Mein Blog-Archiv

Thema: Interessen/Bücher

Seite: 1   [1] 

Dienstag, 7. April 2026 19:23

Warum wir nicht durch Wände gehen - Florian Aigner

Wie die meisten Bücher über Quantenphysik, die ich bisher gelesen habe, beginnt auch dieses Buch Warum wir nicht durch Wände gehen - Florian Aigner mit dem Doppelspaltexperiment. Ich bedauere alle Menschen, die dieses faszinierende Experiment nicht live in der Schule erleben durften. Es hat sich in mein Gehirn eingefräßt, weil ich es einfach unglaublich faszinierend fand, dass die Welt nicht so zu sein schien, wie wir es aus unserem Alltagserleben gewohnt sind.

Ich habe aber gerade eine Frage. Wenn man zwei Steine in ein Wasserbecken fallen lässt, dann werden die Wellen am Beckenrand reflektiert und nach kurzer Zeit werden die Interferenzen chaotisch, bis es sich vollkommen aufgehoben hat und die Wasseroberfläche wieder glatt ist. Das Muster an der Wand hinter dem Doppelspalt jedoch zeigt ein Muster wie die ersten Wasserwellen, die dort auftreffen, und scheinen dann eingefroren. Warum? Die Lichtquantenphotonenschwubbelwellen werden doch ebenfalls reflektiert. Weshalb bleibt das Muster an der Wand dann aber gleich? Wahrscheinlich gibt es dafür eine ganz einfache Erklärung. Vielleicht weil die Lichtquelle dauerhaft strahlt, während zwei ins Wasser geworfene Steine nur ein einmaliges Ereignis ist.

Die Quantenphysik erlaubt keine Telepathie, dafür aber Quanten-Teleportation. Ich freue mich, dass Florian für die weitere Erklärung das Beamen aus Star Trek herangezogen hat. Allerdings erklärt er auch, weshalb uns das auch in Zukunft nicht gelingen wird. Er räumt auch damit auf, dass Quantenkryptographie hundertprozentig sicher sei.

Florian erklärt recht einleuchtend, weshalb man doch lieber der einfacheren Theorie anhängen sollte, nämlich dass es einen fundamentalen Zufall gibt, anstatt der Viele-Welten-Theorie, die alles nur unnötig kompliziert macht. So gern ich Paralleluniversen-Geschichten in der Science Fiction habe, aber mittlerweile bin ich doch Anhängerin der Kopenhagener Deutung, des fundamentalen Zufalls.

Am Ende des Buches erklärt Florian noch, wie die Quantenfluktuation für die Strukturen im Universum verantwortlich sind. Wie nach den Gesetzen der Quantenphysik überhaupt erst DNA entstehen kann. Ich hatte mich mit einem Freund (einem der wenigen, mit denen ich über Quantenphysik überhaupt diskutieren konnte) mal gestritten, weil ich glaubte, dass die Quantenstruktur für die chemischen Gesetze und damit für die Entstehung des Lebens überhaupt verantwortlich wäre. Wenn ich Florian richtig verstanden habe, dann lag ich damit gar nicht mal so verkehrt.

Das Buch zu lesen war ein wenig anstrengend. Daher habe ich dafür etwas länger gebraucht, als Florian gebraucht hat, um sein neues Buch Die Wirklichkeit ist auch nicht wahr zu schreiben. Ich denke aber, dass dies eine deutlich leichtere Lektüre sein wird.

Themen: Bücher | Quantentheorie
Clicks: 7

Freitag, 6. März 2026 19:45

Das Tagebuch der Anne Frank

Kaum eine Schullektüre hat so einen Einfluss auf mein Leben gehabt, wie das Tagebuch der Anne Frank. Das ganze Ausmaß des Schreckens der NS-Zeit war darin mehr oder weniger hautnah zu erleben. Wir hatten auch einen S/W-Film dazu angeschaut und die ganze Klasse hatte danach geheult. Eine Klassenkameradin war sogar noch schockierter, weil sie Jüdin war. Ich glaube, in dieser Zeit bin ich Antifaschistin geworden.

Ich habe mein erstes Tagebuch zum 10. Geburtstag (1982) geschenkt bekommen. Damals wusste ich noch nicht so recht, was ich da hineinschreiben hätte sollen. Deshalb habe ich nur sporadisch mal ein paar Dinge notiert. Mit 12 (1984) habe ich dann angefangen, mehr oder weniger regelmäßig zu schreiben. Und mit 13 (1985) nach der Lektüre dieses Buches habe ich sehr lange wirklich jeden Tag geschrieben. Teilweise habe ich auch ihren Schreibstil imitiert, nur "Liebes Tagebuch..." habe ich nicht geschrieben. Irgendwann wurden die Einträge wieder sporadischer. Der letzte handschriftliche Eintrag im 37. Buch ist von 1994. Danach habe ich ab und zu mal im Computer auf Word meine Gedanken festgehalten und sortiert, wenn zu viel Chaos in meinem Kopf herrschte. Und seit 2005 blogge ich, aber auch ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Seit ich aber festgestellt habe, wie praktisch es ist, wenn ich in meinem Blog auch Dinge nachlesen kann, die ich vergessen habe, blogge ich wieder täglich. Meistens nur für mich, selten "for friends only", was man nur als eingeloggter User lesen kann, und hin und wieder öffentlich, insbesondere wenn wir von unseren Touren berichten.

Als Tommy während der Corona-Pandemie die WildMics Community darum bat, für sein Projekt Da Bist Du Nicht Allein (Charity) Beiträge zu liefern, war für mich sofort klar, dass ich unbedingt die Zeile mit dem Tagebuch der Anne Frank lipsyncen möchte. Das Exemplar, das ich in dem Video hochhalte, ist exakt das Buch, das ich damals in der Schule gelesen hatte.

Screenshot von Youtube. Sandra mit einem warmen Schal, offenen, scharzen Haaren hält das rote Tagebuch der Anne Frank neben das Gesicht. Sie singt die Zeile 'andere halten sich ernsthaft für Anne Frank'. Im Hintergrund ist eine Wiese und Bäume im Nebel zu sehen. Der Youtube Kanal ist von Tommy Krappweis und hat 716 Likes.

Florian und Sandra schmiegen ihre Gesichter aneinander, während sie '... da bist du nicht allein...' singen. Sandra hat den weiß-schwarz-rosa Loopschal umd, Florian einen schwarzen Hoodie an, unter dem man das Ferngesprächs-T-Shirt erahnen kann. Der Nebel im Hintergrund ist mittlerweile verflogen und hinter den kahlen Baumkronen und den Häusern sieht man den blauen Himmel.

Im innerehelichen Wohlfühl-Laberpodcast "Ja, Schatz!" von Sophia und Tommy schreibe ich in Folge 6 in den Twitch-Chäd, dass ich auf dem 18. Geburtstag von Tommy zu Gast gewesen war. Tommy wollte dann wissen, ob das peinlich gewesen wäre. Es war nicht peinlich. Ich habe ihm den Eintrag aus meinem Tagebuch von 1990 herausgesucht, aber ich hatte die Party damals eher als langweilig empfunden, auch wenn ich Tommy und seinem damaligen Musiker-Kumpel zugestanden hatte, dass sie sich echt Mühe gegeben hatten. Aber was für ein Schätzchen, dass ich das nachlesen kann!

Ich hatte immer gedacht, dass ich irgendwann in meinem Leben meine Tagebücher nochmal lesen müsse und sie dann verbrennen. Ich bin gerade bei Tagebuch Nummer 3 - und nein, ich habe sie nicht verbrannt. Ich habe aus Gründen gerade einen sehr nostalgischen Anflug. Ich finde es faszinierend, wie ich verschiedene Schriftarten ausprobiert habe. Am Ende bin ich jedoch wieder bei Druckschrift gelandet, wie 1984. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich in den Büchern nie explizit geworden bin. Vermutlich hatte ich immer im Hinterkopf, dass die ja auch jemand lesen könnte, oder noch schlimmer, veröffentlichen wie das Tagebuch der Anne Frank. Aber wenn ich das so lese, weiß ich natürlich, was da noch passiert ist oder was ich gefühlt habe. Das ist eine sehr interessante Reise in die Vergangenheit. Man könnte sagen, dass ich gerade meine Pubertät ein zweites Mal durchlebe.

Und ich wollte noch sagen, weil wir gerade bei Antifaschismus sind: die Arschkrampen von der AfD vertragen die Wahrheit nicht.

Themen: Blick in die Vergangenheit | Tommy Krappweis | Bücher | Menschenrechte | Demokratie | Corona | Weltfrieden | Zeugen Kühlwaldis
Clicks: 17

Montag, 27. Oktober 2025 19:22

Früher war alles schlechter - Guido Mingels

Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch Früher war alles schlechter heute noch so geschrieben werden könnte. Aber ich habe die These, dass alle Verbesserungen aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Und wenn es den Menschen gut geht, dass sie auch fähig sind, altruistisch zu sein. Geht es ihn nicht gut, dann werden sie egoistisch, um zu überleben. Wer kann es ihnen verdenken. Altruismus muss man sich halt auch leisten können.

Die meisten Tendenzen zur Besserung in diesem Buch gelten nach wie vor. Aber in der derzeitigen Krise steigt z.B. der Hunger, wie der Welthunger-Index zeigt.

Ich denke, dass das Pendel immer etwas hin und her schwingt, nach dem Motto zwei Schritte vor, einer zurück. So geht es immer vorwärts, aber nie überall gleichmäßig und auch nicht immer gleichzeitig. Deshalb versuche ich immer, die positiven Nachrichten zu finden, die es ja auch gibt, aber sich leider schlechter verkaufen.

Mein Savespace sind derzeit die vielen Wissenschaftspodcasts:

Themen: Bücher | News | Schöne neue Welt
Clicks: 22

Sonntag, 23. März 2025 20:42

Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden. - Raúl Aguayo-Krauthausen

Das Buch Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden. - Raúl Aguayo-Krauthausen gehört leider zu der Kategorie "Halbe Bücher", weil ich es nicht zu Ende lesen wollte. Ich denke trotzdem, dass es wichtig ist, denn Menschenrechte, auch das Recht auf ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben, gelten selbstverständlich für alle Menschen. Raúl beschreibt, wie Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft ausgegrenzt werden, dass Förderschulen und Behindertenwerkstätten dazu maßgeblich beitragen, mehr noch, dass hier Menschen ausgebeutet werden.

In zahlreichen Interviews beleuchtete er viele Aspekte des Lebens behinderter Menschen, auch die Sexualität. Zwei Ausdrücke haben es in unseren Sprachgebrauch geschafft: Einmal der Umstand, dass man nicht "an den Rollstuhl gefesselt" ist, sondern dass dieser für ein selbstbestimmtes Leben notwendig und geschätzt ist. Und dass man nur eine bestimmte Anzahl "Löffelchen" (also Energie) täglich zur Verfügung hat, und dass man mit diesen haushalten muss. An manchen Tagen hat man mehr Löffelchen, an manchen Tagen weniger zur Verfügung.

Weggelegt habe ich das Buch ab dem Kapitel "Intersektional denken?" im Teil II. Nicht, weil ich es schlecht fand. Sondern weil ich mich gedanklich mit anderen Themen beschäftigen möchte.

Thema: Bücher
Clicks: 20
Seite: 1   [1] 

Last Update:
09.01.2012 13:04 Clicks: 3375279

© 1998 - 2026 by Sandra König |  Datenschutzerklärung |  Impressum