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Donnerstag, 26. Februar 2026 21:13

Von der Lügnerin über Schriftstellerin zur Bloggerin

Meine Eltern hatten keine Ahnung, was sie damit ins Rollen gebracht haben, als sie mich in der Grundschule das erste Mal auf ein Pony gesetzt haben. Vorher war ich schon ein Tiernarr, wollte alles streicheln, was ein Fell hatte. In Berlin war ich ganz vernarrt in den Hund von Nachbarn, einer schwarzen Bordercolliehündin namens Whisky. Aber seit dem ersten Besuch auf dem Ponyhof war ich mit dem Pferdevirus infiziert.

Leider durfte ich nicht in die Reitschule gehen. Einerseits weil das sehr teuer war, andererseits weil meine Mutter Angst gehabt hat, dass ich runterfalle und mir was tue. Dummerweise habe ich mir dann auf dem Ponyhof aber lauter falsche Sachen angewöhnt, wie am Zügel zerren und die Füße in die Rippen des armen Ponies kloppen. Immerhin habe ich mir Leichttraben abgeschaut.

In meiner Phantasie war ich aber in einer Reitschule. Und ich habe auch erzählt, ich wäre in einer Reitschule. Wir hatten Clubkleidung, rote Sweatshirts und beige Reithosen. Und eine Pferderasse namens Tölzer habe ich erfunden, braune Pferde mit schwarzer Mähne und weißen Köpfen. Natürlich haben mich die Mädchen, die tatsächlich in einer Reitschule waren, und die ich sehr beneidete, durchschaut, weil ich nicht wusste, was "Hilfen" sind. Oder ich dachte damals noch, dass alle männlichen Pferde Hengste wären.

Als ich in die Orientierungsstufe kam, habe ich mit den Lügengeschichten aufgehört. Rückblickend habe ich das sehr geschickt gemacht, denn dann habe ich angefangen, Geschichten zu schreiben, z.B. "Nadja - Großstadtpflänzchen unter Pferden". Somit konnte ich in diese Phantasiewelt eintauchen, ohne Lügengeschichten zu erzählen, weil klar war, dass es nur ausgedachte Geschichten waren.

Mit 12 durfte ich dann endlich in eine Reitschule gehen, nachdem ich meine Eltern jahrelang genervt habe. Die arme Reitlehrerin musste mir dann beibringen, die Pferde nicht so "einzuklemmen" und es hat eine Weile gebraucht, bis ich den Trab aussitzen konnte. Mich hat der militärische Drill aber dann doch genervt und ich habe mit dem Unterricht wieder aufgehört. Aber Geschichten geschrieben habe ich viele, z.B. über den Goldfuchs Mustanghengst Horizontsturm oder der braunen Stute Harysing, die gestohlen wurde und ein Zwillingspärchen den Fall aufklärte (dieses Manuskript ist aber leider verschollen). Und ich habe die Phantasiewelt "Gut Horseback" erfunden, in der ich alle möglichen Pferdegeschichten und auch Menschengeschichten erzählen konnte. Diese habe ich in einer Zeitschrift namens "Ponyexpress" verewigt, mit zahlreichen Illustrationen, und mich einmal wöchenlich mit einer Freundin getroffen, um in diese Phantasiewelt einzutauchen. Bis ich ihr dann irgendwann auch damit auf die Nerven gegangen bin.

Als ich in die Pubertät kam, haben sich meine Interessen natürlich etwas gewandelt. Da habe ich diese Schundromanheftchen Denise verschlungen, amerikanische Teenager-Filme geschaut und in dem Stil Romane geschrieben. Die fanden eine begeisterte Leserschaft in meiner Klasse. Diese Liebesromane waren relativ autobiographisch und ich habe mir teilweise nicht allzu viel Mühe gegeben, die Charaktere zu verfremden oder so zu vermischen, dass man keine Rückschlüsse mehr hätte ziehen können, von wem ich da schreibe. So wusste jeder in der Klasse, wer gemeint war, als ich z.B. von "Peter Lighthouse" schrieb. Da hätte ich den Mädchen in der Klasse auch gleich meine Tagebücher geben können.

Als ich dann irgendwann die Schnauze voll hatte von Jungs, habe ich mich mehr dem Science Fiction, insbesondere Star Trek zugewandt, ebenso wie der Physik (Leistungskurs/Abitur) und hobbymäßig der Astronomie und auch ein bisserl der UFO-Forschung. Die Relativitätstheorie hat mich fasziniert, ich war aber etwas enttäuscht, weil die gar nicht so kompliziert ist, wie man sich das als Laie vorstellt. Die Quantenphysik war nicht Teil des Abiturs, damit habe ich mich dann populärwissenschaftlich auseinandergesetzt, insbesondere mit den Büchern von John Gribbin. Gelesen habe ich sehr gerne Isaac Asimov, später dann Andreas Eschbach.

In dieser Zeit habe ich einen Star Trek Roman geschrieben namens "Vulkans Kinder", in der der Charakter T'Ra Shrij Mar Shandij vorkam (wusste alles, konnte alles, und sah verdammt gut aus). Daher habe ich "Shandij" oft als Online-Pseudonym verwendet. Und einen Roman über zeitreisende Dinosaurier. Die Bücher zur Besiedelung des Mars und eines Genexperiments sind im Konzeptstadium stecken geblieben.

Schreiben hat mir auch über eine depressive Phase geholfen, allderings ist diese Kurzgeschichtensammlung, die in dieser Zeit entstand, absolut nicht dazu geeignet, von irgendjemanden gelesen zu werden. In dieser Zeit war das Schreiben für mich so etwas wie eine Therapie.

Als ich dann in den Offiziellen Star Trek Fanclub Deutschland eingetreten bin, habe ich als Redakteurin und Autorin für das Fanzine "Bordtime" gearbeitet, das neben der "Trekworld" abonniert werden konnte, aber eher ein Schattendasein fristete. Mein bester Artikel war "Stilbluten", in dem ich mich über das Leid einer Redakteurin ausließ und darüber philosophierte, was mit "Lockbüchern" gemeint sein könnte. Später habe ich noch sporatisch als Autorin für das Star Trek Forum Magazin und der halbjährlich erschienenen Starbase geschrieben. In dem Buch "The Great Link 2", in dem jeweils zwei Geschichten von TOS, TNG, VOY und DS9 erschienen, habe ich auch eine wunderschöne TOS-Geschichte "Die Stimme des Herzens" geschrieben, für die ich sehr viel Lob bekommen habe, in der die autobiographischen Komponenten aber stärker versteckt waren.

Als ich 1999 zum ersten Mal Mutter wurde, war es mit dem Schreiben dann vorbei. Ich hatte einfach keine Zeit mehr, denn um zu schreiben, hätte ich mindestens 4 Stunden am Stück gebraucht, in denen ich nicht gestört werde, damit ich in meine Phantastiewelt eintauchen und in ihr leben kann. Diese Zeit und Muse hatte ich dann einfach nicht mehr.

Ab und an habe ich noch Tagebuch geschrieben oder heute eben diesen Blog, aber für Geschichten oder gar Romane hat es nie wieder gereicht.

Und die K*ck-AfD wehrt sich mit allen Mitteln dagegen, als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft zu werden. Das wird ihr aber nix nutzen, weil alle Faschisten zum Verlieren verdammt sind. Sooooo...

Themen: Blick in die Vergangenheit | Sonnenstrahl | Pferde/Reiten | Science Fiction | Star Trek
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09.01.2012 13:04 Clicks: 3326037

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