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Thema: privat/Eigenes Pferd Felix

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Samstag, 2. Dezember 2023 17:56

Romantisches Wochenende mit Sadisten

Ja, das war Clickbaiting. Sorry!

Vortrag von Lydia Benecke: Sadisten - tödliche Liebe in Ergolding

Wir hatten Tickets für Lydia Beneckes Vortrag "Sadisten: Tödliche Liebe" in Ergolding bei Landshut für Freitagabend. Normalerweise dauert die Fahrt dorthin etwa 1:15 Stunden, ist also quasi ein Vorort von München *hüstel* Aber das sind wir damals zu Martin Moder mit seinen Science Busters auch nach Ingolstadt gefahren. Nur dachte ich nach unserem letzten Vortrag bei Lydia, dass es sehr spät werden könnte und hatte vorsorglich ein Hotel, nämlich das Hotel Life Style gebucht, das ca. 10 Minuten mit dem Auto vom Veranstaltungsort Bürgersaal Ergolding entfernt ist. Nachdem es am Freitag dann wie irre zu scheien angefangen hat, war das wohl mehr als klug gewesen. Wir sind auch eine Stunde früher, also 16:00 Uhr losgefahren, denn bei diesen Witterungsverhältnissen plane ich gerne die doppelte Zeit ein. Gaaaanz kurz hatte ich überlegt, das Ganze abzublasen, aber dann hätten wir einen fantastischen Abend verpasst.

Die Fahrt war abenteuerlich, aber ich bin einfach ganz in Ruhe in angepasster Geschwindigkeit gefahren und wir kamen kurz vor 18:00 Uhr im Hotel an. Dort gab es auch ein Restaurant, in dem wir nach dem Check-In dann zu Abend gegessen hatten. Das Essen war hervorragend und es gab sogar ein äußerst leckeres Crème brûlée und alkoholfreie Cocktails. Das Zimmer war sehr ungewöhnlich, denn das Bett stand in der Mitte und am Fußende der Fernseher (den wir sowieso nie benutzen). Zum Bad hin war ein Fenster, das man durch einen Vorhang im Zimmer verdecken konnte.

Der Bürgersaal war riesig, aber die Stuhlreihen waren nur schätzungsweise zu 30% gefüllt, also etwa 200 Besucher. In der WGT 2018 hatte Lydia den Blauen Salon mit 200 Plätzen locker gefüllt und wir standen draußen mit noch zig anderen, die nicht mehr reingekommen waren. Aber das ist natürlich einmal im Jahr die geballte Zielgruppe. In Ergolding waren die meisten Leute sogenannte "Normis", oder manchmal sagen wir auch "Muggels" zu ihnen, nur vereinzelt konnte man Menschen als Goths erkennen, aber sehr dezent und unauffällig.

Der Vortrag war mal wieder der absolute Hammer. Lydia kann ohne Probleme 3:30 Stunden am Stück reden. Die halbe Stunde Pause war wieder in erster Linie für das Publikum, das ihr Buch Sadisten signieren ließ und das eine oder andere Foto machen ließ. Das passierte auch schon vor der Show, als ihr ominöser Fahrer eine Brezel aß und für Fotos immer kurz zu kauen aufhörte und in die Kamera lächelte. Profi halt :-) Ein Mädchen hat sogar ihr rosa-schwarzes Plüschkaninchen signieren lassen. Das war soooo süß!

Lydia hat ihren Bildungsauftrag vollends erfüllt. Jetzt wissen wir, warum Fifty Shades of Grey hochgradig problematisch ist, und das nicht nur, weil es BDSM so darstellt, wie sich Normis das vorstellen (ähnlich wie "Ostwind" das Pferdeleben so darstellt, wie sich das Normis vorstellen), wer Marquis de Sade ist, von dem das Wort "Sadismus" kommt, warum man es Menschen nicht ansieht, wenn sie Serienmörder sind (wie "Dexter") und dass das "DS" in "BDSM" auch noch eine Bedeutung hat. Wer noch mehr darüber wissen möchte, muss sich ein Ticket für eines ihrer Vorträge holen :-)

Es ist noch sehr spät geworden. Der Vortrag ging bis 23:30 Uhr, aber nachdem auch der Letzte ihr Autogramm erhalten hatte, wurden wir irgendwann quasi mit rausgekehrt. Wir mussten erst Mal unser Auto ausbuddeln. Und dann war ich echt froh, heil im Hotel angekommen zu sein und dass wir dort auch eine Tiefgarage hatten. Auf der Fahrt haben wir zwei ineinander verkeilte LKW gesehen, die sich auf einer Auffahrt zur Bundesstraße getroffen haben. Witzigerweise hatten Bekannte von uns im gleichen Hotel gebucht, allerdings mussten sie durch den Nachteingang, dessen Vordach den Schneemassen nachgab und halb eingestürzt war. Was für ein Abenteuer! Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Vollkommen aufgedreht von dem tollen Abend haben wir dann noch eine Room Party bis 2:30 Uhr gemacht. Da kam schon richtiges Confeeling auf.


Nachdem ich wie ein Stein geschlafen hatte, bin ich 8:15 Uhr wieder aufgewacht. Auf das Frühstück hatte ich mich sehr gefreut, denn es hatte einen guten Ruf. Und dem wurde es auch gerecht, denn ich habe noch nie so liebevoll angerichtetes Rührei gegessen. Und auf einer Etagere gab es allerlei Süßes mit und ohne Schokolade und kleien Gläschen mit Mousse au chocolat. Getreu dem Motto, dass ich nur Kalorien esse, die auch schmecken, genoss ich jeden Bissen. Sollten wir mal wieder in Landshut sein, dann werden wir wieder im Life Style einchecken.

Die Heimfahrt war dann abenteuerlich. Beim Tanken füllte ich gleich mal Frostschutzmittel nach, dann holten wir beim Edeka noch ein paar Kleinigkeiten und Karotten für Felix und dann machten wir uns auf die Schlittertour heimwärts. Bei dem Dauerschnee kam der Winterdienst natürlich nirgends hinterher. Der Edeka hatte auch ab 14:00 Uhr geschlossen und in den Social Media wurden zig Schneefotos gepostet. Auf der Fahrt haben wir sechs oder sieben PKW gesehen, die von der Fahrbahn abgekommen waren und drei LKW, die auch irgendwie schief rumstanden. Wann kapieren die Leute es endlich, dass Winterreifen physikalische Gesetze nicht außer Kraft setzen? Ich bin jedenfalls nie schneller als 80 km/h gefahren.

Ursprünglich hatte ich vor, nochmal in den Stall zu fahren, nachdem ich Florian zu Hause abgesetzt habe, aber bei den Witterungsverhältnissen haben wir unsere Pläne geändert und sind auf dem Heimweg kurz im Stall vorbeigefahren und haben nur geschaut, ob es Felix gut geht und die Karotten abgeliefert. Als wir dann endlich zu Hause angekommen waren, war ich heilfroh, dass nichts passiert ist. Wenn es nicht sein muss, sollte man bei solchen Bedingungen lieber zu Hause bleiben.

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Samstag, 30. Juli 2022 15:35

Hufstory - Umstellung von Beschlag auf Barhuf

Als ich Felix im Juli 2019 kaufte, war klar, dass er im neuen Stall hinten keine Eisen mehr haben dürfte, weil es im Aktivstall schonmal vorkommt, dass es zu Rangeleien kommt. Keine Eisen an den Hinterbeinen reduziert erheblich die Verletzungsgefahr. Die ersten beiden Monate blieb er so noch in der Box und verkraftete die Umstellung vollkommen problemlos.

Nach dem Umzug in den neuen Stall zeigte er hin und wieder etwas Fühligkeit hinten, da die Ausreitwege doch mit viel Kies bedeckt waren. Ich probierte Hufschuhe aus, aber mein gewähltes Modell verdrehte sich an den schmaleren Hinterhufen, so dass ich das schnell wieder bleiben ließ. Letztendlich gewöhnte sich Felix aber auch an den Boden, wenn man nicht zu oft ausritt. Außerdem kannte ich mit der Zeit auch die schöneren Strecken mit Wiesenstreifen in der Mitte oder komplett grasbewachsene Wege.

Leider verschlechterte sich die Hornqualität vorne, besonders rechts. Durch seine Probleme mit dem linken Hinterbein, das er etwas nachschleift und entlastet, wodurch er sein rechtes Vorderbein stärker belastet, verlor er im Juli 2020 das erste Mal ein Eisen. Ich versuchte, das Horn mit Wasserglocken geschmeidiger zu machen. Aber die Qualität verbesserte sich leider nicht mehr. Außerdem bildete sich ein Spalt.

Unser Schmied bemühte sich, dagegen anzukämpfen, indem er eine Furche in das Horn schlug, damit der Spalt nicht weiter nach oben wandert, und das Eisen flacher zu schmieden, um den Druck zu mindern. Aber schon im März 2021 verlor Felix das nächste Mal ein Eisen. Das ist wirklich sehr nervig.

Da mein Schmied krank war, nutzte ich die Gelegenheit, um es einmal ganz ohne Eisen zu probieren. Eigentlich wollte ich das sowieso, aber wegen der Probleme mit der Hornqualität hatte ich befürchtet, dass das keine so gute Idee sein würde. Leider krüzte der Vertretungsschmied die Außenseite so stark, dass Felix nicht nur schief lief, sondern nach einer Woche richtig lahmte vor Schmerzen. Die Sohle war zu dünn an der Stelle und es drohte eine Belastungsrehe. Also lieh ich mir erst ein paar Hufschuhe und kaufte mir sofort zwei Paar, die ich mit viel Ducttape befestigte, damit Felix die im Paddock und auf der Koppel nicht verlor.

Es dauerte ca. 4,5 Monate, bis der rechte, äußere Tragrand endlich wieder seine korrekte Länge hatte. Das war eine sehr anstrengende Zeit, da ich wirklich täglich in den Stall fuhr, um Felix nach der Koppelzeit die Hufschuhe wieder korrekt für die Nacht auf dem Paddock anzubringen. Bei matschigem Boden war es auch vorgekommen, dass die Hufschuhe irgendwo auf der Koppel herumlagen. Das war dann fast wie Ostern. Einmal blieb ein Schuh wie vom Erdboden verschluckt - im wahrsten Sinne dese Wortes. Aber da man sie einzeln kauft, nicht paarweise, besorgte ich schnell Ersatz. Einige Monate später wurde er wieder aufgefunden...

Meine damalige Hufpflegerin, die den Umstellungsprozess begleitete, hat mir dann Mut gemacht, die Hufschuhe von jetzt auf gleich wegzulassen, als der Augenblick für sie passend erschien. Und seit dem, seit Oktober 2021 ist Felix komplett barhuf. Er läuft auch auf den Kieswegen ohne Hufschuhe, allerdings reite ich auch maximal einmal pro Woche für ca. 1-1,5 Stunden aus, wenn überhaupt.

Ich bin sehr glücklich, dass es geklappt hat. Aber mir ist auch bewusst, dass barhuf nicht für jedes Pferd geeignet ist. Das sollte immer eine individuelle Entscheidung sein.

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Montag, 22. November 2021 20:10

Ivermectin

Ivermectin ist ein Pferdeentwurmungsmittel. Das habe ich Felix auch schon verabreicht. Wir entwurmen zwei bis drei Mal im Jahr den gesamten Bestand. Mit Hilfe einer Art Schraube kann man die Dosierung einstellen. Ein Shettlandpony wiegt vielleicht so 150-200 kg. Felix, ein Norweger, 148 cm groß, wiegt etwa 500 kg. Ein Reitpferd (Warmblut) kann man so mit 650-700 kg veranschlagen, bekommen also die gesamte Tube. Kaltblüter sind locker 700 kg schwer, können aber auch über eine Tonne wiegen. Die bekommen dann halt noch den Rest von einem kleineren Pferd im Stall ins Maul gedrückt.

Die meisten Pferde tolerieren das, besonders wenn es danach eine Karotte gibt. Mein erstes Pferd Shiras hat immer einen Zwergerlaufstand gemacht, ist gestiegen und hat einmal sogar ein Halfter zerrissen. Ich glaube daher, dass das nicht besonders gut schmeckt.

An dem Tag, an dem alle Pferde im Bestand das Mittel bekommen, und noch zwei Tage danach, wird die Koppel gesperrt, damit die Pferdeäpfel separat entsorgt werden können. Darin befinden sich die toten Würmer und Eier. Wenn die Pferdeäpfel auf der Koppel verrotten würden, würden die Pferde mit dem darauf wachsenden Gras die Eier wieder aufnehmen und die Entwurmung ad absurdum führen. Da so eine Entwurmung aber eine Belastung für den Pferdeorganismus ist, versucht man dies zu vermeiden, um die Abstände zwischen den Kuren möglichst groß halten zu können. Manche gehen deshalb auch zur selektiven Entwurmung über, nehmen also Kotproben und wählen dann das geeignetste Mittel aus oder entscheiden sich auch dafür, mal einen Wurmkurtermin zu überspringen.

Außer Ivermectin gibt es eine Reihe anderer Entwurmungsmittel für Pferde. Das ist gut so, deshalb ist es grad nicht schlimm, wenn das Mittel mal ausverkauft ist. Die Hersteller dieser Entwurmungsmittel profitieren gerade von den Fake-News ;-)

Ich verstehe ja nicht, wie man so blöd sein kann, ein Pferde-Entwurmungsmittel einzunehmen. Aber ich verstehe ja auch nicht, wie man auf die Idee kommen könnte, Desinfektionsmittel zu spritzen oder zu trinken oder gar seinen Kindern zu verabreichen. Oder Bittersalz und Olivenöl zur "Leber- und Gallenreinigung" zu nehmen, und eine Gallenkolik, perforierte Galle und den Tod zu riskieren. Ich lass meinem Pferd doch auch nicht mit Comirnaty von BioNTech entwurmen.

Aber wer bin ich schon, ich muss nicht alles verstehen.


Updates

Youtube Österreichische Akademie der Wissenschaften - 3 Minuten (17.02.2022): Corona-Faktencheck mit Martin Moder: Was bringt Ivermectin?

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Donnerstag, 7. Oktober 2021 19:51

Felix auf dem Trapez

Felix hat mich heute geflasht. Eigentlich wollte ich nur die Übung wiederholen, bei der er mit den Vorderbeinen auf das Trapez steigt. Aber dann hat er doch tatsächlich auch die Hinterbeine draufgestellt, obwohl ich fast nichts gemacht habe, außer mich vor ihn zu stellen und leicht am Halfter zu zupfen. Ich bin sicher, dass man ihm das vor Jahren mal beigebracht hatte, bevor er bei uns Schulpferd geworden ist. Ein Hammerpferd habe ich da <3

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09.01.2012 13:04 Clicks: 3076553

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