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Sandra's Blog-Archiv

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Sonntag, 5. April 2026 19:12

Pferdeparadies

Als ich anfing mit dem Gedanken zu spielen, mein alterndes Lieblingspferd Felix von der Reitschule zu kaufen, um ihm einen schönen Lebensabend zu schenken, wollte ich unbedingt, dass er in einen Offenstall kommt. Glücklicherweise hatte eine Freundin kurz zuvor bereits alle Ställe im Münchner Osten angeschaut, um für ihr Pferd die passende Bleibe zu finden, und hat unseren wunderschönen Aktivstall gefunden. Dort wollte ich mit Felix unbedingt hin. Er sollte auf keinen Fall in einer Box bleiben, auch nicht in einer Paddockbox.

Der Stall ist in jeder Hinsicht wunderbar. Die Pferde sind den ganzen Tag draußen. Im Paddockbereich gibt es die Tränke, Heuraufen und Liegehallen. Drum herum sind Separrés, in denen sich die Pferde auch mal aus der Herde nehmen können, wenn es ihnen zu stressig wird. Und es gibt noch die individuellen Heubereiche, in die kleine Gruppen von Pferden Zugang bekommen, die sich auch untereinander gut verstehen, und die einen höheren Heubearf haben. Außerdem gibt es Futterautomaten, in denen Hafer, Heucobs und Mineralpellets warten.

Die Anlage ist computergesteuert. Die Pferde werden an ihren Chips erkannt, die entweder in die Mähne geflochten sind, mit einem Halsband getragen werden oder - wie in Felix Fall - in den Halsmuskel implantiert wurden. Dadurch kann man jedes Pferd individuell nach den eigenen Bedürfnissen ohne größeren Aufwand füttern. Da die kleinen Portionen über den ganzen Tag verteilt abrufbar sind, haben wir auch nur selten Koliken in der Herde. Die Koppel kann ebenfalls individuell freigeschaltet werden. einem Pferd wurde mal ein GPS-Sender angebracht. Dabei kam heraus, dass es 14 km an einem Tag gelaufen ist. Das ist für ein Pferd mit Arthrose wie Felix ideal. Und ich muss nicht jeden Tag in den Stall fahren, sondern drei bis vier Mal in der Woche reichen vollkommen aus.

Felix liebt die Koppel, und da er das Gras glücklicherweise gut verträgt, kann er sich auch die meiste Zeit einfach dazu entscheiden, draußen auf der Wiese zu bleiben. Wenn er dann abends in den Paddockbereich rein kommt und seine Lieblingsfutterstation aufsucht, prasseln mehrere Portionen hintereinander in den kleinen Futtertrog. Das erinnert mich immer an einarmige Banditen aus Las Vegas und ich schmunzel dann: "Felix hat wieder den Jackpot geknackt!"

Er war schon immer ein genügsames und zufriedenes Pferd, aber seit er in diesem Aktivstall lebt, ist er noch ausgeglichener geworden. Er hustet nicht mehr, weil er nicht mehr die Ammoniakdünste seines eigenen Urins einatmen muss, wie das Boxenpferde tun. Die Bissspuren und ausgefranste Mähne zeigen mir, dass er viel mit seinen Argenossen spielt. Und der verkrustete Schlamm auf seinem Widerrist zeigt mir, dass er sich noch wälzt. Das ist wichtig, denn Pferde, die als Fluchttiere Angst haben, nicht mehr aufstehen zu können, hören im Alter auf, sich hinzulegen. Dann wird es an der Zeit, sich zwischen dem eigenen Schmerz und dem Schmerz des geliebten Tieres zu entscheiden. Glücklicherweise ist unsere Tierärztin der Meinung, dass dieser Tag noch nicht gekommen ist. Trotzdem machen wir nur noch schöne Sachen!

Außerdem könnte ich mir dieses teure Hobby und Herzensprojekt nicht ohne Florian leisten. Danke dafür, dass du noch nie über eine Tierarztrechnung geschimpft hast. Ich liebe dich!

Sandra sitzt mit Reithelm und weinroter und blauer Reitbekleidung, die etwas verdreckt ist, auf dem mittelgroßen, hellbraunen Pony namens Felix, das eine dichte, schwarz-weiße Mähne hat, auf einem sonnigen Feldweg. Im Hintergrund stehen ein helles Wohnhaus mit mehreren Fenstern sowie ein Holzgebäude und ein Zaun. Sandra hält locker die Zügel, während das Pony entspannt dasteht, die Augen halb geschlossen.

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09.01.2012 13:04 Clicks: 3341286

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