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Mein Blog-ArchivThema: privat/unterwegs
Samstag, 27. Juni 2026 16:11Pumuckl-Tour in Haidhausen von MingatoursHeute war ich mit Florian bei der Pumuckl-Tour in Haidhausen von Mingatours. Ich bin über Fatzebuck darauf aufmerksam geworden, aber leider war sie bisher immer ausgebucht. Wir wollten eigentlich eventuell vielleicht zum CSD, aber nachdem noch Tickets verfügbar waren, habe ich umdisponiert. Natürlich bin ich im Cosplay mit wenig Aufwand gegangen: Grüne Hose (ja, trag ich tatsächlich ab und an und pass auch wieder rein) und ein gelbes Raumschiff Enterprise-T-Shirt, das ich irgendwann mal von Sat.1 als Werbegeschenk erhalten habe. Da ich eigentlich meine Haare nicht mehr färben möchte, habe ich mal Haarkreide ausprobiert. Sieht zwar nicht rot aus, daber zumindest rötlich. Meine Haare habe ich mit einem roten Samtgummi zusammengebunden, das sieht man auf dem Bild leider nicht. Chrsitine, unsere Tourguidin, hat sich auch über das Outfit gefreut. Eine Tasche, ein Poloshirt mit Stickerei und ein Plüsch-Pumuckl waren auch mit von der Partie, die meisten Leute kamen aber in normaler Kleidung. Wir versammelten uns am Treffpunkt und Christine erzählte uns dann eine ganze Menge über die Drehorte und Schauspieler. Weil es so heiß war, haben wir immer schön schattige Plätze aufgesucht. Für eine Rollstuhlfahrerin war die Tour auch barrierefrei. Haidhausen ist wirklich malerisch und wird auch gern für andere Filmproduktionen als Kulisse verwendet. Auf einem großen Tablet zeigte uns Christine auch immer passende Szenenfotos. Da ich die Hörspiele vor ein paar Jahren gehört habe, aber die Serie schon ewig nicht mehr gesehen, die neue leider auch noch nicht und den Film "Der blaue Klabauter" habe ich auch noch auf einer verstaubten DVD irgendwo rumliegen, konnte ich leider gar nichts zu den Folgen sagen. Einfach zu lange her. Es gab auch noch Anekdoten aus anderen Serien, z.B. Monaco-Franze. Bei "Die Hausmeisterin" habe ich immer überlegt, wann eine Hausmeisterin bei Pumuckl vorgekommen wäre. Ich hab's nicht so mit deutschen Serien (außer Kohlrabenschwarz). Haidhausen ist so schon wunderschön anzusehen, aber mit den Anekdoten von Christine auf der Pumuckl-Tour sieht man alles nochmal mit anderen Augen. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, auch wenn wir am Ende wegen der Hitze keine Lust mehr auf ein Selfie mit einem tollen Pumuckl-Gemälde auf einem Rolladen hatten. Mit der netten Familie mit Plüsch-Pumuckl und -Tasche habe ich mich auch ein wenig unterhalten. Sie lieben auch den Film "Hui Buh" von Michael Herbig und mit Christoph Maria Herbst. Und ich habe dann die Hörspiele Ghostsitter von Tommy Krappweis (dem Co-Erfinder von Bernd das Brot) empfohlen. Darin geht es um einen 14jährigen Jungen, der eine Geisterbahn erbt und dann feststellt, dass alle Geister echt sind. Christoph Maria Herbst spricht darin den Vampir Vlarad, einfach großartig! Die Hörspiele höre ich gerade rauf und runter. Florian hatte sogar ein T-Shirt an, auf dem man viele Figuren aus Ghostsitter anschauen konnte, inklusive dem Anwalt Feuerflieg und dem Pummeleinhorn.
Sonntag, 21. Juni 2026 20:28Wer hat den coolsten Job der Welt? Jennifer Morscheiser vom LokschuppenWir waren am Samstag auf dem Römerfest in Rosenheim und danach noch in der Römer-Ausstellung im Lokschuppen. Auf dem Römerfest war ich natürlich sehr von den Freibergern vom Schmarhof und den nach Ausgrabungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen hergestellten baumlosen Sätteln und Zaumzeugen fasziniert. Auf dem lebendigen Römerfest gab es natürlich auch eine Hochzeit und einen Gladiatorenkampf. Das Fest ist nun erst einmal vorbei, aber die Ausstellung im Lokschuppen zu Römern könnt ihr natürlich immer noch besuchen bis 1. August 2027. Warum hat Jennifer Morscheiser den coolsten Job der Welt? Weil sie für die Ausstellungen im Lokschuppen von überall her fantastische Ausstellungsstücke herbeiholt. Bei Heldinnen und Helden war es das Batmobil. Bei der Römerausstellung ist es das Originalkostüm von Obelix aus dem Film Im Auftrag Ihrer Majestät. Und dann gibt es da noch die römische Stadt aus Noppensteinen, für die mal eben der Weltmarkt der Farbe dark orange 6x2 zusammengekauft wurde. Wer mag denn bitte nicht sein Geld mit Noppensteinen verdienen und dabei eine Menge Spaß haben? Diese Stadt wird von euch, den Besuchern aufgebaut. Gegen eine kleine Schutzgebühr bekommt man ein Set mit Anleitung. Den Schwierigkeitsgrad darf man wählen. Und dann mit dem wunderbaren Gefühl nach Hause gehen, einen Teil an diesem Monument beigetragen zu haben. In der Folge vom WTF-Talk vom 09.03.2026 - Was haben die Römer je für uns getan? erzählt Jennifer Morscheiser über die Ausstellung und die Noppenstein-Stadt. Man merkt ihr die Begeisterung einfach an! Einfach nur Wow! Man kann teilweise Orignal-Fundstücke anfassen. Es gibt überall etwas zu bauen und zu tun für die Kleinsten. Ich bin ein absoluter Lokschuppen-Fan! Den Abend haben wir dann gemütlich im Flötzinger Bräustüberl ausklingen lassen, wo wir noch sehr lecker gegessen haben. Und bei der Hitze habe ich meinen Rekord in Johannisbeerschorle trinken gebrochen.
Sonntag, 3. Mai 2026 23:50Simon Pearce - Funny Bones - Stadthalle GermeringHeute waren wir mal wieder bei Simon Pearce. Davor waren wir beim Griechen essen. Es gab irgendwie kein einziges vegetarisches Gericht, aber ich bin mit Bohnensuppe, Kofibrot und Tzaziki auch satt geworden. Die armen Menschys, die um uns herum gesessen sind. Diesmal waren wir in der Stadthalle Germering, weil wir nicht so gern ins Lustspielhaus oder Circus Krone gehen. Die Tische standen zwar weiter auseinander, aber Florian fand die Stühle dort auch nicht bequem. Als ich auf Toilette war, standen zwei Frauen und ich geduldig an. Irgendwann hat dann die Erste in der Reihe doch nochmal an der Tür gerüttelt und siehe da, die war nur schwergängig, dahinter waren drei freie Kabinen. Ich lachte und meinte, dass mir das auch hätte passieren können. Und die dritte sagte dann auch etwas ähnliches. Simon hatte eine Art Gilchrist an, weil ihm auch eine Sehne abgerissen ist. Sehr unangenehm. Er fragte dann, wer auch schonmal an der Schulter operiert werden musste. Florian meldete sich und sagte, er hatte mal eine Schulterluxation. Darauf meinte Simon, dass man deswegen nicht operiert werden müsste. Und Florian: "Beim dritten Mal schon!" und alles lachte. Simon hat wieder viele tolle, ausgeschmückte Geschichten aus seinem Leben erzählt und wir haben uns scheckig gelacht. Traurig war nur, dass seine Mama mittlerweile verstorben ist. U.a. hat er sich über Sprachnachrichten ausgelassen. Aber mir dürfen zwei Freundinnen Sprachnachrichten schicken. Eine Pferdefreundin, weil sie immer im Streß ist und nur im Auto zum Antworten kommt. Und die Freundin mit abgerissener Schultersehne, weil sie das Handy nicht mehr so gut halten kann. Sie fängt auch nicht (mehr) mit einer Entschuldigung an, weil sie weiß, dass ich Sprachnachrichten nicht mag, sondern mit "So, Sandra, dein persönlicher Podcast". Außerdem hat Simon eine tolle These gehabt, woher die ganzen Prinzenmails aus Nigeria kommen. Dort scheint es von ihnen nur so zu wimmeln. Er hat genau das gleiche Problem wie ich: Wenn mir in der Nacht etwas einfällt und ich Notizen ins Handy tippe, dann muss ich schon ein wenig ausführlicher werden. Denn sonst steht da was komisches, gerne auch mit verdrehten Buchstaben wegen Wurstfingern und ohne Brille, mit dem ich dann am nächsten Tag nichts mehr anzufangen weiß. Und dann ärgere ich mich, weil das hätte ja DIE Idee für einen Bestseller sein können. Nicht dass ich noch schreiben würde... Es war ein wunderschöner Abend. Allerdings plane ich gerade nur sehr wenige solcher Events im Voraus, weil mir dazu einfach die Löffelchen fehlen. Ich hoffe, 2027 wird dann wieder besser.
Samstag, 28. März 2026 23:59Stadtrundgang Wien und World of Bricks in der StadthalleHeute haben wir uns mittags am Stephansdom getroffen, um einen Stadtrundgang zu machen. Es war eisig kalt, aber interessant. Ich habe gelernt, dass man am Dom nachmessen konnte, ob der Laib Brot die korrekte Größe hat oder der Meter Stoff die korrekte Länge und dann konnte man das reklamieren. So wurde für Recht und Ordnung gesorgt. Und Maria Theresia hatte 16 Kinder und die Schulpflicht eingeführt. Obwohl es so eisig war, haben wir lecker Eis gegessen. Nachmittags waren wir dann in der Stadthalle zur Ausstellung World of Bricks. Es war wunderschön, so viele liebevolle Details. Und wieder einmal haben wir festgestellt, dass Florian eigentlich harmlos ist. Und sei es nur aus Platzmangel. Aber sein Brickoseum ist in greifbarer Nähe. Nach einem leckeren Abendessen im Stadthallen Bräu sind wir dann zurück nach München aufgebrochen. Geplant war eigentlich die Legoausstellung gegen Mittag zu besuchen, da man aber Zeitslots buchen musste und wir spät dran waren, gab es erst um 16:30 Uhr den frühesten Eintritt. Es ist spät geworden und ich brauchte doch drei kurze Pausen, bis wir kurz nach Mitternacht heil zu Hause angekommen waren.
Donnerstag, 19. März 2026 21:57Lego-Store HannoverSeit unserer legendären Lego-Store-Tour durch Deutschland im Jahr 2018 haben weitere Stores eröffnet. Diese wollen wir natürlich nach und nach abklappern. Und da wir rein zufällig in der Nähe waren, haben wir heute den Lego-Store in Hannover besucht. Mein von Aster'sches Brauch-o-meter hat leider wieder angeschlagen. Wenn wir so unterwegs sind und gut gelaunt, dann bin ich etwas mehr in Kauflaune. Und diesmal wollte ich mit auf das Bild vor dem Lego-Store, damit alle Welt weiß, dass ich Florian nicht nur "ertrage", sondern selbst ein Lego-Fan bin. Immerhin sind im Schwabenstein e.V. 20% Frauen, das ist also gar nicht so seltsam. Und mein Gothic-Outfit wurde gelobt. Jetzt fehlen uns Stand heute noch (glaube ich) Bonn und Dresden.
Die Heimfahrt war etwas anstrengend, weil das Navi die erste Etappe bis zur günstigen Tankstelle irgendwie einen größeren Umweg angezeigt hat und die Fahrt damit etwa eine Stunde länger gedauert hat. Es könnte an diesem Unfall mit 25 Tonnen Zuckerrüben gelegen haben. Aber wir sind auch ein Stück über die A38 gefahren. Gut, dass ich immer meinen Passierschein dabei habe. Wir kamen erst 21:00 Uhr zu Hause an.
Mittwoch, 18. März 2026 21:48Deutschland im (Informations-)Krieg - Hoaxilla in GoslarHeute fand im Amsdorfhaus in Goslar der Vortrag "Deutschland im (Informations-)Krieg" von Hoaxilla, dem skeptischen Podcast statt. Ab sofort bin ich Fan vom Goslarer Bündnis gegen Rechtsextremismus. So viele stabile Menschen auf einem Haufen. Wie sind wir denn dazu gekommen? Mal eben so durch die halbe Republik zu fahren? Als wir das über bluesky erfuhren, haben wir sofort geschaut, wo genau Goslar ist und gedacht, in der Nähe von Hannover, das trifft sich gut, da haben wir auch noch was zu erledigen. Also schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Hinfahrt war auch sehr schön, bestes Wetter, wenig Verkehr, keine Idioten auf der Straße. Unser Hotel war auch ganz nett und wir haben dort noch sehr lecker gegessen, bevor wir uns in das Armsdorfhaus begeben haben. Goslar ist ein wunderhübsches, kleines Städchen, sauber und mit gepflegten Häusern. Der Spaziergang an der frischen Luft hat uns gut getan. Ebenso wie der Vortrag. Im Vorfeld haben wir zwei stabile Menschen mit Ferngesprächs-Shirts gesehn und uns prima unterhalten. Alexa und Alexander haben sich auch die Zeit genommen, ein wenig mit den Leuten zu plaudern und für ein Foto zu posieren. Der Vortrag war dann wieder hervorragend, sehr spannend und informativ. Was klickt gut, wie werden wir durch Soziale Medien manipuliert, was können wir dagegen tun? Die Welt ist kompliziert geworden, aber ich denke, dass es durchaus möglich ist, auch wahre Geschichten kurz und knapp zu formulieren. Tr*mp hat in seiner ersten Amtszeit mehr als 30.000 Fake News über Twitter verbreitet. Den Artikel auf der von Amazing Jeff Bezos gekaufter Washington Post finde ich aber nicht mehr, deshalb denke ich, dass der inzwischen redaktionell geschönt oder gelöscht wurde. Auch das Wahlkampfthema Migration wurde mit Accountfarmen hochgekocht, obwohl de facto die Nettozuwanderung bereits abgenommen hat. Ich habe mich dann aber gefragt, was Ursache und was Wirkung ist, denn die spürbare Ausländerfeindlichkeit in Deutschland schreckt Menschen auch ab, zu uns kommen zu wollen. Auf jeden Fall können wir die Öffentlich Rechtlichen mit Mails überfluten, dass wir die rechten Napfsülzen nicht mehr sehen wollen! Und uns nicht zu Handlangern machen lassen, sondern das Internet dafür benutzen, gute Nachrichten und Wahrheiten zu verbreiten, statt unsere Zeit damit zu verschwenden, mit Unbelehrbaren oder gar Bots zu diskutieren. Am Ende gab es noch eine Fragerunde und Alexander hat ein paar Schritte gesammelt, indem er das Mikrophon durch den Saal getragen hat. Ich habe mich nicht getraut, Fragen zu stellen, auch wenn ich mir während des Vortrags ein paar Notizen im Handy gemacht hatte. Aber es gab sehr gute Fragen und kein einziger Störenfried unter den Zuschauern. Sollte Hoaxilla mal bei euch in der Nähe sein, dann empfehle ich wärmstens, zu ihren Vorträgen zu gehen. Es lohnt sich und man sieht die Welt danach durch eine klarere Brille. Für uns hat sich die lange Fahrt auf jeden Fall gelohnt. Es war ein wundervoller Abend mit wirklich großartigen Menschen, der unsere Akkus wieder etwas gefüllt hat. Das haben wir dringend gebraucht. Ganz herzlichen Dank dafür!
Freitag, 30. Januar 2026 23:32Christian von Aster - LITERARISCHE VERGNÜGLICHKEITEN - Galeriehaus HofDa wir zufällig in der Nähe waren, haben wir die Lesung "LITERARISCHE VERGNÜGLICHKEITEN" von Christian von Aster im Galeriehaus in Hof besucht. Er hat aus Neudeutsch 2.0 und Das Schlachthaus der Träume gelesen sowie ein paar Raritäten auf dem Tablet, die teilweise nirgends veröffentlicht worden sind. Die Schaffenskraft dieses Mannes ist unglaublich. Er ist wahrlich ein Meister der Wortakrobatik und unerwarteter Plottwists. Und wegen seiner zuweil düsteren Geschichten wurde er von der Gothic-Szene adoptiert. Leider wurden die falschen Bücher geliefert, so dass das Paket gleich mal in der Packstation gelassen wurde. Es ging zwar eine Liste herum, in die wir uns gleich eingetragen hatten, um das Eis zu brechen, aber das hat leider nicht so gezogen wie ein Stapel Bücher, der gleich vor Ort hätte erworben und signiert werden können. Das war extrem schade.
Memo an mich selbst: Nicht in Hotels übernachten, die die Hausnummer 88 haben. Das hatte bad bad vibes.
Sonntag, 11. Januar 2026 22:20Fast vergessene Kreaturen - Wandelhalle in Bad WildungenDafür gibt es eigentlich keine Kategorie. Über die Parakryptozoologische Gesellschaft haben wir einige großartige Menschen kennengelernt, die wie Christian von Aster Phantasiewelten erschaffen. Es wird auch wieder einen Jahreskongress geben. Darüber haben wir Forgotten Creatures kennengelernt. Dazu gibt es ganz wunderbare Bücher. Und als wir erfahren haben, dass es eine Ausstellung über die Fast vergessenen Fabelwesen geben soll, haben wir natürlich in unserem Kalender ein Wochenende freigeschaufelt. Leider haben wir die Kuratorenführung mit Florian Schäfer am 10.10.2025, die Fantasy-Führung am 13.11.2025 oder die Kuratorenführung mit Dr. Daniel Wolf am 09.01.2026 nicht geschafft, die Wunderkammer von Dr. Wolf leider ebenfalls nicht, obwohl sie nur eine Stunde von Bad Wildungen entfernt ist. Aber vielleicht haben wir noch eine weitere Chance, denn die Ausstellung wandert noch zu drei weiteren Standorten. Und das ganze ohne Eintritt. Ich bin immer wieder tief berührt und erstaunt, was für wunderbare Menschen wir über unsere Aktivitäten auf Twitch und auf dem Discord kennenlernen durften. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, wieviel Herzblut und Arbeit in der Ausstellung steckt, kann dies in der Doku "Wie ein Biologe Fabelwesen lebendig macht" in der ARD-Mediathek auf sich wirken lassen. Wir waren natürlich auf Forschungsreise und hatten unsere weißen Kittel an, Florian mit Leselupe und Lampe und ich mit Einhornmütze. Meine Lieblingskreatur ist eindeutig der Rollibock, aber leider durfte ich ihn nicht streicheln. Die Leckerlis hatte ich sowieso zu Hause vergessen. Unsere Freundin, die extra aus der Schweiz angereist ist, war zufälligerweise ein paar Tage vorher auf dem Aletschgletscher gewesen. Sie hatte den Rollibock aber nicht gesehen, weil sie sich respektvoll der Natur gegenüber verhalten hat. Danach haben wir uns noch die beiden anderen Ausstellungen angeschaut, über den Maler Willi Tillmans, dem die Malerei buchstäblich in den Genen lag. Ich fand auch die Geschichte, wie er seine Frau Meta kennenlernte, romantisch. Die war aus der Kategorie "Zufälle, die wie Vorherbestimmung wirken". Und das Quellenmuseum, wo es um den Kurort Bad Wildungen ging, um Nieren- und Blasensteine (ein medizinhistorisches Museum) und ein künstliches Pferd, das Harnleitersteine lockern soll. Reiten ist gesund! Sollte die Ausstellung nochmal Richtung Süden wandern, würden wir gerne noch Kuraturenführungen mitmachen. Es war wirklich ein wunderbares Wochenende. Nur das Hotel... Die haben "Sophia" falsch geschrieben.
Samstag, 15. November 2025 23:18Das M!perium schlägt zurück - Comödie in FürthHeute sind wir nach Fürth gefahren und haben uns erst einmal im Hotel the niu Saddle einquartiert. Ich hatte kurz überlegt, nach der Show gleich heimzufahren, aber ehrlich gesagt war ich froh, dass wir das Hotel doch nicht storniert haben. Außerdem ist hier alles mit Pferden dekoriert, was mein Herz natürlich höher hat schlagen lassen. Vor der Show sind wir in das Grüner Brauhaus essen gegangen. Da wir nicht genau wussten, wann wir ankommen, weil wir auch hätten in einen Stau geraten können, hatte ich nicht reserviert. Aber es hätte noch zwei Italiener in der Nähe gegeben. Aber es war kein Problem, wir haben zu zweit noch einen Tisch bekommen. Fürth gefällt mir. Obwohl das die Bahnhofsgegend ist, ist alles sauber und ordentlich. Das Essen im Brauhaus war auch sehr lecker. Da wir noch Zeit hatten, haben wir uns noch einen Nachtisch gegönnt. In der Comödie herrscht leider Garderobenzwang, auch wenn man gar nicht an den Tischen sitzt. Aber es ging doch auch am Ende alles flott, als ich die Jacke und Tasche wieder geholt habe. Bei der Einlasskontrolle wurden uns Bierdeckel mit dem Titelbild der Show auf der einen Seite und einem schwarzen Loch auf der anderen Seite in die Hand gedrückt. Ich bekam meinen von Reini persönlich, aber ich hatte ihn nicht erkannt. Vor der Show waren wir noch kurz am Merch-Stand. Mein Shirt "Science - not Silence" hatte ich schon vorab im Merch-Shop bestellt. Liebevoll verpackt von Reini persönlich. Das Grußkärtchen mit seiner Unterschrift hatte ich mir sogar um den Hals gehängt. Das nenne ich mal überqualifiziertes Personal. Das Tensegrity habe ich gleich mal kaputt gemacht, aber gleich wieder aufgestellt. Mit dem Periodensystem der Elemente hatte ich auch geliebäugelt, aber 50 Euro für einen Plexiglasblock war mir dann doch zu teuer. Aber als ich es heute Abend in der Hand hielt, habe ich gesehen, dass darin kleine Klümpchen der Elemente eingeschlossen sind, bis auf die radioaktiven Elemente aus verständlichen Gründen. Das ist natürlich schon sehr nerdig. Can I lick it? Unsere Tickets waren Reihe 4 (oben ganz hinten) Plätze 4 und 14, also nicht nebeneinander. Aber an der Ecke saß eine einzelne Dame, die ich dann gefragt habe, ob sie mit uns tauschen würde, damit wir nebeneinander sitzen könnten. Das war ihr ganz recht, da ihre Begleitung auch rechts saß an den Barhockern, so konnte sie näher bei ihm sein. Wir haben dann auf den Plätzen 3 und 4 sitzen können und das Paar auf den Plätzen 2 und 3 ist auf Platz 1 und 2 gerutscht und alle waren happy. Überhaupt war das Publikum sehr divers und freundlich, es gab also einen hohen Wohlfühlfaktor. Die Show Das M!perium schlägt zurück war großartig. Eine Prise Star Wars, waghalsige Experimente, bei denen der Brandschutz und die Arbeitssicherheit Schweißausbrüche bekommen, Schwurbel-Bingo und uns wurde erklärt, wie man wissenschaftlich arbeitet. Und man kann gar nicht mehr wissenschaftlich denken, ohne auch politisch zu werden. Es gibt nur die Wahrheit. Oder Bullshit. Aber wem haben das Nicolas und Reini erzählt? Preaching to the choir. So ein Mist jetzt aber auch. Ich glaube, wir werden uns in Zukunft jede Show von den beiden anschauen müssen.
Freitag, 3. Oktober 2025 21:31Skeptival in FrankfurtWir waren im Saalbau Griesheim in Frankfurt zum Skeptival, einer Veranstaltung mit einer reihe von wissenschaftlichen Vorträgen. Aufgrund technischer Probleme begann es erst 50 Minuten später, was daran lag, dass die Kabel neu verlegt wurden, man aber keinen Techniktest gemacht hatte. Die Leute waren super entspannt. Schließlich war es auch die erste Veranstaltung des Vereins Skeptix. Der erste Vortrag war von Georg (Synthetische Seelsorge: Wenn künstliche Intelligenz die Psyche ruiniert). Danach kamen erst Bernd und Jasmina mit Internet-Phänomenen zwischen Urban Legend und tödlicher Gefahr. Sie konnten ihre Videos aber nicht mit Ton abspielen, weil der nicht vom HDMI-Kabel übertragen wurde. Nach der Mittagspause, ich hatte keinen Hunger, ging es weiter mit Christian von Aster und den Mockumentarys. Das war ein regelrechtes Phänomen, nicht nur Blair Witch Project. Bob Roberts könnte sich lohnen mal anzuschauen. Als er gegen Ende nur noch 5 Minuten hatte, hat er einfach schneller gesprochen. Den nächsten Vortrag von Tabea Henn über KI und Geschichte, wie wir die Welt halluzinieren, wie sie nie war, fand ich auch sehr interessant. Sie meinte, dass es nie Fotos von Menschen kurz vor ihrer Ermordung in KZs gab, aber Bilder von Mädchen, die sich gegenseitig die Haare geflechtet haben sollen, wohl gut klicken. Dabei wurden allen vorher die Köpfe rasiert, solche Fotos kann es also gar nicht geben. Zwischendurch war ich immer mal oben im Raum mit den Young Skeptics. Dort hatte Florian eine große Kiste mit blauen 2x4-Steinen aufgestellt, eine Leihgabe vom Schwabenstein e.V., und Kinder wurden hier bespaßt. Florian hat eine Menge mit den blauen Steinen gebaut, u.a. auch zwei Skeptix-Schriftzüge. Am Ende musste aber alles wieder kaputt gemacht werden, wie damals auf der ComicCon. Der Vortrag von Marcus Schwarz über Käfer, die uns töten wollen, hatte ich so ähnlich schon auf dem WTF gehört. Ich fand ihn aber immer wieder interessant. Und als er meinte, dass die Biester, die Krankheiten übertragen, auf jeden Fall ein Grund sein sollte, weshalb man dem Klimawandel entgegen wirken sollte. Bienengift ist eine Säure, die bekämpft man am besten mit einer Base, z.B. Seife. Wespengift ist eine Base, die bekämpft man am besten mit Säuren, z.B. Essig oder Zitronensäure. Der letzte Vortrag war von Lydia über Esoterik-Betrug und Sektenabhängigkeit. Da hat sie wieder die Geschichte von Kumané erzählt, die ich inzwischen zum dritten Mal gehört habe. Aber ich finde sie immer wieder faszinierend. Am Schluss berichteten noch drei Betroffene von ihren Ausstiegen von einer Sekte, ein Kind von Freikirchlern und Frau Lea vom Waldorfsalat-Podcast. Es ist schon erschreckend, wie Kinder indoktriniert werden können. Und dass es nach dem Bruch mit der Freikirche noch acht Jahre gedauerte hatte, bis keine Angst mehr vor der Hölle vorhanden war. Es war wirklich toll!
Sonntag, 28. September 2025 20:01Transrapid-BesucherzentrumWeil wir zufällig in der Nähe waren, sind wir zum Transrapid-Besucherzentrum gefahren. Es war schönes Wetter und wir haben uns ausgiebig mit der Matterie auseinander gesetzt und sind auch ein kleines Stück die ehemalige Teststrecke entlang gelaufen. Wir hatten den Eindruck, dass der Förderverein davon träumt, dass der Transrapid eines Tages DAS Verkehrsmittel werden wird und alle Probleme schöngeredet (Wirtschaftlichkeit) oder ausgeblendet (Unfall mit einem Werkstattwagen). Hätte sich die Technik durchgesetzt, gäbe es nicht nur einen einzigen in Shanghai. Angeblich soll die Strecke seit 2019 erweitert werden. Damals war ich gegen den Bau des Transrapids zwischen Bahnhof und Flughafen in München, insbesondere weil kein Geld für Kitas da war. Die Kitas sind mittlerweile in einer noch schlechteren Verfassung, aber statt die Vermögenssteuer wieder einzuführen, fällt dem Staat nur ein, das Bürgergeld sanktionieren zu wollen. Allerdings bin ich nicht grundsätzlich dagegen, dass der Staat in neue Technologien investieren sollte.
Freitag, 26. September 2025 19:54Hambach - Zwischen verwundeter Erde und RenaturierungDa wir zufällig in der Nähe waren, sind wir bei :terra nova Tagebau Hambach auf die Aussichtsplattform gefahren. Das ist schon sehr beeindruckend, wenn man dieses riesige Loch sieht und die riesigen Maschinen, die dort baggern. Auf einem Hinweisschild stand etwas von Wildpferden. Also sind wir nach einem Eis zum Wanderparkplatz hambach gefahren, von wo aus wir erst einmal den Lehrpfad für Kinder gegangen sind, dann aber den kleinen blauen Schildern bis zu den Goldenen Auen gefolgt sind, wo die ausgewilderten Koniks in einem eingezäunten Bereich lebten. Wir waren schon eine ganze Weile unterwegs und ich fürchtete schon, dass wir die Pferde nicht zu Gesicht bekommen würden, aber dann haben wir sie auf einem Hügel grasen sehen. Als wir das Gebiet schon verlassen hatten und auf dem Heimweg waren, hatten sich die Pferde schon an den Zaun herangewagt, so dass wir sie von ganz nah sehen konnten. Eigentlich sollte man 25 Meter Abstand halten, aber ich denke, dass gilt nicht, wenn der Zaun dazwischen ist. Es waren drei graue Stuten mit ihren Fohlen und ein fast schwarzer Hengst. Ich konnte mich kaum losreißen. Danach sind wir auf dem kürzesten Weg zum Parkplatz zurück gegangen. Wir haben noch einen keltischen Kompass gesehen und das ehemalige Gipfelkreuz, wo uns eine Reiterin auf einem Schecken mit einem Schecken als Handpferd entgegenkam. Florian hatte die Vermutung, dass die Berge hier entstanden sind von dem Erdreich, dass im Tagebau abgetragen wurde, und dann eben bepflanzt und renaturiert wurde, auch als Greenwashingmaßnahme von RWE. Deshalb ist das ehemalige Gipfelkreuz auch nicht mehr die höchste Stelle. Konik Wildpferde auf der Sophienhöhe Aussichtspunkt Terra Nova Hambach
Montag, 25. August 2025 20:58WeimarDieses Wochenende haben wir uns mit Freunden in Weimar getroffen. Wir hatten ein dicht gepacktes Programm, viel gesehen, gegessen und gelacht. Freitag, 22. August 2025Am Freitagnachmittag haben wir einen Zwischenstop in Erfurt gemacht, um den neu eröffneten Brotladen (Bernd das Brot) heimzusuchen. Dort haben wir einiges gekauft. Dafür habe ich zum ersten Mal in Werner's Head Shop nichts gekauft. Nachdem wir in Weimar in unser Stammhotel B&B eingekehrt waren, gab es erst einmal Abendessen im El Burrito. Dort haben wir eine selbstgehäkelte Patchworkdecke im Klemmbaustein-Design geschenkt bekommen. Nun kann Florian über Noppensteine laufen, ohne sich die Füße wehzutun. Samstag, 23. August 2025Nach dem Frühstück ging es erst einmal ins Bauhaus. Die Geschichte der Hochschule für Baukunst ist auch eine Geschichte des Nazionalsozialismus. Mir gefällt das klare, funktionale Design der Möbel. Ich hatte auch einmal ein paar von diesen klassischen Freischwingern, die auch erstaunlich bequem waren. Nur das Kunstleder hat sich irgendwann aufgelöst. Es gab auch eine schöne Interviewsammlung zum Thema "Weltbürger":
Ich frage mich, ob die flächigen Bilder mit schwarzen Linien und weißen, gelben, roten und blauen Rechtecken etwas mit Piet Mondrian zu tun haben. Und ob Jacqueline White aus "Unbreakable Kimmy Schmidt" einen Original-Mondrian in ihrem Appartment hängen hatte. Anschließend waren wir im Haus der Weimarer Republik. Politische Bildung, so wichtig, für eine stabile Demokratie. Im Obergeschoss war eine Sonderausstellung über Sport und die Olympischen Spiele. Mittagessen gab es in der Pizzeria Napoli. Ich hatte noch keinen großen Hunger und deshalb nur eine Suppe und ein Tiramisu gegessen. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek mussten wir leider streichen, weil keine Tickets an der Kasse mehr verfügbar waren. Ich wollte sie aber nicht im Voraus kaufen, da ich nicht genau wusste, wieviele Leute wir sind und wieviele dort überhaupt reingehen wollen. Wir haben einfach beschlossen, noch einmal nach Weimar zu fahren. Statt dessen sind wir in das Weimar Naturalien gegangen und haben wieder ziemlich viel eingekauft. An der Kasse lebt die "dicke Heidi", eine Madagaskar-Fauchschabe, in einer Kokosnussschale mit Mesokarp. Unser traditionelles Gruppenfoto haben wir am Shakespeare-Denkmal gemacht, weil wir es witzig fanden, dass in der Goethe- und Schillerstadt ein Shakespeare-Denkmal steht. Dabei entstanden noch eine Menge lustiger und epischer Bilder. Nach einem schönen Spaziergang im Park haben wir dann im Franz & Willi Burgerhaus gegessen. Leider war meine Reservierung vom April verschütt gegangen, aber es hat dann spontan doch geklappt. Wir saßen erst im Biergarten, aber weil es doch etwas kühl war, wurden wir tischeweise nach drinnen geholt, sobald wieder einer frei geworden war. Anschließend sind wir noch im Cielo eingekehrt, wo wir mit Cocktails den Abend ausklingen ließen. Dort haben wir eine sehr coole Bedienung kennengelernt, die wir gleich für ein Projekt rekrutieren wollten. Schöne Dinge können hier kommen, wenn alles klappt. Außerdem haben wir gleich Pläne für das nächste Jahr geschmiedet und schonmal das Wo & Wann geklärt. Das dreiköpfige Orga-Team (nicht wir) wird das toll machen! Bei unseren jährlichen Treffen hat bisher jedes Jahr jemand anderes die Orga übernommen und wir besuchen sozusagen reihum unsere Wohnorte. Nein, wir wohnen nicht in Weimar, aber wir haben mit unseren Freunden aus Weimar das Wochenende geplant. Florian hat noch eine Postkarte eingeworfen. Die hätten wir als solche gar nicht erkannt, weil sie rot war statt gelb. Das war ein Insidertip. Sonntag, 24. August 2025Der Sonntag war dann nicht mehr so dicht getaktet. Zum Frühstück hat unser Fotograf sein Meisterwerk signiert, dass seit unserer Renovierung im Schlafzimmer hängt. Vormittags waren wir im Bienenmuseum. Dort gibt es auch sehr guten Honig im Hofladen. Es gibt den Innenbereich, das Museum, und den Außenbereich, den Garten mit bienenfreundlichen Pflanzen und den Bienenstöcken. Das Café Bienenstock hat sehr leckere Speisen und dort kann man auch feiern und Catering bestellen. Netterweise durften wir uns noch an den Resten eines Hochzeitsbuffets bedienen. Danach haben wir dort noch eine kleine Pause eingelegt, bevor es zum letzten Programmpunkt überging. Wir hatten Buchenwald an das Ende gelegt, weil der Programmpunkt sehr umstritten war. Einige sagten bereits im Vorfeld, dass sie das sich nicht antun möchten. So konnten sie entweder bereits den Heimweg antreten oder etwas anderes anschauen. Ich finde es aber immer wieder wichtig, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Nie wieder ist jetzt! Abendessen gab es diesmal im Sächsischen Hof, wo wir einen Vierer-Pärchenabend hatten. Die meisten hatten bereits die Heimreise angetreten. Ich hatte Appetit auf Rotkohl mit Klößen, aber ohne Fleisch, weil ich auswärts normalerweise vegetarisch esse. Das war überhaupt kein Problem. Als ich dann noch beide Desserts im Weckglas essen musste, hatte ich meinen Rekord aufgestellt: Fünf Desserts an einem Tag, wenn man die Torte vom Bienenstock mitrechnet. Danach wollte ich aber nur noch ins Bett, so platt war ich. Montag, 25. August 2025Am Montag waren wir nur noch zu viert beim Frühstück. Florian hatte sein Notebook dabei, auf dem er Linux installiert hatte. Aber weil das Notebook einen 4K-Bildschirm hat, konnte er die Schrift nicht lesen, weil sie mini-mini-mini war. Aber mit Hilfe des anderen ITlers ist es dann gelungen, dem Betriebssystem die korrekte Bildschirmauflösung beizubringen. So ist Florian ein Schritt näher an seiner Befreiung von Microsoft. Sein neues Fairphone soll auch google-frei bleiben. Ich bewundere seine Beharrlichkeit. Ich bin da leider etwas zu bequem. Die Heimfahrt verlief wieder ohne Probleme.
Samstag, 19. Juli 2025 21:25Edeka Wollny, Legoland, Miss Pepper DasingHeute waren wir bei schönstem Wetter im Legoland. Auf dem Hinweg haben wir im Edeka Wollny in Friedberg gefrühstückt. Wir haben relativ weit hinten auf dem Schotterplatz geparkt, damit wir bei der Ausfahrt nicht so lange warten müssen. Dafür war der Weg vom Auto bis zum Eingang 6 Minuten lang. Weiß nicht, ob das sinnvoll war oder ob es auch ausgereicht hätte, wenn wir weiter vorn geparkt hätten, weil die Ausfahrt um 17:00 Uhr problemlos war. Später wäre es vielleicht schwieriger geworden. Unser erstes Ziel war die Factory. Dort hat uns ein Spatz ein Ständchen gesungen. Beim Shoppen haben wir uns zurückgehalten und sind unter 100 Euro geblieben, was aber auch daran liegen könnte, dass wir sehr viele der Tierchen aus der Vitrine bereits hatten. Auf dem Turm waren wir auch. Das absolute Muss ist auch die Tempel X-pedition. Diesmal saß ich links und hatte mehr Punkte. Vielleicht ist das die bessere Position. Bisher hatte ich nie eine Chance gegen Florian. Es gab auch einige Änderungen: Im Miniland gibt es jetzt auch Fortnite. Es gibt einen Laden nur für Florist. Die Blumen sind sehr erfolgreich, was ich nicht nachvollziehen kann. Ich glaube, dass die nicht nur die Hölle zum Abstauben sind, sondern ich mag auch so Blumen nicht so gern. Und statt dem Schnäppchenmarkt gibt es jetzt das Mini-Figuren-Atelier, wo man noch eine viel größere Auswahl als in den Lego-Stores hat, um seine Figuren zusammen zu bauen. Dort haben wir wieder coole Frisuren ergattert. Am Ende waren wir noch im Kino und haben Dreamzzz gesehen. Das war schon teilweise ziemlich heftig mit den schwarzen Gestalten. Das nächste Mal würde ich gerne "Friends Alien Invastion" anschauen. Das lief heute aber nur um 14:30 Uhr, da waren wir noch nicht da. Vielleicht klappt es das nächste Mal. Der Abschluss war dann Wellenreiter, mein Lieblingsfahrgeschäft und das einzige, das ich mich im Moment noch traue. Ich weiß nicht, ob mein Nacken jemals wieder in Ordnung kommt. Beim Autofahren oder lange am PC sitzen merke ich das zwar nicht mehr, aber wenn ich den Kopf bewege, knackt es immer noch. Fast 3,5 Jahre ist der Sturz jetzt her. Im Einsteins haben wir dann noch die Lego-Geschichte bewundert, wie das letzte Mal. Im Miniland noch ein Alienraumschiff auf einem Weinberg entdeckt. Und wir haben es geschafft, nicht in den Shop zu gehen. Dieses Wochenende waren die "Erfahre Hyundai"-Tage, weshalb viele Werbeveranstaltungen waren. Eigentlich hätten wir am Freitag gehen wollen, da wäre wohl weniger los gewesen und es wäre nicht so heiß gewesen, aber wir hatten Termine. Vielleicht nächstes Jahr und da frage ich dann die Jungs, ob sie mal wieder mitkommen möchten. Auf dem Heimweg waren wir dann bei Miss Pepper in Dasing, wo wir vor Jahren mal auf der Rückfahrt von Stuttgart Trekdinner United gewesen sind. Ich dachte, dass es vielleicht etwas günstiger wäre, als im Legoland zu essen, aber da hatte ich mich getäuscht, das nimmt sich nicht viel. Wir hatten nur mehr Zeit im Legoland, andere Sachen zu machen. Vielleicht sollte ich mir angewöhnen, nur Vorspeisen oder Nachspeisen zu essen.
Samstag, 5. Juli 2025 23:56Theater Mara und der FeuerbringerZu Tommys Mara und der Feuerbringer gibt es zu den drei Büchern noch den Film sowie die Hörspiele. Als wir erfahren haben, dass es hierzu eine Theateradaption gibt, haben wir natürlich sofort Tickets besorgt, zumal Augsburg von uns nur ein Katzensprung entfernt ist. Zuvor waren wir im Westernoutfit unterwegs gewesen, weshalb ich mich im Parkhaus noch etwas umstylen musste. Ich kann schließlich nicht ohne mein Mara-Outfit zu solch einem Event gehen. Das Theaterstück fand im Pfarrsaal Augustinus statt. Ich finde es großartig, dass dort für wenig Geld das Theater gemietet werden kann und so Kultur gefördert wird. Dort befindet sich eine kleine Bühne und ein Zuschauerraum für schätzungsweise etwa 100 Personen. Es gibt leider keine Klimaanlage - muss man bei den derzeitigen Temperaturen erwähnen. Aber man konnte Getränke vor Ort kaufen. Mara durfte deshalb heute auch in kurzen Hosen auftreten. Wir haben uns dort mit drei Leuten vom Trekdinner getroffen, wobei zwei von ihnen "Mara und der Feuerbringer" noch gar nicht kannten. Die Kulissen waren einfach hergestellt, teils aus mehrfach verwendbaren Teilen wie lange Paletten, die man als Bett, als Sofa und auch als Steg am See aufbauen konnte. Da in dem Stück einige Visionen von Mara realisiert werden mussten, war es für die Mitwirkenden Schwerstarbeit, die Bühne zig mal umzubauen. Die Szene, in der Mara von den Leuten im Bus mit schwarzen Augen bedrängt wurde, war sehr toll umgesetzt mit schwarzen Masken, die sich die Schauspieler kurz vor das Gesicht hielten. Was für eine tolle Idee! Aber es war auch sehr witzig, ganz im Stil von Tommy Krappweis mit nerdigem Humor. Selbst der Satz "Das sind nicht die Droiden, die ihr sucht!" fehlte nicht. Manches war auch nicht ganz absichtlich, hatte ich den Eindruck, wie das Wegpusten der Haare und der Mütze der Polizistin. Oder wie der Professor mit dem Ledersessel an den Tisch gerückt/gehoppelt ist. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob bei Loki nicht der Suebenknoten gefehlt hat, als Mara ihn in einer Vision auf dem Fels gefesselt mit den Eingeweiden seines Sohnes (bemalten Fahrradschläuchen) gesehen hatte. Oder ob es mir nur nicht aufgefallen ist, weil Loki in einer anderen Vision schöne lange Haare hatte. Und wir haben gelernt: Mittwoch ist Schnitzeltag! Die Schauspieler waren wirklich toll, insbesondere Mara, die sich herrlich über ihre Mutter und den Umstand, die letzte Spakona zu sein, die nun die Welt vor Rrrragnarrrrrök retten muss, aufregen konnte. Auch der Professor hat mir sehr gut gefallen mit seiner Mimik. Und Siegfried hat zwar nicht viel gesagt, aber das muss ein Unterwäschemodell auch nicht. Fotos durften leider nicht gemacht werden. Am Ende der Show gab es auch Standing Ovations. Ich war ein wenig traurig, weil nur etwa 30 Leute im Publikum gesessen haben, teils auch Kinder. Alle SchauspielerInnen haben sich in ihre Privatklamotten geworfen und begonnen, die Requisiten und Bühnenbilder abzubauen. Eine Mitwirkende hat sich dann vor uns auf die Stufen gesetzt und mit uns geplaudert. Das war Nathalie, die gemeinsam mit ihrem Mann Benjamin mit reACTed das theaterpädagogische Projekt gegründet hat, das Theater allen soziale Schichten näher bringen möchte und sich gegen Faschismus engagiert. Sie erzählte uns, dass sie und ihr Mann große Tommy Krappweis-Fans sind. Als sie letztes Jahr die Idee hatte, das Stück auf die Bühne zu bringen, hat sie natürlich mit Tommy Kontakt aufgenommen, um die urheberrechtlichen Fragen zu klären. Im Herbst hat Tommy sie dann mit dem Ensemble in die bumm-film eingeladen. Er war von der Darstellerin von Mara sofort begeistert: "Ja, das ist die Mara!" Mir hat das rollende R von Mara und dem Professor gefallen, was in Bayern weit verbreitet ist. Ich kann's immer noch nicht, obwohl ich seit 1979 in Bayern lebe. Naja, München, das ist eigentlich nicht Bayern. Benjamin hat auch seine Masterarbeit über "Mara und der Feuerbringer" geschrieben. Das Bühnenbild wurde vom Ensemble komplett selbst gebaut, wohlbemerkt in ihrer Freizeit. Die Krone von Loge, dem Feuerbringer und die Schwurbel-Ornamente auf Maras Rücken sind mit dem 3D-Drucker hergestellt worden. Florian kam ihr bekannt vor, aber der Name "Spitzohr" hatte ihr nichts gesagt. Nathalie freute sich darüber, dass jemand sogar aus der Schweiz extra angereist war. Somit war das Publikum international gewesen. Letztes Wochenende war die Vorstellung sogar ausverkauft, worüber ich mich sehr gefreut habe. Schade, dass wir die letzte Vorstellung besucht haben und nicht die erste. Dann hätten wir noch etwas mehr Werbung machen können.
Donnerstag, 1. Mai 2025 23:53„Der Mythos Hinterkaifeck“ bei Skeptics in the Pub AugsburgAm Abend sind wir nach Augsburg gefahren zum Skeptics in the Pub im Annapam, um uns den Vortrag Der Mythos Hinterkaifeck von Dr. Alexander Luhm anzuschauen. Leider haben wir mit der Fahrt und dem Fußmarsch vom Parkhaus City-Galerie zu knapp kalkuliert, so dass wir die ersten Minuten verpasst hatten. Aber es war wirklich eine sehr spannende Kriminalgeschichte, die bis heute nicht gelöst ist, und viel Raum für Spekulationen bietet. Alexander hat aber anhand einiger Überlegungen seinen Favoriten unter den Verdächtigen herausgearbeitet und grafisch anhand von Zeitstrahlen dargestellt. Sehr spannend alles. Und irgendwie waren die Menschen damals wie heute unterschiedlich und teilweise zum K*tzen. Alexander Luhm haben wir am 3. Februar 2023 im Schlachthof bei einem Vortrag von Lydia Benecke kennengelernt. Damals hatte er ein Metzgerbeil/Hackbeil aus Gummi dabei. Diesmal hatte er eine echte Reuthaue dabei, die praktisch ein halbes Hackbeil ist, aus der eine längere Schraube herausragt, mit der man auch schon schwerste Verletzungen zufügen kann. Nach dem Vortrag haben wir noch lecker gegessen. Der Veggieburger ist sehr lecker! Es wurden noch ein paar Fotos gemacht, die wahrscheinlich irgendwo in den Social Media auftauchen werden. Aber ich fühlte mich etwas schlapp, nachdem ich in der Nacht schlecht geschlafen hatte und den ganzen Tag auf den Beinen gewesen bin.
Montag, 14. April 2025 23:59Rosenheim Lokschuppen: TITANIC Die Nacht des Untergangs... oder auch... Nachts im Museum
Montag und Dienstag hatten wir Urlaub, weil wir uns zu der nerdigen Veranstaltung "TITANIC Die Nacht des Untergangs" angemeldet hatten. Also sind wir heute Nachmittag nach Rosenheim gefahren. Erst haben wir die Ausstellung im Schweinsgalopp angeschaut, weil wir nur bis 17:00 Uhr dazu Zeit hatten. Danach sind wir im Duschl-Bräu essen gegangen, wo wir bei schönstem Wetter im Biergarten sitzen konnten. Zurück in unserem Hotel Tryp by Wyndham haben wir uns dann in Schale geworfen. Mein Herz des Ozeans kam endlich mal zum Einsatz. Dazu hatte ich passende Ohrringe. Damit das Schmuckstück, Das Programm war dann ein klitzekleines bisschen chaotisch, aber so nerdig und es gab so tolle Besucher mit Kapitänsmütze, mit Frack, Gehstock und Chapeau Claque, Charleston Stirnband mit Federn und Perlenketten. Es war ein Fest! 19:00 Uhr war die erste Lesung von Christian von Aster (prinzipiell zeitgleich mit dem Einlass), der auch den Text für den Raum gesprochen hatte, in dem man sich in ein halbes Rettungsboot setzen und auf Leinwänden die Titanic beobachten konnte, der Boden mit Wellengang des Wassers beprojiziert. Im Gegensatz zur Heldenausstellung, wo man seine Stimme nur über die Kopfhörer hörte, kam sein Bass über Lautsprecher gut zur Geltung, so dass ich sie sofort erkannte. Er las eigene Werke, aber auch aus dem Buch "Der Untergang der Titanic" von Hans Magnus Enzensberger (Gedichte 1967-1978) die ersten Gesänge. 19:30 Uhr begann dann schon das Konzert ein Stockwerk weiter oben des White Star Line Quintets, die u.a. auf dem Piano des Schwesterschiffs Olympic spielen. Wir haben leider nur eine halbe Stunde zugeschaut/zugehört. Aber es war wirklich großartig! Sie haben aber bis nach 22:00 Uhr gespielt mit kleinen Pausen. Per Mail hatte ich uns zur Führung durch Dr. Jennifer Morscheiser (Museumsleiterin) um 20:00 Uhr angemeldet. Auf der Website stand etwas von 20:15 Uhr, weshalb wir die ersten drei Minuten verpasst hatten, und auch nur weil wir das Konzert früher verlassen hatten, weil wir nochmal zum Schließfach wollten. Wegen dem Konzert konnten wir auch nicht in die oberen Räume zur Führung, aber das machte nichts, wir sind dann einfach durch die Geheimtüren im Erdgeschoss in den anderen Ausstellungsteil gelaufen. Dr. Morscheiser hatte sich standesgemäß gekleidet in einem hellblauen, hochgeschlossenen Kleid mit weißer Spitze, einem passenden Hut mit weißen Straußenfedern, die damals absolut in Mode waren, einer weißen Spitzenhandtasche und weißen Schuhen, die recht bequem sind. Für mein Steampunk-Outfit habe ich solche Schuhe in braun. Eigentlich hatten sie mit 30 Nerds für diese Nacht gerechnet, aber es gab einen deutlich größeren Zulauf, so dass das Museum diese Nacht aus allen Nähten platzte. Die Führung war fantastisch. Ich hatte schon Angst, dass mir in den Stunden langweilig werden würde. Man durfte sich eine Führung aussuchen, insgesamt gab es vier Führungen von der Lokschuppen-Crew oder auch von Günter Bäbler, dem Vorstand des Titanic-Vereins Schweiz/Swiss Titanic Society. Wir wollten natürlich zu Dr. Morscheiser, die wir zur Kohlrabenschwarz-Lesung am 22. September 2024 im Lokschuppen kennengelernt hatten. Sie hat fantastische Geschichten erzählt über exorbitante Versicherungssummen, Zollbürokratie und Einzelheiten der originalen Ausstellungsstücke, die zum Teil von Überlebenden der Titanic stammten, zum Teil aber auch von den Schwesterschiffen Olympic und Britannic. Der Besuch im Lokschuppen lohnt sich wirklich für Titanic-Fans. Dieses Jahr ist das 40-jährige Jubliäum des Fundes auf dem Meeresboden, weshalb es gleich mehrere Ausstellungen in Deutschland zu dem Thema gibt. Wirklich gelobt wurde jedoch nur die Ausstellung in Ludwigsburg, die ab November nach Potsdam kommt. Vielleicht schaffen wir es da auch noch hin. Außerdem wurde das Ulster Transport Museum in Belfast (Irland) empfohlen. Um 22:00 Uhr gab es die zweite Lesung mit Christian von Aster mit weiteren Gesängen von Enzensberger. Er musste ziemlich gegen das Konzert ansprechen, was trotz Mikrofon und Lautsprecher nicht ganz einfach war. Wir haben mit ihm anschließend noch etwas geplauscht an der frischen Luft, was bei den Temperaturen kein Problem war. Er ist gerade sehr viel unterwegs, letzt auf der Leipziger Buchmesse und auf kleineren Cons. Um 23:00 Uhr gab es in dem kleinen Bistro eine Bohnensuppe nach einem alten Rezept. Die war sehr lecker, auch wenn ich Witze darüber machte, ob es so eine kluge Idee ist, den Leuten Bohnensuppe zu geben, wenn sie anschließend in einem Raum über mehrere Stunden eingepfercht sein werden. Denn um 23:30 Uhr begann dann der Höhepunkt des Abends. Wir versammelten uns wieder in dem Projektionsraum, ein paar Leute saßen in dem halben Rettungsboot, andere auf Stühlen (wir hatten auch Glück, dass wir noch zwei freie Stühle angeboten bekamen) oder den Klapphockern und verfolgten den Untergang der Titanic in Echtzeit. Wir hatten Audioguides erhalten, wie man sie auch für die Ausstellung ausleihen kann. Günter Bäbler von der Swiss Titanic Society kommentierte alles mit seinem Fachwissen über Schwimmgürtel (noch nicht Westen), Rettungsboote, Schiffsschrauben und wie Personen die letzten Stunden an Bord erlebten. Mein Gerät war leider defekt, aber ich hatte Glück, dass ich noch ein Austauschhörer bekommen konnte. Um 0:30 Uhr leerte sich der Saal ein wenig, danach blieben aber die Meisten bis zum bitteren Ende. Zwischendurch gab es noch Kommentare von der "Wracklady" zu James Camerons Film. Er hat erstaunlich auf Details geachtet, z.B. welches Fahrzeug sich an Bord befand, wie der Sternenhimmel in jener Nacht am Untergangsort ausgesehen hatte, aber ein paar Mal hat er auch aus dramaturgischen und anderen Gründen etwas gebogen. Die dritte Klasse war beispielsweise nicht mit Gittern von den oberen Klassen getrennt, sondern lediglich durch Hinweisschilder, dass es verboten war, in die zweite oder dritte Klasse hochzugehen. Die letzten 20 Minuten wurden dann nicht mehr kommentiert. Die Animation war zwar mit nicht weiter animierten, anonymisierten Menschengestalten in schwarz, dennoch bekam ich eine Gänsehaut, als sich der Bug aufrichtete und viele Menschen hinabfielen und anschließend im eiskalten Wasser trieben. Es wurde nur Musik gespielt und auf menschliche Stimmen verzichtet, die hatte ich aber noch aus dem Film "Titanic" im Ohr. Mit diesem Gefühl fielen wir nebenan in unser Hotel ins Bett. Wir werden noch zu Nachteulen. Auch wenn dies ein einmaliges Event war, lohnt sich der Besuch im Lokschuppen. Wir werden sicher nochmal hingehen, um die Teile in Ruhe anzuschauen, für die wir in dieser Nacht keine Zeit mehr gefunden haben. Vielen Dank für dieses einmalige, hautnahe, unvergessliche Erlebnis!
Samstag, 29. März 2025 22:36Tobias Mann: Real/Fake - Kleines Theater HaarHeute haben wir mein Geburtstagsgeschenk eingelöst und sind mit Britta und Nobbse erst zum Almwirt, wo wir lecker gegessen haben, und dann ins Kleine Theater Haar. Dort trat Tobias 'I shit you not' Mann auf mit seinem Satireprogramm "Real/Fake". Er hatte das gleiche Problem wie Claus von Wagner: Wie soll man bei dieser Politik in der Welt überhaupt noch Satire machen, wenn sich jede Schlagzeile anhört, als wäre sie es bereits? Aber dazu hat Tobi auch noch gesungen, Flügel und Gitarre gespielt. Es war wirklich eine tolle Show! Den Namen muss ich mir merken. Das Programm hatte im wesentlichen drei Teile. Im ersten Teil kotzte sich Tobi mal über die weltpolitische Lage aus, insbesondere Trumps Horrorkabinett und unsere künftige Bundesregierung. Danach ging es im Schweinsgalopp durch die Social Media Kanäle. Nach einer Pause zeigte er uns noch die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von KI an praktischen Beispielen. Wir haben Tränen gelacht. Und Tobi ist auch sehr nerdig, also einer von uns :-) Theoretisch hätten wir auch im Theater essen können, aber die Tische dort sind klein und rund wie im Lustspielhaus und es gab auch nur eher kleine Imbisse. Dafür gab es Cryztal Cola Eizbach. Pepsi und Coca-Cola hatten das mal im Programm, aber es war ein Flop.
Freitag, 14. Februar 2025 23:59EskapismusIn diesen verrückten Zeiten ist es nicht so leicht, sich abzulenken. Da hat dieses Wochenende sehr gut getan, auch wenn es nicht zu 100% geklappt hat. Wir sind am Freitag nach Leipzig gefahren. Wir waren auf dem 66. Jahreskongress der Parakryptozoogischen Gesellschaft. Auf der Website steht immer noch, dass "Nähere Informationen folgen". Das war etwas abenteuerlich, denn Programm und Location wurden nur sporadisch in Fatzebuck oder auf Insta veröffentlicht. Trotzdem hat alles geklappt mit Tickets bestellen und so. Wir waren wieder im Hotel ibis Leipzig Nord-Ost in Taucha. Da ist man sofort, wenn man von der Autobahn runter fährt und muss nicht erst durch die Stadt fahren. Parkplatz und Straßenbahn vor der Tür. Dass das Hotel insgesamt schon etwas älter ist, macht mir nichts aus. Es ist günstig und hat alles, was man braucht. Wir waren rechtzeitig da und haben uns dann mit den ersten Zeugen Kühlwaldis im d'Italy in der Nähe des Naturkundemuseums getroffen. Dort im Naturkundemuseum fand nämlich als Warm Up die "ausverkaufte" Pressekonferenz statt. In Anführungszeichen, weil die Tickets 0,- Euro gekostet haben, man musste sich nur anmelden. Florian hatte für den Zweck für uns auch Presseausweise gefälscht. Er war von der "Tentakel der Wissenschaft", ich vom "Kühlwaldischen Kurrier" (inklusive Tippfehler) und Don Clemente von der "ApokalYPS". Es war sehr abgefahren und das Publikum spielte mit. Nach der Pressekonferenz sind wir zu neunt dann losgezogen und haben wieder im Alex gefragt, ob noch ein Plätzchen frei wäre. Wir saßen dann mitten im Raum an einem großen, runden Tisch. Später kam dann noch Nummer zehn dazu. Es war eine illustre Runde, das Essen fantastisch und ein Gruppenfoto haben wir vor lauter Ratschen vergessen. Ein Teil der Leute hatte sich in Hotels in Bahnhofsnähe einquartiert, vornehmlich die Bahnfahrer, und ein Teil ist danach mit uns wieder nach Taucha ins ibis gefahren. In einer Nachtschicht hat Florian dann als Möchtegern-Reporter die Pressekonferenz sehr schön zusammengefasst, während ich mir wieder Viktorianische Locken gemacht habe. Samstag, 15. Februar 2025Auf das Frühstück haben wir verzichtet, nachdem wir gestern gleich mit gefrühstückt und Nachtisch gegessen hatten. Zum Berufsförderungswerk hatten wir dann ca. 45 Minuten Fahrzeit, was ich nicht mit eingerechnet hatte. Und auch nicht, dass die Straßenbahn nur alle 30 Minuten fährt. Normalerweise versuche ich, ein Hotel in Fußreichweite zu buchen. In Möckern gab es aber nicht so eine große Auswahl, so dass wir dann wie die Lemminge umgebucht hatten, ohne groß zu prüfen, ob das sinnvoll wäre. Macht aber nichts :-) Hier ein paar Notizen von mir, die ich mal zusammenhanglos stehen lasse und die vermutlich kaum einen Sinn ergeben: Nessi (nicht von LGT) drohte mit einer Klage wegen Namensrechtsverletzung gegen den Kryptozoologen. Auch hier hat Florian diesmal sogar live berichtet. Er nahm seine Rolle als Möchtegern-Reporter sehr ernst. Florian fragte, ob es Dr. Astersen auch als Plüschfigur geben würde. Und tatsächlich gibt es bereits Versuche mit beflockten Figuren. Dr. Dr. Marius T. von Putzer hat sich mal in seinem Museum verlaufen und galt kurzzeitig als verschollen. Was ist ein "Upp-Dahte"? Versteht man wohl erst, wenn man die korrekte Schreibweise "Update" liest. Der wissenschaftliche Beweis ist erbracht: Die "eierlegende Wollmilchsau" hat es tatsächlich nie gegeben, weil Schweine keine Eier legen. Vielmehr entsprang diese Bezeichnung dem Ausdruck "eine Samurai erlegende Wollmilchsau" und wurde später verkürzt weitergegeben. Alles an dem Vortrag war prüfungsrelevant. Der Bekleidungsmull verfügt über einen aufrechten Gang. Dr. Rosa-Eleonore Meyer-Hübschlieb beschreibt hier tatsächlich eine Spezies, die noch nicht ausgestorben zu sein scheint. Respekt! Die gezeigten Exemplare bzw. Fotografien weisen allerdings Fragmente der Wackelaugistik auf, weshalb gemunkelt wurde, dass es sich hierbei um Fälschungen handelte. Das Publikum hätte hier sicher gerne mehr schlüpfrige Details gehört, weshalb die Q&A-Runde nach dem Vortrag sehr lebhaft war. Als Powerpaddy meinte, ihm würden regelmäßig Bilder von Bekleidungsmullen zugeschickt, sogenannte "Durable, Ill-fitting Clothes King mole-rat"-Pigs (abgekürzt "D.I.C.K.-Pigs), hörte ich ein Raunen. Außerdem ließe sich aus der Existenz von Mullbinden belegen, dass es den Bekleidungsmull zu pharaonischen Zeiten auf jeden Fall noch gegeben haben muss. Zu den Latexmullen wurde auffällig geschwiegen. Zumindest wurde die Hypothese geäußert, dass der Bekleidungsmull eine symbiotische Vereinigung mit männlichen Exemplaren des Homo Sapiens eingegangen sein könnte, wahrscheinlich bereits auch mit dem Homo Erectus. Das Mittagessen war in der Kantine. Es gab ein vegetarisches Linsengericht mit Reis oder Bœuf Stroganoff, ein kleines Salatbuffet und Bayerisch Creme (es ist nicht alles schlecht, was aus Bayern kommt). Leider waren in dem Fleischgericht Pilze, weshalb Florian der Appetit vergangen ist. Er ist auch hier nicht zu einem koffein-haltigen Getränk gekommen. Kaffee trinkt er ja nicht. Nach der Mittagspause wurde die nicht artgemäße Massensteinhaltung in deutschen Vorgärten angeprangert. Der Übersetzer für den englisch-sprachigen Vortrag war krank oder verstorben, dazu gab es widersprüchliche Aussagen. Der spontan freiwillig gemeldete Übersetzer gab hin und wieder jedoch Kommentare von sich, die vermutlich keine ganz so korrekte Übersetzung darstellten. Dass der Ohrwurm tatsächlich existiert, wurde bewiesen, indem die Liedzeile "Ein belegtes Brot mit Schinken..." zitiert wurde, welches sogleich für einen Ohrwurm sorgte, selbst dann, wenn dies ohne Melodie vorgetragen wurde. Wegen dem hirnfressenden Ay Ay Ooh Whee aus Madagaskar sind die Menschen, die dort leben, sehr intelligent. Mein Lieblingstier war das Frostfrettchen, gewonnen hatte aber der Bücherwurm, gefolgt vom Bekleidungsmull. Den dritten Platz musste sich der Twilight Monarch (kein Schmetterling) und der Ay Ay Ooh Whee teilen. Die Wahl des Lieblingstieres fand jedoch statt, bevor die letzten vorgestellt wurden. Dies erfolgte, weil angeblich sonst der Drackel mit Sicherheit gewonnen hätte, der dem Fuchur aus der Unendlichen Geschichte nicht unähnlich ist. Herr Niederhammer war auch zugegen, obwohl er dieses Jahr keinen Vortrag gehalten hatte. Er wirkt immer so humorlos, aber wenn man ihn genau beobachtete, konnte man ihn doch heimlich hinter dem Programmheft gegen das Lachen kämpfen sehen. Bei LOL: Last One Laughing wäre er schon rausgeflogen. Es wurde der Vorwurf laut, dass die Bilder nur KI-generiert seien. Mich wunderte das aber nicht bei derart ausgestorbenen, niemals existiert habenden Tieren. Die Leydische Flammechse wurde erneut besprochen, die wir noch vom letzten Kongress in Saarbrücken kennen. Es wurde die Frage gestellt, ob leerstehende Lokschupen für diese als Unterschlupf geeignet wären. Das war auf der Meta-Ebene doch sehr entlarvend. Dr. Doerthe Syille Ebermann-Schlingwurtz (gesch. Trottenham) und Dr. cand. Hans-Eduard Schnakenbrink wurden als Prinzenpaar bezeichnet. Bei der traditionellen Doktortitel-Aberkennung kam auf den dritten Platz Dr. Dr. Marius T. von Putzer. Auf den zweiten Platz Dr. Astersen und auf den ersten Platz Dr. Dr. D. R. Wolf. Der aberkannte Doktortitel sollte an Herrn Niederhammer gehen, der diesen aber vehement und lautstark ablehnte. Daher bekam Eugenie Yongden-Drakon eine zweite Chance und nahm diesen an. Bis September sollen sich Kolleginnen für einen Adventskalender melden. Onlyfans-Accounts wurden in diesem Zusammenhang auch erwähnt. Vielleicht seid ihr weniger verwirrt, wenn ihr Florians Live-Berichterstattung nachlest:
Da wir es versäumt hatten, für vierzehn Personen ein Lokal zu reservieren, das Alex leider auch keinen Platz mehr frei hatte, hat unsere Heldin Ms Huffle eine Reservierung bei der Osteria Pizzeria L'Arena klar gemacht. Eine kleine Treppe führte nach oben in einen separaten Raum, wo wir alle genug Platz hatten. Es gab sogar eine große Auswahl an veganen Pizzen, allerdings mit 40cm Durchmesser. Das schaffe ich normalerweise nicht, weshalb ich mich für ein Nudelgericht mit Lachs entschied. Die Gespräche an diesem Abend waren nicht minder durchgeknallt als die soeben besuchte Veranstaltung. Wir überlegten, ob es "Parakryptovegane Pizza" gibt. Und wir hatten auch eine Idee für einen Vortrag bei einem hoffentlich nachfolgenden Kongress, nämlich die Parakryptozoologie aus veterinärmedizinischer Sicht. Sonntag, 16. Februar 2025Zum Frühstück in unserem Hotel waren wir dann noch zu sechst. Uns wurde von Pestratte die bestellten Muffins der sehr stabilen Konditorei Hart & Herzlich Pâtisserie übergeben, die wir später zu Hause genüsslich verspeisten. So ließen wir das Event gemütlich und voller intensiver Gespräche ausklingen. Während des langen Frühstücks war auch die Frontscheibe mittlerweile wieder aufgetaut und durchsehbar. Die Heimfahrt verlief dann ohne Probleme. Ab Nürnberg-Feucht hatten wir eine nette Anhalterin aus London mitgenommen, mit der wir sogleich unsere englischen Konversationskompetenzen erweitern konnten. Damit hatten wir auch noch eine gute Tat für diesen Tag vollbracht. Das Wochenende war so abgefahren surrealistisch, dass wir fast komplett auf andere Gedanken kamen. Nun sind wir wieder zu Hause und jetzt ist sie wieder da. Diese Angst. #Trotzhoffnung fällt mir gerade sehr schwer. Mein Optimismus wird zwischen durchgeknallten Diktatoren mit Großmachtsphantasien und der Bromance aus administrativen Putschisten zermalmt. Wie ich an diesem Wochenende sagte: Ich beneide die Leute, die keine Kinder haben.
Sonntag, 2. Februar 2025 16:28Ausstellung Pussy Riot im Haus der KunstHeute waren wir im Haus der Kunst zur Ausstellung "Velvet Terrorism: Pussy Riot's Russia. Ich dachte, heute wäre der letzte Tag der Ausstellung, aber diese wurde anscheinend verlängert bis 09.04.2025. Die Zeitfenster-Tickets muss man im Voraus online kaufen. Auf dem Weg dort hin konnten wir die Surfer am Eisbach beobachten. Selbst bei dieser Eiseskälte lassen sie sich nicht davon abhalten. Vielleicht hat es sogar den Vorteil, dass sie nicht so lange warten müssen, bis sie wieder dran sind. Die Ausstellung zu Pussy Riot ist im Luftschutzkeller. Den Eingang findet man, wenn man rechts um das Haus der Kunst herumgeht. Die Ausstellung ist grell bunt und laut. Einzig in den Nebenräumen ist es etwas leiser, aber auch nicht überall. Ich bin mir grad nicht sicher, ob es in den Räumen, in denen es um die Zeit in Haft ging, mehr oder weniger ganz still war. Jedenfalls ist Florian vorzeitig nach draußen gegangen. Die Ausstellung ist nichts für schwache Nerven. Gleich zu Beginn sieht man ein Video, in dem auf ein Putin Portrait gep*nkelt wird. Ich bewunder diese mutigen Frauen. Ich hätte das niemals machen können. Ich weiß auch nicht, wie man in den Arbeitslagern überleben kann. Wie stark man da sein muss. Nachdem Putin/Russland die Ukraine völkerrechtswidrig angegriffen hatte, sind sie spektakulär geflohen. Wahrscheinlich leben sie jetzt irgendwo in Europa.
Donnerstag, 19. Dezember 2024 23:59Startrekvorlestung - The Final LectureGestern Abend hat Florian noch die Badges "Wolle Rose kaufe?" mit Bastian P. als Spock erstellt und ausgedruckt, ich habe sie noch laminiert. Die Fahrt war ganz okay. Es hat ein bisserl geregnet. Wir haben einen neuen Podcast Nerds at Work angehört. Das ist aus Pausengesprächen von MaiThinkX entstanden. Es ging u.a. um ChatGPT. Da dachte ich, dass "GPT" für "Generated Plauslible Trash" steht. Und es war auch interessant, was der Marshmallowtest eigentlich aussagt, nämlich ob die Kinder eher aus ärmeren oder aus wohlhabenderen Familien kommen. Wer die Erklärung wissen möchte, kann sich die Podcasts selbst anhören. Wir haben bereits auf der Fahrt gegessen, weil wir bereits 17:00 Uhr zum Helferbriefing sein wollten und es im Audimax nur Föderationsbrezeln gibt. Es gab auch eine Liveübertragung auf dem Twitch-Kanal von LastGeekTonight. Man kann aber das Video nicht nachschauen. Nessi hat aber auch auf der Bühne moderiert. Anfangs hat die Bergkapelle St. Ingbert gespielt. Es gab viel Star Trek und Star Wars Musik. Währenddessen sind Leute von der 501. German Garrison vor der Bühne vorbeigelaufen. Es wurden auch Spenden gesammelt, einmal für den Verein der Bergkapelle, und dann für das Myelin Projekt (Multiple Sklerose), für das Belora vom Khemorex Klinzhai warb. Hubert hat die vergangenen 28 Jahre Revue passieren lassen. Das war eine Reise in die Vergangenheit mit vielen tollen Erinnerungen. Nessi hatte ihn seinerzeit zur FedCon gebracht und dann wurde er im Fandom bekannt. Auch wenn diese 500. Vorlesung (inklusive 13 Vorlesungen aus dem Sondervermögen) die letzte seiner Art an der Fachhochschule Zweibrücken sein würde, wird Hubert selbstverständlich auch in Zukunft auf Tour sein, auf der FedCon, der FaRK, der ComicCon Saar, der Noris Force Con und andere. Vor der Pause traten noch ein paar Politiker auf mit Danksagungen. Einer von ihnen meinte, dass es vielleicht komisch aussieht, wenn der Elon Musk tatsächlich zum Mars umzieht und dann mit ihm der Erstkontakt wäre... Und Jens Dombek, der neue deutsche Spock, ebenfalls. In unserer Reihe saßen ein paar liebe Menschen von der LastGeekTonight-Community, die teilweise den Stream auf ihrem Handy offen hatten und den Chat verfolgten. Hubert hat einen Stern für den Walk of Fame bekommen. In der Pause haben wir mit ganz lieben Menschen von der LastGeekTonight-Community Lose verkauft. Diesmal waren die Zuschauer sehr viel spendenfreudiger als das letzte Mal, einerseits weil auch mehr Publikum nicht aus Studierenden bestand, die normalerweise nicht so viel Geld übrig haben, und andererseits weil es die letzte Vorlesung dieser Art war. Viele haben sogar gleich 10 oder sogar 20 Lose auf einmal gekauft, so dass wir im Büro Nachschub holen mussten. Der berühmteste Gast an diesem Abend war vermutlich Marc Okrand. Er hat dann mit Lieven L. Litaer über die Entstehung der klingonischen Sprache gesprochen. Er hat auch einmal ein Filmstück bearbeitet und dabei festgestellt, dass die Sequenz rückwärts gespielt wurde, weil es "cooler" wirkte. Auf die Frage, ob er mal mit einem Schauspieler einen Twist hatte, meinte er: "Yes... and I won't answer your next question!" Christoph Endres hat dann über Isaac Asimov gesprochen und was er mit Star Trek zu tun hat. Ich wusste gar nicht, dass er sich an einer Bluttransfusion mit AIDS infiziert hatte und daran gestorben war. Meine Meinung, dass er eher patriarchisch war, ein Kind seiner Zeit, musste ich jetzt aber ablegen. Er war ebenso wie Star Trek seiner Zeit voraus. Nicht umsonst ist er einer meiner Lieblingsautoren. Der Vortrag von Hubert ging dann daüber, was die Zukunft bringen könnte. Aber letztendlich können wir sie nicht vorhersehen. Für die Kapelle kamen 1.680 Euro Spenden zusammen. Für das Myelin Projekt 4.669 Euro, aus dem Losverkauf (dieses Jahr vollständig ausverkauft), den eBay-Versteigerungen, Spenden aus dem Live-Stream und sonstigen Spenden. Am Ende wurden noch die Losnummern gezogen. Kurz vor 1:00 Uhr waren wir dann auf dem Weg zum Parkplatz und haben noch die Sternwarte bewundert. R2D2 wurde hell angestrahlt und machte die typischen Piepsgeräusche. Das war so wunderbar! Freitag, 20. Dezember 2024Auf der Heimfahrt haben wir die neueste Folge von Ghostsitter angehört, die jetzt nicht mehr exklusiv auf Audible, sondern auch auf anderen Plattformen verfügbar ist. Wir haben noch einen Verwandtenbesuch eingeschoben, weshalb wir erst später am Abend wieder zu Hause waren. Deshalb haben wir den Stream vom #nachsitzen mit Spenden für aula (Demokratieförderung an Schulen) mit Marina Weisband angehört. Wir sind fast in Ohnmacht gefallen, als Tommy meinte, dass er Florian die Lego-Burg aus RTL Samstag Nacht - Das Wiedersehen, dem Sketch mit Tommy und Wigald Boning, schenken würde, wenn 5.000 Euro beim Spenden überschritten würden. Etwas später wurde die Marke tatsächlich geknackt. Und jetzt müssen wir einen Termin finden, die Burg im neuen Jahr abzuholen. Wir sind total geflasht!
Update 24.02.2025Zwei Youtube-Videos von diesem Abend:
Sonntag, 8. September 2024 23:40Festival Mediaval in SelbDieses Jahr waren wir zum ersten Mal auf dem Festival Mediaval. Tommy war dort eigentlich schon häufig, aber dieses Jahr zusammen mit Sophia, und das war dann auch der ausschlaggebende Grund, weshalb wir dort hingefahren sind. Es war gar nicht so einfach, ein Hotel zu finden, das nicht zu weit weg ist und auch nicht allzu teuer. Auf der tschechischen Seite hätte es wohl günstigere Hotels gegeben, aber auch nicht so wirklich, und die Fahrt wäre dann immer blöd gewesen, weil es in Grenznähe nur wenige Straßen gibt. Man hätte also immer irgendwelche Bögen fahren müssen. Letztendlich habe ich aber doch etwas Nettes gefunden. Wir hatten riesiges Glück mit dem Wetter. Es war schön warm, aber nicht zu heiß. Und die Straßen waren auch noch relativ leer, weil in Bayern noch Ferien waren. Als ich die lange Schlange vor dem Eingang gesehen hatte, bekam ich schon Angst, dass wir es nicht rechtzeitig zur Lesung ins Literaturzelt schaffen würden. Es ging dann aber doch recht flott. Da muss man mal die Orga und die Helfer loben. Im Literaturzelt war gerade noch die Lesung von Isa Theobald. Sie hat einen schönen Schreibstil. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zu lesen. Aber derzeit reizen mich tatsächlich eher Sachbücher. Als Tommy und Sophia dann Kohlrabenschwarz lasen, eine Szene aus dem Hörspiel, war das Zelt knackevoll. Es hat sich angehört, wie eine Szene aus ihrer Kennenlernzeit. Man weiß halt nie, wieviel Autobiografisches tatsächlich in den Werken steckt. Abends haben wir dann noch lecker gegessen und ein bisschen In Extremo angeschaut. Ich wusste gar nicht, dass die überwiegend deutsch singen. Mein Erstkontakt mit ihnen war This Corrosion, das ich davor von den Sisters of Mercy kannte. An dem Abend kamen wir nicht ganz so spät ins Bett. Am zweiten Tag konnten wir richtig ausschlafen, weil der erste Programmpunkt, der uns interessierte, erst am frühen Nachmittag war. Wieder im Literaturzelt waren Luci van Org und Florentine Joop. Letztere hat aus einem Büchlein vorgelesen, was mir eigentlich total gut gefiel. Ich wusste nur, dass ich wahrscheinlich nicht so bald dazu käme, es zu lesen, und wenn dann hätte ich vielleicht schon vergessen, was mir daran gefallen hatte. Deshalb haben wir den Verlag und sie glücklich gemacht und das Büchlein gekauft, "für dich" signieren lassen und in den Bücher-Tausch-Schrank gestellt. Ich hoffe, dass sich darüber jemand gefreut hat. Ju Hanisch hat auch eine großartige Phantasie. Aber auch hier habe ich das Problem, dass ich einfach nicht dazu komme zu lesen. Florian hat trotzdem ein Buch zum Signieren geholt. Beim Living Chess haben mir die Türme leid getan. Wir waren zu spät dran, weshalb wir das Spektakel nur von Weitem beobachten konnten. Es hatte ein wenig etwas von Battle Chess. Insgesamt ist das Festival wirklich schön und wir haben uns sehr wohl gefühlt. 8.000 bis 10.000 Besucher sollen es sein. Aber da es auch in einem schönen Stadtpark stattfindet, verteilt sich das sehr gut. Essen und die Verkaufsstände haben auch für jeden etwas zu bieten. Am frühen Abend trat Tommy dann mit Harpo Speaks! auf. Das war großartig, die Stimmung war super und Florian durfte mit Tommys Handy mitfilmen. Ich war fasziniert von dem kleinen Mikrophon, das auf das Handy aufgesteckt war. Ich habe von so Tontechnik überhaupt keine Ahnung. Ich könnte das auch nicht, weil ich etwas Schwerhörig bin. Ich habe einen angeborenen Hörfehler, so dass ich ab 6.500 Hz ungefähr absolut taub bin. Deshalb kann ich die ganze Breite von Musik und Stimmen und all den Geräuschen gar nicht wahrnehmen. Manchmal bedauer ich das, aber manchmal denke ich, dass es auch seine Vorteile hat, wenn ein Zug bremst und laut quietscht und sich die Leute die Ohren vor Schmerzen zuhalten. Aber ich schweife ab. Es wurde getanzt und Seifenblasen in die Luft gepustet und es gab sogar eine Polonaise. Abends war dann noch das Konzert von Schandmaul. Ich kann mich immer noch nicht an die neue Stimme gewöhnen. Aber Dein Anblick und Bunt und nicht Braun wurde gespielt. Es war so voll, dass wir uns auf den Hügel zum Spielplatz gesetzt haben, damit wir wenigstens ein wenig mitbekommen. Überall auf dem Festival stehen Feuerschalen oder sind kleine Feuerstellen, was eine wunderbare Nachtstimmung gibt. Wir haben die Zeit totgeschlagen, indem wir umhergewandert sind, um einen gehäkelten Yoda zu suchen, den jemand verloren hatte. Wir wurden nicht fündig, haben aber andere Dinge gefunden und im Fundbüro abgegeben. Um Mitternacht gab es nämlich nochmal Harpo Speaks! im Aktionszelt. Ich war mir nicht sicher, ob ich das durchhalten würde, aber ich war so aufgedreht, dass es gar kein Problem war. Die Stimmung war bombig, auch wenn die Technik etwas Probleme machte. Und weil es so gut lief, haben sie einfach so lange weitergespielt, bis Tommy seine Hand nicht mehr spührte und nichts mehr ging. Wir waren erst kurz vor drei im Hotel. Am Sonntag haben wir erfahren, dass der gehäkelte Yoda im Bücherzelt auf seinen Besitzer wartet. Später ist er auch abgeholt worden. Ich liebe Happy Endings. Tommy und Sophia haben eine "Ask us anything"-Stunde gegeben. Ich hatte gefragt, ob der Song "Ein echter Wahrer Held" für die für die Deutsches Kinderhilfswerk (Hilfe für unbegleitete Flüchtlingskinder) auch auf Festivals Einnahmen/Spenden generiert, oder nur, wenn er irgendwo gekauft oder dauergestreamt wird. Florian hatte nach den Schafen und Eseln in Irland gefragt. Und später noch Werbung für den Noob Tours Snagger gemacht. Die Zaubershow von Chris Hyde konnten wir auch nicht anschauen, weil das Aktionszelt voll mit begeisterten Kindern war. Ich war mir nicht sicher, ob wir ihn im Legoland mal gesehen hätten, aber ich konnte mich nicht erinnern. Der Name kam mir nur bekannt vor. Im Literaturzelt haben wir dann noch eine tolle, musikalisch untermalte Lesung von Florian Schäfer von Forgotten Creatures gehört. Das ist so fantastisch, dass ein Mädchen sich das Buch von ihrem Taschengeld kaufen wollte. Allerdings war es bereits vergriffen, als sie am Verkaufsstand ankam und war darüber sehr traurig. Die Verkäuferin hatte dann Florian Schäfer gefragt, ob er noch ein Exemplar da hätte und er meinte, er müsse dafür nochmal kurz zum Auto gehen. Das Mädchen war dann nur nicht mehr da. Wir haben sie dann auf dem Weg zum Auto getroffen und gemeint, sie solle nochmal hoch gehen, dann bekommt sie doch noch ein Buch. Habe ich schon erwähnt, dass ich Happy Endings mag? Auf der Heimfahrt war dann viel Regen, aber das machte uns nichts mehr aus. Es war ein sehr schönes Wochenende gewesen.
Sonntag, 19. Mai 2024 23:06WTF und mehr in LeipzigDieses Wochenende waren wir in Leipzig zum WTF - Wissenschaft trifft Freundschaft. Dort haben wir uns mit anderen Zeugen Kühlwaldis getroffen und hatten sehr viel Spaß bei den wahnsinnig interessanten, obskuren und morbiden Vorträgen. Eingekehrt waren wir im Peter Pane, im Lukas und im Alex, letztere vor allen Dingen, weil dort auch noch nach Mitternacht geöffnet war. Bei der Veranstaltung selbst gab es nur Getränke und Snacks, was angesichts der Länge von elf Stunden ab Mittag mit nur drei 20-minütigen Pausen eine Herausforderung war. Aber ich hatte einige Knabbereien im Rucksack, so dass wir nicht vom Stuhl gekippt sind. Die Referenten waren teilweise auch bekannter, wie Florian Schröder, der bei einer Querdenken-Demo einen legendären Auftritt hatte, und Sängerin Luci van Org im musikalischen Abschluss. Ich habe tolle Menschen kennengelernt und wiedergetroffen und enorm viel gelernt. Da einiges nicht jugendfrei ist, dieser Blog aber schon, werde ich im Einzelnen nicht darüber berichten. Wer aber Lydia Beneckes Vorträge kennt und mag, die die treibende Kraft hinter "Wissenschaft trifft Freundschaft" ist, der wird hier auch nächstes Jahr wieder ein tolles Programm neben dem WGT vorfinden. Am Sonntag waren wir noch auf der Moritzbastei beim Mittelaltermarkt und in der Deutschen Nationalbibliothek bei einer übervollen Lesung von Christian von Aster. Abends bedauerte ich kurz, dass wir keine WGT-Bändchen hatten, denn im Völkerschlachtdenkmal gab es ein Herr-der-Ringe-Konzert. Aber wir mussten auch wieder nach Hause und wollten nicht so spät ankommen. Die Heimfahrt verlief wie die Hinfahrt problemlos und entspannt. Außerdem wurde auf ein paar Anlaufstellen aufmerksam gemacht, die ich hier auch ans Herz legen möchte:
Samstag, 11. Mai 2024 23:50Skeptical, SkepKon und GWUPsitAm Donnerstag waren wir nach Augsburg gefahren. Das Turmhotel, der "Maiskolben" erinnert an die Marina Towers in Chicago, die auch die "Corn Cobs" genannt werden. Das war wohl Absicht. Das Hotel war mir aber zu teuer gewesen, deshalb haben wir im Ibis am Königsplatz gewohnt. Eine stillgelegte Rolltreppe war bepflanzt, das fand ich interessant. Donnerstag, 9. Mai 2024 - SkepticalDas Skeptical war begleitet von schöner Musik von vier Cellisten, die u.a. "Eine Kleine Nachtmusik" von Mozart und die Titelmelodie von "Game of Thrones" gespielt haben. Das war ein sehr schönes Programm, bei dem Jasmina geschröpft wurde. Kinesiotapes kamen nicht gut weg. Ich denke auch, dass die Eigenschaften, die den Farben zugeschrieben werden, Blödsinn sind. Ich nehme schwarz, blau und pink, weil mir die Farben gefallen. Ich habe aber schon das Gefühl, dass es hilft, einerseits Stabilität bringt, andererseits aber Flexibilität, so dass man gegen einen gewissen Widerstand bewegen und etwas trainieren kann, wie bei Bandagen, nur mit dem Vorteil, dass es individuell anpassbar ist, während Bandagen immer nur für ein bestimmtes Gelenk passen. Es gab tolle Vorträge zu den Themen Augsburgs Stadtgeschichte, Physiotherapie, was Hegedüs für Hasskommentare aushalten muss und wie er damit umgeht, Deepfakes, Exorzismus und Rituelle Gewalt/Mind Control. Wer nicht dabei gewesen ist, hat etwas verpasst. Danach waren wir in der Haifischbar mit Holm und Freunden. Am Thresen hängt auch der Kopf eines echten Makohais. Es war für 20 Personen reserviert, aber wir haben den Laden gesprengt. Ich hatte die Wurzelsuppe und Knoblauchbrot, sehr lecker! Es gab auch leckere Cocktails. Leider stand bei "S*x on the Bar" nicht dabei, woraus der gemixt war. Die Herrentoilette war über und über mit Aufklebern zugepflastert. Sowas habe ich noch nie gesehen. Auf dem Heimweg haben wir noch einen Blick in die Augsburger Puppenkiste geworfen. Ich habe aber kein Interesse, die zu besuchen. Ich fand Marionetten schon immer creepy. Freitag, 10. Mai 2024 - SkepKon Tag 1Das Frühstück im Ibis war ganz gut. Die Pancakes haben meinen Tag erhellt. Im Park war der Rasen gemäht, aber es blieben Inseln erhalten als Insekten-Wohnstätten. Das hat mir sehr gefallen. Im ersten Vortrag ging es um die Beweiskraft von Bildern. Als vom World Trade Center zwei Bilder gezeigt wurden, einmal mit einer Enterprise, die die Türme beschießt, und einmal mit einem AT-AT, da wurde die Enterprise als "UFO", und der AT-AT aber korrekt bezeichnet. Da durchzuckte es uns merklich. Jemand aus dem Publikum merkte das auch an, aber die Referentin meinte nur, dass sie kein Star Trek Fan wäre. Ich habe die Erschütterung der Macht gespürt. Bei der Frage, ob es einmal Riesen gegeben hatte, wurde meine Vermutung bestätigt, dass die Knochen eigentlich von Tieren (z.B. Mammuts) stammten und fehlinterpretiert wurden, ähnlich wie Dinosaurierknochen vermutlich die Mythen über Drachen begründeten. Bei den Fat Studies lernte ich den Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Forschung kennen, also "Viele Anekdoten ergeben noch keine Daten". Allerdings denke ich, dass die Erzählungen von Betroffenen trotzdem ernstzunehmen sind, sonst könnte man zu jeder Minderheit sagen, dass sie statistisch nicht relevant wären, was inhuman wäre. Ich denke nicht, dass man Wissenschaft so betreiben sollte. Anschließend gab es einen schönen Einblick in die Schwurbelkurse in Volkshochschulen. Stephanie und Tina haben den "Quack-Score" eingeführt, um die Kurse einzuteilen. Aber die Situation ist nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Ralf erklärte dann aus rechtlicher Sicht, dass wir leider mit der Werbung für esoterische Produkte leben müssen. In der Mittagspause waren wir im Biergarten. Offline wussten wir, dass er geöffnet war, aber online stand, dass er erst 16:00 Uhr öffnen würde. Google weiß eben doch nicht alles. Das ist etwas beruhigend. Der Buddler hat sich dann sehr über seine Lego-Minifigur gefreut, die ihm Florian schenkte. Der Vortrag über "Unwissenschaftlichkeit" musste leider ausfallen, aber Heiligenschein/Aura als optische Täuschung war auch interessant. Danach berichtete Holm noch von Nobelpreisträgern, die irgendwann abgedriftet sind. Das kannte ich teilweise schon. Bei der Prophylaxe bei Säuglingen mit Flouridtabletten, Vitamin K gegen Blutungen und Vitamin D (Rachitis) habe ich mich gefragt, wann die eingeführt wurden. Die Tabletten haben meine Jungs auch bekommen, aber an die Vitamine kann ich mich nicht mehr erinnern. Leider habe ich mich nicht getraut, danach zu fragen. Die meisten anderen im Publikum haben immer so tolle Fragen gestellt, da kam ich mir manchmal richtig dumm vor. Der Vortrag über Pro Ana war auch sehr schockierend. Damit hatte ich mich schonmal beschäftigt. Bei dem Vortrag über die Unwissenschaftlichkeit der Neuen Rechten kam mir zu viel Neue Rechte und zu wenig Unwissenschaftlichkeit vor. Ich hatte eher den Eindruck, dass hier gerechtfertigt werden sollte, dass das Team Sebastiani doch nicht in der Rechten Ecke verortet werden kann. Nach dem Abendessen im veganen Café Dreizehn waren wir noch beim Open Stage in der Kresslesmühle. Das war ein schön buntes Programm mit skeptischem Bezug mit Illusionskünstlern, Improtheater, Musik, Poesie und am Ende noch ein Vortrag von Jasmina über die Coping Mechanismen von Daenerys aus Game of Thrones. Da war ich aber schon so müde, dass ich fast vom Stuhl gekippt bin. In der Pause habe ich die ISS gesichtet, aber leider keine Polarlichter. Samstag, 11. Mai 2024 - SkepKon Tag 2 und Mitgliederversammlung
Am nächsten Tag gab es nochmal drei Vorträge. Bei dem über die Effektivität von Triggerwarnungen stieß es mir genauso sauer auf wie bei den Fat Studies, dass die Forschung ergibt, dass es nicht sehr effektiv ist, weil es nur eine Minderheit betrifft. Aber wie ich schon schrieb, das ist kein Grund, es nicht trotzdem zu tun, weil es einfach human ist, wenn man auch auf Minderheiten Rücksicht nimmt. Bei dem Vortrag über Soziale Ungleichheit fiel der Satz "Männer können keinen Windeln wechseln". Da war eindeutig klar, mit was für einer Person wir es hier zu tun hatten. Ich war ein klein wenig fassungslos. Das letzte Thema war "Kritisches Denken an Schulen" von André Sebastiani. Der war dann wieder ganz gut, auch wenn ich mich ernsthaft frage, was "Sei schlauer als ein junger Jagdhund" bedeuten soll. Das Mittagessen im Aposto war ein klein wenig gehetzt, weil 1:45 h doch etwas zu kurz war, um 20 Minuten hin und wieder zurück zu laufen und in Ruhe zu essen. Das war ein Lehrstück zum Thema Zeitmanagement. Wir hätten einfach wieder in den Biergarten gehen sollen. Danach folgte der nicht öffentliche Teil der Mitgliederversammlung mit einer entscheidenden Richtungswahl. Es traten Team Sebastiani und Team Holm an. Es ist nicht schwer zu erraten, auf wessen Seite ich war. Aber der Wahlkampf war meiner Meinung nach schonmal nicht ganz fair. Zum Beispiel hatte Holm zum Townhall über seine sozialen Medienkanäle eingeladen, Sebastianis Einladung erreichte mich über die Mailadresse, die ich der GWUP zur Verfügung gestellt hatte. Da gab es in unseren Kreisen auch Unmut, da diese Mail nicht alle bekommen hatten. Dann hatte sich das Team Sebastiani mit hübsch gestalteten Flyern vorgestellt - als PDF per Mail und auf der Veranstaltung auch in Papierform ausgedruckt ausgelegt - und auch auf der Bühne sehr gut präsentiert, während Team Holm eine schlichte Textdatei verschickt hatte und vor Ort überhaupt keine Werbung für sich gemacht hatte. Einzig ein paar Buttons mit "Wählt Holm" lagen dann noch da. Ich hatte den Eindruck, dass Personen, die von der ganzen Schlammschlacht in den Sozialen Medien im Vorfeld die letzten zwei Jahre nichts mitbekommen haben, zwischen den beiden Teams keinen Unterschied feststellen konnten. Jemand aus dem Publikum fragte zu Recht, dass es ihm vorkommt, als müsse er zwischen der "Volksfront von Judäa" und der "Judäischen Volksfront" entscheiden. Die Schicksalswahl ging dann auch entsprechend aus, etwa 3:4 für Team Sebastiani. Einige waren emotional davon sehr betroffen. Mich selbst hat es weniger betroffen, zumal ich auch erst seit Dezember 2023 Mitglied war. Aber für mich war von vorn herein klar, dass ich wieder kündigen würde, sollte die Wahl so ausgehen. Als wir uns dann wieder in der Haifischbar trafen, war klar, dass wir nicht die GWUP verloren haben, sondern wie Holm schön formuliert hat, die haben uns verloren. Und wenn Menschen auf schöne PR-Gags reinfallen, dann muss ich da nicht mehr mitschwimmen. Man möge B*ys of Reas*n oder V*rnan auf Youtube anschauen, mal nach R*senzweig guggeln, sich mit der Skeptischen Gesellschaft oder dem Humanistischen Pressedienst beschäftigen, dann weiß man, woran man ist. Wer ähnliche Ansichten hat, wie diese Personen, die nun die Richtung der GWUP bestimmen, und das auch noch gut finden, dann möchte ich zu dieser Personengruppe nicht mehr gehören. Ich werde postwendend wieder austreten. Sicher finde ich woanders eine neue skeptische Heimat.
Auf Youtube verfügbare Videos der Vorträge (Update):
Auf Youtube verfügbare Videos von Vorträgen, die später nochmal woanders gehalten wurden (Update):
Sonntag, 21. April 2024 23:49Krimidinner im Marriot: Sherlock Holmes und der Fluch der AshtonburrysNachdem wir aus Rosenheim zu Hause angekommen waren, habe ich mich sofort drangesetzt und ein Baumwoll-Shirt zerschnippelt und mir viktorianische Locken nach dieser Video-Anleitung gedreht. Drei Stunden habe ich die Stoffstreifen drinnen gelassen und dann etwas lufttrocknen lassen, aber es wäre wohl wirklich besser gewesen, das über Nacht drauf zu behalten, das ging aber zeitlich nicht. Abends waren wir mit einigen Leuten von LastGeekTonight (LGT) zum Krimidinner verabredet. Wir haben uns alle mächtig in Schale geworfen. Es war sehr lustig und das Essen war lecker im Marriot-Hotel. Ich hatte vegetarisch bestellt, was angesichts der Kalbsbäckchen nicht ganz leicht gewesen war. Die Getränke waren inbegriffen, weshalb wohl eher selten rumgegangen wurde. Dies galt auch für die Weine, aber wir trinken den ja nicht. Aber wenigstens standen Wasserflaschen auf den Tischen. Florian war ein Celebrity, nämlich Oscar Wilde, hatte eine kleine Rolle und musste an einer Stelle einen Trinkspruch aufsagen. Er sagte dann: "Skål! ...und danke für den Fisch!" Sein berühmtester Trinkspruch wäre zu lang gewesen :-) Wegen meinem Hörfehler hatte ich leider Schwierigkeiten, der Story zu folgen und am Ende natürlich auch keine Ahnung, wer der Mörder gewesen sein könnte. Aber das macht nichts, denn am Ende wurden einige der lustigsten Antworten vorgelesen. Es war wirklich Florians Abend, denn er durfte nicht nur mitspielen, sondern hat auch gewonnen, da er den Fall gelöst hatte und aus dem Hut gezogen wurde. Es gab ein Kochbuch. Die besten Kostüme wurden ebenfalls prämiert. Diagonal gegenüber saßen auch einige Kostümierte an einem Tisch, die diesen Preis gewonnen hatten. Das war auch eine sehr schön in Schale geworfene Truppe. Nach ein paar Gruppenfotos mit dem Cast und mit Nessi haben wir dann die Heimfahrt angetreten. Leider hatte das Auto gegenüber Deutschlandticket 17 zu 46 Minuten gewonnen, aber da es schon spät wurde und wir abends nur noch nach Hause und ins Bett wollten, war ich darüber schon froh. Nur die Schuhe musste ich im Auto wechseln, da ich mit den viktorianischen Absätzen wohl zwischen den Pedalen hängen geblieben wäre.
Samstag, 20. April 2024 23:59Rosenheim: Lydia Benecke Psychologie des BösenDer Vortrag von Lydia Benecke "Die Psychologie des Bösen" war wieder sehr faszinieren. Es ging erst einmal um die Definition von "Psychopathy" nach Hare sowie "Antisoziale bzw. dissoziale Persönlichkeitsstörung". Lydia sprach auch von Statsitik, die einen großen Teil der Psychologie ausmacht. Sie zeigte auf, dass die Darstellung in Film und Fernsehen/Literatur nicht realistisch ist. An dieser Stelle wurde ein Bild mit sehr viel Blut aus einer Serie gezeigt und einer Frau wurde erst einmal schlecht. Wir mussten dann den Saal kurz räumen, was etwas Zeit kostete. Leider konnte man im Ballsaal die Fenster nicht aufmachen, nichtmal einen Spalt, um etwas Luft reinzulassen. Am härtesten waren dann die echten Fälle. Man kann schon ein wenig Mitleid mit diesen Leuten haben, aber noch viel mehr mit denen, die in ihre Fänge geraten und sich daraus nicht befreien können, und damit meine ich nicht nur die Opfer. In den Saal passten wohl etwa 450 Personen. Damit alle auch ihr Autogramm und Foto bekamen, begann sie schon vor dem Vortrag mit Signieren, in der Pause ebenfalls und am Ende auch, bis wirklich die Letzte ihre Unterschrift im Buch hatte. Es wurde mal wieder sehr spät, weshalb es sehr klug war, ein Hotel dazugebucht zu haben, obwohl wir von Rosenheim nur eine knappe Stunde heim brauchen. Auf dem Weg zum Hotel hat Florian noch die Kirche erkannt, die in der Serie Kohlrabenschwarz vorkam.
Samstag, 9. März 2024 23:59Alexander Krist im Kristelli-Theater - Worlds Greatest Magic 2.0Mama hatte uns zu Weihnachten Karten für Alexander Krist geschenkt. Heute haben wir dann die Show im Kristelli-Theater angeschaut. Es war gigantisch, mit tollen Illusionen angelehnt an den Klassiker "die zersägte Jungfrau". Alexander Krist ist ein Virtuose mit dem Zauberwürfel, das war unglauglich beeindruckend. Die Show war auch eine Zeitreise in die 80iger. Als die Musik von "Zurück in die Zukunft" erklang, war das Gänsehaut pur. Es gab zwei Showteile, bei denen das Publikum involviert war (abgesehen von den Kindern, die hin und wieder als Helfer auf der Bühne waren). Beim zweiten Teil bekam ich das Wurfkissen ab und saß dann auch mit fünf weiteren Gästen auf einem Barhocker auf der Bühne. Das war schon sehr beeindruckend. Deutsches Publikum rätselt wohl immer, wie das alles sein kann, statt einfach nur die Illusion zu genießen. Da gehören wir eindeutig auch dazu. Aber es ist einfach alles so perfekt gemacht, dass es einfach nur verblüfft. Großartig! Und lustig! Und mal wieder ein großartiges Erlebnis! Am Ende der Show durften wir uns sogar für ein Selfie in seinen DeLorean setzen. Damit hat er sich 2017 einen Traum verwirklicht. Er hat sogar TÜV und darf auf der Straße gefahren werden. Sogar mit Flux-Kompensator und Mr. Fusion. Was für ein Prachtstück! Beim anschließenden Foto-Shooting und Autogrammschreiben hat Alexander noch erzählt, dass Christian Münch inzwischen bis auf ein paar Cameo-Auftritte keine Shows mehr macht, sondern sich um die Finanzen und Verwaltung kümmert. Ein großartiges Team! Ich möchte gar keinen eigenen haben, weil man da auch den Platz und das Geld für den Unterhalt bräuchte. Mir reichen meine DeLoreans von Metal Earth (der leider noch nicht fertig ist), von Hot Wheels, Lego (auch noch nicht aufgebaut), Playmobil und Welly. Aber eines Tages erfülle ich mir den Traum, und miete mir mal einen DeLorean.
Update 29. März 2024Beim Bayerischen Rundfunk gibt es eine sehr schöne Doku "Lebenslinien" über Alexander Krist: Der Zauberer, der an Wunder glaubt
Sonntag, 21. Januar 2024 18:00Demo Gemeinsam gegen RechtsNach den vielen Nachrichten in den letzten Tagen, dass zu den angekündigten Demos gegen Rechts immer deutlich mehr Leute gekommen waren, als von den jeweiligen Veranstaltern angekündigt, war mir schon klar und hatte ich auch gehofft, dass München auch riesig werden würde. Ursprünglich wollten wir mit Freunden gehen, die bereits über eine Stunde vorher am Siegestor sein wollten, aber wir wollten auf keinen Fall zu nah heran, weil wir uns in Menschenmassen nicht wohl fühlen. Deshalb wollten wir beim Odeonsplatz aussteigen und soweit gehen, wie wir uns noch wohlfühlen. Die Reden waren uns nicht so wichtig, wir wollten in erster Linie Präsenz zeigen. Wir waren auch so schon angespannt genug, auch ob alles friedlich bleiben würde. Aber zumindest hatte man von den letzten Tagen keine schlimmen Berichte gehört. Die U-Bahn war ab Innsbrucker Ring schon dermaßen voll, dass wir eine weiterfahren lassen mussten. In die nächste quetschten wir uns dann doch rein, weil es sicherlich nicht besser werden würde. Am Odeonsplatz waren wir dann verabredet. Es war einfach der Wahnsinn. Auf dem Weg zur Universität begegneten wir dann noch zwei Pferdeleuten, die ich kenne. Florians kleiner Tiberius erhielt auch viel Aufmerksamkeit. Auf seinem Schild stand "Nazis sind doof" und "Gemeinsam gegen rechts" in einer Star Wars Schrift. Langsam legte sich auch die innere Anspannung. Ich habe viele schöne Sprücheschilder fotografiert. So ähnlich wie ich auf Conventions Kostüme fotografiere. Über uns kreiste ein Hubschrauber. Es standen überall riesige Lautsprecher, so dass wir die Reden schon hören konnten. Es war extrem bunt. Ein junger Mann mit knallbunten Haaren und Piearcing meinte zu mir, dass ganz viele gechillte Leute da sind. Es war auch ganz entspannt. Nach einer knappen Stunde musste allerdings abgebrochen werden. Von den angemeldeten 10.000 Leuten kam das zigfache. Die Polizei schätzte 100.000, die Veranstalter 250.000. Diese Differenz ist normal, sowas lässt sich kaum abschätzen. Nach dem Aufruf verteilten sich die Menschen in alle Himmelsrichtungen. Wir spazierten auch Richtung Westen. Wir wollten unser Glück im Katzentempel versuchen, allerdings war der genau wie alle anderen Lokale proppevoll. Schließlich landeten wir im Delicious Burger, ein winziger Burgerladen, bei dem man nur über einen Touchscreen bestellen konnte und die Burger dann durch Fensterchen an die Tische durchgereicht wurden. Der Küchenchef kam mehrfach heraus und fragte freundlich, ob er uns helfen könne. Wir konnten auch glutenfrei, also ohne Burgerbrötchen bestellen. Es war auch lecker für den schnellen Hunger. Drei Mal kamen Fahrer von Uber Eats und holten ein Päckchen. Es gab nur keine Toilette, aber wir durften die nebenan benutzen, wo Fußball lief und wir ein kleines Trinkgeld daließen. Als wir uns dann auf den Heimweg begaben, kamen uns noch Ferdinand mit seinem Freund und deren Mama entgegen. Sie war Ordner und erzählte, dass sie ursprünglich aufpassen sollte, dass niemand auf dem Bürgersteig bleibt, aber das war schon aussichtslos. Dann wurde es aber immer voller und sie wussten bald, dass der Umzug zur Münchner Freiheit und zurück nicht funktionieren würde. Der Abbruch war dann vernünftig, aber schade für alle Redner, die extra auch von weiter her angereist gekommen waren. Man kann aber für die Unkosten etwas spenden. Die U-Bahnen waren dann schon nicht mehr so voll. Und irgendwie waren wir dann von dem Gefühl der Hoffnung erfüllt, dass doch nicht alles vorbei ist. Zwar werden durch solche Demos die Probleme der Welt nicht gelöst, aber ich habe mich riesig gefreut, dass hier mal ein deutliches Zeichen gesetzt wurde. Das Ganze wurde losgetreten durch die Recherche von Correctiv: Geheimplan gegen Deutschland. Correctiv wurde bei TrustPilot danach mit negativen Bewertungen geflutet und dann gegengeflutet. Mittlerweile kann man nicht mehr bewerten, weil es doch eskaliert ist. Ob es wirklich zu einem AfD-Verbot kommt, wage ich zwar zu bezweifeln, weil es da sehr hohe Hürden gibt und es bei der NPD auch nicht geklappt hat (Deutschlandfunk). Aber ich hoffe, dass der braunblauen Partei immer mehr Paroli geboten wird. Die Wahlen in Ostdeutschland werden noch sehr spannend. Außerdem empfehle ich
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