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Mein Blog-ArchivThema: privat/Pferde/Reiten
Mittwoch, 4. März 2026 19:07Pubertät ist k*ackeDarüber sind wir uns sicher alle einig. Für den einen mehr, für den anderen weniger.
Dazugehören zu den Cool KidsIch hatte ein Schlüsselerlebnis in der 7. Klasse. Ich war 13 Jahre alt und freute mich schon auf das Skilager. Nicht so sehr wegen des Skifahrens, sondern mehr darauf, mit den anderen Gleichaltrigen Party zu machen. Ich hatte leider nicht auf dem Schirm, dass Fasching war, und deshalb kein Kostüm. Das improvisierte Kostüm hieß "Pipi Barfuß" und ja - es war so peinlich, wie der Name klingt. Die Party war dann sehr frustrierend. Ich saß die ganze Zeit am Rand und sah zu, wie sich Paare zum Schieber tanzen fanden. Ich schämte mich in Grund und Boden und beschloss, dass meine Kindheit hiermit beendet sei. Ab sofort wollte ich dazugehören, zu den ganzen Cool Kids, damit ich vielleicht auch mal einen Freund abbekomme. Die Hormone lassen grüßen.
Verhältnis zum KörperMit gerade mal 12 Jahren habe ich bereits meine Tage bekommen. Ich wusste überhaupt nicht, was da mit mir passierte und es gab auch kein Mutter-Tochter-Gespräch. Das war für mich sehr belastend. Meine Mutter dachte, ich wüsste schon alles aus dem Sexualkundeunterricht oder der Bravo/Dr. Sommer. Eine Freundin erklärte das so: "Da darf man nicht mehr zu Jungs hingehen, sonst wird man schwanger." Fragezeichen... Eine andere Freundin lieh mir dann das "Tage-Buch", in dem die Vorgänge im Körper einer Frau kindgerecht beschrieben wurden. Darin stand allerdings, dass die Periode alle 28 Tage käme. Das tat es bei mir nicht, sondern überraschte mich regelmäßig nach 21-26 Tagen. Ich konnte das Ziehen im Unterleib noch nicht richtig deuten, hielt es für Verdauungsprobleme. Wenn man bei Verwandten übernachtet und am nächsten Morgen in einem blutverschmierten Bett aufwacht, dann ist das zutiefst beschämend. Nach einem Jahr oder so nahm ich all meinen Mut zusammen und sagte meiner Mama, dass ich meine Tage nicht alle 28 Tage bekomme. Ich dachte, mit mir würde etwas nicht stimmen. Meine Mama sagte nur, dass das bei jungen Mädchen normal ist, dass sich das erst einspielen muss. Das mag stimmen, aber bei mir spielte sich bis über 30 nix ein und mit 37 habe ich erfahren, woran das lag.
GewichtsproblemeIn dem Alter war das Aussehen alles. Ich war eigentlich nicht unzufrieden mit mir, aber ich hatte immer das Gefühl, dass alle anderen besser aussehen als ich. Eigentlich war ich immer schlank gewesen. Bevor ich meine Periode bekam, wog ich 48 kg. Danach ist mir aufgefallen, dass ich plötzlich viel mehr essen wollte, ständig Hunger hatte, und dann nahm ich natürlich etwas zu. Dass das vielleicht daran liegen könnte, dass mein Körper ein paar weibliche Rundungen bekam, wollte ich nicht so ganz einsehen. Ich wollte auch keine BH tragen. Mag ich bis heute übrigens nicht. Ich war doch eigentlich noch ein Kind.
Ab 13 oder so habe ich aber begonnen, dagegen ankämpfen zu wollen. Ich habe mein Gewicht in Milimeterpapier eingetragen. Und festgestellt, dass der JoJo-Effekt nicht dazu führt, dass man danach dasselbe Gewicht wieder hat, sondern jedes Mal, mit jeder Diät, ein oder zwei Kilo mehr drauf waren. Aber ich habe jede Menge probiert, FDH Friss die Hälfte, Hollywood Star Diät (zu der mich eine Klassenkameradin vollgelabert hat), Nulldiät... Ein Wunder, dass ich keine Essstörung entwickelt habe oder gar magersüchtig geworden bin. Mit 17 habe ich glücklicherweise aber auch mal gelesen, dass es für den Körper keine Diät gibt, sondern nur Hungersnöte, weshalb er aus archaischen Gründen massive Gegenmaßnahmen ergreift, z.B. dass man ständig ans Essen denken muss und Heißhunger bekommt. Dagegen kommt man mit Willenskraft kaum an. Und das steckt noch in uns drin, weil das die Urmenschen waren, die Hungersnöte überlebt haben. Da habe ich beschlossen, nie wieder eine Diät zu machen. Das habe ich bis heute durchgehalten. Und mein Höchstgewicht auch nie wieder nach oben gerissen. Ich denke, dass ich ansonsten mittlerweile so rund geworden wäre, wie meine Oma gewesen ist. Und da wäre ich vermutlich sehr unglücklich. Heute habe ich mich mit meiner Birnenform, dem sport- und diätresistenen gynoiden Adipositas abgefunden. Wenn ich abgenommen habe, kamen meist meine Schlüsselbeine und Rippen zum Vorschein, aber an Po und Oberschenkeln tat sich kaum etwas. Selbst als ich regelmäßig fünf Mal die Woche reiten ging, hat sich an der grundsätzlichen Birnenform nichts geändert. So ist das halt bei mir. Hauptsache, ich nehme nicht weiter zu.
JungsIn der Pubertät war ich natürlich ziemlich hormongesteuert. Ich war bestimmt alle 6 Wochen in jemand anderen verknallt. In der 7. Klasse habe ich noch den Mut gehabt, mich zu offenbaren, aber meine erste Abfuhr bekommen. Danach habe ich es irgendwie nie wieder probiert. Aber ich habe ein Muster erkannt: Die Jungs, für die ich mich interessierte, hatten kein Interesse an mir, und umgekehrt. Aber ich habe natürlich nur auf die Modelltypen gestanden, und ich war das Pummel mit Brille. Das hat natürlich nicht so wirklich zusammengepasst. Um so überraschter war ich, dass mich auf Stayfriends mal jemand als "Sahneschnitte" betitelt hatte. Deshalb war ich immer gerne auf Partys oder in der Schuldisco Franzi's Mobile, denn dann konnte man vielleicht Schieber tanzen oder auch mal rumknutschen. Deshalb war ich auch beim Tanzkurs, aber nach dem Grundkurs habe ich mit meinem besten Kumpelfreund getanzt, der hin und wieder auch in mich verliebt war, da war es dann nix mehr mit Jungsschau. Aber trotzdem habe ich mit ihm bis zum Goldstar weitergemacht. Ich hatte auch ein paar Brieffreunde, die ich in den Ferien kennengelernt habe, aber so Fernbeziehungen haben natürlich nicht funktioniert.
Verhängnisvolle BeziehungIch war kurz vor meinem 14. Geburtstag, als ich auf einer Geburtstagparty von jemanden massiv angebaggert wurde, den ich eigentlich nicht auf dem Schirm hatte. Er hat mich dann separiert und wir haben in einer Ecke rumgeknutscht. Ich war überrascht, dass mich da jemand anscheinend gut fand. Wir haben uns dann mehr oder weniger regelmäßig getroffen, aber es war immer nur Rumknutschen. Wir waren nie im Kino oder im Michaelibad oder so, was Paare eben so machen, dachte ich. Er war auch sehr direkt und sagte, dass er mit mir schlafen wolle. Ich meinte, dass ich mit niemandem schlafe, mit dem ich nicht gehe. Also hat er mich gefragt, ob ich mit ihm gehen wolle. Geändert hat das nix. Irgendwann erfuhr ich, dass er eine große Party geplant hatte. Ich war natürlich sauer, dass er mich nicht eingeladen hat. Deshalb habe ich darauf bestanden, zu dieser Party kommen zu dürfen. Er meinte dann, dass er für mich keine Zeit hätte, weil er so viele Gäste hat, um die er sich kümmern müsse. Aber einen Schieber habe ich ihm doch abverlangt. Und nachdem etwas Alkohol im Spiel war, saß ich auf dem Thresen und er stand vor mir und umarmte mich. Die Leute waren überrascht, weil sie jetzt wussten, dass wir zusammen waren. Oder so ähnlich. Das ließ meine Hemmungen etwas sinken. Er war auch allzeit bereit und hatte immer ein Kondom griffbereit. So kam es, wie es kommen musste, und wir beiden hatten mit gut 15 Jahren gemeinsam unser erstes Mal erlebt. Leider hat er bei seinen Kumpeln damit angegeben, dass er mich endlich flachgelegt hat, weshalb ich dann in der Schule gehänselt wurde. Gemoppt würde man heute sagen. Da habe ich das erste Mal mit ihm Schluss gemacht. Und bin dann doch wieder angekrochen gekommen. Nachdem ich die Bravo/Dr. Sommer gelesen habe, war mir bewusst, dass die Pille das sicherste Verhütungsmittel war. Ich hatte aber etwas Angst davor, weil sie in dem Ruf stand, dick zu machen, was ich auf keinen Fall wollte. Aber noch viel weniger wollte ich als Teenager schwanger werden. Deshalb habe ich erneut all meinen Mut zusammengenommen und meine Mutter gefragt, wann sie denn das erste Mal mit einem Jungen geschlafen hätte, um ins Gespräch zu kommen. Sie hat gelacht, abgewunken und gesagt, da hätte ich noch viel Zeit. Da war es aber schon passiert. Und ich wusste, dass ich auf ihre Hilfe nicht zählen konnte. Ich holte mir also heimlich einen Behandlungsschein und machte einen Termin bei einem Frauenarzt. Ich war so aufgeregt, aber als ich um die Pille bat, war das überhaupt kein Problem, er stellte sofort ein Rezept aus. Wenn er gerade Besuch von Pharmareferenten gehabt hatte, bekam ich sogar die Probepackungen kostenlos. Von da an war ich etwas entspannter und konnte die weichen Lippen, die gut küssen konnten, die lockigen Haare, die ich gerne durchwuschelte, den geilen, wunderbar gebräunten Body, der immer gut roch, und den knackigen Hintern genießen. Ins Kino oder Michaelibad gingen wir trotzdem nie. Deshalb habe ich ein paar Mal wieder Schluss gemacht und doch wieder angerufen. Irgendwann war Flaute. Und ich sah ihn dann mit einer anderen im Michaelibad Händchen haltend. Warum sie? Warum nicht ich? Ich war sauer und rief ihn mal wieder an. Wir trafen uns. Und es kam, wie es kommen musste. Er betrog seine "Freundin" mit mir. Das hatte den Vorteil, dass er damit nicht mehr angeben konnte und ich damit nicht mehr gemoppt wurde. Gefallen hat es mir nicht. Aber ich konnte meine Finger nicht von ihm lassen. Ich habe meine Haare blondiert, um "ihr" ähnlicher zu sehen. Ich war regelrecht süchtig nach ihm. Jahre später habe ich das mal einem Freund erzählt, der benutzte das Wort "hörig". Das könnte schon ungefähr hinkommen.
Freundinnen wenden sich abMeine Freundinnen haben versucht, mich zu warnen. Er nutzt mich nur aus. Er wurde mal wieder im Michaelibad oder sonst wo mit einem oder zwei Mädchen gesichtet. Sie haben nicht verstanden, wieso ich nicht einfach Schluss machen konnte. Und konnten mein Gejammer nicht mehr hören. Und wandten sich von mir ab. Absolut verständlich! Einzig mein Kumpelfreund, mit dem ich im Tanzkurs war, hörte sich die ganze Scheiße immer noch an, obwohl er in mich verliebt war. Er war auch in einer Therapie und sagte einmal zu mir, dass ich auch eine Therapie gebrauchen könnte. Heute glaube ich, dass das sein Therapeut gesagt hatte. Mit Sicherheit hatte er Recht, aber ich wusste doch, was ich tat. Der Kerl hat mir ja nie etwas vorgemacht, behauptet, er würde mich lieben oder so ein Quatsch. Ich war halt nur süchtig. Ich mag das alles nicht mehrMit 17 ist dann etwas passiert, das mich nachhaltig erschüttern ließ. Plötzlich wollte ich das alles nicht mehr. Weder mit ihm, noch mit irgendeinem anderen Kerl. Ich hatte die Schnauze gehörig voll! Von Partys, von Schieber tanzen, von der Balz, von dem Typen, der mich nur ausnutzte und mir nicht gut tat. Als dieser Schalter umgelegt war, war auch meine Pubertät schlagartig vorbei. Mir war klar, dass ich wieder lernen musste, mich selbst zu lieben, so wie ich bin. Und ich war keine Geliebte, keine Nymphomanin, keine Gespielin. Ich wollte die "Eine" für den "Einen" sein. Aber die Wunden würden einige Zeit brauchen, um zu heilen. Deshalb habe ich auf mich selbst aufgepasst, bin viel zum Ponyhof gefahren, ins Kino gegangen (z.B. alle Tripplefeature von Zurück in die Zukunft) und habe jede einzelne Folge Raumschiff Enterprise im ORF geschaut. Ich war das einzige Mädchen im Physik-Leistungskurs und interessierte mich fortan mehr für die Relativitätstheorie und Quantenphysik, für Computer/Informatik, für eine Handvoll guter Freunde. Keine Diäten mehr, kein jemandem gefallen wollen. Entweder, die Leute sollten mich so nehmen, wie ich war, oder mir gestohlen bleiben.
Ende mit SchreckenSo ätzend diese knapp drei Jahre waren, bin ich rückblickend dankbar, dass mir soetwas als Teenager passiert ist und nicht als junge Erwachsene. Dann hätten wir vielleicht zusammen gewohnt, wären vielleicht sogar verheiratet und hätten ein Kind/Kinder. Da wäre es nicht so leicht gewesen, die Notbremse zu ziehen. Und ich habe nie angefangen, Drogen zu nehmen. Und ich bin auch nicht schwanger geworden. Insofern habe ich die Pubertät eigentlich ganz gut überstanden.
Und außerdem ist die Kack-AfD gesichert frauenfeindlich. Und wer die wählt, ist es auch.
Montag, 2. März 2026 19:36Meine erste USA-ReiseIn der 7. Klasse 1985 war ich so grottenschlecht in Englisch, dass mich meine Eltern für fünf Wochen in den Sommerferien zu unseren Verwandten in die USA geschickt haben. Sie wohnten in der Nähe von Chicago. Ich war 13 Jahre alt, meine Großcousine 14 und mein Großcousin 16. Im Vorfeld war ich sehr aufgeregt und irgendwie wollte mir niemand glauben, dass ich in das Land der Träume reisen würde, noch dazu ohne meine Eltern. Ich flog damals mit KLM über Amsterdam und wurde von den Stewardessen und Stewards gut betreut. In den ersten Tagen war noch meine Großtante aus Berlin vor Ort, da gab es noch drei Mahlzeiten am Tag. Als sie weg war, ging jeder in die Küche, wenn er/sie Hunger hatte und irgendwann habe ich nur noch Hot Dog Buns und Ketchup vorgefunden. Das war etwas frustrierend. Die guten Sachen wurden irgendwo versteckt, so dass ich sie nicht finden konnte. Meine Cousine und ich gingen uns ziemlich auf die Nerven und es herrschte ein kleiner Zickenkrieg, obwohl wir beide das gleiche Hobby hatten: Reiten. Alle paar Tage waren wir im Barn. Sie ritt auf dem Englischen Vollblut Roger und ich auf dem 25jährigen Hardford, der sich aber als recht fit herausstellte. Eines Tages ist er mit mir durchgegangen und ich stürzte. Meine Brille war dann kaputt und ich hatte ein riesige Schürfwunde am Oberschenkel. An dem Tag weinte ich mich in den Schlaf, weil mir bewusst geworden ist, dass ich hätte sterben können, wenn mir das Pferd auf den Kopf getreten wäre. Mit meinem Cousin verstand ich mich besser. Überhaupt verstand ich mich oft mit Jungs besser als mit Mädchen. Er ist mit mir ein paar Mal ins Kino gegangen und auch in ein Wasserrutschenparadies. Außerdem durfte ich viel am Computer spielen und Briefe nach Hause schreiben. In der Familie gab es einige Tiere, die Colliehündin Sandy, die Katzen Blacky und Tiger und ein paar Meerschweinchen und Mäuse. Damit war ich im Paradies. Außerdem habe ich Pferdebücher verschlungen, allen voran die von Walter Farley (The Black Stallion). Mir war aber auch viel langweilig und ich habe mich etwas einsam gefühlt, besonders am Ende, als meine Cousine und mein Cousin wieder in die Ganztagsschule mussten. Da war ich dann froh, als ich wieder zu Hause war. Aber mein Englisch hatte sich danach deutlich verbessert.
Und was für eine Überraschung, ein AfD-Politiker hat mal ein paar N*ziparolen gegrölt und tritt deshalb jetzt zurück. Vielleicht hat er sich auch die Taschen inzwischen genug vollgestopft mit unseren Steuergeldern. Wer weiß...
Sonntag, 1. März 2026 13:38Sandras TrickfilmkisteWenn wir im Urlaub waren, hat mein Papa mit unserer Super 8-Kamera gefilmt. Die hat er von einem Verwandten abgekauft, der als Early Adopter immer die neuesten Gadgets hatte. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte dieser sich dann eine Super 8-Kamera gekauft, die auch Ton aufnimmt. Es existieren deshalb auch Aufnahmen von meiner Taufe 1972. Nach den Urlauben hat Papa immer ein wenig auf der Kassette, die so 3-3,5 Minuten fassten, übrig gelassen, um mit den roten Tafeln mit weißen Magnetbuchstaben die Titel zu verfassen, die er dann mit der Schneidemaschine (hat mich immer an einen Locher erinnert) einfügte und dann die Filme zu etwa 20-minütigen Erinnerungsschätzen zusammengeschnitten hat, die dann auf den großen Rollen aufbewahrt werden konnten. Meist blieb am Ende immer noch ein wenig Film übrig, und damit es dann nicht bis zum nächsten Urlaub warten musste, bis der voll war und man ihn zum Entwickeln bringen konnte, hat er mir gezeigt, wie man Stop Motion-Filme dreht und erklärt, dass eine Sekunde Film aus 24 Einzelbildern besteht. Es war für mich aber eher ein "Abfallprodukt" und nicht wirklich ein Hobby. In der Zeit von 1984 bis 1989 sind dann ein paar kleine Trickfilme entstanden, die mir Papa vor geraumer Zeit mal als Datei geschickt hat. Er hat das einfach mit einer Kamera von der Wand abgefilmt, deshalb entält die Aufnahme nostalgische Staubflusen und das originale Projektorknattern. Das Geräusch löst Kindheitserinnerungen aus. Die verlinkten Filmschnipsel zeigen eine Stadt aus Bauklötzen, Papas Modellflugzeuge, kleine Männchen aus den Toasties-Packungen und ein lustiges Lego-Auto. Dann einen Stift, der etwas gezeichnet hat, was man aber nicht erkennen kann, weil das überbelichtet ist. Als Tiernarr habe ich natürlich meine Zootiere mit einer Holzeisenbahn herumtransportiert. Ein schwarzer Hund jagt ein Schaf. Dann hatte ich ein Gummipferd mit Drahtgestell, das eigentlich ideal für Stop-Motion-Filme gewesen ist, allerdings sieht man sehr deutlich, bei welchen Passagen mir mein Papa geholfen hat, und wo ich selbst experimentieren durfte. Mit den Magnetbuchstaben habe ich auch comic-haft das Gebellte an die Tafel geschrieben. Der schwarze Hund war auf der Suche nach Freunden (ich Sonderling irgendwie auch immer). Anscheinend habe ich auch ein Lego-Fabuland-Auto besessen. Daran kann ich mich gar nicht erinnern. Dann habe ich eine Verkehrsstudie mit Straßenbahn (ich habe sie erst viel später als Zuagroaste "Tram" genannt) und allerlei Fahrzeugen an einer großen Kreuzung erstellt und eine Bewegungsstudie mit meinem Barbiepferd "Isara" ("die Reißende"). Da die Gelenke relativ natürlich beweglich waren, ist mir Schritt, Trab, Galopp und Pass recht gut gelungen. Am Ende hat Isara noch ausgeschlagen und ist gestiegen. Zum Schluss musste ich den Film noch vollkriegen und wollte nochmal was Zeichnen, da hat der Film dann aber nicht mehr gereicht. Zum Abspielen clicken :-) Und jetzt bin ich mal wieder überhaupt nicht überrascht, wie menschenverachtend so mancher Politikabschaum ist.
Donnerstag, 26. Februar 2026 21:13Von der Lügnerin über Schriftstellerin zur BloggerinMeine Eltern hatten keine Ahnung, was sie damit ins Rollen gebracht haben, als sie mich in der Grundschule das erste Mal auf ein Pony gesetzt haben. Vorher war ich schon ein Tiernarr, wollte alles streicheln, was ein Fell hatte. In Berlin war ich ganz vernarrt in den Hund von Nachbarn, einer schwarzen Bordercolliehündin namens Whisky. Aber seit dem ersten Besuch auf dem Ponyhof war ich mit dem Pferdevirus infiziert. Leider durfte ich nicht in die Reitschule gehen. Einerseits weil das sehr teuer war, andererseits weil meine Mutter Angst gehabt hat, dass ich runterfalle und mir was tue. Dummerweise habe ich mir dann auf dem Ponyhof aber lauter falsche Sachen angewöhnt, wie am Zügel zerren und die Füße in die Rippen des armen Ponies kloppen. Immerhin habe ich mir Leichttraben abgeschaut. In meiner Phantasie war ich aber in einer Reitschule. Und ich habe auch erzählt, ich wäre in einer Reitschule. Wir hatten Clubkleidung, rote Sweatshirts und beige Reithosen. Und eine Pferderasse namens Tölzer habe ich erfunden, braune Pferde mit schwarzer Mähne und weißen Köpfen. Natürlich haben mich die Mädchen, die tatsächlich in einer Reitschule waren, und die ich sehr beneidete, durchschaut, weil ich nicht wusste, was "Hilfen" sind. Oder ich dachte damals noch, dass alle männlichen Pferde Hengste wären. Als ich in die Orientierungsstufe kam, habe ich mit den Lügengeschichten aufgehört. Rückblickend habe ich das sehr geschickt gemacht, denn dann habe ich angefangen, Geschichten zu schreiben, z.B. "Nadja - Großstadtpflänzchen unter Pferden". Somit konnte ich in diese Phantasiewelt eintauchen, ohne Lügengeschichten zu erzählen, weil klar war, dass es nur ausgedachte Geschichten waren. Mit 12 durfte ich dann endlich in eine Reitschule gehen, nachdem ich meine Eltern jahrelang genervt habe. Die arme Reitlehrerin musste mir dann beibringen, die Pferde nicht so "einzuklemmen" und es hat eine Weile gebraucht, bis ich den Trab aussitzen konnte. Mich hat der militärische Drill aber dann doch genervt und ich habe mit dem Unterricht wieder aufgehört. Aber Geschichten geschrieben habe ich viele, z.B. über den Goldfuchs Mustanghengst Horizontsturm oder der braunen Stute Harysing, die gestohlen wurde und ein Zwillingspärchen den Fall aufklärte (dieses Manuskript ist aber leider verschollen). Und ich habe die Phantasiewelt "Gut Horseback" erfunden, in der ich alle möglichen Pferdegeschichten und auch Menschengeschichten erzählen konnte. Diese habe ich in einer Zeitschrift namens "Ponyexpress" verewigt, mit zahlreichen Illustrationen, und mich einmal wöchenlich mit einer Freundin getroffen, um in diese Phantasiewelt einzutauchen. Bis ich ihr dann irgendwann auch damit auf die Nerven gegangen bin. Als ich in die Pubertät kam, haben sich meine Interessen natürlich etwas gewandelt. Da habe ich diese Schundromanheftchen Denise verschlungen, amerikanische Teenager-Filme geschaut und in dem Stil Romane geschrieben. Die fanden eine begeisterte Leserschaft in meiner Klasse. Diese Liebesromane waren relativ autobiographisch und ich habe mir teilweise nicht allzu viel Mühe gegeben, die Charaktere zu verfremden oder so zu vermischen, dass man keine Rückschlüsse mehr hätte ziehen können, von wem ich da schreibe. So wusste jeder in der Klasse, wer gemeint war, als ich z.B. von "Peter Lighthouse" schrieb. Da hätte ich den Mädchen in der Klasse auch gleich meine Tagebücher geben können. Als ich dann irgendwann die Schnauze voll hatte von Jungs, habe ich mich mehr dem Science Fiction, insbesondere Star Trek zugewandt, ebenso wie der Physik (Leistungskurs/Abitur) und hobbymäßig der Astronomie und auch ein bisserl der UFO-Forschung. Die Relativitätstheorie hat mich fasziniert, ich war aber etwas enttäuscht, weil die gar nicht so kompliziert ist, wie man sich das als Laie vorstellt. Die Quantenphysik war nicht Teil des Abiturs, damit habe ich mich dann populärwissenschaftlich auseinandergesetzt, insbesondere mit den Büchern von John Gribbin. Gelesen habe ich sehr gerne Isaac Asimov, später dann Andreas Eschbach. In dieser Zeit habe ich einen Star Trek Roman geschrieben namens "Vulkans Kinder", in der der Charakter T'Ra Shrij Mar Shandij vorkam (wusste alles, konnte alles, und sah verdammt gut aus). Daher habe ich "Shandij" oft als Online-Pseudonym verwendet. Und einen Roman über zeitreisende Dinosaurier. Die Bücher zur Besiedelung des Mars und eines Genexperiments sind im Konzeptstadium stecken geblieben. Schreiben hat mir auch über eine depressive Phase geholfen, allderings ist diese Kurzgeschichtensammlung, die in dieser Zeit entstand, absolut nicht dazu geeignet, von irgendjemanden gelesen zu werden. In dieser Zeit war das Schreiben für mich so etwas wie eine Therapie. Als ich dann in den Offiziellen Star Trek Fanclub Deutschland eingetreten bin, habe ich als Redakteurin und Autorin für das Fanzine "Bordtime" gearbeitet, das neben der "Trekworld" abonniert werden konnte, aber eher ein Schattendasein fristete. Mein bester Artikel war "Stilbluten", in dem ich mich über das Leid einer Redakteurin ausließ und darüber philosophierte, was mit "Lockbüchern" gemeint sein könnte. Später habe ich noch sporatisch als Autorin für das Star Trek Forum Magazin und der halbjährlich erschienenen Starbase geschrieben. In dem Buch "The Great Link 2", in dem jeweils zwei Geschichten von TOS, TNG, VOY und DS9 erschienen, habe ich auch eine wunderschöne TOS-Geschichte "Die Stimme des Herzens" geschrieben, für die ich sehr viel Lob bekommen habe, in der die autobiographischen Komponenten aber stärker versteckt waren. Als ich 1999 zum ersten Mal Mutter wurde, war es mit dem Schreiben dann vorbei. Ich hatte einfach keine Zeit mehr, denn um zu schreiben, hätte ich mindestens 4 Stunden am Stück gebraucht, in denen ich nicht gestört werde, damit ich in meine Phantastiewelt eintauchen und in ihr leben kann. Diese Zeit und Muse hatte ich dann einfach nicht mehr. Ab und an habe ich noch Tagebuch geschrieben oder heute eben diesen Blog, aber für Geschichten oder gar Romane hat es nie wieder gereicht. Und die K*ck-AfD wehrt sich mit allen Mitteln dagegen, als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft zu werden. Das wird ihr aber nix nutzen, weil alle Faschisten zum Verlieren verdammt sind. Sooooo...
Samstag, 15. November 2025 23:18Das M!perium schlägt zurück - Comödie in FürthHeute sind wir nach Fürth gefahren und haben uns erst einmal im Hotel the niu Saddle einquartiert. Ich hatte kurz überlegt, nach der Show gleich heimzufahren, aber ehrlich gesagt war ich froh, dass wir das Hotel doch nicht storniert haben. Außerdem ist hier alles mit Pferden dekoriert, was mein Herz natürlich höher hat schlagen lassen. Vor der Show sind wir in das Grüner Brauhaus essen gegangen. Da wir nicht genau wussten, wann wir ankommen, weil wir auch hätten in einen Stau geraten können, hatte ich nicht reserviert. Aber es hätte noch zwei Italiener in der Nähe gegeben. Aber es war kein Problem, wir haben zu zweit noch einen Tisch bekommen. Fürth gefällt mir. Obwohl das die Bahnhofsgegend ist, ist alles sauber und ordentlich. Das Essen im Brauhaus war auch sehr lecker. Da wir noch Zeit hatten, haben wir uns noch einen Nachtisch gegönnt. In der Comödie herrscht leider Garderobenzwang, auch wenn man gar nicht an den Tischen sitzt. Aber es ging doch auch am Ende alles flott, als ich die Jacke und Tasche wieder geholt habe. Bei der Einlasskontrolle wurden uns Bierdeckel mit dem Titelbild der Show auf der einen Seite und einem schwarzen Loch auf der anderen Seite in die Hand gedrückt. Ich bekam meinen von Reini persönlich, aber ich hatte ihn nicht erkannt. Vor der Show waren wir noch kurz am Merch-Stand. Mein Shirt "Science - not Silence" hatte ich schon vorab im Merch-Shop bestellt. Liebevoll verpackt von Reini persönlich. Das Grußkärtchen mit seiner Unterschrift hatte ich mir sogar um den Hals gehängt. Das nenne ich mal überqualifiziertes Personal. Das Tensegrity habe ich gleich mal kaputt gemacht, aber gleich wieder aufgestellt. Mit dem Periodensystem der Elemente hatte ich auch geliebäugelt, aber 50 Euro für einen Plexiglasblock war mir dann doch zu teuer. Aber als ich es heute Abend in der Hand hielt, habe ich gesehen, dass darin kleine Klümpchen der Elemente eingeschlossen sind, bis auf die radioaktiven Elemente aus verständlichen Gründen. Das ist natürlich schon sehr nerdig. Can I lick it? Unsere Tickets waren Reihe 4 (oben ganz hinten) Plätze 4 und 14, also nicht nebeneinander. Aber an der Ecke saß eine einzelne Dame, die ich dann gefragt habe, ob sie mit uns tauschen würde, damit wir nebeneinander sitzen könnten. Das war ihr ganz recht, da ihre Begleitung auch rechts saß an den Barhockern, so konnte sie näher bei ihm sein. Wir haben dann auf den Plätzen 3 und 4 sitzen können und das Paar auf den Plätzen 2 und 3 ist auf Platz 1 und 2 gerutscht und alle waren happy. Überhaupt war das Publikum sehr divers und freundlich, es gab also einen hohen Wohlfühlfaktor. Die Show Das M!perium schlägt zurück war großartig. Eine Prise Star Wars, waghalsige Experimente, bei denen der Brandschutz und die Arbeitssicherheit Schweißausbrüche bekommen, Schwurbel-Bingo und uns wurde erklärt, wie man wissenschaftlich arbeitet. Und man kann gar nicht mehr wissenschaftlich denken, ohne auch politisch zu werden. Es gibt nur die Wahrheit. Oder Bullshit. Aber wem haben das Nicolas und Reini erzählt? Preaching to the choir. So ein Mist jetzt aber auch. Ich glaube, wir werden uns in Zukunft jede Show von den beiden anschauen müssen.
Montag, 11. August 2025 21:03Das Große Treffen - Aach am BodenseeDieses Wochenende waren wir das erste Mal bei Das Große Treffen in Aach am Bodensee. Gewohnt haben wir in einem nahegelegenen Hotel, weil wir weder lagern noch campen. Hauptgrund war natürlich, dass Tommy und Sophia Krappweis da waren für Lesungen und Harpo Speaks! Aber ich war insgesamt sehr begeistert. Es gab zusätzlich zum Mittelalterdorf noch ein Wikinger- und ein Piratendorf und Steampunk war auch vertreten. Letzteres war auf einem großen Reitplatz, dessen Boden ziemlich plattgetreten war und ich denke, dass der ordentlich gefahren werden muss, bevor er wieder bereitbar ist. Es gab auch einen Bereich, der auf der Karte als "privat" gekennzeichnet war. Anfangs dachte ich, dass das ein Bereich für die Crew wäre, so ähnlich wie beim Legoland für die Teilnehmer der 501 German Garrison, als es noch die Star Wars Tage gab, bevor Disney das Franchise geschluckt und die Kooperation beendet hat. Aber es war überraschender Weise ein Pferdestall mit kleinen Paddocks und einem Round Pen. Als Pferdebesitzer wäre das für mich der Horror, wenn da ein Mega Event Park um meinen Stall herum wäre, wo regelmäßig solche Festivals stattfinden. Und ich hatte Recht, dort finden auch Reitturniere statt. Wir haben uns auch mit Freunden aus der LastGeekTonight-Bubble getroffen und auch mit lieben Menschen, die wir bisher nur aus dem Discord kannten. Es gab hier Überschneidungen zur WildMics- und Maraverse-Bubble. Es wurden auch interessante Gespräche geführt. Zu Essen gab es auch reichlich und lecker. Besonders der Flammkuchen, der Langosch, das Slush und die Crêpes haben es mir angetan. Am Sonntag waren leider die Bananen aus. Ich nahm statt dessen Kirschen und hatte leider einen Kirschkern drin. Gut, dass ich nicht zu fest zugebissen hätte, sonst hätte sich die Zahnzusatzversicherung gelohnt. Die Lesung von Sophia und Tommy Krappweis war wirklich schön. Es ging um Kohlrabenschwarz. Am nächsten Vormittag war ein Ask us Anything, wo ich Streberin Fragen zu den Podcasts Ja, Schatz! und Der offizielle Ghostsitter Podcast stellte und wissen wollte, wieviel Autobiografisches in manchen Szenen aus Kohlrabenschwarz steckt. Und es ging nicht um die Hirschkuh. Florian hat gefragt, wofür die beiden dieses Wochenende dankbar sind. Am Samstagnachmittag und auch am Sonntagnachmittag spielte Harpo Speaks! auf ziemlich kleinen Bühnen. Vielleicht war die Hafenbühne die kleinste Bühne, auf der sie jemals gespielt haben. Ich hatte so den leisen Verdacht, dass die Veranstalter das deshalb so gemacht haben, damit Tommy nicht wieder das Publikum zum Mitsingen auf die Bühne bittet, wenn sie Ein echter wahrer Held spielen. Außerdem hat mir das Endzeitlager wahnsinnig gut gefallen. Mad Max live. Bisher kannte ich Rotten Raptor nur von der ComicCon, dort war es aber nur ein Auto mit ein paar Endzeitlern, die in irgendeiner Ecke rumstanden. Aber hier war es ein ganzes Lager und eine ganze Show mit Feuer, Akrobatik und einem Showkampf. Leider war die Donnerkuppel ungünstig positioniert, weil es keine Tribüne gab. Das Publikum hat eigentlich nur etwas mitbekommen, wenn es das Glück hatte, in der ersten, zweiten Reite zu stehen. Wir hatten eigentlich einen tollen Sitzplatz, aber die Security hat uns aufgescheucht und als wir dann mit Abstand zur Donnerkuppel standen, haben sich dazwischen natürlich Leute positioniert, die erst später dazugekommen waren. Ich war sehr frustriert, dass ich nichts mehr sehen konnte und die Show erst später auf den Videoschnipseln sehen konnte, die Florian mit der hochgehaltenen Kamera gemacht hat. Ich stand nur am Zugang zur Basis, so dass ich die Kämpfer vorbeilaufen sehen konnte oder wenn sie aus der Donnerkuppel als Verlierer rausgetragen wurden. Besonders lustig fand ich auch das Teapot-Race. Da traten unterschiedliche ferngesteuerte Fahrzeuge gegeneinander an. Sie mussten einen interessanten Parcours absolvieren. Die einzige Bedingung war, dass auf dem Gefährt eine Teekanne befestigt sein musste. Die konnte aber auch winzig klein sein, wie aus einer Puppenstube, oder wie bei dem Gefährt der Umbrella Corporation größer als der fahrbare Untersatz. Ursprünglich hatten wir vor, wieder auf das Elbenwaldfestival zu gehen, aber wegen Tommy und Sophia Krappweis haben wir unsere Pläne geändert. Es war wieder ein wunderbares Wochenende geworden, von dem ich noch eine Weile zehren werde. Und ich habe mich riesig über ein kleines, großes Geschenk gefreut.
Samstag, 2. Dezember 2023 17:56Romantisches Wochenende mit SadistenJa, das war Clickbaiting. Sorry! Vortrag von Lydia Benecke: Sadisten - tödliche Liebe in ErgoldingWir hatten Tickets für Lydia Beneckes Vortrag "Sadisten: Tödliche Liebe" in Ergolding bei Landshut für Freitagabend. Normalerweise dauert die Fahrt dorthin etwa 1:15 Stunden, ist also quasi ein Vorort von München *hüstel* Aber das sind wir damals zu Martin Moder mit seinen Science Busters auch nach Ingolstadt gefahren. Nur dachte ich nach unserem letzten Vortrag bei Lydia, dass es sehr spät werden könnte und hatte vorsorglich ein Hotel, nämlich das Hotel Life Style gebucht, das ca. 10 Minuten mit dem Auto vom Veranstaltungsort Bürgersaal Ergolding entfernt ist. Nachdem es am Freitag dann wie irre zu scheien angefangen hat, war das wohl mehr als klug gewesen. Wir sind auch eine Stunde früher, also 16:00 Uhr losgefahren, denn bei diesen Witterungsverhältnissen plane ich gerne die doppelte Zeit ein. Gaaaanz kurz hatte ich überlegt, das Ganze abzublasen, aber dann hätten wir einen fantastischen Abend verpasst. Die Fahrt war abenteuerlich, aber ich bin einfach ganz in Ruhe in angepasster Geschwindigkeit gefahren und wir kamen kurz vor 18:00 Uhr im Hotel an. Dort gab es auch ein Restaurant, in dem wir nach dem Check-In dann zu Abend gegessen hatten. Das Essen war hervorragend und es gab sogar ein äußerst leckeres Crème brûlée und alkoholfreie Cocktails. Das Zimmer war sehr ungewöhnlich, denn das Bett stand in der Mitte und am Fußende der Fernseher (den wir sowieso nie benutzen). Zum Bad hin war ein Fenster, das man durch einen Vorhang im Zimmer verdecken konnte. Der Bürgersaal war riesig, aber die Stuhlreihen waren nur schätzungsweise zu 30% gefüllt, also etwa 200 Besucher. In der WGT 2018 hatte Lydia den Blauen Salon mit 200 Plätzen locker gefüllt und wir standen draußen mit noch zig anderen, die nicht mehr reingekommen waren. Aber das ist natürlich einmal im Jahr die geballte Zielgruppe. In Ergolding waren die meisten Leute sogenannte "Normis", oder manchmal sagen wir auch "Muggels" zu ihnen, nur vereinzelt konnte man Menschen als Goths erkennen, aber sehr dezent und unauffällig. Der Vortrag war mal wieder der absolute Hammer. Lydia kann ohne Probleme 3:30 Stunden am Stück reden. Die halbe Stunde Pause war wieder in erster Linie für das Publikum, das ihr Buch Sadisten signieren ließ und das eine oder andere Foto machen ließ. Das passierte auch schon vor der Show, als ihr ominöser Fahrer eine Brezel aß und für Fotos immer kurz zu kauen aufhörte und in die Kamera lächelte. Profi halt :-) Ein Mädchen hat sogar ihr rosa-schwarzes Plüschkaninchen signieren lassen. Das war soooo süß! Lydia hat ihren Bildungsauftrag vollends erfüllt. Jetzt wissen wir, warum Fifty Shades of Grey hochgradig problematisch ist, und das nicht nur, weil es BDSM so darstellt, wie sich Normis das vorstellen (ähnlich wie "Ostwind" das Pferdeleben so darstellt, wie sich das Normis vorstellen), wer Marquis de Sade ist, von dem das Wort "Sadismus" kommt, warum man es Menschen nicht ansieht, wenn sie Serienmörder sind (wie "Dexter") und dass das "DS" in "BDSM" auch noch eine Bedeutung hat. Wer noch mehr darüber wissen möchte, muss sich ein Ticket für eines ihrer Vorträge holen :-) Es ist noch sehr spät geworden. Der Vortrag ging bis 23:30 Uhr, aber nachdem auch der Letzte ihr Autogramm erhalten hatte, wurden wir irgendwann quasi mit rausgekehrt. Wir mussten erst Mal unser Auto ausbuddeln. Und dann war ich echt froh, heil im Hotel angekommen zu sein und dass wir dort auch eine Tiefgarage hatten. Auf der Fahrt haben wir zwei ineinander verkeilte LKW gesehen, die sich auf einer Auffahrt zur Bundesstraße getroffen haben. Witzigerweise hatten Bekannte von uns im gleichen Hotel gebucht, allerdings mussten sie durch den Nachteingang, dessen Vordach den Schneemassen nachgab und halb eingestürzt war. Was für ein Abenteuer! Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Vollkommen aufgedreht von dem tollen Abend haben wir dann noch eine Room Party bis 2:30 Uhr gemacht. Da kam schon richtiges Confeeling auf. Nachdem ich wie ein Stein geschlafen hatte, bin ich 8:15 Uhr wieder aufgewacht. Auf das Frühstück hatte ich mich sehr gefreut, denn es hatte einen guten Ruf. Und dem wurde es auch gerecht, denn ich habe noch nie so liebevoll angerichtetes Rührei gegessen. Und auf einer Etagere gab es allerlei Süßes mit und ohne Schokolade und kleien Gläschen mit Mousse au chocolat. Getreu dem Motto, dass ich nur Kalorien esse, die auch schmecken, genoss ich jeden Bissen. Sollten wir mal wieder in Landshut sein, dann werden wir wieder im Life Style einchecken. Die Heimfahrt war dann abenteuerlich. Beim Tanken füllte ich gleich mal Frostschutzmittel nach, dann holten wir beim Edeka noch ein paar Kleinigkeiten und Karotten für Felix und dann machten wir uns auf die Schlittertour heimwärts. Bei dem Dauerschnee kam der Winterdienst natürlich nirgends hinterher. Der Edeka hatte auch ab 14:00 Uhr geschlossen und in den Social Media wurden zig Schneefotos gepostet. Auf der Fahrt haben wir sechs oder sieben PKW gesehen, die von der Fahrbahn abgekommen waren und drei LKW, die auch irgendwie schief rumstanden. Wann kapieren die Leute es endlich, dass Winterreifen physikalische Gesetze nicht außer Kraft setzen? Ich bin jedenfalls nie schneller als 80 km/h gefahren. Ursprünglich hatte ich vor, nochmal in den Stall zu fahren, nachdem ich Florian zu Hause abgesetzt habe, aber bei den Witterungsverhältnissen haben wir unsere Pläne geändert und sind auf dem Heimweg kurz im Stall vorbeigefahren und haben nur geschaut, ob es Felix gut geht und die Karotten abgeliefert. Als wir dann endlich zu Hause angekommen waren, war ich heilfroh, dass nichts passiert ist. Wenn es nicht sein muss, sollte man bei solchen Bedingungen lieber zu Hause bleiben.
Sonntag, 23. April 2023 23:19Marathon, Weltmuseum, Spanische Hofreitschule, Touri-Zeugs und PraterHeute waren wir wieder im Ströck frühstücken. Diesmal habe ich nur die Süßkartoffelsuppe gegessen, weil ich vom Vorabend noch satt war. Florian hat auch nur die Eier mit Speck gegessen. Dann waren wir zum Weltmuseum gefahren, aber da war auch das Ziel vom Marathon, weshalb wir dort erst einmal hingelaufen sind und die Stimmung genossen haben. Aber Florian wird bestimmt keinen Marathon mehr laufen, das war 2004 bis 2008. Dann hatten wir nicht mehr so viel Zeit für das Weltmuseum. Aber es gab gar keine Queerweltenausstellung. Das ist eine Zeitschrift, die über das Museum berichtet hat. Die Ausstellung hieß Science Fiction(s), hatte damit aber nur soviel zu tun, dass die Indigenen Star Wars toll finden, weil der Film tatsächlich auf Navajo synchronisiert wurde. Es ging um Kunst, und es soll nicht in Vergessenheit geraten, dass die Kolonialherren einen Genozid betrieben haben. Und dass es doch toll wäre, wenn alle Menschen gemeinsam auf diesem Planeten leben würden und ihn gut behandeln würden, so dass wir alle gemeinsam mit unseren Kulturen etc. hier leben könnten. So wie die westliche Kultur lebt und den Planeten ausbeutet, geht das jedoch nicht. Die dort ausgestellte Weltkarte stand auch "auf dem Kopf", so dass Südamerika prominent in der Mitte lag. 15.00 Uhr ging die Führung in der Spanischen Hofreitschule los, da hatten wir leider keine Zeit noch das restliche Museum anzuschauen. In der Hofreitschule sind nur Hengste, weil man ihr natürliches Imponiergehabe ausnutzt, um ihnen die Lektionen der Hohen Schule beizubringen. Nach acht Wochen kommen sie entweder auf den Heldenberg zum Urlaub oder auf das Gestüt Piber zum Liebesurlaub. Dann ist am Hof eine andere Besetzung für die Shows. Immer mal wieder wird ein brauner oder schwarzer Lipizzaner geboren, das ist dann der Glücksbringer. Die Namen setzen sich aus dem Namen der Hengstlinie und der Mutter zusammen. Die römische Ziffer gibt dann an, dass es Geschwister sind. Leider habe ich verschlafen zu fragen, ob die Pferde dann Kosenamen haben, weil das sonst zu lang wäre. Der Bestand war einmal wegen Pferdeherpes stark dezimiert, deshalb dürfen Besucher den Pferden nicht mehr zu nahe kommen. Die weißen Sättel sind nur für die Show. Zum Training werden normale Dressursättel verwendet. Die Showsättel sind aus weichem Hirschleder und für jedes Pferd eine Sonderanfertigung. Die Führanlage war bis vor Kurzem die größte der Welt. Wegen ihren geraden Strecken ist sie weniger schlecht für die Gelenke der Pferde und man kann die Richtung ändern. Die größte steht nun in Dubai. Die Reithalle hat ein leichtes Holzdach, weil damals so eine große Halle noch gar nicht mit einem tragenden Dach gebaut hätte werden können. Die Details erfährt man in der Architekturführung. Es hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht besuche ich nun doch mal eine Vorstellung. Nach einem Foto für die Pferdenarrischen und einer Begegnung mit einem Pferd, das fast aussah wie Shiras, sind wir dann auf unsere Touri-Tour gegangen. Zum Sigmund-Freud-Haus (um Alexander zu ärgern), das Mozarthaus... Florian hat das neue Buch "Warum wir nicht durch Wände gehen* / *Unsere Teilchen aber schon" von Florian Aigner bei Thalia bestellt und wir haben es dann abgeholt. Wir haben deshalb vergessen, noch zum Hundertwasserhaus zu gehen. Wir brauchten dringend eine Pause und sind im Burger King mit Stuck an der Decke eingekehrt. Danach sind wir mit der U-Bahn zum Prater gefahren. Uns taten die Füße schon weh. Beim Prater sind wir aber nur spazieren gegangen und haben die bunten Lichter genossen, gefahren sind wir nichts und gegessen haben wir auch nichts mehr. Ponyreiten für Kinder gibt es immer noch, aber nicht mehr auf dem kleinen Zirkel, sondern auf einer größere Runde hinter den Restaurants, wo es ruhiger war, fernab der Fahrgeschäfte. Diesmal waren wir ein klein wenig früher im Hotel und konnten uns ausruhen, bis wir morgen zur Signier-Stunde zu Florian gehen und dann in die Römerstadt.
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