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Mein Blog-ArchivMittwoch, 19. August 2026 16:11Kurztrip nach León, Spanien, zur Totalen Sonnenfinsternis am 12. August 2026Am 11. August 1999 habe ich meine erste Totale Sonnenfinsternis in München erlebt. Damals haben wir bei einer Freundin im Garten gegrillt. Wir hatten Glück, denn in Trudering riss rechtzeitig die Wolkendecke auf und wir hatten eine phantastische Sicht. Es war für mich als Astronomie-Fan ein so beeindruckendes Erlebnis gewesen, dass ich sofort nachgeschaut habe, wann die nächste Sonnenfinsternis in Deutschland sein würde: 2081. Da ich eher nicht glaubte, dass ich da noch leben würde, habe ich weiter geschaut, wann denn die nächste in Europa wäre. Da kam ich auf die am 12. August 2026 in Spanien. Dies hatte ich mir auf ein Post-It notiert, das jahrelang an meiner Pinwand hing. Das war so ein Fixpunkt, dass ich mit der Reiseplanung bereits im November 2025 begann. Weil ich dieses einmalige Erlebnis auch meinen Söhnen ermöglichen wollte, hatte ich sie gefragt, ob sie Interesse an einem Kurztrip in Familie hätten. Beide sagten zu. Jeden Monat hatte ich einen Merker im Kalender. Ich buchte die Flüge nach Madrid, die Züge nach León, die Ferienwohnungen und einen Mietwagen in León, die Hotels in Madrid. Soweit war alles vorbereitet. Ich hatte León gewählt, da wir von dort aus Richtung Atlantik oder auch ins Landesinnere hätten fahren können, wenn der Wetterbericht nicht so toll gewesen wäre. Auf Mallorca waren die Hotels bereits lange vorher extrem teuer. Das günstigste Doppelzimmer hätte 1,5 Jahre vorher 1.200 Euro gekostet, soweit ich mich erinnere. Und wenn es auf der Insel schlechtes Wetter gewesen wäre, hätten wir da nicht weggekonnt. Auch wegen meinem Problem mit Booten, Schiffen und Wasser. Ich kann das einfach nicht. Trotz allem hatte ich immer das Gefühl, dass die Planung nicht so sorgfältig war, wie normalerweise. Das könnte auch daran liegen, dass ich seit Herbst psychisch derangiert bin, wie ein Zug, den man vom Gleis gehoben und in ein Kiesbett gesetzt hat. Es sind einfach zu viele Baustellen, die mich belasten. In diesem Zustand ist Planen ziemlich anstrengend. Ich hatte immer gehofft, dass noch Freunde mitkommen würden, aber die ich im Auge hatte, werden sich voraussichtlich nächstes Jahr die Totale Sonnenfinsternis am 2. August 2027 in Tunesien anschauen. Die ist mit über 6 Minuten auch besonders lang und nicht so knapp über dem Horizont. Sie wird besonders episch, weil sie auch im Tal der Könige in Ägypten zu sehen sein wird, da sind die Reisen bereits jetzt unbezahlbar. Eine Freundin hatte sich dann aber doch noch spontan angeschlossen, worüber ich sehr froh war. Sonntag, 9. August 2026Die letzten Tage, insbesondere am Sonntag vor Abreise, habe ich dann nochmal alles durchgeschaut. Das Hotel in Madrid habe ich dann umgebucht, damit wir direkt am Bahnhof die Koffer lassen konnten und nicht so viel Zeit verplempern mit Rumgurken. Außerdem habe ich von einem ESA-Event in León erfahren, für das man gar keine Tickets kaufen musste, was gut war, denn ich hätte so kurzfristig sicher keine mehr bekommen. Und der Wetterbericht war so eindeutig superheiß und wolkenlos, dass ich den Mietwagen auch wieder kostenfrei stornieren konnte. Ich hatte mich auch über die öffentlichen Verkehrsmittel informiert, aber nicht sehr gründlich, wie wir feststellen mussten. Ich habe mit meinem 5-Tage-Ticket, das nicht bis zu den Hotels mit "Aeropuerto" im Namen galt, die öffentlichen Verkehrsmittel in Madrid gesponsort. Dann habe ich noch das Limit der Kreditkarte erhöht. Und wir haben schonmal die Koffer angefangen zu packen. Montag, 10. August 2026Der Flieger ging erst am Abend. Ich hatte Iberia gebucht. Es klappte alles wunderbar, bis auf dass wir den Legostore nach der Sicherheitsschleuse nicht besuchen konnten. Unser Flug ging ab Gate D, der Store ist bei Gate A. Da kamen wir aber nicht hin. Und weil ich zu den 2,5 Stunden vorab noch eine halbe Stunde Legostore eingeplant hatte, saßen wir dann erst einmal gelangweilt rum, weil der Store ja erst nach dem Check-In erreichbar gewesen wäre. In Madrid war es dann schon dunkel, und bis wir die Koffer wieder hatten, auch schon sehr spät. Wir haben uns deshalb ein Taxi zum Hotel gegönnt. Zu Essen haben wir nix mehr bekommen. Für einen Drink an der Hotelbar mit unserer Freundin waren wir dann leider auch schon zu müde. Dienstag, 11. August 2026Am nächsten Tag sind wir mit dem Renfe-Zug nach León gefahren. Der war umgebucht worden, die Mail dazu war nur in Spanisch. Ich bin froh, dass Übersetzungen mit KI inzwischen so einfach geworden sind. Wir hatten die Ausdrucke dabei, was gut war, denn der ursprünglich gebuchte Zug war bereits abgefahren, so dass man uns nicht durch die Kontrolle lassen wollte. Dabei haben wir festgestellt, dass unsere mitreisende Freundin etwas spanisch mit zwei Jahren Duolingo gelernt hatte und das Missverständnis schnell aufklären konnte. Die Zugfahrt war sehr angenehm. Draußen rauschte die karge Landschaft an uns vorbei. Der Zug war teilweise mit 300 km/h unterwegs. In dem kleinen Städchen León waren die Ferienwohnungen in Fußreichweite. Nachdem wir beide besichtigt hatten, haben wir uns aufgeteilt. In der größeren wohnten Florian, ich und unsere Freundin, in der kleinen unsere Söhne. Beim Abendessen in einer Touristenfalle haben wir festgestellt, dass das spanische Essen nicht so wirklich etwas für uns ist. Ich gehe in München sehr gerne in die Tapas Bar Teatro mit meinem Team, aber unser vegetarischer Sohn fand außer Kartoffeln nicht viel auf der Karte, und für Florian war das Fleisch in ungewohnter Zubereitung nicht so lecker wie beim Griechen. Und ich mochte nicht, dass alles in Olivenöl getränkt war. Aber die Gässchen in León sind wirklich malerisch. Wir stellten fest, dass die trockene Hitze leichter zu ertragen war. Es war zwar 3-4 Grad heißer als in München, aber uns ging es damit recht gut. Mittwoch, 12. August 2026 - Totale SonnenfinsternisNach einem sparsamen Frühstück - offensichtlich sind die Spanier ähnlich wie die Franzosen gestrickt und ihnen genügt ein Kaffee und ein Croissant - sind wir zur Eventhalle Palacio de Exposiciones y Congresos de León, wo die ESA über die Mittagszeit Vorträge hielt. Es gab leider keinen Merch-Stand und auch keine Möglichkeit, eine Kleinigkeit zu Essen oder zu Trinken zu kaufen. Aber es wurden kostenlos Aufkleber, Postkarten und Kühlschrankmagnete verteilt. Da die Vorträge größtenteils auf Spanisch waren, haben wir nicht so viel mitbekommen. Aber auf dem Parkplatz haben wir schon mit Hilfe von entsprechenden Apps den besten Platz eruiert. Nachmittags haben wir noch einen kleinen Imbiss zu uns genommen. Ich bin dann schonmal voraus gegangen und habe mich vor der Eventhalle positioniert, damit wir auch tatsächlich reinkommen. Als sich der Platz langsam füllte, wurde es für mich doch etwas unangenehm, weil sich die Interessierten dann schon sehr dicht am Eingang drängelten. Plan B mit dem Bus an den Stadtrand zu fahren und ein Stück nach draußen zu laufen, um einfach nur auf einem Feldweg Picknick zu machen, erschien mir plötzlich angenehmer, aber ich hielt durch und konnte meine aufkeimende Panik lange genug unterdrücken, bis Florian und die anderen da waren. Dann war es wieder gut und wir kamen dann in Polonaise auf das Gelände. Dort verteilten sich die Menschen dann ziemlich schnell. Ich ging schnurstraks auf unseren ausgekundschafteten Platz auf dem Parkplatz und breitete unsere Picknickdecke aus. Wir hatten sogar etwas Schatten neben einem kleinen Busch. Als sich die Leute dann zur Beobachtung auf dem Parkplatz versammelten, war ich erleichtert, dass wirklich genug Platz für alle war. Es gab kein Gedränge, jeder hatte eine phantastische Sicht auf die Sonne. Ich hatte schon vor Monaten Brillen bei Bresser bestellt, aber die ESA hatte noch welche kostenlos verteilt. Die Spannung stieg, und als sich um 20:28 Uhr der Mond vollständig vor die Sonnenscheibe schob, ging ein Raunen durch die Menge und meine Söhne waren absolut fasziniert von dem überwältigenden Anblick. Dafür hatte sich die Reise schon gelohnt. Knappe zwei Minuten haben für ein paar Fotos gereicht und dann habe ich die Kamera weggepackt und einfach nur den Anblick genossen. Es war viel zu schnell wieder vorbei. Ich kann es sehr gut verstehen, dass es Menschen gibt, die diesem Ereignis weltweit hinterherreisen. Anschließend waren wir in der Pizzeria Vespa 50 sehr lecker essen. Wir hatten Glück, dass wir sogar noch draußen sitzen konnten. Jetzt konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen, bei dem Glück mit dem Wetter, dem ESA-Event und der beeindruckenden Totalen Sonnenfinsternis. Donnerstag, 13. August 2026Diesmal haben wir gut gefrühstückt im Mahou. Die hübschen Gässchen von León haben es mir wirklich angetan. Wir hatten insgesamt sogar 10 Postkarten geschrieben und sind schon sehr gespannt, wie das ankommen wird. Wir hätten gerne noch eine 11. geschrieben, aber wir haben keine mehr zu kaufen gefunden. Das ist einfach nicht mehr up-to-date. Wir haben unsere Ferienwohnungen geräumt und sind gemütlich wieder zum Bahnhof gelaufen. Erst waren wir irritiert, dass nicht sofort das richtige Gleis angezeigt wurde, sondern nur der Gleisbereich. Aber eigentlich ist das besser als bei uns, denn wenn das Gleis dann feststeht, muss man nicht mehr befürchten, dass es doch noch geändert wird, und man dann quer über den Bahnhof rennen muss, womöglich noch mit schwerem Gepäck. Die Zugfahrt im klimatisierten Renfe-Zug war wieder sehr entspannt. Dafür war die Hitze in Madrid dann wie eine Wand. Wir haben unsere Koffer im The One direkt am Bahnhof in die Zimmer gestellt, aber für Sehenswürdigkeiten war es uns dann doch zu heiß. Wir sind zu einer Shopping Mall gelaufen, wo Florian unbedingt zum Legostore wollte. Wegen der angenehmen Temperatur dort sind wir einfach geblieben und haben mehr gekauft, als beabsichtigt. Freitag, 14. August 2026Am Freitag sind wir dann mittags mit den Öffis zum Flughafen gefahren. Eingecheckt waren wir soweit schon, holten dann unsere Boardingpässe und Kofferlabel am Automaten, nachdem wir einige Zeit in der Schlange standen, da bemerkte Sohn klein, dass auf den Boardingpässen der "15. August" stand. Ich war am Boden zerstört und habe mich maßlos darüber geärgert, dass ich schon wieder mal das Datum verwechselt habe. Das ist echt eine Spezialität von mir und gerade bei Reisebuchungen eigentlich mein Alptraum, weshalb ich normalerweise sowas drölfzig Mal checke. Shit happens! Es wäre schlimmer gewesen, wenn wir am Samstag am Flughafen gestanden und festgestellt hätten, dass unser Flieger am Freitag ohne uns geflogen wäre. Damit die letzten 24 Stunden in Madrid dann möglichst angenehm wurden, habe ich schnell ein Hotel in Alameda mit Pool gebucht. Florian war zwar der einzige, der Badehosen dabei hatte, und wir haben dort in der Gegend auch keine Schwimmsachen mehr zu kaufen bekommen, aber der Cuba Libre an der Poolbar war auch entspannend. Zum Abschluss haben wir noch das Hotelrestaurant ausprobiert, das wirklich sehr gut war. Hauptsache nicht mehr in der Stadt rumgurken. Samstag, 15. August 2026Nach einem guten Frühstück hat uns der Shuttlebus zum Terminal 4 gebracht und wir konnten an der langen Schlange vorbei direkt unsere Koffer abgeben, weil wir Boardingpässe und Label bereits am Vortag geholt hatten. So blieb uns viel Zeit, am Flughafen noch etwas zu essen. Nur Postkarten gab es keine mehr. Der Rückflug verlief wieder problemlos. Wir waren aber sehr froh, als wir endlich in der S-Bahn nach Hause saßen. Eine junge Frau mochte mein Lederbändchen mit braunem Steindelfin, das ich seit einiger Zeit immer am Hals trage. Sie hatte mal genau so einen Delfin im Italienurlaub am Strand gekauft, aber inzwischen entsorgt. Wir waren ihr so sympathisch, dass sie uns dann eine von ihren Sonnenblumen schenkte. Aber zu Hause ankommen ist dann doch immer wieder schön. Reisen ist halt doch auch anstengend.
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