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Mein Blog-ArchivThema: privat/Pferde/Reiten
Dienstag, 12. Mai 2026 15:58Tagebücher 1986In diesem Jahr schlägt die Pubertät voll zu. Ich bin auf Dauerdiät. Ein hormongesteuerter Teenager, wirklich erbärmlich. Ich war extrem begeisterungsfähig, z.B. bei Filmen und Musik. Ich bin von "Ein Herz für Tiere" auf die "BRAVO" umgestiegen. Ich habe mich das erste Mal anders gefühlt, nicht normal. "Raumschiff Enterprise" habe ich zwar gern gesehen (insbesondere 1984), aber weil man mich dann immer angeschaut hat, wie eine weltfremde Spinnerin, habe ich das eher alleine getan und nicht darüber gesprochen. Ich wollte auch zu den Cool Kids gehören und habe versucht, mich anzupassen. Mir war klar, dass niemand perfekt ist, aber ich wollte irgendwie "dazugehören". Ich habe meine Brille gehasst. Natürlich habe ich auch versucht zu rauchen. Marlboro, wegen dem Cowboy und dem Pferd in der Werbung. Aber ich habe den Qualm nie in die Lunge bekommen, weshalb ich dann nur noch gepafft habe, damit es cool aussieht. MusikMusik wurde immer wichtiger, z.B. die TOP TEN aufnehmen. Ich mochte Falco, Depeche Mode, Nik Kershaw (dank Claudia), a-ha, The Beatles und ich fand Gefallen an Kate Bush. Heute kann ich Falco kaum noch hören, aber ansonsten ist mein Musikgeschmack in dieser Zeit geprägt worden und im Wesentlichen so geblieben. KonfirmationIch wollte mich eigentlich nicht konfirmieren lassen. Meine Mama hat versucht mich zu überreden. Zunächste meinte sie, dass Religion wichtig wäre. Ich sah das anders. Wir sprachen zu Hause nie über Gott und Religion, gingen nie in die Kirche, hatten keinerlei christliche Symbole rumstehen. Die einzige in der Familie, die religiös war, war meine Oma väterlicherseits. Und das ging mir dann immer auf die Nerven, wenn ich mit in die Kirche musste. Danach sagte Mama, dass ich dann ganz viele Geschenke bekomme. Ich war zwar schon immer am Sparen und Kaufen und hatte sehr viele Wünsche, aber ich wollte nicht käuflich sein. Das letzte Argument war, dass dann unsere Verwandten aus der DDR eingeladen werden könnten, bevor sie in Rente gingen. Wir hatten vier Leute eingeladen: den Bruder meines Vaters, die beiden Schwestern meiner Mutter und meine Oma mütterlicherseits. Meine religiöse Oma wurde nicht eingeladen, obwohl dieses Fest für sie wichtig gewesen wäre, aber sie konnte als Rentnerin oft in den Westen reisen. Die Erfolgsquote war 50%. Eine Tante durfte als Lehrerin nicht zum Klassenfeind reisen. Mein Onkel hat gerne böse Briefe an Erich Honecker geschrieben und stand deshalb wohl auf einer schwarzen Liste. Aber die andere Tanta und meine Omi durften kommen, worüber ich mich sehr gefreut habe. In dieser Zeit war das Tschernobyl-Ereignis. Meine Tante und Omi vergaßen nie, dass sich der Händler am Obst- und Gemüsestand für die geringe Auswahl entschuldigte, aber wegen des Fallouts konnten viele Sorten derzeit nicht angeboten werden. In der DDR gab es manchmal nur Zwiebeln und Kuba-Orangen, weshalb viele in ihren Gärten selbst anbauten. Die Story wurde auf allen Familienfesten wieder zum Besten gegeben. Ich habe ein Diamant-Fahrrad aus der DDR und ein großes Besteckset bekommen. Nach der Konfirmation habe ich glaube ich nur noch zu Hochzeiten und Taufen meinen Fuß in eine Kirche gesetzt. Kampf den PfundenIch hatte mit Beginn meiner Periode plötzlich ständig Hunger. Heute würde ich das als "Food Noise im Kopf" bezeichnen. Ich nahm relativ schnell zu. Meine Eltern und Familie begannen Fatshaming zu betreiben. Mein Vater hat mich mal mit Super 8 von hinten beim Bergsteigen gefilmt, wobei er dies als "pädagogisch" bezeichnete. Meine Mutter nannte mich "Rosarotes Schweinchen" und klopfte mir bei Gelegenheit auf Bauch und Po. Ich fand es gemein. Genutzt hat es nichts, denn dieser Umgang führte natürlich zusätzlich noch zu Frustessen. Andererseits war ich aber ähnlich. Wenn jemand übergewichtig war, habe ich die Person gerne als "Fettes Schwein" im Tagebuch betitelt. Aber ich habe das niemals laut ausgesprochen. Ich wusste damals noch nicht, dass ich eine Hormonstörung hatte, nämlich Gelbkörperhormonmangel. Das sorgte dafür, dass ich einen verkürzten, unregelmäßigen Zyklus hatte. Der Vorteil war, dass ich nur mäßige Blutungen und geringe Schmerzen hatte. Der Nachteil war, dass ich zu viel Östrogene hatte, die den Appetit anregten und auch dafür sorgten, dass sich die Fettverteilung in der typischen Birnenform äußerte. Oben herum blieb ich mein Leben lang bis jetzt in Größe 36-38, aber unten herum schwankte es je nach Hormonstatus zwischen 38 und 44. Man nennt das auch den gynoiden Adipositatstyp, der leider sport- und diätresistent war. Leider wusste ich davon nichts. Ich gab mir immer selbst die Schuld, hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich mein Essverhalten nicht unter Kontrolle brachte und auch so gar keinen Bock auf Sport hatte. Sport: Judo, Reiten, Fahrrad fahren und TanzenMit meiner besten Freundin bin ich dann in Judo gegangen. Meine Eltern hatte ich dazu überredet, dass ich gehen durfte, weil ich meinte, dass ich mich dann im Notfall gegen aufdringliche Jungen wehren könnte. Und damit ich aus dem Haus komme, weil ich so ein Stubenhocker war. Allerdings hatte ich keinerlei Ambitionen, in die Mannschaft zu gehen und auf Turniere. Reiten war ich meistens nur noch in der DDR. Meine Oma hatte ihre Kontakte immer spielen lassen, so dass ich in verschiedenen Ställen ausreiten konnte, Kutsche fahren oder im Garten auf einem Pony herumreiten. Shiras ist zu meinem Lieblingspferd geworden, auch wenn ich kaum noch zum Ponyhof fuhr. Ich hätte auch mit Pferden nicht auf Turniere gehen wollen. Wettkampfsituationen habe ich vermieden, wo es ging. Ich bin sehr viel Fahrrad gefahren, zur Schule, aber auch einfach durch den Wald, wobei ich Walkman gehört habe. An der Kiesgrube habe ich mich gerne hingesetzt und gelesen und Picknick gemacht. Im Nachmittagssport hatte ich Rhythmische Tanzgymnastik. Das war der einzige Sportunterricht, der mir halbwegs Spaß gemacht hat. Und zu Hause habe ich die Tänze gerne geübt. FreundeIch hatte zwei Freundinnen, die jünger waren als ich. Und dann noch ein paar Freundinnen in meinem Alter. Ich habe nicht gerne telefoniert, meist nur zum Verabreden. Ich habe es überhaupt nicht verstanden, wenn jemand länger als eine Stunde telefoniert hat, dachte aber, dass müsse man manchmal so machen, weil es cool ist. Später habe ich verstanden, dass das an meinem Hörfehler gelegen haben könnte. Ich lese nämlich unbewusst etwas von den Lippen ab und erschließe mir das Gesagte manchmal aus dem Kontext. Wenn man telefoniert, fällt das Lippen lesen weg, weshalb es mich immer sehr angestrengt hat - und heute noch tut - wenn ich telefoniere. Damals habe ich sicher noch besser gehört als heute, aber ich wusste aus dem Deutschen Museum mit dem Lautsprecher mit der "obersten Hörgrenze des Menschen", dass ich den Ton nicht hören konnte. Der Lautsprecher war nicht kaputt, ich wurde nicht verarscht ("Was, das hörst du nicht? Das ist doch total laut!"), weil ich das Vibrieren des Lautsprechers spüren konnte. Ich hatte auch die Angewohnheit, mir vor einem Telefonat immer aufzuschreiben, was ich sagen oder fragen wollte, damit ich nichts vergesse. Und ich habe auch damals schon lieber schriftlich kommuniziert, hatte viele Brieffreunde und gerne Postkarten geschrieben. Manchmal konnte ich auch gemein sein. Damals hatte ich Motto "Behandle jeden Menschen, wie du selbst behandelt werden möchtest" noch nicht. JungsIch war ständig in irgendjemand anderen verknallt. In den Sommerferien war es der süße Typ aus dem Haus gegenüber von unserem Ferienhaus, am ersten Schultag der Neue in der Klasse. Ich konnte seitenweise schreiben, warum ausgerechnet dieser Typ meine große Liebe ist. Ich bin mir beim Lesen selbst auf den Wecker gegangen, weshalb ich dann solche schnulzigen Passagen einfach überblättert habe. Ich hatte immer gehofft, dass die Jungs den ersten Schritt machen. Und ich hätte dann nur noch ja oder nein sagen müssen. Es kam auch manchmal vor, dass Jungs Interesse gezeigt haben, aber die haben mir nicht gut genug ausgeschaut oder waren nicht cool genug. In dem Alter war das Aussehen und der Coolnessfaktor viel zu wichtig. Und die Jungs, für die ich mich interessiert habe, hatten an mir kein Interesse. Ich schon es immer darauf, dass ich zu dick war und eine Brille trug. Auf einer Party kurz vor meinem 14. Geburtstag hat mich ein Junge aggressiv angebaggert, in eine dunkle Ecke manövriert und wir haben rumgeknutscht. Ich wusste, dass der Typ es bei jeder probiert. Trotzdem habe ich mich hin und wieder mit ihm verabredet. Zum Rumknutschen. Und weitere Erkundungen. Aber so richtig verliebt war ich nicht. Wir sind auch nicht richtig "miteinander gegangen". Es gibt auch keine Fotos, auf denen wir gemeinsam zu sehen gewesen wären. Und er wollte auch nie etwas mit mir unternehmen, ins Kino oder Michaelibad gehen. Es war nix Ganzes und nix Halbes. Deshalb hatte ich auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich mich in andere Jungs verliebte. Der Neue in der Klasse hatte es mir so angetan, dass ich all meinen Mut aufgebracht habe, ihn zu fragen, ob er mit mir gehen möchte. Allerdings auf meine eigene, seltsame Art. Erst habe ich eine Adressliste herumgegeben, weil ich vielleicht irgendwann Klassentreffen organisieren wollte. Er hat aber nur "Datenschutz" draufgeschrieben. Die Adresse habe ich dann trotzdem herausgefunden, indem ich einfach mit einer Freundin im selben Bus gefahren bin unter dem Vorwand, irgendwohin zu wollen. Wir haben geschaut, in welchen Hauseingang er ging. Und dort habe ich dann einen Liebesbrief hingeschrieben. Ein paar Tage später habe ich dann all meinen Mut zusammengekratzt und ihn gefragt, ob er den Brief erhalten hätte und was er dazu sagt. So habe ich meine erste Abfuhr bekommen und mich nie wieder getraut, den ersten Schritt zu machen. Ich hatte tatsächlich schon so etwas wie einen Kinderwunsch, allerdings war ich viel zu vernünftig, um hier unüberlegt Unsinn zu machen. Einen Freund hatte ich nicht. Und ich war schon eifersüchtig auf andere Mädchen, die einen hatten. Oder ein eigenes Pferd. Aber ich war auch extrem schüchtern. KommunikationsproblemeFür mich war Kommunikation irgendwie immer ein Rätselraten. Ich fand es extrem schwierig, wenn Leute nicht direkt sagten, was sie meinten. Langsam lernte ich, dass es Floskeln gibt, die etwas anderes bedeuten, als das gesprochene Wort. "Kann ich dir meine Briefmarkensammlung zeigen" war so ein Beispiel. Aus diesem Grund hatte ich oft Probleme. Ich war ein leichtes Mobbing-Opfer und wurde gerne verarscht. Ich habe oft nicht verstanden, wenn etwas ein Witz sein sollte. Oder Ironie. Das geht mir teilweise auch heute noch so, obwohl ich da schon etwas mehr Übung habe. Dafür konnte ich Leute sehr genau beobachten. Wenn die Worte und Taten nicht zusammen passten, dann habe ich die Taten genommen. Umgekehrt war es dafür so, dass ich dazu geneigt habe (und auch heute noch manchmal tue, wenn ich nicht verstumme, sondern ein gewisses Vertrauen habe), Dinge knallhart beim Namen zu nennen. Das fanden Leute dann auch gerne mal witzig, weil "man das doch so nicht sagt". Ich im Gegenzug habe das aber normalerweise nicht als Witz gemeint, sondern habe halt so kommuniziert. Klartext. Kein Subtext. Keine Interpretation. Ich war auch sehr ernst. So stand es in meinem Zeugnis. Ich habe mir immer über alle möglichen Dinge Gedanken gemacht, aber trotzdem nie herausgefunden, wie die Zukunft aussehen würde. Die hat mich dann doch immer überrascht. Eine Freundin sagte einmal zu mir, dass ich mir nicht über Probleme Sorgen oder Gedanken machen solle, die noch gar nicht eingetreten sind. Aber meine Phantasie, mein Kopfkino ist mit mir immer durchgegangen und hat sich alle möglichen Katastrophen ausgedacht. So ganz lösen konnte ich mich bis heute nicht davon. Dafür bin ich doch meist gut vorbereitet, habe Checklisten und mache recht genaue Pläne, z.B. für unsere Wochenenden oder Reisen. KreativitätIch habe ein wenig Gitarre gelernt, das war mir aber dann doch zu mühsam, weil ich offensichtlich kein Talent dazu habe. Die Gitarre von meinem Vater besitze ich immer noch, aber ich fasse sie so gut wie nie an. Ich habe aber sehr gerne geschrieben, Geschichten und Romane, damals noch in erster Linie über Pferde. Und gezeichnet. Natürlich auch Pferde. Ich habe mit Freundinnen auch Hörspiele aufgenommen von der "Colorado Ranch". Dafür habe ich auch die Geräusche produziert, das Hufgeklapper und Gewieher. Leider hab ich diese Aufnahmen heute nicht mehr. GruftiIch habe begonnen, mich in erster Linie schwarz und weiß zu kleiden und nur noch Nietengürtel zu tragen. Nicht ausschließlich, aber immer häufiger. So mutierte ich ganz langsam zum wahrscheinlich einzigen Grufti an der Schule. In der DDR gab es dagegen eine richtige schwarze Szene, insbesondere unter den Depeche Mode Fans. Ich hatte auch einen Hang zum magischen Denken. Aber nachdem ich bereits nicht mehr daran glaubte, dass Freitag der 13. Pech bringen würde, habe ich das Horoskop der Bravo nach einer Woche immer benotet mit 4 oder 5. Danach habe ich nicht mehr an Horoskope geglaubt. ADHS und AutismusIch frage mich, ob ich neurodivergent bin und hier in die Spektren falle. In der Grundschule habe ich ständig Mützen, Schals und Handschuhe und bei Übergangswetter auch meine Jacken vergessen. Meine Mama war manchmal verzweifelt. Meine Handschuhe waren dann alle mit langen Häkelschnüren, die durch die Ärmel gezogen wurden, an der Jacke befestigt. Turnbeutel habe ich gerne vergessen, manchmal aber auch mit Absicht, damit ich am Sport nicht teilnehmen musste. Meine Mama hat gerne gesagt, dass ich meinen Kopf vergessen würde, wenn er nicht angewachsen wäre. Um das zu kompensieren habe ich alle Hefte und Bücher jeden Tag mit in die Schule geschleppt. So konnte ich nix vergessen. Ich habe es einfach nicht auf die Reihe gebracht, am Abend vorher die Tasche nach Stundenplan zu packen. Ähnliches denke ich über Autismus. Meine Kommunikationsprobleme deuten darauf hin. Neulich habe ich gelesen, dass Menschen mit Autismus "Bilddenker" sind und alles wörtlich nehmen, "sodass Metaphern und Ironie meist nicht verstanden werden, was häufig zu Missverständnissen führt. Zudem sind autistische Menschen äußerst ehrlich und direkt, was von Nicht-Betroffenen oft als taktlos empfunden wird. Dies erschwert die soziale Interaktion von autistische Menschen mit anderen Personengruppen." Außerdem scheinen autistische Menschen eine andere Sinneswahrnehmung zu haben. "Einige reagieren sehr empfindlich auf verschiedene Reize, während andere fast gar nicht darauf ansprechen, was in ihrer Umgebung geschieht." Ich gehöre eher zur zweiten Sorte. Ich habe einen Tunnelblick und keine gute periphere Wahrnehmung. Und wenn ich in Tagträumen abgeschoffen bin, Mama nannte das "Wolkenkuckucksheim", dann war ich tatsächlich nur noch schwer ansprechbar und musste regelrecht "geweckt" werden. Auch heute schweife ich gerne innerlich ab, wenn mich ein Gespräch nicht interessiert oder ein Wort fällt, mit dem ich starke Assioziationen verbinde. Meine Rechtschreibung wurde aber immer besser. Ich schrieb dann nicht mehr "warscheinlich". Jetzt muss ich eher aufpassen, dass ich nicht wieder die alte Rechtschreibung benutze und "Faß" schreibe. Ich denke, ich werde mich von den Tagebüchern tatsächlich trennen können. Dann müssen es meine Söhne nicht tun.
Freitag, 10. April 2026 19:02Tagebücher 1982-1985Zur Zeit lese ich aus furchtbar nostalgischen Gründen meine alten Tagebücher. Das erste hatte ich zu meinem 10. Geburtstag 1982 geschenkt bekommen, wusste damals aber noch nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. 1984 hatte ich mal etwas mehr geschrieben, dann aber wieder pausiert. Aber ab 1985 hatte ich es fast lückenlos geführt, nachdem wir "Das Tagebuch der Anne Frank" in der Schule gelesen hatten. Es ist eine phantastische Reise in die Vergangenheit. PferdeIch war schon immer tierlieb gewesen, aber Pferde hatten es mir ganz besonders angetan. Meine Eltern wussten gar nicht, was sie damit anrichten, als sie mich mit mit etwa 7 Jahren das erste Mal auf ein Pony setzten. Ich glaube, es existiert davon sogar ein Super 8-Film. Auf diesem Ponyhof Pflaumdorf war ich am liebsten, weil ich dort einfach auf der Reitwiese, im Rundgang oder ins Gelände reiten konnte, statt in der Halle im Kreis. Lange war mein Lieblingspferd Kim, aber ich bin damals 1984 tatsächlich das erste Mal auf Shiras geritten, der später mein erstes, eigenes Pferd werden sollte. Ich gewöhnte mir dadurch allerdings viele falsche Dinge an, die mir bis heute Probleme bereiten. Zum Beispiel nehme ich immer noch die Schultern zu weit vor oder ziehe die Knie hoch.
1984 bin ich ein paar Mal in der Reitschule Fürstenberger gewesen, die oben auf dem Tierparkbergl war. Heute würde man Pferde so gar nicht mehr halten, in engen Ständern, ohne Auslauf, mit einer Wellblechhalle. Ich verschlang tonnenweise Pferdebücher, auch Fachliteratur. Deshalb glaubte ich auch, ein Experte auf diesem Gebiet zu sein. Ich war noch in der Grundschule, da hatte meine Oma in der DDR sich über die Sommerferien 1980 zwei Ponys namens Mary und Pia ausgeliehen, die einfach im Garten standen. Opa hatte für sie einen Unterstand und Zaun gebaut. Das war das Paradies auf Erden. Auch danach organisierte sie immer wieder in den Ferien, dass ich irgendwo reiten konnte. Meist waren mir die Pferde aber etwas zu groß, ich mochte lieber Ponys.
In den USA bei Verwandten hatte ich für einen Monat das Pferd Hardford gemietet, von dem ich meinen ersten Sturz erleben musste, und mir bewusst wurde, dass ich auch hätte sterben können. Und mit einem Arbeitskollegen von meinem Papa durfte ich auch in der Nähe vom Starnberger See ausreiten, auf einem Norweger namens Titus. Mit dem war ich allerdings ein wenig überfordert. Da ich nicht allzuviel Gelegenheit hatte, auf echten Pferden zu reiten, habe ich mich oft in Phantasiewelten geflüchtet, entweder indem ich gelesen habe, oder Pferdegeschichten geschrieben. Ich war extrem produktiv, insbesondere als ich irgendwann auch die Schreibmaschine meiner Mama ausleihen durfte. Und gezeichnet habe ich Pferde und Ponys in allen möglichen Lebenslagen. Ich habe mir meine Phantasiewelt "Gut Horseback" zusammengesponnen. Der Hof war in "Reithofen", was witzigerweise in der Nähe von Felix' Stall ist, meinem zweiten und letzten eigenen Pferd. Damals träumte ich noch vom eigenen Pferd, aber meine Eltern hatten nicht so wahnsinnig viel Geld und sagten, dass es nicht die Anschaffungskosten, sondern die laufenden Kosten seien, die sie abschrecken. "Und was machen wir mit so einem Pferd, wenn du dich irgendwann mehr für Jungs interessierst? Sollen wir es dann in den Schrank stellen?" Star TrekÜber Star Trek habe ich tatsächlich nichts geschrieben. Dafür hatte ich ein separates Heft, in das ich Zeitungsausschnitte sammelte und meine Gedanken festhielt. Ich glaube, dass ich das ebenfalls bereits vor der Schulzeit gemeinsam mit meinem Papi angeschaut habe. Aber ich merkte schnell, dass ich mit dieser Begeisterung ziemlich alleine da stand, und dass ich wie ein weltfremder Spinner ohne Realitätsbezug angestarrt wurde, wenn ich von Mister Spock schwärmte. Also behielt ich meine Leidenschaft eher für mich. Pferdenarrisch zu sein war gesellschaftlich akzeptiert, also nervte ich alle eben damit. Mister Spock war mein Idol. Als Mister Spock am Ende von "Star Trek II - Der Zorn des Khan" starb, war ich erschüttert. Da er der Wissenschaftsoffizier der Enterprise war, interessierte ich mich auch schon früh für solche Themen. So schaute ich regelmäßig "Aus Forschung und Technik" mit Joachim Bublath. Mit meinem Papi habe ich mich auch über das Universum und den Big Bounce unterhalten. Heute ist der wissenschaftliche Konsenz eher der Big Freeze. Überhaupt war ich ein Input-Hirn, das ständig neues Wissen aufsaugte. Manchmal habe ich auch etwas zu viel rumgehirnt, z.B. wenn ich seitenlang versucht habe, meine Träume zu deuten. Oder geforscht, wenn ich am Freitag, den 13. den ganzen Tag notierte, was für ein Glück ich hatte, um zu beweisen, dass das alles nur Aberglaube ist.
MusikIch mochte damals Falco, Nik Kershaw und a-ha. Aber als ich die Dokumentation "25 Jahre Beatles" gesehen hatte, war ich plötzlich Feuer und Flamme. Von meinem Onkel habe ich dann eine Musikcassette mit einigen Songs geschenkt bekommen, die ich heute (im Rahmen meiner Möglichkeiten) noch fast textsicher nachsingen kann. Damals war mein Englisch noch nicht so gut, weshalb ich gerne auch Mal Worte erfunden habe. Mein Vater konnte auf dem Klavier bei meiner Oma (seiner Mutter) auch "I Want to Hold Your Hand" spielen. DinosaurierDarüber habe ich auch kaum etwas geschrieben. Aber ich habe das Buch Leben in der Urzeit geliebt und mich in den fotorealistischen Bildern verloren. WesternIch schaute sehr gerne Western (z.B. "Western von gestern" und "Winnetou"), mein Papi wegen der Waffen, ich wegen der Pferde. Ich hatte von meiner ersten USA-Reise auch einen Cowboyhut mitgebracht. Westernreiten war aber nicht so weit verbreitet, weshalb ich bis dahin das noch nicht selbst ausprobieren konnte. Ich habe aber versucht, nicht "Indianerfrau" zu schreiben, sondern "Squaw". Heute weiß ich, dass dies ein abwertender Begriff ist und nicht mehr verwendet werden sollte. Karl May war irgendwie doch ein Ignorant. KinoDer prägendste Film dieser Zeit war wohl "Die unendliche Geschichte". Ich war total in Atréju verliebt und fand sein Pferd Artax wundervoll. Heute hat Felix eine geflochtene Trense, ähnlich wie Artax damals trug, als er im Moor versank. Auch der Name Noah vom Schauspieler Hathaway gefiel mir. Das könnte bei der Namensgebung einer meiner Söhne eine Rolle gespielt haben. Und vielleicht noch "Star Wars - Das Imperium schlägt zurück", auch weil dort Reittiere, die Tauntauns vorkamen, und die AT-ATs auch eine gewisse Ähnlichkeit mit Pferden hatten. Das war soviel ich weiß der erste Star Wars Film, den ich gesehen habe. "E.T." hatte ich mich noch nicht getraut anzuschauen, weil ich die Figur irgendwie gruselig fand. Mein Papi wäre da schon gerne mit mir ins Kino gegangen. FreundeIch hatte doch einige Freundinnen, manche waren jünger als ich. Damals hatte ich auch noch recht viel telefoniert. Aber auch sehr viele Briefe geschrieben. Mit ziemlicher Treffsicherheit habe ich mir gerne die Außenseiter rausgesucht. Zum Beispiel war im Hort ein Mädchen mit Narben im Gesicht, die ihr Augenlid nach unten zogen, so dass sie häufig Probleme mit einem trockenem Auge hatte. Ich habe sie nie gefragt, wie das passiert ist, ich habe das einfach so hingenommen. Vielleicht war es das, was sie an mir mochte. Besonders gern habe ich nicht telefoniert, meistens diente das nur dazu, um sich zu verabreden. Aber mein Hörtest in der Schule war damals noch einwandfrei gewesen, allerdings ging er nur bis 8.000 Hz. Es wäre interessant gewesen, wie niedrig meine oberste Hörgrenze damals schon gewesen ist. Denn im Deutschen Museum hatte ich beim Lautsprecher mit der obersten Hörgrenze des Menschen nichts gehört, aber gespürt, dass der Lautsprecher vibriert. Damals hatte ich gedacht, meine Schulkameraden würden mich veräppeln, aber dann wurde mir bewusst, dass ich tatsächlich nicht in der Lage war, hohe Töne wahrzunehmen, egal wie laut sie waren. Und ich wusste, dass ich genau wie mein Papa und meine Oma väterlicherseits eines Tages damit Probleme bekommen werde. Meine Welt war wohl schon immer dumpf. Jungs spielten natürlich auch eine Rolle. Ich war alle paar Wochen in jemand anderen verknallt. Ein Name kommt sehr häufig vor: Peter. Allerdings war er nur ein Kumpel, mit dem ich mich "normal" unterhalten konnte. Auf der Party beim Skilager ist er gleich umgedreht, als der den Raum betreten hatte. Hätte ich auch machen sollen, weil ich mich als Pipi Barfuß mit meinem improvisierten Kostüm (weil ich total verpeilt hatte, dass Fasching war) in Grund und Boden geschämt hatte. Von da an wollte ich irgendwie zu den "coolen Typen" gehören. KörperbildDeshalb hatte ich auch kein gutes Körperbild. Heute weiß ich, dass ich eine Hormonstörung hatte, die dazu führte, dass ich ständig ans Essen denken musste. Es bildete sich eine Birnenform heraus, der sogenannte gynoide Adipositatstyp, der nur Mädchen/Frauen betrifft und ziemlich sport- und diätresistent ist. Angefeuert auch von den superschlanken Frauen in Film, Fernsehen und Werbung habe ich natürlich ständig versucht abzunehmen, aber mit mäßigem Erfolg. Ich gab mir die Schuld daran, dass ich etwas zugenommen hatte. Ich wusste es einfach nicht besser. Wünsche zu SilvesterMeine Wünsche zu Silvester waren dann wenig egoistisch. Kein Atomkrieg, gerechter verteiltes Essen, wenig Naturkatastrophen, weniger Arbeitslosigkeit, mehr menschliche Politiker... Und für mich gute Schulverhältnisse, Gesundheit, ein bißchen Glück und erfüllte Wünsche, Zufriedenheit und Erfolg. Irgendwie mag ich dieses 13jährige Mädchen, das ich damals war.
Montag, 2. März 2026 19:36Meine erste USA-ReiseIn der 7. Klasse 1985 war ich so grottenschlecht in Englisch, dass mich meine Eltern für fünf Wochen in den Sommerferien zu unseren Verwandten in die USA geschickt haben. Sie wohnten in der Nähe von Chicago. Ich war 13 Jahre alt, meine Großcousine 14 und mein Großcousin 16. Im Vorfeld war ich sehr aufgeregt und irgendwie wollte mir niemand glauben, dass ich in das Land der Träume reisen würde, noch dazu ohne meine Eltern. Ich flog damals mit KLM über Amsterdam und wurde von den Stewardessen und Stewards gut betreut. In den ersten Tagen war noch meine Großtante aus Berlin vor Ort, da gab es noch drei Mahlzeiten am Tag. Als sie weg war, ging jeder in die Küche, wenn er/sie Hunger hatte und irgendwann habe ich nur noch Hot Dog Buns und Ketchup vorgefunden. Das war etwas frustrierend. Die guten Sachen wurden irgendwo versteckt, so dass ich sie nicht finden konnte. Meine Cousine und ich gingen uns ziemlich auf die Nerven und es herrschte ein kleiner Zickenkrieg, obwohl wir beide das gleiche Hobby hatten: Reiten. Alle paar Tage waren wir im Barn. Sie ritt auf dem Englischen Vollblut Roger und ich auf dem 25jährigen Hardford, der sich aber als recht fit herausstellte. Eines Tages ist er mit mir durchgegangen und ich stürzte. Meine Brille war dann kaputt und ich hatte ein riesige Schürfwunde am Oberschenkel. An dem Tag weinte ich mich in den Schlaf, weil mir bewusst geworden ist, dass ich hätte sterben können, wenn mir das Pferd auf den Kopf getreten wäre. Mit meinem Cousin verstand ich mich besser. Überhaupt verstand ich mich oft mit Jungs besser als mit Mädchen. Er ist mit mir ein paar Mal ins Kino gegangen und auch in ein Wasserrutschenparadies. Außerdem durfte ich viel am Computer spielen und Briefe nach Hause schreiben. In der Familie gab es einige Tiere, die Colliehündin Sandy, die Katzen Blacky und Tiger und ein paar Meerschweinchen und Mäuse. Damit war ich im Paradies. Außerdem habe ich Pferdebücher verschlungen, allen voran die von Walter Farley (The Black Stallion). Mir war aber auch viel langweilig und ich habe mich etwas einsam gefühlt, besonders am Ende, als meine Cousine und mein Cousin wieder in die Ganztagsschule mussten. Da war ich dann froh, als ich wieder zu Hause war. Aber mein Englisch hatte sich danach deutlich verbessert.
Und was für eine Überraschung, ein AfD-Politiker hat mal ein paar N*ziparolen gegrölt und tritt deshalb jetzt zurück. Vielleicht hat er sich auch die Taschen inzwischen genug vollgestopft mit unseren Steuergeldern. Wer weiß...
Sonntag, 1. März 2026 13:38Sandras TrickfilmkisteWenn wir im Urlaub waren, hat mein Papa mit unserer Super 8-Kamera gefilmt. Die hat er von einem Verwandten abgekauft, der als Early Adopter immer die neuesten Gadgets hatte. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte dieser sich dann eine Super 8-Kamera gekauft, die auch Ton aufnimmt. Es existieren deshalb auch Aufnahmen von meiner Taufe 1972. Nach den Urlauben hat Papa immer ein wenig auf der Kassette, die so 3-3,5 Minuten fassten, übrig gelassen, um mit den roten Tafeln mit weißen Magnetbuchstaben die Titel zu verfassen, die er dann mit der Schneidemaschine (hat mich immer an einen Locher erinnert) einfügte und dann die Filme zu etwa 20-minütigen Erinnerungsschätzen zusammengeschnitten hat, die dann auf den großen Rollen aufbewahrt werden konnten. Meist blieb am Ende immer noch ein wenig Film übrig, und damit es dann nicht bis zum nächsten Urlaub warten musste, bis der voll war und man ihn zum Entwickeln bringen konnte, hat er mir gezeigt, wie man Stop Motion-Filme dreht und erklärt, dass eine Sekunde Film aus 24 Einzelbildern besteht. Es war für mich aber eher ein "Abfallprodukt" und nicht wirklich ein Hobby. In der Zeit von 1984 bis 1989 sind dann ein paar kleine Trickfilme entstanden, die mir Papa vor geraumer Zeit mal als Datei geschickt hat. Er hat das einfach mit einer Kamera von der Wand abgefilmt, deshalb entält die Aufnahme nostalgische Staubflusen und das originale Projektorknattern. Das Geräusch löst Kindheitserinnerungen aus. Die verlinkten Filmschnipsel zeigen eine Stadt aus Bauklötzen, Papas Modellflugzeuge, kleine Männchen aus den Toasties-Packungen und ein lustiges Lego-Auto. Dann einen Stift, der etwas gezeichnet hat, was man aber nicht erkennen kann, weil das überbelichtet ist. Als Tiernarr habe ich natürlich meine Zootiere mit einer Holzeisenbahn herumtransportiert. Ein schwarzer Hund jagt ein Schaf. Dann hatte ich ein Gummipferd mit Drahtgestell, das eigentlich ideal für Stop-Motion-Filme gewesen ist, allerdings sieht man sehr deutlich, bei welchen Passagen mir mein Papa geholfen hat, und wo ich selbst experimentieren durfte. Mit den Magnetbuchstaben habe ich auch comic-haft das Gebellte an die Tafel geschrieben. Der schwarze Hund war auf der Suche nach Freunden (ich Sonderling irgendwie auch immer). Anscheinend habe ich auch ein Lego-Fabuland-Auto besessen. Daran kann ich mich gar nicht erinnern. Dann habe ich eine Verkehrsstudie mit Straßenbahn (ich habe sie erst viel später als Zuagroaste "Tram" genannt) und allerlei Fahrzeugen an einer großen Kreuzung erstellt und eine Bewegungsstudie mit meinem Barbiepferd "Isara" ("die Reißende"). Da die Gelenke relativ natürlich beweglich waren, ist mir Schritt, Trab, Galopp und Pass recht gut gelungen. Am Ende hat Isara noch ausgeschlagen und ist gestiegen. Zum Schluss musste ich den Film noch vollkriegen und wollte nochmal was Zeichnen, da hat der Film dann aber nicht mehr gereicht. Zum Abspielen clicken :-) Und jetzt bin ich mal wieder überhaupt nicht überrascht, wie menschenverachtend so mancher Politikabschaum ist.
Samstag, 15. November 2025 23:18Das M!perium schlägt zurück - Comödie in FürthHeute sind wir nach Fürth gefahren und haben uns erst einmal im Hotel the niu Saddle einquartiert. Ich hatte kurz überlegt, nach der Show gleich heimzufahren, aber ehrlich gesagt war ich froh, dass wir das Hotel doch nicht storniert haben. Außerdem ist hier alles mit Pferden dekoriert, was mein Herz natürlich höher hat schlagen lassen. Vor der Show sind wir in das Grüner Brauhaus essen gegangen. Da wir nicht genau wussten, wann wir ankommen, weil wir auch hätten in einen Stau geraten können, hatte ich nicht reserviert. Aber es hätte noch zwei Italiener in der Nähe gegeben. Aber es war kein Problem, wir haben zu zweit noch einen Tisch bekommen. Fürth gefällt mir. Obwohl das die Bahnhofsgegend ist, ist alles sauber und ordentlich. Das Essen im Brauhaus war auch sehr lecker. Da wir noch Zeit hatten, haben wir uns noch einen Nachtisch gegönnt. In der Comödie herrscht leider Garderobenzwang, auch wenn man gar nicht an den Tischen sitzt. Aber es ging doch auch am Ende alles flott, als ich die Jacke und Tasche wieder geholt habe. Bei der Einlasskontrolle wurden uns Bierdeckel mit dem Titelbild der Show auf der einen Seite und einem schwarzen Loch auf der anderen Seite in die Hand gedrückt. Ich bekam meinen von Reini persönlich, aber ich hatte ihn nicht erkannt. Vor der Show waren wir noch kurz am Merch-Stand. Mein Shirt "Science - not Silence" hatte ich schon vorab im Merch-Shop bestellt. Liebevoll verpackt von Reini persönlich. Das Grußkärtchen mit seiner Unterschrift hatte ich mir sogar um den Hals gehängt. Das nenne ich mal überqualifiziertes Personal. Das Tensegrity habe ich gleich mal kaputt gemacht, aber gleich wieder aufgestellt. Mit dem Periodensystem der Elemente hatte ich auch geliebäugelt, aber 50 Euro für einen Plexiglasblock war mir dann doch zu teuer. Aber als ich es heute Abend in der Hand hielt, habe ich gesehen, dass darin kleine Klümpchen der Elemente eingeschlossen sind, bis auf die radioaktiven Elemente aus verständlichen Gründen. Das ist natürlich schon sehr nerdig. Can I lick it? Unsere Tickets waren Reihe 4 (oben ganz hinten) Plätze 4 und 14, also nicht nebeneinander. Aber an der Ecke saß eine einzelne Dame, die ich dann gefragt habe, ob sie mit uns tauschen würde, damit wir nebeneinander sitzen könnten. Das war ihr ganz recht, da ihre Begleitung auch rechts saß an den Barhockern, so konnte sie näher bei ihm sein. Wir haben dann auf den Plätzen 3 und 4 sitzen können und das Paar auf den Plätzen 2 und 3 ist auf Platz 1 und 2 gerutscht und alle waren happy. Überhaupt war das Publikum sehr divers und freundlich, es gab also einen hohen Wohlfühlfaktor. Die Show Das M!perium schlägt zurück war großartig. Eine Prise Star Wars, waghalsige Experimente, bei denen der Brandschutz und die Arbeitssicherheit Schweißausbrüche bekommen, Schwurbel-Bingo und uns wurde erklärt, wie man wissenschaftlich arbeitet. Und man kann gar nicht mehr wissenschaftlich denken, ohne auch politisch zu werden. Es gibt nur die Wahrheit. Oder Bullshit. Aber wem haben das Nicolas und Reini erzählt? Preaching to the choir. So ein Mist jetzt aber auch. Ich glaube, wir werden uns in Zukunft jede Show von den beiden anschauen müssen.
Montag, 11. August 2025 21:03Das Große Treffen - Aach am BodenseeDieses Wochenende waren wir das erste Mal bei Das Große Treffen in Aach am Bodensee. Gewohnt haben wir in einem nahegelegenen Hotel, weil wir weder lagern noch campen. Hauptgrund war natürlich, dass Tommy und Sophia Krappweis da waren für Lesungen und Harpo Speaks! Aber ich war insgesamt sehr begeistert. Es gab zusätzlich zum Mittelalterdorf noch ein Wikinger- und ein Piratendorf und Steampunk war auch vertreten. Letzteres war auf einem großen Reitplatz, dessen Boden ziemlich plattgetreten war und ich denke, dass der ordentlich gefahren werden muss, bevor er wieder bereitbar ist. Es gab auch einen Bereich, der auf der Karte als "privat" gekennzeichnet war. Anfangs dachte ich, dass das ein Bereich für die Crew wäre, so ähnlich wie beim Legoland für die Teilnehmer der 501 German Garrison, als es noch die Star Wars Tage gab, bevor Disney das Franchise geschluckt und die Kooperation beendet hat. Aber es war überraschender Weise ein Pferdestall mit kleinen Paddocks und einem Round Pen. Als Pferdebesitzer wäre das für mich der Horror, wenn da ein Mega Event Park um meinen Stall herum wäre, wo regelmäßig solche Festivals stattfinden. Und ich hatte Recht, dort finden auch Reitturniere statt. Wir haben uns auch mit Freunden aus der LastGeekTonight-Bubble getroffen und auch mit lieben Menschen, die wir bisher nur aus dem Discord kannten. Es gab hier Überschneidungen zur WildMics- und Maraverse-Bubble. Es wurden auch interessante Gespräche geführt. Zu Essen gab es auch reichlich und lecker. Besonders der Flammkuchen, der Langosch, das Slush und die Crêpes haben es mir angetan. Am Sonntag waren leider die Bananen aus. Ich nahm statt dessen Kirschen und hatte leider einen Kirschkern drin. Gut, dass ich nicht zu fest zugebissen hätte, sonst hätte sich die Zahnzusatzversicherung gelohnt. Die Lesung von Sophia und Tommy Krappweis war wirklich schön. Es ging um Kohlrabenschwarz. Am nächsten Vormittag war ein Ask us Anything, wo ich Streberin Fragen zu den Podcasts Ja, Schatz! und Der offizielle Ghostsitter Podcast stellte und wissen wollte, wieviel Autobiografisches in manchen Szenen aus Kohlrabenschwarz steckt. Und es ging nicht um die Hirschkuh. Florian hat gefragt, wofür die beiden dieses Wochenende dankbar sind. Am Samstagnachmittag und auch am Sonntagnachmittag spielte Harpo Speaks! auf ziemlich kleinen Bühnen. Vielleicht war die Hafenbühne die kleinste Bühne, auf der sie jemals gespielt haben. Ich hatte so den leisen Verdacht, dass die Veranstalter das deshalb so gemacht haben, damit Tommy nicht wieder das Publikum zum Mitsingen auf die Bühne bittet, wenn sie Ein echter wahrer Held spielen. Außerdem hat mir das Endzeitlager wahnsinnig gut gefallen. Mad Max live. Bisher kannte ich Rotten Raptor nur von der ComicCon, dort war es aber nur ein Auto mit ein paar Endzeitlern, die in irgendeiner Ecke rumstanden. Aber hier war es ein ganzes Lager und eine ganze Show mit Feuer, Akrobatik und einem Showkampf. Leider war die Donnerkuppel ungünstig positioniert, weil es keine Tribüne gab. Das Publikum hat eigentlich nur etwas mitbekommen, wenn es das Glück hatte, in der ersten, zweiten Reite zu stehen. Wir hatten eigentlich einen tollen Sitzplatz, aber die Security hat uns aufgescheucht und als wir dann mit Abstand zur Donnerkuppel standen, haben sich dazwischen natürlich Leute positioniert, die erst später dazugekommen waren. Ich war sehr frustriert, dass ich nichts mehr sehen konnte und die Show erst später auf den Videoschnipseln sehen konnte, die Florian mit der hochgehaltenen Kamera gemacht hat. Ich stand nur am Zugang zur Basis, so dass ich die Kämpfer vorbeilaufen sehen konnte oder wenn sie aus der Donnerkuppel als Verlierer rausgetragen wurden. Besonders lustig fand ich auch das Teapot-Race. Da traten unterschiedliche ferngesteuerte Fahrzeuge gegeneinander an. Sie mussten einen interessanten Parcours absolvieren. Die einzige Bedingung war, dass auf dem Gefährt eine Teekanne befestigt sein musste. Die konnte aber auch winzig klein sein, wie aus einer Puppenstube, oder wie bei dem Gefährt der Umbrella Corporation größer als der fahrbare Untersatz. Ursprünglich hatten wir vor, wieder auf das Elbenwaldfestival zu gehen, aber wegen Tommy und Sophia Krappweis haben wir unsere Pläne geändert. Es war wieder ein wunderbares Wochenende geworden, von dem ich noch eine Weile zehren werde. Und ich habe mich riesig über ein kleines, großes Geschenk gefreut.
Samstag, 2. Dezember 2023 17:56Romantisches Wochenende mit SadistenJa, das war Clickbaiting. Sorry! Vortrag von Lydia Benecke: Sadisten - tödliche Liebe in ErgoldingWir hatten Tickets für Lydia Beneckes Vortrag "Sadisten: Tödliche Liebe" in Ergolding bei Landshut für Freitagabend. Normalerweise dauert die Fahrt dorthin etwa 1:15 Stunden, ist also quasi ein Vorort von München *hüstel* Aber das sind wir damals zu Martin Moder mit seinen Science Busters auch nach Ingolstadt gefahren. Nur dachte ich nach unserem letzten Vortrag bei Lydia, dass es sehr spät werden könnte und hatte vorsorglich ein Hotel, nämlich das Hotel Life Style gebucht, das ca. 10 Minuten mit dem Auto vom Veranstaltungsort Bürgersaal Ergolding entfernt ist. Nachdem es am Freitag dann wie irre zu scheien angefangen hat, war das wohl mehr als klug gewesen. Wir sind auch eine Stunde früher, also 16:00 Uhr losgefahren, denn bei diesen Witterungsverhältnissen plane ich gerne die doppelte Zeit ein. Gaaaanz kurz hatte ich überlegt, das Ganze abzublasen, aber dann hätten wir einen fantastischen Abend verpasst. Die Fahrt war abenteuerlich, aber ich bin einfach ganz in Ruhe in angepasster Geschwindigkeit gefahren und wir kamen kurz vor 18:00 Uhr im Hotel an. Dort gab es auch ein Restaurant, in dem wir nach dem Check-In dann zu Abend gegessen hatten. Das Essen war hervorragend und es gab sogar ein äußerst leckeres Crème brûlée und alkoholfreie Cocktails. Das Zimmer war sehr ungewöhnlich, denn das Bett stand in der Mitte und am Fußende der Fernseher (den wir sowieso nie benutzen). Zum Bad hin war ein Fenster, das man durch einen Vorhang im Zimmer verdecken konnte. Der Bürgersaal war riesig, aber die Stuhlreihen waren nur schätzungsweise zu 30% gefüllt, also etwa 200 Besucher. In der WGT 2018 hatte Lydia den Blauen Salon mit 200 Plätzen locker gefüllt und wir standen draußen mit noch zig anderen, die nicht mehr reingekommen waren. Aber das ist natürlich einmal im Jahr die geballte Zielgruppe. In Ergolding waren die meisten Leute sogenannte "Normis", oder manchmal sagen wir auch "Muggels" zu ihnen, nur vereinzelt konnte man Menschen als Goths erkennen, aber sehr dezent und unauffällig. Der Vortrag war mal wieder der absolute Hammer. Lydia kann ohne Probleme 3:30 Stunden am Stück reden. Die halbe Stunde Pause war wieder in erster Linie für das Publikum, das ihr Buch Sadisten signieren ließ und das eine oder andere Foto machen ließ. Das passierte auch schon vor der Show, als ihr ominöser Fahrer eine Brezel aß und für Fotos immer kurz zu kauen aufhörte und in die Kamera lächelte. Profi halt :-) Ein Mädchen hat sogar ihr rosa-schwarzes Plüschkaninchen signieren lassen. Das war soooo süß! Lydia hat ihren Bildungsauftrag vollends erfüllt. Jetzt wissen wir, warum Fifty Shades of Grey hochgradig problematisch ist, und das nicht nur, weil es BDSM so darstellt, wie sich Normis das vorstellen (ähnlich wie "Ostwind" das Pferdeleben so darstellt, wie sich das Normis vorstellen), wer Marquis de Sade ist, von dem das Wort "Sadismus" kommt, warum man es Menschen nicht ansieht, wenn sie Serienmörder sind (wie "Dexter") und dass das "DS" in "BDSM" auch noch eine Bedeutung hat. Wer noch mehr darüber wissen möchte, muss sich ein Ticket für eines ihrer Vorträge holen :-) Es ist noch sehr spät geworden. Der Vortrag ging bis 23:30 Uhr, aber nachdem auch der Letzte ihr Autogramm erhalten hatte, wurden wir irgendwann quasi mit rausgekehrt. Wir mussten erst Mal unser Auto ausbuddeln. Und dann war ich echt froh, heil im Hotel angekommen zu sein und dass wir dort auch eine Tiefgarage hatten. Auf der Fahrt haben wir zwei ineinander verkeilte LKW gesehen, die sich auf einer Auffahrt zur Bundesstraße getroffen haben. Witzigerweise hatten Bekannte von uns im gleichen Hotel gebucht, allerdings mussten sie durch den Nachteingang, dessen Vordach den Schneemassen nachgab und halb eingestürzt war. Was für ein Abenteuer! Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Vollkommen aufgedreht von dem tollen Abend haben wir dann noch eine Room Party bis 2:30 Uhr gemacht. Da kam schon richtiges Confeeling auf. Nachdem ich wie ein Stein geschlafen hatte, bin ich 8:15 Uhr wieder aufgewacht. Auf das Frühstück hatte ich mich sehr gefreut, denn es hatte einen guten Ruf. Und dem wurde es auch gerecht, denn ich habe noch nie so liebevoll angerichtetes Rührei gegessen. Und auf einer Etagere gab es allerlei Süßes mit und ohne Schokolade und kleien Gläschen mit Mousse au chocolat. Getreu dem Motto, dass ich nur Kalorien esse, die auch schmecken, genoss ich jeden Bissen. Sollten wir mal wieder in Landshut sein, dann werden wir wieder im Life Style einchecken. Die Heimfahrt war dann abenteuerlich. Beim Tanken füllte ich gleich mal Frostschutzmittel nach, dann holten wir beim Edeka noch ein paar Kleinigkeiten und Karotten für Felix und dann machten wir uns auf die Schlittertour heimwärts. Bei dem Dauerschnee kam der Winterdienst natürlich nirgends hinterher. Der Edeka hatte auch ab 14:00 Uhr geschlossen und in den Social Media wurden zig Schneefotos gepostet. Auf der Fahrt haben wir sechs oder sieben PKW gesehen, die von der Fahrbahn abgekommen waren und drei LKW, die auch irgendwie schief rumstanden. Wann kapieren die Leute es endlich, dass Winterreifen physikalische Gesetze nicht außer Kraft setzen? Ich bin jedenfalls nie schneller als 80 km/h gefahren. Ursprünglich hatte ich vor, nochmal in den Stall zu fahren, nachdem ich Florian zu Hause abgesetzt habe, aber bei den Witterungsverhältnissen haben wir unsere Pläne geändert und sind auf dem Heimweg kurz im Stall vorbeigefahren und haben nur geschaut, ob es Felix gut geht und die Karotten abgeliefert. Als wir dann endlich zu Hause angekommen waren, war ich heilfroh, dass nichts passiert ist. Wenn es nicht sein muss, sollte man bei solchen Bedingungen lieber zu Hause bleiben.
Sonntag, 23. April 2023 23:19Marathon, Weltmuseum, Spanische Hofreitschule, Touri-Zeugs und PraterHeute waren wir wieder im Ströck frühstücken. Diesmal habe ich nur die Süßkartoffelsuppe gegessen, weil ich vom Vorabend noch satt war. Florian hat auch nur die Eier mit Speck gegessen. Dann waren wir zum Weltmuseum gefahren, aber da war auch das Ziel vom Marathon, weshalb wir dort erst einmal hingelaufen sind und die Stimmung genossen haben. Aber Florian wird bestimmt keinen Marathon mehr laufen, das war 2004 bis 2008. Dann hatten wir nicht mehr so viel Zeit für das Weltmuseum. Aber es gab gar keine Queerweltenausstellung. Das ist eine Zeitschrift, die über das Museum berichtet hat. Die Ausstellung hieß Science Fiction(s), hatte damit aber nur soviel zu tun, dass die Indigenen Star Wars toll finden, weil der Film tatsächlich auf Navajo synchronisiert wurde. Es ging um Kunst, und es soll nicht in Vergessenheit geraten, dass die Kolonialherren einen Genozid betrieben haben. Und dass es doch toll wäre, wenn alle Menschen gemeinsam auf diesem Planeten leben würden und ihn gut behandeln würden, so dass wir alle gemeinsam mit unseren Kulturen etc. hier leben könnten. So wie die westliche Kultur lebt und den Planeten ausbeutet, geht das jedoch nicht. Die dort ausgestellte Weltkarte stand auch "auf dem Kopf", so dass Südamerika prominent in der Mitte lag. 15.00 Uhr ging die Führung in der Spanischen Hofreitschule los, da hatten wir leider keine Zeit noch das restliche Museum anzuschauen. In der Hofreitschule sind nur Hengste, weil man ihr natürliches Imponiergehabe ausnutzt, um ihnen die Lektionen der Hohen Schule beizubringen. Nach acht Wochen kommen sie entweder auf den Heldenberg zum Urlaub oder auf das Gestüt Piber zum Liebesurlaub. Dann ist am Hof eine andere Besetzung für die Shows. Immer mal wieder wird ein brauner oder schwarzer Lipizzaner geboren, das ist dann der Glücksbringer. Die Namen setzen sich aus dem Namen der Hengstlinie und der Mutter zusammen. Die römische Ziffer gibt dann an, dass es Geschwister sind. Leider habe ich verschlafen zu fragen, ob die Pferde dann Kosenamen haben, weil das sonst zu lang wäre. Der Bestand war einmal wegen Pferdeherpes stark dezimiert, deshalb dürfen Besucher den Pferden nicht mehr zu nahe kommen. Die weißen Sättel sind nur für die Show. Zum Training werden normale Dressursättel verwendet. Die Showsättel sind aus weichem Hirschleder und für jedes Pferd eine Sonderanfertigung. Die Führanlage war bis vor Kurzem die größte der Welt. Wegen ihren geraden Strecken ist sie weniger schlecht für die Gelenke der Pferde und man kann die Richtung ändern. Die größte steht nun in Dubai. Die Reithalle hat ein leichtes Holzdach, weil damals so eine große Halle noch gar nicht mit einem tragenden Dach gebaut hätte werden können. Die Details erfährt man in der Architekturführung. Es hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht besuche ich nun doch mal eine Vorstellung. Nach einem Foto für die Pferdenarrischen und einer Begegnung mit einem Pferd, das fast aussah wie Shiras, sind wir dann auf unsere Touri-Tour gegangen. Zum Sigmund-Freud-Haus (um Alexander zu ärgern), das Mozarthaus... Florian hat das neue Buch "Warum wir nicht durch Wände gehen* / *Unsere Teilchen aber schon" von Florian Aigner bei Thalia bestellt und wir haben es dann abgeholt. Wir haben deshalb vergessen, noch zum Hundertwasserhaus zu gehen. Wir brauchten dringend eine Pause und sind im Burger King mit Stuck an der Decke eingekehrt. Danach sind wir mit der U-Bahn zum Prater gefahren. Uns taten die Füße schon weh. Beim Prater sind wir aber nur spazieren gegangen und haben die bunten Lichter genossen, gefahren sind wir nichts und gegessen haben wir auch nichts mehr. Ponyreiten für Kinder gibt es immer noch, aber nicht mehr auf dem kleinen Zirkel, sondern auf einer größere Runde hinter den Restaurants, wo es ruhiger war, fernab der Fahrgeschäfte. Diesmal waren wir ein klein wenig früher im Hotel und konnten uns ausruhen, bis wir morgen zur Signier-Stunde zu Florian gehen und dann in die Römerstadt.
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