgeschrieben wäre, dann wäre das eine wunderbare Sache. So lange aber Kapitalismus und Korruption in den sogenannten Eliten und der Herrschaftsriege verbreitet ist, wird sich da kaum etwas ändern. Aber da Kapitalismus und Korruption beides etwas mit Geld und Wirtschaftsbeziehungen zu tun hat, ist das der einzig praktikable Hebel, um hier anzusetzen und diese demokratischen Rechte durchzusetzen.

Es steht zwar in der Charta nicht ausdrücklich drin, aber das Recht auf Trinkwasser gehört für mich zu dem Recht auf Leben. Nestlé ist in diesem Zusammenhang schon öfter in die Kritik geraten und ich kenne einige, die Produkte dieses Konzerns konsequent meiden. Aber solche Konzerne handeln eben auch nur im Rahmen des gesetzlich Erlaubten. Ohne Verbote geht es eben nicht. Und die Macht des Konsumenten ist eben auch begrenzt durch den eigenen Geldbeutel.

Das Lieferkettengesetz wäre ein ganz guter Anfang, doch wenn Hauptkonsumländer wie die USA nicht etwas ähnliches veranstalten, wird es vielleicht keinen nennenswerten Effekt haben. Schließlich sind die Konzerne da sehr findig, sich solchen Gesetzen zu entziehen, und wenn sie einfach ins Ausland abwandern.

Und selbst wenn es Gesetzesgrundlagen gibt, werden die immer wieder gerne missachtet, wie man an der Entwicklung in Polen, Ungarn und Tschechien sehen kann. Eigentlich hätte die EU durchaus die Macht, sich weltweit realpolitisch einzumischen und entsprechende Forderungen zu stellen. Aber sie tut es leider zu wenig, wie man an dem Dilemma mit der Türkei sieht. Und die Exportkontrolle versagt hier auch all zu oft.

Wenn sich die EU für Menschenrechte in China einsetzt, wird ihr gerne Einmischung in innere Angelegenheiten vorgeworfen. Übrigens auch der USA. Dabei wäre es zu schön, wenn der Schutz der Menschenrechte in der chinesischen Verfassung nicht mehr nur ein Lippenbekenntnis wäre.

Es gibt noch viel zu tun.


Updates

Heise (01.10.2020): Türkei: Menschenrechtler kritisieren Regulierung sozialer Medien

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) (03.10.2020): Frankfurt: Kundgebung für ein freies Hongkong

Spektrum (01.10.2020): Alternativer Nobelpreis für vier Menschenrechtskämpfer - von der Right-Livelihood-Stiftung

South China Morning Post (24.10.2020): Donald Trump’s China adviser suggests Beijing’s Xinjiang activities are a ‘crime against humanity’ - Uygurs and other Muslim minorities

Thema: Schöne neue Welt
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Mittwoch, 16. September 2020 20:46

Klimawandel

Auf meinem Wunschzettel der Utopie steht auch der Kampf gegen den Klimawandel.

Ursula von der Leyen hat heute eine Rede zur Lage der EU gehalten (Süddeutsche). Darin kamen auch Themen wir New Green Deal (Europäische Kommission) und Circular Economy (Wikipedia) vor. Insgesamt schöne Worte, auf französisch, englisch und deutsch. Dem Klimawandel entgegenzutreten ist eine Mammutaufgabe (Twitter). Aber einschränken möchte sich niemand (Zeit).

Was interessiert es uns auch, wenn das Eis der Erde schmilzt (Zeit)? Oder es in Australien, Brasilien, Sibirien (Spiegel) (mit verheerenden Folgen (Wikipedia)) oder im Westen der USA (Spektrum) brennt? Oder Hurrikane Überflutungen nach Florida (Washington Post) und Taifune nach Japan bringen (Tagesschau)? Ist doch schön, wenn es bei uns immer besseres Wetter gibt (Kachelmannwetter).

Dabei betrifft uns das natürlich genauso. Kurzfristig, weil z.B. das Wasser knapp wird (ntv). Und langfristig, wenn der Golfstrom abreißt (Telepolis), denn dann wird es bei uns auch ungemütlich. Und Klimawandel ist auch eine Fluchtursache (Welthungerhilfe).

Wir sind dafür verantwortlich (Heise).

Aber das war wirklich eine schöne Rede.


Updates

Tagesspiegel (17.09.2020): Historische Feuer-Katastrophe in den USA: Der Klimawandel ist der Brandstifter – und das sind die Indizien

Spiegel (17.09.2020): US-Präsident Donald Trump: Die Ignoranz

Heise (18.09.2020): Wie der Mensch beschleunigend wirkt

New York Times (18.09.2020): Oregon Rain Brings New Threat After the Fires: Landslides

Heise (21.09.2020): Oxfam-Bericht: Reiche schädigen Klima sehr viel stärker als Arme (Captain Obvious)

Tagesspiegel (24.09.2020): "Fridays for Future"-Proteste: Zurück auf die Straße

Tagesschau (25.09.2020): "Fridays for Future"-Proteste: Zurück auf die Straße

Volksverpetzer (25.09.2020): Permafrostboden in Sibirien: Forscher stellen beängstigende Erosion fest

Welthungerhilfe (hinzugefügt 26.09.2020): Überschwemmungen in Ostafrika und der Sahelzone

Quarks (25.09.2020): Sechs Kippelemente könnten den Klimawandel beschleunigen

ntv (03.10.2020): Tote und Vermisste bei Unwettern: Chaotische Szenen in Italien und Frankreich

Heise (08.10.2020): Bundestag beschließt höheren CO2-Preis ab 2021

Spiegel (11.10.2020): Die nächste Welle - In der Klimakrise schützen und bedrohen uns die Weltmeere gleichermaßen

Telepolis (15.10.2020): Anspruchsvoll, aber noch möglich: Weniger und leichtere Autos, Industrie umstellen, Wind- und Solarenergie drastisch ausbauen.

Spektrum (21.10.2020): Klimamodelle: eine Prognose

Agora Energiewende (23.10.2020): Wie Deutschland bis 2050 klimaneutral werden kann

Süddeutsche (01.11.2020): Klimapolitik: Dreht den Geldhahn zu!

Heise (04.11.2020): Putin weist Regierung an, Russland bis 2050 klimaneutral zu machen

Spiegel (05.11.2020): Prognose zu Klimazielen: Wieso unsere Ernährung zum Problem wird

Heise (16.11.2020): Joe Biden und die Klimawandel-Politik: Was er erreichen kann und was nicht - keine Mehrheit im Senat

Euractiv (19.11.2020): Höchstes Gericht verdonnert Frankreichs Regierung zu effektiver Klimapolitik

Telepolis (20.11.2020): Das Meer steigt rasant

Thema: Schöne neue Welt
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Sonntag, 6. September 2020 17:01

Für den Weltfrieden

Auf meinem Wunschzettel der Utopie steht auch der Weltfrieden. Aber so lange um Ressourcen in aller Welt gekämpft wird, Blut für Öl vergossen wird, Stellvertreterkriege als "Bürgerkriege" im Narrativ der Mainstreammedien bezeichnet werden, wird es keinen Weltfrieden geben. Das ist traurig, [Zynismus an] aber gut für die Wirtschaft [Zynismus aus].

Ich habe kein Patentrezept und ich fürchte, dass es noch schlimmer kommen wird, je knapper die Ressourcen werden. Der ganze Rüstungsexport ist einfach nur krank. Und wer sich da über Flüchtlinge ärgert, der hat die Zusammenhänge nicht kapiert.

Da wir nur diesen einen Planeten haben und eine Besiedelung des Mars oder gar Planeten in anderen Sonnensystemen noch in weiter Ferne liegen, muss sich hier etwas ändern, sonst wird sich die Menschheit eines Tages selbst auslöschen.

Hier werde ich Links zusammentragen von Kriegen, Rüstungsexporten und anderen katastrophalen Entwicklungen, aber vielleicht auch den einen oder anderen Link, der Hoffnung gibt.


Update-Liste


Updates Bundeswehr

Spiegel (15.09.2020): Nachfolger für G36: Bundeswehr wählt Sturmgewehr von Thüringer Waffenhersteller C. G. Haenel - Frust bei Heckler & Koch

ntv (09.10.2020): Ministerium zieht Vergabe zurück - Haenel verliert Sturmgewehr-Auftrag

Fefe (18.11.2020): Wie die Grünen Völkerrechts- und Verfassungsbruch in ihr Programm aufnehmen möchten zum Thema Bundeswehreinsätze ohne Uno-Mandat


Updates Rüstungsexporte

Welt (19.07.2020): Regierung verletzt systematisch strikte Grundsätze für Rüstungsexport

Telepolis (30.08.2020): Waffenexporte in Spannungsgebiete: "How dare you?!"

NachDenkSeiten (01.09.2020): Auslandseinsätze beenden – Rüstungsexporte verbieten!

Telepolis (09.09.2020): Sind Panzer im 21. Jahrhundert so überholt wie die Kavallerie im 20.?

Telepolis (06.10.2020): Kanada stoppt Export von Drohnentechnologie an die Türkei

Telepolis (11.10.2020): Die Welt braucht Abrüstung

Spiegel (12.10.2020): Deutsche Rüstungspolitik: Genehmigungen für Waffenexporte um ein Drittel zurückgegangen

South China Morning Post (14.10.2020): Donald Trump ‘plans more US arms sales to Taiwan including MQ-9 drones’

Tagesspiegel (30.10.2020): Trotz Exportstopp der Bundesregierung: Deutsche Kampfjet-Teile nach Saudi-Arabien geliefert


Updates Drohnen

Heise (04.10.2020): Deutschland – der Leuchtturm im Drohnenkrieg?

Sumikai (13.10.2020): Verteidigungsminister Taro Kono wollte Kampfjets ersetzen - Japan überlegt Kampfdrohnen statt Kampfjets zu nutzen

Netzpolitik (26.10.2020): Aufträge an Rüstungskonzerne: Italien und Frontex überwachen das Mittelmeer jetzt mit Drohnen

Heise (05.11.2020): Maschinelle Kriegführung: Vom Drohnenschwarm zum Hyperwar


Updates Europa

Telepolis (09.09.2020): Griechenland und Zypern verbünden sich mit Israel in einem militärischen Kooperationsabkommen

Telepolis (14.09.2020): Panzerverkaufsschlacht in Polen - Ungarn baut Rheinmetall-Schützenpanzer

frieden-links.de (16.09.2020): Kernforderungen

ntv (18.09.2020): Lukaschenko: Wollen keinen Krieg - Belarus schließt Grenze zu Litauen und Polen

New York Times (14.10.2020): Turkish Defector Says He Was Ordered to Kill Politician in Austria

Frankfurter Rundschau (22.10.2020): Vorbereitung auf möglichen Angriff: Schweden rüstet gegen Russland auf

Telepolis (01.11.2020): Rüstungshaushalte gehen in vielen europäischen Ländern durch die Decke

Zeit (15.11.2020): Zypern: Erdogan fordert dauerhafte Zwei-Staaten-Lösung

Guardian (19.11.2020): Boris Johnson agrees £16bn rise in defence spending

Telepolis (20.11.2020): Franzosen sollen Bundesmarine mit Seekampfsystem ausstatten

Spiegel (23.11.2020): Operation gegen Waffenschmuggel: Türkei verhindert Bundeswehrinspektion auf verdächtigem Frachter


Updates Israel und Naher Osten

Wikipedia: Nahost-"Konflikt"

Wikipedia: Antizionismus

Telepolis (16.09.2020): Israel schließt "Abraham-Abkommen" mit Emiraten und Bahrain - "Vorbote einer neuen Friedensdämmerung"

Tagesschau (16.09.2020): Israels Abkommen mit VAE und Bahrain: Eskalation mit Ansage?

ntv (16.09.2020): Israel bombardiert Ziele im Gazastreifen

Telepolis (25.10.2020): Saudi-Arabien: Bereit zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel?

Guardian (05.11.2020): Israeli forces leave 41 children homeless after razing Palestinian village, UN says

Heise (14.11.2020): Auswirkungen der israelischen Besatzung auf Tourismus in Palästina

Telepolis (19.11.2020): Im Nahen Osten brodelt es vor dem wahrscheinlichen Ende von Trumps Präsidentschaft - Außenminister Pompeo in Israel mit neuen Sanktionen gegen Iran, Israel bombardiert iranische Ziele in Syrien, Iran beschleunigt die Urananreicherung und eine seltsame Geschichte über einen Anschlag auf einen al-Qaida-Chef in Teheran


Updates Arabische und Persische Welt

Wikipedia: "Bürgerkrieg" in Syrien seit 2011

Zeit (17.04.2020): Vereinte Nationen erwarten baldiges Friedensabkommen

Zeit (12.05.2020): IS-Angriffe: Der Terror kehrt zurück

Tagesspiegel (13.08.2020): Deutschland muss die Aufrüstung der türkischen Marine stoppen

Neue Zürcher Zeitung (02.09.2020): Die EU braucht eine mutige deutsche Aussenpolitik. Angesichts hochgerüsteter Aggressoren wie der Türkei hilft nur glaubwürdige Abschreckung

Telepolis (02.09.2020): Die Türkei zündelt auch im Irak

Frankfurter Rundschau (03.09.2020): Syrien: Ein Land am Boden

Telepolis (04.09.2020): Syrische Kurden: Annäherung an Russland

Neue Zürcher Zeitung (05.09.2020): Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz über Migration: "Die EU darf sich von der Türkei nicht erpressen oder bedrohen lassen"

ntv (05.09.2020): Auf Kollisionskurs mit der EU : Was kostet Erdogans Frieden?

Süddeutsche (12.09.2020): Taliban und Afghanistans Regierung beginnen Friedensgespräche

South China Morning Post (14.09.2020): Iran weighs plot to kill US ambassador to South Africa to avenge general’s death, officials say

Spiegel (15.09.2020): Bundeswehrauftrag: Firma Haenel gehört zu dem Staatskonglomerat Edge aus Abu Dhabi - die Araber kaufen Know-How ein und bauen jetzt selbst Rüstungsgüter

Telepolis (25.09.2020): F-35-Kampfjet-Abgabe an Vereinigte Arabische Emirate? - USA und Israel verhandeln

Telepolis (01.10.2020): Syrien: Kriegspropaganda im 21. Jahrhundert - Leaks aus dem britischen Außenministerium

ZDF Doku 44 Minuten (09.10.2020): Krisenherd Iran - Gottesstaat zwischen Macht und Ohnmacht - das Atomprogramm und die Beziehung zu Israel

Tagesspiegel (18.10.2020): Ende des UN-Waffenembargos: Wird der Iran jetzt aufrüsten?

Süddeutsche (19.10.2020): Syrien unterhält "ein robustes Chemiewaffen-Programm"

New York Times (27.10.2020): How an Afghan Political Crisis Derailed Payments to War Victims

Telepolis (11.11.2020): US-Regierung will die Vereinigten Arabischen Emirate aufrüsten

Spiegel (19.11.2020): Senatoren wollen US-Rüstungsdeal mit Emiraten blockieren

FAZ (19.11.2020): Kriegsverbrechen in Afghanistan: Mord als Aufnahmeritual - 39 Zivilisten durch australische Sondereinheiten ermordet

Spiegel (22.11.2020): Friedensgespräche in Katar: US-Außenminister Pompeo trifft Taliban und fordert Waffenstillstand


Updates Russland und ehemalige Sowjetunion

Tagesspiegel (27.09.2020): Armenien verkündet Kriegszustand in Berg-Karabach

Telepolis (08.10.2020): Die Armenier: Ein erneuter Kampf ums Überleben

Netzpolitik (09.10.2020): Ukraine will Flotte von Kampfdrohnen aus der Türkei

Süddeutsche (10.10.2020): Armenien und Aserbaidschan einigen sich auf Waffenruhe


Updates Asien

Telepolis (05.09.2020): Indien: Wirtschaft runter, Corona-Zahlen hoch, dazu Kriegsvorbereitungen auf einen Zweifrontenkrieg mit China und Pakistan

Sumikai (08.09.2020): Japan will bis 2022 Langstreckenraketen erwerben

Sumikai (03.10.2020): Japan baut Einheiten zur elektronischen Kriegsführung massiv aus

South China Morning Post (10.10.2020): Taiwanese President Tsai Ing-wen calls for ‘meaningful’ dialogue with mainland China

South China Morning Post (27.10.2020): Latest US arms sale to Taiwan ‘will help destroy half of any Chinese invasion force’

Reuters (26.10.2020): China to impose sanctions on U.S. firms (Lockheed Martin, Boeing Defense, Raytheon etc.) over Taiwan arms sales

Sumikai (01.11.2020): Japan wählt Mitsubishi für die Entwicklung eines heimischen Tarnkappen-Kampfjet

Sumikai (14.11.2020): Japan und Südkorea wollen gemeinsam an der Verbesserung der Beziehungen arbeiten


Updates USA

Wikipedia: Liste der Militäroperationen der Vereinigten Staaten

NachDenkSeiten (28.04.2020): Leider hat ein Teil der Reichen in den USA ein Interesse an Kriegen

Telepolis (14.05.2020): Defender Europe 2020 Plus

Telepolis (09.09.2020): US-Kriege seit 9/11: Mindestens 37 Millionen Flüchtlinge

Heise (09.10.2020): US Army entwickelt Augmented-Reality-Brille für Hunde, um sie aus der Ferne steuern zu können.

South China Morning Post (10.10.2020): China-US relations: PLA slams ‘provocative action’ as US warship sails through South China Sea

ABC News (21.10.2020): US marine says Australian special forces soldiers made 'deliberate decision to break the rules of war'

Golem (13.11.2020): US Air Force: Chinesen hatten Zugriff auf Software des F-35-Kampfjets

Heise-Kommentar von Ushur (16.11.2020): Trump ist doch auch ein Kriegstreiber mit Links/Quellen

ntv (17.11.2020): Trump bestetzt Pentagon-Posten, Truppenabzug aus Afghanistan und Irak, Iran angreifen?

Telepolis (17.11.2020): So werden Joe Bidens Mitarbeiter von der Rüstungsindustrie gesteuert

Stanard.at (17.11.2020): US-Militär kauft massenhaft Standortdaten von Smartphone-Nutzern, z.B. von muslimischer Gebets-App


Updates Südamerika


Updates Afrika

Telepolis (10.11.2020): Franchise-Kopfabschneiden in Mosambik - Islamischer Staat

Spiegel (13.11.2020): Kämpfe in Äthiopien: Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed im Kriegsmodus - Massaker in Tigray

Telepolis (17.11.2020): Westsahara: Marokko provoziert, Polisario beendet Waffenstillstand


Updates Sonstiges

Wikipedia: Liste der andauernden Kriege und Konflikte

Spiegel (12.10.2020): Uno-Generalsekretär Guterres ruft zu weltweiter Waffenruhe auf

Spektrum (13.10.2020): Historische Schlachten: Die schlimmsten Kriege aller Zeiten

Heise (22.10.2020): Russland und die USA haben sich in der Frage der New-START-Verlängerung angenähert: "Im Grunde dazu bereit, das ganze Atomarsenal einzufrieren"

Heise (28.10.2020): Wehrtechnik: Wettrüsten der Innovateure

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Sonntag, 16. August 2020 17:01

Klassenkampf

Neulich fragten meine Jungs, wie es denn zum Klassenunterschied gekommen ist. Ich vermutete, dass dies schon sehr lange zurückreicht, vielleicht sogar bis zu den Urmenschen, wo es Stammesälteste und Schamanen gab, die ihre Lebenserfahrung und Wissen über Heilkräuter weitergaben, aber nicht (mehr) auf die Jagd gehen mussten. In den Känguru-Chroniken kommt auch der Nebensatz von Marc-Uwe Kling vor, "die der Revolution entkamen". Da musste ich an Ludwig XVI. und Marie-Antoinette denken.

Auch Lockdown in seinen unterschiedlichen Ausprägungen ist eine Klassenfrage. So sind Lockdownmaßnahmen in Ländern wie Indien, in denen viele Menschen im informellen Sektor arbeiten, eine Katastrophe und wahrscheinlich schlimmer als der Virus selbst. Und für Menschen in beengten Wohnverhältnissen, eventuell sogar mit Kindern, ist es sicherlich auch deutlich schwieriger als für Leute, die in großen Häusern mit Garten wohnen. Ich hatte in den letzten Monaten einige Links zusammengetragen, aber keine Zeit gefunden, darüber zu schreiben.

Letztendlich hoffe ich aber, dass das Pendel mal wieder in die andere Richtung ausschlägt, nachdem die Welt seit den 70ern dem Neoliberalismus folgte, sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnete und die selbsternannten Eliten sich immer mehr korrumpierten. Aber vielleicht liegt es auch in der Natur des Menschen, dass sich einige für etwas Besseres halten, ob durch Geburt, Geld oder Macht, und es deshalb wohl immer dabei bleiben wird, dass auf dieser Welt in irgendeiner Form Klassenkampf herrscht.

Es gibt zaghafte Hinweise darauf, dass das Pendel nun vielleicht wieder in die andere Richtung schwingen könnte, wie man in Brasilien, Spanien und Belarus beobachten kann.

Sie müssen ja nicht gleich dem Beispiel Ludwigs XVI. oder Marie-Antoinette folgen.


Linksammlung Updates

Welt (Axel Springer): Wenn Gewaltherrscher sterben – eine Liste

NachDenkSeiten (09.04.2020): Der Lockdown ist auch eine Klassenfrage

Telepolis (13.04.2020): Ist eine gesunde Wirtschaft nur um den Preis kranker Menschen möglich? - Empathie hinderlich im Konkurrenzkampf

Telepolis - Kommentar von Artur_B (15.04.2020): Roosevelt sagte es so...

Business Insider (23.04.2020): America's billionaires have become even richer since Donald Trump became president, and it says a lot about the country's record-high wealth gap

ntv (09.05.2020): Kernfrage der Gerechtigkeit - Die Krise nagt an der Demokratie - Jan Korte, DieLINKE

CNN (11.05.2020): Billionaires are getting even richer from the pandemic. Enough is enough

Süddeutsche (14.05.2020): Ran an den Reichtum?

CNBC (21.05.2020): American billionaires got $434 billion richer during the pandemic

Neue Zürcher Zeitung (22.05.2020): Einmal mehr stehen Millionen Amerikaner vor dem Nichts

Spiegel (23.05.2020): Großbritannien: Die Gesellschaft war viel gespaltener als die deutsche

Telepolis (23.05.2020): Corona-Krise in den USA: Fast 40 Millionen Arbeitslose, aber Milliardäre gewinnen

TAZ (27.05.2020): Der Sozialneid der Villenviertel

Spiegel (27.05.2020): Zahl der Einkommensmillionäre gestiegen

NachDenkSeiten (28.05.2020): Kampf gegen die Armen: "Ziel des Manövers ist die Zerschlagung von behördenunabhängigen Erwerbslosen- und Beratungsstrukturen"

NachDenkSeiten (08.06.2020): Polizei als Auftragsmörder um Arbeiterklasse zu unterdrücken?

Heise (10.07.2020): Gutverdiener bewerten Krisenpolitik besser als Geringverdiener

The Guardian (19.07.2020): Minority ethnic patients twice as likely to live in deprived environments and to be admitted to intensive care

Telepolis (19.07.2020): Das Leben als Tafel-"Kunde"

NachDenkSeiten (22.07.2020): Kein Billig-Kotelett ist auch keine Lösung

Zeit (29.07.2020): Eingebildete Vermögen

Telepolis (03.08.2020): Corona-Krise USA: Mit der Mistgabel in die Hamptons

Telepolis - Kommentar von AndyC (16.08.2020): Für das untere Drittel der Bevölkerung ist dies eine Fassadendemokratie!

Themen: Sonstiges | Corona | Schöne neue Welt | Marc-Uwe Kling
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Sonntag, 10. Mai 2020 17:01

Wunschzettel

Am Ende wird alles gut... und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

Als die Corona-Katastrophe begann, wurden so viele eklatante Schwächen des Turbokapitalismus, der Globalisierung und der auf Gewinnmaximierung getrimmten Gesundheitssysteme schlagartig aufgedeckt, dass manche linksgrün-verklärte Gutmenschen und Träumer schon zwangsläufig eine neue Weltordnung kommen sahen. Mittlerweile muss man das jedoch relativieren, da die Kräfte, die durch den Wunsch der Menschen nach einer vermeindlichen Normalität enorm sind. Das mag einerseits bedauerlich sein, andererseits führt das aber auch dazu, dass wir voran gehen und uns durch die Angst, die die neue Situation zunächst in vielen von uns ausgelöst hat, einem Tatendrang weicht, der die wirtschaft wieder aufleben lässt und die psychischen Folgen abmildert. Wir lernen nun, mit dem neuen Coronavirus zu leben.

Auf mich hört ja keiner, aber ich habe so ein paar Dinge auf meinem Wunschzettel stehen, die ich hier mal aufzählen möchte:

  • Der Turbokapitalismus, dieses unmenschliche System muss endlich aufhören, denn unser Planet ist endlich und ständiger Wirtschaftswachstum ist vollkommen unmöglich, ohne den Planeten zu zerstören. Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit muss auf die Agenden der Firmen. Das geht nur mit Hilfe einschlägiger Politik.
  • Damit muss sich auch die Schere zwischen arm und reich wieder mehr schließen. Statt ein hohes Bruttoinlandsprodukt muss die Lebenszufriedenheit das Ziel sein. Dazu gehört auch, Steueroasen auszutrocknen, Steuerschlupflöcher zu schließen und den Finanzmarkt zu regulieren, und zwar weltweit.
  • Die Globalisierung sollte ein neues Mittelmaß finden. Eine wirtschaftliche Verflechtung aller Länder ist einerseits gut, denn dann gibt es weniger Anlass für Kriege. Aber muss es im Winter wirklich Erdbeeren im Supermarkt geben? Muss man wirklich nach New York über ein langes Wochenende zum shoppen fliegen? Muss wirklich die gesamte Produktion von Gütern in einem einzigen Land konzentriert sein?
  • Man darf das Gesundheitssystem nicht dem Markt überlassen, sonst haben wir irgendwann keine Geburtskliniken mehr, sondern nur noch Kliniken für Gelenkprothesen. Die Fallpauschalen müssen abgeschafft werden. Die Gesundheit der Menschen muss an erster Stelle kommen. Pflegekräfte müssen angemessen bezahlt werden. Und auch in Putzkräfte muss angesichts der multiresistenten Krankenhauskeime mehr investiert werden. Das US-amerikansiche und britische Gesundheitssystem sind KEINE Vorbilder!!!
  • Infrastruktur gehört in staatliche Hand. Die macht das in Deutschland sehr gut, wie wir bei der Wasserversorgung (noch) sehen können. Die Privatisierung muss endlich aufhören, denn hier wird das Vermögen des Volkes verhökert, das dann entweder teuer zurückgekauft werden muss oder dazu führt, dass die Infrastruktur verkommt und eine Grundversorgung abartig teuer wird. Das darf ebenfalls nicht vom Markt geregelt werden, denn bei der Grundversorgung darf es nicht um Gewinnmaximierung gehen. Zur Infrastruktur gehört: Wasserversorgung, Stromversorgung, Versorgung mit Mobilfunk und Internet, das Straßen- und Schienennetz, alles auch im ländlichen Raum. Außerdem muss eine Grundversorgung mit Wohnraum und Lebensmitteln durch die heimische Landwirtschaft gewährleistet werden. Und natürlich das Gesundheitssystem (siehe oben).
  • Die Digitalisierung muss weiter vorangetrieben werden, insbesonderer in staatlichen Stellen. Es kann nicht sein, dass ich auf dem Postweg einen Antrag stelle und nach sechs Wochen (!) dann erst die Bescheinigung erhalte, auch weil die Registrierung der Bezahlung bis zu vier Wochen (!) dauert. Was gerade in den Schulen abgeht, ist ein Trauerspiel und verschlimmert noch den Unterschied zwischen Kindern aus bildungsfernen Familien und Haushalten, in denen mehr als nur ein Notebook vorhanden sind. Der E-Perso und die E-Government-Wüste...
  • Der Klimawandel gehört mit oberster Priorität auf die politische Agenda. Sonst gibt es bald nichts mehr zu regieren.
  • Und das seit Jahrzehnten bekannte Problem der Überbevölkerung muss auch endlich weltweit angegangen werden. Die steht in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel und dem Turbokapitalismus, der unendliches Wachstum auch in der Bevölkerung braucht. Bildung, insbesondere von Mädchen, gute, medizinischer Versorgung und Zugang zu Verhütungsmitteln weltweit!
  • Weltfrieden! Den wünsche ich mir so sehr, doch wir exportieren den Tod in alle Welt und der sogenannte "Wertewesten" mit Frankreich und USA machen dabei kräftig mit. Dabei ist Krieg eine der häufigsten Fluchtursachen. Wer Krieg sät, wird also Flüchtlinge ernten. Und wenn immer mehr Menschen in Zukunft auch noch wegen dem Klimawandel und den Dürre- und Hungerskatastrophen fliehen müssen, dann wird es ungemütlich. Und wir müssen aufpassen, dass die Rivalität zwischen USA und China nicht eskaliert.

Diese Wünsche habe ich nicht erst seit der Corona-Katastrophe. Aber ich hoffe, dass durch diese Katastrophe mehr Menschen dazu veranlasst werden, sich diese Dinge ebenfalls zu wünschen und darauf hinzuarbeiten, dass sie wahr werden. Ich behalte das im Auge.

[Satire an] Und wenn wir doch eines Tages in einer neuen Weltordnung aufwachen, in der die Menschheit wieder in eine Zukunft auf einem lebenswerten Planeten blicken kann, explodiert vielleicht Beteigeuze zu einer Supernova, die man mit bloßem Auge sehen kann. Dann hat das Ende der Corona-Katastrophe auch noch einen religiösen Touch. [Satire aus]

Everything's going to be okay!
Carl Grimes


Updates

Absatzwirtschaft (20.03.2020): Die Welt nach Corona: Wie wir uns nach der Krise wundern werden - Zukunftsforschung: Wann kehrt alles zur Normalität zurück? Niemals!

DerStandard (04.04.2020): Nach der Corona-Krise: Was noch alles gehen könnte - von der Forderung, Ungleichheit, Rassismus oder Klimawandel mit der gleichen Vehemenz zu bekämpfen

Nachdenkseiten (13.05.2020): Werkverträge müssen endlich für illegal erklärt werden - Beispiel Schlachthöfe

ntv (18.05.2020): Schlachthöfe: Werkverträge, Subunternehmer, schlechte Arbeitsbedingungen, Niedriglöhner, Sammelunterkünfte - wird hier bald aufgeräumt?

ntv (19.05.2020): Corona-Krise lässt CO2-Ausstoß zwar absacken, aber die Wirtschaft hat sich strukturell (noch) nicht geändert

Heise (20.05.2020): Weniger Konsum für mehr Umweltschutz

Spiegel (23.05.2020): EU Green Deal-Entwurf, kaum zu glauben, wie in klimafreundliche Infrastruktur investiert werden soll, ohne Luftfahrtbranche strukturell (noch) nicht geändert

Tagesspiegel (22.05.2020): Europa muss jetzt die Wirtschaft der Zukunft aufbauen

Süddeutsche (25.05.2020): Einen Impfstoff gegen Coronaviren wie SARS-CoV zu entwickeln, war für die Pharmaindustrie finanziell nicht interessant - Finanzielle Interessen haben die Agenda der Wissenschaft zu stark geprägt

Zeit (25.05.2020): DLR forscht für traubhausgasneutralen Flugverkehr

Spiegel (27.05.2020): Leopoldina-Forscher fordern Umbau des Gesundheitssystems, weniger wirtschaftliche Maßstäbe, bedarfsgerechte Versorgung, Reserve von Schutzausrüstung, Medikamente und Medizinprodukte, Kritik an Fallpauschalen

Frankfurter Rundschau (31.05.2020): Vier Ideen für ein besseres Gesundheitssystem

Zeit (04.07.2020): Die Unfähigkeit der autoritären Männer - Rechtspopulismus an den Rand gedrängt?

Telepolis (06.07.2020): Die Energiewende nimmt Form an

Spiegel (07.07.2020): Widerstand gegen Bolsonaro - Brasilianische Firmen machen Druck gegen Regenwaldzerstörung

Zeit Campus (08.07.2020): Unser Wirtschaftssystem ist überhitzt und ausbeuterisch. Wir müssen den Neustart nach Corona nutzen, um das zu ändern.

ntv (11.07.2020): Wie viele Menschen können auf Erde leben?

Spiegel (13.07.2020): Millionäre fordern höhere Steuern - für sich selbst

Neue Zürcher Zeitung (14.07.2020): Deutschland auf Schweizer Spuren: Das geplante Lieferketten-Gesetz erhitzt die Gemüter - Einhaltung von Menschenrechtsstandards entlang internationaler Lieferketten einfordern

NachDenkSeiten (15.07.2020): Nicht der Verbraucher trägt die Schuld zu den katastrophalen Zuständen in der Fleischindustrie, Politik ist gefragt.

Allerdings werden die Schweine bei Tönnies nicht per Bolzenschuss getötet, sondern soviel ich weiß mit CO2-Gas.

NachDenkSeiten (04.08.2020): Werkverträge sollten für ALLE Branchen verboten werden, nicht nur für die Fleischindustrie

ntv (08.08.2020): Neue Wirtschaft nach Corona? "Müssen ungesunde Globalisierung zurückbauen"

Telepolis (20.08.2020): Die elende Sehnsucht nach "Normalität"

Zeit (28.08.2020): Für die Umwelt und künftige Generationen

Spiegel Paywall (09.09.2020): Das Ende des Neoliberalismus, wie wir ihn kannten

Telepolis (13.09.2020): Wirtschaften mit Plan - aber richtig

Telepolis (20.09.2020): Großzügige Umverteilung erhöht Lebenserwartung - von der Mär des Trickle-Down-Effektes

Zeit (21.09.2020): "Der Neoliberalismus hat ausgedient" (Davos - The Great Reset)

Tagesspiegel (10.10.2020): Herzchirurg kritisiert Gesundheitssystem: "Junge Ärzte werden zu Managern geformt"



Wikipedia: European Green Deal - Keine EU-Billionen für überholte Geschäftsmodelle

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